WEBVTT

00:00:02.650 --> 00:00:04.480
<v Michael>Bei Anruf Wein.

00:00:06.070 --> 00:00:07.660
<v Michael>Der Weinfreunde-Podcast.

00:00:10.120 --> 00:00:11.950
<v Tobias>Ich grüße euch, liebe Weinfreunde.

00:00:11.950 --> 00:00:13.180
<v Tobias>Mein Name ist Tobias.

00:00:13.180 --> 00:00:15.040
<v Tobias>Willkommen Bei Anruf Wein.

00:00:15.610 --> 00:00:24.430
<v Tobias>In unserer 3. Folge über die bekannteste Weinregion der Welt, dem Bordeaux,
dürfen Michael und ich erneut vom Wissen unseres Weinfreunds Cédric zehren,

00:00:24.430 --> 00:00:26.290
<v Tobias>selbst ein gebürtiger Bordelais.

00:00:26.860 --> 00:00:31.060
<v Tobias>Dieses Mal verlassen wir die ausgetretenen Pfade und widmen uns dem weißen
Bordeaux.

00:00:32.170 --> 00:00:38.380
<v Tobias>Neben trockenem Weißwein finden sich hier sensationelle Süßweine mit
beeindruckendem Alterungspotential.

00:00:38.950 --> 00:00:43.330
<v Tobias>Einer davon trägt gar die höchste Klassifikation aller Weine aus dem Bordeaux.

00:00:43.570 --> 00:00:48.460
<v Tobias>Ein spannendes Thema also, das eine lehrreiche Fortsetzung unserer
Bordeaux-Reihe ist.

00:00:48.670 --> 00:00:53.680
<v Tobias>Und bitte nicht vergessen, bewertet und abonniert unbedingt den Bei Anruf
Wein-Podcast.

00:00:54.910 --> 00:00:59.050
<v Tobias>Egal, ob auf Spotify, Apple Podcasts oder anderen Streamingplattformen.

00:00:59.290 --> 00:01:00.430
<v Tobias>Danke sehr!

00:01:01.180 --> 00:01:02.830
<v Tobias>Also bleibt mal dran.

00:01:03.010 --> 00:01:04.360
<v Tobias>Wir fangen direkt an!

00:01:05.280 --> 00:01:08.100
<v Michael>Wunderbar. Wir sitzen wieder in gewohnter Runde.

00:01:08.100 --> 00:01:14.130
<v Michael>Das freut mich. Cédric Garraud wieder bei uns und ihr mögt es ahnen: Es geht um
das Bordeaux.

00:01:14.160 --> 00:01:15.270
<v Michael>Aber ein ganz bestimmtes.

00:01:15.270 --> 00:01:16.590
<v Michael>Erst mal hallo, Cédric.

00:01:17.250 --> 00:01:18.930
<v Cédric>Hallo Michael, hallo Tobias.

00:01:19.230 --> 00:01:22.050
<v Cédric>Ich freue mich auch sehr, wieder in dieser Runde zu sein.

00:01:22.050 --> 00:01:23.910
<v Cédric>Finde ich immer sehr schön, sehr spannend.

00:01:24.210 --> 00:01:27.840
<v Tobias>Ja, sag mal, der Michael hat es ja gerade schon anklingen lassen.

00:01:27.840 --> 00:01:30.420
<v Tobias>Wir sprechen natürlich wieder über Bordeaux, das 3.

00:01:30.420 --> 00:01:32.160
<v Tobias>Mal schon in diesem Podcast.

00:01:32.160 --> 00:01:35.820
<v Tobias>Und jetzt geht es tatsächlich um das weiße Bordeaux.

00:01:37.360 --> 00:01:47.260
<v Cédric>Ja, ich denke mal so, Weißwein aus Bordeaux ist ein wirklich großer, wichtiger
Bestandteil der Weinproduktion, der Weinkultur, der Weingeschichte, Entstehung,

00:01:47.260 --> 00:01:50.080
<v Cédric>also alles, was mit Wein zu tun hat.

00:01:50.080 --> 00:01:56.590
<v Cédric>Aber die meisten Menschen denken bei Bordeaux immer sofort an Rotwein und eben
nicht auch an Weißwein.

00:01:56.830 --> 00:02:01.510
<v Cédric>Und bevor wir einsteigen, kann sich jeder mal selber testen oder hinterfragen.

00:02:01.510 --> 00:02:07.390
<v Cédric>Und dann die Frage einfach mal an euch: Wann habt ihr denn das letzte Mal
selber mal einen Weißwein aus Bordeaux getrunken?

00:02:07.840 --> 00:02:11.260
<v Michael>Also bei mir ist es liegt ein bisschen zurück, war im Sommer.

00:02:11.620 --> 00:02:20.440
<v Michael>Das war so eine kleine Jugenderinnerung, möchte ich fast sagen, denn das erste
Mal, dass mich dann Sauvignon Blanc richtig interessiert hat, war tatsächlich in

00:02:20.440 --> 00:02:22.000
<v Michael>einem Weißwein aus dem Bordeaux.

00:02:22.030 --> 00:02:22.990
<v Michael>Schon ein bisschen her.

00:02:23.920 --> 00:02:26.110
<v Tobias>Ja, also bei mir ist es natürlich ähnlich.

00:02:26.110 --> 00:02:32.890
<v Tobias>Man muss natürlich auch zugeben, als Deutscher greift man ja insbesondere beim
Weißwein dann eher ins eigene Land.

00:02:33.550 --> 00:02:43.540
<v Tobias>Aber tatsächlich auch diesen Sommer im Sommerurlaub in der Bretagne, gibt es ja
auch eine Podcastfolge zu, da habe ich mir in einem Leclerc-Supermarkt eine

00:02:43.540 --> 00:02:46.030
<v Tobias>Flasche weißen Bordeaux gekauft.

00:02:46.210 --> 00:02:50.080
<v Tobias>Ganz bewusst, auch weil man ihn hier so einfach gar nicht kriegt.

00:02:50.110 --> 00:02:51.520
<v Michael>Nein, aber du selber, Cédric?

00:02:52.000 --> 00:02:53.140
<v Cédric>Ja, ich selber. Ich bin trotzdem.

00:02:53.140 --> 00:02:56.380
<v Michael>Wann war denn dein letzter Bordeaux im Glas, weißer Bordeaux?

00:02:56.380 --> 00:02:57.760
<v Cédric>Komme ich gerne gleich dazu.

00:02:57.760 --> 00:03:02.350
<v Cédric>Aber ich bin trotzdem sehr, sehr positiv überrascht, weil das ist ja gar nicht
so lange her.

00:03:02.350 --> 00:03:05.800
<v Cédric>Das war ja jetzt alles so 1, 2, 3 Monate her, maximal.

00:03:06.220 --> 00:03:13.990
<v Cédric>Und ich glaube aber, dass, es den meisten Weinfreunde-Zuhörern und -Followern
eigentlich schon ganz anders geht.

00:03:13.990 --> 00:03:19.030
<v Cédric>Ich glaube, Weißwein aus Bordeaux hat viel höheren Seltenheitscharakter.

00:03:19.030 --> 00:03:28.480
<v Cédric>Das ist wirklich eher eine Rarität, obwohl in meinen Augen das wirklich also
ein ganz klassischer Wein als Variante aus Bordeaux, der Weißwein,

00:03:28.870 --> 00:03:38.770
<v Cédric>zu Bordeaux gehört. Bei mir war das so, ich hatte im Sommer auch noch eine
Weißweinflasche von einem Weingut von einem Freund aus Bordeaux, der auch

00:03:38.770 --> 00:03:44.170
<v Cédric>Weißweine nicht nur so trocken, sage ich mal, pure macht, sondern auch mit
Barriqueausbau.

00:03:45.490 --> 00:03:55.420
<v Cédric>Und da muss ich sagen, da ist wiederum dieser Weinstil für mich nach meinem
Geschmack sehr geprägt von Sauvignon Blanc, nicht wirklich ideal in Kombination

00:03:55.420 --> 00:03:56.580
<v Cédric>mit Barriqueausbau.

00:03:56.580 --> 00:03:59.770
<v Cédric>Und deswegen hatte ich ihn einfach mal weggelegt und ich will sagen fast
vergessen.

00:04:00.820 --> 00:04:07.000
<v Cédric>Und ich dachte mir, so nach 2, 3 Jahren müsste das Holz mittlerweile vom Wein
verarbeitet sein.

00:04:07.000 --> 00:04:13.480
<v Cédric>Und das habe ich einfach mal probiert, weil dieser Wein hat auch, so ein
bisschen außergewöhnlich für Weißwein aus Bordeaux, einen sehr schönen

00:04:13.480 --> 00:04:17.620
<v Cédric>mineralischen Charakter und der konnte das gut kompensieren.

00:04:17.620 --> 00:04:23.140
<v Cédric>Also war wirklich ein Weißwein aus Bordeaux, der mir persönlich sehr viel Spaß
gemacht hat.

00:04:23.140 --> 00:04:27.550
<v Cédric>Aus einem kleinen, ganz kleinen Anbaugebiet, Graves de Vayres, übrigens.

00:04:27.550 --> 00:04:30.550
<v Tobias>Okay. Ja, Graves, ich glaube, den Namen, den hören wir heute noch ein paarmal.

00:04:30.790 --> 00:04:34.780
<v Tobias>Aber wir müssen noch mal ein bisschen für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer
zurück zu den Basics.

00:04:34.870 --> 00:04:37.240
<v Tobias>Wir haben jetzt schon über Sauvignon Blanc gesprochen.

00:04:37.240 --> 00:04:39.760
<v Tobias>Also das heißt, wir haben eine konkrete Rebsorte benannt.

00:04:40.090 --> 00:04:44.950
<v Tobias>Und wir haben auch gesagt, ja, es steht so ein bisschen im Schatten eigentlich
des roten Bordeauxs.

