WEBVTT

00:00:02.300 --> 00:00:04.130
<v Michael>Bei Anruf Wein.

00:00:05.720 --> 00:00:07.340
<v Michael>Der Weinfreunde-Podcast.

00:00:09.360 --> 00:00:11.190
<v Tobias>Ich grüße euch, liebe Weinfreunde.

00:00:11.190 --> 00:00:12.450
<v Tobias>Mein Name ist Tobias.

00:00:12.450 --> 00:00:14.400
<v Tobias>Willkommen Bei Anruf Wein.

00:00:14.940 --> 00:00:20.010
<v Tobias>Rheinhessen ist das größte Weinanbaugebiet Deutschlands und liegt nicht etwa im
Bundesland Hessen.

00:00:20.010 --> 00:00:28.710
<v Tobias>Vielmehr führt die heutige Folge Michael und mich nach Rheinland-Pfalz, genauer
gesagt nach Badenheim, denn dort sind wir mit Georg vom Weingut Fogt verabredet.

00:00:29.040 --> 00:00:36.600
<v Tobias>Er erklärt uns besonders anschaulich, was dieses Anbaugebiet ausmacht, welche
Rebsorten hier vorherrschen und wie vielfältig die Bodenbeschaffenheit in

00:00:36.600 --> 00:00:43.830
<v Tobias>Rheinhessen ist. Doch Georg Fogt verrät uns aus seinem Weinphilosophie, erzählt
eine Jugendstilgeschichte und lässt Dr.

00:00:43.830 --> 00:00:44.970
<v Tobias>Scheu hochleben.

00:00:45.420 --> 00:00:51.270
<v Tobias>Scheu solltet ihr nicht sein, wenn es darum geht, den Bei Anruf Wein-Podcast zu
folgen und ihn auch zu bewerten.

00:00:51.630 --> 00:00:54.600
<v Tobias>Das geht fast überall dort, wo ihr den Podcast hört.

00:00:54.870 --> 00:00:58.140
<v Tobias>Danke euch. Also bleibt mal dran.

00:00:58.140 --> 00:00:59.520
<v Tobias>Wir fangen direkt an!

00:01:02.480 --> 00:01:05.480
<v Tobias>Ja. Hallo, Georg. Schön, dass wir hier sein dürfen bei dir in Rheinhessen.

00:01:05.480 --> 00:01:06.110
<v Tobias>Ich grüße dich.

00:01:06.200 --> 00:01:06.650
<v Georg>Hallo.

00:01:06.650 --> 00:01:09.440
<v Tobias>Wir sind im größten deutschen Anbaugebiet.

00:01:09.440 --> 00:01:12.170
<v Tobias>Ich glaube mit, Michael, wir haben die Zahlen aufgeschrieben.

00:01:12.170 --> 00:01:14.420
<v Michael>So 27.000 Hektar.

00:01:14.480 --> 00:01:19.490
<v Tobias>27.000 Hektar Rebfläche und 3/4 der Weine sind weiß.

00:01:19.490 --> 00:01:22.850
<v Tobias>Also eigentlich ganz typisch deutsch, kann man irgendwie so sagen.

00:01:23.090 --> 00:01:25.100
<v Tobias>1/4 ist rot.

00:01:25.100 --> 00:01:29.630
<v Tobias>Und wenn man jetzt so auf die DWI-Statistik guckt, irgendwas fehlt, ne?

00:01:29.990 --> 00:01:31.670
<v Michael>Ich weiß auch nicht, wo sie den hinrechnen.

00:01:31.910 --> 00:01:35.960
<v Tobias>Den Rosé gibt es ja wahrscheinlich auch, aber es wird nicht so viel sein.

00:01:36.140 --> 00:01:38.300
<v Tobias>Also auf 1/4 bringt er es nicht, glaube ich.

00:01:38.960 --> 00:01:46.340
<v Tobias>Und ja, jetzt ist ja logisch, dass wir jetzt hier gar nicht großartig sprechen
sollten, weil du bist der Experte.

00:01:46.550 --> 00:01:51.140
<v Tobias>Sag uns doch mal so im Großen und Ganzen, was zeichnet Rheinhessen aus?

00:01:51.320 --> 00:01:54.410
<v Tobias>Insbesondere, wenn man jetzt auch so den Vergleich zu anderen Anbaugebieten
zieht.

00:01:55.970 --> 00:01:58.460
<v Georg>Ja, erstens mal die Größe auch von der Fläche her.

00:01:58.460 --> 00:02:06.290
<v Georg>Und für mich hat Rheinhessen immer so ein Lebensgefühl und das zeichnet
Rheinhessen tatsächlich aus.

00:02:06.290 --> 00:02:14.660
<v Georg>Wer in Rheinhessen geboren ist, der kriegt das Gefühl mit in die Wiege gelegt,
die Offenheit, das Lebensgefühl, die Lebensfreude.

00:02:15.050 --> 00:02:24.080
<v Georg>Und ja, und da kann man von Bingen bis Worms durchreisen und wird immer den
gleichen Eindruck haben.

00:02:24.470 --> 00:02:30.650
<v Georg>Nette, freundliche Menschen, offenherzig und einfach, die ein gutes
Lebensgefühl vermitteln.

00:02:31.100 --> 00:02:34.160
<v Tobias>Und wir sind ja jetzt hier eher so im Norden von Rheinhessen.

00:02:34.340 --> 00:02:40.400
<v Tobias>Jetzt ist ja das Rheingau noch relativ nah und beim Stichwort nah sind wir
schon wieder beim Kalauer.

00:02:40.730 --> 00:02:42.380
<v Tobias>Die Nahe ist auch recht nah.

00:02:43.430 --> 00:02:50.930
<v Tobias>Was ist jetzt, sage ich mal, so für das Weingut Fogt oder hier deine
unmittelbare Umgebung, deine Weinberge, noch mal das Besondere vielleicht

00:02:50.930 --> 00:02:52.160
<v Tobias>innerhalb Rheinhessens?

00:02:53.060 --> 00:03:02.240
<v Georg>Also wir sind ja generell etwas später als der Süden oder die Rheinfront und das
spiegelt sich natürlich auch in den Weinen wider.

00:03:02.240 --> 00:03:09.890
<v Georg>Wir haben, vom Erntezeitpunkt sind wir immer eine Woche später als der Rest und
das spielt uns natürlich manchmal auch in die Karten.

00:03:10.850 --> 00:03:12.290
<v Georg>Stichwort Klimawandel.

00:03:12.290 --> 00:03:20.990
<v Georg>Das heißt, wir versuchen ja möglichst lange, unsere Trauben am Stock zu halten,
um möglichst viel Reife

00:03:22.940 --> 00:03:25.940
<v Georg>auszudefinieren und Aromen auszudefinieren.

00:03:26.300 --> 00:03:36.110
<v Georg>Und in heißen Jahren, wie zum Beispiel 22 oder 19, da kann es manchmal sein,
dass das, dass der Alkohol in die Höhe

00:03:36.110 --> 00:03:41.660
<v Georg>schießt, aber die Trauben noch gar nicht richtig reif ist, das heißt, ihre
Aromen noch gar nicht so ausgebildet hat.

00:03:42.260 --> 00:03:51.440
<v Georg>Früher war es also so, dass wir hier immer so ein bisschen belächelt wurden,
weil wir von Westen her sehr windoffen sind und auch sehr anfällig für Frost

00:03:51.740 --> 00:03:53.990
<v Georg>sind. Jetzt hat sich das genau umgedreht.

00:03:53.990 --> 00:04:02.840
<v Georg>Also wenn es dann irgendwie mal im Wonnegau viel geregnet hat und wird dann
warm im August und dann besteht halt die Gefahr, dass auch die Trauben früher

00:04:02.840 --> 00:04:06.770
<v Georg>gelesen werden müssen, weil dann manchmal auch Fäulnis einsetzt.

00:04:06.770 --> 00:04:15.500
<v Georg>Und wir sind davon so ein bisschen ausgeklammert, weil wir noch nicht in dem
Reifestadion sind, wo die Trauben so anfällig sind, sondern einfach dann noch

00:04:15.500 --> 00:04:16.640
<v Georg>ein bisschen zuschauen können.

00:04:16.940 --> 00:04:24.140
<v Georg>Und der Wonnegau ist für uns immer der Spiegel oder die Vorschau auf das, was
uns nächste Woche erwarten könnte.

00:04:24.290 --> 00:04:30.110
<v Georg>Es muss nicht sein, aber wir haben das immer sehr, sehr stark im Auge.

00:04:31.110 --> 00:04:33.320
<v Tobias>Also Wonnegau, ein bisschen südlicher von hier.

00:04:33.320 --> 00:04:36.140
<v Tobias>Das ist dann für euch schon mal so das, was auf euch zukommt.

00:04:36.140 --> 00:04:36.860
<v Tobias>Ist ja praktisch.

00:04:36.860 --> 00:04:38.180
<v Georg>Genau, ist total praktisch.

00:04:38.600 --> 00:04:41.270
<v Georg>Wir sind halt von der Säurestruktur bisschen frischer.

00:04:42.830 --> 00:04:52.070
<v Georg>Das heißt jetzt nicht, dass die Weine säuerlich wären oder so, aber es ist
einfach diese gewisse Mineralik und dieses

00:04:52.070 --> 00:04:56.600
<v Georg>rote Band, das sich durch unser Sortiment zieht, ist da ganz klar zu erkennen.

00:04:56.990 --> 00:05:00.170
<v Michael>Ja. Gerne eine Frage noch mal zu dem Windstellen.

00:05:01.280 --> 00:05:08.780
<v Michael>Habt ihr den früher als Nachteil wahrgenommen, dass da zu viel Wind
drüberzieht, oder ist das eventuell jetzt sogar ein Vorteil?

00:05:08.960 --> 00:05:10.580
<v Georg>Ne, das ist schon ein Vorteil.

00:05:10.580 --> 00:05:20.390
<v Georg>Die Trauben trocknen sehr schnell ab und die, die die schlechten Lagen, die
früher so in den Frostsenken lagen

00:05:20.630 --> 00:05:29.090
<v Georg>und bisschen später waren, das sind die Lagen, die momentan die perfekten,
reifsten Trauben hervorbringen, das ist schon.

00:05:29.330 --> 00:05:33.230
<v Georg>Also der Klimawandel ist tatsächlich schon bei uns angekommen, ja.

00:05:33.980 --> 00:05:35.930
<v Tobias>Da sprechen wir, glaube ich, auch nachher noch mal drüber.

