WEBVTT

00:00:02.300 --> 00:00:07.280
<v Michael>Bei Anruf Wein. Der Weinfreunde-Podcast.

00:00:09.800 --> 00:00:12.890
<v Tobias>Ich grüße euch, liebe Weinfreunde. Mein Name ist Tobias.

00:00:12.920 --> 00:00:19.160
<v Tobias>Willkommen Bei Anruf Wein. Heute dreht sich alles um Wein und Marketing und um
ein Weingut,

00:00:19.160 --> 00:00:22.730
<v Tobias>das beides so ungewöhnlich verbindet wie kaum ein anderes in Deutschland.

00:00:23.000 --> 00:00:29.090
<v Tobias>Der pfälzische Familienbetrieb Emil Bauer setzt nicht nur auf Riesling und Co.,
sondern auch auf Rebsorten wie Chenin Blanc,

00:00:29.120 --> 00:00:34.220
<v Tobias>Carménère oder Nebbiolo. Aber nicht nur das sorgt bei Weinfreunden für
Aufmerksamkeit,

00:00:34.220 --> 00:00:42.050
<v Tobias>auch Weinnamen wie „Das schönste Schenken ist das Einschenken von Grauburgunder"
oder „If you can't be happy at least you can be drunk -

00:00:42.050 --> 00:00:48.260
<v Tobias>with my noir!" bleiben in Erinnerung. Michael und ich wollten von den Brüdern
Martin und Alex Bauer wissen,

00:00:48.260 --> 00:00:54.170
<v Tobias>wie Tradition und Provokation zusammenpassen und was gutes Marketing im Wein
heute leisten muss.

00:00:54.500 --> 00:00:57.380
<v Tobias>Und könnt ihr vielleicht auch noch eine Kleinigkeit leisten?

00:00:57.590 --> 00:01:04.430
<v Tobias>Bewertet und folgt doch bitte Bei Anruf Wein,
nehmt an unserer Umfrage in den Shownotes teil und besucht gerne weinlakai.de

00:01:04.460 --> 00:01:09.260
<v Tobias>für meine Weinseminare. Danke sehr! Also bleibt mal dran.

00:01:09.290 --> 00:01:16.940
<v Tobias>Wir fangen direkt an! Lieber Alex, lieber Martin,
herzlichen Dank, dass wir heute bei euch sein dürfen.

00:01:16.970 --> 00:01:19.340
<v Martin>Schön, dass ihr da seid und herzlich willkommen in der Pfalz.

00:01:19.970 --> 00:01:21.110
<v Michael>Da sind wir immer gerne.

00:01:21.230 --> 00:01:24.530
<v Tobias>Ja, da sind wir immer gerne. Wir sind hier beim Weingut Emil Bauer.

00:01:24.560 --> 00:01:30.530
<v Tobias>Und bevor wir jetzt hier in unser eigentliches Thema,
nämlich Weinmarketing oder Wein und Marketing einsteigen,

00:01:30.650 --> 00:01:35.030
<v Tobias>würde ich euch erstmal bitten, was zum Weingut Emil Bauer zu erzählen und vor
allem auch,

00:01:35.060 --> 00:01:39.710
<v Tobias>was so eure Rollenverteilung angeht. Denn es ist eine weitere Folge,
das muss man ja auch mal sagen,

00:01:39.710 --> 00:01:42.200
<v Tobias>wo wir es mit Geschwistern im Weinberg zu tun haben.

00:01:42.230 --> 00:01:47.240
<v Tobias>Wir waren jetzt ja vor nicht allzu langer Zeit bei den beiden Schwestern von
Meyer-Näkel.

00:01:47.270 --> 00:01:50.600
<v Tobias>Wir waren aber auch schon bei den Rings-Brüdern und bei Burggarten an der Ahr.

00:01:50.630 --> 00:01:57.140
<v Tobias>Also es ist auch so ein Thema, was ich ein bisschen durchzieht. Deswegen
interessiert uns natürlich auch so ein bisschen, wie ihr eure Aufgaben verteilt.

00:01:57.780 --> 00:02:00.360
<v Martin>Bei uns ist das immer ganz, ganz klassisch aufgeteilt.

00:02:00.870 --> 00:02:04.860
<v Martin>Wir führen jetzt, ich sage mal, seit knapp 12 Jahren das Weingut zusammen.

00:02:04.890 --> 00:02:11.130
<v Martin>Und ja, die Oma hat immer so einen Spruch geprägt:
Unser Betrieb kann einen Faulenzer verkraften.

00:02:11.580 --> 00:02:17.520
<v Martin>Das bin ich. Ich bin der, der draußen rumtingeln darf,
der den Vertrieb machen darf und Marketing.

00:02:18.120 --> 00:02:22.170
<v Martin>Und Alex macht quasi den Wein und die Weinberge.

00:02:22.200 --> 00:02:25.590
<v Martin>Und so ist es bei uns ganz, ganz klassische Rollenteilung.

00:02:25.590 --> 00:02:29.970
<v Martin>Und ich war gar nicht quasi vorgesehen fürs Weingut,
weil in der Landwirtschaft ist es ja so,

00:02:30.000 --> 00:02:33.870
<v Martin>der Ältere kriegt den Betrieb und der Jüngere darf dann quasi studieren gehen.

00:02:33.900 --> 00:02:41.520
<v Martin>So war das bei uns eigentlich auch. Und dann haben wir uns vor knapp 15 Jahren
in Südafrika getroffen.

00:02:41.550 --> 00:02:44.310
<v Martin>Er hatte quasi immer überwintert in Südafrika.

00:02:44.460 --> 00:02:47.910
<v Martin>Ich war durch Zufall für ein Fotoshooting unten.

00:02:48.900 --> 00:02:54.810
<v Martin>Und dann war es so eigentlich so eine, aus einer Suff-Laune heraus haben wir
dann beschlossen,

00:02:54.840 --> 00:02:56.810
<v Martin>wir könnten das Weingut auch zusammen machen.

00:02:57.260 --> 00:02:59.030
<v Tobias>Also, du warst schon gar nicht mehr?

00:02:59.240 --> 00:03:00.800
<v Martin>Ich war gar nicht geplant für das Weingut.

00:03:00.980 --> 00:03:03.050
<v Tobias>Alles klar. Du hattest auch schon einen anderen Weg eingeschlagen?

00:03:03.080 --> 00:03:11.630
<v Martin>Ich hatte ja ganz klassisch BWL studiert und war in,
ich sage mal, Werbeagenturen in der Automobilindustrie unterwegs und war für das

00:03:11.630 --> 00:03:17.420
<v Martin>Weingut, ja, wie gesagt, der Oma auch da wieder,
ich war zu teuer fürs Weingut,

00:03:17.450 --> 00:03:22.010
<v Martin>genau. Und die Oma hat immer gesagt, wenn der Kleine im Betrieb ist,
ihr seid in 2 Jahren bankrott.

00:03:22.250 --> 00:03:25.280
<v Martin>Das ist jetzt 12 Jahre her. Wir sind immer noch nicht bankrott.

00:03:25.430 --> 00:03:27.890
<v Martin>Uns gibt es immer noch. Von dem her, es ging alles gut.

00:03:28.190 --> 00:03:32.591
<v Michael>Ganz im Gegenteil. Ihr habt ja eine phänomenale Entwicklung in den vergangenen
Jahren hingelegt,

00:03:32.591 --> 00:03:38.420
<v Michael>ne? Aber noch mal kurz Südafrika. Du hast ja so ein bisschen weise milde
gelächelt,

00:03:38.420 --> 00:03:40.670
<v Michael>als er dann sagte, du hast da überwintert.

00:03:40.880 --> 00:03:43.070
<v Michael>Du hast da jetzt nicht die ganze Zeit am Strand gelegen,
oder?

00:03:43.310 --> 00:03:48.380
<v Alex>Nein, nicht wirklich. Also im Endeffekt nach dem Studium,
nach typischer Ausbildung,

00:03:48.410 --> 00:03:56.630
<v Alex>also ich habe klassische Küferausbildung genossen bei renommierten Betrieben in
Württemberg bzw.

00:03:56.660 --> 00:04:06.020
<v Alex>in der Pfalz. Dann traditionelles Studium in Geisenheim und nach dem Studium bin
ich dann nach Südafrika,

00:04:06.200 --> 00:04:15.140
<v Alex>um, ich sage mal, den Horizont zu erweitern,
um neue Kenntnisse zu bekommen, bzw.,

00:04:15.290 --> 00:04:19.340
<v Alex>ja was macht die Neue Weinwelt im Endeffekt auf der Südhalbkugel?

00:04:19.970 --> 00:04:23.390
<v Alex>Und das war dann, ich sag mal, das war tipptopp.

00:04:23.420 --> 00:04:27.530
<v Alex>Der Betrieb war grandios. Ich konnte viel lernen.

00:04:27.740 --> 00:04:33.078
<v Alex>Ich hatte viel Zeit um nachzudenken, zum Vordenken bzw.

00:04:33.078 --> 00:04:39.830
<v Alex>überdenken. Was kann ich aus dieser Erfahrung,
was ich auf der Südhalbkugel gelernt habe,

00:04:39.860 --> 00:04:49.670
<v Alex>im Endeffekt mit nach Hause bringen? Und durch eine also ja spontane
Werbeaufnahme von meinem Bruder von seiner

00:04:49.670 --> 00:04:58.150
<v Alex>Agentur trafen wir uns in Südafrika. Und dann,
also ich war während der Arbeit,

00:04:58.180 --> 00:05:03.370
<v Alex>er kam mittags auf den Betrieb. Da haben wir gesagt,
okay, im angeschlossenen Restaurant.

00:05:03.670 --> 00:05:06.370
<v Alex>Wir essen zusammen Mittag.

00:05:06.520 --> 00:05:08.320
<v Martin>Eine Flasche Wein geht, haben wir beschlossen.

00:05:09.250 --> 00:05:12.760
<v Alex>Aus einer Flasche wurden dann ein paar mehr.

00:05:13.750 --> 00:05:16.450
<v Alex>Um so geselliger wurden dann auch die Gespräche.

00:05:16.480 --> 00:05:19.660
<v Alex>Also nach dem Mittagessen ging ich leider nicht mehr arbeiten.

00:05:20.890 --> 00:05:30.520
<v Alex>Aber im Endeffekt - es fruchtete. Und ich sage mal,
ja, das war so der erste Meilenstein bzw.

00:05:30.520 --> 00:05:38.530
<v Alex>die erste Erkenntnis für den Betrieb oder für den Betrieb zu Hause,
dass wir zusammen den Betrieb weiterführen wollen.

00:05:38.890 --> 00:05:44.950
<v Tobias>Aber das hört sich ja jetzt erst mal so nach einem ganz guten Plan an,
aber die Geschichte haben wir auch schon häufiger gehört.

00:05:44.980 --> 00:05:50.890
<v Tobias>Ihr habt das ja, sage ich mal, auch deswegen nicht zu zweit gemacht,
wahrscheinlich weil nicht so wirklich klar war,

00:05:50.940 --> 00:05:55.800
<v Tobias>ob das dann auch für beide reicht, für beide Familien wahrscheinlich auch
reicht.

00:05:56.100 --> 00:06:00.480
<v Tobias>Also ihr habt ja dann irgendwie wahrscheinlich auch einen Plan geschmiedet,
wie ihr das irgendwie hinkriegen wollt, oder?

00:06:00.570 --> 00:06:06.270
<v Martin>Ich sag mal, das ist wirklich ein Thema,
weil ich sag mal, der Betrieb wurde die ganze Zeit geführt von meinem Vater und

00:06:06.270 --> 00:06:12.330
<v Martin>seinem Bruder zusammen. Das heißt, wir haben dann quasi vom Onkel,
der auch Kinder hatte oder Kinder hat,

00:06:12.330 --> 00:06:15.780
<v Martin>aber die kein Interesse haben. Ich meine,
es ist und bleibt Landwirtschaft.