00:04:45.100 --> 00:04:46.930
<v Tobias>Kann man auch ganz klar beziffern.

00:04:46.930 --> 00:04:50.710
<v Tobias>Nur rund 10 % der Bordeauxproduktion ist überhaupt weiß.

00:04:50.860 --> 00:04:54.580
<v Tobias>Also da merkt man die enorme Übermacht der Rotweine.

00:04:54.850 --> 00:04:58.300
<v Tobias>Ja und dann haben wir jetzt, wie gesagt, gerade schon den Sauvignon Blanc
genannt.

00:04:58.870 --> 00:05:04.750
<v Tobias>Es gibt aber noch eine 2., ganz wichtige Rebsorte im weißen Bordeaux.

00:05:06.250 --> 00:05:08.230
<v Tobias>Ja, Cédric, es ist an dir.

00:05:08.230 --> 00:05:10.360
<v Tobias>Sag uns mal was zu dieser Rebsorte.

00:05:10.480 --> 00:05:19.840
<v Cédric>Ich denke mal, das Modell von Weinmachen, Winemaking und Weinbau in Bordeaux ist
bei Weißweinen eigentlich ähnlich dem für Rotwein.

00:05:19.840 --> 00:05:27.610
<v Cédric>Das heißt, wir sprechen in der Regel über eine Assemblage, sprich die
Verbindung, die Vermählung von verschiedenen Rebsorten.

00:05:27.610 --> 00:05:37.450
<v Cédric>Und da, je nach Anbaugebiet, gibt es eben bedingt auch durch die Böden, die
Unterböden, das Mikroklima, Rebsorten, die besser

00:05:37.450 --> 00:05:43.990
<v Cédric>und andere, die nur ergänzend dazu passen, um den Charakter hervorzuheben.

00:05:43.990 --> 00:05:53.770
<v Cédric>Und Sauvignon Blanc ist eine Rebsorte, die sehr, sehr gut zu Bordeaux passt,
weil das ist natürlich am Atlantik auch immer ein schönes,

00:05:53.770 --> 00:06:03.520
<v Cédric>kühles Klima. Dementsprechend ist Sauvignon Blanc eine sehr duftige, florale
Rebsorte, die sehr, sehr stark duftet, die aber

00:06:03.520 --> 00:06:12.640
<v Cédric>vom Körper her relativ schlank ist in der Regel und die dementsprechend solo
oft schnell verfliegt.

00:06:12.790 --> 00:06:18.340
<v Cédric>Und dass diese Rebsorte zu Bordeaux passt, kann man sich vorstellen.

00:06:18.340 --> 00:06:27.700
<v Cédric>Immer wieder komme ich dazu, wenn man an die Frankreichkarte denkt, und Michael
hat es ja selber gesagt, die großen Weißweine von der Loire sind natürlich auch

00:06:27.700 --> 00:06:35.050
<v Cédric>Sauvignon Blanc. Und die Loire ist eigentlich nur 1, 2 Etagen höher Richtung
Norden in Frankreich, Richtung Bretagne.

00:06:35.170 --> 00:06:42.970
<v Cédric>Und dementsprechend sind ja auch, ähnlich wie an der Loire, diese
Weinanbaugebiete entlang großer Flüsse.

00:06:43.210 --> 00:06:46.300
<v Cédric>Da haben wir eben die, die die Loire als Fluss und bei uns die Garonne.

00:06:47.260 --> 00:06:48.700
<v Cédric>Und genauso passt das.

00:06:48.880 --> 00:06:55.450
<v Cédric>Das sind auch Böden, die sehr viel auch Kalk im Unterboden haben und wo der
Sauvignon Blanc ideal passt.

00:06:55.450 --> 00:07:03.800
<v Cédric>Aber eben, um ihm ein bisschen mehr Körperfülle und auch Rückgrat im Sinne von
Standhaftigkeit oder Dauer.

00:07:03.800 --> 00:07:04.400
<v Tobias>Struktur auch.

00:07:04.400 --> 00:07:07.360
<v Cédric>Struktur und ein bisschen Dauer, dass er ein bisschen Alterungspotenzial
bekommt.

00:07:07.810 --> 00:07:10.030
<v Cédric>Das sind eben Rebsorten wie Sauvignon.

00:07:10.330 --> 00:07:13.270
<v Cédric>Neben dem Sauvignon, Sémillon und Muscadelle.

00:07:13.300 --> 00:07:22.750
<v Cédric>Muscadelle ist wirklich eine sehr unbekannte Rebsorte, ist aber wirklich noch
mal vom Rebspiegel her in Bordeaux sehr, sehr klein, weil auch sehr, sehr

00:07:22.750 --> 00:07:26.230
<v Cédric>schwierig jedes Jahr reif und sauber zu bekommen.

00:07:26.230 --> 00:07:34.150
<v Cédric>Ist aber eine sehr, sehr wichtige Rebsorte, die auch da noch ein bisschen
Säure, ein bisschen eben das, was ich mit Rückgrat meinte, da in den Sauvignon

00:07:34.150 --> 00:07:35.080
<v Cédric>Blanc mit reinbringt.

00:07:35.740 --> 00:07:43.720
<v Michael>Also tatsächlich, wenn man sich den RebsortenSpiegel mal anguckt, ich habe die
Zahlen noch mal rausgekramt für heute: 45 % Sémillon,

00:07:44.200 --> 00:07:53.860
<v Michael>43 % Sauvignon Blanc, die sind also quasi gleichauf, und wie du gesagt hast,
Muscadelle 5 %, eher verschwindend gering dann im Vergleich.

00:07:54.010 --> 00:07:56.950
<v Michael>Aber es gibt sogar noch andere, die wir hier erst recht nicht kennen.

00:07:57.100 --> 00:08:01.900
<v Tobias>Ja, das finde ich, ist doch jetzt eine gute Grundlage für das weitere Gespräch.

00:08:02.110 --> 00:08:07.690
<v Tobias>Die Rebsorten, die kennen wir jetzt, und genau, Sauvignon Blanc kennen wir ja
eigentlich aus der ganzen Welt.

00:08:07.690 --> 00:08:15.190
<v Tobias>In Deutschland wird es auch immer mehr angebaut, insbesondere die Säure des
Sauvignon Blancs spielt ja in Wein in Bordeaux noch mal eine besondere Rolle.

00:08:15.190 --> 00:08:20.530
<v Tobias>Da kommen wir aber gleich noch mal zu, denn wir sind ja noch eigentlich bei
trockenen Weißweinen.

00:08:20.620 --> 00:08:26.110
<v Tobias>Ja, und dazu vielleicht dann auch jetzt noch mal so ein bisschen was, ja,
Appellation-Spezifisches.

00:08:27.910 --> 00:08:33.010
<v Tobias>Wir hatten ja in den anderen Bordeaux-Folgen schon drüber gesprochen mit
Klassifikationen usw.

00:08:33.250 --> 00:08:41.950
<v Tobias>Und vielleicht gibt es jetzt unter den Zuhörerinnen und Zuhörern noch am
ehesten Menschen, denen die Appellation Entre-Deux-Mers etwas sagt.

00:08:42.130 --> 00:08:49.810
<v Tobias>Die liegt zwischen den Flüssen Garonne und Dordogne und die gilt auch
tatsächlich ausschließlich nur für Weißwein.

00:08:50.170 --> 00:08:53.890
<v Tobias>Das ist ja für das Bordeaux erst mal eine ziemliche Alleinstellung.

00:08:53.920 --> 00:08:55.990
<v Tobias>Kannst du uns noch was zum Entre-Deux-Mers sagen?

00:08:56.530 --> 00:09:06.220
<v Cédric>Ja, das Entre-Deux-Mers ist eigentlich sogar ein von der Fläche her sehr, sehr
großes und damit auch für die Weinbauproduktion in

00:09:06.220 --> 00:09:15.550
<v Cédric>Bordeaux schon immer ein sehr bedeutsames Weinanbaugebiet gewesen, ist aber,
gehört nicht zu den imageträchtigen Weinanbaugebieten.

00:09:15.790 --> 00:09:24.550
<v Cédric>Eben Vielleicht auch, weil es eben als Entre-Deux-Mers, mit der Bezeichnung
Entre-Deux-Mers in der Regel immer nur trockene Weißweine,

00:09:24.850 --> 00:09:28.180
<v Cédric>einfachere Weißweine gemeint waren.

00:09:28.180 --> 00:09:31.840
<v Cédric>Aber man muss auch an den Namen Entre-Deux-Mers denken, Was bedeutet
Entre-Deux-Mers?

00:09:32.670 --> 00:09:34.270
<v Cédric>Zwischen den 2 Meeren.

00:09:34.270 --> 00:09:43.870
<v Cédric>Das heißt tatsächlich, dass das große Anbaugebiet Bordeaux, ja, mit dem linken
Ufer von der Garonne und dem rechten Ufer von der Garonne.

00:09:43.900 --> 00:09:47.470
<v Cédric>Das geht ja sogar darüber hinaus hinter die Dordogne.

00:09:47.470 --> 00:09:57.100
<v Cédric>Und das Entre-Deux-Mers zwischen den 2 Meeren das ist eben das Gebiet, was man
dann bezeichnet, was zwischen der Dordogne und der Garonne liegt, also

00:09:57.100 --> 00:10:06.610
<v Cédric>zwischen 2 sehr, sehr großen Flüssen, die immer breiter werden, immer größer,
weil sie finden dann irgendwann zusammen und bilden dann zusammen die Gironde.

00:10:06.610 --> 00:10:12.190
<v Cédric>Das ist die Mündung dieser beiden großen Flüsse, die dann in den Atlantischen
Ozean geht.

