WEBVTT

00:00:02.330 --> 00:00:07.490
<v Michael>Bei Anruf Wein. Der Weinfreunde-Podcast.

00:00:09.440 --> 00:00:12.800
<v Tobias>Ich grüße euch, liebe Weinfreunde. Mein Name ist Tobias.

00:00:12.830 --> 00:00:20.150
<v Tobias>Willkommen Bei Anruf Wein. Die letzte Folge des Jahres steht ganz im Zeichen der
Erinnerung und des Reisens.

00:00:20.510 --> 00:00:25.688
<v Tobias>Michael und ich nehmen euch mit auf eine Tour durch unsere schönsten und
kuriosesten Weinmomente.

00:00:25.688 --> 00:00:34.790
<v Tobias>Vom Douro-Tal mit Infinity Pool und Brexitschock über die Rhône mit eigenem
Châteauneuf-du-Pape bis zu Kickerduellen in Spanien und frostigen Nächten in der

00:00:34.790 --> 00:00:39.530
<v Tobias>Toskana. Wir erzählen von Winzern und Wein,
die uns nachhaltig beeindruckt haben,

00:00:39.530 --> 00:00:43.250
<v Tobias>und warum Weinreisen die beste Form der Feldforschung sind.

00:00:43.880 --> 00:00:50.510
<v Tobias>Feldforschung betreiben Michael und ich auch im Hörgenuss,
unseren Mini-Podcast für das Bonusprogramm WEINFREUNDE+.

00:00:50.990 --> 00:00:54.530
<v Tobias>Hier verkosten und besprechen wir Weine,
die uns besonders gut gefallen.

00:00:54.890 --> 00:01:01.100
<v Tobias>Loggt euch einfach in euer weinfreunde.de-Kundenkonto ein und haltet Ausschau
nach dem WEINFREUNDE+ Hörgenuss.

00:01:01.250 --> 00:01:05.900
<v Tobias>Das würde auch Michael sehr freuen. Also bleibt mal dran.

00:01:05.930 --> 00:01:07.340
<v Tobias>Ich ruf den mal an!

00:01:11.780 --> 00:01:13.280
<v Michael>Hallo Tobias.

00:01:13.700 --> 00:01:13.910
<v Tobias>Ja, hallo.

00:01:13.700 --> 00:01:17.720
<v Michael>Hallo liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Mein Bester,
wie geht's dir eigentlich?#.

00:01:17.750 --> 00:01:18.050
<v Tobias>Gut, gut, gut.

00:01:18.170 --> 00:01:23.450
<v Michael>Was machen so die Nerven im Jahresendspurt kurz vor Weihnachten?

00:01:23.480 --> 00:01:33.200
<v Michael>Ja, also ich hoffe, du bringst heute genügend Muße und Plauderlaune mit,
um so einen ganz entspannten Ausstieg aus dem Jahr 2025

00:01:33.230 --> 00:01:33.800
<v Michael>hinzubekommen?

00:01:33.830 --> 00:01:37.190
<v Tobias>Ja, auf jeden Fall, Michael. Ich glaube,
das bekommen wir hin.

00:01:37.220 --> 00:01:42.980
<v Tobias>Also auch erstmal hallo von meiner Seite an dich natürlich und auch an die ganze
Podcastgemeinde.

00:01:43.490 --> 00:01:49.280
<v Tobias>Ich muss ja sagen, ich bin ja schon regelrecht dankbar dafür,
jetzt mit dir sprechen zu dürfen.

00:01:49.310 --> 00:01:55.130
<v Tobias>Deswegen habe ich ja auch gesagt, dass es mir so gut geht,
dass wir jetzt hier die letzte Folge des Jahres angehen können.

00:01:55.130 --> 00:02:01.230
<v Tobias>Denn in dieser Folge 124 von Bei Anruf Wein -
ist immer wieder verrückt, wie viele Folgen das schon sind.

00:02:01.860 --> 00:02:09.150
<v Tobias>Also für mich gibt es jetzt gerade kein besseres Alibi,
um mich mal aus diesem Vorbereitungszirkus zu verabschieden,

00:02:09.630 --> 00:02:16.860
<v Tobias>der hier gerade durch unser Haus rollt. Also,
leg mal los und nimm uns alle mit auf die Reise,

00:02:16.890 --> 00:02:18.750
<v Tobias>sozusagen. Und lass dir ruhig Zeit.

00:02:19.200 --> 00:02:22.320
<v Michael>„Nimm uns mit auf die Reise" - ja, das hast du jetzt schön gesagt.

00:02:22.320 --> 00:02:28.020
<v Michael>Aber genau darum geht es ja heute. Denn wir wollen so ein wenig in Erinnerungen
schwelgen,

00:02:28.200 --> 00:02:37.680
<v Michael>an unsere gemeinsamen Weinreisen und gleichzeitig aber auch dafür werben,
dass ihr bei eurem nächsten Trip in den Süden oder sonst wohin

00:02:37.950 --> 00:02:41.670
<v Michael>Abstecher in die Weinregionen fest einplant.

00:02:41.700 --> 00:02:48.210
<v Michael>Ja, und das mit dem Süden kommt jetzt nicht von ungefähr,
denn gefühlt - ich habe jetzt wirklich nicht nachgezählt,

00:02:48.210 --> 00:02:56.850
<v Michael>versprochen - aber gefühlt haben unsere gemeinsamen Reisen zu gut 80 % nach
Frankreich und Spanien geführt.

00:02:56.880 --> 00:02:57.330
<v Michael>Okay.

00:02:58.070 --> 00:02:58.400
<v Tobias>Das stimmt.

00:02:58.460 --> 00:03:01.340
<v Michael>Da gibt es noch Portugal, waren wir auch,
und Italien.

00:03:01.340 --> 00:03:06.680
<v Michael>Aber eigentlich sind wir bislang sehr franko-hispanophil unterwegs gewesen.

00:03:07.520 --> 00:03:10.070
<v Tobias>Franko-hispanophil? Also, wenn das mein Wort ist.

00:03:10.100 --> 00:03:14.990
<v Tobias>Aber, also weniger italo-lusitanisch sozusagen.

00:03:15.560 --> 00:03:16.070
<v Tobias>Aber...

00:03:15.560 --> 00:03:16.070
<v Michael>Genau, genau.

00:03:16.460 --> 00:03:19.130
<v Tobias>...das ist mir jetzt ein bisschen zu theoretisch.

00:03:19.280 --> 00:03:21.560
<v Tobias>Also wir fangen jetzt mal ganz einfach an.

00:03:22.520 --> 00:03:26.720
<v Tobias>Welche Weinregion, Michael, hat dir denn landschaftlich am besten gefallen?

00:03:26.720 --> 00:03:33.800
<v Tobias>Das ist ja auch ein wichtiger Punkt. Du hast ja eben schon den Besuch von
Anbaugebieten in den Zusammenhang mit Urlaub gerückt.

00:03:33.950 --> 00:03:40.280
<v Tobias>So läuft das halt meistens auch. Wo ist es denn wirklich so schön,
dass man da auch komplett Urlaub machen kann?

00:03:41.690 --> 00:03:44.420
<v Michael>Uiuiui, das ist echt eine schwierige Frage,
sage ich jetzt mal.

00:03:44.450 --> 00:03:50.090
<v Michael>Also für meine Vorstellung von Urlaub, denn wir haben so viele tolle
Landschaften gesehen,

00:03:50.090 --> 00:03:53.330
<v Michael>so tolle Städte gesehen, so eindrucksvolle Landschaften auch.

00:03:53.330 --> 00:03:59.120
<v Michael>Und ja, vielleicht letzten Endes ist es dann der Douro in Portugal.

00:03:59.360 --> 00:04:06.800
<v Michael>Also von der Topografie, das muss man mal dazu sagen,
ja, fast wie die Mosel mit diesen Steillagen und überall diesem felsigen

00:04:06.800 --> 00:04:12.080
<v Michael>Charakter, ne? Supernette Leute da, ja,
wie Portugiesen fast immer.

00:04:12.260 --> 00:04:16.550
<v Michael>Und tolles Klima, wenn man jetzt nicht gerade im Hochsommer da hinfährt.

00:04:17.810 --> 00:04:24.320
<v Michael>Dazu gutes Essen, die Nähe zu Porto und entlang des Flusses kann man auch direkt
in einigen Weingütern,

00:04:24.320 --> 00:04:28.370
<v Michael>sprich Quintas, unterkommen. Ja, also direkt vor Ort wohnen.

00:04:28.370 --> 00:04:31.400
<v Michael>Und da sage ich nur: Infinity Pool.

00:04:32.330 --> 00:04:36.140
<v Tobias>Ja, genau. Wenn du Infinity Pool sagst,
sage ich: Brexit.

00:04:36.320 --> 00:04:42.260
<v Tobias>Ja? Erinnere dich nur dran. Wir waren damals mit so einer internationalen
Pressetruppe unterwegs.

00:04:42.260 --> 00:04:51.434
<v Tobias>Und mit dabei war eine so eine kleine Engländerin,
die hatte irgend so einen Lifestyleblog oder machte irgend so ein Pop-up Supper

00:04:51.434 --> 00:04:54.275
<v Tobias>Club in London. Das war, glaube ich, zu der Zeit irgendwie in.

00:04:54.275 --> 00:05:01.780
<v Tobias>Ich weiß gar nicht mehr genau. Auf jeden Fall kam die Nachricht über den
abgestimmten Austritt Großbritanniens aus der EU in jenem Moment an,

00:05:01.780 --> 00:05:06.040
<v Tobias>als wir mit einem Weißwein an eben diesem Infinity Pool chillten.

00:05:06.670 --> 00:05:15.580
<v Tobias>Und daraufhin zog die Brexit-Lady sich das Kleid spontan aus und schmiss sich in
Unterwäsche in den Pool.

00:05:15.610 --> 00:05:21.010
<v Tobias>Laut, jubelnd und zunehmend prustend, plantschte die dann da rum.

00:05:21.010 --> 00:05:25.360
<v Tobias>Und ja, wir alle anderen waren eher so ein bisschen peinlich berührt.

00:05:25.390 --> 00:05:29.620
<v Tobias>Und ich glaube, die hatte auch schon vorher doch so ein Kleid an mit
irgendwelchen...

00:05:29.980 --> 00:05:30.430
<v Michael>Ach hör auf, ja.

00:05:30.820 --> 00:05:38.080
<v Tobias>...britischen Insignien. Und sie hatte nur irgendwie dann mal gesagt,
sie hat für den Brexit gestimmt,

00:05:38.110 --> 00:05:41.350
<v Tobias>weil sie einfach mal so ein bisschen crazy sein wollte.

00:05:41.380 --> 00:05:46.690
<v Tobias>Fand ich auch irgendwie... „Toll". Tolle Begründung mit viel Nachdenken und so,
na ja.

00:05:47.470 --> 00:05:55.740
<v Michael>Ja, crazy. Und Brexit, also na ja. Aber für mich hat dann dieser Infinity Pool,
der den Blick ja ins Unendliche lenkt,

00:05:55.830 --> 00:06:00.810
<v Michael>und der Brexit und dieser Abgrund hinter dem Pool,
den es da gibt.

00:06:00.840 --> 00:06:06.240
<v Michael>Für mich hat das dann so im Nachhinein irgendwie was Symbolisches gewonnen,
weil ganz ehrlich,

00:06:06.270 --> 00:06:12.720
<v Michael>dann mit dem Brexit begann ja dieser ganze Kladderadatsch da mit Fake News und
Desinformation.

00:06:12.780 --> 00:06:16.080
<v Michael>Das wissen wir heute. Aber nun gut, das gehört jetzt nicht hierhin.