00:06:15.810 --> 00:06:20.503
<v Martin>Machen wir uns nix vor. mit dem Winzerkönig im weißen Hemd hat es,
ich sag mal,

00:06:20.503 --> 00:06:27.990
<v Martin>relativ wenig am Hut und haben dann quasi den Onkel ausbezahlt,
die 50 % und wieder in eine Familienlinie gebracht.

00:06:28.020 --> 00:06:33.660
<v Martin>Allerdings ich glaube, was uns unterscheidet von vielen,
wir hatten einen Plan,

00:06:34.200 --> 00:06:39.420
<v Martin>wir hatten eine Strategie und haben uns wirklich,
ich sag mal, anhand dieser Strategie,

00:06:39.420 --> 00:06:43.680
<v Martin>anhand dieses Plans wirklich entlanggehangelt und quasi immer weitergemacht.

00:06:43.710 --> 00:06:47.040
<v Martin>Und ich glaube, das war letzten Endes wirklich immer auch der Erfolg.

00:06:47.460 --> 00:06:51.400
<v Martin>Ich meine, uns gibt es so, wie es uns heute gibt,
ich sage mal, seit knapp 10 Jahren.

00:06:51.910 --> 00:06:56.410
<v Martin>Und da haben wir schon, ich sage mal, einiges bewegt in den 10 Jahren.

00:06:56.440 --> 00:07:02.620
<v Martin>Wobei man aber auch sagen muss, dass die alte Generation,
wir haben zum Beispiel Cabernet Sauvignon oder Merlot oder Cabernet seit knapp

00:07:02.620 --> 00:07:06.700
<v Martin>40 Jahren, auch da schon immer weit voraus war der Zeit.

00:07:06.730 --> 00:07:11.770
<v Martin>Ich sag mal, vor 40 Jahren war das undenkbar,
Cabernet Sauvignon zu pflanzen in der Pfalz.

00:07:11.890 --> 00:07:15.040
<v Martin>Und das war damals auch alles ein Versuchsanbau.

00:07:15.400 --> 00:07:18.130
<v Martin>Wir haben da quasi immer dran angeknüpft.

00:07:18.160 --> 00:07:21.940
<v Martin>Wir haben, ich sage mal, viel verändert,
weil als wir den Betrieb übernommen hatten,

00:07:21.940 --> 00:07:29.110
<v Martin>wir wurden groß quasi mit Privatkunden,
aber die starben uns quasi unter den Fingern weg oder unter der Hand weg.

00:07:29.260 --> 00:07:34.930
<v Martin>Ich habe mehr, ich sag mal, Trauerkarten geschrieben am Anfang als „Willkommen
im Club"-Karten.

00:07:34.960 --> 00:07:44.350
<v Martin>Und wir hatten bis vor 10 Jahren weder einen Gastronomiekunden,
weder einen Kunden aus dem Handel noch sonst irgendwas und haben das dann quasi

00:07:44.380 --> 00:07:46.450
<v Martin>einmal komplett gedreht.

00:07:46.900 --> 00:07:52.395
<v Michael>Ich muss jetzt aber einmal noch auf diesen Südafrika-Moment zurückkommen. Was
war denn der entscheidende Satz,

00:07:52.395 --> 00:07:56.640
<v Michael>die entscheidende Idee vielleicht, die gesagt hat:
Jetzt machen wir es zusammen?

00:07:57.450 --> 00:07:59.070
<v Michael>Ihr kennt euch ja schon ein bisschen länger.

00:07:59.640 --> 00:08:04.020
<v Martin>Das schon. Ich sage mal, ein ausschlaggebender Punkt war,
ihr müsst euch vorstellen,

00:08:04.020 --> 00:08:07.500
<v Martin>ich hatte immer 3 Koffer im Auto - zwei kleine,
einen großen.

00:08:07.530 --> 00:08:13.440
<v Martin>Es ist jetzt 15:00, ich konnte euch früher um die Uhrzeit noch nicht
beantworten,

00:08:13.440 --> 00:08:18.330
<v Martin>wo ich heute übernachte, geschweige denn in welcher Stadt ich bin.

00:08:18.360 --> 00:08:24.570
<v Martin>Wir hatten zum Beispiel einen ganz, ganz großen Handyhersteller aus Finnland
gewonnen,

00:08:24.600 --> 00:08:25.980
<v Martin>weltweit.

00:08:25.830 --> 00:08:27.660
<v Michael>Gibt es ja auch richtig viele dann aus Finnland.

00:08:28.530 --> 00:08:33.240
<v Martin>Genau, genau. Und auf alle Fälle wurde ich da mitten in der Nacht wach.

00:08:33.270 --> 00:08:36.690
<v Martin>Es war taghell, es wurde gar nicht wirklich dunkel.

00:08:36.690 --> 00:08:39.600
<v Martin>Ich wusste weder wo ich bin noch wie viel Uhr es ist.

00:08:39.630 --> 00:08:45.810
<v Martin>Und dann habe ich gesagt: So, und irgendwann kannte ich jede Stwardess besser
als meine Frau. Da habe ich gesagt: Schluss, aus, Fertig, es muss sich irgendwas

00:08:45.830 --> 00:08:52.460
<v Martin>ändern. Und dann war das, ich sage mal,
das Thema Wein hatte mich schon immer irgendwie fasziniert.

00:08:52.460 --> 00:08:58.430
<v Martin>Aber das Thema Wein und Marketing, das gab es an sich so in der Form noch nicht.

00:08:59.420 --> 00:09:01.340
<v Tobias>Da gab es ja dann schon so einen Vorreiter.

00:09:01.370 --> 00:09:01.580
<v Martin>Genau, ja.

00:09:01.610 --> 00:09:03.440
<v Tobias>Gar nicht so weit weg von hier, glaube ich.

00:09:03.620 --> 00:09:10.040
<v Tobias>Eine halbe Stunde, Ellerstadt. Markus Schneider,
kann man ja auch mal sagen, gibt es auch eine Podcastfolge mit ihm. Der war dann

00:09:10.070 --> 00:09:12.950
<v Tobias>auch eine gewisse Inspiration für euch?

00:09:13.460 --> 00:09:18.170
<v Martin>Das mit Sicherheit. Und ich meine, das muss man neidlos anerkennen,
ohne ihn wären wir nicht da,

00:09:18.350 --> 00:09:22.730
<v Martin>wo wir sind. Ohne ihn wäre, ich sage mal,
der deutsche Wein und der Pfälzer Wein auch nicht da,

00:09:23.330 --> 00:09:29.750
<v Martin>wo er momentan ist. Wir haben ein paar Sachen anders gemacht als Markus.

00:09:29.750 --> 00:09:35.840
<v Martin>Und ja, wir haben lange überlegt, was können wir machen,
in welche Nische gehen wir?

00:09:35.870 --> 00:09:39.830
<v Martin>Ich sag mal, wenn man an das Thema zum Beispiel Riesling denkt,
dann geht man eher bei uns,

00:09:39.860 --> 00:09:47.940
<v Martin>ich sag mal, Richtung mittelhart. Wenn man an das Thema Rote Burgunder denkt,
ist man eher Richtung französische Grenze.

00:09:47.970 --> 00:09:56.850
<v Martin>Wir haben für uns eine Nische gesucht. Das war einmal das Thema Etiketten,
aber gleichzeitig auch das Thema Nachhaltigkeit mit Rebsorten,

00:09:56.850 --> 00:10:00.750
<v Martin>die bei uns nicht heimisch sind. Das war uns immer ganz,
ganz wichtig.

00:10:00.780 --> 00:10:06.510
<v Martin>Ich hatte es vorhin schon mal erzählt. Wir haben so ein Ansehen,
wir sind seit knapp 10 Jahren Fair and Green zertifiziert.

00:10:06.510 --> 00:10:10.110
<v Martin>Bei uns geht es immer komplett um das Thema Nachhaltigkeit bzw.

00:10:10.140 --> 00:10:16.020
<v Martin>CO2 Neutralität. Aber was uns ganz wichtig ist,
wenn Alex und ich die Welt verlassen,

00:10:16.050 --> 00:10:21.720
<v Martin>möchten wir die Welt ein Stück, wirklich nur ein µ,
besser zurücklassen, als wir sie vorgefunden haben.

00:10:22.260 --> 00:10:27.300
<v Martin>Wenn es jeder tut von uns, auch ihr, dann reicht es noch für die nächsten 100
Generationen,

00:10:27.300 --> 00:10:30.660
<v Martin>ohne dass irgendwie ein Problem auftritt.

00:10:30.780 --> 00:10:35.310
<v Martin>Und das ist uns ganz, ganz wichtig. Und deshalb,
ich gehe davon aus, ich meine,

00:10:35.340 --> 00:10:41.070
<v Martin>ihr habt jetzt dieses Jahr gesehen über Sommer,
das Thema Wasser, das Thema Sonnenintensität.

00:10:41.640 --> 00:10:45.825
<v Martin>Die Sonneneinstrahlung, ich sage mal, wir hatten,
also unsere weißen heimischen Rebsorten,

00:10:45.825 --> 00:10:49.940
<v Martin>die sind teilweise verbrannt am Stock, die haben Sonnenbrand bekommen.

00:10:50.060 --> 00:10:52.130
<v Martin>Da holen die auch nichts mehr raus zum Pressen.

00:10:52.280 --> 00:10:58.280
<v Martin>Aber ich sage mal, unsere italienischen oder französischen Rebsorten,
die strecken die Fühler in die Sonne, denen kann es momentan noch gar nicht

00:10:58.280 --> 00:11:04.190
<v Martin>genug Sonne sein. Und von dem her, ich glaube,
dass es der richtige Weg für die Zukunft ist.

00:11:04.400 --> 00:11:10.070
<v Michael>Ja, es sind über 20 Rebsorten nicht deutscher Herkunft,
die ihr habt.

00:11:11.600 --> 00:11:16.610
<v Michael>Du kannst ja vielleicht mal kurz sagen,
welche es sind und wie ihr die auswählt.

00:11:16.640 --> 00:11:21.440
<v Michael>Weil da sind ja jetzt ein paar dabei, die als echte Überraschungskandidaten
durchgehen würden,

00:11:21.440 --> 00:11:21.530
<v Michael>ne?

00:11:22.040 --> 00:11:27.290
<v Alex>Also ist gerade im speziellen Bereich, im Weißweinbereich,
also durch Südafrika,

00:11:27.320 --> 00:11:37.017
<v Alex>also Chenin Blanc, wo wir also größere Parzellen haben,
dann Sémillon im Weißweinbereich,

00:11:37.017 --> 00:11:46.980
<v Alex>Viognier, alles im Endeffekt also südlichere Gefilde wie hier in der Pfalz
heimisch und auch speziell auf unsere Böden

00:11:47.010 --> 00:11:53.250
<v Alex>irgendwo angepasste Rebsorte, also Viognier liebt relativ kalkhaltige Böden.

00:11:53.310 --> 00:12:02.940
<v Alex>Bei uns im südlicheren Bereich von Nußdorf sind extreme kalkreiche Lagen und da
passt eigentlich Chenin oder

00:12:02.970 --> 00:12:12.960
<v Alex>Viognier wie die Faust aufs Auge. Und deshalb operieren wir eher in dieser
Richtung oder auch im Rotweinbereich.

00:12:12.990 --> 00:12:18.180
<v Alex>Nebbiolo, Barbera, Sangiovese zum Beispiel.

00:12:18.210 --> 00:12:26.670
<v Alex>Also Nebbiolo, also im Piemont liegt im Endeffekt auf dem gleichen Längengrad
wie Nussdorf,

00:12:26.670 --> 00:12:29.910
<v Alex>in Anführungszeichen, nur etwas nördlicher.

00:12:30.030 --> 00:12:35.280
<v Alex>Aber zum Beispiel im Piemont, die operieren Höhenausgleich.

00:12:35.310 --> 00:12:40.216
<v Alex>Also sie gehen eher weiter in die Höhe,
aber irgendwo, wer im Piemont schon mal war,

00:12:40.216 --> 00:12:40.580
<v Alex>so hoch sind die Berge da nicht.