00:10:12.400 --> 00:10:22.240
<v Cédric>So, und dieses Entre-Deux-Mers ist dementsprechend eher lehmhaltig, aber auch
kalkhaltiger Boden, der vielleicht für

00:10:22.240 --> 00:10:32.080
<v Cédric>Rotweinanbau nicht so prädestiniert ist wie die großen Anbaugebiete eben um
Saint-Émilion oder im Médoc

00:10:32.080 --> 00:10:33.190
<v Cédric>oder in Pessac-Léognan.

00:10:33.430 --> 00:10:37.900
<v Cédric>Und daher gab es immer schon einen sehr, sehr hohen Anteil an
Weißweinproduktion.

00:10:39.700 --> 00:10:47.950
<v Cédric>Und vielleicht noch mal auch wichtig für euch zu verstehen, der Weinbau, der
hat ja auch immer mit der Gastronomie zu tun.

00:10:48.280 --> 00:10:53.860
<v Cédric>Und genau wie ich es gerade beschrieben habe, sind wir eigentlich gar nicht
weit weg vom Atlantik.

00:10:54.520 --> 00:11:04.150
<v Cédric>Das heißt, hier haben wir schon immer sehr viel Fisch und Meeresfrüchte,
Seafood, wie man das heute bezeichnet, gehabt und passend

00:11:04.150 --> 00:11:12.070
<v Cédric>eben zu diesen klassischen Lebensmitteln aus unserer Region, brauchten wir
natürlich auch für uns selber immer viel Weißwein.

00:11:12.070 --> 00:11:16.330
<v Cédric>Ja, und das kommt aus den Entre-Deux-Mers.

00:11:16.330 --> 00:11:25.870
<v Cédric>Und man muss sagen, ich glaube, bevor ich geboren wurde, weit zurückliegend
waren viele dieser Weißweine auch gar nicht so trockene

00:11:25.870 --> 00:11:35.650
<v Cédric>Weißweine, sondern viele Weißweine waren auch mit Restsüße, weil das ist schon
technisch anspruchsvoll, trockenen Weißwein zu

00:11:35.650 --> 00:11:45.430
<v Cédric>machen. Und weil man da vielleicht auch teilweise versucht hat zu
kompensieren, mit der Reife und mit dem Restzucker da

00:11:45.430 --> 00:11:55.240
<v Cédric>gearbeitet hat. Und es gab da 2, so zumindest habe ich das immer als junger
Kerl in Bordeaux kennengelernt, es gab da 2 junge Winemaker, die

00:11:55.240 --> 00:11:58.870
<v Cédric>von der Önologiefakultät aus Bordeaux kamen.

00:11:58.870 --> 00:12:08.530
<v Cédric>Das waren zum Beispiel der Jacques Lurton, das ist der eine der Söhne von André
Lurton, eben aus dem Entre-Deux-Mers in Grézillac, und Hugh Reimann, dessen

00:12:08.530 --> 00:12:18.370
<v Cédric>englische Eltern, ich glaube in den 60ern oder 70ern aus England rübergewandert
waren und in Bergerac ein schönes Weingut hatten.

00:12:18.370 --> 00:12:27.730
<v Cédric>Und diese beiden jungen Winemaker, die auch so ein bisschen diese französische
Bewegungen der Flying Winemaker mitgeprägt haben, die haben wirklich diesen

00:12:27.730 --> 00:12:33.070
<v Cédric>neuen Stil trockener Weißwein mit dieser großen Sauvignon Blanc-Dominante
geprägt.

00:12:33.700 --> 00:12:43.540
<v Cédric>Und es gab damals an der Fakultät den Denis Dubourdieu, also ein großer
Spezialist des Weißwein-Winemaking, der selber auch Weingüter hatte und der das

00:12:43.540 --> 00:12:48.610
<v Cédric>selber, also par excellence vorgeführt hat, wie man auch große Weißweine in
Bordeaux machen kann.

00:12:48.610 --> 00:12:58.360
<v Cédric>Und die sind mitverantwortlich eben für diesen sehr neuen, trendigen, modernen
Sauvignon Blanc-Stil, der in Bordeaux wirklich dann auch im

00:12:58.360 --> 00:13:05.080
<v Cédric>Entre-Deux-Mers einen Riesenerfolg hatte, gerade passend zu Fish, Seafood und
alles, was dazu gehörte.

00:13:05.530 --> 00:13:09.460
<v Michael>Cédric, ich habe aber noch mal eine Nachfrage zu diesen beiden großen Flüssen.

00:13:09.460 --> 00:13:15.520
<v Michael>Welchen Einfluss haben die denn auf den Weinbau und vor allen Dingen auf die
Stilistik dieser Weißweine?

00:13:15.640 --> 00:13:23.430
<v Cédric>Also wir reden also von der Dordogne, die nördlicher gelegen ist, und dann die
Garonne, die durch die Stadt Bordeaux führt.

00:13:23.430 --> 00:13:28.450
<v Cédric>Die Dordogne führt ja durch Libourne, also dort, wo sich eigentlich
Saint-Émilion, Pomerol befinden.

00:13:28.660 --> 00:13:38.230
<v Cédric>Und an Bordeaux grenzt er das Anbaugebiet und Pessac-Léognan, also ich sage,
ich nenne das mal mit meinen Worten als kommunale

00:13:38.230 --> 00:13:41.890
<v Cédric>Appellation der Graves, aus dem Anbaugebiet der Graves.

00:13:42.220 --> 00:13:47.140
<v Cédric>Und diese Flüsse haben natürlich einen sehr großen Einfluss.

00:13:47.770 --> 00:13:57.580
<v Cédric>Nicht nur geschichtlich, logistisch über die Handelswege usw., sondern ja, das
hat auch tatsächlich eine große Rolle gespielt in dem, was aus

00:13:57.580 --> 00:13:58.840
<v Cédric>Bordeaux heute geworden ist.

00:13:59.500 --> 00:14:05.170
<v Cédric>Natürlich auch übertragen in kleinerem Maße auf Libourne und die Dordogne.

00:14:05.170 --> 00:14:09.940
<v Cédric>Aber rein von den mikroklimatischen Verhältnissen hat das schon immer eine
große Rolle gespielt.

00:14:10.180 --> 00:14:16.090
<v Cédric>Das sind Flüsse, die sehr, sehr viel Wassermassen rauf- und runterspülen.

00:14:16.570 --> 00:14:26.020
<v Cédric>Also nicht immer nur in eine Richtung, sondern, weil wir ja nur ein paar
Kilometer vom Atlantik sind, von der Gironde, gehen auch die Gezeiten mit.

00:14:26.050 --> 00:14:35.740
<v Cédric>Das heißt, das Wasser spült auch flussaufwärts sich wieder hoch, also mit den
Gezeiten, und je nachdem, in welchem Zeitpunkt des Jahres wir uns

00:14:35.740 --> 00:14:40.300
<v Cédric>befinden, sind diese Einflüsse der Gezeiten immer größer oder weniger.

00:14:40.300 --> 00:14:46.750
<v Cédric>Das heißt Wasser bringt auch im Sommer Kühle, im Winter wärmere Luft.

00:14:47.020 --> 00:14:54.010
<v Cédric>Diese Wasserbewegungen an den Ufern bringen auch Sedimente, ja, die sich dann
die Reben auch zum Teil wieder holen.

00:14:54.010 --> 00:14:58.480
<v Cédric>Also das beeinflusst schon extrem stark das Mikroklima.

00:14:58.480 --> 00:15:08.470
<v Cédric>Und letzten Endes haben wir auch im Boden oder im Unterboden in diesen
Flussbänken, würde ich das mal nennen, ich weiß, ich bin jetzt kein Geologe,

00:15:08.470 --> 00:15:13.630
<v Cédric>aber ich glaube, jeder versteht das gerade, diese Flussbänke, unterschiedliche
Gegebenheiten.

00:15:14.650 --> 00:15:22.390
<v Cédric>Ja, und dementsprechend ist es immer so, dass dann der Typ Wein, den man da
oder dort machen kann, etwas variieren kann.

00:15:22.390 --> 00:15:32.050
<v Cédric>Und so ist wirklich tatsächlich ein Unterschied, glaube ich, zwischen dem
Entre-Deux-Mers und dem Médoc, der vielleicht sogar näher an dem Atlantik liegt,

00:15:32.050 --> 00:15:37.780
<v Cédric>aber der noch mal total andere Böden hat, ja, und wo man kaum Weißwein finden
wird.

00:15:38.440 --> 00:15:46.000
<v Tobias>Ja. Flussbank, Flussbett, bin ich mir jetzt irgendwie auch nicht so sicher, aber
zumindest klingt das ja, wenn man sich das schon so vorstellt, irgendwie

00:15:46.000 --> 00:15:50.200
<v Tobias>wirklich nach Weißwein und Frische und so einer gewissen Leichtigkeit.

00:15:50.200 --> 00:15:59.110
<v Tobias>Ich finde, das passt wirklich sehr, sehr gut und ich kann mir jetzt irgendwie
so merken Entre-Deux-Mers steht eigentlich vielleicht eher für unkompliziertere

00:15:59.110 --> 00:16:04.990
<v Tobias>Weißweine. Du hast das ja so beschrieben, als wäre das auch sozusagen der
Alltagswein bei euch schon früher in der Familie gewesen.

00:16:05.530 --> 00:16:13.630
<v Tobias>Wenn wir aber jetzt bei den trockenen Weißweinen bleiben, dann gibt es ja, sage
ich mal, auch das genaue Gegenteil von einfacher Alltagswein.

00:16:13.960 --> 00:16:16.840
<v Tobias>Michael, es fielen, glaube ich, schon ein paar Begriffe eben.

00:16:17.050 --> 00:16:18.220
<v Tobias>Mach uns doch mal schlauer.

00:16:18.220 --> 00:16:22.300
<v Michael>Ja, der Cédric nannte schon Graves, der nannte auch dankenswerterweise schon
Pessac-Léognan.

00:16:23.680 --> 00:16:29.530
<v Michael>Und da sind wir dann schon wieder in einem Thema drinnen, da können wir schon
wieder über Klassifizierung reden.