00:05:36.050 --> 00:05:38.930
<v Tobias>Aber erinnert mich jetzt schon so ein bisschen an Südfrankreich und den
Mistral.

00:05:39.800 --> 00:05:42.170
<v Michael>Genau das Mini-Mistral.

00:05:42.410 --> 00:05:46.730
<v Tobias>Genau. Weniger Krankheit, weniger Fäulnis und solche Geschichten.

00:05:46.730 --> 00:05:52.910
<v Tobias>Also Wind ist erst mal, zumindest wenn er nicht zu stark ist, aber ich glaube,
das ist ja in Rheinhessen selten der Fall.

00:05:54.260 --> 00:06:04.030
<v Tobias>Es ist ja auch so, also bei so dem Thema das größte Anbaugebiet denken ja
manche auch so ein bisschen daran, na ja gut, dann ist da auch viel

00:06:04.240 --> 00:06:07.660
<v Tobias>Masse und es gibt so viel Wein usw.

00:06:07.660 --> 00:06:14.050
<v Tobias>Gibt es so paar Klischees über Rheinhessen, wo du dann auch teilweise denkst,
das ist jetzt irgendwie unfair?

00:06:15.050 --> 00:06:18.350
<v Georg>Hm, also Rheinhessen kann alles.

00:06:18.350 --> 00:06:25.880
<v Georg>Es kann den Discounter bedienen, es kann auch die Lagenklassifizierung von VDP
alles ausspielen.

00:06:25.880 --> 00:06:31.310
<v Georg>Es ist halt so wirklich ein Riesenspielplatz hier für Winzer, die was
ausprobieren wollen.

00:06:31.790 --> 00:06:41.180
<v Georg>Natürlich gibt es überall solche und solche, aber ja, also das Vorurteil, was
früher mal in den

00:06:41.180 --> 00:06:47.120
<v Georg>80er-Jahren das Billigwein-Segment bediente, davon haben wir uns schon lange
losgelöst.

00:06:48.110 --> 00:06:56.750
<v Tobias>Also es gibt einfach eine große Bandbreite, logischerweise, weil es eben so groß
ist, und letztlich entscheidet aber der Winzer darüber, welchen Ansatz er

00:06:56.750 --> 00:06:57.380
<v Tobias>irgendwie fährt.

00:06:57.470 --> 00:06:58.010
<v Georg>So ist es, ja.

00:06:58.460 --> 00:07:00.980
<v Michael>Das kann man übrigens auch im Podcast nachhören.

00:07:00.980 --> 00:07:04.550
<v Michael>Wir waren ja schon in Rheinhessen, wir waren beim Kollegen Wittmann.

00:07:04.760 --> 00:07:06.530
<v Michael>Das ist ein VDP-Beispiel.

00:07:06.770 --> 00:07:11.180
<v Michael>Dann waren wir beim Kollegen Hothum, das war unser Bio-Beispiel damals.

00:07:11.180 --> 00:07:11.630
<v Michael>Da haben wir was...

00:07:11.630 --> 00:07:12.320
<v Tobias>Biodynamisch sogar.

00:07:12.320 --> 00:07:13.790
<v Michael>...Bio und biodynamisch gemacht.

00:07:14.240 --> 00:07:19.850
<v Michael>Also die Bandbreite ist groß, die Möglichkeiten sind groß und es gibt genügend
Leute, die das nutzen.

00:07:20.360 --> 00:07:22.370
<v Michael>Jetzt kommen wir doch mal zu den allgemeinen Dingen.

00:07:22.370 --> 00:07:28.220
<v Michael>Ich habe mich in der Vorbereitung noch mal mit dem Rebsorten-Ranking
beschäftigt von Rheinhessen.

00:07:28.370 --> 00:07:37.700
<v Michael>Und da weiß ich dann, das ist bei euch, ich guck mal hier die Reihenfolge nach,
Riesling, Müller-Thurgau oder Rivaner, Grauburgunder, Silvaner,

00:07:37.820 --> 00:07:41.360
<v Michael>Weißburgunder und Chardonnay, in dieser Reihenfolge.

00:07:41.360 --> 00:07:44.180
<v Michael>Ist das bei euch im Weingut ähnlich oder habt ihr da?

00:07:44.480 --> 00:07:53.000
<v Georg>Tatsächlich ist Riesling die meistangebaute Rebsorte bei uns im Weingut und dann
dicht gefolgt vom Grauburgunder.

00:07:54.500 --> 00:08:04.460
<v Georg>Wir haben da also sehr lange, viele Jahre auch experimentiert mit
Grauburgunder, wie wir da das bestmögliche Ergebnis erzielen können,

00:08:04.580 --> 00:08:06.800
<v Georg>mit Maischestandzeit und allem Drum und Dran.

00:08:07.670 --> 00:08:09.410
<v Georg>Und dann haben wir noch längst nicht ausgelernt.

00:08:09.410 --> 00:08:17.330
<v Georg>Also die Entwicklung geht immer weiter und man darf irgendwie nie sagen, so,
das ist es jetzt und jetzt bin ich der Beste oder sonst was.

00:08:17.330 --> 00:08:23.600
<v Georg>Da sind wir also sehr, wir bleiben immer offen und wollen immer dazulernen.

00:08:24.080 --> 00:08:25.670
<v Michael>Zumal ja auch jedes Jahr anders ist.

00:08:25.670 --> 00:08:26.750
<v Georg>So ist es, ja.

00:08:26.750 --> 00:08:36.650
<v Georg>Also alles, was man sich vorgenommen hat, in diesem Jahr zu machen, das kannst
du dann in der Regel eine Woche vorher über Bord werfen und eine

00:08:36.650 --> 00:08:37.940
<v Georg>neue Strategie überlegen.

00:08:38.660 --> 00:08:43.550
<v Georg>An dritter Stelle ist Scheurebe bei uns ein ganz, ganz großes Thema.

00:08:43.580 --> 00:08:43.910
<v Tobias>Okay.

00:08:44.780 --> 00:08:53.660
<v Georg>Das war ja in den 80er-Jahren auch so, als süße Weine, war das ja ganz in Mode,
die ganzen Neuzüchtungen.

00:08:54.200 --> 00:08:59.570
<v Georg>Da gab es ja einige, die sind aber fast alle wieder verschwunden, bis auf die
Scheurebe.

00:09:00.020 --> 00:09:09.680
<v Georg>Die hat es also geschafft als Neuzüchtung sich zu etablieren und hat irgendwann
mal ein Kellermeister gesagt, also der war schon

00:09:11.090 --> 00:09:15.710
<v Georg>an die 70, hat er gesagt, also wenn du das gut machst, dann schmeckt das so
ähnlich wie Sauvignon Blanc.

00:09:15.740 --> 00:09:25.040
<v Georg>Ja, und da war ich natürlich mal wieder neugierig und habe das versucht, so
hinzukriegen.

00:09:25.670 --> 00:09:32.770
<v Georg>Und wir haben dann 2009 angefangen, professionell scheu auszubauen.

00:09:32.770 --> 00:09:42.100
<v Georg>Sonst war das immer Literwein, auch trocken ausgebaut, aber dann wirklich auf
Qualität getrimmt und angefangen, an den Stellschrauben zu drehen, um

00:09:42.550 --> 00:09:44.320
<v Georg>qualitativ voranzukommen.

00:09:44.830 --> 00:09:54.790
<v Georg>Und das hat sich, also die Scheurebe hat sich bei uns total etabliert, also wir
füllen unheimlich viel Scheu ab mittlerweile

00:09:54.790 --> 00:09:57.280
<v Georg>und sind auch bekannt überall für unsere Scheu.

00:09:58.030 --> 00:10:04.630
<v Georg>Und es holt die ab, die zum trockenen Wein noch nicht so den Zugang haben.

00:10:04.840 --> 00:10:14.770
<v Georg>Wir können auch jüngere Generationen von trocken überzeugen und hoffen
natürlich, dass dann sich der Geschmack entwickelt und

00:10:14.770 --> 00:10:20.590
<v Georg>dann die Neugier wächst, auch mal trockenen Riesling zu probieren,
Lagenriesling zu probieren, die Feinheiten herauszuschmecken.

00:10:21.400 --> 00:10:23.710
<v Georg>Ja, das ist so unser unser Ziel mit der Scheurebe.

00:10:23.740 --> 00:10:28.960
<v Michael>Man muss ja dazu sagen, Scheurebe ist auch am Anfang immer sehr einladend, sehr
offen, sehr zugänglich.

00:10:28.960 --> 00:10:31.360
<v Michael>Man riecht sofort, oh, da passiert was.

00:10:32.800 --> 00:10:37.360
<v Michael>Jetzt hast du uns aber den Rivaner ein bisschen verschwiegen.

00:10:37.780 --> 00:10:40.510
<v Tobias>Der kommt nämlich auch. Der kommt auf Nummer zwei, ne?

00:10:40.870 --> 00:10:44.410
<v Georg>Ja, ja. Der kommt jetzt an vierter Stelle statt an zweiter Stelle.

00:10:45.160 --> 00:10:52.660
<v Georg>Diese ganzen klassischen Rebsorten, also die haben ja nie gesagt: „Oh, das
brauchen wir nicht mehr, wir machen nur noch Riesling oder Grauburgunder".

00:10:54.550 --> 00:10:59.590
<v Georg>Haben wir gesagt, dass das ist irgendwie was, was Rheinhessen auch ausmacht.

00:11:00.100 --> 00:11:02.710
<v Georg>Und Müller-Thurgau gehört auch dazu.

00:11:03.280 --> 00:11:09.250
<v Georg>Selbst beim Müller-Thurgau, wenn man das beherzigt, dass auch Müller-Thurgau
eine gewisse Herkunft transportieren kann.

00:11:09.280 --> 00:11:15.400
<v Georg>Wir haben also Müller-Thurgau-Anlagen, die stehen auch auf Porphyr und die
schmeckt man einfach raus.

00:11:15.400 --> 00:11:21.280
<v Georg>Also man kann auch Müller-Thurgau eine gewisse Herkunftsidentität verleihen.

00:11:22.150 --> 00:11:30.550
<v Georg>Und zum Beispiel haben wir dieses Jahr einen Rivaner vom Porphyr, haben wir
gemacht, und das kommt einfach gut an.

00:11:30.730 --> 00:11:40.510
<v Georg>Also es ist jetzt, es ist nichts Ausschweifendes, aber das ist einfach jeder,
der das probiert als Terrassenwein oder als Brot- und Butterwein,

00:11:40.540 --> 00:11:44.470
<v Georg>der ist total davon begeistert, weil es einfach in die Richtung geht weniger
Alkohol.