00:12:41.150 --> 00:12:44.330
<v Tobias>So hoch wird es nicht, wir sind nicht in Argentinien,
ja.

00:12:44.930 --> 00:12:53.450
<v Alex>Also von dem her haben die schon eigentlich topographisch irgendwo größere
Probleme in der Zukunft.

00:12:53.480 --> 00:13:00.320
<v Alex>Also die richtige Typizität von Nebbiolo geht auch in dieser Region etwas
verloren.

00:13:00.350 --> 00:13:05.720
<v Alex>Also die werden kräftiger, die werden, ich sage mal,
etwas opulenter oder alkoholreicher.

00:13:06.020 --> 00:13:11.870
<v Alex>Natürlich kann ich das irgendwo steuern mit dem Lesezeitpunkt,
aber irgendwo brauche ich ein gewisses Reifefenster.

00:13:12.350 --> 00:13:13.310
<v Tobias>Klar, phenolische Reife.

00:13:13.340 --> 00:13:18.710
<v Alex>Ich kann da irgendwo auch nicht zu weit in die frühe Lese,
weil dann ist es nicht mehr reif,

00:13:18.740 --> 00:13:26.870
<v Alex>dann schmeckt es gar nicht. Und deshalb haben wir uns entschieden dafür,
diese Rebsorte eher in die nördlicheren Gefilde zu holen,

00:13:26.870 --> 00:13:34.790
<v Alex>um hier wieder irgendwo ein Alleinstellungsmerkmal für unseren eigenen Betrieb,
bzw.

00:13:34.820 --> 00:13:43.380
<v Alex>auch visionärisch aktiv zu sein, um nächste Generationen irgendwo eine
Vorreiterrolle zu spielen,

00:13:43.380 --> 00:13:47.610
<v Alex>was kann ich mit den Rebsorten bei uns in der Region erreichen.

00:13:47.850 --> 00:13:54.390
<v Tobias>Und wie viel, sage ich mal, Quäntchen Marketing hat da auch eine Rolle gespielt
bei der Auswahl von so,

00:13:54.420 --> 00:14:00.150
<v Tobias>sage ich mal, exotischen Rebsorten? Weil dadurch macht man ja auch so ein
bisschen von sich reden.

00:14:00.150 --> 00:14:06.750
<v Tobias>Oder war das, weil von dir formuliert hört sich das jetzt eigentlich nur so an,
als hättet ihr halt geguckt wegen auch Klimawandel und Tralala.

00:14:07.020 --> 00:14:10.680
<v Tobias>Aber da hat doch bestimmt auch irgendwie so ein bisschen dein Einfluss mit eine
Rolle gespielt, oder?

00:14:10.710 --> 00:14:17.970
<v Martin>Also mit Sicherheit. Es gab vorher noch kein,
ich sage mal, Pfälzer Carménère oder Petit Verdot,

00:14:18.030 --> 00:14:25.170
<v Martin>Malbec, Sangiovese. Ich hatte es vorhin erwähnt,
wir waren damals vor knapp 40 Jahren schon einer der Ersten mit Knipsers

00:14:25.170 --> 00:14:31.050
<v Martin>zusammen, die Cabernet Sauvignon in Deutschland angepflanzt haben oder auch hier
in der Pfalz,

00:14:31.050 --> 00:14:36.170
<v Martin>und Marketing ist so ein ganz, ganz Wichtiges,
ich sage mal, war uns, ich sag mal,

00:14:36.200 --> 00:14:41.990
<v Martin>sehr, sehr wichtig. Wir wollten quasi die Pioniere sein,
was diese Rebsorten angeht.

00:14:42.050 --> 00:14:49.400
<v Martin>Zum Beispiel Nebbiolo. Die ersten 6, 7 Jahre,
da hing nicht mal der Hauch von einer Frucht dran,

00:14:49.700 --> 00:14:55.010
<v Martin>wo dann mein Vater schon gemeint hat, du,
guck mal nach, ob die euch die richtigen Reben verkauft haben, da hängt gar

00:14:55.040 --> 00:15:01.010
<v Martin>nichts dran. Und ich meine, kannst du dir dann vorstellen,
wenn dann die Family so komplett hinter dir steht,

00:15:01.040 --> 00:15:04.610
<v Martin>wenn da nichts drin hängt? Das ist dann schon schwierig,
ja.

00:15:05.090 --> 00:15:12.000
<v Alex>Ja, also im Endeffekt auch von, ich sag mal,
ortsansässige Betriebe sind dann vorbeigefahren:

00:15:12.000 --> 00:15:18.530
<v Alex>„Was habt ihr denn da gesetzt? Das sind doch keine Wingert,
das sind doch Unterlagsreben,

00:15:18.560 --> 00:15:23.510
<v Alex>die die euch verkauft haben!". Da war wirklich tatsächlich bis zum 4.

00:15:23.510 --> 00:15:27.350
<v Alex>Standjahr noch nicht mal eine Beere, gar nichts!

00:15:28.010 --> 00:15:32.540
<v Alex>Und dann fängt man dann selbst an zu denken,
ja, was habe ich da gemacht?

00:15:32.570 --> 00:15:34.810
<v Alex>Warum habe ich jetzt die Sorte gepflanzt?

00:15:35.170 --> 00:15:41.620
<v Alex>Also ich pflanze nicht irgendein Rebsorte,
um nichts zu erreichen, nichts zu produzieren.

00:15:41.650 --> 00:15:49.450
<v Alex>Das funktioniert irgendwo auch nicht. Und dann,
nach Recherche und nochmal Telefonaten mit Italien,

00:15:49.450 --> 00:15:55.540
<v Alex>hin und her, also es braucht tatsächlich,
habe ich selbst im Vorfeld auch nicht gewusst,

00:15:55.570 --> 00:16:03.880
<v Alex>natürlich Infos. Bei uns von Rebzüchtern oder so gibt es auch nicht,
weil die kennen sich mit den Rebsorten erst recht nicht aus.

00:16:03.910 --> 00:16:08.860
<v Alex>Also auch das Pflanzmaterial, das haben wir direkt von Italien dann bezogen.

00:16:09.070 --> 00:16:14.170
<v Alex>Aber die Italiener sind dann auch eher etwas vorsichtig mit Infos rausgeben.

00:16:14.290 --> 00:16:14.560
<v Michael>Ja.

00:16:15.070 --> 00:16:19.990
<v Alex>Und das war dann, also Nebbiolo bis zum 4.

00:16:19.990 --> 00:16:23.860
<v Alex>Standjahr, wenn du Glück hast, vielleicht mal ein Träubchen.

00:16:23.890 --> 00:16:24.550
<v Tobias>Tatsächlich?

00:16:24.580 --> 00:16:31.720
<v Alex>Und ab dem 5. Standjahr, wird es dann, also sieht es eher aus wie ein Weinberg
mit Trauben.

00:16:32.290 --> 00:16:34.130
<v Martin>Das sind aber immer noch homöopathische Mengen.

00:16:34.340 --> 00:16:38.360
<v Michael>Wollte ich gerade fragen. Und jetzt ist besser geworden,
aber?

00:16:37.640 --> 00:16:38.360
<v Martin>Jetzt ist es Homöopathie.

00:16:38.720 --> 00:16:38.930
<v Michael>Okay.

00:16:39.350 --> 00:16:39.800
<v Tobias>Immer noch?

00:16:39.830 --> 00:16:42.950
<v Michael>Und wie sieht die Perspektive aus? Was sagen die Italiener mittlerweile?

00:16:43.130 --> 00:16:45.350
<v Michael>Müsst ihr noch fünf Jahre warten und dann wird es richtig?

00:16:45.380 --> 00:16:47.570
<v Alex>Also ich sag mal, die Qualität spricht für sich.

00:16:47.840 --> 00:16:52.670
<v Alex>Also die Trauben, die am Stock hängen, die sind wirklich,
die sind - Entschuldigung,

00:16:52.670 --> 00:16:54.950
<v Alex>dass ich das jetzt so sage - die sind extrem geil.

00:16:55.070 --> 00:17:00.830
<v Alex>Also vom Ausdruck her, vom Extrakt, also sehr vielversprechend.

00:17:00.860 --> 00:17:06.260
<v Alex>Auch die späteren Weine, das sind also wirklich große Weine,
natürlich.

00:17:06.260 --> 00:17:10.160
<v Alex>Aber ich nenne es ja in homöopathischer Menge.

00:17:10.610 --> 00:17:10.880
<v Tobias>Ja, gut.

00:17:10.910 --> 00:17:12.890
<v Alex>Aber alles in Ordnung.

00:17:13.160 --> 00:17:18.590
<v Tobias>Dafür Top-Qualität. Und sag mal, du bist ja,
sage ich mal, wirklich der Winzer,

00:17:18.590 --> 00:17:25.250
<v Tobias>der Landwirt. Und dann kam jetzt nach Südafrika dein Bruder dazu als,
ich sage es jetzt mal ganz despektierlich,

00:17:25.280 --> 00:17:30.230
<v Tobias>„Marketingheini". Gab es da nicht dann auch mal irgendwie so Momente,
wo du dann auch gesagt hast,

00:17:30.260 --> 00:17:33.370
<v Tobias>so, jetzt reicht es aber auch mal mit dem ganzen Marketing?

00:17:33.400 --> 00:17:34.120
<v Alex>Ja, gut.

00:17:36.280 --> 00:17:37.000
<v Michael>Doch so früh?

00:17:38.830 --> 00:17:43.270
<v Alex>Entschuldigung. Ja, natürlich gibt es diese Streitpunkte.

00:17:43.270 --> 00:17:48.520
<v Alex>Oder ich sage auch mal, er sieht es eher etwas,
ich nenne es jetzt visionärer.

00:17:48.760 --> 00:17:52.210
<v Alex>Also er sieht es schon viel weiter entwickelt.

00:17:52.930 --> 00:17:56.770
<v Alex>Meine Wenigkeit ist eher da etwas, ich nenne es jetzt vorsichtiger.

00:17:56.770 --> 00:18:04.180
<v Alex>Ich muss es auch produktionstechnisch dann so umsetzen,
dass, ich sage mal, zum Schluss irgendwo was hinten rauskommt,

00:18:04.180 --> 00:18:07.360
<v Alex>was tatsächlich dann auch schmeckt, bzw.

00:18:07.360 --> 00:18:11.170
<v Alex>mit der Stilistik, mit dem Sortencharakter etwas zu tun hat.

00:18:11.410 --> 00:18:20.290
<v Alex>Und da musste ich mich dann auch erst, ich sage mal,
etwas einfühlen und etwas inspirieren lassen.

00:18:20.320 --> 00:18:27.610
<v Alex>Aber durch internationale Verkostungen der einzelnen Rebsorten bzw.

00:18:27.850 --> 00:18:34.640
<v Alex>auch, ja, natürlich landet man irgendwo auch mal eine Bruchlandung.

00:18:36.020 --> 00:18:39.860
<v Alex>Es funktioniert nicht immer alles so gleich auf Anhieb.

00:18:39.890 --> 00:18:46.730
<v Alex>Aber das macht es eigentlich auch wiederum den Reiz,
oder, ich sag mal, die Energie,

00:18:46.730 --> 00:18:52.520
<v Alex>die man dann reinsteckt, dass man dann immer irgendwo das Optimum will.

00:18:53.090 --> 00:18:58.190
<v Michael>Aber wollt ihr denn jetzt, seid ihr in einem Stadium,
wo ihr herausfinden wollt,

00:18:58.190 --> 00:19:02.660
<v Michael>welche dieser neuen Rebsorten hier in der Pfalz für euch am besten ist?

00:19:02.660 --> 00:19:05.690
<v Michael>Oder habt ihr schon eine definitive Auswahl gefunden?

00:19:05.720 --> 00:19:09.230
<v Michael>Also wisst ihr schon, ja, Nebbiolo ist die Zukunft?

00:19:09.230 --> 00:19:14.720
<v Michael>Oder heißt es, warten wir jetzt noch mal 3,
4 Jährchen ab, wie sich das entwickelt und dann entscheiden wir das?

