WEBVTT

00:00:02.310 --> 00:00:07.350
<v Michael>Bei Anruf Wein. Der Weinfreunde-Podcast.

00:00:09.840 --> 00:00:13.080
<v Tobias>Ich grüße euch, liebe Weinfreunde. Mein Name ist Tobias.

00:00:13.080 --> 00:00:21.540
<v Tobias>Willkommen Bei Anruf Wein. Baden ist das südlichste und mit über 15.000 Hektar
das drittgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands.

00:00:21.900 --> 00:00:26.550
<v Tobias>Ein langer, schmaler Streifen entlang des Rheins,
geprägt von unterschiedlichsten Böden,

00:00:26.550 --> 00:00:32.490
<v Tobias>Klimazonen und Rebsorten. Gutedel im Markgräflerland,
Spätburgunder am Kaiserstuhl,

00:00:32.490 --> 00:00:36.060
<v Tobias>Riesling im Kraichgau oder Müller-Thurgau am Bodensee.

00:00:36.600 --> 00:00:41.010
<v Tobias>Und doch begegnet uns Baden oft nur als eine Herkunftsangabe auf dem
Weinetikett,

00:00:41.010 --> 00:00:46.590
<v Tobias>die vieles meinen kann. Michael und ich haben für diese Folge Andreas Löffler
auf seinem Weingut besucht,

00:00:46.590 --> 00:00:53.100
<v Tobias>um mit ihm über seine Heimat zu sprechen und die Frage zu klären,
was das große Baden-Label eigentlich zusammenhält.

00:00:53.610 --> 00:00:56.850
<v Tobias>Also bleibt mal dran. Wir fangen direkt an!

00:00:57.810 --> 00:01:04.040
<v Tobias>Ja, Andreas, schön, dass wir uns jetzt auch mal hier persönlich begegnen,
im Weingut Löffler in deinem Weingut.

00:01:04.040 --> 00:01:08.870
<v Tobias>Kann man vielleicht den Zuhörerinnen und Zuhörern schon mal vorab sagen,
wir hatten ja bereits das Vergnügen,

00:01:08.870 --> 00:01:16.280
<v Tobias>und zwar in unserer Bei Anruf Wein-Folge zum Thema Eiswein,
weil ihr ja einen alkoholfreien Eiswein herstellt.

00:01:16.820 --> 00:01:20.630
<v Tobias>Absolut spektakulär, finde ich. Ganz, ganz toller Wein.

00:01:20.840 --> 00:01:25.910
<v Tobias>Und jetzt haben wir hier die Möglichkeit,
dich zu treffen, um über das Anbaugebiet Baden zu sprechen.

00:01:25.940 --> 00:01:29.090
<v Andreas>Ja, ganz meinerseits. Freut mich natürlich auch sehr,
Tobias.

00:01:29.570 --> 00:01:32.990
<v Andreas>Wir hatten Anfang des Jahres miteinander zu tun.

00:01:33.380 --> 00:01:39.260
<v Andreas>Damals war ich in Südafrika. Aber umso netter ist es jetzt,
dass ich hier ein Gesicht vor Ort auch mal habe.

00:01:39.800 --> 00:01:44.480
<v Michael>Das wäre uns auch ein bisschen zu weit gewesen,
jetzt nach Südafrika, um über Baden zu reden.

00:01:44.510 --> 00:01:45.710
<v Tobias>Schön wäre es auch gewesen.

00:01:46.760 --> 00:01:51.200
<v Michael>Ja, womit fangen wir an? Baden ist ja eine relativ große Region.

00:01:51.200 --> 00:01:55.460
<v Michael>Ich glaube, vielen ist nicht klar, was eigentlich im Detail dahintersteckt.

00:01:55.460 --> 00:02:00.200
<v Michael>Das hat ja noch einzelne Weinbereiche. Fangen wir doch mal hier unten ganz im
Süden an.

00:02:00.200 --> 00:02:05.000
<v Michael>Wir sind im Markgräflerland. Was muss man denn über das Markgräflerland wissen?

00:02:05.450 --> 00:02:12.890
<v Andreas>Also das Markgräflerland, das erstreckt sich im Prinzip von Freiburg bis runter
an die Grenze zur Schweiz,

00:02:12.890 --> 00:02:17.210
<v Andreas>Efringen-Kirchen. Und ja, wir sind eigentlich eine sehr schöne Gegend.

00:02:17.480 --> 00:02:24.650
<v Andreas>Ein Anschluss nach Frankreich, zum Elsass,
aber natürlich auch an die Schweiz mit der Stadt Basel vor Ort.

00:02:25.220 --> 00:02:31.670
<v Andreas>Das nennt man so dieses Dreiländereck. Ansonsten ist es hier wirklich
landschaftlich und kulinarisch sehr,

00:02:31.670 --> 00:02:34.940
<v Andreas>sehr schön und das macht eigentlich die Gegend aus.

00:02:34.940 --> 00:02:39.920
<v Tobias>Ja, wir haben ja extra sozusagen auch mit dem Podcast die Entscheidung
getroffen,

00:02:39.920 --> 00:02:43.340
<v Tobias>den Kaiserstuhl als separate Folge zu behandeln.

00:02:43.730 --> 00:02:52.550
<v Tobias>Die lässt sich auch bereits anhören Bei Anruf Wein,
weil sehr, sehr viele Menschen ja bei Baden sofort auch an den Kaiserstuhl

00:02:52.550 --> 00:02:56.890
<v Tobias>denken. Mit Vulkangestein und den vielen Sonnenstunden usw.

00:02:57.070 --> 00:03:02.890
<v Tobias>Was wäre denn sozusagen dein Aufruf in Richtung Weinliebhaber,
auch ins Markgräflerland zu kommen?

00:03:02.890 --> 00:03:03.910
<v Tobias>Was sind da die Argumente?

00:03:04.930 --> 00:03:09.454
<v Andreas>Also klar, ich halte mich auch gern mal am Kaiserstuhl auf,
ist auch eine wahnsinnig tolle Gegend,

00:03:09.454 --> 00:03:13.900
<v Andreas>ne? Aber uns im Markgräflerland kennen die Leute vielleicht noch nicht so,
ne?

00:03:14.320 --> 00:03:21.430
<v Andreas>Wir haben wirklich tolle Weinbaubetriebe,
eine sehr gepflegte Landschaft, was die Reben und Wälder angeht.

00:03:21.430 --> 00:03:28.750
<v Andreas>Man kann da wirklich toll wandern, in Straußwirtschaften einkehren,
ganz unkompliziert,

00:03:28.750 --> 00:03:33.970
<v Andreas>was essen und trinken und sich auch vor Ort mit dem jeweiligen Winzer
unterhalten.

00:03:34.840 --> 00:03:42.190
<v Andreas>Viele Kollegen am Kaiserstuhl, die ziehen mich dann immer so ein wenig auf,
dass das Markgräflerland keiner kennt.

00:03:42.190 --> 00:03:47.470
<v Andreas>Dann sage ich zu denen immer: Wisst ihr eigentlich,
was der schönste Blick vom Kaiserstuhl ist? Der aufs Markgräflerland.

00:03:48.490 --> 00:03:51.940
<v Michael>Ja, man muss ja auch sagen, der Schwarzwald liegt ja sozusagen im Rücken von
uns,

00:03:51.940 --> 00:03:57.180
<v Michael>das darf man nicht vergessen. Und ich habe unten gelesen bei euch,
als wir hier den kleinen Rundgang gemacht haben,

00:03:57.210 --> 00:04:01.290
<v Michael>ihr schreibt dann immer „Badischer Wein aus dem Markgräflerland".

00:04:01.290 --> 00:04:05.340
<v Michael>Also man muss es tatsächlich dann erklären,
wir gehören zu Baden.

00:04:06.450 --> 00:04:14.370
<v Michael>Jetzt sag uns doch mal, was ist das Typische an Rebsorten,
an Weinstilistik hier im Markgräflerland?

00:04:14.400 --> 00:04:21.510
<v Andreas>Also typisch für das Markgräflerland, da steht natürlich der Gutedel,
der einzigartig ist hier in der Region,

00:04:21.510 --> 00:04:27.840
<v Andreas>wo wirklich nur im südlichen Teil Deutschlands angebaut wird,
über die Landesgrenzen hinaus.