00:06:16.560 --> 00:06:17.280
<v Tobias>Nee, Gott sei Dank.

00:06:17.310 --> 00:06:22.560
<v Michael>Ja, nee, nee. Frohe Weihnachten. Ja, und das Wichtigste hätte ich jetzt fast
vergessen.

00:06:22.590 --> 00:06:29.040
<v Michael>Tobias, was haben wir da für herausragende Stillweine und Portweine getrunken?

00:06:29.070 --> 00:06:38.190
<v Michael>Ja, und überhaupt, an dieser Stelle, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
hört euch unbedingt unsere Folge mit dem Portweinexperten Axel Probst an.

00:06:38.220 --> 00:06:45.090
<v Michael>Da bekommt man noch mehr Lust auf den Douro,
den er ja mal als „Mosel auf Anabolika" beschrieben hat.

00:06:45.120 --> 00:06:47.670
<v Michael>Also mehr braucht es nicht.

00:06:47.970 --> 00:06:53.830
<v Tobias>Nee, das stimmt. Und das passt wirklich,
wirklich gut, wenn man das mal gesehen hat. Ich habe allerdings auch jetzt nicht

00:06:53.830 --> 00:06:58.450
<v Tobias>nur positive Assoziationen mit Portugal,
muss ich zugeben.

00:06:58.960 --> 00:07:05.440
<v Tobias>Weil da muss ich immer gleichzeitig auch an Bacalhau denken,
also dieser getrocknete Stockfisch.

00:07:05.590 --> 00:07:12.490
<v Tobias>Kabeljau ist das ja, der ist dann irgendwie fürchterlich gesalzen,
gepökelt, was auch immer und muss dann auch wieder gewässert werden,

00:07:12.490 --> 00:07:18.610
<v Tobias>damit man ihn überhaupt genießen kann. Dann kommt er auch noch nicht mal
irgendwie aus dem Meer rund um Portugal,

00:07:18.610 --> 00:07:21.130
<v Tobias>sondern wird irgendwie aus Norwegen importiert.

00:07:21.520 --> 00:07:24.400
<v Tobias>Ist trotzdem in Portugal ein absolutes Nationalgericht.

00:07:24.430 --> 00:07:31.030
<v Tobias>Ja, und den haben wir damals wirklich tagein,
tagaus in den unterschiedlichsten Varianten vorgesetzt bekommen.

00:07:31.300 --> 00:07:34.030
<v Tobias>Das war lieb gemeint. Kann ich auch verstehen.

00:07:34.150 --> 00:07:39.400
<v Tobias>Aber wenn man es jetzt schon nicht so mit Fisch hat,
also so wie ich jetzt beispielsweise,

00:07:39.520 --> 00:07:43.540
<v Tobias>ist Bacalhau wirklich die absolute Höchststrafe.

00:07:44.110 --> 00:07:49.720
<v Tobias>Und du hattest und hast natürlich heute immer noch deinen Spaß,
wenn es um das Thema geht.

00:07:50.740 --> 00:07:54.660
<v Tobias>Deswegen, ich will jetzt lieber mal, auch wenn ich Portugal wirklich lieb
gewonnen habe,

00:07:54.690 --> 00:07:59.580
<v Tobias>schnell nach Frankreich switchen. Da waren wir,
glaube ich, am allerallermeisten zusammen.

00:07:59.700 --> 00:08:08.340
<v Tobias>Denn sowohl was die Landschaft betrifft als auch mit Blick auf die Weine sind
für mich unsere Reisen an der Rhône einfach die Nummer 1.

00:08:08.370 --> 00:08:14.993
<v Tobias>Ja, das sind alles unvergessliche Erlebnisse gewesen,
insbesondere eben auch wegen der Vielfalt dort.

00:08:14.993 --> 00:08:20.490
<v Tobias>Landschaften oder, wie du es gerade genannt hast,
Topografien gibt es da einfach ganz,

00:08:20.490 --> 00:08:26.880
<v Tobias>ganz unterschiedliche, aber eben auch einmalig gute Weine und ganz wunderbare
Menschen,

00:08:26.880 --> 00:08:36.540
<v Tobias>die wir getroffen haben. Châteauneuf-du-Pape und Mont Ventoux oder die Dentelles
de Montmirail und natürlich auch Gigondas,

00:08:36.570 --> 00:08:43.890
<v Tobias>Rasteau und all die Cru-Weine. Das ist wirklich ein Weinreisetipp von Herzen.

00:08:44.010 --> 00:08:49.410
<v Tobias>Zumal eben für alle, die nach Südfrankreich oder an die spanische
Mittelmeerküste in den Urlaub fahren.

00:08:49.590 --> 00:08:58.350
<v Tobias>Die Weinregion kann dann auch super, wenn es nicht schon das Urlaubsziel ist,
eben auch auf dem Weg absolviert werden.

00:08:58.620 --> 00:09:03.600
<v Tobias>Also allemal einen Zwischenstopp wert, wenn nicht wirklich eine komplette Reise
wert.

00:09:03.630 --> 00:09:07.020
<v Michael>Ja, ich möchte jetzt nicht wieder mit meiner Autoroute du Soleil kommen.

00:09:08.070 --> 00:09:11.340
<v Michael>Aber, tut mir leid, also das mit dem Bacalhau -
mir gefällt das.

00:09:11.370 --> 00:09:13.920
<v Michael>Ja, ich habe einen Trost für dich, Tobias.

00:09:13.950 --> 00:09:19.680
<v Michael>Also, im jüngst erschienenen Asterix-Band,
aus dem Oktober ist das - ja, ein bisschen her,

00:09:19.710 --> 00:09:24.450
<v Michael>aber der ist der jüngste. Da geht es dem lieben Obelix genau wie dir.

00:09:24.750 --> 00:09:28.800
<v Michael>Der kriegt immer nur Bacalhau vorgesetzt und verzweifelt schon daran.

00:09:28.830 --> 00:09:32.490
<v Michael>Aber was ist die Rettung? Ein Wein vom Douro.

00:09:32.520 --> 00:09:38.220
<v Michael>Da ist er dann plötzlich glücklich. Okay,
lassen wir jetzt den Fisch beiseite.

00:09:38.730 --> 00:09:47.910
<v Michael>Ich war ja tatsächlich in diesem Sommer noch mal mit meiner Vino Caravana hier
an der südlichen Rhône unterwegs und habe unter anderem auch den

00:09:47.910 --> 00:09:52.590
<v Michael>Nicolas Haeni von der Domaine Viticole Malmont besucht.

00:09:52.740 --> 00:09:55.890
<v Michael>Hört sich schön an der Name, Viticole Malmont.

00:09:55.920 --> 00:10:00.900
<v Michael>Du erinnerst dich, ne? Das war auch eine Pressereise,
die wir zusammen gemacht haben.

00:10:00.900 --> 00:10:05.340
<v Michael>Und wir hatten ungeheuer viel schon verkostet und geschmeckt und gesehen.

00:10:05.370 --> 00:10:12.030
<v Michael>Und am letzten Abend in so einem Restaurant kam der Nikolaus dazu und hat
einfach seine Weine vorgestellt zum Essen.

00:10:12.210 --> 00:10:15.210
<v Michael>Und das war noch mal für mich so eine richtige Entdeckung.

00:10:15.240 --> 00:10:17.730
<v Michael>Also es war toll, deshalb muss ich da jetzt noch mal hin.

00:10:17.490 --> 00:10:18.210
<v Tobias>Auch ganz anders.

00:10:18.600 --> 00:10:23.610
<v Michael>Ja. Und als wir das 1. oder 2. Mal dort waren,
hast du zusammen mit Xavier Vignon,

00:10:23.970 --> 00:10:30.450
<v Michael>ist ja kein Unbekannter an der südlichen Rhône,
einen waschechten Châteauneuf-du-Pape kreiert.

00:10:30.480 --> 00:10:33.750
<v Michael>Ja, also du hast das gemacht! Was waren das noch für Zeiten?

00:10:33.780 --> 00:10:40.170
<v Michael>Ja, da war ich ja noch der Adlatus. Ja,
doch, das war mein offizieller Titel, glaube ich,

00:10:40.200 --> 00:10:45.810
<v Michael>damals. Und mit dir als Weinlakai war ich dann auf Dienstreise unterwegs.

00:10:46.110 --> 00:10:53.100
<v Tobias>Ja, Ja, ja. Das war wirklich, wirklich irre,
in diesem Keller von Xavier zu sitzen,

00:10:54.240 --> 00:10:56.910
<v Tobias>so stelle ich mir eigentlich mein Weinlabor vor.

00:10:57.150 --> 00:11:05.430
<v Tobias>Also da müssen wir jetzt unbedingt begleitend zu der Folge auch ein paar Videos
und Fotos von diesen ganzen Reisen auf Social Media mal packen,

00:11:06.150 --> 00:11:12.930
<v Tobias>damit man sich das ein bisschen vorstellen kann. Ja,
da durfte ich tatsächlich einen Châteauneuf-du-Pape kreieren.

00:11:13.500 --> 00:11:19.380
<v Tobias>Ausgewählt aus ganz vielen Grundweinen,
die dann da auf dem Tisch alle standen.

00:11:19.380 --> 00:11:25.350
<v Tobias>Und das war einfach ein tolles Erlebnis,
weil Xavier auch meinte: Probier die Weine ganz,

00:11:25.350 --> 00:11:28.950
<v Tobias>ganz schnell, nicht zu lange irgendwie darüber nachdenken.

00:11:29.940 --> 00:11:36.570
<v Tobias>Direkte Assoziationen, versuch festzulegen,
ob das jetzt ein Wein ist, der in die Cuvée reinkommen soll oder nicht.

00:11:36.570 --> 00:11:39.150
<v Tobias>Und dann natürlich auch in welcher Menge.

00:11:39.150 --> 00:11:46.770
<v Tobias>Und so ist dann eben der „2011er le Lakai Châteauneuf-du-Pape" entstanden.

00:11:46.830 --> 00:11:53.550
<v Tobias>Davon habe ich sogar noch so 1, 2 vielleicht,
wenn es gut gelaufen ist, 3 Fläschchen in meinem eigenen Weinlabor liegen.

00:11:53.670 --> 00:11:55.110
<v Michael>Ja, ich bin dabei. Ich bin dabei!

00:11:55.140 --> 00:12:00.630
<v Tobias>Ja, ja, ja. Die haben sich nämlich wirklich ganz gut gehalten. Und ja,
wenn ich ganz ehrlich bin,

00:12:00.660 --> 00:12:05.670
<v Tobias>es war natürlich toll, diesen eigenen Wein dann auch irgendwann in Händen halten
zu dürfen.

00:12:05.670 --> 00:12:12.690
<v Tobias>Aber am meisten hat mich wirklich gefreut,
dass mich Xavier gelobt hat und mir dann zum Schluss gesagt hat,

00:12:12.690 --> 00:12:15.150
<v Tobias>ich hätte das wirklich auch richtig gut gemacht.

00:12:15.360 --> 00:12:20.820
<v Tobias>Da habe ich mich wie so ein Grundschüler irgendwie gefreut,
der sein erstes Wort richtig geschrieben hat.

00:12:21.210 --> 00:12:23.010
<v Tobias>Also das, ja, das werde ich nie vergessen.

00:12:23.040 --> 00:12:25.620
<v Michael>Mensch Tobias, so emotional kenne ich ja gar nicht.

00:12:25.650 --> 00:12:29.670
<v Michael>Also ich sehe schon, ja, du schwelgst jetzt tatsächlich in diesen Erinnerungen.

00:12:29.670 --> 00:12:35.730
<v Michael>Und vielleicht muss man deshalb für die Zuhörerinnen und Zuhörer auch noch mal
ganz ernst dazu sagen:

00:12:36.240 --> 00:12:39.270
<v Michael>Wir waren damals rein beruflich unterwegs.

