WEBVTT

00:00:02.300 --> 00:00:07.280
<v Michael>Bei Anruf Wein. Der Weinfreunde Podcast.

00:00:09.650 --> 00:00:12.680
<v Tobias>Ich grüße euch, liebe Weinfreunde. Mein Name ist Tobias.

00:00:12.710 --> 00:00:19.280
<v Tobias>Willkommen Bei Anruf Wein. Der Boden ist im wahrsten Sinne des Wortes die
Grundlage jedes Weins.

00:00:19.820 --> 00:00:26.360
<v Tobias>Michael und ich sprechen heute über verschiedene Bodentypen,
deren Bedeutung für die Reben und ihren Einfluss auf den fertigen Wein.

00:00:26.930 --> 00:00:33.290
<v Tobias>Dabei widmen wir uns auch einem besorgniserregenden Aspekt,
denn wie ich selbst auf dem World Living Souls-Forum erfahren musste,

00:00:33.290 --> 00:00:36.500
<v Tobias>steht es gar nicht gut um die Böden auf unserer Erde.

00:00:36.980 --> 00:00:40.850
<v Tobias>Bevor es mit dieser spannenden Folge aber losgeht,
an dieser Stelle noch der Hinweis,

00:00:40.850 --> 00:00:47.030
<v Tobias>dass Michael und ich jetzt vor dem Mikrofon auch Weine verkosten,
und zwar im neuen Format „Hörgenuss",

00:00:47.060 --> 00:00:49.910
<v Tobias>exklusiv zu hören bei Weinfreunde plus .

00:00:49.910 --> 00:00:55.970
<v Tobias>Ein Kundenkonto bei weinfreunde.de reicht dafür aus und schon geht es los mit
den Weinempfehlungen von uns beiden.

00:00:56.510 --> 00:00:59.870
<v Tobias>Also bleibt mal dran. Ich ruf den mal an!

00:01:04.510 --> 00:01:07.360
<v Michael>Einen schönen guten Tag wünsche ich dir,
Tobias.

00:01:07.390 --> 00:01:08.020
<v Tobias>Ja, dir auch natürlich.

00:01:08.200 --> 00:01:12.970
<v Michael>Willkommen zu unserer 101. Podcastfolge,
also zum 101.

00:01:12.970 --> 00:01:20.230
<v Michael>Mal, begrüße ich dich heute. Jetzt, nachdem die Zuhörerinnen und Zuhörer deine
vollmundige Anmoderation überwunden haben,

00:01:20.260 --> 00:01:20.620
<v Michael>also...

00:01:21.520 --> 00:01:21.730
<v Tobias>Moment mal.

00:01:21.520 --> 00:01:28.540
<v Michael>Nein, nein, nein, nein. Umso mehr möchte ich jetzt vorausschicken:
Ich freue mich total auf heute und habe mich schon die ganze Zeit gefreut.

00:01:28.570 --> 00:01:33.202
<v Michael>Und bist du bereit für tiefgründige Gespräche ?

00:01:33.202 --> 00:01:37.870
<v Michael>Oder willst du wirklich mit mir jetzt zusammen dieser Sache auf den Grund gehen?

00:01:37.870 --> 00:01:38.350
<v Michael>Oder...

00:01:38.440 --> 00:01:38.950
<v Tobias>Joa.

00:01:39.310 --> 00:01:43.900
<v Michael>...ist das Thema heute nicht eigentlich eine bodenlose Unverschämtheit?

00:01:44.020 --> 00:01:47.500
<v Tobias>Mann, Oh mann. Ich merke schon, du bist heute in Wortspiellaune.

00:01:47.680 --> 00:01:53.800
<v Tobias>Na wunderbar. Schlechtes Zeichen? Nein,
Aber jetzt hat es auch, glaube ich, dann der Letzte begriffen.

00:01:53.800 --> 00:01:58.990
<v Tobias>Es geht in dieser Folge um den Boden. Zumindest in Bezug auf Weinbau und Wein
natürlich.

00:01:59.110 --> 00:02:02.998
<v Tobias>Wir beschäftigen uns dabei mit gleich diversen Fragen .

00:02:02.998 --> 00:02:06.500
<v Tobias>Was macht einen guten Boden für Reben überhaupt aus?

00:02:07.070 --> 00:02:11.690
<v Tobias>Auch gilt das überhaupt für alle Reben in allen Regionen gleichermaßen?

00:02:11.930 --> 00:02:16.790
<v Tobias>Und vor allem, ganz wichtig: Kann man Boden im Wein wirklich schmecken?

00:02:17.330 --> 00:02:21.560
<v Michael>Ja, also gerade mit der Frage, da hast du dir heute wirklich was vorgenommen.

00:02:21.710 --> 00:02:25.904
<v Michael>Da öffnet der mal die ganze Klaviatur des Bodens jetzt .

00:02:25.904 --> 00:02:30.080
<v Michael>Aber bevor wir einsteigen, lass mich doch bitte noch kurz was Grundsätzliches
sagen.

00:02:30.230 --> 00:02:33.320
<v Michael>Weinbau ist ja letztendlich eine Form von Landwirtschaft.

00:02:33.350 --> 00:02:34.520
<v Michael>Haben wir ja schon oft betont.

00:02:34.850 --> 00:02:35.510
<v Tobias>Ja, absolut.

00:02:35.540 --> 00:02:38.690
<v Michael>Jene Landwirtschaft, die uns allen zu essen gibt.

00:02:38.720 --> 00:02:43.880
<v Michael>Ja, lass es mich mal so ausdrücken. Und diese existenzielle Anforderung,
Essen,

00:02:44.000 --> 00:02:48.620
<v Michael>ja, und da lasse ich jetzt mal den Wein scheinheilig außen vor.

00:02:48.710 --> 00:02:55.940
<v Michael>Ja, es geht mir jetzt nur ums Essen. Das hängt eben weltweit von nur so ein paar
wenigen Zentimetern Humus ab.

00:02:56.300 --> 00:03:03.840
<v Michael>Die lassen die Pflanzen wachsen und so verstanden,
finde ich, muss man jetzt mal das Wort Bodenschätze noch mal auf eine ganz

00:03:03.840 --> 00:03:09.570
<v Michael>andere Art definieren. Also Boden ist eine Grundressource der Menschheit.

00:03:09.600 --> 00:03:10.050
<v Tobias>Allerdings.

00:03:10.230 --> 00:03:13.740
<v Michael>Nicht der Weinboden, ja ja, aber der Boden als Allgemeines .

00:03:13.740 --> 00:03:21.210
<v Michael>Und wie zuvor erwähnt, Wein ist noch das geringste Problem,
aber mir persönlich natürlich sehr wichtig.

00:03:21.990 --> 00:03:27.870
<v Tobias>Allerdings, da bin ich natürlich auch ganz bei dir,
Michael. Und das Problem, was wir mit unseren Böden haben,

00:03:27.870 --> 00:03:32.310
<v Tobias>ist wirklich ein großes und daher natürlich automatisch auch sehr wichtig.

00:03:32.670 --> 00:03:39.240
<v Tobias>Und du erinnerst dich vielleicht, ich war im vergangenen Jahr auf dem
sogenannten World Living Soils-Forum in Arles,

00:03:39.300 --> 00:03:44.250
<v Tobias>also in Frankreich. Und da haben sich Dutzende Experten aus ganzer Welt
getroffen,

00:03:44.250 --> 00:03:48.300
<v Tobias>um über den besorgniserregenden Zustand unserer Böden zu sprechen.

00:03:49.290 --> 00:03:55.080
<v Tobias>Hört sich jetzt erst mal deprimierend an,
war es streckenweise auch, aber glücklicherweise gab es eben auch sehr viele

00:03:55.080 --> 00:04:02.260
<v Tobias>spannende Projekte, die dort vorgestellt wurden,
die, ja, zur Aufgabe haben, den Boden wieder gesünder zu machen.

00:04:02.560 --> 00:04:08.560
<v Tobias>Und genau dort vor Ort, auf diesem World Living Soils-Forum,
habe ich Philippe Schaus getroffen,

00:04:09.220 --> 00:04:17.230
<v Tobias>damals noch der CEO von Moët Hennessy, denn das Luxusunternehmen ist
Veranstalter dieses Forums.

00:04:17.230 --> 00:04:21.910
<v Tobias>Und ja, Philipp macht den Ernst der Lage absolut klar.

00:04:21.940 --> 00:04:27.790
<v Tobias>Ich habe nämlich mit ihm darüber gesprochen und sogar natürlich für unseren
Podcast einen O-Ton mit ihm aufgenommen.