00:04:28.050 --> 00:04:34.950
<v Andreas>In der Schweiz ist er noch stark verbreitet,
da heißt es dann Chasselas, oder in der französischen Schweiz Fendant.

00:04:35.400 --> 00:04:40.841
<v Andreas>Aber vom Gutedel lebt eigentlich die Region und es gibt eigentlich vom einfachen
Tischwein,

00:04:40.841 --> 00:04:48.300
<v Andreas>sprich Schorlewein, bis hin zum gehobenen Süßwein als Eiswein auch,
ne?

00:04:49.170 --> 00:04:55.980
<v Andreas>Und der Gutedel an sich ist eigentlich eher so ein bisschen ein leichter,
dezent fruchtiger Weißweintyp.

00:04:56.880 --> 00:05:03.720
<v Tobias>Okay, und das hat auch was mit dieser südlichen Lage zu tun,
dass der hier besonders gut ausreift.

00:05:03.720 --> 00:05:08.250
<v Tobias>Oder ist das eher, sage ich mal, so eine Traditionsgeschichte,
dass der hier halt einfach schon immer war?

00:05:09.360 --> 00:05:16.320
<v Andreas>Ja, das ist natürlich schon sehr traditionell,
eine sehr alte Rebsorte, der Gutedel,

00:05:16.650 --> 00:05:22.320
<v Andreas>und der hat sich einfach hier in der Region festgesetzt,
natürlich auch von der Bodenstruktur her,

00:05:22.320 --> 00:05:30.133
<v Andreas>da wir ja sehr viele fruchtbare Lehm- und Lössböden haben und das macht
eigentlich den Gutedel auch aus,

00:05:30.133 --> 00:05:33.780
<v Andreas>wobei ich sage, jetzt mal einzigartig im Markgräflerland.

00:05:33.780 --> 00:05:39.210
<v Andreas>Mittlerweile wird auch Gutedel in kleinen Teilen in Sachsen angebaut.

00:05:39.480 --> 00:05:45.210
<v Andreas>Selbst am Bodensee ist, glaube ich, ein Winzer,
der eine Parzelle Gutedel bewirtschaftet.

00:05:45.840 --> 00:05:54.590
<v Andreas>Aber gefühlte 99,9 %, was der Konsument an Gutedel bezieht,
stammen hier aus der Markgrafschaft.

00:05:55.010 --> 00:06:02.210
<v Michael>Gute Gelegenheit, muss man an der Stelle dazusagen,
zum Weinbaugebiet Baden, da gibt es auch so ein ganz kleines Satellitengebiet

00:06:02.210 --> 00:06:05.540
<v Michael>direkt am Bodensee. Zählt auch noch dazu,
wissen auch wenige.

00:06:06.050 --> 00:06:11.120
<v Tobias>Ja, genau, Wir müssen ja noch mal so ein bisschen auf die Geografie
zurückkommen. Michael hat ja gerade schon gesagt,

00:06:11.120 --> 00:06:12.890
<v Tobias>wir sind hier im Süden des Anbaugebiets.

00:06:12.890 --> 00:06:19.430
<v Tobias>Aber genau, Bodensee hat dann noch mal irgendwie so einen kleinen
Satellitenbereich. Geografie ist doch sowieso immer dein Lieblingsthema.

00:06:19.430 --> 00:06:21.860
<v Tobias>Du orientierst dich gerne an der Autobahn.

00:06:21.860 --> 00:06:24.950
<v Tobias>Lass uns doch mal ein bisschen weiter durch Baden kreuzen.

00:06:25.040 --> 00:06:27.500
<v Michael>Ja, ich nehme mal unsere Anreise hierhin.

00:06:27.500 --> 00:06:31.730
<v Michael>Wir sind ja vom Norden, vom Rheinland gekommen und da fangen wir ja tatsächlich
an.

00:06:31.730 --> 00:06:37.910
<v Michael>Also grundsätzlich verlaufen ja die Gebiete,
bis auf den Bodensee, immer parallel zum Rhein letztendlich,

00:06:37.910 --> 00:06:43.340
<v Michael>und den Gebirgszügen dahinter. Das heißt,
es gibt ja auch so was wie die Badische Bergstraße.

00:06:43.340 --> 00:06:48.230
<v Michael>Wenn man oben einsteigt, muss man auch wissen,
da gibt es ja Teile, die Grenzen an Franken.

00:06:48.230 --> 00:06:51.440
<v Michael>Das ist einem so geografisch gar nicht so bewusst.

00:06:51.440 --> 00:07:00.440
<v Michael>Dann kommt ja so was wie Kraichgau. Dann gehen wir weiter runter,
Ortenau und alle Gebiete sind irgendwie sehr speziell.

00:07:00.470 --> 00:07:04.360
<v Michael>Du hast das ja gerade angesprochen, das ist auch teilweise eine Frage des Bodens
hier,

00:07:04.360 --> 00:07:11.690
<v Michael>Lössboden. Wir waren dann am Kaiserstuhl,
da legt man großen Wert auf den vulkanischen Ursprung der Böden.

00:07:12.350 --> 00:07:18.320
<v Michael>Was gibt es noch für Böden in den unterschiedlichen Anbaugebieten oder in den
unterschiedlichen Bereichen des Anbaugebiet Badens?

00:07:18.320 --> 00:07:25.310
<v Andreas>Ja gut, wir haben auch in verschiedenen Regionen Kalkverwitterungsgestein.

00:07:25.520 --> 00:07:31.100
<v Andreas>Wenn ich es jetzt hier mal bei uns, speziell im Markgräflerland,
nehme, schon ausschließlich diese Lehm-

00:07:31.100 --> 00:07:36.680
<v Andreas>und Lössböden. Aber selbst wir im Betrieb wurden immer wieder gefragt,
Mensch, warum haben wir denn keinen Riesling?

00:07:37.400 --> 00:07:43.400
<v Andreas>Habe ich den Leuten immer gesagt, der Riesling fühlt sich auf den schweren
Lehm-/Lössböden nicht so wohl.

00:07:43.790 --> 00:07:52.660
<v Andreas>Tatsächlich hat man dann eine Steillage erworben am hinteren Kastelberg und die
haben wir bestückt mit Riesling und da haben wir genau diesen kernigen,

00:07:52.660 --> 00:07:55.600
<v Andreas>steinigen Boden, wo sich Riesling eigentlich wohlfühlt.

00:07:56.650 --> 00:08:04.960
<v Andreas>Ja, aber du hast jetzt gerade vorhin gesagt,
von der Ortenau her, da ist ja der Riesling in Baden sehr verwurzelt.

00:08:05.380 --> 00:08:09.280
<v Andreas>Und die haben natürlich auch sich spezialisiert auf den Riesling.

00:08:09.340 --> 00:08:14.080
<v Andreas>Wenn wir jetzt so ein bisschen südlicher gehen zum Kaiserstuhl,
da findet man natürlich viel Burgunder vor.

00:08:14.080 --> 00:08:21.970
<v Andreas>Pinot Noir, Grauburgunder ist da sehr markant und so hat halt jede Region seine
Stärken.

00:08:22.600 --> 00:08:26.470
<v Michael>Ja, aber insgesamt, glaube ich, kann man auch sagen,
Baden ist eigentlich Burgunderland.

00:08:26.800 --> 00:08:30.040
<v Michael>Gutedel spielt dann noch eine große Rolle.

00:08:30.580 --> 00:08:34.780
<v Michael>Aber darüber hinaus gibt es auch noch viele andere Rebsorten.

00:08:34.900 --> 00:08:40.300
<v Michael>Ich mache jetzt mal, auch wenn der Tobias mich jetzt böse anguckt,
noch mal den Schwenk zurück ins Markgräflerland.

00:08:40.300 --> 00:08:42.490
<v Michael>Was wächst hier denn noch an Rebsorten?

00:08:43.590 --> 00:08:48.060
<v Andreas>Ja gut, mittlerweile ist man sehr vielseitig auch hier in der Region
aufgestellt.

00:08:49.380 --> 00:08:54.720
<v Andreas>Ich weiß noch zu meiner Anfangszeit, wo ich mal ein Viertel-,
Halbjahr in Südafrika gearbeitet habe,

00:08:55.590 --> 00:08:58.830
<v Andreas>da wurde ich mit dem Sauvignon Blanc vertraut gemacht.