00:11:45.130 --> 00:11:55.990
<v Georg>Da hat er auch nur 11 %, manchmal hat er auch nur 10,5, früh gelesen, mit einer
schönen Säure, schlank getrimmt und das kommt auch gut an.

00:11:56.770 --> 00:12:01.510
<v Tobias>Jetzt müssen wir da mal zwei Dinge noch mal ein bisschen aufklären für die
Zuhörerinnen und Zuhörer.

00:12:01.510 --> 00:12:03.640
<v Tobias>Du hast jetzt gerade Porphyr genannt.

00:12:04.540 --> 00:12:07.060
<v Tobias>Das ist eine Bodenbeschaffenheit, ne?

00:12:07.180 --> 00:12:15.610
<v Georg>Das ist ein Verwitterungsgestein, ein vulkanisches Verwitterungsgestein, auch
Rhyolith genannt, in dem Fall in verwitterter Form.

00:12:15.760 --> 00:12:25.570
<v Georg>Das sind also so ganz kleine Krissel als Steinsedimente, die man dann im Boden
fühlen kann, wenn man die Erde

00:12:25.570 --> 00:12:27.040
<v Georg>zwischen den Fingern reibt.

00:12:27.040 --> 00:12:30.640
<v Georg>Und das gibt immer so eine gewisse Salzigkeit den Weinen mit.

00:12:30.640 --> 00:12:32.800
<v Georg>Und das kann man immer rausschmecken.

00:12:32.950 --> 00:12:39.310
<v Georg>Also ich bin da sehr sensibel auf solche Sachen und versuche das natürlich auch
zu kommunizieren.

00:12:39.520 --> 00:12:46.330
<v Tobias>Ja, da kommen wir später auch noch mal zu, denn das spielt ja auch schon in der
Bezeichnung deiner Weine immer eine große Rolle, die Herkunft, und das ist ja

00:12:46.330 --> 00:12:47.860
<v Tobias>das, was du auch gerade beschrieben hast.

00:12:49.000 --> 00:12:50.440
<v Tobias>Rivaner bzw.

00:12:50.440 --> 00:12:58.180
<v Tobias>Müller-Thurgau ergibt jetzt vielleicht nicht die komplexesten Weine, aber
spiegelt ja dann anscheinend die Bodenbeschaffenheit auch ganz gut wider.

00:12:58.180 --> 00:13:04.420
<v Tobias>Und jetzt mein zweiter Punkt eigentlich, wir haben jetzt von Rivaner und
Müller-Thurgau gesprochen, muss man vielleicht jetzt auch noch mal kurz

00:13:04.420 --> 00:13:13.090
<v Tobias>erklären. Müller-Thurgau, glaube ich, war irgendwann ziemlich out und wenn ich
es richtig erinnere, gehen die Rebflächen ja immer noch stetig zurück.

00:13:13.210 --> 00:13:20.350
<v Tobias>Und deswegen hat dann, ich weiß gar nicht, welches Anbaugebiet es war, die
haben dann irgendwann gesagt, wir nennen das jetzt Rivaner, um sozusagen das

00:13:20.350 --> 00:13:23.800
<v Tobias>Image wieder so ein bisschen aufzupolieren.

00:13:23.830 --> 00:13:24.130
<v Georg>Genau.

00:13:24.610 --> 00:13:30.730
<v Tobias>Aber ist es denn langfristig auch für dich, sage ich mal, eine Rebsorte, auf die
du auch noch setzen würdest?

00:13:30.730 --> 00:13:38.950
<v Tobias>Oder sagst du auch, na ja, also wenn da mal irgendwie was rausgerissen werden
muss von meinen Müller-Thurgau-Reben, dann setze ich die dann vielleicht doch

00:13:38.950 --> 00:13:40.000
<v Tobias>auch durch was anderes?

00:13:40.690 --> 00:13:43.030
<v Georg>Kommt drauf an, also je nach Bedarf.

00:13:43.330 --> 00:13:47.770
<v Georg>Also wir sehen dann ja in den nächsten Jahren, wo sich das hin entwickelt.

00:13:48.070 --> 00:13:55.870
<v Georg>Natürlich werde ich jetzt die Müller-Thurgau-Fläche nicht verdoppeln in den
nächsten 3 Jahren, aber es gehört irgendwie zu Rheinhessen auch dazu.

00:13:55.900 --> 00:14:04.180
<v Georg>Ja, wenn ich jetzt auch heute für ganz Rheinhessen spreche, so kann ich ja
nicht nur sagen, ich will nur Riesling oder ich will nur Grauburgunder, sondern

00:14:04.180 --> 00:14:06.280
<v Georg>das gehört einfach auch, finde ich, zu Rheinhessen dazu.

00:14:06.280 --> 00:14:07.480
<v Georg>Und dazu kann man auch stehen.

00:14:08.770 --> 00:14:13.390
<v Michael>Zumal du ja einen Rivaner von alten Reben auch im Angebot hast.

00:14:13.540 --> 00:14:14.980
<v Michael>Vielleicht kannst du dazu noch mal was sagen.

00:14:14.980 --> 00:14:19.750
<v Michael>Was ist denn da der Unterschied zwischen nicht ganz so betagten Reben und den
älteren?

00:14:20.020 --> 00:14:29.610
<v Georg>Beim Müller-Thurgau ist es so, je jünger die Reben sind, die sind so ein
bisschen halbstark, kann man sagen, sie bringen viel Ertrag, und wenn dann

00:14:29.610 --> 00:14:38.940
<v Georg>auch, das ist wie bei den Menschen, wenn die mal so ein bisschen gesettelt sind
und ein bisschen ruhiger werden, dann steigt da natürlich auch die Qualität.

00:14:39.120 --> 00:14:39.750
<v Georg>Das ist...

00:14:40.290 --> 00:14:41.460
<v Tobias>Also weniger Ertrag.

00:14:41.460 --> 00:14:42.210
<v Georg>...liegt in der Natur der Sache, ja.

00:14:42.210 --> 00:14:44.040
<v Tobias>Aber dafür dann irgendwie bessere Qualität.

00:14:44.040 --> 00:14:47.160
<v Georg>Man kann sowieso Wein immer gut mit Menschen vergleichen, das versteht immer
jeder.

00:14:47.490 --> 00:14:51.480
<v Georg>Und das ist, das ist so, ja.

00:14:52.410 --> 00:14:54.000
<v Michael>Ja, ich bin die alten Reben bei uns, ne?

00:14:54.000 --> 00:14:55.620
<v Tobias>Ja, das ist eindeutig.

00:14:55.620 --> 00:14:56.460
<v Tobias>Natürlich, klar.

00:14:58.080 --> 00:15:01.860
<v Michael>So, jetzt haben wir über die ganzen weißen Rebsorten gesprochen.

00:15:03.000 --> 00:15:07.170
<v Michael>Bei den roten haben wir ja ein vergleichsweise ähnliches Spannungsfeld.

00:15:07.170 --> 00:15:14.640
<v Michael>Da steht im Ranking an erster Stelle der Dornfelder, dann kommt erst der
Spätburgunder und dann auch der Portugieser.

00:15:15.930 --> 00:15:17.490
<v Michael>Das war wieder die Reihenfolge.

00:15:17.490 --> 00:15:19.980
<v Michael>Wie sieht es bei dir mit den roten Trauben aus?

00:15:20.160 --> 00:15:30.090
<v Georg>Also Rot macht bei uns tatsächlich nur, wenn ich es jetzt mal prozentual
ausdrückt, ich habe es jetzt nicht genau ausgerechnet, aber keine 10 %.

00:15:30.930 --> 00:15:33.810
<v Georg>Und das war natürlich früher so.

00:15:33.810 --> 00:15:43.710
<v Georg>Früher gab es mal die Dornfelder-Welle und die Rotweinwelle, so 90er-Jahre, und
da ist man natürlich auch, hat man sich mit dem Thema

00:15:43.710 --> 00:15:45.480
<v Georg>Rotwein stark befasst.

00:15:45.780 --> 00:15:54.810
<v Georg>Und es hat sich aber über die Jahre, also ich bin jetzt seit 2002 im Betrieb,
hat sich das so bei mir entwickelt, dass ich ein

00:15:54.810 --> 00:15:56.280
<v Georg>Weißweinwinzer bin.

00:15:56.460 --> 00:16:02.220
<v Georg>Also ich mache gerne Rotweine, aber nicht jedes Jahr.

00:16:03.060 --> 00:16:12.780
<v Georg>Wenn es also am Stock hängt, perfekt, dass ich es einfach nur abpflücken muss,
und das entscheide ich dann 2 Wochen vorher, und dann mache ich auch liebend

00:16:12.780 --> 00:16:14.310
<v Georg>gern einen tollen Spätburgunder.

00:16:15.180 --> 00:16:18.090
<v Georg>Und ansonsten halt auch viel Rosé.

00:16:18.660 --> 00:16:28.200
<v Georg>Das heißt also, wir haben da noch ein paar Dornfelder-Rebstöcke und auch
Portugieser bauen wir noch an, das dann aber

00:16:28.200 --> 00:16:34.230
<v Georg>meistens in Rosé dann, zu Rosé gemacht wird oder eben beim Spätburgunder zu
Blanc de Noir.

00:16:34.830 --> 00:16:36.000
<v Tobias>Ja, da war er ja jetzt, der Rosé.

00:16:36.000 --> 00:16:39.000
<v Georg>Das läuft also sehr, sehr gut, das wird sehr gut angenommen.

00:16:39.000 --> 00:16:47.760
<v Tobias>Ja, glaube ich. Finde ich dann auch eine gute Verwendung für Dornfelder und
Portugieser macht man ja jetzt als Rotwein auch nicht mehr so gerne.

00:16:47.760 --> 00:16:57.210
<v Tobias>Aber wenn du jetzt sagst, 10 % macht der Rotwein bei dir derzeit aus, könnte
sich das, sage ich mal, um wieder auf das Stichwort Klimawandel zu kommen, dann

00:16:57.210 --> 00:17:04.680
<v Tobias>in Zukunft vielleicht auch ändern, wenn es wirklich immer wärmer wird, dass du
vielleicht dann auch oder jetzt schon auch die Entwicklung siehst, der Rotwein

00:17:04.680 --> 00:17:12.840
<v Tobias>entwickelt sich eigentlich von Jahr zu Jahr etwas besser, wird reifer usw.,
oder hast du da nicht so eine Angst davor?