00:19:14.750 --> 00:19:19.760
<v Michael>Weil es ist ja immer ein langer Zeitraum,
wenn es um neue Reben geht.

00:19:19.790 --> 00:19:26.840
<v Martin>Wir haben ja quasi, ich sage mal, die Rebsorten gepflanzt und haben uns im
Vorfeld schon was dabei gedacht, quasi. Wir haben uns ganz lange mit dem Boden,

00:19:26.840 --> 00:19:30.040
<v Martin>mit dem Klima, mit unserem Terroir beschäftigt.

00:19:30.040 --> 00:19:34.150
<v Martin>Welche Rebsorten passen wohin in welchen Weinberg?

00:19:34.270 --> 00:19:40.870
<v Martin>Was passt? Und ich glaube, wir haben den perfekten,
ich sag mal Rebsortenspiegel für uns,

00:19:41.110 --> 00:19:49.510
<v Martin>für die Pfalz quasi gepflanzt und haben auch,
ich sage mal, 2, 3 neue Rebsorten die letzten Jahre noch mal zusätzlich

00:19:49.510 --> 00:19:53.200
<v Martin>gepflanzt, weil wir gemerkt haben, da fehlt uns ein bisschen was.

00:19:53.230 --> 00:19:56.590
<v Martin>Und, also es ist kein Versuch mehr.

00:19:56.740 --> 00:19:59.980
<v Michael>Okay, was waren die letzten Rebsorten, die ihr jetzt gepflanzt habt?

00:20:00.010 --> 00:20:00.340
<v Michael>Was ist dazu gekommen?

00:20:00.460 --> 00:20:03.640
<v Martin>Wir haben uns so ein bisschen verliebt in das Thema Rosé.

00:20:04.090 --> 00:20:09.670
<v Martin>Und wir hatten, ich sage mal, Grenache und Syrah hatten wir quasi schon lange
gepflanzt,

00:20:09.700 --> 00:20:17.440
<v Martin>vor allem Syrah, und haben jetzt mit Absicht quasi Cinsault gepflanzt,
quasi speziell für Rosé.

00:20:17.710 --> 00:20:24.310
<v Martin>Und Emilio Rosé ist so ein Herzensprojekt und haben jetzt quasi,
die letzte Rebsorte war Sémillon,

00:20:24.940 --> 00:20:30.160
<v Martin>die wir noch gepflanzt haben im Weißen,
quasi als Partner für einen Sauvignon Blanc.

00:20:30.370 --> 00:20:31.780
<v Michael>Den Emilio finde ich richtig gut.

00:20:32.080 --> 00:20:37.810
<v Tobias>Ich muss auch gerade sagen, es ist ein richtig,
richtig guter Rosé, den man wahrscheinlich auch blind verkostet,

00:20:37.840 --> 00:20:42.190
<v Tobias>überhaupt nicht nach Deutschland stecken würde. Also weder in die Pfalz noch
nach Deutschland,

00:20:42.220 --> 00:20:42.460
<v Tobias>sondern...

00:20:42.640 --> 00:20:46.030
<v Martin>Und das ist, und das ist wirklich mit Absicht,
das ist auch das Ziel.

00:20:47.290 --> 00:20:49.600
<v Martin>Aber auch da: Wir wollen Weine, die schmecken.

00:20:51.430 --> 00:20:55.570
<v Martin>Die jetzt nicht unbedingt nach Bauer schmecken,
nicht nach Pfalz schmecken, sondern Weine,

00:20:55.570 --> 00:20:57.880
<v Martin>die einfach schmecken, egal wo sie her sind.

00:20:58.690 --> 00:21:02.470
<v Tobias>Aber orientiert an schon, sage ich mal,
großen Vorbildern, ne?

00:21:02.650 --> 00:21:07.780
<v Martin>Was man, ich meine, ich sage mal, seit Jahrhunderten in Frankreich produziert,
ist ja nicht schlecht.

00:21:07.810 --> 00:21:10.150
<v Martin>Ich meine, ich kann mir da ja was abgucken.

00:21:10.150 --> 00:21:13.810
<v Martin>Ich bin mir absolut darüber bewusst, dass ich nicht das Mittelmeer vor der Tür
habe.

00:21:13.840 --> 00:21:17.980
<v Martin>Schön wär's. Das habe ich nicht. Ich habe anderes Klima,
ich habe andere Böden.

00:21:17.980 --> 00:21:20.260
<v Martin>Ich bin die Pfalz. Ich bin nicht Südfrankreich.

00:21:20.290 --> 00:21:26.140
<v Martin>Das ist uns bewusst. Aber warum nicht? Ich sage mal quasi,
ich sag mal gucken, was die anderen machen.

00:21:26.530 --> 00:21:31.660
<v Martin>Und wenn die Sorte dort wirklich gut funktioniert,
haben wir für uns gesagt das ist die Rebsorte.

00:21:31.660 --> 00:21:35.980
<v Martin>Und wir haben jetzt mittlerweile sogar noch mehr an Cinsault gepflanzt,
weil Emilio wirklich,

00:21:36.700 --> 00:21:38.350
<v Martin>wirklich ein Erfolg wurde, ja.

00:21:38.710 --> 00:21:43.408
<v Michael>Aber ich finde, da war dein Beispiel mit Südafrika und Neuer Welt,
das ist ja auch interessant,

00:21:43.408 --> 00:21:46.600
<v Michael>ne? Da fragt ja keiner, woher die Rebsorten eigentlich kommen.

00:21:46.630 --> 00:21:50.440
<v Michael>Da sind ja auch keine südafrikanischen oder argentinischen oder chilenischen
Reben,

00:21:50.470 --> 00:21:54.580
<v Michael>die kommen ja auch alle aus dem alten Europa.

00:21:54.610 --> 00:21:59.740
<v Michael>Und den Ansatz zu übernehmen, das leuchtet mir ein,
das macht Freude.

00:22:00.490 --> 00:22:05.140
<v Tobias>Wobei du jetzt den Pinotage natürlich vergessen hast. Das ist ja schon so ein
südafrikanisches Eigengewächs.

00:22:05.170 --> 00:22:05.500
<v Martin>Nein.

00:22:05.170 --> 00:22:05.500
<v Michael>Habt ihr auch Pinotage?

00:22:05.530 --> 00:22:05.920
<v Michael>Nein.

00:22:06.730 --> 00:22:07.780
<v Tobias>Okay, na gut.

00:22:08.080 --> 00:22:11.230
<v Michael>Ne, aber was mich jetzt interessiert, ihr habt diese Vision.

00:22:11.260 --> 00:22:15.220
<v Michael>Ihr fangt an mit den Reben. Ihr fangt dann irgendwann an,
habt die ersten Weine.

00:22:15.640 --> 00:22:19.480
<v Michael>Du hast da ja, du musst das ja umsetzen im Weinberg,
ja?

00:22:19.720 --> 00:22:21.880
<v Michael>Du setzt das dann marketingtechnisch um.

00:22:22.150 --> 00:22:28.020
<v Michael>Bei dir dauert es ein bisschen, bis die Reben das Alter haben und die Qualität
der Trauben stimmt usw.,

00:22:28.020 --> 00:22:30.064
<v Michael>aber beim Marketing, das dauert doch auch.

00:22:30.064 --> 00:22:35.430
<v Michael>War ja eine Idee und sofort zündet die. Wann,
meinst du, hat es denn angefangen,

00:22:35.430 --> 00:22:39.450
<v Michael>dass die Leute sagen: Ah, jetzt hier Emil Bauer,
da tut sich was, hast du gehört?

00:22:39.810 --> 00:22:42.450
<v Martin>Ich glaube, erst in den letzten 2, 3 Jahren,
ne?

00:22:42.600 --> 00:22:50.040
<v Alex>Ich wollte gerade sagen. Ja, ich sag mal so,
wo sich der, ich nenne ihn der Streukreis,

00:22:50.070 --> 00:22:57.720
<v Alex>der Kundenkreis immer größer wird, in Anführungszeichen,
durch spezielle Marketingmaßnahmen,

00:22:57.720 --> 00:23:04.200
<v Alex>durch Restaurants, wo wir in Kundschaft dazu gewinnen konnten.

00:23:04.740 --> 00:23:09.570
<v Alex>Also im Endeffekt Multiplikatoren, die uns im Endeffekt raus auf den Markt
streuen.

00:23:09.690 --> 00:23:19.620
<v Alex>Und wenn sich der Kreis immer weiter multipliziert oder erweitert,
und dadurch gewinnt der Name,

00:23:19.650 --> 00:23:24.320
<v Alex>ich nenne sie, oder die Marke Bauer, immer mehr an Bedeutung oder wird bekannter
dadurch.

00:23:24.560 --> 00:23:25.970
<v Martin>Vor allem halt auch an Profil.

00:23:26.390 --> 00:23:26.600
<v Tobias>Ja, ja.

00:23:26.960 --> 00:23:27.920
<v Martin>Das ist das Wichtige.

00:23:28.160 --> 00:23:31.880
<v Tobias>Jetzt ist es aber natürlich trotzdem so,
ihr seid jetzt die 5.

00:23:31.880 --> 00:23:39.230
<v Tobias>Generation, glaube ich, und ihr macht jetzt Weine,
die unter anderem heißen: „My Merlot is not the answer,

00:23:39.260 --> 00:23:41.390
<v Tobias>it just makes you forget the question".

00:23:41.540 --> 00:23:44.180
<v Martin>Genau. Wenn die Flasche unten ist, weißt du auch,
warum er so heißt.

00:23:45.080 --> 00:23:51.380
<v Tobias>Ist schon, ist schon klar. Aber ich sage mal,
das ist ja irgendwie, da kollidiert ja eine sehr lange Familientradition mit

00:23:51.410 --> 00:23:56.300
<v Tobias>extrem, sage ich mal, modernen und auch gewagten Ansätzen.

00:23:56.300 --> 00:24:00.200
<v Tobias>Gab es da nicht auch mal einen Zeitpunkt,
wo man so vielleicht die Befürchtung hatte,

00:24:00.500 --> 00:24:06.230
<v Tobias>jetzt müssen wir gucken, dass wir den Bogen nicht überspannen,
weil vielleicht kommen wir damit dann irgendwie nicht mehr durch?

00:24:06.470 --> 00:24:09.020
<v Martin>Na ja, ich meine, ihr seid vorhin durch Nussdorf gefahren.

00:24:09.050 --> 00:24:13.760
<v Martin>Wir sind eine 1.500-Seelen-Gemeinde. Da kannst du dir vorstellen,
das Etikett war:

00:24:13.790 --> 00:24:18.470
<v Martin>„Riesling, Sex, Drugs and Rock'n'Roll". Da kannst du dir dann vorstellen,
was im Ort los ist,

00:24:18.470 --> 00:24:21.060
<v Martin>wenn die plötzlich „Sex" aufs Etikett schreiben.

00:24:21.060 --> 00:24:25.710
<v Martin>Auch, ich sag mal, die Oma war da überhaupt nicht begeistert davon.

00:24:26.310 --> 00:24:32.400
<v Martin>Aber das war so der Anfang. Wir hatten ja immer,
oder ich hatte ja ganz, ganz große Visionen.

00:24:32.400 --> 00:24:36.270
<v Martin>Ich habe gedacht, ich gehe auf die ProWein im ersten Jahr,
wenn ich daheim bin,

00:24:36.300 --> 00:24:39.180
<v Martin>und dann mache ich dort das Geschäft meines Lebens.

00:24:39.780 --> 00:24:44.160
<v Martin>Jeder freut sich, dass wir da sind. Na ja,
ganz ehrlich, kein Hahn hat nach uns gekräht.

00:24:44.190 --> 00:24:49.140
<v Martin>Wir haben mehr selbst getrunken als ausgeschenkt,
waren völlig deprimiert.

00:24:50.430 --> 00:24:53.490
<v Martin>Ja, ich sag mal, wir kamen heim und außer Spesen nichts gewesen.

00:24:54.210 --> 00:24:57.600
<v Martin>Und da habe ich gedacht, so funktioniert es nicht mit der Ausstattung.