00:08:59.460 --> 00:09:02.610
<v Andreas>Das ist eine Rebsorte, die mich eigentlich immer wieder inspiriert hat.

00:09:02.640 --> 00:09:05.190
<v Andreas>Habe dann lange gesucht, auch in Europa.

00:09:05.190 --> 00:09:07.530
<v Andreas>Wer hat da Sauvignon Blanc? War schwer zu finden.

00:09:08.130 --> 00:09:13.680
<v Andreas>Bin dann wieder heimgekommen und habe gesagt Mensch,
Papa, lass uns mal Sauvignon Blanc anpflanzen. Das ist eine tolle Rebsorte.

00:09:13.860 --> 00:09:16.470
<v Andreas>Und ich muss sagen, wir haben das gemacht.

00:09:16.500 --> 00:09:22.800
<v Andreas>Es wurde dann auch echt gut angenommen und mittlerweile hat man ja sämtliche
Möglichkeiten,

00:09:22.800 --> 00:09:28.110
<v Andreas>um Rebsorten anzupflanzen. Vom Klimawandel her braucht man sich nicht mehr
scheuen.

00:09:28.650 --> 00:09:33.360
<v Andreas>Wir haben die Temperaturen für Cabernet Sauvignon,
für Syrah, für Merlot.

00:09:34.170 --> 00:09:39.570
<v Andreas>Früher war Baden wirklich im Rotweinbereich beschränkt auf Pinot Noir,
sprich Spätburgunder.

00:09:40.230 --> 00:09:43.860
<v Andreas>Das ist schon viel, viel vielseitiger geworden.

00:09:44.280 --> 00:09:46.890
<v Tobias>Und wie lange ungefähr ist das schon so?

00:09:46.890 --> 00:09:54.660
<v Tobias>Weil das ist ja auch, muss man vielleicht auch mal dazu sagen,
so, dass das Anbaugebiet Baden als einziges Anbaugebiet in Deutschland zur

00:09:54.660 --> 00:10:00.630
<v Tobias>EU-Weinbauzone B bereits gehört und eben nicht,
wie die etwas kühler gelegenen,

00:10:01.230 --> 00:10:04.800
<v Tobias>anderen deutschen Anbaugebiete, in der Klimazone A.

00:10:04.830 --> 00:10:11.310
<v Tobias>Seit wann ist das mit dem Klimawandel wirklich so,
dass ihr sagt, Cabernet Sauvignon,

00:10:11.340 --> 00:10:14.250
<v Tobias>Syrah, alles egal, wird schön reif?

00:10:14.520 --> 00:10:20.610
<v Andreas>Also das merken wir schon gute 15 Jahre,
dass sich das klimatisch logischerweise verändert.

00:10:21.900 --> 00:10:27.900
<v Andreas>Ich sage es immer den Leuten, früher bist du Herbste gegangen im Oktober,
November mit einer dicken Jacke bei Graupelschauer.

00:10:28.560 --> 00:10:36.390
<v Andreas>Heutzutage ernte ich Mitte, Ende August,
September bei 20, 25 Grad, was natürlich auch sehr,

00:10:36.390 --> 00:10:37.230
<v Andreas>sehr schön ist.

00:10:38.220 --> 00:10:40.250
<v Michael>Welche Probleme bringt das dann mit sich?

00:10:40.280 --> 00:10:45.260
<v Michael>Ich meine, die Zeit, in der die Trauben reifen können,
ist ja dann damit kürzer,

00:10:45.260 --> 00:10:45.770
<v Michael>eigentlich.

00:10:46.970 --> 00:10:54.440
<v Andreas>Sagen wir, die Zeit ist kürzer. Problematik ist ganz klar dieses Management vom
Alkoholgehalt.

00:10:54.620 --> 00:11:01.940
<v Andreas>Wir wissen alle, sehr heiße Tage bedeutet dann dementsprechend viel
Zuckereinlagerung in der Beere,

00:11:02.060 --> 00:11:07.430
<v Andreas>viel Zucker. Beim Traubenlesen gut ist wieder Umkehrschluss höherer
Alkoholgehalt.

00:11:07.970 --> 00:11:15.110
<v Andreas>Da muss man natürlich entgegenwirken. Das heißt,
wir finden das Mittelmaß zwischen physiologischer Reife und Mostgewicht,

00:11:15.110 --> 00:11:24.038
<v Andreas>sprich Alkoholgehalt. Und auch wir hier in der Region haben öfters mal
Sommerperioden von 3,

00:11:24.038 --> 00:11:28.010
<v Andreas>4, 5 Wochen, wo es bei uns mal richtig knallt mit 35 bis 40 Grad.

00:11:28.010 --> 00:11:35.900
<v Andreas>Ist keine Seltenheit. Und da heißt es dann halt einfach,
dass der Herbst 2, 3 Wochen nach vorne verschoben wird.

00:11:36.380 --> 00:11:42.820
<v Tobias>Diese kurze Vegetationsperiode führt ja durchaus auch mal dazu,
dass die Reife der Kerne noch nicht wirklich da ist.

00:11:42.820 --> 00:11:47.620
<v Tobias>Ist das hier auch ein Problem oder hat man da schon noch die Zeit,
so lange zu warten?

00:11:47.860 --> 00:11:53.050
<v Andreas>Ja, da hätten wir eigentlich schon noch die Zeit. Aber manchmal muss man
natürlich auch irgendwie Kompromisse eingehen.

00:11:53.560 --> 00:11:57.970
<v Andreas>Also ich habe da manchmal auch Diskussionen mit andere Winzer.

00:11:57.970 --> 00:12:04.630
<v Andreas>Zum Beispiel, wir machen immer eine Jungweinprobe,
die findet im Januar oder Februar statt und dann diskutieren wir offen und

00:12:04.630 --> 00:12:10.450
<v Andreas>ehrlich über die Weine. Und ich kann mich an das Jahr 2020 erinnern,
wo es auch sehr trocken,

00:12:10.450 --> 00:12:14.800
<v Andreas>sehr heiß war, und da haben einige zu mir gesagt:
Ach, war ja eigentlich ein schöner Jahrgang,

00:12:14.800 --> 00:12:17.620
<v Andreas>aber vom Alkoholgehalt, der ist deutlich zu hoch.

00:12:18.280 --> 00:12:20.980
<v Andreas>Dann sage ich, ja ist eigentlich selbstverschuldet.

00:12:21.160 --> 00:12:25.810
<v Andreas>Dieses Problem kann man in den Griff kriegen. Wären wir Herbste gegangen.
Aussage damals war,

00:12:25.810 --> 00:12:29.590
<v Andreas>ja, wir nutzen das schöne Wetter noch aus. Und es ist halt immer so ein
Kompromiss.

00:12:29.800 --> 00:12:34.000
<v Andreas>Wir sind Herbste gegangen, zwei Wochen früher,
und haben das dann, sage ich mal,

00:12:34.000 --> 00:12:39.700
<v Andreas>im Burgunderbereich noch relativ gut hinkriegt mit 12,5 bis 13 Volumenprozent.

00:12:39.700 --> 00:12:43.960
<v Andreas>Aber die, die halt gewartet haben, da steht halt dann 13,5 bis 14 % druff.

00:12:44.200 --> 00:12:48.700
<v Andreas>Und das ist natürlich im Basissegment nicht so einfach zu vermarkten.

00:12:49.750 --> 00:12:52.480
<v Tobias>Jetzt seid ihr ja noch ein relativ junges Weingut.

00:12:52.510 --> 00:12:56.320
<v Tobias>1988, glaube ich, gegründet durch deinen Vater.

00:12:56.770 --> 00:13:01.930
<v Tobias>Was war so sein Antrieb, das zu machen? Und stand für ihn auch von Anfang an
fest,

00:13:01.930 --> 00:13:08.020
<v Tobias>dass er eigene Flaschen abfüllen will? Oder war da auch das Thema Genossenschaft
irgendwie noch ein Thema?

00:13:08.290 --> 00:13:16.600
<v Andreas>Also kurze Vorgeschichte. Mein Vater war lang tätig im Genossenschaftswesen,
damals als zweiter Kellermeister in Ballrechten-Dottingen.