00:16:29.710 --> 00:16:30.450
<v Tobias>Ah, na, Gott sei Dank.

00:16:30.450 --> 00:16:31.630
<v Michael>Da sind wir wieder zu Hause.

00:16:31.630 --> 00:16:35.470
<v Michael>Kannst du uns mal sagen, wie sieht die Klassifizierung denn für diese Weißweine
aus?

00:16:36.920 --> 00:16:45.350
<v Cédric>Also das ist eigentlich ein ähnliches Prinzip, dass das Weinanbaugebiet Graves
ist ja ein relativ großes Anbaugebiet.

00:16:45.620 --> 00:16:55.190
<v Cédric>Das liegt südlich, südwestlich der Stadt Bordeaux, also tendenziell auf dem
linken Ufer der Garonne und im

00:16:55.190 --> 00:17:04.940
<v Cédric>nördlichen Teil der Graves, also angrenzend an die Vorstädte Pessac-Léognan und
auch Mérignac, quasi

00:17:04.940 --> 00:17:14.780
<v Cédric>bis dahin ist eigentlich ein relativ junges, ich würde es als kommunales
Anbaugebiet in Anlehnung an die aus dem Médoc

00:17:14.930 --> 00:17:17.550
<v Cédric>mit Saint-Julien, Pauillau, Margaux usw.

00:17:17.550 --> 00:17:21.380
<v Cédric>bezeichnen. Und in Pessac-Léognan befinden sich natürlich tolle Grand Cru
Classé.

00:17:22.400 --> 00:17:31.910
<v Cédric>Und dort in Pessac-Léognan haben wir ja auch einige der der Top Cru Classé aus
Bordeaux und mit Château Haut-Brion ja sogar eins, was

00:17:32.090 --> 00:17:35.690
<v Cédric>zu den 5 Premier Grand Cru Classé gehört.

00:17:35.810 --> 00:17:38.420
<v Tobias>Das heißt, da darf Weißwein und Rotwein gemacht werden?

00:17:38.420 --> 00:17:41.180
<v Cédric>Da darf Weißwein und Rotwein gemacht werden.

00:17:41.180 --> 00:17:45.170
<v Cédric>Diese Weingüter sind aber nicht immer für beides klassifiziert.

00:17:45.170 --> 00:17:54.740
<v Cédric>Es gibt, glaube ich, also ich würde sagen, ich habe das jetzt nicht genau im
Kopf, aber ich würde sagen, so 10 von diesen Cru Classé-Weingütern sind

00:17:54.740 --> 00:17:58.610
<v Cédric>für Rot klassifiziert und für Weißwein klassifiziert.

00:17:58.610 --> 00:18:05.420
<v Cédric>Also da fallen mir so Beispiele ein wie Malartic-Lagravière, Smith Haut
Lafitte, Château Olivier ein.

00:18:05.420 --> 00:18:09.170
<v Cédric>Also da gibt es mehrere Weingüter, die für beides klassifiziert sind.

00:18:09.320 --> 00:18:19.100
<v Cédric>Ich glaube, Pape Clément hatten wir vorhin auch, das Thema, ist für Rot, nicht
für Weiß, obwohl Pape Clément für mich mit die allerbesten

00:18:19.100 --> 00:18:21.650
<v Cédric>trockenen Weißweine überhaupt in Bordeaux macht.

00:18:21.680 --> 00:18:27.860
<v Cédric>Ja, und genau das Gleiche gilt, glaube ich, auch für Haut-Brion, mit dem ich
gerade angefangen habe.

00:18:27.860 --> 00:18:30.320
<v Cédric>Die sind, glaube ich, für Rot klassifiziert, aber nicht für Weiß.

00:18:31.300 --> 00:18:34.310
<v Tobias>Aber La Mission Haut-Brion, glaube ich, die dürfen auch weiß, oder?

00:18:34.310 --> 00:18:35.330
<v Cédric>Die dürfen auch Weiß, ja.

00:18:35.330 --> 00:18:40.010
<v Tobias>Genau, richtig. Und du hast gerade gesagt, Pape Clément, genau, das haben die
Hörerinnen und Hörer jetzt nicht mitbekommen.

00:18:40.010 --> 00:18:46.850
<v Tobias>Ich hatte ja vorhin schon erzählt, der letzte weiße Bordeaux wurde in der
Bretagne getrunken und ich habe den beiden eben noch mein Instagram-Post dazu

00:18:46.850 --> 00:18:50.780
<v Tobias>gezeigt. Und dann sah man ein Drittwein von Pape Clément war es, glaube ich.

00:18:51.140 --> 00:19:00.200
<v Tobias>Ja, jetzt sind wir aber ja schon angekommen bei eigentlich so der
Premiumkategorie, der trockenen Weißweine im Bordeaux und vielleicht noch mal

00:19:00.200 --> 00:19:02.510
<v Tobias>jetzt so rein ausbautechnisch.

00:19:02.510 --> 00:19:07.940
<v Tobias>Also es ist ja relativ einfach zu verstehen, dass Weine aus dem
Entre-Deux-Mers ohne Holzeinsatz daherkommen.

00:19:07.940 --> 00:19:11.600
<v Tobias>Wie gesagt, eher ja ein bisschen auf Frische und Frucht vielleicht getrimmt.

00:19:11.600 --> 00:19:20.660
<v Tobias>Aber, wenn wir jetzt über Graves sprechen und wirklich über Premium Weißweine
von ganz, ganz renommierten Château, da spielt ja wahrscheinlich dann auch immer

00:19:20.660 --> 00:19:22.460
<v Tobias>Ausbau im Eichenholz eine Rolle, oder?

00:19:22.580 --> 00:19:28.850
<v Cédric>Ja, Ausbau im Eichenholz ist ja nicht gleich Ausbau im Eichenholz, wenn ich mich
so ausdrücken darf.

00:19:29.510 --> 00:19:34.550
<v Cédric>Es geht natürlich immer darum, mit welchem Anteil an neuen Barriques man so was
macht.

00:19:34.910 --> 00:19:39.620
<v Cédric>Also ja, wo ist das Gespür des Winemakers?

00:19:39.620 --> 00:19:42.620
<v Cédric>Mit welchem Fingerspitzengefühl geht er da vor?

00:19:43.100 --> 00:19:47.450
<v Cédric>Natürlich spielt auch die Frage Trend eine große Rolle.

00:19:47.450 --> 00:19:55.670
<v Cédric>Ich glaube, so in den 90er-Jahren war das wirklich immer sehr wichtig,
möglichst viel Holz, neues Holz zu verwenden.

00:19:55.790 --> 00:19:58.040
<v Cédric>Das ist natürlich auch da immer eine Geschmacksfrage.

00:19:58.040 --> 00:19:59.690
<v Cédric>Ich fand das immer sehr, sehr schade.

00:19:59.930 --> 00:20:07.100
<v Cédric>Es waren viele Weine, und mein Big Boss sozusagen, Jean-Michel Cazes auf
Château Lynch-Bages, der hat den Blanc de Lynch-Bages immer, ich glaube, das war

00:20:07.100 --> 00:20:09.140
<v Cédric>mit 100 % neuem Holz gemacht.

00:20:09.140 --> 00:20:12.380
<v Cédric>Ich glaube, das ist dann in den Folgejahren auch revidiert worden.

00:20:12.650 --> 00:20:19.190
<v Cédric>Nicht, weil ich das gesagt habe, aber weil ich wahrscheinlich für einen
gewissen Standardgeschmack stehe.

00:20:19.340 --> 00:20:23.660
<v Cédric>Das heißt, Sauvignon Blanc ist halt wirklich mit zu viel Holz nur sehr, sehr
schwierig.

00:20:24.350 --> 00:20:33.980
<v Cédric>Da geht diese sehr filigrane, florale Rebsorte, glaube ich, wirklich unter und
das wird dann sehr, sehr schwer, den eigentlichen Charakters des Weines

00:20:33.980 --> 00:20:37.070
<v Cédric>hervorzubringen. Da ist das Holz zu dominant.

00:20:37.460 --> 00:20:45.110
<v Cédric>Und ich glaube, dass in den letzten Jahren immer mehr die Châteaus, die auch
wirklich Holz zum Einsatz bringen, und das ist eben der Fall in Graves und

00:20:45.110 --> 00:20:51.320
<v Cédric>speziell in Pessac-Léognan, dass da immer mehr auch Fingerspitzengefühl mit zu
tun hatte.

00:20:51.650 --> 00:20:59.120
<v Michael>Aber wir reden ja immer noch über Assemblage, wir reden immer noch über
zumindest, sagen wir jetzt mal, 3 Rebsorten haben wir ja vorhin angesprochen.

00:20:59.330 --> 00:21:04.250
<v Michael>Gibt es da je nach Appellation, je nach Gebiet irgendwelche unterschiedlichen
Verhältnisse?

00:21:05.910 --> 00:21:13.170
<v Michael>Wir hatten das ja zum Beispiel bei dem roten Bordeaux, dass die eine Seite eher
auf Cabernet Sauvignon setzt und die andere eher auf Merlot.

00:21:13.320 --> 00:21:15.600
<v Michael>Gibt es etwas Vergleichbares in der weißen Welt?

00:21:16.480 --> 00:21:22.660
<v Cédric>Also das würde ich jetzt, das würde ich jetzt nicht so eindeutig sehen.

00:21:22.660 --> 00:21:28.930
<v Cédric>Ich glaube, der Part Entre-Deux-Mers, ja, das ist viel, viel mehr eben mit
Sauvignon Blanc.

00:21:28.960 --> 00:21:32.290
<v Cédric>Da ist die Dominanz von Sauvignon Blanc sehr, sehr stark geprägt.

00:21:32.290 --> 00:21:36.520
<v Cédric>Und in den anderen Regionen, im Graves eher vielleicht mit Sémillon.