00:17:12.840 --> 00:17:12.850
<v Tobias>Kann man ja gar nicht sagen.

00:17:12.850 --> 00:17:21.150
<v Georg>Ich glaube nicht, dass ich dann auf einmal zum Rotweinwinzer werden würde, da
muss ich mir irgendwie, weiß nicht, als Alternative der Sauvignon Blanc, wobei

00:17:21.150 --> 00:17:24.450
<v Georg>der ja auch bei mir dann in Konkurrenz zur Scheurebe steht.

00:17:24.480 --> 00:17:30.660
<v Georg>Ja, ich habe irgendwie bewusst keinen Sauvignon Blanc gepflanzt, weil ich halt
der Scheurebe halt auch die Stange halte.

00:17:31.230 --> 00:17:33.030
<v Michael>Wobei, ist ja ordentlich im Kommen überall, ne?

00:17:33.180 --> 00:17:38.910
<v Georg>Ja, ist echt ordentlich im Kommen und es erfüllt auch manchmal, dann so einen
Weinberg auszutesten.

00:17:39.690 --> 00:17:45.450
<v Georg>Aber ich sehe mich da auch in 10, 15 Jahren immer noch im Weißweinbereich.

00:17:45.990 --> 00:17:53.670
<v Michael>Man kann ja auch im Weinberg dann noch mal arbeiten, um sich klimatischen
Veränderungen so ein bisschen zumindest anzupassen.

00:17:54.060 --> 00:18:03.930
<v Georg>Also es ist ja, Klimawandel heißt ja nicht, dass alles jetzt wärmer ist oder
dass alles konstant sich auf einem Niveau nach oben

00:18:03.930 --> 00:18:11.640
<v Georg>verschiebt. Klimawandel heißt ja auch, dass alles unbeständiger wird, mehr
Risiko.

00:18:14.100 --> 00:18:15.120
<v Georg>Das hat man jetzt bei uns gesehen.

00:18:15.150 --> 00:18:24.990
<v Georg>Wir haben jetzt brutale Frostschäden in den Weinbergen seit April, weil wir
eben so früh, so im frühen März schon

00:18:24.990 --> 00:18:29.730
<v Georg>über 20 Grad hatten und die Weinberge sind dann, waren dann extrem in
Austriebsstimmung.

00:18:31.650 --> 00:18:33.900
<v Georg>Ja, das ist auch so eine Folge vom Klimawandel.

00:18:33.900 --> 00:18:42.150
<v Georg>Eben nicht nur das, dass wir jetzt hier die schönsten roten Trauben ernten
könnten irgendwann, sondern dass wir vom Frost oder generell von

00:18:42.150 --> 00:18:50.460
<v Georg>witterungsbedingten Schäden halt viel, viel größer betroffen sind als wir das
in den letzten Jahren waren.

00:18:50.910 --> 00:18:58.410
<v Georg>Früher hatten wir immer die Maifröste gefürchtet, jetzt fürchten wir uns schon,
wenn es im März mal 3 Tage warm wird, so nach dem Motto, ja.

00:18:58.590 --> 00:19:03.390
<v Georg>Und ja, also Starkregen, Hagel-Ereignisse, das wird alles ein Thema.

00:19:04.110 --> 00:19:06.600
<v Michael>Aber Hagel hattet ihr dieses Jahr nicht?

00:19:06.630 --> 00:19:07.440
<v Georg>Nein, wir hatten keinen.

00:19:07.440 --> 00:19:08.100
<v Michael>Im vergangenen Jahr war, glaube ich, das schwierig, ne?

00:19:08.730 --> 00:19:10.710
<v Georg>Ja, in der Wormser Ecke war es ganz, ganz schlimm.

00:19:11.430 --> 00:19:12.930
<v Georg>Da waren wir verschont geblieben.

00:19:14.250 --> 00:19:16.200
<v Georg>Aber das ist halt so, da müssen wir mit leben.

00:19:16.350 --> 00:19:26.160
<v Georg>Und ich glaube, da macht mir die Rebsortenfrage weniger Angst als die
Witterungseinflüsse, die spontan also, oder generell die

00:19:27.510 --> 00:19:32.100
<v Georg>Auswüchse von Unwettern und Frostgefahr.

00:19:33.480 --> 00:19:41.820
<v Tobias>Jetzt vielleicht noch mal zu etwas, ja, weniger krisengeprägten Themen, nämlich
noch mal zurück.

00:19:41.820 --> 00:19:50.850
<v Tobias>Wir hatten es am Anfang schon mal gesagt, dein Bezug zwischen zwischen Rebsorte
und Bodenbeschaffenheit wird ja immer relativ stark in den Vordergrund gestellt.

00:19:50.850 --> 00:19:59.040
<v Tobias>Damit das jetzt mal unsere Zuhörerinnen und Zuhörer auch so ein bisschen
nachvollziehen können, also du hast ja jetzt beispielsweise Rebanlagen in der

00:19:59.040 --> 00:20:03.750
<v Tobias>Lage Wöllsteiner Äffchen, aber auch im Siefersheimer Goldenen Horn.

00:20:05.490 --> 00:20:14.910
<v Tobias>Was sind da so jetzt vielleicht mal an diesen 2 Lagen als Beispiel, so die
markantesten Unterschiede in Sachen Boden, aber vielleicht halt eben auch

00:20:14.940 --> 00:20:15.780
<v Tobias>Mikroklima?

00:20:16.230 --> 00:20:22.050
<v Georg>Also auf dem Goldenen Horn, da wächst Riesling und auch auf Porphyr.

00:20:22.350 --> 00:20:23.820
<v Georg>Also das ist wirklich Fels.

00:20:23.820 --> 00:20:31.890
<v Georg>Also rundherum sind Steinbrüche und zum Beispiel hier in dem Haus, in dem wir
jetzt sind, das ist auch aus Porphyr gebaut.

00:20:32.100 --> 00:20:34.470
<v Tobias>Okay, das hat mich so an die Bretagne erinnert.

00:20:34.680 --> 00:20:38.580
<v Tobias>Das sieht schon, sieht schon wirklich irgendwie so richtig maritim aus.

00:20:38.580 --> 00:20:39.840
<v Georg>Das ist eigentlich typisch für Rheinhessen.

00:20:39.840 --> 00:20:48.390
<v Georg>Also man kann immer an den Häusern ablesen, welche Boden oder Fels oder
Steinarten in der Gemarkung vorkommen.

00:20:48.540 --> 00:20:53.190
<v Georg>Wenn du jetzt 3 Dörfer weiter fährst, da ist schon wieder Kalkfels und
Kalksteine.

00:20:54.300 --> 00:20:58.890
<v Georg>Also man kann schon an den Häusern ablesen in Rheinhessen, was da die
Bodenbeschaffenheit ist.

00:21:00.420 --> 00:21:06.960
<v Georg>In Siefersheim steht der Riesling, der ist mittlerweile 50 Jahre alt, der
Weinberg, das sind 2 1/2 Hektar.

00:21:07.080 --> 00:21:12.070
<v Georg>Und das ist halt Terroir in Perfektion.

00:21:12.100 --> 00:21:22.090
<v Georg>Ja, der hat auch keinen Trockenstress trotz Felsen, weil die Wurzeln so tief in
diesen Felsen reinragen, dass selbst 2018

00:21:22.090 --> 00:21:31.690
<v Georg>und in 2020, in den trockenen Jahren keinerlei Wasser oder Trockenstress war,
sondern das ist einfach ein

00:21:31.690 --> 00:21:35.320
<v Georg>Weinberg, den ich noch so lange wie möglich behalten möchte.

00:21:35.710 --> 00:21:45.250
<v Georg>Und der liegt halt 60 Meter höher als das Wöllsteiner Äffchen und das ist
Luftlinie vielleicht noch keine 2 Kilometer, aber von der

00:21:45.250 --> 00:21:47.620
<v Georg>Stilistik komplett anders.

00:21:47.830 --> 00:21:49.090
<v Georg>Also das glaubt man gar nicht.

00:21:49.090 --> 00:21:57.520
<v Georg>Das ist manchmal, der fließt, in der Mitte fließt der Appelbach durch das
Appelbachtal und der trennt ebenso die Gesteinsarten voneinander.

00:21:57.550 --> 00:22:01.870
<v Georg>Ja, dann gehst du wieder 500 Meter weiter, da hast du dann Lösslehm.

00:22:02.380 --> 00:22:12.280
<v Georg>In der Mitte liegt dann das Äffchen und da hast du dann Kalkstein, du hast
Kiesadern, du hast Muschelkalk.

00:22:12.610 --> 00:22:22.240
<v Georg>Es ist alles da. Und das ist halt das Spannende als Winzer, sich da
reinzufuchsen und genau zu beobachten, wo wird es am besten?

00:22:22.240 --> 00:22:26.680
<v Georg>Wo kann ich den Lagen-Riesling rausdefinieren?

00:22:27.160 --> 00:22:32.080
<v Georg>Und wo ist zum Beispiel ein bisschen mehr Wasser?

00:22:32.200 --> 00:22:38.050
<v Georg>Da setze ich dann lieber Burgunder hin, weil die Burgunder generell bisschen
mehr Wasser benötigen als der Riesling.

00:22:38.080 --> 00:22:41.830
<v Georg>Der Riesling ist ja so ein Hungerleider, der kommt ja eigentlich mit allen
Situationen zurecht.

00:22:42.460 --> 00:22:51.550
<v Georg>Und das, das ist die Herausforderung, das Schöne am Winzerdasein, das zu
beobachten und dann irgendwann umzusetzen.

00:22:51.760 --> 00:22:55.030
<v Tobias>Das heißt, im Äffchen ist kein Riesling, sondern?

00:22:55.050 --> 00:22:58.240
<v Georg>Doch, im Äffchen ist auch Riesling, aber auch Burgunder.

00:22:58.780 --> 00:23:00.610
<v Georg>Aber es gibt da gewisse Wasseradern.

00:23:00.610 --> 00:23:03.910
<v Georg>Also unten drunter im Tal ist eine Gärtnerei und die hat immer Wasser.

00:23:04.390 --> 00:23:10.870
<v Georg>Also die hat einen Brunnen und irgendwo muss das Wasser ja herkommen und das
zieht sich also wie so eine Ader durch den Berg da durch.

00:23:11.020 --> 00:23:20.740
<v Georg>Und in manchen Parzellen, da neigen die Trauben eher ein bisschen grüner zu
werden, und in anderen Parzellen, da ist

00:23:20.740 --> 00:23:23.120
<v Georg>es perfekt. Also von der Wasserversorgung.