00:04:28.090 --> 00:04:33.730
<v Tobias>Auf Deutsch sogar, weil der gute Mann ist Luxemburger und daher der deutschen
Sprache mächtig.

00:04:34.120 --> 00:04:39.970
<v Tobias>Und was er gesagt hat, möchte ich dir jetzt unbedingt vorspielen,
denn das bringt das ganze Thema ziemlich auf den Punkt.

00:04:40.000 --> 00:04:40.390
<v Tobias>Hör mal!

00:04:40.480 --> 00:04:41.290
<v Michael>Ja, leg los!

00:04:41.320 --> 00:04:45.160
<v Philippe Schaus>Philippe Schaus: Also zum Ersten ist Boden ein sehr wichtiges Thema.

00:04:45.190 --> 00:04:50.680
<v Philippe Schaus>Das ganze Leben kommt vom Boden. In einem Teelöffel leben etwa so viele
Organismen,

00:04:50.680 --> 00:04:59.690
<v Philippe Schaus>wie es Menschen auf dem Planeten gibt. Die Hälfte aller Lebewesen auf der Welt,
die nennen den Boden ihr Zuhause.

00:05:00.920 --> 00:05:06.110
<v Philippe Schaus>Der Boden ist für vieles zuständig. Er hält das Wasser fest.

00:05:06.710 --> 00:05:13.640
<v Philippe Schaus>Er hat sehr viel Kohlenstoff in sich, also geht auch gegen die die Erderwärmung.

00:05:14.750 --> 00:05:22.220
<v Philippe Schaus>Also es hat eine ganze Reihe von Funktionen und laut der FAO sind 40 % der
weltweiten Böden in einem sehr schlechten Zustand oder bzw.

00:05:22.220 --> 00:05:30.650
<v Philippe Schaus>sind verschwunden durch unterschiedliche Einwirkungen über intensive
Landwirtschaft bis hin zu der Wüste,

00:05:30.650 --> 00:05:34.130
<v Philippe Schaus>die überhand genommen hat, oder die Versalzung des Bodens und,
und, und.

00:05:34.340 --> 00:05:36.470
<v Tobias>Ja, hört sich schon mal gar nicht witzig an,
oder?

00:05:36.680 --> 00:05:36.950
<v Michael>Ne.

00:05:37.430 --> 00:05:44.150
<v Tobias>Ne? Und ich finde es auch super, dass solch ein großes Unternehmen dieses Thema
auch superernst nimmt.

00:05:44.330 --> 00:05:50.840
<v Tobias>Man könnte jetzt das direkt irgendwie so für Greenwashing halten,
so heißt das ja heute dann mal schnell,

00:05:50.840 --> 00:05:54.230
<v Tobias>aber Moët- Hennessy ist da wirklich anders unterwegs.

00:05:54.410 --> 00:05:58.290
<v Tobias>Das weiß ich auch, weil ich ein paar Wochen später dann wiederum die Möglichkeit
hatte,

00:05:58.290 --> 00:06:01.680
<v Tobias>in der Champagne mit Sibylle Scherer zu sprechen.

00:06:01.710 --> 00:06:07.920
<v Tobias>Sie ist wiederum CEO von Moët & Chandon,
also sozusagen der Champagnersparte des Unternehmens.

00:06:08.190 --> 00:06:12.390
<v Tobias>Die nutzen dort unten in der Region, das musst du dir jetzt wirklich mal
reintun,

00:06:12.420 --> 00:06:18.180
<v Tobias>rund 1.000 Hektar Rebfläche . 1.000! Ja,
das ist absolut irre.

00:06:18.180 --> 00:06:22.560
<v Tobias>Und die Champagne ist ja noch nicht mal so ein wahnsinnig großes Anbaugebiet.

00:06:23.160 --> 00:06:32.550
<v Tobias>Und ja, Sibylle Scherer ist sich total bewusst,
dass mit dieser riesigen Rebfläche natürlich auch eine sehr große Verantwortung

00:06:32.550 --> 00:06:35.070
<v Tobias>kommt. Also vor allem auch eine ökologische.

00:06:35.550 --> 00:06:44.580
<v Tobias>Und genau aus diesem Grund hat Moët & Chandon ein Projekt initiiert,
bei dem in den nächsten Jahren 100 Kilometer Korridore in den Rebflächen begrünt

00:06:44.580 --> 00:06:50.400
<v Tobias>werden sollen. Das nennt sich Natura Nostra und ich habe vor Ort sogar selbst
mitgeholfen.

00:06:50.520 --> 00:06:55.080
<v Tobias>Ich habe zwar eigentlich eher so einen braunen Daumen,
aber die haben mir genau gezeigt,

00:06:55.080 --> 00:06:57.440
<v Tobias>wie das funktioniert mit dem Bäumchenpflanzen.

00:06:57.770 --> 00:07:01.430
<v Tobias>Ein Riesenaufwand natürlich, wenn man sich überlegt,
100 Kilometer.

00:07:02.210 --> 00:07:09.470
<v Tobias>Und na ja, dann hatte ich auch die Gelegenheit,
mit Sybille Scherer in sehr, sehr feudaler und schönen Umgebung zu sprechen.

00:07:09.680 --> 00:07:14.210
<v Tobias>Und sie hat eben zu dieser ganzen Bodenthematik auch eine klare Meinung.

00:07:14.240 --> 00:07:16.010
<v Tobias>Habe ich dir auch mitgebracht. Hier.

00:07:16.040 --> 00:07:24.260
<v Sibylle Scherer>Sibylle Scherer: Ich glaube, im Umweltschutz spricht man viel über Carbon Footprint,
CO2-Ausstöße,

00:07:24.290 --> 00:07:31.220
<v Sibylle Scherer>Plastik, Wasser. Aber keiner hat so wirklich das Thema Boden auf der Agenda.

00:07:31.940 --> 00:07:37.700
<v Sibylle Scherer>Und für uns, wir sagen immer, ja, wir sind im Luxus unterwegs,
aber im Endeffekt sind wir Landwirte.

00:07:37.820 --> 00:07:43.640
<v Sibylle Scherer>Ja, und jeder Landwirt weiß, dass alles steht und fällt mit Böden.

00:07:44.030 --> 00:07:53.780
<v Sibylle Scherer>Was ist das Problem mit Böden? Teilweise eine einseitige Ausnutzung unserer
Böden und deswegen verliert man an Qualität der Böden.

00:07:54.460 --> 00:08:00.070
<v Sibylle Scherer>Und wir müssen wirklich einiges tun, um die Qualität unserer Böden zu
verbessern.

00:08:00.220 --> 00:08:05.500
<v Sibylle Scherer>Denn da besteht ein riesiges Problem und keiner spricht darüber.

00:08:05.860 --> 00:08:09.430
<v Michael>Ach Tobias, also deine Champagnerconnection möchte ich mal haben.

00:08:10.300 --> 00:08:13.510
<v Michael>Überall zu Gast. Aber jetzt noch mal auf das Thema zurückzukommen.

00:08:13.540 --> 00:08:22.270
<v Michael>Bodenschätze? Ich sags ja. Also wow. Ja,
aber bevor wir uns jetzt hier komplett den Blues abholen bei diesem Thema,

00:08:22.810 --> 00:08:27.100
<v Michael>lass uns doch noch mal ein wenig mehr auf den Boden im Weinbau einschwenken.

00:08:27.130 --> 00:08:27.520
<v Tobias>Bitte.

00:08:28.060 --> 00:08:33.130
<v Michael>Ich beginne einfach mal mit dem Grundsätzlichen. Jetzt vorab,
also dem landwirtschaftlichen Aspekt,

00:08:33.130 --> 00:08:37.900
<v Michael>wie wir das eben gehört haben. Der Boden gibt den Wurzeln halt.

00:08:38.290 --> 00:08:44.260
<v Michael>Das ist das eine. Vor allen Dingen versorgt er die natürlich mit Nährstoffen und
mit Feuchtigkeit,

00:08:44.470 --> 00:08:53.470
<v Michael>also Wasser. Und da kann man sagen, der Boden hat direkten Einfluss auf das
Wachstum der Reben und die Entwicklung der Trauben.

00:08:53.860 --> 00:09:00.670
<v Michael>Ja, und da kommen wir jetzt schon an der Stelle auf so eine erste Besonderheit
von Böden im Weinbau.

00:09:01.660 --> 00:09:08.980
<v Michael>Denn die richtig fruchtbaren, die fetten Böden sind eigentlich anderen
Feldfrüchten vorbehalten.