00:12:39.300 --> 00:12:40.050
<v Michael>Also wir haben...

00:12:40.080 --> 00:12:40.380
<v Tobias>Ja, natürlich!

00:12:40.410 --> 00:12:45.780
<v Michael>...jeden Tag ganz viel verkostet und dann noch am Abend darüber geschrieben und
veröffentlicht.

00:12:45.810 --> 00:12:51.080
<v Michael>Also das war schon hart. Das war schon wirklich hart.

00:12:51.110 --> 00:12:53.600
<v Michael>Ja, so eine Dienstreise halt, ja.

00:12:54.200 --> 00:12:56.570
<v Tobias>Ja, genau. Dienstreise. Genau so hieß das Format.

00:12:56.570 --> 00:13:02.600
<v Tobias>Und es war wirklich, wir haben ja teilweise bis in den nächsten Morgen dann
geschrieben und produziert und gemacht.

00:13:02.720 --> 00:13:07.910
<v Tobias>Und dann war irgendwie spätestens um 10:00 Uhr schon wieder der nächste Wein im
Glas.

00:13:08.510 --> 00:13:15.890
<v Tobias>Aber Stichwort Dienstreise. Dank deiner Überredungskünste hat uns die ja dann
auch bald nach Spanien geführt.

00:13:16.520 --> 00:13:24.470
<v Tobias>Wobei ich glaube, die Idee, uns auf die Spur von Mencia und Godello zu begeben
und in den Nordwesten Spaniens zu reisen.

00:13:24.470 --> 00:13:27.470
<v Tobias>Die stammte dann doch irgendwie anfänglich von mir,
oder?

00:13:27.500 --> 00:13:30.440
<v Michael>Ja, ja, ja, das stimmt. Da bin ich dir auch sehr dankbar für.

00:13:30.890 --> 00:13:34.340
<v Michael>Aber Albariño und Rías Baixas, das kommt von mir.

00:13:34.760 --> 00:13:41.000
<v Tobias>Ja, das kann durchaus sein. Aber worauf ich hinaus wollte,
ist eigentlich Papa Godello.

00:13:41.330 --> 00:13:46.100
<v Tobias>Ja, das muss man einfach mal erzählen. Wir haben nämlich einen Mann getroffen,
ja,

00:13:46.100 --> 00:13:50.030
<v Tobias>der war bestimmt schon so weit in seinen 60ern,
vielleicht sogar schon Anfang 70.

00:13:50.420 --> 00:13:55.910
<v Tobias>Der war für eine sehr namhafte Weingröße tätig,
nämlich Telmo Rodríguez.

00:13:55.940 --> 00:14:00.410
<v Tobias>Kennt der ein oder andere vielleicht auch,
der macht ja ganz unterschiedliche Sachen.

00:14:00.620 --> 00:14:07.970
<v Tobias>Und der produziert halt eben aus seinen Trauben Wein für Rodríguez,
Godello eben.

00:14:08.000 --> 00:14:13.520
<v Tobias>Natürlich alles so im kleinen Maßstab, weil da ist man ja dann auch meistens
nicht der einzige Produzent.

00:14:13.610 --> 00:14:17.300
<v Tobias>Aber grundehrlich und vor allem auch richtig gut.

00:14:17.450 --> 00:14:22.550
<v Tobias>Also der hat ja so ein paar Flaschen auch unter seinem eigenen Label verkauft,
die wir dann probiert haben.

00:14:22.790 --> 00:14:31.040
<v Tobias>Aber das eigentliche Highlight war gar nicht irgendwie der Besuch der Kellerei,
sondern der anschließende Besuch bei seinen Schwiegereltern in einem kleinen

00:14:31.040 --> 00:14:37.520
<v Tobias>Dorf. Da bekamen wir top Essen gekocht und alles selbst gemacht und ein,
ich sag mal,

00:14:37.640 --> 00:14:45.830
<v Tobias>na ja, das war schon eher so ein Vin Naturel,
denn den hatte der sehr, sehr betagte Herr des Hauses selbst im Schuppen hinterm

00:14:45.830 --> 00:14:50.570
<v Tobias>Haus gemacht. Und so was, das vergisst man irgendwie dann auch nicht.

00:14:50.870 --> 00:14:56.420
<v Michael>Ich erinnere mich noch, also Vin Naturel,
war so eine Vokabel in jenen Tagen und wir wollten dem ja sogar noch was

00:14:56.420 --> 00:15:01.070
<v Michael>abkaufen. Ich weiß gar nicht, wie das geklappt hätte mit dem Abfüllen und
Einführen und so,

00:15:01.070 --> 00:15:07.970
<v Michael>aber egal. Aber das war auch eigentlich gar nicht die Frage,
denn der antwortete dann ganz locker:

00:15:08.180 --> 00:15:15.110
<v Michael>Ja, ich mache jetzt nur 120 Liter im Jahr hier hinterm Haus und die brauche ich
einfach selbst.

00:15:15.830 --> 00:15:20.900
<v Michael>Und das war dann irgendwie so eine ganz einfache Erklärung,
die mich aber sehr überzeugt hat,

00:15:20.930 --> 00:15:26.450
<v Michael>denn der Wein war ja wirklich gut. Okay,
kein Geschäft gemacht, aber gleichzeitig muss man sagen,

00:15:26.450 --> 00:15:28.610
<v Michael>was für ein Typ, ne? Was für ein Standpunkt.

00:15:28.640 --> 00:15:34.130
<v Michael>Und nur zur Orientierung, das ist im Anbaugebiet,
Valdeorras gewesen.

00:15:34.160 --> 00:15:36.890
<v Michael>Ja, also das zählt man dann schon zu Galizien.

00:15:36.920 --> 00:15:43.660
<v Michael>Man verlässt Castilla y León. Und ja, und damit kommen wir ja auch endlich in
meinem Albariño ein bisschen näher.

00:15:43.690 --> 00:15:49.480
<v Michael>Das freut mich natürlich auch. Aber an dieser Stelle noch mal ein ganz
entscheidender Tipp für euch,

00:15:49.480 --> 00:15:52.630
<v Michael>wenn es um das Landesinnere in Spanien geht.

00:15:52.660 --> 00:16:00.880
<v Michael>Denn wenn ihr da so Lust habt auf ganz besondere Hotels,
dann schaut doch mal nach den Paradores aus.

00:16:00.910 --> 00:16:07.690
<v Michael>Ja, also das ist immer was Besonderes, denn die befinden sich ausschließlich in
historischen Gebäuden.

00:16:07.720 --> 00:16:13.270
<v Michael>Da gibt es Burg und Kloster und ganz alte Hotels und ich weiß nicht was alles.

00:16:13.630 --> 00:16:18.880
<v Michael>Und ich bekomme da jetzt so ganz oft so ein „Im Namen der Rose"-Feeling.

00:16:18.970 --> 00:16:22.840
<v Michael>Weißt du, wenn ich so an den Film denke,
ja.

00:16:22.870 --> 00:16:26.950
<v Michael>Und überleg mal, wo wir uns da die ganze Zeit dann auch bewegt haben.

00:16:26.980 --> 00:16:29.470
<v Michael>Also ich denke da noch an, wie hießen die Stadt noch?

00:16:29.500 --> 00:16:36.520
<v Michael>Cambados, glaube ich. Genau Cambados. Und das Highlight war ja dann irgendwie
Monforte de Lemos,

00:16:37.330 --> 00:16:44.990
<v Michael>wieder im Norden. Und da waren wir in so einem alten Gebäude und es gab so einen
ganz weiten Ausblick über das Tal,

00:16:44.990 --> 00:16:47.780
<v Michael>über die Stadt, über die ganze Umgebung.

00:16:47.780 --> 00:16:56.810
<v Michael>Und das Hotel, dieser Parador selber, der bestand zum Teil aus einem alten
Palast und zum Teil aus einem ehemaligen Kloster.

00:16:57.020 --> 00:17:00.110
<v Michael>Für mich eine glückselige Kombi, was will man mehr?

00:17:00.140 --> 00:17:06.320
<v Michael>Ja, also das fand ich richtig toll. Na ja,
okay, ich will mich jetzt hier nicht so weit aus dem Fenster lehnen,

00:17:06.320 --> 00:17:09.650
<v Michael>aber ich bin halt sensibel für solche historischen Gemäuer.

00:17:09.680 --> 00:17:15.980
<v Michael>Und ja, bevor ich es vergesse: Die passende Weinregion zu diesem ganz tollen
Parador,

00:17:16.430 --> 00:17:22.310
<v Michael>die heißt übrigens Ribeira Sacra. Und das bedeutet,
wir sind jetzt immer noch in Galizien.

00:17:22.820 --> 00:17:26.210
<v Tobias>Ja, genau. Und diese Paradores sind ja auch was wirklich Besonderes.

00:17:26.240 --> 00:17:34.340
<v Tobias>Ich meine, die sind sogar staatlich geführt und deswegen auch viel billiger,
als man das bei solchen tollen Locations erwarten würde.

00:17:34.490 --> 00:17:40.310
<v Tobias>Wenn da ein Hotel reingeht, dann wird das meistens auch wirklich alles andere
als preisgünstig.

00:17:40.870 --> 00:17:43.690
<v Tobias>Aber ich sage mal, Palast hin, Kloster her.

00:17:43.900 --> 00:17:51.520
<v Tobias>Ich empfinde die Begegnung mit Winzerinnen und Winzern immer als das eigentliche
Highlight einer Weinreise.

00:17:51.640 --> 00:17:57.100
<v Tobias>Da kann das Hotel noch so schön sein. Und gerade wenn man mehrere Weingüter
einer Region besucht,

00:17:57.130 --> 00:18:06.340
<v Tobias>da bekommt man es einfach mit Menschen zu tun,
ich sage mal, die sind zu 98,89 % einfach auch total sympathisch und interessant

00:18:06.340 --> 00:18:12.040
<v Tobias>obendrein, was die schon so alles gemacht und erlebt haben,
Da menschelt es einfach oft.

00:18:12.070 --> 00:18:19.390
<v Tobias>Und ja, gerade dann, wenn man mit denen ein bisschen mehr Zeit verbringen kann,
was nicht immer möglich ist,

00:18:19.390 --> 00:18:26.260
<v Tobias>aber durchaus auch passiert, dann entsteht einfach eine ganz,
ganz besondere Atmosphäre.

00:18:26.530 --> 00:18:29.800
<v Tobias>Also wenn man mit denen vielleicht sogar gemeinsam isst.

00:18:29.800 --> 00:18:39.490
<v Tobias>Oder denkt an hier Prada a Tope, da saß man dann da mit der ganzen Familie,
alle Generationen irgendwo hinten im Garten und toll

00:18:39.490 --> 00:18:46.660
<v Tobias>gegessen. Natürlich tollen Wein getrunken aus eigenem Hause und das artete ja
dann in so ein Kicker-Turnier noch irgendwie aus,

00:18:46.690 --> 00:18:49.780
<v Tobias>ne? Da war richtig viel Leidenschaft drin.

00:18:49.810 --> 00:18:56.680
<v Tobias>So wie man das auch erwarten würde, wenn die deutsche gegen die spanische
Nationalmannschaft antreten würde.

00:18:56.710 --> 00:19:00.550
<v Tobias>Und und genau dazu hat sich das dann auch irgendwie so entwickelt.

00:19:00.550 --> 00:19:07.570
<v Tobias>Aber alles eben mit ja, aber alles eben natürlich auch so mit Grinsen auf dem
Gesicht und und nicht wirklich ernst gemeint.

00:19:07.600 --> 00:19:11.350
<v Tobias>Das war wirklich eine unvergessliche Nacht.