00:23:23.120 --> 00:23:26.030
<v Georg>Und das zu wissen und das rauszufinden, das macht es aus.

00:23:26.030 --> 00:23:28.030
<v Tobias>Das zum Thema reinfuchsen, ne?

00:23:28.690 --> 00:23:30.190
<v Michael>Rheinhessen-fuchsen, sozusagen.

00:23:30.520 --> 00:23:32.830
<v Michael>Ne, aber wie lernt man denn so was?

00:23:32.860 --> 00:23:37.060
<v Michael>Ist das jetzt reine Beobachtungsgabe oder gibt es da, du hast ja eben schon so
ein paar?

00:23:38.290 --> 00:23:45.310
<v Georg>Das lernt man eigentlich von Kind auf. Also wenn du als Kind im Weinberg mit
dabei bist, also hier in Badenheim oder in Wöllstein, und früher wurde mit der

00:23:45.310 --> 00:23:48.160
<v Georg>Hand gepflanzt, und da hast du als Kind schon geholfen.

00:23:48.160 --> 00:23:50.770
<v Georg>Und du wusstest schon genau, das ist ein schwerer Boden, das ist ein leichter
Boden.

00:23:51.250 --> 00:23:54.280
<v Georg>Und das hast du irgendwie schon so mit in der Wiege drin.

00:23:54.430 --> 00:23:57.880
<v Georg>Und dann unterhältst dich mit Älteren.

00:23:58.180 --> 00:23:59.770
<v Georg>Also so altes Wissen kommt dazu.

00:23:59.770 --> 00:24:06.340
<v Georg>Also es ist die eigene Erfahrung und so zieht man dann irgendwie seine Schlüsse
und und handelt danach.

00:24:06.730 --> 00:24:08.230
<v Michael>Weil das ist ja eine Kombination.

00:24:08.230 --> 00:24:16.510
<v Michael>Wenn du jetzt sagst, ich habe einen neuen Weinberg, den muss ich irgendwie neu
bepflanzen, ich muss eine neue Rebsorte finden, das ist ja eine Entscheidung für

00:24:16.510 --> 00:24:17.770
<v Michael>Jahrzehnte eigentlich, ne?

00:24:18.130 --> 00:24:27.700
<v Georg>Ja, also wir haben jetzt in  Wöllsteiner Äffchen hat sich auch Chardonnay sehr
gut etabliert und das funktioniert super da, weil auch der

00:24:27.700 --> 00:24:29.230
<v Georg>Kalkanteil sehr hoch ist.

00:24:29.770 --> 00:24:33.460
<v Georg>Das gibt also sehr schmelzige und füllige Chardonnays.

00:24:34.060 --> 00:24:37.630
<v Georg>Und ja, das ist halt eine Riesenspielwiese hier.

00:24:37.630 --> 00:24:37.840
<v Georg>Ja.

00:24:37.870 --> 00:24:44.170
<v Tobias>Ja, und du versuchst es ja sozusagen auch, über deine Etiketten so ein bisschen
edukativ zu transportieren.

00:24:45.100 --> 00:24:53.830
<v Tobias>Ist aber dann natürlich schon auch immer ein bisschen erklärungsbedürftig, weil
die meisten wahrscheinlich ja erst mal mit dieser Kombination aus Rebsorte und

00:24:53.830 --> 00:24:57.100
<v Tobias>Bodenbeschaffenheit gar nicht so viel anfangen können.

00:24:58.270 --> 00:25:06.010
<v Tobias>Aber dir ist schon wichtig, sage ich mal, einfach auch zu kommunizieren, dass
diese Kombination mit der Bodenbeschaffenheit so ein Markenzeichen auch von dir

00:25:06.010 --> 00:25:06.190
<v Tobias>ist.

00:25:06.520 --> 00:25:14.830
<v Georg>Ja, genau. Also Chardonnay heißt bei uns zum Beispiel vom Kalkmergel und da wird
schon so ein bisschen

00:25:17.290 --> 00:25:24.460
<v Georg>darauf hingewiesen, wie das Gefüge vom Wein dann sein kann.

00:25:24.910 --> 00:25:32.800
<v Georg>Damit weiß nicht jeder was mit anzufangen, aber die das schon mal gehört haben
und die das so bewusst miteinander vergleichen, die, für die ist das schon ein

00:25:32.800 --> 00:25:33.400
<v Georg>Hinweis, ja.

00:25:33.700 --> 00:25:36.160
<v Michael>Dann hilf uns doch mal, wir haben es noch nie gehört.

00:25:36.160 --> 00:25:38.770
<v Michael>Kalkmergel und Chardonnay, wieso klappt das so gut?

00:25:39.040 --> 00:25:45.280
<v Georg>Weil der Chardonnay einfach unheimlich gut mit diesem Kalk zurechtkommt.

00:25:45.580 --> 00:25:48.910
<v Georg>In der Champagne ist es ja auch, da wächst Chardonnay auf Kalkfelsen.

00:25:49.150 --> 00:25:55.060
<v Georg>Und also überall, wo viel Kalk ist, ist auch die Neigung zu Sklerose.

00:25:55.060 --> 00:26:03.280
<v Georg>Das heißt, so einen gewissen Nährstoffmangel im Boden, der dann entsteht, wenn
ein hoher Kalkanteil da ist und der dann fixiert wird.

00:26:03.490 --> 00:26:10.820
<v Georg>Und damit kommt der Chardonnay einfach gut zurecht und der hat einfach einen
gutes, ausgewogenes Wachstum auf dem.

00:26:11.210 --> 00:26:13.400
<v Tobias>Der kommt ja eigentlich nicht so gut damit zurecht.

00:26:13.640 --> 00:26:17.000
<v Tobias>Er wird ja dann doch irgendwie so ein bisschen dadurch gestresst bzw.

00:26:17.000 --> 00:26:20.210
<v Tobias>dazu angehalten, dann möglichst tief zu wurzeln.

00:26:20.300 --> 00:26:21.350
<v Georg>Ja richtig.

00:26:21.350 --> 00:26:25.910
<v Georg>Und wenn diese Schicht mal durchbrochen ist, und dann kommt halt die Fülle da
rein.

00:26:26.720 --> 00:26:27.440
<v Tobias>Ja, ja, genau.

00:26:27.500 --> 00:26:32.540
<v Michael>Ich habe noch eine zweite Kombination, die ich gerne abfragen würde, kenne ich
auch von deinen Flaschenetiketten.

00:26:32.690 --> 00:26:34.670
<v Michael>Muschelkalk und Riesling.

00:26:34.850 --> 00:26:41.720
<v Georg>Ja, das ist also die Besonderheit von den Badenheimer Weinbergen.

00:26:41.870 --> 00:26:42.290
<v Georg>Das ist also...

00:26:43.400 --> 00:26:44.840
<v Michael>Er zeigt in eine Richtung.

00:26:44.930 --> 00:26:53.450
<v Georg>...die Wienberge direkt um unser Heimatdorf Badenheim, das kann man auch immer
ganz gut dem Goldenen Horn gegenüberstellen, das ist also wirklich Muschelkalk.

00:26:53.450 --> 00:26:59.150
<v Georg>Also man kann hier in den Weinbergen auf Muschelsuche gehen aus dem Tertiär,
aus dem Urmeer.

00:26:59.750 --> 00:27:07.520
<v Georg>Man kann Haifischzähne finden, man kann, ja, man kann 30 Millionen Jahre in der
Geschichte zurückreisen.

00:27:07.970 --> 00:27:11.450
<v Georg>Das ist halt das, was den Riesling auf dem Muschelkalk wirklich ausmacht.

00:27:11.750 --> 00:27:19.610
<v Georg>Das bringt die Fülle, die Frucht und dieses geschmeidige Gefühl beim Riesling
mit rein.

00:27:19.700 --> 00:27:29.300
<v Tobias>Ich versuche mir das ja immer so abzuleiten, je karger, je mineralischer der
Boden ist, desto klarer und straffer und

00:27:29.300 --> 00:27:31.370
<v Tobias>mineralischer natürlich sind dann auch die Weine.

00:27:31.520 --> 00:27:39.290
<v Tobias>Sobald ich irgendwie über einen lehmigen Untergrund nachdenke, denke ich
natürlich sofort auch an Fülle und Kraft.

00:27:39.920 --> 00:27:42.860
<v Tobias>Das ist schon so eine Eselsbrücke, die einigermaßen stimmt, oder?

00:27:43.520 --> 00:27:48.920
<v Georg>Ja, also es ist zwar Muschelkalk drin, es ist aber auch viel Tonmergel mit
dabei.

00:27:49.250 --> 00:27:49.700
<v Georg>Also es ist ein Mischmasch.

00:27:49.700 --> 00:27:52.280
<v Tobias>Ja, weil du hast ja Fülle gesagt, deswegen frage ich so nach.

00:27:52.670 --> 00:27:56.270
<v Georg>Genau, das kommt eben auch durch den Tonmergel und durch den Muschelkalk.

00:27:56.270 --> 00:28:05.710
<v Georg>Das ist so eine Kombi. Und das, ich vergleiche auch immer viel Riesling
miteinander, und so in der Form kenne ich es eigentlich nicht, weil das

00:28:05.710 --> 00:28:15.040
<v Georg>so klar und so, es ist schon klar, also die Richtung ist ganz klar, welche
Richtung der einschlägt.

00:28:15.040 --> 00:28:17.500
<v Georg>Also sehr fruchtbetont, sehr füllig.

00:28:17.860 --> 00:28:21.660
<v Georg>Und das kommt eben auch durch den schweren Untergrund, aber auch durch den
Muschelkalk.

00:28:23.710 --> 00:28:30.430
<v Tobias>Jetzt versuchen wir mal vielleicht dem Anbaugebiet Rheinhessen, um das es ja
heute geht, mal so ein bisschen untreu zu werden.

00:28:30.790 --> 00:28:35.830
<v Tobias>Gibt es ein deutsches Anbaugebiet, wo du sagst, das würde mich auch reizen, da
Wein zu machen?

00:28:36.490 --> 00:28:40.090
<v Tobias>Oh, darf man das überhaupt beantworten als rheinhessischer Winzer?

00:28:40.090 --> 00:28:42.340
<v Georg>Also reizen würde es mich schon an der Mosel, Ja.

00:28:42.490 --> 00:28:45.500
<v Tobias>Ah ja.