00:09:09.010 --> 00:09:12.100
<v Michael>Also Getreide, Obst, Gemüse oder irgendwie sowas.

00:09:12.250 --> 00:09:18.610
<v Michael>Erst dort, wo es so karger wird, wo der Boden ein bisschen ärmer wird,
steinreicher ist,

00:09:18.610 --> 00:09:21.910
<v Michael>erst da wird es richtig interessant für den Weinbau.

00:09:22.270 --> 00:09:26.710
<v Tobias>Ja, zum einen richtig interessant und man muss sich ja auch mal vorstellen,
dort,

00:09:26.710 --> 00:09:34.270
<v Tobias>wo dann für Landwirte ja gar nichts mehr anderes ging,
da hat man dann halt eben auch auf den Traubenanbau zurückgegriffen.

00:09:34.630 --> 00:09:40.990
<v Tobias>Und ja, in dem Zusammenhang muss man natürlich unbedingt auch über die Rebsorten
sprechen,

00:09:40.990 --> 00:09:45.220
<v Tobias>denn da gibt es ja auch Unterschiede, aber vor allem ja auch über die Lagen.

00:09:45.340 --> 00:09:50.260
<v Tobias>Und mit Lage meint man eigentlich alles,
was damit in Verbindung steht.

00:09:50.290 --> 00:09:54.687
<v Tobias>Nämlich die Höhe, die Ausrichtung, das Klima bzw .

00:09:54.687 --> 00:10:02.670
<v Tobias>Mikroklima und eben den Boden. Und dieses Zusammenspiel ist absolut wichtig,
essenziell.

00:10:02.790 --> 00:10:06.330
<v Tobias>Das muss man sich auch klar machen. Es ist nicht nur der Boden allein.

00:10:06.480 --> 00:10:11.700
<v Tobias>Also nur mal so als Beispiel. Dort, wo viel Feuchtigkeit vorhanden ist,
ist es natürlich auch wichtig,

00:10:11.700 --> 00:10:18.030
<v Tobias>dass der Boden das Wasser gut aufnimmt,
aber auch wieder abführt, weil sonst gibt es so eine Staunässe,

00:10:18.030 --> 00:10:22.980
<v Tobias>dann gibt es Schimmel, was auch immer. Und wiederum dort,
wo es seltener regnet,

00:10:23.010 --> 00:10:29.760
<v Tobias>ist es dann wichtig, dass der Boden die Feuchtigkeit gut speichert,
damit die Reben in trockenen Phasen gut versorgt sind.

00:10:30.360 --> 00:10:34.770
<v Tobias>Also dabei merkt man, ohne den Boden geht nichts im Weinbau.

00:10:34.800 --> 00:10:39.450
<v Tobias>Ist ja auch irgendwie logisch. Es bleibt aber trotzdem so die Königsfrage.

00:10:39.600 --> 00:10:43.170
<v Tobias>Hat der Boden eben auch Einfluss auf den Geschmack?

00:10:43.200 --> 00:10:49.860
<v Tobias>Denn darüber streiten sich die Wein-Nerds immer mal wieder gern,
obwohl das eigentlich für mich total klar ist,

00:10:49.860 --> 00:10:51.510
<v Tobias>dass das auf jeden Fall so ist.

00:10:51.720 --> 00:10:54.890
<v Michael>Ja, du drängelst da jetzt so. Ich nehme das jetzt noch mal raus.

00:10:54.920 --> 00:10:59.210
<v Michael>Ne, das ist für mich so eine Killerfrage,
die ich jetzt gerne noch mal ein bisschen zurückstelle.

00:11:00.320 --> 00:11:07.580
<v Michael>Ich glaube, wenn wir jetzt nämlich einen Podcast über Boden machen,
dann müssen wir ja zumindest die wichtigsten Bodenarten angesprochen haben.

00:11:07.610 --> 00:11:12.890
<v Michael>Also das ist natürlich eigentlich so eine Wissenschaft für sich,
das Ganze mit dem Boden,

00:11:13.250 --> 00:11:19.940
<v Michael>denn selbstverständlich. Es wäre ja schön,
setzen sich die Böden jetzt in unterschiedlichen Tiefen,

00:11:19.940 --> 00:11:23.240
<v Michael>meist auch aus unterschiedlichen Materialien zusammen.

00:11:23.270 --> 00:11:26.570
<v Michael>Ja, überhaupt, die setzen sich aus Dingen zusammen.

00:11:26.660 --> 00:11:32.060
<v Michael>Ja, und dann spricht man einfach noch von Unterlage und Auflage.

00:11:32.090 --> 00:11:38.930
<v Michael>Also zum Beispiel, es gibt einen Ton-Mergelboden,
der auf Granitgestein aufliegt.

00:11:38.960 --> 00:11:46.370
<v Michael>Ja, und da sind wir jetzt schon bei dieser ganzen Vielfalt von Namen für die
unterschiedlichsten Formen von Boden.

00:11:46.970 --> 00:11:53.810
<v Tobias>Ja, das ist absolut richtig. Nur ich glaube,
wir schaffen es gar nicht, alle Bodentypen zu erwähnen und genauer zu erklären.

00:11:53.810 --> 00:11:56.420
<v Tobias>Wir sind ja hier auch nicht in einem Geologiepodcast.

00:11:56.570 --> 00:12:03.140
<v Tobias>Also das Thema füllt ja ganze Fachbücher,
aber wir können sicherlich mal ein paar ganz einfache Beispiele nennen,

00:12:03.290 --> 00:12:09.410
<v Tobias>die, hoffe ich, zumindest uns vielleicht auch bei meiner Frage nach dem
geschmacklichen Einfluss des Bodens weiterhelfen.

00:12:09.530 --> 00:12:11.870
<v Tobias>Da kannst du jetzt dich nicht rausreden.

00:12:12.170 --> 00:12:14.840
<v Tobias>Also, pass auf. Ich mach mal den Auftakt.

00:12:15.680 --> 00:12:22.370
<v Tobias>Schiefer, ja, Schiefer kennen wir gut aus Deutschland,
denn da reicht das Stichwort Mosel.

00:12:23.030 --> 00:12:27.920
<v Tobias>Und dazu muss man aber dann auch direkt hinterherschieben,
Schiefer ist eben auch nicht gleich Schiefer,

00:12:28.610 --> 00:12:34.280
<v Tobias>weil je nachdem, was sich noch dazu mischt,
hat der Schiefer dann auch schon eine ganz andere Farbe.

00:12:34.520 --> 00:12:41.480
<v Tobias>Also ist beispielsweise Eisen mit im Spiel,
also Eisenoxid, dann handelt es sich um sogenannten Rotschiefer.

00:12:41.810 --> 00:12:45.380
<v Tobias>Es gibt dann aber auch noch den grauen und den blauen Devonschiefer.

00:12:45.950 --> 00:12:53.050
<v Tobias>Und dazu lässt sich dann eigentlich auch ganz logisch sagen,
die dunkleren Arten eignen sich sehr gut in kühleren Weinregionen,

00:12:53.230 --> 00:12:56.890
<v Tobias>weil die natürlich besonders gut die Wärme der Sonne speichern.

00:12:57.100 --> 00:13:03.070
<v Tobias>Und auch da hilft wieder der Blick an die Mosel,
wo der Schiefer im Übrigen auch Lay genannt wird,

00:13:03.400 --> 00:13:06.190
<v Tobias>also wie beispielsweise die Lage Bernkasteler Lay.

00:13:07.330 --> 00:13:12.760
<v Michael>Ja, aber Tobias, wenn man es jetzt ganz genau nimmt,
ist es natürlich nur die Mittelmosel,

00:13:12.970 --> 00:13:15.790
<v Michael>die mit diesen Schieferböden auftrumpfen kann.

00:13:16.480 --> 00:13:21.040
<v Michael>Weiter unten und weiter oben am Fluss sieht es dann schon wieder ein bisschen
anders aus.

00:13:21.280 --> 00:13:26.230
<v Michael>Aber lassen wir jetzt mal die Kleinheiten weg,
da kommen wir später noch mal zu.

00:13:26.500 --> 00:13:30.880
<v Michael>Ich mache jetzt mal weiter. Ich mache weiter mit kalkhaltigen Böden.

00:13:31.360 --> 00:13:35.110
<v Michael>Die gibt es ja auch in unterschiedlichster Zusammensetzung.

00:13:36.400 --> 00:13:43.960
<v Michael>Ja, vielleicht am bekanntesten sind die Böden in der Champagne,
die ist ganz ähnlich natürlich auch an der Loire gibt.