00:24:57.630 --> 00:25:04.050
<v Martin>Wir brauchen irgendwas anderes. Die Rebsorten und Co.,
das dauert Jahre, bis du da so weit bist.

00:25:04.080 --> 00:25:08.970
<v Martin>Das heißt, uns blieb dann quasi nur der Marketinghebel für den Anfang,
weil wie gesagt,

00:25:08.970 --> 00:25:13.500
<v Martin>ich habe es ja erwähnt, meine Eltern waren noch relativ jung.

00:25:13.530 --> 00:25:19.528
<v Martin>Alex Familie, ich mit Familie. So, plötzlich musst du 3 Familien irgendwie
ernähren.

00:25:19.528 --> 00:25:22.970
<v Martin>Und dann haben wir quasi diesen Marketinghebel genommen.

00:25:23.000 --> 00:25:27.503
<v Martin>Ein Jahr später hatten wir dann „Riesling,
Sex, Drugs and Rock'n'Roll". Ne, das waren 2 Jahre. Das 2.

00:25:27.503 --> 00:25:30.950
<v Martin>Jahr war auch noch relativ schlecht, weil wir so weit noch nicht waren.

00:25:31.190 --> 00:25:34.220
<v Martin>Und dann im 3. Jahr hatten wir dann Riesling,
Sex, Drugs dabei.

00:25:34.640 --> 00:25:38.300
<v Martin>Plötzlich haben die uns beinahe den Stand eingetreten.

00:25:38.720 --> 00:25:41.540
<v Martin>Das war so die Anfangszeit auch von Facebook und Co.

00:25:41.720 --> 00:25:49.820
<v Martin>Das hatte jemand gepostet bei Facebook und plötzlich stand der Stand wirklich
bumsvoll und es gab kein Halten mehr.

00:25:49.820 --> 00:25:53.540
<v Martin>Das war neu, das war ungesehen und plötzlich wollte jeder diese Weine.

00:25:53.870 --> 00:26:00.350
<v Martin>Das hat dann so gut funktioniert, dass wir immer weitere Weine,
wie jetzt auch zum Beispiel den Merlot „Answer" dazu gemacht haben.

00:26:00.500 --> 00:26:04.820
<v Martin>Haben aber, bei uns ist, was wir anders gemacht haben,
hatte ich vorhin erwähnt,

00:26:04.850 --> 00:26:09.080
<v Martin>wir hatten eine Strategie, weil du auch gemeint hast mit Bogen überspannen.

00:26:09.110 --> 00:26:14.180
<v Martin>Wir wollten nie zum Trend werden, weil Trends sind schneller vorbei,
als sie da waren und nach einem Trend,

00:26:14.180 --> 00:26:18.180
<v Martin>es gibt nichts Schlimmeres als ein Trend von gestern,
der ist heute nichts mehr wert.

00:26:18.660 --> 00:26:23.700
<v Martin>Deshalb, wir haben es begrenzt auf, ich sage mal,
die 11, 12 Weine mit diesem Label.

00:26:23.700 --> 00:26:27.810
<v Martin>Und das haben wir uns wirklich auch schützen lassen bis hoch unter die Decke und
gucken wirklich,

00:26:27.810 --> 00:26:32.940
<v Martin>dass die Marke ganz, ganz sauber gehalten wird,
dass da nichts mit dem Preis gemacht wird,

00:26:32.940 --> 00:26:36.960
<v Martin>nicht irgendwo groß verschleudert wird,
sondern dass die Marke einfach sauber ist.

00:26:37.050 --> 00:26:41.220
<v Martin>Mehr Sprüche gibt es auch nicht, es sei denn,
du möchtest ein individuelles Etikett,

00:26:41.220 --> 00:26:45.750
<v Martin>was möglich ist, aber das hat dann, ist dann dein Spruch,
aber nicht meiner.

00:26:45.750 --> 00:26:51.810
<v Martin>Und und das war's, also dass es auch nicht inflationär wird,
dass wir jetzt nicht jede Woche irgendwie einen neuen Spruch und irgendwann hat

00:26:51.810 --> 00:26:57.807
<v Martin>sich das. Ich habe gedacht, da wäre ein Wear-Out-Effekt bedeutend schneller,
aber zum Beispiel den Riesling,

00:26:57.807 --> 00:26:59.430
<v Martin>Sex, Drugs.

00:26:59.460 --> 00:26:59.940
<v Alex>Oder Bullshit.

00:27:00.180 --> 00:27:00.960
<v Martin>Burgunder Bullshit.

00:27:00.990 --> 00:27:02.340
<v Alex>Das sind mittlerweile Marken.

00:27:02.880 --> 00:27:05.940
<v Martin>Das sind Marken, die laufen von, die Leute kennen das.

00:27:06.360 --> 00:27:08.610
<v Martin>Und eine Marke gibt halt Halt, gibt Vertrauen.

00:27:08.640 --> 00:27:11.730
<v Martin>Deshalb nehmen das die Leute auch und dann schmeckt es auch noch.

00:27:11.790 --> 00:27:14.690
<v Tobias>Ja genau, und das finde ich, ist nämlich ein wichtiger Punkt.

00:27:14.720 --> 00:27:19.730
<v Tobias>Denn wenn man euer Gesamtsortiment anschaut,
dann sind das ja nicht nur diese, ich nenne sie jetzt mal Labelweine,

00:27:20.480 --> 00:27:23.930
<v Tobias>sondern es gibt dann auch noch so ein Premiumsortiment.

00:27:24.170 --> 00:27:30.620
<v Tobias>Und das finde ich total clever gemacht,
weil das ist schon für mich auch eine Gefahr bei Wein,

00:27:30.620 --> 00:27:35.510
<v Tobias>wo, sage ich mal, das Etikett durch den Witz und Einfallsreichtum usw.

00:27:35.930 --> 00:27:38.600
<v Tobias>vielleicht fast wichtiger wird als der Inhalt.

00:27:38.600 --> 00:27:46.040
<v Tobias>Ja, dass man dann, sage ich mal, noch ein anderes Sortiment hat,
was wirklich auch richtig ernstzunehmend ist,

00:27:46.040 --> 00:27:50.450
<v Tobias>was die Qualität angeht. Weil sonst hat man so ein bisschen,
glaube ich, die Gefahr,

00:27:50.450 --> 00:27:56.510
<v Tobias>das ja gar nicht so darauf geachtet wird oder ihr gar nicht,
sage ich mal, für die Qualität so geschätzt werdet,

00:27:56.540 --> 00:27:58.670
<v Tobias>sondern eher nur so für dieses Marketing.

00:27:59.060 --> 00:28:01.490
<v Martin>Am Anfang waren wir immer die mit den witzigen Etiketten.

00:28:02.030 --> 00:28:09.800
<v Martin>Ich sag mal, Alex und ich haben immer, wirklich immer eine Profilneurose at its
best.

00:28:10.460 --> 00:28:12.050
<v Martin>Und das war, ich sage mal, wir wollten einfach...

00:28:12.230 --> 00:28:13.020
<v Alex>Du wolltest nicht ernst genommen.

00:28:13.050 --> 00:28:20.070
<v Martin>Ja. Wir wollten nicht die immer sein mit den witzigen Etiketten,
sondern auch die mit der geilen Qualität in der Flasche.

00:28:20.100 --> 00:28:25.320
<v Martin>Und ich glaube, das haben wir früher gemacht als teilweise auch der Wettbewerb.

00:28:25.770 --> 00:28:32.940
<v Martin>Wir haben diese Etiketten-Weine nach wie vor,
haben aber parallel uns quasi so ein Universum aufgebaut oder auch mit den

00:28:32.940 --> 00:28:38.310
<v Martin>Rebsorten, quasi mit dem ganzen Spektrum,
um das Thema Qualität nachzumachen.

00:28:38.400 --> 00:28:42.120
<v Michael>Es gibt noch die Gutwseine, die Ortsweine,
Selektionsweine nennt ihr das dann.

00:28:42.150 --> 00:28:45.000
<v Martin>Genau, ab dem Ortwein macht es dann richtig Spaß.

00:28:45.390 --> 00:28:49.260
<v Martin>Das ist immer Handwerkskunst pur. Und die Selektionsweine,
ja, eh.

00:28:49.800 --> 00:28:53.700
<v Martin>Wir haben Selektionswein, Nebbiolo, das ist wirklich ein Dauerläufer.

00:28:53.730 --> 00:28:56.790
<v Martin>Der macht aber halt auch erst Spaß so ab 10 Jahren.

00:28:57.450 --> 00:29:00.720
<v Martin>Und dann fängt es an wirklich Spaß zu machen zu trinken.

00:29:00.750 --> 00:29:05.430
<v Martin>Und dann merkst du auch, dass es immer wirklich richtig,
richtig gute Qualität ist, die da im Glas ist.

00:29:05.610 --> 00:29:07.500
<v Martin>Und das haben wir quasi parallel gemacht.

00:29:07.860 --> 00:29:11.450
<v Martin>Wir haben die Markenweine, die Labelweine,
davon leben.

00:29:11.450 --> 00:29:20.540
<v Martin>Wir haben aber parallel quasi auch mit Ortsweinen und Selektionsweinen eine
Nische für uns besetzt mit den neuen Rebsorten,

00:29:20.570 --> 00:29:23.180
<v Martin>was jetzt mittlerweile richtig, richtig gut funktioniert auch.

00:29:23.210 --> 00:29:31.730
<v Michael>Gibt es da so einen Upselling-Effekt, dass einer mit eurem Grauburgunder
angefangen hat aus den Labelweinen und landet dann irgendwann beim Nebbiolo?

00:29:32.180 --> 00:29:32.450
<v Michael>Ja?

00:29:32.930 --> 00:29:33.410
<v Martin>Ja, absolut.

00:29:33.740 --> 00:29:37.460
<v Michael>Das heißt, damit baut man schon Vertrauen auf,
von dem man dann auch profitieren kann.

00:29:37.490 --> 00:29:39.590
<v Michael>Ja, dann geht doch die Idee perfekt auf,
oder?

00:29:39.620 --> 00:29:43.760
<v Alex>Also im Endeffekt, die Labelweine sind,
nenne ich jetzt, die Grundbasis.

00:29:43.970 --> 00:29:49.670
<v Alex>Also da versuche ich die Grundqualität also kontinuierlich immer gleich zu
halten,

00:29:49.700 --> 00:29:54.320
<v Alex>auch Jahrgangsschwankungen irgendwo auszuschließen.

00:29:54.350 --> 00:30:02.030
<v Alex>Also das muss immer super, super Qualität sein,
zu gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

00:30:02.030 --> 00:30:09.380
<v Alex>Und dann ist im Endeffekt der Sprung zu den Ortsweinen oder Selektionsweinen
eigentlich gar nicht mehr groß.

00:30:09.450 --> 00:30:16.230
<v Alex>Aber da kann ich noch mal ganz individuell im Endeffekt den Kunden irgendwo für
seinen Gusto,

00:30:16.230 --> 00:30:23.280
<v Alex>was er für top empfindet, noch mal rauspicken und noch mal irgendwo richtig
platzieren.

00:30:23.640 --> 00:30:31.800
<v Tobias>Und hat sich dann auch 2012, als das dann alles startete mit,
wir müssen mehr Wert auf Marke und Marketing usw.

00:30:31.830 --> 00:30:37.950
<v Tobias>legen, hat sich denn dann zu dem Zeitpunkt auch richtig was im Keller und im
Weinberg auch verändert?

00:30:37.980 --> 00:30:41.940
<v Tobias>Also gab es da dann auch so einen Punkt,
wo ihr sagtet, ja, da müssen wir jetzt auch noch mal irgendwie neu drüber

00:30:41.940 --> 00:30:42.480
<v Tobias>nachdenken?

00:30:42.780 --> 00:30:49.020
<v Alex>Ja gut, im Endeffekt das komplette Erscheinungsbild muss da irgendwo danach
angepasst werden.