00:28:45.500 --> 00:28:47.110
<v Tobias>Da ist der Boden auch ein Riesenthema.

00:28:47.110 --> 00:28:50.290
<v Georg>Aber ich glaube, nur so als Praktikum.

00:28:50.980 --> 00:28:52.840
<v Tobias>Vielleicht beim Weingut Loosen oder so was.

00:28:52.840 --> 00:28:54.280
<v Tobias>Da waren wir doch jetzt kürzlich.

00:28:54.700 --> 00:28:55.810
<v Georg>Ja, das ist schon spannend, ja.

00:28:55.810 --> 00:28:58.840
<v Michael>Okay, aber dann kehren wir doch mal nach Hause zurück.

00:28:59.050 --> 00:29:03.580
<v Michael>Badenheim, 36 Hektar, hast du gesagt, hat das Weingut.

00:29:03.580 --> 00:29:06.880
<v Michael>Wie lange gibt es das Weingut Fogt jetzt?

00:29:06.910 --> 00:29:13.390
<v Georg>Also, wir haben gerade, vor 3 Wochen haben wir so ein bisschen Ahnenforschung
auch wieder betrieben, wie was wo zusammenhängt.

00:29:14.080 --> 00:29:21.490
<v Georg>Es gibt also hier die kirchlichen Personenstandsregister, die bis ins 18.

00:29:21.490 --> 00:29:22.780
<v Georg>Jahrhundert zurückreichen.

00:29:23.170 --> 00:29:30.820
<v Georg>Und da haben wir also genau, kann man also genau erkennen, seit wann die Fogts
in Badenheim sind.

00:29:31.150 --> 00:29:37.510
<v Georg>Und das hat angefangen 1788, da war der erste Fogt in Badenheim.

00:29:37.510 --> 00:29:41.370
<v Georg>Ja, und seitdem gibt es schon die Familie Fogt.

00:29:41.370 --> 00:29:42.640
<v Georg>Also ich bin jetzt die 7.

00:29:42.640 --> 00:29:49.540
<v Georg>Generation, die hier Landwirtschaft und Weinbau betreibt und ja, mein Sohn, der
ist jetzt die 8.

00:29:49.540 --> 00:29:52.420
<v Georg>und ich hoffe, dass er da auch Spaß dran findet, ja.

00:29:52.480 --> 00:29:53.080
<v Tobias>Wie alt ist er?

00:29:53.320 --> 00:29:53.770
<v Georg>8.

00:29:54.430 --> 00:29:55.840
<v Tobias>Okay, es ist noch ein bisschen früh.

00:29:55.990 --> 00:29:57.130
<v Georg>Aber er ist schon sehr affin.

00:29:57.400 --> 00:30:02.530
<v Georg>Er beobachtet gerne und ich denke, das könnte klappen.

00:30:02.830 --> 00:30:07.900
<v Tobias>Und euer Familienname hat sich schon immer mit F geschrieben oder war auch mal
ein V im Spiel?

00:30:07.900 --> 00:30:12.100
<v Georg>Das da war mal ein V im Spiel und das haben wir da also auch erkennen können.

00:30:12.100 --> 00:30:19.420
<v Georg>Und zwar war Rheinhessen ja französisch besetzt von, also 1800.

00:30:19.420 --> 00:30:28.840
<v Georg>Ich habe jetzt 1700 bis 1814 oder 15, und da kann man also erkennen in diesen
Personenstandsregistern, dass

00:30:28.840 --> 00:30:37.360
<v Georg>1804 Vogt noch mit V geschrieben wurde, weil da alle Geburten festgehalten
sind.

00:30:38.290 --> 00:30:43.180
<v Georg>Und dann, die nächste Geburt in der Familie wurde dann mit V geschrieben.

00:30:43.600 --> 00:30:53.500
<v Georg>Also innerhalb von 3 Jahren wurde das umgewidmet und man vermutet, dass
irgendwie ein Schreiber, ein französischer Schreiber das einfach mit

00:30:53.500 --> 00:31:00.070
<v Georg>F fälschlicherweise übertragen hat und somit Fogt mit F geschrieben wurde.

00:31:00.190 --> 00:31:04.570
<v Michael>Das V im Französischen wäre ja auch eher so ein W.

00:31:05.500 --> 00:31:14.830
<v Georg>Ja, und also da, da war es dann besiegelt, dass wir Fogt mit F schreiben und das
ist für mich ist es super, weil das kann sich jeder merken.

00:31:14.830 --> 00:31:16.930
<v Georg>Fogt mit F. Das ist irgendwie so.

00:31:16.930 --> 00:31:18.730
<v Tobias>Mit Vogel-F.

00:31:19.270 --> 00:31:20.290
<v Georg>Mit Vogel-F, ja genau.

00:31:22.120 --> 00:31:30.730
<v Tobias>Ja, ich gucke jetzt auch auf dein Poloshirt, da sehe ich auch Fogt und sehe vor
allem auch, sage ich mal, eine Gestaltung, die direkten Bezug auch auf eure

00:31:30.730 --> 00:31:34.150
<v Tobias>Etiketten nimmt, die ich ganz toll finde.

00:31:34.150 --> 00:31:36.940
<v Tobias>Das sieht so ein bisschen mit diesen Ranken usw.

00:31:36.940 --> 00:31:38.980
<v Tobias>So ein bisschen jugendstilig aus.

00:31:40.150 --> 00:31:41.870
<v Tobias>Das ist ja auch noch nicht immer so.

00:31:41.870 --> 00:31:43.330
<v Tobias>Wie kam es zu der Idee?

00:31:43.690 --> 00:31:46.300
<v Georg>Also es ist eigentlich eine ganz lustige Geschichte.

00:31:47.260 --> 00:31:56.680
<v Georg>Es gibt schon seit den 90ern das Logo, und zwar waren meine Eltern damals nach
der Wende direkt mal nach Berlin gefahren

00:31:57.340 --> 00:32:07.200
<v Georg>und wollten sich das mal angucken und wollten auch Weingeschäft natürlich
machen und sich einen Kundenkreis natürlich wieder aufbauen und waren auf

00:32:07.200 --> 00:32:11.730
<v Georg>dem Rückweg dann durch Leipzig gefahren und kamen in die Specks Höfe.

00:32:11.730 --> 00:32:20.550
<v Georg>Und die sind ja geprägt von Jugendstil und da war eine Weinhandlung und da
haben die sich überlegt, na ja, wenn die Weinhandlung ja hier im

00:32:20.550 --> 00:32:27.150
<v Georg>Jugendstil-Bezirk ist, dann könnte der ja ein Jugendstiletikett und Wein
gebrauchen.

00:32:28.860 --> 00:32:38.430
<v Georg>Kam also zurück und meine Schwester, die also auch Kunst auf Lehramt studiert
hat, die war also sehr

00:32:38.700 --> 00:32:47.970
<v Georg>kreativ und hat dann aus den so kleinen Exlibris, Büchereinlagen oder
Geschenken hat die dann

00:32:47.970 --> 00:32:54.150
<v Georg>quasi sich als Inspiration genommen, diese Ranken-Ornamentik zu zeichnen.

00:32:54.840 --> 00:32:58.590
<v Georg>Und das Ganze hat dann anderthalb Jahre gedauert, bis es dann umgesetzt war.

00:32:58.620 --> 00:33:07.050
<v Georg>Es mussten dann, also sie hat alles in Schriften, in eine neue Schrift dann
dafür quasi kreiert, also alles händisch.

00:33:07.470 --> 00:33:09.030
<v Georg>Es war auch nicht einfach zu drucken.

00:33:09.990 --> 00:33:15.600
<v Georg>Und dann kamen meine Eltern voller Stolz nach Leipzig und die Weinhandlung war
pleite.

00:33:16.440 --> 00:33:17.070
<v Tobias>Oh nein!

00:33:19.350 --> 00:33:20.040
<v Michael>Aber das Etikett?

00:33:20.040 --> 00:33:21.420
<v Georg>Aber das Etikett war geboren.

00:33:21.660 --> 00:33:22.890
<v Georg>Das war der Grundstein.

00:33:23.280 --> 00:33:32.700
<v Georg>Und das haben wir dann über die Jahre natürlich noch verfeinert und immer
weiter den Fokus auf die Ornamentik und das Fogt gelegt.

00:33:33.150 --> 00:33:34.860
<v Georg>Und so war das dann geboren.

00:33:35.280 --> 00:33:37.440
<v Michael>Ja, ich meine, man erkennt es sofort wieder.

00:33:37.560 --> 00:33:41.160
<v Michael>Das hat wirklich eine tolle Funktion an der Stelle.

00:33:41.400 --> 00:33:47.490
<v Tobias>Gerade bei so einem großen Anbaugebiet mit so vielen Winzern, glaube ich,
wichtig, so ein gewisses Alleinstellungsmerkmal zu haben.

00:33:47.490 --> 00:33:57.420
<v Georg>Ja. Und dann irgendwann vor 6 Jahren kam dann einer, ein Weinhändler, der auch
sofort an dem Etikett hängengeblieben ist, im Vorbeigehen, und sagt: „Das

00:33:57.420 --> 00:34:04.200
<v Georg>ist aber schön". Ja, wir kamen so ins Gespräch und dann war das der Nachfolger
von der Weinhandlung in Leipzig.

00:34:04.230 --> 00:34:04.740
<v Tobias>Nein!

00:34:05.010 --> 00:34:07.230
<v Georg>Und dann war der Kreis endlich geschlossen, ja.

00:34:07.920 --> 00:34:09.840
<v Michael>Ja, funktioniert also doch.

00:34:10.290 --> 00:34:13.170
<v Michael>Okay, das war jetzt die schöne Seite von dem Etikett.

00:34:13.800 --> 00:34:19.050
<v Michael>Jetzt muss man ja neuerdings in Zukunft noch mehr hinten ganz bestimmte Dinge
draufschreiben.

00:34:20.730 --> 00:34:21.480
<v Tobias>Oder ein QR-Code.

00:34:21.480 --> 00:34:23.130
<v Michael>Oder QR-Code.

00:34:23.490 --> 00:34:25.140
<v Michael>Bereitet dir das viel Mühe?

00:34:25.140 --> 00:34:27.270
<v Michael>Bereitet das dem Weingut viel Arbeit?

00:34:27.390 --> 00:34:28.800
<v Michael>Wie kommst du da voran?

00:34:29.830 --> 00:34:32.050
<v Georg>Hm, also ich sehe da keinen.

00:34:32.920 --> 00:34:34.090
<v Georg>Also das ist ja Routine.