00:19:11.350 --> 00:19:15.070
<v Tobias>Und ja, wir haben uns, glaube ich, auch durchaus respektabel geschlagen.

00:19:15.940 --> 00:19:22.030
<v Tobias>Es sei denn, ich sehe das jetzt irgendwie so verklärt in meiner Erinnerung,
aber ich hatte irgendwie so das Gefühl nee,

00:19:22.270 --> 00:19:25.750
<v Tobias>also Rudi Völler, der wäre stolz auf uns gewesen.

00:19:25.780 --> 00:19:32.260
<v Michael>Ja, aber man muss dazu sagen, ich glaube,
das war auch der sportlichste Einsatz bei diesen ganzen Weinreisen.

00:19:32.290 --> 00:19:35.650
<v Michael>Ich möchte jetzt keinen abschrecken als Nichtsportler.

00:19:36.970 --> 00:19:44.200
<v Michael>Wobei Sportlich, also als ganz sportlich fand ich jetzt auch so eine Verkostung
im Languedoc,

00:19:44.200 --> 00:19:50.950
<v Michael>die wir hatten. Und zwar waren wir dabei Jean Paul Mas von „Domaine Paul Mas".

00:19:51.190 --> 00:19:51.430
<v Michael>Ja, und...

00:19:52.480 --> 00:19:53.170
<v Tobias>Kennt man ja auch.

00:19:53.650 --> 00:19:59.560
<v Michael>Ja, kennen viele. Muss man ja dazu sagen damals,
ich kenne die aktuelle Zahl jetzt nicht mehr,

00:19:59.560 --> 00:20:04.930
<v Michael>aber damals waren das rund 200 Hektar Weinberge,
die er unter sich hatte.

00:20:05.230 --> 00:20:13.690
<v Michael>Und als wir dann da hinkamen, bekamen wir auch tatsächlich 100 Weine ungefähr
zum Verkosten vorgesetzt.

00:20:13.720 --> 00:20:20.290
<v Michael>Ja, also ich muss ehrlich sagen, ich war schon,
ab Wein 21 war ich raus aus dem Rennen.

00:20:20.440 --> 00:20:25.960
<v Michael>Ja, also vor allem dieser Rhythmus, dieses Schluck -
Spuck - Fertig.

00:20:26.080 --> 00:20:28.180
<v Michael>Ja, das fand ich grässlich!

00:20:28.480 --> 00:20:29.710
<v Tobias>Das kannst du ja gar nicht.

00:20:29.740 --> 00:20:34.240
<v Michael>Nee, das kann ich gar nicht. Und selbst da habe ich dann auch gesagt,
ich schluck mal nicht.

00:20:34.270 --> 00:20:38.570
<v Michael>Nee, nee, aber das ist nicht mein Ding,
sage ich jetzt mal an der Stelle.

00:20:38.600 --> 00:20:42.680
<v Michael>Und ja, und was wir da auch alles ins Glas bekommen haben.

00:20:42.680 --> 00:20:47.390
<v Michael>Klar, die üblichen Kandidaten aus den Languedoc-Reben,
die wir alle kennen.

00:20:47.630 --> 00:20:52.340
<v Michael>Grenache und Syrah in allen Variationen und Kleinere dann dazu.

00:20:52.430 --> 00:20:57.560
<v Michael>Aber da waren ja auch Exoten dabei. Also ich erinnere mich,
wir hatten einen Riesling im Glas.

00:20:57.560 --> 00:21:03.440
<v Michael>Ein Riesling aus dem Languedoc! Und na ja,
ich fasse das jetzt mal so zusammen für mich:

00:21:04.370 --> 00:21:07.010
<v Michael>Akkord verkosten, das ist jetzt nicht mein Ding.

00:21:07.010 --> 00:21:10.610
<v Michael>Und über den Riesling schweigen wir besser.

00:21:11.060 --> 00:21:13.550
<v Tobias>Ja, das können wir hier, glaube ich, ein bisschen besser.

00:21:13.700 --> 00:21:19.490
<v Tobias>Aber ja, ich sag mal so, man muss es ja auch mal positiv sehen,
denn wir haben,

00:21:19.520 --> 00:21:27.560
<v Tobias>und das ist ja der Vorteil an so wirklich großen Verkostungen,
wir haben in einem Rutsch die komplette Languedoc-Roussillon-Lektion bekommen,

00:21:27.560 --> 00:21:33.020
<v Tobias>die ganze Klaviatur kennengelernt. Ganz unterschiedliche Lagen und Mikroklimata,

00:21:33.260 --> 00:21:40.670
<v Tobias>Rebsorten, Weinstile. Da war ganz viel Bio dabei,
aber ansonsten natürlich auch eher günstigere Weine,

00:21:40.670 --> 00:21:46.820
<v Tobias>die so ein bisschen auf Kommerz getrimmt waren. Das hat er halt eben alles im
Angebot und das gehört auch alles dazu.

00:21:47.000 --> 00:21:55.130
<v Tobias>Und ja, natürlich, wir kennen und mögen natürlich eher so die andere Seite,
wenn so eher andachtsvoll,

00:21:55.130 --> 00:21:59.900
<v Tobias>weiß ich, maximal 6 Weine einen ganzen Abend über verkostet werden.

00:22:00.020 --> 00:22:04.940
<v Tobias>Oder denk auch nur an die vielen Masterclasses,
an denen wir teilgenommen haben.

00:22:05.090 --> 00:22:11.090
<v Tobias>Wenn das so organisierte Weinreisen sind,
dann gibt es ja dann immer häufig noch so Verkostungen zu Spezialthemen.

00:22:11.210 --> 00:22:19.880
<v Tobias>Und grundsätzlich muss man natürlich sagen,
an guten Weinen war während all dieser Reisen kein Mangel und man hat halt

00:22:19.880 --> 00:22:22.070
<v Tobias>wirklich einfach sehr, sehr viel dazugelernt.

00:22:22.370 --> 00:22:29.480
<v Michael>Ja, und ich muss jetzt mal ganz bescheiden sagen,
an dieser Stelle im Podcast, wo du dann so als Experte immer durchgehst.

00:22:30.320 --> 00:22:38.220
<v Michael>Ja, ich habe den beträchtlichsten Teil meines Weinwissens eben auf der Straße
gelernt bei diesen Weinreisen,

00:22:38.250 --> 00:22:43.740
<v Michael>also vor Ort. Doch tatsächlich! Ja, mit dem Glas in der Hand und im Gespräch mit
den Leuten.

00:22:43.740 --> 00:22:51.690
<v Michael>Und erst recht ja, wenn man die ganzen Wein-Kurztrips noch dazu nimmt,
die wir jetzt schon für Bei Anruf Wein gemacht haben.

00:22:52.230 --> 00:22:56.790
<v Michael>Nein - ich sage es noch mal grundsätzlich an dieser Stelle -
Nein, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer!

00:22:56.880 --> 00:23:01.320
<v Michael>Das ist nicht nur das Weinverkosten, was das Spaß macht und das Trinken.

00:23:01.470 --> 00:23:05.160
<v Michael>Und dass man tatsächlich Weine ins Glas bekommt,
die man nicht jeden Tag dann erhält.

00:23:05.760 --> 00:23:10.410
<v Michael>Was ich wirklich meine, ist das, was du eben schon mal genannt hast,
das ist wirklich das Gespräch,

00:23:10.410 --> 00:23:13.530
<v Michael>das Miteinander mit den Winzerinnen und den Weinmachern.

00:23:13.530 --> 00:23:18.834
<v Michael>Und das hat ja auch dann zumindest für mich,
deshalb sage ich „auf der Straße gelernt",

00:23:18.834 --> 00:23:28.710
<v Michael>immer so einen Touch Edukatives. Ja, also ich sag jetzt mal du,
Tobias, als WSET certified wine

00:23:28.740 --> 00:23:32.640
<v Michael>educator mit einer eigenen Weinlakai-Akademie.

00:23:32.670 --> 00:23:36.770
<v Michael>Du musst doch jetzt wissen, was ich meine. Man lernt auch eine Menge über Wein.

00:23:37.190 --> 00:23:41.810
<v Tobias>Ja, natürlich. Natürlich. Das ist ja quasi Feldforschung.

00:23:41.840 --> 00:23:51.650
<v Tobias>Was anderes ist das ja nicht. Und ich mag das halt eben auch total gerne,
wenn man beim Gang durch den Weinkeller oder auch die Weinberge alles genau

00:23:52.100 --> 00:23:55.040
<v Tobias>erklärt bekommt und einem alles gezeigt wird.

00:23:55.760 --> 00:24:01.070
<v Tobias>Aber wenn wir jetzt über Weinreisen sprechen,
dann geht das natürlich auch einfacher.

00:24:01.310 --> 00:24:06.320
<v Tobias>Ich sag jetzt nur mal, um so einen kleinen Schwenk hinzubekommen,
Lokale Gastronomie,

00:24:06.590 --> 00:24:12.710
<v Tobias>ja, spielt ja auch immer mit rein. Also zum einen habe ich noch keine Weinregion
besucht,

00:24:12.710 --> 00:24:15.950
<v Tobias>in der man sich nicht auch auf gutes Essen versteht.

00:24:16.070 --> 00:24:22.490
<v Tobias>Und gerade diese Kombi, das ist überhaupt eine der schönsten Arten,
vor Ort Weine kennenzulernen.

00:24:22.490 --> 00:24:26.900
<v Tobias>Hat ja auch direkt zusätzlich was noch Geselligeres,
wenn Essen mit im Spiel ist.

00:24:27.020 --> 00:24:35.120
<v Tobias>Und ja, da kann man sogar manchmal richtige Überraschungen erleben,
wenn das kleine Restaurant dann plötzlich mit einer Weinkarte aufwartet,

00:24:35.150 --> 00:24:40.610
<v Tobias>die man in einer deutschen Großstadt ja sehnsüchtig suchen kann.

00:24:42.020 --> 00:24:44.360
<v Tobias>Erinnerst du dich beispielsweise an diese Bar?

00:24:44.870 --> 00:24:50.120
<v Tobias>So heißt das ja so ganz bescheiden in Spanien,
als wir im Bierzo waren.

00:24:50.450 --> 00:24:53.090
<v Tobias>Ich weiß gar nicht mehr genau, wie die jetzt hieß.

00:24:53.120 --> 00:24:57.800
<v Tobias>Da habe ich jetzt so eine Gedächtnislücke. Ich kann mich an die Fotos noch
erinnern. Ich weiß auch nicht,

00:24:57.800 --> 00:25:05.630
<v Tobias>ob es sie noch gibt. Aber ich weiß nur,
dass uns hier Maria und Amancio von der Finca Losada,

00:25:05.660 --> 00:25:09.020
<v Tobias>die wir auch besucht haben, das Restaurant damals empfohlen haben.

00:25:09.410 --> 00:25:10.490
<v Tobias>Weißt du, wovon ich spreche? Ja, ne?

00:25:11.120 --> 00:25:16.520
<v Michael>Ja, ja, ja. Ich kann dir sogar da, deine Lücken kann ich jetzt irgendwie flicken
in Erinnerung.

00:25:16.850 --> 00:25:20.780
<v Michael>Da helfe ich dir gerne auf die Sprünge. Das Restaurant,
kann man ja auch sagen,

00:25:20.900 --> 00:25:23.810
<v Michael>Bar, es gibt halt auch gute Sachen zu essen.

00:25:24.980 --> 00:25:30.680
<v Michael>Das haben wir mittags in Villafranca besucht und es hieß Mesón Don Nacho.

00:25:30.950 --> 00:25:32.720
<v Tobias>Ah, okay. Villafranca, Don Nacho, ja, ja.