00:13:17.350 --> 00:13:24.940
<v Andreas>Mein Opa war Vorstand von der Genossenschaft und dann kam es eigentlich zum
Disput und mein Vater hat dann gekündigt,

00:13:24.940 --> 00:13:33.480
<v Andreas>ist mit der Rebfläche ausgetreten, hat sich das Weingut nebenbei aufgebaut und
ist dann noch 3,

00:13:33.480 --> 00:13:38.400
<v Andreas>4 Tage in der Genossenschaft in Britzingen tätig gewesen als zweiter
Kellermeister.

00:13:39.570 --> 00:13:45.450
<v Andreas>Da habe ich übrigens auch mein Praktikum gemacht,
von der Schule aus 2 Wochen in der Winzergenossenschaft Britzingen.

00:13:46.230 --> 00:13:52.410
<v Andreas>Und irgendwann war dann der Zeitpunkt da,
wo er dann gesagt hat, okay, komm, ich muss meine Tätigkeit im

00:13:52.410 --> 00:13:58.590
<v Andreas>Genossenschaftswesen beenden und mich halt haupterwerblich um das Weingut
kümmern und aufbauen.

00:13:59.250 --> 00:14:02.790
<v Michael>Und für dich war das auch immer klar, dass du diesem Weg folgst?

00:14:03.240 --> 00:14:05.370
<v Andreas>Sagen wir mal so, ich bin da mit reingewachsen.

00:14:05.400 --> 00:14:09.600
<v Andreas>Mir hat das eigentlich Spaß gemacht. Wobei ich auch sagen muss,
früher als Kind,

00:14:09.600 --> 00:14:17.160
<v Andreas>ich habe die Reben nicht gemocht, um es höflich auszudrücken,
weil ich immer mit musste,

00:14:17.160 --> 00:14:23.040
<v Andreas>wo dann andere ins Schwimmbad gingen. Mittlerweile bin ich sehr,
sehr froh, wenn ich in die Reben kann.

00:14:23.040 --> 00:14:25.710
<v Andreas>Das ist Natur für mich. Da habe ich meine Ruhe.

00:14:25.740 --> 00:14:33.360
<v Andreas>Da klingelt kein Telefon und das entspannt mich dann heutzutage auch,
wenn du mal rauskommst aus dem Betrieb.

00:14:33.960 --> 00:14:39.570
<v Tobias>Das heißt, das hört sich jetzt auch so ein bisschen danach an,
dass dir die Arbeit im Weinberg mehr Spaß macht als die im Keller.

00:14:39.570 --> 00:14:40.920
<v Tobias>Oder kann man das so nicht sagen?

00:14:41.430 --> 00:14:47.580
<v Andreas>Oh, ne. Eigentlich habe ich das Kellerwirtschaftliche gelernt und das erfüllt
mich auch in meiner Arbeit.

00:14:48.360 --> 00:14:54.360
<v Andreas>Aber wir haben hier natürlich schon sehr viel Trubel mit Veranstaltungen und
etc.

00:14:54.720 --> 00:14:59.550
<v Andreas>Und da ist draußen natürlich gerade im Sommer in der Natur auch immer sehr
schön,

00:15:00.120 --> 00:15:02.160
<v Andreas>wenn du zwei Tage in der Woche raus kannst.

00:15:03.090 --> 00:15:07.950
<v Andreas>Ich wüsste jetzt nicht, ob mich dieser Job im Genossenschaftswesen erfüllen
würde,

00:15:08.250 --> 00:15:11.100
<v Andreas>wenn ich das ganze Jahr im Keller tätig wäre.

00:15:11.490 --> 00:15:16.080
<v Andreas>Und somit bin ich, glaube ich, hier im elterlichen Betrieb schon sehr gut
aufgehoben,

00:15:16.080 --> 00:15:20.880
<v Andreas>wo ich mich jetzt mittlerweile, ich glaube,
auch schon gute 20 Jahre um den Weinausbau,

00:15:20.880 --> 00:15:25.782
<v Andreas>um die Weinqualität kümmere. Das macht es natürlich auch sehr abwechslungsreich.

00:15:25.782 --> 00:15:30.204
<v Andreas>Man ist in der Rebe, man hat mit Kunden zu tun,
man ist am ausliefern.

00:15:30.204 --> 00:15:32.570
<v Andreas>Messebesuche mache ich mal ganz gern.

00:15:33.020 --> 00:15:34.250
<v Michael>Podcaster kommen vorbei.

00:15:34.280 --> 00:15:37.460
<v Andreas>Podcaster kommen vorbei, was auch sehr nett ist.

00:15:37.730 --> 00:15:41.600
<v Andreas>Und klar, mein Hauptgeschäft im Keller möchte ich aber nicht missen.

00:15:42.080 --> 00:15:47.420
<v Michael>Okay. Eine Zahl, glaube ich, müssen wir an der Stelle noch nachtragen,
wenn wir jetzt über Baden insgesamt sprechen,

00:15:47.750 --> 00:15:53.960
<v Michael>sind es, glaube ich, immer noch 80 %, die sozusagen von Winzergenossenschaften
bearbeitet werden.

00:15:53.960 --> 00:15:55.700
<v Michael>Ist das richtig, 80 %?

00:15:56.090 --> 00:15:59.030
<v Andreas>Oh, diese Zahl kenne ich ehrlich gesagt gar nicht.

00:15:59.030 --> 00:16:04.850
<v Andreas>Aber klar, es ist schon eine große Fläche,
die in genossenschaftlicher Hand logischerweise ist.

00:16:05.540 --> 00:16:11.300
<v Andreas>Wenn jetzt hier vor Ort unsere Winzergenossenschaft Ballrechten-Dottingen,
gibt es schon länger nicht mehr.

00:16:11.300 --> 00:16:14.120
<v Andreas>Die sind damals fusioniert mit Efringen-Kirchen.

00:16:14.600 --> 00:16:18.560
<v Andreas>Die haben dann noch einen weiteren Betrieb übernommen,
das war Ehrenstette und Kirchhofen.

00:16:18.800 --> 00:16:22.820
<v Andreas>Das ist somit hier der größte Erzeuger im Markgräflerland.

00:16:22.820 --> 00:16:27.170
<v Andreas>Die Rebfläche bei diesem Betrieb beläuft sich auf knapp 1000 Hektar.

00:16:28.180 --> 00:16:36.910
<v Tobias>Okay. Und jetzt hört man ja immer wieder,
Weinkonsum ist rückläufig, der alkoholfreie Wein boomt.

00:16:37.210 --> 00:16:42.190
<v Tobias>Macht es das einer Genossenschaft schwerer als jetzt einem Winzer wie dir?

00:16:42.190 --> 00:16:44.380
<v Tobias>Oder ist es vielleicht sogar eher umgekehrt?

00:16:46.420 --> 00:16:52.540
<v Andreas>Das weiß ich nicht. Letztendlich liegt natürlich der Erfolg auch in der
Vermarktung.

00:16:53.230 --> 00:16:56.710
<v Andreas>Und ich sage nur, das Produkt muss natürlich top sein.

00:16:56.740 --> 00:17:01.090
<v Andreas>Aber ich glaube, in der heutigen Zeit kommst du wahrscheinlich weiter,
wenn du in der Vermarktung sehr,

00:17:01.090 --> 00:17:04.000
<v Andreas>sehr gut bist mit einem Durchschnittsprodukt.

00:17:05.140 --> 00:17:12.910
<v Andreas>Unser Ziel ist natürlich, die Qualität sehr hoch zu halten,
was uns immer wieder durch Auszeichnungen widerfährt.

00:17:13.480 --> 00:17:16.870
<v Andreas>Das war jetzt vor 2 Wochen, war der Gutedel-Cup hier in Badenweiler.

00:17:17.230 --> 00:17:22.240
<v Andreas>Das ist eigentlich eine sehr renommierte Veranstaltung,
wo extrem viele Weingüter,

00:17:22.240 --> 00:17:25.300
<v Andreas>Genossenschaften, auch Betriebe aus der Schweiz mitmachen.

00:17:25.750 --> 00:17:32.350
<v Andreas>Und da haben wir, das sind 4 verschiedene Kategorien und in 2 verschiedene
Kategorien haben wir den 2.