00:21:36.760 --> 00:21:39.310
<v Cédric>So habe ich das eher in Erinnerung.

00:21:39.490 --> 00:21:46.930
<v Cédric>Aber das ist jetzt mehr so ein, oftmals so eine Art Fifty-Fifty-Spiel und hat
sehr viel auch mit Jahrgängen zu tun.

00:21:47.320 --> 00:21:55.060
<v Tobias>Also ich weiß, Michael, als wir, ich glaube, 2018 gemeinsam im Bordeaux waren,
haben wir zumindest für uns irgendwie festgestellt, es gibt immer mal wieder

00:21:55.450 --> 00:22:00.640
<v Tobias>einen weißen Bordeaux, wo mehr Sémillon drin ist, und dann wiederum auch
welche, wo mehr Sauvignon Blanc drin ist.

00:22:00.910 --> 00:22:04.780
<v Tobias>Und ich war bei denen hängengeblieben, die von Sauvignon Blanc dominiert waren.

00:22:04.780 --> 00:22:07.630
<v Tobias>Ich bin irgendwie nicht so der Sémillon-Typ.

00:22:07.630 --> 00:22:11.320
<v Tobias>Zumindest, wenn wenn die Aromatik so dominant rüberkommt.

00:22:12.220 --> 00:22:21.430
<v Tobias>Aber jetzt, liebe Leute, müssen wir ja eigentlich mal in einen Part einsteigen,
der ja für mich eigentlich, sage ich mal, der wichtigste ist beim Thema

00:22:22.030 --> 00:22:31.000
<v Tobias>weißes Bordeaux. Vielleicht ist das jetzt nur so eine persönliche
Angelegenheit, aber ich denke natürlich spontan immer an Süßweine und vor allem

00:22:31.000 --> 00:22:38.740
<v Tobias>an den großen Namen Sauternes, also die eigentlich ja wahrscheinlich
bekannteste Süßwein-Appellation in Bordeaux, vielleicht sogar in der ganzen

00:22:38.740 --> 00:22:41.140
<v Tobias>Welt. Da müssen wir jetzt mal irgendwie ran.

00:22:41.590 --> 00:22:44.950
<v Michael>Ja, vor allen Dingen sollten wir zuerst mal erklären: Was ist das Besondere?

00:22:44.950 --> 00:22:47.620
<v Michael>Wieso heißt dieser Wein Süßwein?

00:22:49.180 --> 00:22:58.870
<v Cédric>Also der, ich ich glaube, dass er so im normalen Sprachgebrauch als Süßwein
bezeichnet wird, weil er eben sehr viel Restsüße hat und

00:22:58.870 --> 00:23:00.010
<v Cédric>süß schmeckt.

00:23:00.010 --> 00:23:05.470
<v Cédric>Ich glaube rein strikt genommen fällt das, glaube ich, in die Kategorie
edelsüße Weine.

00:23:05.830 --> 00:23:06.460
<v Cédric>Kann das sein?

00:23:06.640 --> 00:23:08.350
<v Tobias>Ja, viel besser ausgedrückt.

00:23:08.350 --> 00:23:15.640
<v Cédric>Das heißt, dass diese Weine, das ist ja ein Nischenprodukt, sagen wir es mal so,
deswegen kennen das die wenigsten Leute.

00:23:16.210 --> 00:23:25.870
<v Cédric>Das, wie du sagst, Tobias, das gehört wirklich zu der Identität der Weine aus
Bordeaux, ist aber ein schwieriges Thema, weil das ist auch eine ganz

00:23:25.870 --> 00:23:29.140
<v Cédric>andere Art, Wein zu trinken, Wein zu konsumieren.

00:23:29.440 --> 00:23:39.220
<v Cédric>Das ist dann nicht wie bei den normalen Weißweinen oder Rotweinen, sodass man
dann auch mehrere Gläser davon einfach zum Essen

00:23:39.220 --> 00:23:44.890
<v Cédric>trinkt, sondern da muss man eher die passende Gelegenheit dazu finden.

00:23:44.890 --> 00:23:54.760
<v Cédric>Entweder zum Aperitif mit den entsprechenden kleinen Häppchen was dazu finden
oder eben zu bestimmten Käsesorten, die das

00:23:54.760 --> 00:24:04.450
<v Cédric>gut vertragen können, wo die Balance eben sehr interessant wird, zu diesen sehr
von der Restsüße und ihrer besonderen Aromatik geprägten

00:24:04.450 --> 00:24:12.160
<v Cédric>Weine, eben das Zusammenspiel mit einem Stück Käse, wie zum Beispiel
Blauschimmelkäse oder was auch immer.

00:24:12.160 --> 00:24:15.250
<v Cédric>Viele Leute bezeichnen diese Weine ja auch als Dessertweine.

00:24:15.430 --> 00:24:15.820
<v Tobias>Oh,ja.

00:24:16.300 --> 00:24:21.750
<v Cédric>Also zu einem Stück, weiß ich nicht was, tarte chocolat.

00:24:21.750 --> 00:24:24.100
<v Tobias>Scheint nicht so dein Ding zu sein wie ich das jetzt.

00:24:24.100 --> 00:24:25.100
<v Michael>Ne, ich bestehe dann doch.

00:24:25.100 --> 00:24:28.030
<v Cédric>Aber zum Dessert würde ich das, also ich persönlich jetzt nicht nehmen.

00:24:28.030 --> 00:24:30.880
<v Cédric>Das fände ich persönlich ein bisschen arg schade.

00:24:31.120 --> 00:24:37.600
<v Cédric>Und das ist dann irgendwie so, nur mal so doppelt gemoppelt, süß mit süß oder
hypersüß mit supersüß.

00:24:37.720 --> 00:24:44.170
<v Cédric>Also das ist, ich bin eh kein so süßer Typ vielleicht, also ich sage mal, ich
will ja keine davon abbringen.

00:24:44.170 --> 00:24:48.100
<v Cédric>Aber das ist jetzt, das ist jetzt eine reine persönliche Geschmacksgeschichte.

00:24:48.100 --> 00:24:52.060
<v Cédric>Also ich wäre viel eher da zu einem Stück Käse dazu zu haben.

00:24:52.300 --> 00:24:57.400
<v Cédric>Aber noch mal, das muss man jetzt hier auch noch mal vielleicht geraderücken.

00:24:57.400 --> 00:24:59.200
<v Cédric>Das hört sich alles nach süß, süß, süß irgendwie an.

00:24:59.200 --> 00:25:00.640
<v Michael>Genau, das ist mir jetzt ganz wichtig, dass wir das noch mal ausführen.

00:25:00.790 --> 00:25:04.660
<v Cédric>Also man darf diese Weine jetzt nicht nur auf Zucker und Restzucker und Süß
reduzieren.

00:25:05.690 --> 00:25:14.500
<v Cédric>Das sind Weine, die aufgrund auch ihrer total besonderen und ich würde fast
schon sagen, fast mit außergewöhnlicher Machart

00:25:15.400 --> 00:25:22.240
<v Cédric>eben so auch eine wirklich extrem außergewöhnliche und fast extravagante
Aromatik haben.

00:25:22.240 --> 00:25:31.900
<v Cédric>Ja, und das ist eben das, was eben nicht jeder kennt und mit dem auch nicht
jeder so einfach auf Anhieb von vornherein klar kommen würde.

00:25:32.590 --> 00:25:40.270
<v Cédric>Aber wo man sagen muss, das ist tatsächlich mit einer der interessantesten
Weinbereiche aus Bordeaux.

00:25:40.660 --> 00:25:48.880
<v Tobias>Also, und man muss ja irgendwie dazusagen, wir nähern uns vielleicht noch mal so
ein bisschen von den Hintergründen dazu, du warst jetzt schon beim Verkosten und

00:25:48.880 --> 00:25:50.110
<v Tobias>beim Essen und Trinken.

00:25:50.110 --> 00:25:51.520
<v Tobias>Finde ich grundsätzlich gut.

00:25:51.520 --> 00:25:56.260
<v Tobias>Aber Michael, erzähl uns mal, weil Sauternes ist eigentlich eine neblige
Angelegenheit.

00:25:57.430 --> 00:26:05.770
<v Michael>Ja, und eigentlich brauchen die Weinmacher und Winzer dort etwas, was sie sonst
eigentlich überhaupt nicht mögen, dass es nämlich irgendwann recht feucht wird,

00:26:05.770 --> 00:26:08.290
<v Michael>so zum Zeitpunkt Richtung Lese hin.

00:26:08.650 --> 00:26:10.990
<v Michael>Und dann passiert da etwas mit den Trauben.

00:26:11.140 --> 00:26:17.320
<v Michael>Wenn ein Laie vorbeigeht, sagt der: oh Gott, oh Gott, die Trauben sind
eigentlich hinüber, da ist ja was drauf.

00:26:17.320 --> 00:26:20.080
<v Michael>Da entwickelt sich was. Was entwickelt sich denn auf den Trauben?

00:26:20.080 --> 00:26:21.510
<v Michael>Und was passiert da, Cédric?

00:26:21.540 --> 00:26:29.080
<v Cédric>Ja, also noch mal auch da zum Verständnis für alle: Das ist was, was mit Nebel
zu tun hat, nicht nebulös.

00:26:29.080 --> 00:26:36.220
<v Cédric>Also keine nebulösen Praktiken, sondern da kommt tatsächlich Nebel, Nebelbänke
kommen ins Spiel.

00:26:37.270 --> 00:26:42.040
<v Cédric>Das hat damit zu tun, aber wir kommen da übrigens wieder zu deinem Thema Fluss
von vorhin.

00:26:42.460 --> 00:26:51.990
<v Cédric>Da kommt ein kleiner Fluss, ich glaube, so eher so aus den Pyrenäen, also mit
kaltem Wasser, kaltem Bergwasser und

00:26:51.990 --> 00:27:00.220
<v Cédric>kommt dann in die Garonne. Dieser kleine Fluss heißt Ciron, Le Ciron, und der
fließt eben durch dieses Anbaugebiet Sauternes.