00:25:33.320 --> 00:25:39.410
<v Michael>Ja, das weiß ich noch. Ich erinnere mich auch noch,
dass wir so ein Foto gemacht haben mit der Leuchtreklame dann außen vor,

00:25:39.440 --> 00:25:40.400
<v Michael>wo der Name stand.

00:25:40.550 --> 00:25:42.290
<v Tobias>Das hätte ich mal finden sollen. Ja, okay.

00:25:42.440 --> 00:25:48.530
<v Michael>Daher weiß ich das noch. Ja, okay. Also ich habe es nicht gefunden,
aber ich habe es halt wirklich noch in Erinnerung. Und ich weiß noch,

00:25:48.530 --> 00:25:56.090
<v Michael>dass wir damals zur Feier des Tages zuerst einen Pétalos und dann ein Ultreia
getrunken haben.

00:25:56.150 --> 00:26:01.310
<v Michael>Ja, also das sind beides, das muss man jetzt mal für die Zuhörerinnen und
Zuhörer dazusagen,

00:26:01.310 --> 00:26:07.730
<v Michael>so echte Aushängeschilder der Region und echte Aushängeschilder für Rotweine aus
Mencia,

00:26:07.910 --> 00:26:11.900
<v Michael>so eine Rebsorte, die bei uns leider immer noch nicht so richtig angekommen ist.

00:26:12.680 --> 00:26:19.130
<v Michael>Ja, und der Ultreia, das muss man auch dazu sagen,
stammt von dieser Weinmacher Legende Raúl Pérez.

00:26:19.160 --> 00:26:28.430
<v Michael>Und wir haben damals wirklich alles versucht,
um mit ihm persönlich in Kontakt zu kommen und ihn kennenzulernen und mit ihm

00:26:28.430 --> 00:26:32.632
<v Michael>ein Interview zu machen. Aber da hat leider nichts geklappt.

00:26:32.632 --> 00:26:42.350
<v Michael>Und dann waren wir halt in diesem Meson Don Nacho und haben uns auf die
Weinkarte konzentriert und da tauchte dann plötzlich er

00:26:42.350 --> 00:26:47.750
<v Michael>auf und da war dann für uns so und so klar,
ja, also jetzt müssen wir zumindest einen Wein trinken.

00:26:48.230 --> 00:26:52.850
<v Michael>Nach dem Pétalos, wohlgemerkt. Und ja, das hat ungeheuer Spaß gemacht.

00:26:52.850 --> 00:26:59.690
<v Michael>Aber eigentlich war diese tolle Weinerfahrung mit Mencia ja nur der Anfang von
diesem wunderbaren Abend.

00:26:59.720 --> 00:27:06.560
<v Tobias>Ja, genau. Stimmt. Denn am Nachbartisch nahmen dann so ein paar Jungs Platz,
bestimmt alle so unter 25,

00:27:07.010 --> 00:27:10.880
<v Tobias>und jeder brachte eine in Silberfolie versteckte Weinflasche mit.

00:27:11.000 --> 00:27:16.670
<v Tobias>Das kennen wir ja auch. Das war einfach so eine Blindprobe,
und wie sich dann herausstellte,

00:27:16.670 --> 00:27:21.084
<v Tobias>auch mit richtig guten Weinen und die wollten sich eben fortbilden.

00:27:21.084 --> 00:27:29.780
<v Tobias>Und na ja, logisch, da sind wir relativ schnell mit denen auch ins Gespräch
gekommen und haben uns dann auch die Weine geteilt.

00:27:29.780 --> 00:27:34.200
<v Tobias>Die durften dann von unserem spanischen Bierzo ein bisschen probieren.

00:27:34.200 --> 00:27:37.530
<v Tobias>Und wir kamen dafür in den Genuss eines Vieux Télégraphe.

00:27:37.560 --> 00:27:39.720
<v Tobias>Das weiß ich wiederum noch sehr, sehr genau.

00:27:39.750 --> 00:27:45.390
<v Tobias>Also schon wieder einem Châteauneuf. Die anderen Flaschen,
die die mit hatten, bekomme ich jetzt nicht mehr so zusammen,

00:27:45.390 --> 00:27:49.230
<v Tobias>aber ich weiß, da war auch ein richtig hochwertiger Bordeaux dabei.

00:27:49.350 --> 00:27:58.260
<v Tobias>Und der Clou des Abends, das war dann sozusagen Full Circle,
360 Grad, war, dass dann einer dieser Local-Blindverkoster,

00:27:58.680 --> 00:28:02.460
<v Tobias>ein Assistent von eben dem Raél Pérez war.

00:28:02.790 --> 00:28:08.820
<v Tobias>Und das hat uns dann zumindest ein bisschen über das nie stattgefundene
Interview mit ihm hinweggetröstet.

00:28:08.850 --> 00:28:12.600
<v Tobias>Und ich glaube, der hat uns auch noch erzählt,
das ist irgendwie so ein verschrobener Typ,

00:28:12.600 --> 00:28:16.740
<v Tobias>der gibt gar keine Interviews und will sich nur aufs Weinmachen konzentrieren.

00:28:16.740 --> 00:28:18.270
<v Tobias>Und das wäre alles völlig normal.

00:28:18.690 --> 00:28:21.690
<v Michael>Ach komm, komm, das versuchen wir noch mal! Ich weiß,
du hast recht.

00:28:21.690 --> 00:28:24.840
<v Michael>Es war ein Bordeaux dabei. Es war aber auch ein Burgunder dabei.

00:28:24.870 --> 00:28:27.870
<v Michael>Das weiß ich auch noch. Ich weiß gar nicht mehr,
welcher. Denn...

00:28:27.720 --> 00:28:28.910
<v Tobias>Dass ich das nicht erinnere.

00:28:28.940 --> 00:28:35.150
<v Michael>Doch, erinnere dich mal dran. Wir konnten ja nur die Flaschenform erkennen. Ja,
da waren wir schon einen Schritt weiter.

00:28:35.450 --> 00:28:35.660
<v Michael>Ja.

00:28:36.590 --> 00:28:37.550
<v Tobias>Ja. Das hilft. Das stimmt.

00:28:37.640 --> 00:28:43.940
<v Michael>Ja, das war eine tolle Geschichte, ja. Und Mencia,
um noch mal darauf zurückzukommen -

00:28:44.330 --> 00:28:50.990
<v Michael>ich glaube, da spreche ich auch ganz in deinem Namen -
Mencia als Rebsorte ist eine richtige Rotwein Empfehlung.

00:28:51.020 --> 00:28:56.690
<v Michael>Ja, da müsst ihr einfach alle mal ran. Und Mencia,
Spanien.

00:28:56.960 --> 00:29:00.072
<v Michael>Ich habe jetzt noch einen statistischen Einwand.

00:29:00.072 --> 00:29:06.380
<v Michael>Wir waren jetzt bei unseren Erzählungen wieder mal vor allem in Frankreich und
in Spanien unterwegs.

00:29:06.920 --> 00:29:11.390
<v Michael>Am Anfang hatten wir ja noch immerhin unsere portugiesische Episode am Douro.

00:29:11.420 --> 00:29:11.840
<v Tobias>Richtig.

00:29:12.740 --> 00:29:20.210
<v Michael>Aber, um jetzt unsere gemeinsamen Weinreisen noch mal proportional korrekt
abzubilden,

00:29:20.420 --> 00:29:26.000
<v Michael>da fehlt jetzt was. Also da müssen wir jetzt unbedingt noch mal über die Toskana
reden -

00:29:26.030 --> 00:29:30.680
<v Michael>Italien. Ja, ich gebe es zu an dieser Stelle,
Italien ist so mein Ding.

00:29:30.680 --> 00:29:33.620
<v Michael>Aber wir reden jetzt mal über Italien und...

00:29:33.650 --> 00:29:35.540
<v Tobias>Moment, Moment, Moment. Bella Italia, bitte,
ja?

00:29:36.470 --> 00:29:39.140
<v Michael>...die Toskana. Genau. Wir reden über Bella Italia.

00:29:39.170 --> 00:29:46.280
<v Michael>Wir reden über ganz viel Sangiovese und Weinbaugebiete,
muss man ja sagen von Weltruf.

00:29:46.700 --> 00:29:51.920
<v Michael>Ja, das ist Toskana. Wir reden aber auch über traumhafte Landschaften.

00:29:52.160 --> 00:29:55.340
<v Michael>Wir reden schon wieder über traumhafte Landschaften.

00:29:55.340 --> 00:29:59.270
<v Michael>Wir reden über Supertoskaner. Auch noch mal eine ganz besondere Art von Wein.

00:29:59.300 --> 00:30:03.140
<v Michael>Und wir reden erst recht von Essen vom Feinsten.

00:30:03.410 --> 00:30:06.110
<v Michael>Das muss man ja gar nicht mehr dazu sagen.

00:30:06.110 --> 00:30:11.150
<v Michael>Über perfektionistische Projekte und...

00:30:10.730 --> 00:30:14.240
<v Tobias>...Kalte Nächte. Würde ich jetzt mal so einwerfen.

00:30:14.240 --> 00:30:20.030
<v Tobias>Ist jetzt vielleicht ein bisschen desillusionierend bei den schönen Sachen,
die du jetzt aufgezählt hast.

00:30:20.240 --> 00:30:26.940
<v Tobias>Aber man muss ja wissen, wir waren im Februar unterwegs und da wird es auch in
der Toskana kalt.

00:30:26.940 --> 00:30:29.940
<v Tobias>Und zwar so richtig. Zumindest auch in diesem Jahr.

00:30:29.970 --> 00:30:35.910
<v Tobias>Und wir hatten so ein wirklich tolles, ganz uriges Steinhaus als Basislager
angemietet.

00:30:36.180 --> 00:30:43.920
<v Tobias>Ja, Nachteil an dieser ganzen Geschichte war nur leider,
in dem Haus hat anscheinend wochenlang keiner gelebt.

00:30:43.920 --> 00:30:51.450
<v Tobias>Warum auch, in der dunklen Jahreszeit? Und dadurch glich das dann eher so einer
Eistruhe als einer menschlichen Behausung.

00:30:51.450 --> 00:30:59.640
<v Tobias>Im Sommer ist das super, aber ich hatte immer so das Gefühl,
wenn wir von dem wirklich kalten Draußen reinkamen,

00:30:59.640 --> 00:31:05.055
<v Tobias>dass es eigentlich draußen sogar noch wärmer war als in dem Haus bzw.

00:31:05.055 --> 00:31:12.960
<v Tobias>auch dann in unseren Zimmerchen. Also da haben wir ordentlich Holz in den Kamin
verfeuert und hatten immer noch so das Gefühl,

00:31:12.990 --> 00:31:22.140
<v Tobias>wirklich mehrere Decken zu brauchen. Und ich weiß vor allem auch noch das,
nach der ersten Nacht habe ich mich richtig auf die Heizung im Auto gefreut.

00:31:22.230 --> 00:31:25.650
<v Tobias>Ja, also das war so eine frostige Basis,
sage ich mal.

00:31:26.310 --> 00:31:31.080
<v Tobias>Aber dafür wieder ganz tolle Weine. Ich bin ja wirklich auch italophil.

00:31:31.110 --> 00:31:35.130
<v Tobias>Ich bin da ja dann irgendwie so ein bisschen anders als du drauf.

00:31:36.000 --> 00:31:39.690
<v Tobias>Insbesondere eben auch wegen dem ganz, ganz tollen Essen.

00:31:39.990 --> 00:31:44.550
<v Tobias>Ja, und tagsüber, ich glaube, da war es dann auch gar nicht so wahnsinnig
frostig.