00:17:32.350 --> 00:17:38.740
<v Andreas>und 3. Platz belegt. Und das bestätigt uns eigentlich in unserer Arbeit.

00:17:38.770 --> 00:17:45.250
<v Tobias>Ja, absolut. Gratulation dazu. Michael,
wir kommen aber trotzdem nicht umhin, jetzt noch mal so Rundumschlag zu machen

00:17:45.250 --> 00:17:51.130
<v Tobias>mit den Weinbereichen hier in Baden. Ich glaube,
wir müssen sie einfach auch mal aufzählen,

00:17:51.460 --> 00:17:55.870
<v Tobias>denn ich habe dann auch noch mal eine Frage zu einer Aufzählung.

00:17:56.020 --> 00:17:57.760
<v Tobias>Aber das ist jetzt erst mal dein Part.

00:17:57.850 --> 00:18:02.080
<v Michael>Also wir fangen noch mal an im Norden. Ich habe ja schon gesagt,
es gibt da einen Bereich,

00:18:02.080 --> 00:18:08.110
<v Michael>der grenzt an Franken. Tauberfranken heißt dann dieser Bereich,
dann kommt die Badische Bergstraße.

00:18:08.290 --> 00:18:11.950
<v Michael>Haben die wenigsten, glaube ich, auf dem Schirm,
dass es so was überhaupt gibt.

00:18:12.310 --> 00:18:14.590
<v Tobias>Bei Bergstraße hat man irgendwie eine andere Assoziation,
ne?

00:18:15.400 --> 00:18:17.620
<v Michael>Genau. Und dann kommt der Kraichgau noch.

00:18:17.860 --> 00:18:22.240
<v Michael>Ich möchte jetzt keinen Fußballverein nennen,
aber der schließt sich dem an. Dann kommt die Ortenau,

00:18:22.330 --> 00:18:27.420
<v Michael>über die haben wir jetzt gerade dann gesprochen. Und Kraichgau auch,
ist, glaube ich, sehr rieslingorientiert.

00:18:27.420 --> 00:18:28.860
<v Michael>Genau wie die Ortenau.

00:18:29.100 --> 00:18:29.550
<v Andreas>Genau.

00:18:30.210 --> 00:18:35.160
<v Michael>Ja, und dann sind wir eigentlich schon am Kaiserstuhl,
am Tuniberg.

00:18:35.160 --> 00:18:38.640
<v Michael>Der zählt auch noch dazu. Und dann noch das letzte Stückchen Richtung Süden.

00:18:38.640 --> 00:18:41.880
<v Michael>Dann sind wir genau da, wo wir jetzt sitzen,
nämlich im Markgräflerland.

00:18:42.060 --> 00:18:43.320
<v Tobias>Genau. Und ich habe noch mal ne...

00:18:43.320 --> 00:18:45.840
<v Andreas>Und eins haben wir, glaube ich, noch vergessen. Das ist Bodensee.

00:18:46.020 --> 00:18:46.380
<v Michael>Bodensee, Satellit.

00:18:46.410 --> 00:18:51.600
<v Tobias>Ja, genau. Das hatten wir vorhin schon erwähnt,
aber genau, gehört vollständigerhalber noch dazu.

00:18:52.590 --> 00:18:58.020
<v Tobias>Kaiserstuhl, großer Name. Markgräflerland war mir jetzt natürlich auch schon ein
Begriff.

00:18:58.200 --> 00:19:01.890
<v Tobias>Tuniberg - das sagt mir jetzt irgendwie gar nicht so viel.

00:19:01.890 --> 00:19:03.990
<v Tobias>Was lässt sich denn zum Tuniberg sagen?

00:19:04.800 --> 00:19:08.430
<v Andreas>Also Tuniberg gibt es natürlich auch Weinbaubetriebe.

00:19:08.730 --> 00:19:12.690
<v Andreas>Am Tuniberg gibt es hauptsächlich viel Ackerbau.

00:19:12.900 --> 00:19:22.670
<v Andreas>Spargel wird da sehr viel angebaut. Da gibt es dann viele solche Mischbetriebe,
die Ackerbau und Weinbau bewirtschaften.

00:19:22.940 --> 00:19:25.880
<v Tobias>Okay, also zeichnet sich jetzt nicht irgendwie durch besonders hervorragende
Weine aus?

00:19:26.750 --> 00:19:30.650
<v Andreas>Sortentechnisch eigentlich auch verschiedene Burgundersorten,
Müller-Thurgau.

00:19:31.190 --> 00:19:33.470
<v Michael>Liegt gegenüber vom Kaiserstuhl sozusagen.

00:19:33.770 --> 00:19:35.720
<v Michael>Man kann sich gegenseitig in die Augen schauen.

00:19:36.320 --> 00:19:36.800
<v Andreas>Genau.

00:19:37.070 --> 00:19:40.850
<v Tobias>Okay, okay. Noch mal auf die Rebsorten zurückzukommen.

00:19:40.850 --> 00:19:43.370
<v Tobias>Ihr habt ja tatsächlich sehr viele Rebsorten.

00:19:43.430 --> 00:19:50.210
<v Tobias>Wir haben ja vorhin schon eine Führung mit dir durch den Keller gemacht. Du hast
angefangen, die aufzuzählen. Ich glaube, wir waren irgendwie so bei über, also

00:19:50.210 --> 00:19:54.170
<v Tobias>auf jeden Fall über 10. Ich glaube, es war eher so in Richtung 15.

00:19:55.130 --> 00:20:03.950
<v Tobias>Aber trotzdem spielt ja Gutedel logischerweise hier eine große Rolle,
und dann ganz traditionell für Baden auch die Burgunder Rebsorten.

00:20:03.950 --> 00:20:10.280
<v Tobias>Gibt es da eine Rebsorte, die dir besonders am Herzen liegt,
einfach weil du sie persönlich besonders magst?

00:20:12.050 --> 00:20:14.930
<v Andreas>Ja, ich mag sie eigentlich alle sehr, sehr gern.

00:20:15.530 --> 00:20:19.850
<v Andreas>Was mich natürlich immer wieder inspiriert,
das ist Weißburgunder.

00:20:19.850 --> 00:20:24.380
<v Andreas>Das finde ich sehr schön von der Fruchtigkeit,
wenn sie gut gemacht sind.

00:20:24.620 --> 00:20:30.410
<v Andreas>Natürlich Sauvignon Blanc, wo ich kennengelernt habe vor 25 Jahren.

00:20:30.440 --> 00:20:37.520
<v Andreas>Daran merkt man, dass man älter wird. Aber auch Cabernet Sauvignon,
dem wir uns auch gewidmet haben vor 3 Jahren,

00:20:37.520 --> 00:20:40.340
<v Andreas>da haben wir eine alte Spätburgunder Anlage rausgerodet.

00:20:41.240 --> 00:20:44.810
<v Andreas>Hintergrund war der, wir haben dann lange überlegt,
was bestocken wir dann ein?

00:20:44.960 --> 00:20:49.280
<v Andreas>Spätburgundertechnisch sind wir sehr gut aufgestellt in Baden,
auch wir hier im Betrieb,

00:20:49.280 --> 00:20:52.160
<v Andreas>und dann haben wir uns für den Cabernet Sauvignon entschieden.

00:20:52.160 --> 00:20:59.000
<v Andreas>Und somit natürlich auch im Handel. Wir sind auch gelistet bei sämtlichen
REWE-Märkte,

00:20:59.000 --> 00:21:05.570
<v Andreas>Freiburg und Umland. Ein Argument zu sagen,
Hallo, wir haben hier was aus der Region,

00:21:05.570 --> 00:21:11.180
<v Andreas>ihr werbt auch mit Regionalität. Ihr braucht nicht prinzipiell diesen Cabernet
Sauvignon aus Übersee,

00:21:11.510 --> 00:21:13.700
<v Andreas>sondern es gibt auch hier vor der Haustüre.

00:21:14.240 --> 00:21:15.920
<v Andreas>Das wird eigentlich ganz gut angenommen.

00:21:16.130 --> 00:21:20.200
<v Tobias>Und dann auch reinsortig oder auch als Bordeaux-Cuvée oder so was in der
Richtung?

00:21:20.350 --> 00:21:22.180
<v Andreas>Den bauen wir schon sortenrein aus.