00:27:01.000 --> 00:27:04.960
<v Cédric>Und zu dieser Jahreszeit führt das eben wirklich zu einer sehr starken
Nebelbildung.

00:27:05.800 --> 00:27:09.280
<v Cédric>Nebel ist halt Wasser.

00:27:09.490 --> 00:27:10.990
<v Cédric>Ja, Wasser in der Luft.

00:27:10.990 --> 00:27:13.600
<v Cédric>Das sind alles Wassertropfen in der Luft.

00:27:13.600 --> 00:27:15.970
<v Cédric>Ich weiß jetzt nicht, wie ich es besser bezeichnen sollte.

00:27:16.180 --> 00:27:18.520
<v Cédric>Und das ist genau das, was du meintest, Michael.

00:27:18.520 --> 00:27:27.520
<v Cédric>Das fürchtet jeder Winzer normalerweise, weil es führt dazu, dass die Trauben
am Stock faul werden, muss man so sagen.

00:27:27.520 --> 00:27:33.100
<v Cédric>Und das entsteht eben durch einen Pilz, durch Pilzbefall, und da werden die
faul.

00:27:33.370 --> 00:27:42.550
<v Cédric>Und dann kannst du in der Regel davon ausgehen, dass, wenn du normalen,
trockenen Weißwein oder Rotwein machen willst, dann werden diese Weine Fehltöne

00:27:42.550 --> 00:27:52.130
<v Cédric>haben. Das hat Einfluss auch auf die Ertragsmenge, klar, es wird weniger, aber
vor allem auf die Aromatik und auf die

00:27:52.130 --> 00:28:02.030
<v Cédric>Qualität des Weines. Hier aber, und es entsteht auch so eine Art, wie so eine
Art Schimmel auf diesen Trauben, die dann auch

00:28:02.030 --> 00:28:09.110
<v Cédric>Wasser verlieren und die wie also ausgetrocknet am Stock dann etwas von diesem,
wie so eine Art Schimmel.

00:28:09.260 --> 00:28:11.020
<v Tobias>Ja, wie so ein bisschen Fell, ne?

00:28:11.020 --> 00:28:19.610
<v Tobias>Und du sagst ja gerade irgendwie, die werden dann auch trockener, das hat
einfach was damit zu tun, der muss sich ernähren und der ernährt sich halt eben

00:28:19.610 --> 00:28:23.150
<v Tobias>von dem, was er in den Beeren auch vorfindet, hauptsächlich natürlich Wasser.

00:28:23.420 --> 00:28:30.950
<v Tobias>Aber, und das kennen wir ja auch von anderen Beispielen, dafür ist ja das, was
zurückbleibt, unfassbar konzentriert.

00:28:31.040 --> 00:28:33.350
<v Tobias>Und ich glaube, darum geht es am Ende des Tages, genau.

00:28:33.560 --> 00:28:38.840
<v Cédric>Und reichhaltig. Das heißt also, der Zuckergehalt, die Konzentration an Zucker
ist dann umso höher als normal.

00:28:39.980 --> 00:28:42.590
<v Cédric>Kommen wir wieder zurück zu den Basics der Vinifikation.

00:28:42.590 --> 00:28:52.580
<v Cédric>Das heißt enormes Potenzial durch diesen Zucker am Stock, das heißt, diese
edelsüßen Weine, dieser, der Schimmelpilz heißt übrigens Botrytis.

00:28:52.730 --> 00:28:53.480
<v Tobias>Oh ja, wichtig.

00:28:53.780 --> 00:28:55.370
<v Cédric>Also das sind edelsüße.

00:28:55.790 --> 00:29:00.290
<v Michael>Edelsüße, haben wir eben gesagt, jetzt geht es ja um Edelfäulnis, sozusagen.

00:29:00.290 --> 00:29:00.980
<v Cédric>Edelfäulnis.

00:29:01.070 --> 00:29:02.390
<v Tobias>Edelfauler Wein.

00:29:02.390 --> 00:29:04.520
<v Cédric>Aus dem Botrytis-Pilz entstandene Weine.

00:29:04.700 --> 00:29:14.480
<v Cédric>Und die haben also die, diese Süße, von der wir sprachen und die ich ja
wiederholt habe, wo ich das versucht habe, also das zu relativieren, das ist

00:29:14.480 --> 00:29:23.960
<v Cédric>nicht, weil man da Zucker dazukippt, sondern das ist wirklich durch dieses
Ergebnis, dass die Trauben so reichhaltig werden, das ist das eine.

00:29:23.960 --> 00:29:25.820
<v Cédric>Und das zweite, und das ist sensationell.

00:29:25.820 --> 00:29:27.230
<v Cédric>Das ist eben die Aromatik.

00:29:27.230 --> 00:29:33.830
<v Cédric>Ja, weil das ist wirklich also etwas, auch was total auf natürlichem Wege
dadurch entsteht.

00:29:34.010 --> 00:29:43.820
<v Cédric>Und die großen Weingüter, die berühmten Namen, die gehen so weit, dass sie per
Hand immer diese Trauben picken, wenn sie wirklich perfekt

00:29:43.820 --> 00:29:45.110
<v Cédric>dafür geeignet sind.

00:29:45.110 --> 00:29:54.650
<v Cédric>Und man sagt, also manche dieser Weingüter lassen ihre Leute bis zu 14-mal im
Rahmen einer Ernte durch die Weinberge durchgehen.

00:29:54.650 --> 00:30:03.080
<v Cédric>Und die lassen immer wieder das stehen, was aus ihrer Meinung nach nicht dafür
geeignet ist und picken von Hand dann bis zu 14-mal, wie gesagt.

00:30:03.200 --> 00:30:12.020
<v Cédric>Und dann, die Krönung ist, dass die Vinifizierung dann auf den Top-Weingütern
in Sauternes im Barrique stattfindet.

00:30:12.650 --> 00:30:13.190
<v Tobias>Genau.

00:30:13.190 --> 00:30:17.420
<v Michael>Sogar teilweise sehr lange. Also so ein Yquem liegt erst mal 4 Jahre dann im
Wein.

00:30:17.840 --> 00:30:22.340
<v Michael>Und wenn man so ein Yquem mal probiert, dann fragt man sich: Wo ist das?

00:30:22.610 --> 00:30:31.580
<v Tobias>Also Moment mal, Michael, jetzt muss ich ja sagen, du hast jetzt gerade diesen
Namen, diese Legende, Yquem, einfach so in den Mund genommen, ohne dass wir

00:30:31.580 --> 00:30:34.010
<v Tobias>dieses Château überhaupt vorgestellt haben.

00:30:34.250 --> 00:30:37.820
<v Tobias>Da würde ich gerne noch mal so eine Besonderheit eigentlich vortragen.

00:30:38.390 --> 00:30:41.870
<v Tobias>Die Zuhörerinnen und Zuhörer erinnern sich vielleicht an unsere, ich glaube, es
war die 1.

00:30:41.870 --> 00:30:51.530
<v Tobias>Bordeaux-Folge, wo es dann auch um die Klassifikation von 1855 ging, wo im
Grunde genommen festgelegt wurde, was sind die hochwertigsten Weine im

00:30:51.530 --> 00:30:56.210
<v Tobias>Bordeaux, also diese in 5 Kategorien eingeteilte Klassifikation.

00:30:56.480 --> 00:31:00.950
<v Tobias>Und da muss man jetzt auch ergänzen: Sauternes war da auch mit dabei.

00:31:01.130 --> 00:31:04.640
<v Tobias>Ja, also auch diese hochwertigen Süßweine haben da eine Rolle gespielt.

00:31:04.970 --> 00:31:14.660
<v Tobias>Und da muss man sich jetzt noch mal auf der Zunge zergehen lassen: Château
d'Yquem, heute noch mit Sicherheit das bekannteste Süßwein-Château der Welt, ist

00:31:14.660 --> 00:31:23.720
<v Tobias>da nicht nur als Premier Grand Cru Classé klassifiziert worden, was ja schon
eigentlich das Höchste überhaupt ist, sondern es hat noch einen extra Zusatz

00:31:23.720 --> 00:31:25.640
<v Tobias>erhalten, nämlich: Superior.

00:31:26.180 --> 00:31:28.700
<v Tobias>Ja, und das finde ich wirklich faszinierend.

00:31:28.730 --> 00:31:32.840
<v Tobias>Kein Rotwein aus dem Bordeaux hat diese Sonderstellung.

00:31:33.140 --> 00:31:39.920
<v Tobias>Ja, da ist dann so ein Mouton Rothschild ,die dann von Deuxième zu Premier noch
mal aufgestiegen sind usw., alles wunderbar.

00:31:40.550 --> 00:31:49.640
<v Tobias>Ne, ne, Yquem ist einfach Premier Grand Cru Classé Superior und das macht,
finde ich, total deutlich, wie wichtig dieser Süßwein aus dem Sauternes in

00:31:49.640 --> 00:31:50.270
<v Tobias>Bordeaux ist.

00:31:50.960 --> 00:31:52.580
<v Michael>Ja und welche Tradition er hat.

00:31:52.580 --> 00:31:57.680
<v Michael>Denn der Ruhm, der Ruf des Sauternes ist natürlich viel, viel älter als diese
Klassifikation.

00:31:58.970 --> 00:32:01.160
<v Michael>Also ich kann eine Anekdote beitragen.

00:32:02.030 --> 00:32:05.840
<v Michael>Thomas Jefferson war ja Botschafter in Paris während der Französischen
Revolution.

00:32:07.190 --> 00:32:09.980
<v Michael>Und er hat sich ungeheuer für Wein interessiert.