00:31:44.790 --> 00:31:52.770
<v Tobias>Da ging es dann. Also ich sage nur, wer jetzt beim Thema Toskana immer noch
nicht auf Wein-Reisegeschmack gekommen ist,

00:31:52.800 --> 00:31:54.690
<v Tobias>dem ist dann wirklich nicht mehr zu helfen.

00:31:54.720 --> 00:31:59.820
<v Michael>Stimmt. Also trotz frostiger Temperaturen -
ist auch noch mal ein alternativer Slot,

00:31:59.820 --> 00:32:02.400
<v Michael>um genau diese Regionen zu besuchen, sage ich jetzt mal.

00:32:02.580 --> 00:32:11.250
<v Michael>Ja, aber es muss ja jetzt am Anfang nicht die Reise in die Toskana sein oder ins
Bordelais oder in die Rioja.

00:32:11.280 --> 00:32:17.100
<v Michael>Nee, also das geht ja auch alles bequem in Deutschland in so einem
Wochenendformat.

00:32:17.340 --> 00:32:20.760
<v Michael>Also das möchte ich auch noch mal empfehlen,
die deutschen Weinlanden.

00:32:20.970 --> 00:32:27.570
<v Michael>Also wenn du nicht gerade ganz weit im Osten oder im Nordosten Deutschlands
lebst,

00:32:27.600 --> 00:32:33.030
<v Michael>dann ist irgendein deutsches Anbaugebiet immer in überschaubarer Nähe.

00:32:33.360 --> 00:32:37.567
<v Michael>Das ist in überschaubarer Zeit einfach zu erreichen.

00:32:37.567 --> 00:32:43.200
<v Michael>Und einfach mal hinfahren, sich in einem Weingut irgendwie einmieten.

00:32:43.230 --> 00:32:50.400
<v Michael>Da gibt es ja dann oft auch Zimmer und eine tolle Zeit mit viel frischer Luft,
mit gutem Wein,

00:32:50.430 --> 00:32:53.670
<v Michael>mit tollem Essen zu haben. Mein Gott, das ist viel wert.

00:32:53.670 --> 00:32:57.540
<v Michael>Jetzt nicht nur im edukativen Sinne, sondern auch im persönlichen Sinne.

00:32:57.720 --> 00:33:05.250
<v Michael>Und ja, an dieser Stelle dann auch noch mal der Hinweis unter uns Campern,
möchte ich dann kurz dazu sagen,

00:33:05.460 --> 00:33:09.030
<v Michael>mit meiner Vino Caravana-Erfahrung, ich habe es gemerkt.

00:33:09.060 --> 00:33:16.260
<v Michael>Also immer mehr Weingüter im Inland und im Ausland bieten jetzt auch Stellplätze
für Wohnmobile an.

00:33:16.440 --> 00:33:22.650
<v Michael>Ja, da lohnt es sich unbedingt mal, sich ein bisschen vorab zu informieren,
damit man das auch irgendwie klar macht.

00:33:23.220 --> 00:33:27.900
<v Michael>Aber dann, es gibt ja nichts Besseres. Ja,
also man geht rein, guckt sich alles an,

00:33:27.930 --> 00:33:31.350
<v Michael>macht die Weinprobe, kommt raus und legt sich in sein Bettchen.

00:33:31.710 --> 00:33:36.090
<v Michael>Besser geht gar nicht! Ja und super verantwortungsvoll ist es auch.

00:33:36.330 --> 00:33:38.760
<v Michael>Also man fährt nicht mehr, man bewegt das Auto nicht mehr.

00:33:38.790 --> 00:33:42.780
<v Tobias>Ja, ja, ja. Ich merke schon, du bist schon wieder in deinem Vino Caravana-Style.

00:33:42.840 --> 00:33:49.440
<v Tobias>Nee, aber ich weiß, was du meinst. Auch,
wenn Wohnmobil jetzt irgendwie nicht so mein Konzept ist.

00:33:49.650 --> 00:33:54.570
<v Tobias>Also will ich dir jetzt nicht zu nahe treten,
aber meine Familie, muss ich einfach mal so sagen,

00:33:54.600 --> 00:33:58.470
<v Tobias>die ist einfach auch viel zu groß für diese Art von Reiseformat,
ne?

00:33:59.460 --> 00:34:00.810
<v Michael>Ihr seid viel zu verwöhnt.

00:34:00.840 --> 00:34:01.710
<v Tobias>Ach, Quatsch!

00:34:02.160 --> 00:34:05.610
<v Michael>Ihr immer, wie ihr in tollen Locations absteigt,
Abenteuerprogramm, alles.

00:34:05.640 --> 00:34:06.300
<v Michael>Ich kenne euch.

00:34:06.300 --> 00:34:09.120
<v Tobias>Das ist doch alles, nein... Doch überhaupt nicht. Die Bescheidenheit in Person.
Nein, aber...

00:34:09.450 --> 00:34:10.590
<v Michael>Und du dann erst mit den Weingütern!

00:34:11.640 --> 00:34:14.010
<v Tobias>Nee. Also lass uns noch mal kurz zurück in die Toskana.

00:34:14.430 --> 00:34:20.310
<v Tobias>Genauer gesagt ins Chianti. Denn dort, das finde ich,
ist auch eine durchaus schöne Geschichte,

00:34:20.310 --> 00:34:25.830
<v Tobias>haben wir ein Weingut besucht, das in einem historischen Gebäude beheimatet war,

00:34:25.830 --> 00:34:29.490
<v Tobias>aber gleichzeitig auch mit der modernsten Technik ausgestattet war.

00:34:29.610 --> 00:34:33.120
<v Tobias>Also ich glaube, so das Modernste, was ich zu dem Zeitpunkt je gesehen hatte.

00:34:34.110 --> 00:34:40.980
<v Tobias>Du ahnst es, ich rede von Tolaini. Und die Geschichte,
die hatte mich damals einfach sehr beeindruckt.

00:34:41.430 --> 00:34:46.920
<v Tobias>Auch, weil die Weine total gut waren. Sowohl die klassischen Chianti,
also Sangiovese,

00:34:46.920 --> 00:34:54.690
<v Tobias>aber vor allem auch die IGT-Weine, wo sich der Winzer so ein bisschen einfach
entfaltet hat in seiner Schaffenskraft.

00:34:54.810 --> 00:34:59.310
<v Tobias>Merlot, Cabernet Sauvignon, aber auch Cabernet Franc spielten da eine Rolle.

00:35:00.150 --> 00:35:03.060
<v Tobias>Da hast du doch sicherlich auch noch ein bisschen was zu erzählen.

00:35:03.060 --> 00:35:06.420
<v Tobias>Ich weiß, du erzählst immer eine Anekdote von diesem Besuch besonders gerne.

00:35:06.450 --> 00:35:09.570
<v Michael>Ja, es war schon beeindruckend. Das muss man einfach mal sagen.

00:35:09.600 --> 00:35:14.490
<v Michael>Und Tolaini, das ist auch der Name des Besitzers,
der das Ganze irgendwie gemacht hat.

00:35:14.490 --> 00:35:21.250
<v Michael>Und da muss man wissen, der ist irgendwann als armer Italiener,
wir wollen jetzt mal alle Stereotype bedienen hier,

00:35:21.520 --> 00:35:27.340
<v Michael>als armer Italiener ist er dann nach Kanada ausgewandert und der hat dann dort
mit Beeren,

00:35:27.370 --> 00:35:31.210
<v Michael>also so was wie Cranberrys und so, Millionen gemacht.

00:35:31.480 --> 00:35:40.480
<v Michael>Ja, und mit diesem Geld, was er da verdient hat,
ist er dann irgendwann zurückgekehrt in seine toskanische Heimat und dort kaufte

00:35:40.480 --> 00:35:47.650
<v Michael>er sich dann eine alte Villa, so mit Renaissancegeschichte im Hintergrund,
und beschließt dann,

00:35:47.680 --> 00:35:52.780
<v Michael>da auch ein Weingut zu gründen. Ja, und was macht er?

00:35:52.810 --> 00:35:58.690
<v Michael>Er lässt diese Villa, die eigentlich baufällig ist,
das ist eine Ruine, die lässt er komplett entkernen.

00:35:58.690 --> 00:36:07.390
<v Michael>Und vom Keller bis in die ehemaligen Obergeschosse hinein setzt er dann eine
hochmoderne Kellerei mit allem Schnickschnack,

00:36:07.420 --> 00:36:14.770
<v Michael>den du dir wünschen kannst. Ja, und damit man zum Beispiel diese großen
Edelstahltanks überhaupt da rein bekommt,

00:36:14.800 --> 00:36:19.420
<v Michael>ja, wie will man das machen? Also wenn man die mal gesehen hat,
man weiß, wie groß die sind.

00:36:19.450 --> 00:36:28.330
<v Michael>Was macht er? Ja, er lässt dann einfach mal das Dach abheben,
diese Edelstahltanks da reinsetzen und setzt das Dach dann wieder drauf.

00:36:28.330 --> 00:36:35.410
<v Michael>Das hat eher was von Playmobil. Aber ich glaube,
in der Größenordnung mit dem Geld kannst du das dann einfach machen.

00:36:35.440 --> 00:36:40.690
<v Michael>Kurzum, das ist ein riesiger Aufwand, den er in alles gesteckt hat.

00:36:40.690 --> 00:36:46.780
<v Michael>Und der scheut keine Kosten, keine Mühen,
um eben sein ideales Weingut zu erschaffen.

00:36:46.930 --> 00:36:55.480
<v Michael>Ja, also da ist ein Mann, der hat einen Traum,
der hat genügend Geld und die Hartnäckigkeit und setzt das dann auch einfach um.

00:36:55.510 --> 00:37:02.320
<v Michael>Und ja, wie sich jetzt alle vorstellen können,
die Auseinandersetzungen zum Beispiel mit dem Denkmalschutz,

00:37:02.350 --> 00:37:06.400
<v Michael>die waren jetzt nicht ohne. Ja, die machen so ein Projekt nicht ohne Weiteres
mit.

00:37:06.730 --> 00:37:11.740
<v Tobias>Ja, exakt. Also das war genau die Anekdote,
auf die ich hinaus wollte, die du immer so gerne erzählst.

00:37:11.920 --> 00:37:17.770
<v Tobias>Das mit dem einfach mal Dach abnehmen, um irgendwelche Edelstahltanks
reinzuzimmern.

00:37:16.150 --> 00:37:18.850
<v Michael>Der hat einen Dachschaden!

00:37:18.870 --> 00:37:24.570
<v Tobias>Ja, genau. Und da kann man dann schon verstehen,
dass der Denkmalschutz eventuell etwas nervös wird.

00:37:24.750 --> 00:37:32.190
<v Tobias>Aber der war ja auch ansonsten wirklich ziemlich schlau,
denn der hatte ja sich aus Kanada,

00:37:32.220 --> 00:37:38.100
<v Tobias>aus seiner Cranberry oder sonst was irgendwie Erfahrung so eine spezielle
Maschine mitgebracht,

00:37:38.310 --> 00:37:42.270
<v Tobias>die er dann wiederum für die Selektion der Tauben eingesetzt hat.

00:37:42.420 --> 00:37:47.250
<v Tobias>Also so mit Kamera und Sensoren, die dann irgendwie die Farbe erkennen,
die Größe erkennen,

00:37:47.250 --> 00:37:52.380
<v Tobias>die Beschaffenheit. Heute glaube ich, kannst du damit kaum mehr jemanden
beeindrucken,

00:37:52.380 --> 00:38:00.540
<v Tobias>weil ich glaube, diese Systeme, diese Maschinen sind jetzt eben auch bei der
Traubenproduktion oder Weinproduktion mittlerweile schon fast Standard.

00:38:00.570 --> 00:38:01.560
<v Tobias>Aber das muss...