00:21:22.720 --> 00:21:25.728
<v Tobias>Und das kommt tatsächlich auch bei den Leuten hier in der Region an?

00:21:25.728 --> 00:21:30.580
<v Tobias>Also es ist jetzt nicht irgendwie so, dass die sagen,
Moment mal, ich will eigentlich meinen Spätburgunder. Also es wird schon auch

00:21:30.580 --> 00:21:31.390
<v Tobias>akzeptiert?

00:21:31.750 --> 00:21:37.330
<v Andreas>Ich sag mal so, die Badener, die sind natürlich schon sehr fixiert auf ihren
Pinot Noir.

00:21:38.080 --> 00:21:43.930
<v Andreas>Aber je mehr du über die Landesgrenze rausgehst,
wir sind auch auf Messen in Köln oder Düsseldorf,

00:21:44.830 --> 00:21:50.740
<v Andreas>die suche dann auch mal so was Tiefdunkles wie ein Regent oder ein Cabernet
Sauvignon,

00:21:50.740 --> 00:21:55.210
<v Andreas>der einfach eine andere Fruchtintensiv aufweist wie der Pinot Noir.

00:21:56.530 --> 00:22:01.900
<v Tobias>Und wir hören natürlich jetzt auch, wenn wir über Baden sprechen,
immer wieder Grauburgunder.

00:22:02.050 --> 00:22:08.800
<v Tobias>Über Spätburgunder haben wir jetzt gerade schon ein bisschen gesprochen.
Grauburgunder hat ja sowieso irgendwie in den letzten Jahren einen totalen

00:22:08.800 --> 00:22:13.930
<v Tobias>Siegeszug hingelegt, weil er für viele Leute ja ein sehr gefälliger Weißwein
ist.

00:22:14.260 --> 00:22:18.250
<v Tobias>Vielleicht gerade für Leute, die mit viel Säure so ein bisschen Schwierigkeiten
haben.

00:22:19.120 --> 00:22:23.890
<v Tobias>Es gibt allerdings ja auch so sehr, sage ich mal,
kommerziell gemachte Grauburgunder,

00:22:23.890 --> 00:22:29.350
<v Tobias>die dann aus meiner Sicht schon wieder ein bisschen zu wenig Frische mitbringen
oder Mineralität.

00:22:29.350 --> 00:22:32.830
<v Tobias>Was ist für dich so der perfekte Grauburgunder?

00:22:34.060 --> 00:22:38.560
<v Andreas>Also Grauburgunder, muss man sagen, hat stark zugelegt die letzten Jahre.

00:22:38.590 --> 00:22:44.200
<v Andreas>Ist, glaube ich, mittlerweile sogar die stärkste angebaute Rebsorte in Baden.

00:22:45.100 --> 00:22:49.630
<v Andreas>Und ja, man muss natürlich da auch aufpassen,
dass man es nicht überreizt.

00:22:50.080 --> 00:22:57.010
<v Andreas>Weil wenn zu viel Wein auf dem Markt ist,
schlägt sich das meistens auch in der Qualität und natürlich auch im Preis

00:22:57.010 --> 00:23:01.840
<v Andreas>nieder. Ja, für mich, was zeichnet einen schönen Grauburgunder aus?

00:23:01.840 --> 00:23:08.410
<v Andreas>Ne schöne Schmelz, schön geschmeidig, vom Säuresegment,
eher im mittleren Bereich.

00:23:08.980 --> 00:23:14.050
<v Andreas>Und einfach eine gute Trinklänge. Das finde ich ganz spannend beim
Grauburgunder.

00:23:14.170 --> 00:23:20.070
<v Andreas>Teilweise auch ein bisschen hinterlegt mit dezentem Holz,
wird bei uns ein Grauburgunder alte Rebe,

00:23:20.070 --> 00:23:22.740
<v Andreas>und somit hast du dann 2 verschiedene Sparten.

00:23:24.270 --> 00:23:30.180
<v Michael>Ich muss noch einmal auf den Cabernet Sauvignon zurückkommen. Also mich
interessiert das ja auch immer investitionstechnisch,

00:23:30.180 --> 00:23:35.580
<v Michael>auch was die Zeit betrifft. Du entscheidest jetzt,
wir pflanzen da was Neues, wir nehmen Cabernet Sauvignon.

00:23:35.910 --> 00:23:39.720
<v Michael>Diese Entscheidung wirkt jetzt auf das Weingut ein wie viele Jahre?

00:23:39.750 --> 00:23:44.100
<v Michael>Ich meine, man muss ja warten, bis die Reben dann erst mal das entsprechende
Alter haben,

00:23:44.100 --> 00:23:47.040
<v Michael>um die entsprechende Qualität an Beeren,
an Trauben zu liefern.

00:23:47.070 --> 00:23:52.740
<v Michael>Aber wie lange beschäftigst du dich dann mit dem jetzt neu angepflanzten
Cabernet Sauvignon?

00:23:53.400 --> 00:23:59.100
<v Andreas>Klar, das beschäftigt uns schon die nächsten 30 Jahre und wir haben uns jetzt
auch entschieden,

00:23:59.100 --> 00:24:06.270
<v Andreas>noch eine zweite Parzelle anzulegen, dass wir da einfach auch ein bisschen
Puffer kriegen vom Jahrgang aus.

00:24:06.960 --> 00:24:09.510
<v Andreas>Wir sind jetzt aktuell am 23er-Jahrgang.

00:24:09.810 --> 00:24:15.800
<v Andreas>Vorhin waren wir witzigerweise im Keller,
da lief der 24er, wo wir gesprochen haben über den Filter.

00:24:16.100 --> 00:24:18.740
<v Andreas>Den werde ich füllen, wahrscheinlich vor dem Herbst noch.

00:24:19.370 --> 00:24:29.120
<v Andreas>Aber das Ziel ist natürlich da auch Puffer kriegen von 2 bis 3 Jahren,
dass die Sachen auch einfach ein bisschen mehr Reife kriegen im

00:24:29.120 --> 00:24:30.140
<v Andreas>großen Holzfass.

00:24:30.770 --> 00:24:35.060
<v Michael>Und hast du schon die nächsten, in Anführungszeichen,
fremden Rebsorten im Kopf,

00:24:35.060 --> 00:24:37.400
<v Michael>die irgendwann mal infrage kommen könnten?

00:24:39.020 --> 00:24:43.400
<v Andreas>Ja, das ist natürlich schwierig. Man weiß ja nie,
wo es hinläuft, was der Markt macht.

00:24:44.000 --> 00:24:50.630
<v Andreas>Vor 2 Jahren haben wir uns jetzt dem Thema Sauvignon Gris gewidmet,
die pilzwiderständige Rebsorte,

00:24:51.590 --> 00:24:51.980
<v Andreas>und...

00:24:52.160 --> 00:24:53.570
<v Tobias>Gibt es auch ne Folge zu, ne? Glaube ich.

00:24:54.620 --> 00:25:00.860
<v Andreas>Ja, die haben wir jetzt dieses Jahr das erste Mal im Keller liegen,
tun die natürlich auch mal separat ausbauen,

00:25:01.700 --> 00:25:05.720
<v Andreas>wahrscheinlich dann auch sortenrein separat auf den Markt bringen.

00:25:07.130 --> 00:25:09.800
<v Andreas>Ja, und somit ist man natürlich immer offen für was Neues.

00:25:09.830 --> 00:25:17.600
<v Andreas>Wobei ich auch immer sage, was Neues ist gut,
aber diese altbewährte Sorte Grauburgunder,

00:25:17.600 --> 00:25:20.420
<v Andreas>Sauvignon Blanc, Weißburgunder, die kennen die Leute.

00:25:20.660 --> 00:25:27.200
<v Andreas>Und ich weiß nicht, wo die Leute dann hingreifen,
wenn ein Grauburgunder oder Sauvignon Gris im Regal steht,

00:25:27.890 --> 00:25:33.290
<v Andreas>für was sie sich dann entscheiden. Ich glaube,
da muss man schon noch ein bisschen in die Offensive gehen,

00:25:33.290 --> 00:25:38.660
<v Andreas>das Produkt zu erklären, einfach auch der Leuten zugänglich machen.

