WEBVTT

00:00:02.300 --> 00:00:04.130
<v Michael>Bei Anruf Wein.

00:00:05.690 --> 00:00:07.340
<v Michael>Der Weinfreunde-Podcast.

00:00:09.920 --> 00:00:11.690
<v Tobias>Ich grüße euch, liebe Weinfreunde.

00:00:11.690 --> 00:00:12.950
<v Tobias>Mein Name ist Tobias.

00:00:12.950 --> 00:00:14.990
<v Tobias>Willkommen Bei Anruf Wein.

00:00:15.440 --> 00:00:20.870
<v Tobias>Nutztiere sind bereits seit Jahrtausenden Teil der Landwirtschaft und daher
auch des Weinbaus.

00:00:21.290 --> 00:00:29.210
<v Tobias>Aber auch anderes Getier leistet Winzerinnen und Winzern wertvolle Dienste,
selbst wenn es heißt wiederum nicht ganz so nützlichen Tieren den Garaus zu

00:00:29.210 --> 00:00:33.740
<v Tobias>machen. Und habt ihr schon einmal von einer biodynamischen Kuh gehört?

00:00:33.980 --> 00:00:36.980
<v Tobias>Tja, jetzt seid ihr hoffentlich schon neugierig auf die Folge.

00:00:36.980 --> 00:00:42.020
<v Tobias>Michael und ich sind auf jeden Fall auf eure Bewertungen auf Spotify und Apple
Podcasts neugierig.

00:00:42.260 --> 00:00:45.440
<v Tobias>Und wenn ihr schon da seid, folgt Bei Anruf Wein auch gerne.

00:00:45.890 --> 00:00:47.630
<v Tobias>Also bleibt mal dran.

00:00:47.810 --> 00:00:49.100
<v Tobias>Ich ruf den mal an!

00:00:53.690 --> 00:00:58.270
<v Michael>Määäh, mein lieber Tobias, oder auch: muuuh!

00:00:58.270 --> 00:01:01.880
<v Michael>Auf jeden Fall schön, dass du frisch und munter dabei bist, wenn es wieder
heißt.

00:01:03.650 --> 00:01:04.610
<v Tobias>Bei Anruf.

00:01:04.940 --> 00:01:05.990
<v Michael>Wein. Ja, wunderbar.

00:01:06.140 --> 00:01:08.360
<v Michael>Der Reflex funktioniert inzwischen.

00:01:08.570 --> 00:01:10.000
<v Michael>Ne, das nicht.

00:01:10.000 --> 00:01:10.910
<v Tobias>Ja, im Schlaf.

00:01:11.060 --> 00:01:18.820
<v Michael>Ich hatte die Idee, heute unseren heutigen Podcast dafür zu nutzen, unsere
Qualitäten als Tierstimmenimitatoren unter Beweis zu stellen.

00:01:19.810 --> 00:01:20.110
<v Tobias>Ne, bitte nicht.

00:01:20.110 --> 00:01:22.990
<v Michael>Aber leider, da kräht anscheinend kein Hahn nach.

00:01:23.020 --> 00:01:23.980
<v Michael>Ich höre das ja schon.

00:01:24.730 --> 00:01:27.010
<v Tobias>Ja, genau. Und auch keine Henne.

00:01:27.160 --> 00:01:33.550
<v Tobias>Aber jetzt mal im Ernst. Also kein Klamauk jetzt wieder, Michael, und auch
keine schalen Kalauer mehr.

00:01:34.180 --> 00:01:44.020
<v Tobias>Du weißt doch, die jüngste Umfrage zu unserem Podcast hat ergeben, ja, das
deinen Witzen zum Trotz sozusagen, ja, gewisse Zuhörer

00:01:44.020 --> 00:01:47.830
<v Tobias>von Bei Anruf Wein diesen Frotzeleien die gelbe Karte gezeigt haben.

00:01:48.310 --> 00:01:54.970
<v Tobias>Wir müssen uns daher jetzt mehr auf unseren pädagogischen Auftrag konzentrieren
und deutlich weniger Witze einstreuen.