00:13:44.110 --> 00:13:48.820
<v Michael>Also ich kann da noch mal auf unsere schöne Folge über Bouvet Ladubay verweisen.

00:13:49.210 --> 00:13:53.500
<v Michael>Ja, und was man jetzt sagen muss, diese Böden sind alkalisch.

00:13:53.830 --> 00:14:02.110
<v Michael>Das heißt, sie puffern Säure weg. Sie nehmen Säure auf,
die in anderen Bestandteilen des Bodens vorkommen kann.

00:14:02.470 --> 00:14:08.260
<v Michael>Also diese Böden, sagt man so, stehen eher für kühlere Temperaturen.

00:14:08.260 --> 00:14:12.850
<v Michael>Die heizen sich halt eben aufgrund der Farbe nicht so auf wie dein dunkler
Schiefer von eben.

00:14:12.880 --> 00:14:19.630
<v Michael>Ja, also Kreide oder Kalkstein sind Beispiele für kalkhaltige Böden.

00:14:19.660 --> 00:14:26.380
<v Michael>Du siehst, es ist nicht ganz so einfach,
und liest man oft auf Weinetiketten, es gibt ja auch noch den sogenannten

00:14:26.380 --> 00:14:35.350
<v Michael>Muschelkalk. Ja, das ist dann so ein Kalk,
der ist entstanden am Boden eines ehemaligen Meeres durch die Ablagerungen von

00:14:35.350 --> 00:14:38.950
<v Michael>Muscheln und das Meer ist dann mit der Zeit verschwunden.

00:14:38.980 --> 00:14:42.430
<v Michael>Urmeer, ja, und die Böden sind geblieben.

00:14:42.640 --> 00:14:49.180
<v Michael>Ja, und da sagt man so Muschelkalk, das sind so Böden,
die Fruchtigkeit und Frische betonen.

00:14:49.350 --> 00:14:53.550
<v Tobias>Ja. Und da zum Beispiel glaube ich, wirklich den Einfluss des Bodens zu
schmecken,

00:14:54.180 --> 00:15:00.720
<v Tobias>wegen dieser Klarheit im Wein und einer besonders,
ich nenne es jetzt mal, vornehm Fruchtigkeit.

00:15:00.720 --> 00:15:05.010
<v Tobias>Oder eben auch wegen so einer besonderen mineralischen Frische.

00:15:05.040 --> 00:15:09.900
<v Tobias>Ja, das ist immer schwer zu verbalisieren,
aber ich hoffe, das wird einigermaßen klar.

00:15:10.080 --> 00:15:10.410
<v Michael>Ja, ja, ich kann dir folgen.

00:15:10.440 --> 00:15:15.600
<v Tobias>Es geht noch besser und da kann man sich es vielleicht noch mal auch gut
vorstellen.

00:15:16.590 --> 00:15:25.950
<v Tobias>Denk mal an Kieselsteine. Unscheinbar eigentlich,
aber die von Kieselsteinen geprägten Böden sind eher sauer und

00:15:25.950 --> 00:15:32.670
<v Tobias>Wärmespeicherung ist gut. Wasserdurchlässigkeit,
sagt man, schon eher zu gut.

00:15:33.270 --> 00:15:39.150
<v Tobias>Und da braucht es dann am besten noch andere Elemente wie Schluff oder Ton,
um diese Fähigkeit,

00:15:39.150 --> 00:15:41.970
<v Tobias>Wasser zu speichern, dann auch zu erhöhen.

00:15:42.780 --> 00:15:47.280
<v Tobias>Also letzten Endes kann man sagen, Kiesel als Auflage,
super.

00:15:48.060 --> 00:15:52.800
<v Tobias>Denk da jetzt nur mal an unser geliebtes Rhône-Tal und die sogenannten Galêts.

00:15:53.400 --> 00:15:58.740
<v Tobias>Das sind so richtig riesige Kieselsteine,
also fast so groß, dass man da mit dem Auto dagegen fahren kann.

00:15:59.760 --> 00:16:06.540
<v Tobias>Aber die kann vor allem auch kein Mistral wegpusten,
der kann so heftig wehen, wie er will.

00:16:06.900 --> 00:16:12.000
<v Tobias>Das ist auch praktisch. Also Stichwort Erosion im weitesten Sinne.

00:16:12.000 --> 00:16:15.090
<v Tobias>Und jetzt pass auf, noch einmal zum Schmecken von Boden.

00:16:15.210 --> 00:16:23.820
<v Tobias>Feuerstein ist auch eine Art von Kieselstein und da denkt man natürlich an die
Loire und im Speziellen auch an das Anbaugebiet Pouilly-Fumé.

00:16:24.090 --> 00:16:27.060
<v Tobias>Ich sag nur Fumé, da hört man es ja schon.

00:16:27.300 --> 00:16:31.140
<v Tobias>Und ja, da kannst du mir jetzt so skeptisch daherkommen,
wie du willst.

00:16:31.170 --> 00:16:34.140
<v Tobias>Diesen Boden erkenne ich sofort im Wein.

00:16:34.320 --> 00:16:37.710
<v Tobias>Der hat halt eben etwas Rauchiges, Feuersteinmäßiges.

00:16:38.460 --> 00:16:41.460
<v Tobias>Da kann ich wirklich nur jedem raten, mal so eine Flasche aufzumachen.

00:16:42.030 --> 00:16:49.130
<v Tobias>Erkennt man auch an der Bezeichnung „Silex",
denn so werden die feuersteingeprägten Böden an der Loire genannt.

00:16:49.280 --> 00:16:55.220
<v Tobias>Nur, dass ihr das auch mal gehört habt. Taucht nämlich durchaus als Teil des
Weinnamens direkt auf.

00:16:55.550 --> 00:17:00.050
<v Michael>Jaja, also ich glaube, da haben wir bestimmt was in unserem Shop bei
Weinfreunde.de.

00:17:00.890 --> 00:17:10.010
<v Michael>Aber ja, obgleich, ich muss das auch an der Stelle direkt sagen,
meiner Erinnerung nach ist dieses Geräucherte oder dieses Rauchige,

00:17:10.010 --> 00:17:17.240
<v Michael>das du jetzt bestimmt meinst, bei diesem Pouilly-Fumé,
das ist ein Aroma, das erst bei der alkoholischen Gärung entsteht.

00:17:17.390 --> 00:17:24.110
<v Michael>Wenn ich da richtig informiert bin. Aber sorry,
ich bin mir da nicht sicher, aber nur weil du immer jetzt auf den Geschmack von

00:17:24.110 --> 00:17:27.380
<v Michael>Boden abhebst, wollte ich das mal erwähnt haben.

00:17:27.800 --> 00:17:31.820
<v Michael>Ich mache jetzt mal mit was ganz Fruchtbarem weiter.

00:17:31.820 --> 00:17:34.640
<v Michael>Ich fange jetzt mal an mit Lehm, ja? Und das ist eigentlich schon die Krux an
diesem...

00:17:34.760 --> 00:17:36.890
<v Tobias>Ach so, ich habe verstanden „furchtbar".

00:17:39.260 --> 00:17:42.500
<v Michael>Ah, habe ich „furchtbar" gesagt? Nee, fruchtbar immer noch.

00:17:42.500 --> 00:17:45.260
<v Michael>Aber okay, du nimmst mir den Witz jetzt irgendwie weg schon.

00:17:45.440 --> 00:17:47.750
<v Michael>Also, das ist das Problem an diesem Boden.

00:17:47.930 --> 00:17:52.910
<v Michael>Er ist einfach zu fruchtbar und er bringt dann hohe Erträge hervor.

00:17:53.030 --> 00:17:57.740
<v Michael>Da sagt eigentlich der Landwirt, erst mal gut,
aber der Weinbauer eben nicht.

00:17:57.860 --> 00:17:58.040
<v Tobias>Nee, nee, hat zu viele Blätter.

00:17:57.860 --> 00:18:06.050
<v Michael>Und der Weinbauer, der es dann gut mit der Qualität meint,
ja, der muss tatsächlich dann bei diesen Böden freiwillig auf Trauben

00:18:06.050 --> 00:18:10.670
<v Michael>verzichten, also den Ertrag reduzieren aus eigenen Stücken.

00:18:11.090 --> 00:18:13.700
<v Michael>Das Ganze heißt dann irgendwie grüne Lese.