00:30:49.050 --> 00:30:57.570
<v Alex>Also durch komplette Modernisierung von,
ich nenne es jetzt Stammhaus über Keller über Produktionsanlage.

00:30:57.600 --> 00:31:04.140
<v Alex>Also so, dass das dann auch die Wertigkeit oder die Wertigkeit im Kunden,
wenn er auf den Hof kommt,

00:31:04.170 --> 00:31:09.710
<v Alex>rüberbringt, um das ganze Gefüge irgendwo als Einheit abzubilden.

00:31:10.220 --> 00:31:15.770
<v Tobias>Und machst du? Aber Entschuldigung, machst du den Wein,
sage ich mal, jetzt immer noch so wie vor dieser Zeit,

00:31:15.770 --> 00:31:16.340
<v Tobias>oder?

00:31:16.370 --> 00:31:21.560
<v Alex>Nee, natürlich nicht. Also irgendwo ändert sich auch,
ich nenne es jetzt das Geschmacksprofil.

00:31:21.860 --> 00:31:30.920
<v Alex>Bzw. mit dem Alter wird man auch weiser.

00:31:30.920 --> 00:31:40.700
<v Alex>Man tendiert dazu, ich nenne es jetzt immer Gesundes weniger tun im Vorfeld,

00:31:40.760 --> 00:31:50.150
<v Alex>quasi im Jungweinbereich. Also früher war also immer Ende,
dann schnellstmögliche Verarbeitung,

00:31:50.180 --> 00:31:59.300
<v Alex>sauberes komplett alles, also durch natürliche Sedimentation ganz klarer Most,
und dann geht er in die Gärung mit

00:31:59.300 --> 00:32:08.030
<v Alex>Reinzuchthefe. Im Endeffekt, da wird man,
ich nenne es jetzt etwas lockerer in der Zukunft.

00:32:08.060 --> 00:32:17.990
<v Alex>Bzw., ja, im Wachsen von der Vision auch,
um die Individualität der Rebsorte immer weiter in den Vordergrund zu

00:32:17.990 --> 00:32:24.140
<v Alex>stellen, also um die Natürlichkeit im späteren Wein beizubehalten bzw.

00:32:24.140 --> 00:32:25.250
<v Alex>herauszuarbeiten.

00:32:26.060 --> 00:32:32.270
<v Michael>Hast du denn gleich viel Spaß am Machen eines Labelweines oder eines
Selektionsweines?

00:32:32.540 --> 00:32:40.400
<v Alex>Natürlich, Spaß machen nenne ich es, tut alles irgendwo auf seine Art und Weise.

00:32:41.150 --> 00:32:49.978
<v Alex>Ich sag mal, die Labelweine, die sind also relativ geradlinig,
ohne Schnörkel, ohne Drumrum.

00:32:49.978 --> 00:32:55.250
<v Alex>Und ab Ortsweinbereich bis Selektionsbereich,
da habe ich meine Spielwiese, wo ich,

00:32:55.280 --> 00:32:58.910
<v Alex>ich sage mal, der Natur freien Lauf lassen kann,
bzw.

00:32:58.940 --> 00:33:03.080
<v Alex>natürlich das fordert mehr, auch geistig.

00:33:03.590 --> 00:33:13.520
<v Alex>Weil ich sage mal, bei den Labelweine ist es eher ein Abarbeiten einer
To-do-Liste und je höherwertig die Qualitäten wird,

00:33:13.520 --> 00:33:17.090
<v Alex>umso mehr überlassen wir es der Natur.

00:33:17.900 --> 00:33:19.430
<v Michael>Aber man darf natürlich den Einstieg...

00:33:19.460 --> 00:33:22.760
<v Alex>Aber man muss trotzdem eingreifen dürfen.

00:33:22.940 --> 00:33:27.890
<v Michael>...man darf den Einstieg natürlich nicht vernachlässigen,
sonst funktioniert ja dieser Effekt nicht mehr. Wenn du den mit dem

00:33:27.890 --> 00:33:34.220
<v Michael>Einstiegslabel Wein nicht überzeugst, dann wird er auch keinen Orts-
und keinen Gutswein und keinen Selektionswein probieren.

00:33:35.330 --> 00:33:40.700
<v Alex>Genau. Also ich sage mal, ich nenne es jetzt salopp,
Schlamperei oder was darf nirgends auftreten.

00:33:40.730 --> 00:33:50.600
<v Alex>Also das funktioniert nicht. Also ich muss da schon relativ,
also schon sehr stark irgendwo immer mit meinen Gedanken bei der Arbeit sein.

00:33:50.630 --> 00:33:55.340
<v Alex>Also das heißt im Endeffekt, ich vergleiche es immer mit einem Bäcker oder
Metzger.

00:33:55.370 --> 00:34:03.460
<v Alex>Wenn einem Bäcker die Brötchen verbrennen im Ofen,
macht er eine halbe Stunde später oder einen halben Tag später,

00:34:03.490 --> 00:34:10.420
<v Alex>macht er frische Brötchen. Wenn ein Metzger seine Wurst versalzt,
macht er in zwei Stunden wieder eine frische Wurst.

00:34:10.450 --> 00:34:11.200
<v Michael>Aber bei euch?

00:34:11.230 --> 00:34:17.620
<v Alex>Wenn ich aber im Keller während der Lese etwas versemmel,
dann brauche ich 12 Monate,

00:34:17.620 --> 00:34:20.380
<v Alex>um das schlechte Produkt irgendwo am Markt zu platzieren.

00:34:20.830 --> 00:34:26.590
<v Alex>Und das darf mir nicht passieren. Das heißt,
ich bin in einem relativ kurzen Zeitfenster,

00:34:26.620 --> 00:34:31.060
<v Alex>muss ich nicht nur 100 %, sondern muss 110 %,
120 % bringen.

00:34:31.090 --> 00:34:36.970
<v Alex>Und das ist sehr fordernd und mit dem Älterwerden auch sehr zehrend.

00:34:37.450 --> 00:34:40.480
<v Martin>Ich glaube, Erfolg kommt durch die Extrameile.

00:34:42.010 --> 00:34:43.510
<v Martin>Alles andere ist, ja.

00:34:44.260 --> 00:34:50.950
<v Tobias>Und ihr müsstet ja jetzt eigentlich angesichts der Tatsache,
dass man immer wieder liest, Konsum von Wein ist auch eher rückläufig und so

00:34:50.950 --> 00:34:55.180
<v Tobias>weiter und so fort, müsste ja eigentlich wirklich froh mit der Entscheidung
immer noch sein,

00:34:55.210 --> 00:35:02.070
<v Tobias>so vorgegangen zu sein damals. Denn jetzt,
sage ich mal, seid ihr natürlich ganz anders positioniert als viele andere

00:35:02.070 --> 00:35:02.520
<v Tobias>Kollegen.

00:35:03.150 --> 00:35:07.860
<v Martin>Absolut. Ich sage mal, an mir liegt es nicht,
dass der Weinkonsum in Deutschland zurückgeht.

00:35:11.460 --> 00:35:11.940
<v Tobias>Ne, auch nicht. Ich auch nicht.

00:35:11.460 --> 00:35:15.480
<v Martin>Und von dem her, ne. Aber wir haben mittlerweile,
das war uns ganz, ganz wichtig,

00:35:15.480 --> 00:35:19.410
<v Martin>dass wir wirklich mal ein paar Beine haben,
wo wir drauf stehen können.

00:35:19.410 --> 00:35:26.400
<v Martin>Und das ist mittlerweile die Rechnung oder die Früchte,
das ging alles auf und das funktioniert auch alles.

00:35:26.430 --> 00:35:33.270
<v Martin>Und ich sag mal toi, toi, toi. Momentan ist es alles gut.

00:35:33.360 --> 00:35:35.940
<v Martin>Es gibt jetzt keinen großartigen Grund zu jammern.

00:35:35.970 --> 00:35:41.040
<v Martin>Sicherlich, wir merken das auch, dass, ich sag mal,
weniger getrunken wird.

00:35:42.000 --> 00:35:47.430
<v Martin>Aber ja, wie gesagt, auch wenn ich es einmal die Gastronomie vielleicht ein
bisschen schwächelt momentan,

00:35:47.460 --> 00:35:51.690
<v Martin>zum Beispiel der Ab-Hof-Verkauf läuft wie noch nie.

00:35:52.020 --> 00:35:53.430
<v Tobias>Ja okay, auch interessant.

00:35:53.460 --> 00:35:55.830
<v Michael>Aber vielleicht hängen diese beiden Phänomene auch zusammen.

00:35:56.130 --> 00:35:59.810
<v Martin>Gastronomie ist für uns zum Beispiel ein wahnsinniger Multiplikator immer
gewesen.

00:35:59.840 --> 00:36:05.120
<v Martin>Wenn du gut in der Gastronomie unterwegs bist,
ist auch viel daheim los.

00:36:05.360 --> 00:36:08.750
<v Martin>Aber wir merken auch, dass die Leute gar nicht mehr so in die Gastronomie gehen.

00:36:08.780 --> 00:36:13.910
<v Martin>Die machen dann vielleicht mal, ich sage mal,
oder die Pfalz ist touristisch sehr attraktiv.

00:36:14.240 --> 00:36:17.960
<v Martin>Das ist jetzt nicht der Erst- oder nicht der Zweiturlaub,
aber so Dritt-, Viert-, Fünft-

00:36:17.960 --> 00:36:23.204
<v Martin>und Sechsturlaub, mal ein verlängertes Wochenende,
und dann fahren die Leute aufs Weingut,

00:36:23.204 --> 00:36:25.640
<v Martin>so wie früher, und laden sich den Kofferraum voll.

00:36:26.300 --> 00:36:26.810
<v Tobias>Absolut.

00:36:26.840 --> 00:36:27.950
<v Martin>Und das ist, ja.

00:36:28.400 --> 00:36:33.290
<v Tobias>Jetzt noch mal in Richtung auch Verkauf noch mal weiter nachgefragt.

00:36:33.440 --> 00:36:37.070
<v Tobias>Spätestens seit Corona hat ja fast jedes Weingut einen eigenen Onlineshop.

00:36:37.400 --> 00:36:45.140
<v Tobias>Ihr habt euch jetzt ganz, ganz aktuell und frisch dazu entschieden,
eure Weine exklusiv bei weinfreunde.de zu verkaufen,

00:36:45.350 --> 00:36:50.750
<v Tobias>euch um dieses Thema Onlineshop dann in gewisser Weise auch nicht mehr zu
kümmern.

00:36:50.750 --> 00:36:57.900
<v Tobias>Das klingt auch schon wieder nach so einem innovativen Schritt,
den ich jetzt so von anderen Weingütern auch noch nicht mitbekommen habe.

00:36:58.170 --> 00:37:05.700
<v Martin>Das war aber wirklich eine ganz, ganz bewusste Entscheidung,
dass wir - ich erzähle quasi immer das Gleiche,

00:37:05.700 --> 00:37:11.370
<v Martin>aber wenn jeder das macht, was er am besten kann,
und dann funktioniert es und dann wird es auch gut.

00:37:11.400 --> 00:37:14.400
<v Martin>Wir können online nicht. Es ist nicht unser Steckenpferd.

00:37:14.910 --> 00:37:17.190
<v Martin>Dank, ich sage jetzt mal, Amazon und Co.

00:37:17.220 --> 00:37:22.230
<v Martin>ist die Onlinewelt. Die Leute drücken heute auf Bestellen,
5 Minuten später fragen sie,

00:37:22.230 --> 00:37:26.340
<v Martin>wo das Paket ist. So, wir sitzen jetzt beide hier mit euch zusammen.

00:37:26.340 --> 00:37:29.790
<v Martin>Da beantwortet niemand irgendeine E-Mail,
da geht auch niemand ans Telefon.

00:37:31.110 --> 00:37:38.970
<v Martin>Das ist so, wie es ist. Und deshalb haben wir für uns entschieden,
dass quasi die Weinfreunde ein megawichtiger Partner sind,

00:37:38.970 --> 00:37:42.660
<v Martin>für uns der beste Partner für das Onlinegeschäft,
um das abzudecken.