00:34:34.090 --> 00:34:43.090
<v Georg>Wenn man das ein paarmal gemacht hat und man hat ja alle, es beruht ja auf
Zucker, Alkohol und so, alles

00:34:43.720 --> 00:34:47.650
<v Georg>Nährstoffe und das, das ist ja.

00:34:47.860 --> 00:34:49.270
<v Georg>Also ich analysiere.

00:34:49.270 --> 00:34:51.280
<v Georg>Natürlich muss ein Wein auch analysiert werden.

00:34:51.280 --> 00:34:59.470
<v Georg>Das mache ich dann eigentlich direkt im Dezember schon so, damit ich halt auch
weiß, wo ich stehe mit Restzucker, Säure und allem.

00:34:59.680 --> 00:35:09.460
<v Georg>Und dann habe ich alle Daten und dann, genauso wie ich das dann später im Tank
so zusammen kreiere, wird es dann auch auf dem Papier

00:35:09.460 --> 00:35:12.580
<v Georg>gemacht und dann habe ich meine Daten und dann werden die einfach eingepflegt.

00:35:12.880 --> 00:35:20.470
<v Tobias>Ja, ich glaube aber, manche Winzer haben ja auch so ein bisschen Sorge, dass
dann Konsumenten auch sehen, dass teilweise halt doch auch noch ein bisschen

00:35:20.470 --> 00:35:22.660
<v Tobias>mehr als nur Trauben drin sind.

00:35:22.870 --> 00:35:30.070
<v Tobias>Also für den Winzer ist das ja relativ normal davon zu sprechen, dass ein Wein
auch mal korrigiert wird, sagt man.

00:35:30.190 --> 00:35:34.840
<v Tobias>Also in Sachen Säure, aber auch in Sachen Süße oder Zucker ein bisschen
angepasst wird.

00:35:35.230 --> 00:35:39.850
<v Tobias>Aber mit so was gehst du offen um, hast da keine Probleme mit?

00:35:39.880 --> 00:35:43.330
<v Georg>Ne, gar keine. Weil ich, also ich habe nur Trauben.

00:35:43.630 --> 00:35:52.540
<v Georg>Manchmal muss halt ein bisschen chaptalisieren, also ein bisschen den Alkohol
erhöhen, um einfach die Harmonie vom Wein, also man muss jetzt

00:35:53.050 --> 00:36:01.390
<v Georg>dazusagen, Zucker wird ja nicht zugesetzt, damit der Wein süßer schmeckt,
sondern damit der Alkohol eben im Verhältnis auch zur Säure und auch zum ganzen

00:36:01.390 --> 00:36:02.440
<v Georg>Körper vom Wein steht.

00:36:02.440 --> 00:36:05.290
<v Tobias>Weil Zucker ja in Alkohol umgewandelt wird bei der Gärung.

00:36:05.500 --> 00:36:09.250
<v Georg>Die Franzosen, die nennen das so Elegant Chaptalisation.

00:36:09.250 --> 00:36:11.050
<v Georg>Da klingt das alles ganz, ganz toll.

00:36:11.080 --> 00:36:13.930
<v Georg>Ja, und bei uns heißt es halt anreichern.

00:36:14.020 --> 00:36:16.270
<v Georg>Ja, und die haben das schöner verpackt.

00:36:17.500 --> 00:36:18.790
<v Michael>Die verschneiden ja auch.

00:36:18.820 --> 00:36:20.080
<v Georg>Ja, ja, genau.

00:36:20.380 --> 00:36:22.540
<v Georg>Und das ist keine Assemblage.

00:36:22.540 --> 00:36:25.160
<v Georg>Das sind dann auch schon wieder viel besser an.

00:36:25.160 --> 00:36:30.490
<v Georg>Und ja, und dann setzen wir nur Schwefel zu.

00:36:30.490 --> 00:36:32.050
<v Georg>Also ohne Schwefel geht es nicht.

00:36:32.050 --> 00:36:37.540
<v Georg>Aber wenn du ein Ei isst, dann nimmst du mehr Schwefel zu dir, als wenn du eine
Flasche Wein trinkst.

00:36:37.870 --> 00:36:40.390
<v Tobias>Mal von Trockenfrüchten ganz abgesehen oder so was, ne?

00:36:41.050 --> 00:36:48.460
<v Georg>Ja. Und ansonsten im Most wieder, Most sedimentiert, geht in die Gärung oder
vergärt spontan.

00:36:49.540 --> 00:36:57.970
<v Georg>Und wir nutzen keine Stoffe zur Klärung oder um irgendwelche
Sedimentationsvorgänge zu beschleunigen.

00:36:58.360 --> 00:37:02.500
<v Georg>Das war's. Ja, also ich habe da überhaupt keine.

00:37:02.500 --> 00:37:02.510
<v Michael>Reine Weste.

00:37:02.530 --> 00:37:05.290
<v Tobias>Genau. Wenn man ein reines Gewissen hat, dann ist das auch kein Thema.

00:37:05.290 --> 00:37:10.150
<v Georg>Deswegen sind die Weine auch vegan, weil ja keine tierischen Zusatzstoffe oder
irgendwas dabei ist.

00:37:10.840 --> 00:37:15.250
<v Michael>Fragen denn deine Kundinnen und Kunden öfter danach?

00:37:15.430 --> 00:37:17.770
<v Michael>Ist der Bio, ist der vegan?

00:37:17.770 --> 00:37:19.570
<v Michael>Hat der Schwefel oder so?

00:37:19.570 --> 00:37:23.470
<v Michael>Was ja in den vergangenen Jahren viel diskutiert wurde.

00:37:23.470 --> 00:37:29.740
<v Michael>Aber ich habe immer das Gefühl, da wurde auch eine Welle drum gemacht, die es
eigentlich gar nicht so richtig im größeren Maßstab gab.

00:37:30.220 --> 00:37:33.160
<v Georg>Ne, also es ist kein Thema bei uns.

00:37:33.310 --> 00:37:41.950
<v Georg>Also ich müsste jetzt lügen und ich müsst mir was aus den Fingern ziehen, wenn
ich sage, damit hätte ich jetzt tagtäglich zu tun mit der Thematik, aber nein.

00:37:42.220 --> 00:37:46.390
<v Tobias>Und verlangen Leute nach alkoholfreien oder alkoholreduzierten Weinen?

00:37:46.390 --> 00:37:48.610
<v Tobias>Ist das ein Thema, wo du schon mal drüber nachgedacht hast?

00:37:49.180 --> 00:37:54.310
<v Georg>Ja, also wir haben einen alkoholfreien Riesling...

00:37:54.610 --> 00:37:54.970
<v Tobias>Ah ja.

00:37:55.690 --> 00:38:05.120
<v Georg>...im Sortiment. Das läuft beständig, aber jetzt nicht so, dass ich sagen kann
jetzt, da wäre jetzt ein Riesenzuwachs jedes Jahr oder so.

00:38:05.120 --> 00:38:07.740
<v Georg>Aber wir, wir bewerben das ja auch nicht.

00:38:07.890 --> 00:38:11.130
<v Georg>Das ist halt so, es läuft halt mit.

00:38:11.490 --> 00:38:15.420
<v Georg>Wir machen da jetzt keinen großen Hype drum.

00:38:16.440 --> 00:38:19.020
<v Tobias>Jetzt sind wir ja noch mal so ein bisschen an deinem Sortiment dran.

00:38:19.380 --> 00:38:27.990
<v Tobias>Was wir immer gerne fragen, was ist denn so ein Wein von dir aus dem Sortiment,
den du jemandem anbieten würdest, der dein Weingut kennenlernen soll?

00:38:28.140 --> 00:38:31.500
<v Tobias>Also, was ist so ein Einstieg, so eine Visitenkarte?

00:38:33.780 --> 00:38:37.680
<v Georg>Kannst du eigentlich sagen, der Siefersheimer Riesling.

00:38:38.070 --> 00:38:46.120
<v Georg>Das ist immer so ein Wow-Effekt, wo jeder gleich sagt, oh ja, also das, das hat
Handschrift, das hat Charakter, das ist

00:38:46.120 --> 00:38:49.740
<v Georg>einzigartig.

00:38:49.740 --> 00:38:51.420
<v Tobias>Jetzt musst du aber auch eine Scheurebe nennen, oder?

00:38:51.450 --> 00:38:52.200
<v Michael>Ja, natürlich.

00:38:52.350 --> 00:38:53.940
<v Georg>Natürlich, ja, gerne.

00:38:53.940 --> 00:38:59.340
<v Georg>Also, Scheurebe ist ja, wie eingangs erwähnt, schon ein Steckenpferd für uns.

00:38:59.640 --> 00:39:09.270
<v Georg>Und wenn ich irgendwo auf eine Präsentation gehe von anderen Winzern oder auf
größere Verkostungen, dann halte ich immer

00:39:09.270 --> 00:39:11.550
<v Georg>Ausschau nach trockener Scheurebe.

00:39:11.550 --> 00:39:15.690
<v Georg>Das interessiert mich einfach, weil das so, weil mich das so fasziniert, auch
die Rebsorte.

00:39:15.690 --> 00:39:25.620
<v Georg>Ja, und ich würde jedem, der bei mir aus Weingut kommt, auch wenn er manchmal
Vorurteile hat, sage ich, den musst

00:39:25.620 --> 00:39:31.530
<v Georg>du jetzt aber probieren, und danach sind die total vorurteilsfrei gegenüber der
Scheurebe.

00:39:32.700 --> 00:39:33.840
<v Tobias>Und wie heißt der Wein?

00:39:33.840 --> 00:39:35.100
<v Tobias>Ist das dann einfach nur Scheurebe bei dir?

00:39:35.100 --> 00:39:43.200
<v Georg>Der heißt bei mir Steinmeer, weil auch wegen dem Urmeer, in dem Badenheim mal
lag.

00:39:43.530 --> 00:39:53.280
<v Georg>Und das sind halt also alles Parzellen, die einen hohen Steinanteil hat, wo die
Mineralik auch noch ein bisschen mit rein

00:39:53.280 --> 00:40:00.450
<v Georg>spielt. Ja, das macht einfach Lust auf mehr, Steinmeer.

00:40:00.630 --> 00:40:01.980
<v Tobias>Steinmeer, auf Urzeitmeer.

00:40:01.980 --> 00:40:03.270
<v Georg>Am Meer sitzen und Scheurebe trinken, zum Beispiel.

00:40:03.990 --> 00:40:06.720
<v Tobias>Das ist so ein Wortspiel, das hätte jetzt von Michael sein können.