00:18:13.700 --> 00:18:18.380
<v Michael>Und was passiert da? Also in so einem Stadium,
in dem die Trauben zwar da sind,

00:18:18.380 --> 00:18:23.840
<v Michael>aber noch klein sind, so erbsengroß, ein bisschen kleiner,
und noch natürlich ganz grün,

00:18:23.930 --> 00:18:32.180
<v Michael>ja, da werden dann Trauben abgenommen, weggeschnitten und weggeschmissen oder
Teile der Traube werden manchmal herausgeschnitten.

00:18:32.180 --> 00:18:38.360
<v Michael>Also noch mal zu merken, eher kurz und knapp:
Dieser Boden Lehm steht eher für kräftige,

00:18:38.360 --> 00:18:39.590
<v Michael>vollmundige Weine.

00:18:39.650 --> 00:18:44.480
<v Tobias>Ja, genau. Gut zusammengefasst. Ich würde sagen,
das ist eigentlich eine Einladung,

00:18:44.510 --> 00:18:49.240
<v Tobias>noch mal einen Bodentyp zu beschreiben,
nämlich Sand, aber auch Sandstein.

00:18:49.450 --> 00:18:53.260
<v Tobias>Das ist ja in Flusstälern vor allem ganz häufig anzutreffen .

00:18:53.260 --> 00:18:59.410
<v Tobias>Und mir ist der Sand sehr sympathisch, kann ich jetzt schon mal so sagen,
da er die Art von Boden ist,

00:18:59.680 --> 00:19:02.590
<v Tobias>der die Reben ja von der bösen Reblaus bewahrt.

00:19:03.040 --> 00:19:08.560
<v Tobias>Denn die finden in so sandigen Böden schlecht Halt,
diese kleinen, bösen Krabbeltiere,

00:19:08.740 --> 00:19:12.190
<v Tobias>und die finden ihn dann deswegen auch einfach ein bisschen doof.

00:19:12.430 --> 00:19:21.070
<v Tobias>Und so gibt es eben auch heute noch Orte,
eben diese sandreichen Böden, wo wurzelechte Reben zu Hause sind.

00:19:21.250 --> 00:19:27.760
<v Tobias>Also die wurden seit jeher verschont. Und ja,
was lässt sich noch über Sand allgemein sagen?

00:19:28.330 --> 00:19:32.770
<v Tobias>Es ist ein warmer, eher luftiger Boden. Das kann man sich ja gut vorstellen.

00:19:33.040 --> 00:19:38.650
<v Tobias>Hier ist natürlich Wasserspeicherung häufig ein Problem bei Sand und auch bei
Sandstein.

00:19:38.680 --> 00:19:45.380
<v Tobias>Es sei denn, die unteren Bodenschichten sind dann eben wieder ein bisschen
fetter und bestehen aus anderen Materialien.

00:19:45.740 --> 00:19:52.580
<v Tobias>Aber dazu eines noch, weil ich da jetzt gerade auch bei dem Thema Lehmboden
kräftig-vollmundige Weine denken musste.

00:19:53.090 --> 00:19:58.910
<v Tobias>Genau so kann man sich eben auch beim Sandboden vorstellen,
dass Weine von hier eher elegant,

00:19:58.910 --> 00:20:05.390
<v Tobias>schlank und fein sind. Das kann man sich bei den meisten Bodentypen relativ gut
und bildlich vorstellen.

00:20:06.230 --> 00:20:15.320
<v Tobias>Das finde ich sehr hilfreich. Ich habe da auch mal so eine Probe gemacht mit
Weinen von unterschiedlichen Böden und da hat das immer ziemlich gut hingehauen,

00:20:15.320 --> 00:20:21.770
<v Tobias>dass man das so sich vorstellen konnte,
je fetter der Boden, desto fetter halt eben auch der Wein.

00:20:21.800 --> 00:20:26.870
<v Tobias>Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel,
aber ich finde das auf jeden Fall eine hilfreiche Sache.

00:20:27.050 --> 00:20:35.930
<v Michael>Ja, finde ich auch. Also mir hilft das ebenfalls,
obgleich jetzt die ganze Vielfalt jetzt an Bodentypen ist ja noch längst nicht

00:20:35.930 --> 00:20:41.570
<v Michael>erschlagen. Also wir könnten jetzt noch über Basalt und Granit,
Mergel und Löss reden,

00:20:41.570 --> 00:20:46.260
<v Michael>oder wie heißt es immer so schön, Quarzit und Porphyr gibt es ja auch noch.

00:20:46.680 --> 00:20:49.620
<v Michael>Aber das wird dann, glaube ich, wirklich zu viel.

00:20:49.650 --> 00:20:53.790
<v Michael>Eines kann man an der Stelle aber vielleicht doch noch mal hervorheben.

00:20:54.000 --> 00:21:00.540
<v Michael>Also die Weingüter selbst, die meinen eben schon,
dass ihre Böden im Wein Ausdruck finden.

00:21:00.570 --> 00:21:05.100
<v Michael>Also sie sagen nicht, das schmeckt so, aber sie weisen darauf hin,
ich sage es mal so.

00:21:05.250 --> 00:21:10.350
<v Michael>Denn nur zu oft taucht der Bodentyp eben auch im Namen des Weins auf.

00:21:10.380 --> 00:21:20.040
<v Michael>Ja, um das genau zu unterstreichen. Also es gibt Weingüter,
die jetzt ganz bewusst sogar diese Bodenvielfalt in den Vordergrund rücken.

00:21:20.190 --> 00:21:24.570
<v Michael>Ganz allein, um auch die Vielfalt ihrer Weine zu erklären.

00:21:24.600 --> 00:21:26.640
<v Michael>Also das finde ich dann schon naheliegend.

00:21:26.730 --> 00:21:32.610
<v Michael>Obgleich wir jetzt die Geschmacksfrage noch nicht beantwortet haben,
aber, das muss man auch dazusagen,

00:21:32.640 --> 00:21:37.800
<v Michael>Vielfalt ist das Stichwort. Selbst in der kleinsten Appellation dieser Weinwelt,

00:21:37.830 --> 00:21:45.150
<v Michael>ist der Boden nicht überall gleich. Also allein die Topografie,
die Formung des Geländes,

00:21:45.540 --> 00:21:55.140
<v Michael>bringt es ja mit sich. So ein weites, flaches Tal hat halt eben andere Böden als
eine Hügellandschaft wie in der Toskana oder wie im

00:21:55.140 --> 00:21:58.590
<v Michael>Hinterland die Höhenlagen. Ja, das sind ganz unterschiedliche Dinge.

00:21:58.590 --> 00:22:08.490
<v Michael>Und wir hatten es an Beispiel der Mosel eben,
das Land in der Mitte des Flusses ist ein anderes als oben oder nahe unten an

00:22:08.490 --> 00:22:14.370
<v Michael>der Mündung. Ja, zumal, das kommt ja jetzt noch hinzu,
wir reden ja nur über Bereiche,

00:22:14.610 --> 00:22:21.270
<v Michael>also zumal meines Erachtens ja, also meine ganz ehrliche Meinung ist,
Mikroklima.

00:22:21.300 --> 00:22:27.180
<v Michael>Ja, das ist das Entscheidende. Das ist total wichtig und das sorgt eigentlich
eher dafür,

00:22:27.180 --> 00:22:29.700
<v Michael>dass Boden und Reben gut zueinanderpassen.

00:22:29.970 --> 00:22:34.350
<v Michael>Kurz formuliert: Also für mich sticht Mikroklima eigentlich Boden.

00:22:34.680 --> 00:22:38.430
<v Tobias>Hm. Okay. Ja, also da bin ich nicht ganz so bei dir.

00:22:38.640 --> 00:22:44.730
<v Tobias>Und ich merke daran halt eben auch, dass du dich vor der Frage,
kann man Boden im Wein schmecken,

00:22:44.730 --> 00:22:52.800
<v Tobias>verabschieden möchtest. Also du drückst dich ja letztlich um die Antwort und
redest dich jetzt irgendwie mit Mikroklima heraus.

00:22:53.130 --> 00:22:58.110
<v Tobias>Also das heißt mit anderen Worten, du bist einfach sensorisch leider nicht in
der Lage,

00:22:58.380 --> 00:23:01.410
<v Tobias>den Boden aus Weinen herauszuschmecken. Ist doch so,
oder?

00:23:01.710 --> 00:23:06.240
<v Michael>Ja, nein, nein. Also ehrlich gesagt, ich tue mir tatsächlich schwer.

00:23:06.360 --> 00:23:13.050
<v Michael>Aber so eine Zuordnung, wie du sie eben schon mal angedeutet hast,
also so fetter Boden gleich voller Wein,

00:23:13.050 --> 00:23:19.470
<v Michael>und je steiniger der Boden ist, desto puristischer zeigt sich eigentlich der
Wein in Form der Rebsorte dann auch.