00:37:42.690 --> 00:37:45.000
<v Martin>Ihr könnt es. Wir können es nicht.

00:37:46.110 --> 00:37:53.460
<v Tobias>Ihr habt jetzt ja schon einen extrem langen Weg sozusagen hinter euch gebracht
mit vielen Learnings wahrscheinlich,

00:37:53.490 --> 00:37:59.230
<v Tobias>was Weinmarketing angeht. Wenn jetzt so ein ganz junger Winzer zu euch kommen
würde,

00:37:59.470 --> 00:38:07.090
<v Tobias>der vielleicht gerade den elterlichen Betrieb übernommen hat,
was wäre denn so der der Major-Tipp sozusagen,

00:38:07.120 --> 00:38:12.160
<v Tobias>den ihr geben würdet? Vielleicht jetzt mal an euch beide gerichtet und auch
gerne nacheinander beantwortet,

00:38:12.190 --> 00:38:14.740
<v Tobias>weil das ist ja wahrscheinlich auch nicht der gleiche Tipp.

00:38:16.600 --> 00:38:18.280
<v Martin>Ich würde sagen: Lass die Finger davon.

00:38:20.290 --> 00:38:24.010
<v Tobias>Das ist aber jetzt sehr demotivierend. Komm,
da muss es noch was gehen.

00:38:24.880 --> 00:38:29.050
<v Martin>Nein, es sind momentan wirklich sehr, sehr herausfordernde Zeiten.

00:38:29.860 --> 00:38:35.980
<v Martin>Aber ich glaube felsenfest daran, man kann Erfolg haben,
wenn man anders ist als andere.

00:38:36.010 --> 00:38:40.030
<v Martin>Und ganz ehrlich, ich brauche jetzt aktuell nicht mit dem 385.

00:38:40.180 --> 00:38:45.070
<v Martin>Riesling kommen oder mit dem 594. Grauburgunder,
irgendwie.

00:38:45.100 --> 00:38:48.880
<v Martin>Mach was anderes. Sei anders als die anderen.

00:38:49.870 --> 00:38:55.600
<v Martin>Egal ob traditionell oder modern. Mach es einfach nur anders und sei anders als
die anderen.

00:38:55.630 --> 00:38:57.910
<v Martin>Und dann kommt der Erfolg.

00:38:58.060 --> 00:39:04.000
<v Michael>Ich finde, gerade ihr zeigt ja auch, dass traditionell und modern oder innovativ
und traditionell,

00:39:04.000 --> 00:39:05.990
<v Michael>sind ja keine Widersprüche an dieser Stelle.

00:39:05.990 --> 00:39:07.360
<v Michael>Das befruchtet sich ja gegenseitig.

00:39:07.390 --> 00:39:11.320
<v Martin>Genau, ich meine, das siehst du ja bei uns. Ja genau,
wenn du jetzt bei uns in den Betrieb gehst, wir haben quasi immer probiert, dass

00:39:11.320 --> 00:39:14.530
<v Martin>wir die Tradition mit der Moderne verbinden.

00:39:14.530 --> 00:39:21.490
<v Martin>Wo wir jetzt hier sitzen, das war früher der Pferdestall,
die Tische sind aus alten Holzfässern gemacht,

00:39:21.490 --> 00:39:24.820
<v Martin>die Wände, das sind noch quasi die alten Wände mit modernen Möbeln.

00:39:24.850 --> 00:39:31.060
<v Martin>Also wir haben quasi immer probiert, egal bei was,
die Tradition mit der Moderne zu verknüpfen oder zu verbinden.

00:39:31.540 --> 00:39:34.300
<v Tobias>Alex, du noch einen Tipp? Du hattest jetzt viel Zeit,
um nachzudenken.

00:39:36.520 --> 00:39:44.230
<v Alex>Ja, wie gesagt. Also wenn ich jetzt Auszubildende,
also momentan auch wieder gerade der aktuelle Jahrgang,

00:39:44.350 --> 00:39:52.210
<v Alex>also was ich denen mitgeben würde oder kann,
sie sollen ihren eigenen Weg gehen.

00:39:52.240 --> 00:39:57.200
<v Alex>Also sie sollen sich selbst in die Augen schauen können und nicht irgendwas
nachmachen,

00:39:57.230 --> 00:40:06.590
<v Alex>sondern das, wozu sie, ich nenne es Interesse oder ihr Können individuell feilen
und das machen,

00:40:06.590 --> 00:40:11.900
<v Alex>was sie am besten können. Und ich sag mal,
man muss sich in der Weinbranche, denke ich,

00:40:11.960 --> 00:40:18.470
<v Alex>heutzutage nicht verbiegen oder irgendwas komplett Neues machen.

00:40:18.470 --> 00:40:23.390
<v Alex>Aber im Endeffekt, die eigene Handschrift soll immer irgendwo im Vordergrund
stehen.

00:40:23.420 --> 00:40:28.430
<v Alex>Wie du das machst, das ist völlig Wurst.

00:40:29.510 --> 00:40:36.470
<v Alex>Aber du musst im Endeffekt oder man muss im Endeffekt hintendran stehen können
mit einem ehrlichen Gesicht.

00:40:36.470 --> 00:40:43.400
<v Alex>Und das ist im Endeffekt das, was mir im Endeffekt auch verfolgen oder auch
versuchen unseren Kunden,

00:40:43.400 --> 00:40:48.680
<v Alex>oder wenn man jetzt Präsentationen oder Veranstaltungen haben,
authentisch zu sein.

00:40:48.980 --> 00:40:54.930
<v Alex>Also das ist auch, was der Martin angesprochen hat mit Tradition und Moderne.

00:40:57.450 --> 00:41:00.930
<v Alex>Das soll alles irgendwo, ich nenne es immer,
wie unser Wohnzimmer sein.

00:41:01.500 --> 00:41:11.250
<v Alex>Also wir wollen den Wohlfühlcharakter. Wenn ich hier sitze,
also ich kann oder ich könnte jetzt auch hier mit dem Gummistiefel und mit dem,

00:41:11.670 --> 00:41:18.660
<v Alex>ich sag mal, mit der Küferbluse oder irgendwas sitzen,
dann würde ich mich hier genauso wohlfühlen wie mit dem Anzug.

00:41:19.110 --> 00:41:27.270
<v Alex>Und das im Endeffekt so rüberzubringen,
dass der Kunde sich heimelig fühlt, das ist extrem wichtig.

00:41:27.300 --> 00:41:29.220
<v Alex>Und dann schmeckt auch der Wein ganz anders dann dort dazu.

00:41:30.720 --> 00:41:38.880
<v Tobias>Und da bei dem Stichwort Wohlfühlen, wenn jetzt jemand hier euch neu kennenlernt
und euch vielleicht hier auch besucht,

00:41:38.880 --> 00:41:48.180
<v Tobias>was wäre so eine Flasche, die ihr spontan auf den Tisch stellen würdet,
damit der Kunde oder Interessent euch besonders gut und direkt

00:41:48.180 --> 00:41:48.900
<v Tobias>kennenlernt?

00:41:49.610 --> 00:41:55.078
<v Martin>Ich würde ihm zum Beispiel eine Flasche Ortswein auf den Tisch stellen,
und zwar Sémillon.

00:41:55.078 --> 00:42:00.080
<v Martin>Das ist momentan wirklich, ich meine, viele fragen dann immer mit Lieblingskind.

00:42:00.110 --> 00:42:03.470
<v Martin>Wir haben keine Lieblingskinder von unseren 5 Kindern.

00:42:03.470 --> 00:42:07.344
<v Martin>Aber ich sag mal, so einen Lieblingswein gibt es dann doch.

00:42:07.344 --> 00:42:14.540
<v Martin>Bei mir ist es momentan Sémillon aus der Emilio,
weil er einfach, er vereint so viele.

00:42:14.570 --> 00:42:20.990
<v Martin>Ich sage mal, er hat einen schönen Schmelz,
eine schöne Fruchtigkeit und ist momentan für mich das Highlight.

00:42:21.020 --> 00:42:25.430
<v Martin>Das würde ich jedem Kunden auf den Tisch stellen,
auch wenn wir ganz, ganz wenig nur davon haben.

00:42:26.060 --> 00:42:29.900
<v Martin>Aber man muss es probiert haben, finde ich.

00:42:30.800 --> 00:42:34.160
<v Martin>Ja, und auch da. Du glaubst es nicht, dass es Pfalz ist.

00:42:34.190 --> 00:42:38.600
<v Martin>Du glaubst es nicht, dass es Deutschland ist. Du denkst,
es ist woher auch immer,

00:42:38.600 --> 00:42:40.040
<v Martin>aber nicht hierher.

00:42:41.120 --> 00:42:43.970
<v Tobias>Und bei dir auch Sémillon der Favorit, oder?

00:42:44.090 --> 00:42:44.480
<v Alex>Nein.

00:42:44.510 --> 00:42:46.970
<v Tobias>Nein, das kam deutlich. Okay.

00:42:48.090 --> 00:42:50.820
<v Alex>Also wie gesagt, wie Martin auch schon gesagt hat.

00:42:50.850 --> 00:42:57.330
<v Alex>Also Lieblingskinder, Lieblingssorte. Also bei mir ist im Endeffekt,
jede Sorte wird gleichbehandelt,

00:42:57.420 --> 00:43:03.750
<v Alex>natürlich. Also ich bin Launetrinker oder -verkoster.

00:43:04.410 --> 00:43:13.110
<v Alex>Also bei mir ist, wenn ich einen guten Tag gehabt habe,
wenn ich entspannt bin und Temperatur passen,

00:43:13.140 --> 00:43:18.360
<v Alex>dann ist für mich Sauvignon. Das ist so im Weißweinbereich meine Leitsorte.

00:43:18.630 --> 00:43:25.784
<v Alex>Und wenn ich jetzt, ich sag mal, extrem Stress,
ich muss relativ schnell runterkommen,

00:43:25.784 --> 00:43:32.820
<v Alex>dann trinke ich lieber doch, ich sag mal so,
Nebiolo, Carménère, also richtig kräftig mit Power,

00:43:32.820 --> 00:43:33.780
<v Alex>um schnelles Downsizing...

00:43:34.920 --> 00:43:44.820
<v Tobias>Ja, kann ich nachvollziehen. Eine Frage,
die mich auch sehr interessiert, ist, wie weit sozusagen auch für euch das

00:43:44.820 --> 00:43:51.320
<v Tobias>Thema Marketing oder, sage ich mal, der Blick auf den Konsumenten gehen kann,
wenn es auch,

00:43:51.350 --> 00:43:56.030
<v Tobias>sage ich mal, ja, nach eurem persönlichen Weingeschmack irgendwie geht.

00:43:56.060 --> 00:44:03.200
<v Tobias>Also um es mal ganz konkret zu sagen: Primitivo mit 10 Gramm Restzucker und mehr
wird ja sehr,

00:44:03.200 --> 00:44:09.800
<v Tobias>sehr gerne getrunken in Deutschland. Also richtet ihr,
sage ich mal, euch, egal was kommt,

00:44:09.800 --> 00:44:14.840
<v Tobias>nach dem Konsumenten, nach der Nachfrage,
nach dem, was ihr gerade glaubt, was in ist?

00:44:14.840 --> 00:44:18.890
<v Tobias>Oder sagt ihr auch, nee, das muss schon uns persönlich auch wirklich gut
gefallen?

00:44:19.220 --> 00:44:24.530
<v Martin>Na ja, ich meine, ich sage mal, wer sind wir,
dass wir die Leute erziehen müssen oder erziehen?

00:44:24.860 --> 00:44:28.910
<v Martin>Ich sage mal, das steht uns nicht zu, in Anführungsstrichen.

00:44:28.940 --> 00:44:33.350
<v Martin>Ich meine, wem, ich sage mal, ein Primitivo mit 10 Gramm Restzucker schmeckt,
dem schmeckt es.

00:44:33.380 --> 00:44:38.530
<v Martin>Und da gibt es ganz, ganz viele Leute, wie man sieht und merkt.