00:38:01.590 --> 00:38:02.310
<v Michael>Wer es sich leisten kann, ja.

00:38:02.310 --> 00:38:08.370
<v Tobias>Ja, wer sich's leisten kann, natürlich. Aber er muss,
der Tolaini muss damals so mit der Erste gewesen sein,

00:38:08.370 --> 00:38:13.830
<v Tobias>der gesagt hat, wenn das bei irgendwie Cranberries,
Heidelbeeren oder sonst wie funktioniert,

00:38:13.980 --> 00:38:17.430
<v Tobias>dann müsste das doch auch bei Weintrauben klappen.

00:38:17.560 --> 00:38:25.120
<v Tobias>Und na ja, das macht halt deutlich, Geld hin oder her,
wie wertvoll es halt eben ist,

00:38:25.120 --> 00:38:33.370
<v Tobias>wenn da ein Perfektionist am Werk ist und immer sozusagen die Maxime herrscht,
wir haben einfach die beste Technik,

00:38:33.370 --> 00:38:38.050
<v Tobias>damit wir aber am Wein selbst so wenig wie möglich machen müssen.

00:38:38.200 --> 00:38:44.530
<v Tobias>Also viele denken ja so bei Hightech und Tralala dann auch direkt daran,
dass der Wein irgendwie nicht mehr natürlich ist oder sonst was.

00:38:44.770 --> 00:38:52.030
<v Tobias>Nee, nee, nee, das ist also wirklich Low Intervention und die ist halt häufig
durch Hightech begünstigt.

00:38:52.180 --> 00:38:55.120
<v Tobias>Und das war für mich so ein so ein Eye Opener.

00:38:55.150 --> 00:38:56.500
<v Tobias>Das fand ich total spannend.

00:38:56.890 --> 00:38:59.740
<v Michael>Ja, und es ist ja noch mal ein anderes Beispiel dafür.

00:38:59.770 --> 00:39:03.340
<v Michael>Man muss einfach vor Ort gehen, um solche Geschichten einfach zu erleben.

00:39:03.340 --> 00:39:06.520
<v Michael>Und das kann ja auch ganz anders ausfallen.

00:39:06.520 --> 00:39:12.460
<v Michael>Also wenn ich jetzt an die Toskana denke,
dann fällt mir sofort die Begegnung mit einem Rindvieh ein.

00:39:12.730 --> 00:39:19.360
<v Michael>Ja, tatsächlich mit einem Rindvieh. Ja,
das war bei, wo war denn das, beim Weingut Petrolo.

00:39:19.990 --> 00:39:21.940
<v Tobias>Ah, Petrolo ja. Die mit dem Turm.

00:39:22.990 --> 00:39:28.300
<v Michael>Irgendwo in der Maremma. Und wieder in so einer ganz traumhaften Landschaft.

00:39:28.720 --> 00:39:31.000
<v Michael>War das Petrolo? Ne, Ampeleia.

00:39:31.270 --> 00:39:33.670
<v Tobias>Ach ja, genau! Ne, Moment mal, das waren ja die...

00:39:33.670 --> 00:39:37.450
<v Tobias>Das waren ja die Biodynamiker, Ampeleia.

00:39:37.600 --> 00:39:38.920
<v Michael>Biodynamisch. Ja, aber jetzt kommt das Rindvieh ja.

00:39:39.250 --> 00:39:42.190
<v Tobias>Ah, okay. Okay. Ja, das stimmt. Petrolo.

00:39:42.190 --> 00:39:42.490
<v Tobias>War was anderes.

00:39:43.990 --> 00:39:50.260
<v Michael>Da habe ich mich vertan. Mir fällt es jetzt ein. Petrolo war das mit dem Turm.
Dein Turm hat mich jetzt gerettet. Okay, dann machen wir jetzt auf Ampeleia, ja?

00:39:48.640 --> 00:39:50.260
<v Tobias>Ja, Ampeleia.

00:39:50.350 --> 00:39:57.820
<v Michael>Ja, also das war bei Ampeleia. Das liegt irgendwo,
glaube ich, zwischen Florenz und Arezzo,

00:39:58.450 --> 00:40:05.260
<v Michael>wenn ich das richtig im Kopf habe. Und wieder mal eine traumhafte Landschaft,
eine traumhafte Landschaft.

00:40:05.440 --> 00:40:15.400
<v Michael>Und die bewirtschafteten damals einige Lagen nach biodynamischen Prinzipien,
weshalb zu den Mitarbeitern des Weinguts tatsächlich auch ein Rind

00:40:15.460 --> 00:40:24.280
<v Michael>zählt, das seinen ganzen Tag mit Grasen und Düngen,
sage ich jetzt mal, und Bearbeitung des Bodens verbrachte.

00:40:24.580 --> 00:40:31.510
<v Michael>Und allerdings kann es natürlich sein, dass bei so einem Job als Rind auch so
ein bisschen Langeweile aufkommt.

00:40:31.540 --> 00:40:40.270
<v Michael>Und als wir damals da durch die Gegend gestapft sind,
haben wir dann dieses Rind getroffen und es kam dann ganz freundlich und

00:40:40.270 --> 00:40:45.910
<v Michael>zutraulich auf uns zu. So, hier, ich arbeite hier auch,
um uns zu zeigen, ich bin da.

00:40:46.270 --> 00:40:53.170
<v Michael>Und wir merkten dann allerdings, dass unsere Ansprechpartnerin,
die wurde so ein bisschen nervös,

00:40:53.170 --> 00:40:59.920
<v Michael>weil dann hinterher haben wir rausgefunden,
dieses Rindvieh ist jetzt nicht immer der besten Laune.

00:40:59.920 --> 00:41:07.840
<v Michael>Und manchmal, wenn es so einen schlechten Montag hat,
dann legt es sich auch mit den Besuchern an und duldet sie nicht,

00:41:07.990 --> 00:41:11.170
<v Michael>ja, in den Weinbergen, in den Rebzeilen.

00:41:11.170 --> 00:41:15.970
<v Michael>Und ja, da haben wir Glück gehabt. Also für mich war das ein sehr menschelndes
Rindvieh.

00:41:16.060 --> 00:41:21.010
<v Tobias>Ja, menschelndes Rindvieh. Man könnte auch sagen eine echte
„Rinderüberraschung".

00:41:21.280 --> 00:41:26.200
<v Tobias>Oh Gott, nein! Oh Gott! Ne, das wäre zu vermeiden gewesen.

00:41:26.890 --> 00:41:35.860
<v Tobias>Nein, aber jetzt noch mal im Ernst. Ich brauche jetzt nicht noch mehr
Tiergeschichten oder Catcontent oder irgendwelche unglaublichen Hunde auf

00:41:35.890 --> 00:41:41.950
<v Tobias>Motorrädern oder sowas, um euch auf kleine und auf große Weinreisen so richtig
heiß gemacht zu haben.

00:41:41.950 --> 00:41:47.620
<v Tobias>Hoffe ich zumindest. Denkt an den Kurzurlaub an der Mosel,
in der Pfalz oder sonst wo in Deutschland.

00:41:47.770 --> 00:41:55.090
<v Tobias>Das ist ganz einfach. Plant die 1, 2, 3 vielleicht auch Extratage bei der Reise
mit ein.

00:41:55.540 --> 00:42:00.430
<v Tobias>Aber ihr müsst eben hinaus in die große,
weite Weinwelt.

00:42:00.580 --> 00:42:05.380
<v Michael>Genau. Das Abenteuer ruft und - Entschuldigung,
wenn ich dich da noch mal ärgern muss.

00:42:05.830 --> 00:42:14.290
<v Michael>Selbst wenn ich jetzt kein WSET certified Educator bin und auch keine eigene
Weinakademie habe,

00:42:15.400 --> 00:42:21.430
<v Michael>zu sehen, wo und wie Wein gemacht wird,
mit den Menschen zu sprechen, die eben dahinter stehen,

00:42:21.430 --> 00:42:27.430
<v Michael>hinter diesem Wein, die einfach das ganze Jahr dafür arbeiten und sich
begeistern.

00:42:27.460 --> 00:42:35.440
<v Michael>Das ist Weinwissen, sage ich jetzt mal,
das es braucht, um auch die tollen Weinmomente dann zu Hause und alleine so

00:42:35.440 --> 00:42:43.210
<v Michael>richtig wertschätzen zu können. Ja, okay,
ich muss mich jetzt in meiner Produzentenfixierung so ein bisschen bremsen.

00:42:43.210 --> 00:42:51.610
<v Michael>Aber ich sag mal, Reisen in Weinregionen und Besuche bei Weingütern sind eben
mehr als Urlaub.

00:42:51.610 --> 00:42:55.480
<v Michael>Das muss man auch mal dazu sagen. Es ist wie Urlaub,
aber es ist mehr als Urlaub.

00:42:55.510 --> 00:42:57.550
<v Michael>Also für mich zumindest.

00:42:57.700 --> 00:43:02.470
<v Tobias>Ja, natürlich. Ich verstehe jetzt nur nicht so diesen komischen ironischen
Unterton,

00:43:02.620 --> 00:43:07.210
<v Tobias>wenn du wieder von WSET certified Educator usw.

00:43:07.210 --> 00:43:16.480
<v Tobias>erzählst. Ich glaube, du bist nur neidisch,
denn natürlich kann ich dir auch als certified Educator des WSETs nur zustimmen.

00:43:16.630 --> 00:43:23.590
<v Tobias>Kümmert euch um die Feldforschung! Aber noch mal was anderes,
das haben wir jetzt hier ja schon genug beackert.

00:43:23.860 --> 00:43:29.140
<v Tobias>Wir haben ja nicht nur zusammen Weinreisen unternommen,
sondern waren ja auch durchaus mal solo unterwegs.

00:43:29.500 --> 00:43:34.840
<v Tobias>Verrate mir doch mal, bei welchem Trip hast du mich so gar nicht vermisst?

00:43:35.110 --> 00:43:36.370
<v Tobias>Darfst du jetzt ruhig mal zugeben.

00:43:37.300 --> 00:43:42.400
<v Michael>Ja, offen gesprochen nehme ich jetzt mal meine ganzen Vino Caravana-Touren aus.

00:43:43.180 --> 00:43:47.440
<v Michael>Aber egal. Ja, wie hast du es eben gesagt?

00:43:48.760 --> 00:43:55.090
<v Michael>Zum Beispiel mein Besuch bei Bouvet Ladubay in Saumur an der Loire.

00:43:55.810 --> 00:44:00.430
<v Michael>Das war so ein Ding. Du warst leider nicht dabei,
aber das hat mir richtig Spaß gemacht.

00:44:00.640 --> 00:44:05.080
<v Michael>Denn Crémant de Loire, grandiose Schaumweine.

00:44:05.560 --> 00:44:13.480
<v Michael>Dazu gab es damals meine historischen Gebäude,
die ich so mag, und ja, ganz tolle Stories über Familie und Leute,

00:44:13.480 --> 00:44:18.430
<v Michael>die das dann betreiben und die Menschen,
die dahinter stehen.

00:44:18.730 --> 00:44:22.360
<v Michael>Kahnfahrt auf der Loire, auf dem Fluss war dabei.

00:44:23.140 --> 00:44:31.450
<v Michael>Ja, kilometerlange Gänge durch Felsen geschlagen,
in denen früher dann der Wein oder der Schaumwein gelagert wurde.

00:44:31.750 --> 00:44:40.210
<v Michael>Ja, also auch die Loire, muss ich ehrlich sagen,
kann ich jetzt für so eine Weinreise für ein paar Tage wirklich nur empfehlen.

00:44:40.240 --> 00:44:48.730
<v Michael>Wirklich nur empfehlen. Und ja, was man vielleicht auch dazu sagen muss:
Zu diesem Trip gibt es übrigens auch eine Podcastfolge bei Bei Anruf Wein.