00:25:39.140 --> 00:25:42.500
<v Tobias>Ja, absolut. Da ist auch ein bisschen Pioniergeist,
glaube ich, verlangt.

00:25:43.160 --> 00:25:45.800
<v Tobias>Jetzt noch mal zu diesem Thema Neuanpflanzung.

00:25:46.070 --> 00:25:51.710
<v Tobias>Du führst das Weingut ja noch mit deinem Vater zusammen,
mit dem Gründervater sozusagen.

00:25:51.740 --> 00:25:59.060
<v Tobias>Wie reagiert der denn, wenn du sagst: Hier,
wir reißen jetzt mal so alte Pinot-Noir-Rebstöcke raus und pflanzen da Cabernet

00:25:59.060 --> 00:26:04.580
<v Tobias>Sauvignon hin. Ist das dann ein Thema, wo der sagt,
ja, macht mal, oder gibt es da schon Diskussionen?

00:26:05.690 --> 00:26:09.070
<v Andreas>Ja, nee. Also da ist er eigentlich schon sehr offen gegenüber.

00:26:09.070 --> 00:26:12.978
<v Andreas>Wir entscheiden die Sache eigentlich auch zusammen.

00:26:12.978 --> 00:26:15.280
<v Andreas>Und er sieht ja auch, dass da ein Wandel ist.

00:26:15.550 --> 00:26:21.250
<v Andreas>Und letztendlich müssen wir uns den Gegebenheiten stellen,
die am Markt gefragt sind,

00:26:21.430 --> 00:26:26.410
<v Andreas>und somit sind wir dann, glaube ich, auch für die Zukunft gut aufgestellt.

00:26:26.440 --> 00:26:33.760
<v Tobias>Ja, das hilft natürlich auf jeden Fall extrem,
denn da hört man ja auch durchaus andere Geschichten,

00:26:33.760 --> 00:26:38.380
<v Tobias>dass es da auch mal ziemlich, ziemlich rappeln kann. Aber das hört sich ja dann
bei euch relativ harmonisch an,

00:26:38.380 --> 00:26:39.160
<v Tobias>das ist schon mal gut.

00:26:40.210 --> 00:26:45.370
<v Michael>Ja, und wenn wir in die Zukunft gucken,
wir haben, wie gesagt, uns das Weingut eben genau angeschaut.

00:26:45.370 --> 00:26:50.350
<v Michael>Ihr habt ja irgendwie eine Menge hingestellt von neuer Vinothek usw.

00:26:51.910 --> 00:26:57.190
<v Michael>Hast du Kinder? Gibt es da schon Nachfolger oder was passiert jetzt mit der
Familie Löffler hier?

00:26:57.820 --> 00:27:01.810
<v Andreas>Oh, das weiß ich. Was in 20 Jahren ist,
weiß ich selbst noch nicht.

00:27:01.990 --> 00:27:06.430
<v Andreas>Klar, ich habe zwei Kinder, zwei Mädels,
die sind 13 und 16 Jahre.

00:27:06.660 --> 00:27:10.170
<v Andreas>Aber wo da der Weg hinschlägt? Keine Ahnung.

00:27:10.290 --> 00:27:12.870
<v Michael>Die dürfen ins Schwimmbad. Oder müssen Sie auch jetzt mit in die Reben?

00:27:14.640 --> 00:27:20.160
<v Andreas>Ne, die dürfen ins Schwimmbad. Teilweise helfen sie auch mal in der Strauße.

00:27:20.940 --> 00:27:26.327
<v Andreas>Das geht dann. Meine Große, die bedient,
macht das eigentlich gern mit Leidenschaft.

00:27:26.327 --> 00:27:29.580
<v Andreas>Und kürzlich habe ich mal die kleine Amelie dagehabt beim Abfüllen.

00:27:29.580 --> 00:27:35.190
<v Andreas>Ja, also die helfen schon mal mit, ja. Aber sie sind noch Kinder und sollen das
auch noch genießen.

00:27:35.460 --> 00:27:38.910
<v Tobias>Ja, aber da kann man ja irgendwie durchaus Positivbeispiele aufführen.

00:27:38.910 --> 00:27:45.630
<v Tobias>In unserer Kaiserstuhl-Folge waren wir ja bei Heger und haben mit den beiden
Töchtern gesprochen,

00:27:46.260 --> 00:27:48.600
<v Tobias>die das jetzt ja beide sozusagen gemeinsam machen.

00:27:48.840 --> 00:27:51.293
<v Tobias>Also von daher, wollte dir jetzt ein bisschen Mut machen.

00:27:51.293 --> 00:27:51.540
<v Tobias>Wird schon.

00:27:52.380 --> 00:27:53.070
<v Andreas>Danke.

00:27:53.400 --> 00:27:54.150
<v Michael>Wird schon, ja.

00:27:54.660 --> 00:27:59.400
<v Tobias>Genau. Noch mal zurückzukommen zum Anbaugebiet Baden.

00:28:00.000 --> 00:28:06.780
<v Tobias>Das Klima, sage ich mal, ist ja im ganzen Bereich eigentlich warm und
sonnenreich usw.,

00:28:06.780 --> 00:28:13.050
<v Tobias>das kennt man auch. Würdest du aber auch sagen,
dass eigentlich die Hauptunterschiede dann auch im Blick auf Stilistiken von

00:28:13.050 --> 00:28:16.770
<v Tobias>Wein eigentlich an den unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten liegt?

00:28:17.040 --> 00:28:19.170
<v Tobias>Also, dass das eigentlich so die Unterschiede bringt?

00:28:20.400 --> 00:28:23.370
<v Andreas>Ja, ich denke mal auch die Bodenbeschaffenheit.

00:28:23.370 --> 00:28:30.660
<v Andreas>Aber ich glaube, das Entscheidende sind nicht nur die Böden,
sondern natürlich auch die Philosophie vom jeweiligen Betrieb.

00:28:31.260 --> 00:28:32.760
<v Andreas>Ist, glaube ich, das Hauptaugenmerk.

00:28:33.780 --> 00:28:40.290
<v Tobias>Und gibt es da, sage ich mal, so eine gewisse Stilistik oder oder eine gewisse
Typizität,

00:28:40.290 --> 00:28:44.130
<v Tobias>sagt man ja auch, die sich so sehr stark durchzieht?

00:28:44.130 --> 00:28:46.380
<v Tobias>Also worauf eigentlich die meisten setzen.

00:28:47.610 --> 00:28:54.210
<v Andreas>Also angesagt ist natürlich jetzt gerade die letzten Jahre,
im Frühling und Sommer eher so leichtere,

00:28:54.210 --> 00:29:00.240
<v Andreas>frischere Weine zu kreieren. Logischerweise haben wir auch sehr hochwertige
Sachen,

00:29:00.240 --> 00:29:04.460
<v Andreas>die dann eben kräftiger vom Volumen sind mit 13,5 bis 14 %.

00:29:04.460 --> 00:29:10.760
<v Andreas>Aber das sind dann eher diese Weine, die man zusätzlich macht,
nicht das tägliche Brot.

00:29:10.760 --> 00:29:15.800
<v Andreas>Das sind dann Sachen, die man 8 bis 10 Jahre lagern kann und dann noch richtig
gut trinken. Aber ich sage mal,

00:29:16.400 --> 00:29:22.730
<v Andreas>das Haupteinkommen sind bei uns so diese Weiß-,
Grauburgunder, Sauvignon Blanc Editionslinie,

00:29:23.330 --> 00:29:24.770
<v Andreas>die sehr präsent ist, ja.

00:29:25.670 --> 00:29:32.690
<v Tobias>Und vielleicht noch mal in eine andere Richtung gefragt:
Wie hoch ist der Stellenwert der Essensbegleitung?

00:29:33.020 --> 00:29:37.340
<v Tobias>Also ich habe manchmal so das Gefühl, in Frankreich,
Italien ist es viel selbstverständlicher,

00:29:37.520 --> 00:29:40.370
<v Tobias>zu einer Flasche Wein gehört auch was Gutes zu essen.

00:29:40.370 --> 00:29:45.440
<v Tobias>Ist das in Baden auch so oder wird da auch viel Wein einfach solo getrunken?

00:29:46.580 --> 00:29:51.410
<v Andreas>Ja, ne, die Badener, die trinken eigentlich schon viel Wein,
auch ohne Speisen.