00:32:09.980 --> 00:32:18.260
<v Michael>Und er hat eine Spritztour sozusagen ins Bordeaux gemacht und hat ganz genau
Buch geführt über die Süßweine, die er getrunken hat.

00:32:18.920 --> 00:32:24.890
<v Michael>Er hat zum Schluss 220 Flaschen gekauft und 30 übrigens für George Washington
mitgebracht.

00:32:27.350 --> 00:32:28.070
<v Cédric>Nicht schlecht.

00:32:28.070 --> 00:32:31.520
<v Tobias>Ja, und das, in der Tat, das war ja dann schon ein bisschen früher.

00:32:31.850 --> 00:32:36.650
<v Tobias>Aber es gibt ja auch nicht nur Sauternes, sondern es gibt ja auch noch andere
Süßwein Appellation, ne?

00:32:36.980 --> 00:32:41.840
<v Cédric>Ja, die direkt daran angrenzen, also wie Barsac oder andere.

00:32:41.840 --> 00:32:49.110
<v Cédric>Aber wo das Prinzip, die Rebsorten und die Ernte, die Vinifizierung alle
identisch sind.

00:32:49.260 --> 00:32:52.440
<v Cédric>Das ist wie in den anderen Gebieten von Bordeaux.

00:32:52.440 --> 00:33:01.350
<v Cédric>Es gibt natürlich gewisse Teilanbaugebiete, die vom Renommee, der Reputation,
der entsprechenden Wertigkeit immer höher angesiedelt sind.

00:33:01.350 --> 00:33:10.740
<v Cédric>Aber das ist ja gerade das Interessante an so Anbaugebieten, ob das Bordeaux
ist oder woanders, dass man sich da so ein bisschen damit beschäftigt, um das

00:33:10.740 --> 00:33:19.560
<v Cédric>kennenzulernen. Und es gibt auch ganz, ganz, ganz tolle, ich nenne das mal,
Sauternes-Weißweine, die nicht das Label Sauternes, die Appellation Sauternes

00:33:20.190 --> 00:33:28.170
<v Cédric>tragen. Das hat sich fast als generischer Begriff etabliert, Sauternes, sondern
die aber aus zum Beispiel Barsac kommen oder anderen.

00:33:28.560 --> 00:33:32.910
<v Cédric>Ja, aber eigentlich kommen wir wieder zu dem Punkt, den ich am Anfang meinte.

00:33:32.910 --> 00:33:38.550
<v Cédric>Das hat alles auch was mit der Gastronomie, mit der Esskultur, mit der
Lebenskultur zu tun.

00:33:38.970 --> 00:33:41.430
<v Cédric>Wir haben doch schon so eine kleine Rundreise gemacht.

00:33:41.430 --> 00:33:43.710
<v Cédric>Wir sind übrigens noch nicht komplett durch mit Bordeaux.

00:33:43.710 --> 00:33:47.250
<v Cédric>Es gibt natürlich viele Geschichten um das Thema Rosé in Bordeaux.

00:33:47.550 --> 00:33:49.860
<v Tobias>Oh, Gott sei Dank, die 4. Folge ist gesichert, ich sehe schon.

00:33:50.580 --> 00:33:59.880
<v Cédric>Aber ihr seht doch, dass es für jeden Anlass, für jedes Gericht, für jeden
Moment einer Mahlzeit, von Aperitif,

00:33:59.880 --> 00:34:08.330
<v Cédric>Vorspeise, Zwischengericht, Hauptspeise, Käse, Dessert unterschiedlichste Weine
geben kann.

00:34:08.330 --> 00:34:17.130
<v Cédric>Und das gibt es zum Beispiel in Bordeaux, wie ich sagte, auch das gibt es in
anderen Anbaugebieten, aber alles in einer einzigen Region.

00:34:17.130 --> 00:34:22.800
<v Cédric>Und das macht halt eben auch die Vielfalt von so einer Weinanbauregion wie
Bordeaux.

00:34:23.520 --> 00:34:26.970
<v Cédric>Und das macht es umso spannender.

00:34:26.970 --> 00:34:29.100
<v Tobias>Ja, Cédric schwärmt von seiner Heimat.

00:34:29.460 --> 00:34:31.380
<v Michael>Wir hatten ja auch mal eine Einladung von ihm bekommen.

00:34:31.500 --> 00:34:38.460
<v Tobias>Ja, ich wollte gerade sagen, ich weiß auch nicht, was daraus geworden ist, aber
ich meine, klar, wenn man aus dem Bordeaux kommt, wie sollte man dann nicht von

00:34:38.460 --> 00:34:39.600
<v Tobias>der Heimat schwärmen?

00:34:40.200 --> 00:34:48.660
<v Tobias>Aber ich fand jetzt noch mal gut, was du sagtest zum Thema Essensbegleitung,
dass das so eine große Rolle spielt, weil ich bin ja, Michael weiß das, ich bin

00:34:48.660 --> 00:34:50.640
<v Tobias>ja bei Wein so ein Säurefetischist.

00:34:50.790 --> 00:34:59.070
<v Tobias>Und wenn ich dann höre, Sauvignon Blanc spielt da so eine große Rolle, dann
finde ich, passt das zum einen zum Thema Gastronomie, weil ich finde, Weine

00:34:59.070 --> 00:35:03.810
<v Tobias>brauchen natürlich Rückgrat durch Säure, um überhaupt gut Speisen begleiten zu
können.

00:35:04.320 --> 00:35:06.270
<v Tobias>Aber natürlich auch beim Thema Süßwein.

00:35:06.480 --> 00:35:13.350
<v Tobias>Also was wäre ein Süßwein mit, ich weiß nicht, was haben die, 150 Gramm
Restzucker pro Liter?

00:35:13.350 --> 00:35:14.280
<v Tobias>So ungefähr.

00:35:14.460 --> 00:35:15.330
<v Cédric>In Sauternes, ja.

00:35:15.330 --> 00:35:18.750
<v Tobias>Genau. Was wäre so ein Wein, wenn er nicht ausreichend Säure hätte?

00:35:18.750 --> 00:35:21.960
<v Tobias>Das wäre pappig, das wäre klebrig im Mund.

00:35:22.080 --> 00:35:25.200
<v Tobias>Es würde komplett Spannung und Leben fehlen.

00:35:25.560 --> 00:35:28.410
<v Tobias>Das machen sich ja viele Leute gar nicht so bewusst.

00:35:28.410 --> 00:35:35.070
<v Tobias>Aber wir brauchen, Cédric, von dir jetzt noch mal so zum Schluss, glaube ich,
dieser Podcastfolge so praktische Tipps.

00:35:35.070 --> 00:35:41.820
<v Tobias>Ja, also wir wollen ja jetzt unseren Hörerinnen und Hörern nicht empfehlen:
Kauft euch jetzt erstmal eine Flasche Yquem, dann wisst ihr irgendwie, wie die

00:35:41.820 --> 00:35:49.440
<v Tobias>Region tickt. Was könnte man denn jetzt Leuten, bei denen wir hoffentlich das
Interesse an das weiße Bordeaux geweckt haben, was kann man denen für einen Rat

00:35:49.440 --> 00:35:50.250
<v Tobias>mit auf den Weg geben?

00:35:51.260 --> 00:36:00.260
<v Cédric>Ich glaube, das fängt erstmal damit an, dass, bei vielen Leuten ist es so, dass
sie eher lieber Weißwein oder Rotwein trinken.

00:36:00.260 --> 00:36:07.820
<v Cédric>Das heißt, man muss von sich selber wissen okay, habe ich Lust, auch mal so
Weißwein aus irgendeiner anderen Region, ob das Bordeaux ist oder eine Region

00:36:07.820 --> 00:36:12.290
<v Cédric>aus Spanien, aus Österreich oder wo auch immer zu entdecken.

00:36:12.800 --> 00:36:17.180
<v Cédric>Und wenn man sich wirklich für Weißwein interessiert, dann ist der 2.

00:36:17.180 --> 00:36:25.790
<v Cédric>Step, dass man, wenn man, zum Beispiel du hattest es gesag, natürlich ist
Deutschland geprägt von vielen tollen Weinanbaugebieten, wo Weißwein eine ganz

00:36:25.790 --> 00:36:31.490
<v Cédric>große Rolle spielt, auch weil wirklich da sehr, sehr viel passiert ist in den
letzten 20 Jahren.

00:36:31.490 --> 00:36:36.080
<v Cédric>Und viele Winzer und Weinbaubetriebe tolle Weißweine hier in Deutschland
machen.

00:36:36.530 --> 00:36:40.970
<v Cédric>Aber die sind eben vom Stil doch anders als in einer Region Bordeaux.

00:36:40.970 --> 00:36:43.160
<v Cédric>Also muss man erstmal die Bereitschaft haben.

00:36:43.160 --> 00:36:50.990
<v Cédric>Wenn man sagt, okay, ich probiere jetzt mal einen Wein aus Bordeaux, dann muss
man damit rechnen, das wird anders schmecken als das, was ich aus Rheinhessen,

00:36:52.100 --> 00:36:57.260
<v Cédric>der Pfalz, Baden, der Mosel, aus dem Rheingau kenne, liebe, schätze.

00:36:57.320 --> 00:37:04.910
<v Cédric>Ja, und ich begebe mich, so wie wir es hier verbal am Mikrofon tun, auf die
Reise, dann mache ich das auch geschmacklich.

00:37:04.910 --> 00:37:13.460
<v Cédric>Und dann kann ich, glaube ich, so eine Weinreise am Tisch eingehen und einfach
mal gucken, wie passt was dazu.

00:37:13.460 --> 00:37:15.300
<v Cédric>Was esse ich gerne an Fisch?

00:37:15.300 --> 00:37:18.380
<v Cédric>Was könnte das richtige Foodmatching sein?