00:23:19.500 --> 00:23:22.650
<v Michael>Ja, darauf könnte ich mich jetzt einlassen.

00:23:22.740 --> 00:23:30.210
<v Michael>Aber Mensch, Tobias, du weißt selbst, welche Rolle Klima,
Lage, Rebsorte und ja,

00:23:30.330 --> 00:23:35.910
<v Michael>Mikroklima haben. Also da spielt der Boden mit rein,
ohne Zweifel.

00:23:36.390 --> 00:23:42.000
<v Michael>Aber ob er dann auch geschmacksentscheidend ist oder geschmacksprägend ist?

00:23:43.940 --> 00:23:46.940
<v Michael>Da halte ich es jetzt mal mit Joschka Fischer,
weißt du?

00:23:47.150 --> 00:23:49.910
<v Michael>Mr. Weinlakai, I'm not convinced.

00:23:51.140 --> 00:23:57.770
<v Tobias>Ich glaube, das ist bei dir nur wegen dieser Petrolnote,
die du gleich hinter jedem Riesling vermutest.

00:23:57.800 --> 00:24:03.320
<v Tobias>Ja, das ist einfach nur dein, ja, das ist dein Trauma,
habe ich irgendwie so das Gefühl.

00:24:03.350 --> 00:24:10.940
<v Tobias>Ja, aber Erstens, die Petrolnote, die kommt bei nur ganz alten Riesling-Weinen
überhaupt zum Tragen.

00:24:10.940 --> 00:24:17.300
<v Tobias>Vorher macht die Mosel oder generell Weine vom Schiefer aber doch
überdeutlicher,

00:24:17.300 --> 00:24:20.510
<v Tobias>dass der Boden einen Wein aromatisch prägt.

00:24:20.540 --> 00:24:29.030
<v Tobias>Dieses Würzige, ja auch teils Rauchige,
was dann gar nichts mit Frucht zu tun hat eines eines Weins aus einer

00:24:29.030 --> 00:24:35.120
<v Tobias>Schieferlage, das kann man meiner Meinung nach aus 10 Kilometern Entfernung aus
einem Wein heraus riechen.

00:24:35.540 --> 00:24:37.550
<v Tobias>Und wir müssen gar nicht an der Mosel bleiben.

00:24:37.550 --> 00:24:41.920
<v Tobias>Ich sage nur Roter Hang in Rheinhessen,
also Rotschiefer, hatten wir ja eben auch,

00:24:41.950 --> 00:24:47.350
<v Tobias>durch Eisen geprägter Schiefer, die Weine sind davon extrem geprägt.

00:24:47.380 --> 00:24:51.940
<v Tobias>Ja, also ich habe, als ich das erste Mal so einen Wein probiert habe,
gedacht, was ist das überhaupt?

00:24:51.970 --> 00:24:57.070
<v Tobias>Stimmt da was nicht? Ja, also dass das erst mal so ein bisschen
gewöhnungsbedürftig für jemanden ist,

00:24:57.070 --> 00:25:00.550
<v Tobias>der nur nach Frucht sucht, auch in einem Weißwein,
das kann ich nachvollziehen,

00:25:00.550 --> 00:25:05.980
<v Tobias>das ist eine andere Erfahrung, aber das kann nur von diesen ganz besonderen
Böden kommen.

00:25:06.010 --> 00:25:06.850
<v Tobias>Fertig.

00:25:06.910 --> 00:25:13.960
<v Michael>Ja, okay, also da prallen jetzt anscheinend konträre Weinvorlieben aufeinander
und vielleicht lassen wir das auch.

00:25:13.990 --> 00:25:17.320
<v Michael>Wobei, ganz ehrlich, noch mal so ein Detail,
so nur unter uns.

00:25:17.410 --> 00:25:25.150
<v Michael>Ich finde es ja schon merkwürdig, dass dann manchmal mineralische Noten im Wein
als würzig beschrieben werden.

00:25:25.210 --> 00:25:28.690
<v Michael>Also wie passt das zusammen? Also Stein und Kräuter?

00:25:28.720 --> 00:25:38.500
<v Michael>Aber egal, wie gesagt, wir lassen das. Ich kehre jetzt bitte noch einmal vom
Boden im Weinglas zum Boden im Weinberg zurück.

00:25:39.340 --> 00:25:43.190
<v Michael>Wir haben ja jetzt über Sand, Kieselsteine,
was hatten wir?

00:25:43.310 --> 00:25:47.840
<v Michael>Lehm, Kalkstein und so gesprochen. Das hört sich jetzt immer so tot an.

00:25:47.870 --> 00:25:55.220
<v Michael>Tote Materie, ja. Dabei, Das muss man an der Stelle ja auch noch mal betonen,
und denk noch mal an die O-Töne,

00:25:55.220 --> 00:25:57.500
<v Michael>die du mir mitgebracht hast vom Anfang,
ne?

00:25:58.790 --> 00:26:03.320
<v Michael>Nur ein lebendiger Boden ist auch ein guter Weinbergboden.

00:26:03.320 --> 00:26:10.700
<v Michael>Darauf mein Wein-Indianerehrenwort. Das heißt,
wir reden eigentlich, wenn wir dann über lebendige Böden reden,

00:26:10.700 --> 00:26:19.490
<v Michael>auch direkt immer über Konzepte von, ich sage jetzt mal,
biologischem Anbau, von Biodynamie und ganz eng genommen eigentlich über

00:26:19.490 --> 00:26:20.510
<v Michael>Nachhaltigkeit.

00:26:20.690 --> 00:26:21.080
<v Tobias>Stimmt.

00:26:21.380 --> 00:26:29.180
<v Michael>Also wie führen wir dem Boden wieder das zu,
was er uns in Form von Trauben, ja noch nicht von Wein,

00:26:29.180 --> 00:26:36.020
<v Michael>in Form von Trauben vorher gegeben hat? Und und vor allen Dingen:
Warum braucht es dafür Leben im Boden?

00:26:36.020 --> 00:26:37.280
<v Michael>Das muss man ja auch noch mal erklären.

00:26:37.490 --> 00:26:44.580
<v Tobias>Ja, absolut. Das ist ein super Aspekt und gibt mir wieder Flashbacks an meine
Reise nach Arles und in die Champagne.

00:26:45.360 --> 00:26:51.120
<v Tobias>Denn das reicht ja von der Begrünung zwischen den Zeilen bis zu Schafen im
Weinberg,

00:26:51.240 --> 00:26:58.560
<v Tobias>von vergrabenen Kuhhörnern mit sozusagen esoterischem Zaubertrank in der
Biodynamik.

00:26:59.010 --> 00:27:04.890
<v Tobias>Aber auch schon allein der Verzicht auf schwere Maschinen zwischen den Reben,
das gehört alles mit dazu.

00:27:04.920 --> 00:27:10.170
<v Tobias>Und natürlich auch Biodiversität. Oder wie ich es jetzt eben häufig gehört habe,

00:27:10.200 --> 00:27:17.580
<v Tobias>regenerative Landwirtschaft. Dabei natürlich ganz klar auch die Anpassung an den
Klimawandel.

00:27:17.730 --> 00:27:22.320
<v Tobias>Das ist ja nun mal ein ganz aktueller Prozess,
der sich so nicht aufhalten lässt.

00:27:23.040 --> 00:27:28.560
<v Tobias>Lebendiger Boden, du hast es ja gesagt,
das meint eben, dass er reich an Mikroorganismen ist,

00:27:28.560 --> 00:27:34.110
<v Tobias>die da so ihre positiven Dinge im Boden verrichten,
um ihn gesünder zu machen.

00:27:34.260 --> 00:27:39.730
<v Tobias>Also du erinnerst dich ja vielleicht noch,
was eben Philippe Schaus gesagt hat. In einem Teelöffel gesunden Boden gibt es

00:27:39.730 --> 00:27:42.550
<v Tobias>mehr Mikroorganismen als Menschen auf der Erde.

00:27:42.580 --> 00:27:45.100
<v Tobias>Und die werden ja nun mal immer mehr und trotzdem ist das so.

00:27:45.820 --> 00:27:51.430
<v Tobias>Und weil wir jetzt noch mal darauf zurückgekommen sind,
hierzu hat mir Sybille Scherer, also die Moët & Chandon CEO,

00:27:51.640 --> 00:27:56.140
<v Tobias>noch etwas sehr, sehr Gutes und auch Hoffnungsstiftendes gesagt.