00:29:52.520 --> 00:29:57.230
<v Andreas>Ja, Schorle ist ein gängiges Getränk hier in der Gegend.

00:29:58.130 --> 00:30:02.360
<v Andreas>Gutedel mit Mineralwasser, wo die Leute teilweise zum Mittagessen schon
konsumieren.

00:30:02.960 --> 00:30:09.050
<v Andreas>Und ansonsten speisetechnisch, klar, wir geben immer Essensempfehlungen auch mit
auf den Weg.

00:30:09.860 --> 00:30:13.370
<v Andreas>Aber letztendlich sage ich den Leuten auch immer,
trinken Sie doch einfach das,

00:30:13.370 --> 00:30:18.410
<v Andreas>wo Sie Lust drauf haben. Bei einem schönen Fisch,
da passt eigentlich ein Weißwein dazu.

00:30:18.410 --> 00:30:22.670
<v Andreas>Aber wenn Ihnen nach einem Rosé ist, trinken Sie einfach einen Rosé dazu.

00:30:23.600 --> 00:30:25.040
<v Tobias>Also probieren geht über Studieren, sozusagen?

00:30:25.400 --> 00:30:28.070
<v Andreas>Genau. Also ich würde es jetzt unabhängig vom Essen machen.

00:30:28.100 --> 00:30:30.770
<v Andreas>So geht es mir eigentlich auch. Ich trinke das,
wo ich Lust drauf habe.

00:30:31.550 --> 00:30:36.118
<v Michael>Und wenn man den Gutedel noch mal herausgreift,
deine Lieblingskombination?

00:30:36.118 --> 00:30:38.690
<v Michael>Gutedel passt am besten zu welchem Essen?

00:30:39.110 --> 00:30:45.290
<v Andreas>Das passt eigentlich ganz gut, durch das,
dass er so leicht ist, zu einem schönen, frischen, knackigen Salat, oder auch zu

00:30:45.350 --> 00:30:49.490
<v Andreas>so einer Käsevariation, da passt das auch gut dazu.

00:30:49.790 --> 00:30:55.640
<v Tobias>Dann sind wir dann relativ schnell schon in der Schweiz und dem Chasselas,
da wird das ja,

00:30:55.640 --> 00:30:59.248
<v Tobias>glaube ich, auch sehr gerne irgendwie zu Käsefondue,
Raclette usw.

00:30:59.248 --> 00:31:04.720
<v Tobias>gereicht. Nicht schlecht. Ja, und für mich,
also Grauburgunder ist ja für mich eigentlich der perfekte Wein für so eine

00:31:04.960 --> 00:31:09.970
<v Tobias>deftige Fischplatte, oder? Da kann es doch auch so ein bisschen herzhafter
zugehen.

00:31:10.390 --> 00:31:15.712
<v Andreas>Grauburgunder, das passt auch ganz gut zu Käse-
oder zu Wurstvariationen, durch das,

00:31:15.712 --> 00:31:20.890
<v Andreas>dass er ein wenig mehr Schmelz hat, etwas kräftiger ist,
deckt ja ziemlich viel ab.

00:31:21.460 --> 00:31:29.920
<v Tobias>Ja, sehr gut. Ja, also ich finde, beim Thema Essen und Appetit können wir auch
gerne zum Ende dieser Folge kommen.

00:31:29.920 --> 00:31:35.620
<v Tobias>Ich glaube, wir haben das Anbaugebiet Baden sehr schön abgedeckt,
haben auch viel von dir gelernt.

00:31:35.620 --> 00:31:40.000
<v Tobias>Auch hier von dem Markgräflerland und dem Weingut.

00:31:40.300 --> 00:31:42.490
<v Tobias>Oder, Michael, hast du noch eine Zusatzfrage?

00:31:42.730 --> 00:31:49.660
<v Michael>Wie gesagt, ich bekomme jetzt sowohl Durst als auch Hunger nach unserem
Gespräch. Also ich hoffe, das geht den lieben Zuhörerinnen und Zuhörern genauso.

00:31:49.750 --> 00:31:57.130
<v Tobias>Genau. Ja, ich glaube, du kannst jetzt noch mal einen Aufruf starten,
warum die Zuhörerinnen und Zuhörer unbedingt mal ins Markgräflerland kommen

00:31:57.130 --> 00:32:00.540
<v Tobias>sollten. Die können das ja mit einem Besuch am Kaiserstuhl verbinden.

00:32:00.540 --> 00:32:04.200
<v Tobias>Kann man ja ruhig dazusagen. Aber bitte,
deine Bühne.

00:32:04.470 --> 00:32:10.800
<v Andreas>Ja, sehr gern. Also es ist jeder herzlich willkommen hier in der Region,
im Markgräflerland.

00:32:11.910 --> 00:32:16.740
<v Andreas>Wir verlassen ja auch mal unsere Landesgrenze,
sind auf Messen in Köln, Düsseldorf oder München.

00:32:16.740 --> 00:32:20.460
<v Andreas>Und ich mache es dann auch da prinzipiell immer den Leuten schmackhaft.

00:32:20.670 --> 00:32:26.250
<v Andreas>Schauen Sie mal, wir sind jetzt 3, 4 Stunden im Auto gesessen,
sind nach München oder Köln gefahren. Kommen Sie doch einfach mal zu uns ins

00:32:26.250 --> 00:32:31.860
<v Andreas>Markgräflerland. Eine herausragende Landschaft,
kulinarisch sehr gut.

00:32:31.860 --> 00:32:36.030
<v Andreas>Was essenstechnisch und Wein geboten wird,
brauchen wir gar nicht drüber zu sprechen.

00:32:36.330 --> 00:32:39.600
<v Andreas>Sehr gepflegte Wiesen und Wälder und Rebanlagen.

00:32:39.870 --> 00:32:45.060
<v Andreas>Und tatsächlich, es sind dann einige dabei,
die uns natürlich auf dem Weingut besuchen,

00:32:45.060 --> 00:32:50.880
<v Andreas>selbst in der Straußenwirtschaft sitzen und mich dann immer wieder fragen:
Kennen Sie uns noch?

00:32:50.910 --> 00:32:54.540
<v Andreas>Dann sage ich: Helfen Sie mir auf die Sprünge. Sie waren der,
der gesagt hätte,

00:32:54.540 --> 00:32:57.360
<v Andreas>wir sollen mal ins Markgräflerland kommen und auf Ihr Weingut.

00:32:57.990 --> 00:33:03.210
<v Andreas>Und das finde ich dann immer spannend. Ja,
also die Leute sind schon interessiert an der Landschaft,

00:33:03.210 --> 00:33:08.190
<v Andreas>natürlich auch am jeweiligen Weingut, was natürlich da auch hinten dran steckt.

00:33:08.220 --> 00:33:12.960
<v Michael>Na, vielleicht können wir jetzt noch „Bei Anruf Wein" als Codewort verabreden.

00:33:13.350 --> 00:33:19.230
<v Michael>Wenn demnächst jemand in der Straußenwirtschaft sitzt und das Codewort sagt,
dann kommt der nur wegen dieses Aufrufs.

00:33:19.230 --> 00:33:19.980
<v Michael>Das wäre doch was.

00:33:20.190 --> 00:33:22.080
<v Tobias>Ja, das ist eine gute Idee. So machen wir das.

00:33:22.470 --> 00:33:25.740
<v Tobias>Ja, klasse, Wunderbar. Vielen Dank, Andreas,
für das Gespräch.

00:33:25.770 --> 00:33:30.390
<v Tobias>Wir sind sehr gerne hier und ich bin mir sicher,
wir kommen auch sehr gerne wieder. Ja, es hat uns wirklich gut gefallen.

00:33:30.540 --> 00:33:35.670
<v Michael>Und bevor wir jetzt noch mehr Hunger und mehr Durst bekommen hier am Mikrofon,
müssen wir das langsam mal verlassen.

00:33:35.910 --> 00:33:41.430
<v Michael>Aber dessen ungeachtet freue ich mich natürlich ungeheuer,
wenn es das nächste Mal wieder heißt.

00:33:42.300 --> 00:33:43.350
<v Andreas>Bei Anruf.

00:33:43.620 --> 00:33:44.160
<v Tobias>Wein.