00:40:06.720 --> 00:40:08.430
<v Michael>Ja, hab den Einsatz verpasst, tut mir leid.

00:40:09.030 --> 00:40:10.200
<v Tobias>Aber hört sich super an!

00:40:10.200 --> 00:40:12.720
<v Michael>Aber noch mal zum Weintrinken.

00:40:12.870 --> 00:40:16.830
<v Michael>Weintrinken ist ja auch immer so eine kleine Bildungsreise im Glas.

00:40:16.830 --> 00:40:19.620
<v Michael>Was für Weine trinkst du persönlich zu Hause?

00:40:20.920 --> 00:40:23.950
<v Georg>Querbeet, also immer nach Tagesform.

00:40:24.430 --> 00:40:26.080
<v Tobias>Viel Scheurebe auf jeden Fall, so viel steht fest.

00:40:26.080 --> 00:40:35.550
<v Georg>Viel Scheurebe und ja, also man tauscht ständig mit anderen Winzern, man

00:40:36.780 --> 00:40:39.180
<v Georg>fährt irgendwo hin, nimmt was mit, also.

00:40:41.820 --> 00:40:48.380
<v Tobias>Aber da du jetzt so ein Weißwein-Weingut bist, was kommt denn dann vor allem
auch an Rotwein bei dir ins Glas?

00:40:48.380 --> 00:40:49.440
<v Tobias>Also, wenn überhaupt.

00:40:51.290 --> 00:40:53.270
<v Georg>Spätburgunder auf jeden Fall.

00:40:53.510 --> 00:40:59.240
<v Georg>St. Laurent. Das klappt nicht jedes Jahr, aber wenn es klappt, dann klappt es
richtig gut.

00:40:59.270 --> 00:41:01.490
<v Georg>Ja, weil St.

00:41:01.490 --> 00:41:02.840
<v Georg>Laurent ist so eine kleine Diva.

00:41:03.440 --> 00:41:13.430
<v Georg>Die flippt im einen Jahr total aus mit hohen Erträgen und im anderen Jahr
hängen dann wieder, hat sich ausgepowert und dann hängt sie,

00:41:13.430 --> 00:41:16.820
<v Georg>so ein bisschen Katerstimmung.

00:41:16.820 --> 00:41:20.210
<v Georg>Und dann ist sie aber auch ganz zahm und dann kann man auch Top-Rotweine
daraus machen.

00:41:20.240 --> 00:41:21.560
<v Tobias>Also noch schlimmer als Pinot Noir?

00:41:21.590 --> 00:41:23.300
<v Tobias>Da sagt man doch auch schon immer das ist eine Diva.

00:41:23.330 --> 00:41:26.630
<v Georg>Ja, also das ist schon extrem bei St.

00:41:26.660 --> 00:41:27.050
<v Georg>Laurent, ja.

00:41:27.200 --> 00:41:29.930
<v Tobias>Aber du bleibst dann sozusagen in Deutschland?

00:41:29.930 --> 00:41:35.900
<v Tobias>Oder gibt es, sage ich mal, auch Weine von irgendwo anders, wo du sagst, das
brauche ich manchmal auch?

00:41:36.740 --> 00:41:38.450
<v Georg>Ja, ich brauche auch manchmal.

00:41:40.550 --> 00:41:43.400
<v Georg>Ja, also schon Deutschland-affin, ja.

00:41:46.340 --> 00:41:49.640
<v Georg>Jetzt muss ich überlegen. Also manchmal, ich habe einen guten Kumpel, der kommt
in Frankreich immer rum und der bringt mir dann immer.

00:41:49.640 --> 00:41:51.050
<v Tobias>Ist ja auch nichts Schlimmes zu sagen, ich trinke nur deutschen Wein.

00:41:51.050 --> 00:42:00.710
<v Georg>Und dem sage schon immer, also wenn du einen Spätburgunder hast, wo du sagst,
das ist jetzt mein Nonplusultra oder das schmeckt dir gut, dann bring es einfach

00:42:00.710 --> 00:42:03.980
<v Georg>mit. Und so flattert dann immer mal wieder was ins Haus.

00:42:03.980 --> 00:42:05.690
<v Georg>Also schon eher Frankreich-orientiert.

00:42:06.290 --> 00:42:07.250
<v Tobias>Ja, hört sich auch fast nach mehr an.

00:42:07.250 --> 00:42:10.880
<v Michael>In dem Haus würde ich auch gerne wohnen, wo immer mal wieder Spätburgunder
reinflattert.

00:42:11.450 --> 00:42:13.070
<v Tobias>Reinflattert, ja, allerdings, ja.

00:42:13.940 --> 00:42:22.760
<v Tobias>Jetzt gibt es noch so eine andere Kategorie, die wir eigentlich nie auslassen
dürfen im Podcast, wenn wir mit einem Gast zusammensitzen, und das ist schon

00:42:22.760 --> 00:42:24.620
<v Tobias>sehr nah an dem Thema, wo wir gerade waren.

00:42:24.620 --> 00:42:27.860
<v Tobias>Wir wollen immer den Einsame-Insel-Wein wissen.

00:42:28.880 --> 00:42:31.220
<v Tobias>Und da gibt es auch gewisse Rahmenbedingungen.

00:42:31.220 --> 00:42:39.530
<v Tobias>Du bist zwar auf dieser einsamen Insel, das ist natürlich irgendwie doof, aber
die ist komplett unterkellert, also klimatisch perfekt.

00:42:40.490 --> 00:42:48.050
<v Tobias>Aber es ist tatsächlich, und es sind auch unbegrenzt viele Flaschen in diesem
Keller, aber tatsächlich nur ein einziger Wein aus einem einzigen Jahrgang.

00:42:49.700 --> 00:42:50.870
<v Tobias>Welcher müsste es sein?

00:42:53.510 --> 00:42:55.160
<v Georg>2012 Weißburgunder.

00:42:55.940 --> 00:42:58.430
<v Tobias>Okay. Von dir, oder?

00:42:58.430 --> 00:42:58.910
<v Georg>Von mir, ja.

00:42:58.910 --> 00:43:00.890
<v Tobias>Ja, okay. Das ist ja immerhin selbstbewusst.

00:43:00.890 --> 00:43:03.440
<v Tobias>Und der ist, den kann man jetzt auch noch gut trinken?

00:43:04.070 --> 00:43:07.760
<v Georg>Den kannst du noch gut trinken. Ich habe aber nicht mehr viel davon, ich habe
vielleicht noch 6Flaschen.

00:43:08.060 --> 00:43:11.180
<v Tobias>Wie gesagt, das wäre ja auf der einsamen Insel kein Problem.

00:43:11.180 --> 00:43:12.380
<v Tobias>Deswegen, das macht ja Sinn.

00:43:12.650 --> 00:43:15.830
<v Georg>Der wird also gehütet wie ein Schatz.

00:43:15.860 --> 00:43:20.330
<v Tobias>Okay. Wow, nur noch 6 Flaschen, dann können wir danach jetzt nicht fragen.

00:43:20.330 --> 00:43:23.200
<v Michael>Das ist eine Insel.

00:43:23.200 --> 00:43:27.470
<v Michael>Ich möchte mal ein anderes Pairing jetzt abfragen.

00:43:27.470 --> 00:43:30.260
<v Michael>Welchen Stellenwert hat bei euch Musik im Haus?

00:43:30.260 --> 00:43:39.140
<v Michael>Also gibt es irgendeine Musik, wo du sagst, die passt perfekt zu meiner
Scheurebe oder zu welchem Wein auch immer von dir?

00:43:39.950 --> 00:43:43.520
<v Michael>Fällt dir da was ein, wo du sagst, das ist wirklich, kann ich nur empfehlen?

00:43:44.510 --> 00:43:52.340
<v Georg>Ja, also ich höre unheimlich gern Journey und das ist so, der hat so eine klare
Stimme, so präsent.

00:43:52.340 --> 00:44:00.170
<v Georg>Und das ist bei uns manchmal auch immer das Urlaubslied, wenn wir dann in
Urlaub fahren und dann hat das irgendwie so eine schöne Stimmung und das stelle

00:44:00.170 --> 00:44:08.870
<v Georg>ich mir auch gut vor, wenn du irgendwo da im Urlaub bist und hast eine Flasche
Scheurebe oder Muschelkalk oder Grauburgunder samt Muschel dabei, das passt da

00:44:08.870 --> 00:44:09.980
<v Georg>richtig gut dazu, ja.

00:44:10.460 --> 00:44:11.390
<v Tobias>Sehr gut, sehr gut.

00:44:12.110 --> 00:44:13.250
<v Michael>Singen muss er jetzt nicht, ne?

00:44:13.940 --> 00:44:16.340
<v Tobias>Ne, das kriegen wir dann vielleicht irgendwie noch nachträglich.

00:44:16.340 --> 00:44:18.590
<v Tobias>Wobei, da muss man ja dann auch immer ein bisschen aufpassen.

00:44:18.620 --> 00:44:20.330
<v Tobias>Ne, finde ich jetzt auch eine gute Antwort.

00:44:21.170 --> 00:44:27.620
<v Tobias>Hätte ich jetzt so spontan nicht auf dem Schirm gehabt, aber das muss ich auf
jeden Fall mal ausprobieren, unsere Zuhörerinnen und Zuhörer am besten auch,

00:44:27.800 --> 00:44:31.670
<v Tobias>irgendwie eine Flasche Fogt aus Rheinhessen und dazu ein bisschen Journey
hören.

00:44:32.030 --> 00:44:32.420
<v Tobias>Cool.

00:44:32.690 --> 00:44:35.270
<v Michael>Ja, Georg, dann haben wir den Inselwein abgehandelt.

00:44:35.600 --> 00:44:38.570
<v Michael>Wir wissen, was du zu Hause trinkst und welche Musik du hörst.

00:44:39.170 --> 00:44:42.500
<v Michael>Ich glaube, damit haben wir schon mal die wichtigsten Sachen für heute geklärt.

00:44:42.500 --> 00:44:43.310
<v Georg>Das stimmt.

00:44:43.310 --> 00:44:44.690
<v Tobias>Auf jeden Fall für den ersten Besuch.

00:44:45.290 --> 00:44:51.200
<v Michael>Ich sage an dieser Stelle, ich freue mich ungeheuer, wenn es das nächste Mal
wieder heißt.

00:44:52.430 --> 00:44:53.210
<v Georg>Bei Anruf.

00:44:53.780 --> 00:44:54.170
<v Tobias>Wein.