00:27:56.140 --> 00:28:01.360
<v Tobias>Und damit richtet sie sozusagen den Blick in die Vergangenheit,
geht genau in die Richtung.

00:28:01.390 --> 00:28:01.690
<v Tobias>Hör mal.

00:28:02.020 --> 00:28:06.370
<v Sibylle Scherer>Sibylle Scherer: Ich glaube heutzutage, es geht natürlich viel um Innovation.

00:28:06.640 --> 00:28:12.910
<v Sibylle Scherer>Wir lernen viel. Die Technik, die Wissenschaft weist uns Wege auf,
wie wir in die Zukunft gehen können.

00:28:12.940 --> 00:28:20.830
<v Sibylle Scherer>Und das ist sehr wichtig für uns. Wir glauben aber auch,
dass viel Weisheit in der Vergangenheit steckt.

00:28:21.550 --> 00:28:28.720
<v Sibylle Scherer>Und wir glauben, dass einfach diese Kombination aus,
was man früher gemacht hat und was man vielleicht irgendwann mal vergessen hat,

00:28:28.720 --> 00:28:35.470
<v Sibylle Scherer>zu tun, oder auch da gab es wahrscheinlich Gründe dafür,
dass man das verbinden muss mit der Innovation.

00:28:36.070 --> 00:28:40.710
<v Sibylle Scherer>Und wenn es jetzt geht, was wir jetzt heute hier getan haben,
nämlich Hecken zu pflanzen,

00:28:40.740 --> 00:28:47.460
<v Sibylle Scherer>Biodiversität wieder zurückzubringen in eine Monokultur,
das ist etwas, das war früher da,

00:28:47.490 --> 00:28:51.510
<v Sibylle Scherer>und wir glauben, das war falsch, dass man das weggenommen hat.

00:28:51.540 --> 00:28:53.820
<v Sibylle Scherer>Und deswegen glauben wir, das müssen wir wiederherstellen.

00:28:54.540 --> 00:28:59.100
<v Michael>Ach ja, Tobias . Aber genau deshalb ist das Thema ja eigentlich so wichtig.

00:28:59.100 --> 00:29:02.520
<v Michael>Gerade weil wir bei Weinbau ja von einer Monokultur reden.

00:29:02.700 --> 00:29:07.140
<v Michael>Und es sind immer dieselben Ressourcen,
die jetzt vom Boden gefordert werden.

00:29:07.320 --> 00:29:16.530
<v Michael>Und gerade deshalb muss man den Kollegen Boden einfach entsprechend pflegen,
damit er auf lange Sicht gesund bleibt oder,

00:29:16.560 --> 00:29:19.980
<v Michael>gibt es ja leider auch den Fall, wieder gesund wird.

00:29:20.400 --> 00:29:27.930
<v Michael>Also das nächste Mal, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
wenn ihr einen Beitrag über ein Weingut und seine Lagen lest und da taucht dann

00:29:27.930 --> 00:29:35.280
<v Michael>das Stichwort Bodenarbeit oder Bodenbearbeitung auf,
also nicht gleich als langweilig abtun.

00:29:35.310 --> 00:29:39.290
<v Michael>Ja, also da sollte man - und Frau - eher interessiert nachfragen.

00:29:39.290 --> 00:29:41.210
<v Michael>Was macht ihr da? Was tut ihr da? Und warum?

00:29:41.240 --> 00:29:47.090
<v Michael>Also ja, und ich glaube, wir beide sollten das auch tun,
wenn wir demnächst wieder vor Ort sind beim Weingut.

00:29:47.270 --> 00:29:54.320
<v Tobias>Ja, das finde ich eine gute Idee. Und du erinnerst dich vielleicht an unsere
Folge über Bio und Biodynamik.

00:29:54.680 --> 00:30:01.130
<v Tobias>In der Bio-Folge hat uns ja der Mr. Hothum dazu auch schon ja sehr,
sehr interessante Details verraten.

00:30:01.130 --> 00:30:05.090
<v Tobias>Sollten wir eigentlich immer standardmäßig mit auf die Agenda nehmen.

00:30:05.510 --> 00:30:09.980
<v Tobias>Okay, vielleicht ist das sogar noch wichtiger als Klimawandel und
Nachhaltigkeit.

00:30:10.010 --> 00:30:14.900
<v Tobias>Na ja, mal schauen. Und ich muss ja sagen,
wir haben ja auch nicht nur mit Hothum darüber gesprochen.

00:30:14.900 --> 00:30:21.800
<v Tobias>Wir haben ja auch schon mit Kruger-Rumpf an der Nahe darüber gesprochen,
oder mit Fritz Becker in der Pfalz.

00:30:22.280 --> 00:30:27.050
<v Tobias>Da gibt es also viele Beispiele. Und ich muss auch sagen,
liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

00:30:27.260 --> 00:30:33.020
<v Tobias>ihr könnt euch gerne auch mal wieder bei den alten Bei Anruf Wein-Folgen
reinklicken.

00:30:33.170 --> 00:30:40.330
<v Tobias>Da gibt es natürlich mittlerweile sehr viel zu entdecken,
wenn ihr nicht schon Hörer oder Hörerin erster Stunde seid.

00:30:40.360 --> 00:30:46.390
<v Michael>Ja, und von uns beiden zu hören gibt es auch etwas im Bonusprogramm von
Weinfreunde.

00:30:46.510 --> 00:30:56.170
<v Michael>Das heißt „Weinfreunde plus", und dort haben Tobias und ich nämlich so eine Art
Wein-Speeddating abgehalten und uns 3

00:30:56.200 --> 00:31:01.390
<v Michael>ganz unterschiedlichen Rotwein gewidmet,
die uns persönlich auch betreffen.

00:31:01.420 --> 00:31:03.910
<v Michael>Und nein, ich verrate jetzt gar nicht mehr.

00:31:04.150 --> 00:31:10.870
<v Michael>Einfach auf weinfreunde.de anmelden und am besten zu einem der Weine,
über die wir sprechen im Glas,

00:31:10.900 --> 00:31:11.800
<v Michael>einfach zuhören.

00:31:11.980 --> 00:31:20.590
<v Tobias>Ja, genau, Du bist jetzt ja schon richtig auf Schlussrunde getrimmt oder ich
habe jetzt wieder dein Werbefenster irgendwie falsch interpretiert.

00:31:20.770 --> 00:31:23.590
<v Tobias>Aber noch mal zu unserer Boden Geschmacksfrage.

00:31:23.890 --> 00:31:29.170
<v Tobias>Also ich lasse da nicht locker. Wir können ja mal mit Theresa aus dem
Social-Media-Team reden,

00:31:29.170 --> 00:31:33.010
<v Tobias>ob sie nicht so eine Umfrage mal auf Instagram und Facebook machen kann.

00:31:33.520 --> 00:31:38.918
<v Tobias>So was wie: „Ich habe den Einfluss des Bodens im Wein schon mal geschmeckt -
ja oder nein?" .

00:31:38.918 --> 00:31:43.010
<v Tobias>Also so oder ähnlich. Das weiß dann Theresa im Zweifel immer besser,
wie man das macht.

00:31:43.160 --> 00:31:48.290
<v Tobias>Und wenn du jetzt ganz ausführlich antworten möchtest,
dann kannst du uns natürlich auch eine Mail schreiben.

00:31:48.290 --> 00:31:52.640
<v Tobias>Die Adresse ist wie üblich: podcast@weinfreunde.de.

00:31:52.670 --> 00:31:58.940
<v Tobias>Und ansonsten lässt sich natürlich auch auf den ganzen Podcastplattform und
Social-Media-Kanälen kommentieren.

00:31:59.360 --> 00:32:03.440
<v Michael>Das finde ich eine super Idee. Das mit der Umfrage,
das finde ich wirklich gut.

00:32:03.470 --> 00:32:09.230
<v Michael>Ja, das gefällt mir. Besser natürlich noch,
also jetzt Kommentare und Podcastplatformen,

00:32:10.130 --> 00:32:17.458
<v Michael>wenn ihr dann auch Beispiele für die Weine nennen könntet,
wo ihr meint, ich schmecke den Boden .

00:32:17.458 --> 00:32:23.000
<v Michael>Und überhaupt, also zu dem Thema können wir ja noch weitere Experten einfach
befragen.