00:37:18.380 --> 00:37:27.410
<v Cédric>Also ich würde sagen, so ein Sauternes auf einen gegrillten Fisch, das würde
ich für mich jetzt tendenziell eher nicht probieren, ja, sondern zu einem

00:37:27.410 --> 00:37:36.890
<v Cédric>gegrillten Fisch würde ich eher wirklich so einen schönen Entre-Deux-Mers oder
einen Weißwein, zum Beispiel so einen Bordeaux-Weißwein aus dem Graves de

00:37:36.890 --> 00:37:44.360
<v Cédric>Vayres, was übrigens mit Graves Richtung Pessac-Léognan nichts zu tun hat,
sondern das Graves de Vayres-Anbaugebiet ist in der Nähe von Libourne, also

00:37:44.360 --> 00:37:46.490
<v Cédric>zwischen Bordeaux und und Saint-Émilion.

00:37:46.910 --> 00:37:50.150
<v Cédric>Aber Graves heißt nichts anderes als „Große Kiesel".

00:37:50.180 --> 00:37:56.500
<v Cédric>Ja, das heißt, also auch da, viele dieser Namen haben was mit der geologischen
Herkunft und Identität zu tun.

00:37:56.500 --> 00:37:57.700
<v Tobias>Wie der Gravel Stone.

00:37:57.700 --> 00:37:58.890
<v Cédric>Ja, genau.

00:37:58.890 --> 00:38:00.920
<v Cédric>Und dann muss man sich erkundigen.

00:38:00.920 --> 00:38:05.840
<v Cédric>Und welche Weine haben vielleicht dann ein bisschen mehr Fülle und vertragen
ein bisschen Barrique-Ausbau.

00:38:05.840 --> 00:38:15.740
<v Cédric>Und dann kann ich vielleicht auch mal so Gerichte mit weißem Fleisch oder
Kalbsgerichte, die wirklich dann auch schon so ein

00:38:15.740 --> 00:38:18.470
<v Cédric>bisschen einen kräftigeren Weißwein dazu verlangen.

00:38:19.070 --> 00:38:20.390
<v Cédric>Das sind so meine Tipps.

00:38:20.390 --> 00:38:24.740
<v Cédric>Und Sauternes natürlich, da komme ich immer in Deutschland auch selber ins
Strudeln.

00:38:25.310 --> 00:38:35.270
<v Cédric>Das ist natürlich der in unserer Region oder im Elsass, auch in Ungarn, in
Portugal, wo es auch so ähnliche Weine gibt, der perfekte Begleiter

00:38:35.270 --> 00:38:38.750
<v Cédric>für Entenstopfleber oder Gänsestopfleber.

00:38:38.960 --> 00:38:43.790
<v Tobias>Genau da ist sie, die Foie Gras. Da muss man vorsichtig sein, mit dem Thema.

00:38:43.790 --> 00:38:45.920
<v Cédric>Foie Gras ist natürlich in Deutschland immer ein schwieriges Thema.

00:38:45.920 --> 00:38:55.700
<v Cédric>Aber, wenn wir hier drüber sprechen, den Stil der Weine, das Foodmatching, die
geschichtliche Herkunft, wieso, weshalb,

00:38:55.700 --> 00:39:01.850
<v Cédric>warum es solche Weine wo gibt, dann muss man ganz offen sagen, das hat damit zu
tun.

00:39:02.090 --> 00:39:06.980
<v Cédric>Und deswegen, du warst hier, Michael, vorhin in der Geschichte, in den
Geschichtsbüchern unterwegs.

00:39:06.980 --> 00:39:14.840
<v Cédric>Ich glaube, Ludwig der XIV., der sogenannte Sonnenkönig, sagte von Sauternes:
„Der König der Weine, der Wein der Könige".

00:39:15.110 --> 00:39:20.750
<v Cédric>Ja, ich glaube, das beanspruchen auch andere Weinanbaugebiete für sich, ich
sag mal.

00:39:21.350 --> 00:39:22.970
<v Tobias>Ja, der war auch Champagnerfan, meine ich.

00:39:23.870 --> 00:39:25.370
<v Cédric>Ja, aber wie auch immer.

00:39:25.370 --> 00:39:27.440
<v Cédric>Aber das hat natürlich auch was damit zu tun.

00:39:27.440 --> 00:39:32.240
<v Michael>Ja, ich möchte aber jetzt trotzdem noch mal so eine Lanze für einen Sauternes
auch ohne Essen brechen.

00:39:32.240 --> 00:39:35.090
<v Michael>Ganz zum Schluss. Ihr könnt mich ja gerne abwürgen, aber ja.

00:39:35.090 --> 00:39:36.080
<v Tobias>Ich schalte einfach aus.

00:39:36.170 --> 00:39:42.290
<v Michael>Was man da an Aromatik lernt, an so ein paar Schlückchen, das ist eine Tiefe,
das sind Dimensionen.

00:39:42.620 --> 00:39:46.610
<v Michael>Da finde ich, muss man sehr, sehr lange suchen, wo man was Vergleichbares
findet.

00:39:47.150 --> 00:39:50.750
<v Michael>Und dass das jetzt immer „süß" genannt wird, stört mich ungeheuer.

00:39:51.050 --> 00:39:55.400
<v Michael>Klar ist das ein hervorstechendes Attribut, aber es ist beileibe eben nicht
alles.

00:39:56.390 --> 00:40:06.080
<v Cédric>Ja, und wenn wir schon beim Thema Lanze brechen sind: Ich glaube, wenn der eine
oder andere, der uns zuhört, von der Mosel ist oder aus dem Rheingau, der wird

00:40:06.080 --> 00:40:15.920
<v Cédric>natürlich sagen: Jungs, das gibt es nicht nur in Bordeaux, also das ist jetzt
keine Besonderheit, die ein Alleinstellungsmerkmal weltweit

00:40:15.920 --> 00:40:25.550
<v Cédric>hat, sondern das zeigt eben, dass es von der weinkulturellen und
gastronomischen Seite her seine totale Daseinsberechtigung

00:40:25.550 --> 00:40:27.740
<v Cédric>hat, selbst wenn es nur eine Nische ist.

00:40:27.740 --> 00:40:33.950
<v Cédric>Aber weil es eben nur eine Nische ist, ist es schwierig, auch für die Winzer,
nur davon leben zu können.

00:40:33.980 --> 00:40:43.820
<v Cédric>Deswegen hier mein offizieller Appell, mein Aufruf: Kauft euch auch solche
Botrytis-Weine nicht nur, um selber mal so was

00:40:43.820 --> 00:40:46.910
<v Cédric>total anderes, aber auch Hochwertiges zu entdecken.

00:40:46.910 --> 00:40:56.530
<v Cédric>Begebt euch auf eine geschmackliche Weinreise und unterstützt damit die Winzer,
die viel, viel Zeit, Arbeit investieren in den Ausbau

00:40:56.530 --> 00:41:00.430
<v Cédric>solcher Weinberge und solcher Weine in ihrem Keller.

00:41:01.180 --> 00:41:07.570
<v Tobias>Das finde ich ein hervorragendes Schlusswort, auch wenn es dann vielleicht eine
Beerenauslese oder Trockenbeerenauslese wird.

00:41:07.570 --> 00:41:10.060
<v Tobias>Aber auch damit lässt sich leben.

00:41:10.270 --> 00:41:12.280
<v Tobias>Ja, Cédric, vielen Dank.

00:41:12.280 --> 00:41:14.260
<v Tobias>Es hat wieder großen Spaß gemacht.

00:41:14.260 --> 00:41:15.940
<v Tobias>Die Zeit ist verflogen.

00:41:15.940 --> 00:41:18.610
<v Tobias>Ich hoffe, den Zuhörerinnen und Zuhörern geht das auch so.

00:41:18.610 --> 00:41:19.840
<v Tobias>Und du hast jetzt schon die 4.

00:41:19.840 --> 00:41:21.700
<v Tobias>Folge in Aussicht gestellt in Sachen Bordeaux.

00:41:21.700 --> 00:41:22.450
<v Tobias>Das finde ich gut.

00:41:22.780 --> 00:41:23.830
<v Cédric>Der Rosé, genau.

00:41:23.830 --> 00:41:26.560
<v Cédric>Aber als Abschluss kann ich nur alle ermuntern.

00:41:27.070 --> 00:41:31.060
<v Cédric>Wenn man sich damit beschäftigen will, muss man einfach in so eine Region
reisen.

00:41:31.960 --> 00:41:36.460
<v Cédric>Ihr habt selber gesagt, eure letzten Bordeauxs, das hatte auch was mit
Weinreisen zu tun.

00:41:37.660 --> 00:41:40.840
<v Cédric>Man muss zurück an die Wurzeln dieser Dinge.

00:41:40.990 --> 00:41:46.030
<v Cédric>Und das sollte uns auch ermutigen, auf mein Versprechen zurückzukommen.

00:41:46.030 --> 00:41:48.290
<v Cédric>Was du erwähnt hast, Tobias.

00:41:48.290 --> 00:41:51.580
<v Cédric>Ein Mann sollte versuchen, auch ein Wort zu sein.

00:41:51.880 --> 00:41:59.110
<v Cédric>Und ich lass mich da gerne dran messen und würde mich tatsächlich sehr freuen,
weil ich merke schon, ihr habt da viel Spaß an dem Thema.

00:41:59.260 --> 00:42:02.050
<v Cédric>Wenn wir es irgendwann mal schaffen sollten, das hinzukriegen.

00:42:02.050 --> 00:42:06.940
<v Michael>Super! Ich glaube, wir können zwar noch stundenlang weiterreden, aber das
Wichtigste ist wohl gesagt.

00:42:07.390 --> 00:42:14.230
<v Michael>Es bleibt jetzt also nur so eine kleine Verabschiedung und die heißt: Ich freue
mich, wenn es das nächste Mal wieder heißt.

00:42:14.530 --> 00:42:16.200
<v Tobias>Bei Anruf.

00:42:16.200 --> 00:42:17.200
<v Cédric>Wein.