00:44:38.530 --> 00:44:44.855
<v Martin>Zum Beispiel unsere Hauptsorte ist und bleibt,
momentan ist es der Grauburgunder,

00:44:44.855 --> 00:44:52.080
<v Martin>und für mich ist aber zum Beispiel ein Sémillon oder auch ein Riesling,
trinke ich bedeutend lieber als einen Grauburgunder.

00:44:52.110 --> 00:44:58.170
<v Martin>Aber wir leben halt aber auch tatsächlich vom Grauburgunder und das hört sich
jetzt wirklich doof an,

00:44:58.200 --> 00:45:03.180
<v Martin>auch wir haben Familien, wir haben eine Verantwortung unseren Mitarbeitern
gegenüber.

00:45:03.210 --> 00:45:07.980
<v Martin>Natürlich müssen wir gucken, dass, ich sage immer,
eine gute Flasche Wein ist eine Flasche Wein,

00:45:07.980 --> 00:45:16.440
<v Martin>die verkauft, ist. Und vor allem mir ist es am allerliebsten,
wenn sie wieder gekauft wird und wieder gekauft und nochmal gekauft wird.

00:45:16.470 --> 00:45:20.860
<v Martin>Dann weiß ich, wir haben ganz, ganz viel richtig gemacht.

00:45:20.860 --> 00:45:25.170
<v Martin>Aber ganz ehrlich, jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden,
was ihm schmeckt.

00:45:25.530 --> 00:45:29.340
<v Martin>Wir haben zum Beispiel auch einen Muskateller feinherb auf der Weinliste.

00:45:29.340 --> 00:45:33.390
<v Martin>Ich habe in meinem Leben noch nie einen feinherben Wein getrunken.

00:45:33.540 --> 00:45:38.190
<v Martin>Aber es gibt, ich sage mal, ganz, ganz viele Leute,
die das wahnsinnig gerne trinken.

00:45:39.180 --> 00:45:40.230
<v Martin>Alles, alles gut.

00:45:40.440 --> 00:45:42.480
<v Michael>Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.

00:45:42.570 --> 00:45:42.930
<v Martin>So sieht es aus.

00:45:42.930 --> 00:45:45.270
<v Michael>Und ihr verdient damit euer Geld.

00:45:45.510 --> 00:45:47.370
<v Martin>Genau, oder auch das Thema alkoholfrei.

00:45:47.430 --> 00:45:52.860
<v Alex>Lieber, also ich sage mal, in Schönheit sterben bringt keinem was.

00:45:52.890 --> 00:45:59.880
<v Alex>Nee, das funktioniert nicht in der unternehmerischen Tätigkeit oder
Unternehmerwelt.

00:46:00.450 --> 00:46:02.880
<v Michael>Ich muss einmal noch zurückkommen zu den Etiketten.

00:46:03.300 --> 00:46:06.540
<v Michael>Es gibt ja dann auch ein Etikett, mit dem ihr euch gegen Rassismus wendet.

00:46:08.250 --> 00:46:11.370
<v Michael>Wie viel Gegenwind hat's denn da gegeben und wie viel Schmäh?

00:46:11.400 --> 00:46:16.770
<v Martin>Da gab es schon einiges. Aber wie gesagt,
das Etikett ist ja quasi erst mal entstanden,

00:46:17.100 --> 00:46:20.940
<v Martin>Alex war längere Zeit im Ausland, ich war längere Zeit im Ausland.

00:46:21.330 --> 00:46:25.350
<v Martin>Wir kamen uns nie als Fremde vor. Wir wurden nie schlecht behandelt.

00:46:26.400 --> 00:46:33.570
<v Martin>Leider ist es, ich sage mal, mittlerweile so bei uns in Deutschland,
dass das ganze Thema Fremdenfeindlichkeit und,

00:46:33.570 --> 00:46:35.970
<v Martin>und, und, ich sag mal, aktueller ist denn je.

00:46:36.120 --> 00:46:40.890
<v Martin>Und das war quasi damals das Etikett, jeder denkt ja,
das wäre, wir machen das erst seit 3,

00:46:40.890 --> 00:46:45.490
<v Martin>4 Wochen, irgendwie. Aber das Etikett gibt es jetzt in der Form seit über 10
Jahren.

00:46:45.640 --> 00:46:48.040
<v Tobias>Und sag bitte noch mal, was da draufsteht.

00:46:48.880 --> 00:46:52.300
<v Martin>If you are racist, a terrorist or just an asshole don't drink my sauvignon
blanc.

00:46:52.480 --> 00:46:58.870
<v Martin>Dazu stehen wir. Und da gab es ganz, ganz viele E-Mails,
Anrufe und, und, und.

00:46:58.870 --> 00:47:02.770
<v Martin>Aber entweder, ich sage mal, du hast die Eier oder du hast sie nicht.

00:47:02.770 --> 00:47:05.080
<v Martin>Und wenn du sie nicht hast, dann lass es.

00:47:05.110 --> 00:47:08.590
<v Martin>Wir stehen dazu und wir ziehen es durch,
ja.

00:47:09.070 --> 00:47:13.030
<v Michael>Ich finde auch, wer Nebbiolo und Viognier in der deutschen Pfalz anbaut...

00:47:13.060 --> 00:47:13.420
<v Martin>Genau, genau.

00:47:14.320 --> 00:47:15.790
<v Michael>...was soll der für eine andere Botschaft haben?

00:47:15.820 --> 00:47:17.290
<v Martin>Finde ich auch. Finde ich auch, wirklich.

00:47:18.400 --> 00:47:25.750
<v Alex>Nee, vor allen Dingen, wir sind im Endeffekt schon immer gut gefahren. Also wir
sind im Endeffekt auch nicht links,

00:47:25.750 --> 00:47:34.870
<v Alex>oder, also wir können links oder können rechts,
aber so Mitte so, ich nenne es jetzt als Weichei-Methode gibt es uns nicht.

00:47:35.230 --> 00:47:37.360
<v Alex>Entweder man will uns oder man will uns nicht.

00:47:37.360 --> 00:47:37.870
<v Alex>Fertig.

00:47:38.620 --> 00:47:45.080
<v Michael>Das heißt, dieses Polarisieren hat auch positive Effekte im Sinne von,
wir entscheiden uns bewusster für jemanden?

00:47:44.630 --> 00:47:45.080
<v Martin>Absolut, genau.

00:47:45.320 --> 00:47:46.460
<v Alex>Absolut. Ja, ja.

00:47:47.540 --> 00:47:54.980
<v Tobias>Ja. Dann haben wir zum Abschluss unserer Bei Anruf Wein-Folgen mit Gästen immer
die ganz klassische Frage nach dem Inselwein.

00:47:55.010 --> 00:48:00.980
<v Tobias>Und die können wir ja dann heute auch direkt zweimal stellen. Und zwar,
ihr müsst euch vorstellen, ihr seid auf einer einsamen Insel. Sind dann jetzt

00:48:00.980 --> 00:48:03.110
<v Tobias>tatsächlich 2 Inseln, Sonst wird es unfair.

00:48:04.190 --> 00:48:05.810
<v Tobias>Ihr habt einen super Weinkeller.

00:48:05.840 --> 00:48:06.680
<v Michael>Zwillingsinseln?

00:48:06.920 --> 00:48:10.130
<v Tobias>Ja, genau. Ihr könnt euch auf jeden Fall mindestens zuwinken.

00:48:10.820 --> 00:48:15.530
<v Tobias>Und in diesem Weinkeller gibt es auch unbegrenzt viele Flaschen.

00:48:16.220 --> 00:48:21.350
<v Tobias>Allerdings wirklich nur von einem Wein. Am liebsten sogar nur von einem
Jahrgang.

00:48:22.490 --> 00:48:25.430
<v Tobias>Schafft ihr es - ich weiß, es ist schwierig -
einen Wein zu benennen?

00:48:25.430 --> 00:48:28.880
<v Tobias>Er muss auch nicht von euch sein, es ist völlig egal,
aber das ist dann der einzige,

00:48:28.880 --> 00:48:31.790
<v Tobias>den ihr sozusagen euer Leben lang zur Verfügung habt.

00:48:33.020 --> 00:48:38.530
<v Martin>Ich kann das ganz, ganz schnell beantworten. Bei mir wäre es Rosé,
weil ich sage mal, irgendwann saufe ich mich tot an Rosé.

00:48:38.830 --> 00:48:42.070
<v Martin>Das geht sommers wie winters. Es geht zu jedem Essen.

00:48:42.070 --> 00:48:48.490
<v Martin>Es geht auch einfach so? Ja, ich würde den ganzen Keller voll Rosé legen.

00:48:48.730 --> 00:48:51.760
<v Tobias>Okay. Und dann wahrscheinlich ganz konkret euren Emilio wahrscheinlich,
nee?

00:48:52.150 --> 00:48:54.070
<v Martin>Den auch. Aber es gibt auch andere gute Rosés.

00:48:54.100 --> 00:48:55.780
<v Tobias>Ja, aber du darfst ja nur einen auswählen!

00:48:55.780 --> 00:48:56.980
<v Martin>Dann würde ich Emilio mitnehmen!

00:49:02.050 --> 00:49:03.340
<v Tobias>Ich sehe schon, da wird es schwieriger.

00:49:06.760 --> 00:49:09.790
<v Michael>Das ist doch wieder sowas wie ein verkapptes Lieblingskind jetzt die Frage.

00:49:10.000 --> 00:49:14.470
<v Alex>Also, schwierig. Weil es gibt so viel Gutes.

00:49:19.000 --> 00:49:22.660
<v Michael>Aber wir können ja am Anfang helfen. Weißwein?

00:49:22.690 --> 00:49:22.930
<v Michael>Rotwein?

00:49:23.410 --> 00:49:26.567
<v Alex>Ja, ne, also im Endeffekt, also sortenbedingt,
ja, Sauvignon.

00:49:26.567 --> 00:49:34.660
<v Alex>Das auf jeden Fall. Und dann im, sagen wir,
im Selektionsbereich?

00:49:34.690 --> 00:49:40.130
<v Alex>Ja, eher dann Insomnia. Das passt.

00:49:40.670 --> 00:49:41.960
<v Tobias>Das hört sich, hört sich gut an.

00:49:41.990 --> 00:49:43.130
<v Michael>Ich bin bei beiden dabei.

00:49:43.220 --> 00:49:44.450
<v Tobias>Ja, ich komme auch mal vorbei.

00:49:44.600 --> 00:49:45.380
<v Michael>Wir gehen auf die Inseln dann abwechselnd.

00:49:45.620 --> 00:49:46.310
<v Martin>Ja, genau.

00:49:47.540 --> 00:49:51.800
<v Tobias>Ja, wunderbar. Vielen Dank, euch beiden. Alex und Martin,
hat Spaß gemacht.

00:49:51.800 --> 00:49:56.930
<v Tobias>Und ich glaube, wir haben wieder jede Menge dazugelernt und vielleicht auch ein
paar hilfreiche Tipps,

00:49:57.410 --> 00:50:02.480
<v Tobias>die Jungwinzer und Nachwuchswinzer wurden ja jetzt doch ein bisschen noch mal
motiviert.

00:50:03.410 --> 00:50:06.230
<v Tobias>Und ja, vielen Dank, dass wir hier sein durften.

00:50:06.260 --> 00:50:09.770
<v Michael>Ja, und wir haben eine ganz neue Definition von Etikettentrinker bekommen heute.

00:50:10.010 --> 00:50:10.400
<v Tobias>Stimmt.

00:50:10.430 --> 00:50:15.200
<v Michael>Muss man ja auch mal sagen. Es war sehr,
sehr, sehr spannend, euch zuzuhören.

00:50:15.470 --> 00:50:21.440
<v Michael>Und das ist nur einer der Gründe, warum ich mich ungeheuer freue,
wenn es das nächste Mal wieder heißt.

00:50:22.610 --> 00:50:23.600
<v Martin>Bei Anruf.

00:50:24.500 --> 00:50:25.070
<v Alex>Wein.