00:32:23.120 --> 00:32:28.130
<v Michael>Deine O-Töne jetzt, das war das eine, aber wir können ja auch mal mit
Winzerinnen und Winzer sprechen,

00:32:28.130 --> 00:32:35.980
<v Michael>um das Ganze noch mal zu vertiefen. Pass auf,
ich schreibe das ganze jetzt mal auf unsere Podcast-Wunschliste 2025:

00:32:36.010 --> 00:32:37.270
<v Michael>Boden Teil 2.

00:32:37.660 --> 00:32:44.530
<v Tobias>Ja, Wobei ehrlich gesagt glaube ich jetzt auch,
dass die aktuelle Dosis Boden auch erstmal reicht.

00:32:44.530 --> 00:32:47.200
<v Tobias>Zumindest für, ich weiß nicht, die nächsten paar Monate.

00:32:47.650 --> 00:32:52.480
<v Tobias>Aber ja, wenn die Folge natürlich jetzt der totale Renner wird,
dann machen wir damit gerne weiter.

00:32:52.630 --> 00:32:55.562
<v Tobias>Das lasse ich jetzt mal an der Stelle ganz bewusst offen .

00:32:55.562 --> 00:33:02.410
<v Tobias>Und wir warten mal ab. So, jetzt musst du mich eigentlich nur noch fragen,
ob wir nicht noch etwas Wichtiges vergessen haben.

00:33:02.470 --> 00:33:04.930
<v Michael>Oh Gott, warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen?

00:33:05.080 --> 00:33:09.490
<v Michael>Ja, es hat sich ein bisschen ausgefädelt in den letzten Folgen. Ja,
ne, lieber Tobias,

00:33:10.210 --> 00:33:13.720
<v Michael>möchtest du noch etwas Entscheidendes jetzt nachtragen?

00:33:13.750 --> 00:33:20.170
<v Tobias>Ja, unbedingt! Ich wollte jetzt eigentlich einfach mal fragen:
Wenn du jetzt ein Bodentyp wärst,

00:33:21.010 --> 00:33:22.960
<v Tobias>was wärst du für einer? Was meinst du?

00:33:23.290 --> 00:33:25.450
<v Michael>Nee, das kann ich dir nicht beantworten.

00:33:25.450 --> 00:33:26.980
<v Michael>Ich weiß es nicht. Ich wäre...

00:33:27.220 --> 00:33:28.630
<v Tobias>Ich weiß es aber. Ich weiß es!

00:33:28.810 --> 00:33:29.320
<v Michael>...etwas Steiniges. Sehr Steiniges.

00:33:29.530 --> 00:33:33.580
<v Tobias>Du wärst - ja gena u - du wärst Verwitterungsgestein.

00:33:35.880 --> 00:33:39.300
<v Tobias>Den Joke konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.

00:33:39.300 --> 00:33:41.490
<v Tobias>Nein, ich wollte damit eigentlich nur sagen...

00:33:41.520 --> 00:33:43.650
<v Michael>Verwitterungsgestein ist gut für Weine. Ja,
ja.

00:33:43.860 --> 00:33:45.990
<v Tobias>Ja, natürlich, das würde ich jetzt auch sagen.

00:33:46.020 --> 00:33:54.570
<v Tobias>Nein, stimmt natürlich auch. Aber ich wollte eigentlich nur noch nachtragen,
wir haben noch nicht über vulkanische Vertreter vom Boden gesprochen.

00:33:54.660 --> 00:33:59.790
<v Tobias>Das haben wir jetzt ganz vergessen. Insbesondere eben verwittertes
Vulkangestein.

00:34:00.270 --> 00:34:04.890
<v Tobias>Ich sage nur Basalt und ich sage dazu nur Baden,
Kaiserstuhl.

00:34:05.040 --> 00:34:07.650
<v Tobias>Das ist ja nichts anderes als ein ehemaliger Vulkan.

00:34:08.220 --> 00:34:12.270
<v Tobias>Da muss man dann auch natürlich Sizilien und den Ätna erwähnen.

00:34:12.510 --> 00:34:18.480
<v Tobias>Alles Böden mit einem sehr guten Wärmemanagement,
so kann man das ja heute ganz professionell nennen.

00:34:18.630 --> 00:34:23.130
<v Tobias>Und auch, was das Speichern von Feuchtigkeit betrifft,
kann man ihnen gute Noten geben.

00:34:23.250 --> 00:34:28.770
<v Tobias>Also das ist wirklich eine sehr gute Kombination aus diesen Faktoren,
die wir schon nannten.

00:34:28.800 --> 00:34:30.810
<v Tobias>So, das war's schon. Mehr will ich gar nicht dazu sagen.

00:34:30.840 --> 00:34:34.400
<v Michael>Ja, aber da fällt mir noch mal ein hier,
Noahs Berg.

00:34:34.400 --> 00:34:34.940
<v Michael>Ararat.

00:34:34.970 --> 00:34:35.600
<v Tobias>Oh ja, stimmt.

00:34:35.870 --> 00:34:39.590
<v Michael>Aus unserem Podcast über die Geschichte des Weinbaus.

00:34:40.070 --> 00:34:40.670
<v Tobias>Gute Folge.

00:34:40.850 --> 00:34:44.090
<v Michael>Bekanntlich nämlich auch ein Berg vulkanischen Ursprungs.

00:34:44.120 --> 00:34:48.890
<v Michael>Ja, möchte ich an der Stelle noch mal sagen. Und überhaupt,
in die Folge müsst ihr einfach noch mal reinhören.

00:34:48.890 --> 00:34:51.200
<v Michael>Die ist so ein bisschen untergegangen. Leider.

00:34:51.620 --> 00:34:55.430
<v Michael>Die ist am Weihnachtstag erschienen, da waren wir alle mit anderen Sachen
beschäftigt.

00:34:55.430 --> 00:34:57.380
<v Michael>Aber ich persönlich finde die ja richtig gut.

00:34:57.380 --> 00:35:03.020
<v Michael>Ich liebe die. Ja, okay, genug mit Vulkanen,
genug mit meinen Vorlieben.

00:35:03.050 --> 00:35:06.110
<v Michael>Tobias, komm, zu den Merkpunkten, bitte.

00:35:06.260 --> 00:35:09.140
<v Tobias>Ja, natürlich, mein liebstes Verwitterungsgestein.

00:35:09.350 --> 00:35:15.560
<v Tobias>Also generell gilt: Eher karge, sogar steinreiche Böden sind gut für den
Weinbau.

00:35:15.920 --> 00:35:18.830
<v Michael>Der Boden versorgt die Reben mit Wasser und Nährstoffen.

00:35:18.830 --> 00:35:24.650
<v Michael>Wichtig ist daher, wie gut er wasserdurchleitet und in ausreichendem Maße
speichert.

00:35:24.680 --> 00:35:27.140
<v Tobias>Boden ist immer eine Art Mischkalkulation.

00:35:27.140 --> 00:35:31.400
<v Tobias>Oft liegt ein Boden auf einer anders zusammengesetzten Unterlage auf.

00:35:31.490 --> 00:35:37.110
<v Michael>Die Fruchtbarkeit des Bodens bestimmt maßgeblich das Wachstum der Rebe und der
Trauben.

00:35:37.110 --> 00:35:40.620
<v Michael>Zu fruchtbare Böden sind nicht ideal für Wein.

00:35:40.980 --> 00:35:44.850
<v Tobias>Kontrovers diskutiert wird, wie sehr man den Boden im Wein schmeckt.

00:35:45.090 --> 00:35:48.540
<v Tobias>Haben Schiefer, Kreide und Co . eigene Aromen?

00:35:49.020 --> 00:35:49.920
<v Tobias>Ich glaube schon.

00:35:50.460 --> 00:35:59.970
<v Michael>Unstrittig ist dagegen, dass der Faktor Boden im Weinbau von herausragender
Bedeutung ist und viel mehr Aufmerksamkeit erfordert.

00:36:00.000 --> 00:36:05.040
<v Tobias>Ja, schön gesagt, lieber Michael. Insbesondere,
weil es eben um den Boden nicht so gut steht.

00:36:05.430 --> 00:36:07.770
<v Tobias>Aber, ihr Lieben, für heute ist Schluss.

00:36:07.770 --> 00:36:12.630
<v Tobias>Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht und ihr habt wieder etwas mehr über Wein
gelernt.

00:36:12.660 --> 00:36:18.990
<v Tobias>Für uns beide kann ich auf jeden Fall sagen:
Wir freuen uns wahnsinnig darauf, dass es schon bald wieder heißt.

00:36:20.520 --> 00:36:21.660
<v Michael>Bei Anruf.

00:36:22.260 --> 00:36:22.710
<v Tobias>Wein.