00:44:49.000 --> 00:44:55.450
<v Michael>Und was ist das, Folge - ich habe es doch rausgesucht,
hier steht es doch - Nummer 94,

00:44:55.480 --> 00:44:57.790
<v Michael>falls euch das interessiert. Aber hört doch mal rein.

00:44:57.940 --> 00:45:04.780
<v Tobias>Ja, ja, ja. Bouvet Ladybay. Na gut, Ich könnte jetzt auch erzählen,
dass ich schon mehrfach in der Champagne war.

00:45:04.810 --> 00:45:10.150
<v Tobias>Auch ohne dich. Nee, also das ist dann natürlich die 1.

00:45:10.150 --> 00:45:15.760
<v Tobias>Liga. Aber ich war natürlich auch schon -
also was heißt „natürlich" -, aber ich war auch schon ganz heimlich ohne dich an

00:45:15.760 --> 00:45:19.210
<v Tobias>der Loire. Ja, bin da auch auf dem Fluss rumgeschippert.

00:45:19.450 --> 00:45:21.430
<v Tobias>Aber ich mache es jetzt noch mal deutlicher.

00:45:22.060 --> 00:45:24.220
<v Tobias>Und da nehme ich jetzt kein Blatt vor den Mund.

00:45:24.520 --> 00:45:32.140
<v Tobias>Als ich in Kalifornien, Chile oder Argentinien war,
da habe ich dich wirklich noch gar nicht vermisst.

00:45:32.470 --> 00:45:37.390
<v Tobias>Es ist jetzt vielleicht schmerzhaft. Aber nein,
ich habe dich nur deswegen nicht vermisst,

00:45:37.390 --> 00:45:41.410
<v Tobias>weil wir uns zu dem Zeitpunkt, glaube ich,
noch gar nicht kannten. Ja, also von daher...

00:45:41.890 --> 00:45:50.050
<v Tobias>Ja, nee, aber daran habe ich jetzt nur auch noch mal denken müssen,
als wir letztens bei Heinrich Vollmer zu Gast waren bei dem Thema „Deutsche

00:45:50.050 --> 00:45:56.665
<v Tobias>Winzer, die im Ausland Wein machen". Da haben wir eben auch natürlich über
Argentinien gesprochen.

00:45:56.665 --> 00:46:02.080
<v Tobias>Und als wir die Folge über Chile gemacht haben Bei Anruf Wein,
das war auch wirklich ein Zufall,

00:46:02.080 --> 00:46:06.130
<v Tobias>da war ja unser Interviewpartner Aurélio Montes Junior.

00:46:06.670 --> 00:46:11.390
<v Tobias>Und das war eben jemand, den ich bei diesen Weinreisen schon getroffen hatte.

00:46:11.570 --> 00:46:14.660
<v Tobias>Also so klein ist die Weinwelt dann eben doch.

00:46:14.690 --> 00:46:22.310
<v Tobias>Und das war ja dann auch noch so witzig,
denn als ich damals in Chile war, da hatte ich dann bei der nächtlichen Ernte

00:46:22.310 --> 00:46:28.910
<v Tobias>geholfen von Syrah. Und dann habe ich natürlich nachgefragt,
für welchen Wein kommt der denn irgendwie in Einsatz?

00:46:28.910 --> 00:46:34.100
<v Tobias>Und dann hieß es, ja, Montes Folly usw.,
also ein reinsortiger Syrah.

00:46:34.670 --> 00:46:38.600
<v Tobias>Und ich hatte dann ehrlich gesagt so vergessen,
nach diesem Wein Ausschau zu halten.

00:46:38.720 --> 00:46:41.360
<v Tobias>Dann eben auch genau aus diesem Jahrgang.

00:46:41.390 --> 00:46:45.830
<v Tobias>Und das hatte ich dem Aurélio Montes Junior,
im Vorgespräch hatte ich dem davon erzählt,

00:46:46.460 --> 00:46:50.570
<v Tobias>weil wir dann auch so gesagt haben, da haben wir uns ja gesehen und das war ja
eine tolle Truppe usw.

00:46:50.780 --> 00:46:55.640
<v Tobias>Ja, und ich glaube, 2, 3 Wochen nach dieser Aufnahme erhalte ich ein Paket.

00:46:55.670 --> 00:47:01.310
<v Tobias>Ich weiß gar nicht, was es sein soll. Und da war das eine Magnumflasche von
genau diesem Wein,

00:47:01.340 --> 00:47:07.370
<v Tobias>auch noch in so einer Künstleredition mit ganz toller Verpackung und ganz toll
gestaltetem Etikett.

00:47:07.370 --> 00:47:13.740
<v Tobias>Habe ich immer noch, Michael, weil ich natürlich gesagt habe,
den Wein, den müssen wir dann unbedingt auch mal probieren.

00:47:14.700 --> 00:47:18.210
<v Tobias>Ja, aber so schließt sich dann auch manchmal der Kreis.

00:47:18.210 --> 00:47:24.540
<v Tobias>Und so behalten dann eben auch andere Menschen die Weinreisen in Erinnerung,
bei denen man dabei war.

00:47:25.200 --> 00:47:25.980
<v Tobias>Das ist wirklich toll.

00:47:26.010 --> 00:47:28.710
<v Michael>Ja, also ich finde es ja schön, dass du an mich denkst.

00:47:29.160 --> 00:47:30.540
<v Michael>Da muss ich an der Stelle dann ganz dankend auch mal sagen.

00:47:30.900 --> 00:47:34.530
<v Tobias>Ja, dann habe ich wieder an dich gedacht. Siehste? Zuerst erzähle ich dir,
habe ich nicht an dich gedacht, dann aber so.

00:47:34.590 --> 00:47:40.020
<v Michael>Bin ich total dankbar für. Und ich muss jetzt auch irgendwie überlegen,
wie ich mich denn jetzt irgendwie revanchieren kann.

00:47:40.050 --> 00:47:44.070
<v Michael>Also, wenn du jetzt das Stichwort lieferst,
die Weinwelt ist klein.

00:47:44.190 --> 00:47:49.830
<v Michael>Also ich weiß noch, es gab da mal so eine Masterclass hier in Köln.

00:47:50.070 --> 00:47:56.490
<v Michael>Ja, ein Heimspiel für mich, eigentlich mit Wein aus den Gigondas und wieder mal
nicht den schlechtesten.

00:47:56.790 --> 00:48:01.440
<v Michael>Und mit von der Partie bei dieser Masterclass war dann Louis Barruol.

00:48:01.890 --> 00:48:08.775
<v Michael>Ja, in seiner Funktion als Präsident des Verbandes von Gigondas oder irgendwie
so.

00:48:08.775 --> 00:48:18.690
<v Michael>Und wir waren erst 3, 4 Wochen zuvor bei ihm gewesen,
persönlich vor Ort in Saint Cosme und haben da ein ganz langes Interview

00:48:18.690 --> 00:48:20.790
<v Michael>mit ihm gemacht. Auch ein richtig gutes.

00:48:20.790 --> 00:48:27.720
<v Michael>Und da ärgere ich mich bis heute, dass es eigentlich noch nicht veröffentlicht
wurde. Aber er sah mich dann im Publikum,

00:48:27.750 --> 00:48:34.080
<v Michael>kam dann vom Podium runter, lief durch die Ränge auf mich zu,
umarmte mich und begrüßte mich ganz herzlich.

00:48:34.080 --> 00:48:40.500
<v Michael>Und ich sag nur, ich war stolz wie Bolle vor dieser versammelten Mannschaft!

00:48:40.530 --> 00:48:43.440
<v Michael>Und deshalb, ja, die Weinwelt ist klein!

00:48:43.590 --> 00:48:51.120
<v Tobias>Ja, absolut. Und wenn man dann vor allem mit diesen ganzen Weinexperten
irgendwie zusammen in einem Raum ist und man ist dann derjenige,

00:48:51.120 --> 00:48:55.980
<v Tobias>der irgendwie so ganz herzlich von so jemandem Bekannten in der Branche begrüßt
wird.

00:48:56.010 --> 00:48:58.200
<v Tobias>Ja, das ist schon so ein bisschen Ritterschlag.

00:48:58.230 --> 00:49:01.380
<v Tobias>Also das kann ich verstehen, dass dich das so gefreut hat.

00:49:01.410 --> 00:49:07.680
<v Tobias>Und stolz ist sowieso auch ein gutes Stichwort,
um die heutige Folge langsam mal über die Ziellinie zu tragen.

00:49:07.950 --> 00:49:16.950
<v Tobias>Denn ganz stolz werden wir beide natürlich auf jeden Fall,
wenn ihr fleißig den Podcast bewertet und auch die Kommentarfunktion für euer

00:49:16.950 --> 00:49:24.000
<v Tobias>Feedback an Michael und mich nutzt. Heute war ja eher so ein bisschen Plauderton
und Geschichtenerzählen angesagt.

00:49:24.030 --> 00:49:28.530
<v Tobias>Hat euch das denn überhaupt gefallen? Ja,
das könnt ihr uns gerne mal mitteilen.

00:49:28.560 --> 00:49:35.550
<v Michael>Ja, und noch was. Also wir haben das kommende Jahr 2026 natürlich noch nicht
komplett durchgeplant.

00:49:35.700 --> 00:49:39.840
<v Michael>Also wenn ihr Anregungen für uns habt, immer her damit.

00:49:39.870 --> 00:49:44.730
<v Michael>Ja, gerne per E-Mail an podcast@weinfreunde.de.

00:49:45.120 --> 00:49:52.680
<v Michael>Denn wir wollen ja auch in Zukunft, dass ihr euch genauso darauf freut,
wenn es das nächste Mal wieder heißt...

00:49:52.710 --> 00:49:58.380
<v Tobias>Stopp! Warte, warte, warte, Michael! Wir müssen doch noch unsere
Schnellmerkaversion abliefern.

00:49:58.980 --> 00:50:02.520
<v Tobias>Also, fangen wir an! Weinreisen sind...

00:50:02.670 --> 00:50:10.310
<v Michael>...die Feldforschung für Weinfans. Eine Region zu erkunden,
mit Weinmachern und Winzerinnen zu sprechen und zu verkosten,

00:50:10.310 --> 00:50:12.050
<v Michael>ist gelebtes Weinwissen.

00:50:12.080 --> 00:50:16.126
<v Tobias>Für den Besuch vor Ort sprechen auch die oft traumhaften Landschaften.

00:50:16.126 --> 00:50:20.870
<v Tobias>Flusstäler, Hügellandschaften, Weinberge mit Meerblick -
alles dabei.

00:50:21.110 --> 00:50:29.300
<v Michael>In Weinregionen lässt sich auch gut essen und die lokale Gastronomie führt oft
Topweine des Anbaugebiets auf der Karte.

00:50:29.330 --> 00:50:34.910
<v Tobias>Eine Weinreise kann ein verlängertes Wochenende sein,
ein kompletter Urlaub und alles dazwischen.

00:50:34.940 --> 00:50:38.570
<v Michael>Also bitte, bitte, bitte macht euch auf den Weg.

00:50:39.290 --> 00:50:41.540
<v Michael>Und Tobias? Jetzt aber, oder?

00:50:41.780 --> 00:50:42.500
<v Tobias>Na los, komm schon.

00:50:42.950 --> 00:50:50.690
<v Michael>Also, wir freuen uns auf die nächste Folge,
die erste im dann neuen Jahr, wenn es endlich wieder heißt.

00:50:50.900 --> 00:50:52.010
<v Tobias>Bei Anruf.

00:50:53.300 --> 00:50:53.840
<v Michael>Wein.