00:01:54.970 --> 00:02:04.960
<v Tobias>Okay, also wir reden heute über tierische Helfer im Weinberg, über große und
kleine Tiere, die ihren Beitrag zur Arbeit nahe den Reben oder auch

00:02:04.960 --> 00:02:06.840
<v Tobias>im Keller des Weinguts leisten.

00:02:07.140 --> 00:02:10.200
<v Tobias>Und jetzt reiß dich halt auch mal zusammen, ja?

00:02:10.530 --> 00:02:12.810
<v Michael>Na ja, einverstanden.

00:02:12.810 --> 00:02:19.920
<v Michael>Einerseits, Tobias, denn es geht uns ja tatsächlich um solides Weinwissen, in
jeder Folge aufs Neue.

00:02:20.160 --> 00:02:27.870
<v Michael>Andererseits finde ich einen, sagen wir mal, unverkrampften Zugang zum Thema
Wein total wichtig.

00:02:27.990 --> 00:02:29.700
<v Michael>Ja, Bescheid wissen.

00:02:29.880 --> 00:02:35.100
<v Michael>Okay. Aber so steril nerdig daherkommen will ich auch nicht.

00:02:35.310 --> 00:02:39.180
<v Michael>Also das sind wir nicht, also zumindest ich bin das nicht.

00:02:40.380 --> 00:02:41.490
<v Michael>Wie kann ich es anders erklären?

00:02:41.490 --> 00:02:46.500
<v Michael>Bei mir springt halt der Spaß, den Wein macht, gleich immer über.

00:02:46.620 --> 00:02:54.130
<v Tobias>Ja, also das ist jetzt irgendwie aber auch gleichzeitig so ein bisschen
versteckte Kritik, glaube ich an meinen fachlichen Beiträgen im Podcast.

00:02:54.280 --> 00:02:55.960
<v Tobias>Dafür bin ich ja bekannt.

00:02:56.110 --> 00:02:59.410
<v Tobias>Ich hoffe jetzt mal nicht, dass das in meine Richtung gemeint war.

00:02:59.410 --> 00:03:02.710
<v Tobias>Und jetzt mal ernsthaft, als hätte ich keinen Spaß mit Wein.

00:03:02.800 --> 00:03:07.300
<v Tobias>Und einer muss doch an dieser Stelle eben auf die Richtigkeit der Infos achten.

00:03:07.300 --> 00:03:09.820
<v Tobias>Und das ist, glaube ich, so ein bisschen mein Job.

00:03:09.850 --> 00:03:15.610
<v Michael>Ja, ja Tobias, das war keineswegs als Kritik an deiner tragenden Rolle in diesem
Podcast gedacht.

00:03:15.610 --> 00:03:17.020
<v Michael>Aber das ist es eben auch.

00:03:17.020 --> 00:03:17.380
<v Tobias>Gott sei Dank.

00:03:17.770 --> 00:03:20.380
<v Michael>Es ist deine Rolle, deine Aufgabe.

00:03:20.380 --> 00:03:25.270
<v Michael>Und klar, du machst das selbstverständlich immer im Sinne unserer Zuhörerinnen
und Zuhörer.

00:03:25.270 --> 00:03:26.920
<v Michael>Ja, so muss es ja auch sein.

00:03:26.920 --> 00:03:34.540
<v Michael>Aber mit einem Schulterblick zu Wilhelm Busch gilt dennoch: Du bist Lehrer
Lämpel und ich bin Max und Moritz.

00:03:35.350 --> 00:03:37.160
<v Tobias>Ja, direkt beide auf einmal.

00:03:37.160 --> 00:03:39.310
<v Tobias>Und das ist so ein bisschen das Problem, weißt du?

00:03:39.340 --> 00:03:42.910
<v Tobias>Also lass die beiden jetzt mal und konzentriere dich bitte auf unser heutiges
Thema.

00:03:43.390 --> 00:03:46.420
<v Michael>Oder ich wäre ein Fink und du wärst ein Zeisig.

00:03:46.780 --> 00:03:47.920
<v Tobias>Ich wäre ein Fink.

00:03:47.920 --> 00:03:49.510
<v Tobias>Du wärst ein Zeisig - ja, ja.

00:03:49.510 --> 00:03:52.720
<v Tobias>Helge Schneider. Ja, die waren wir auch mal.

00:03:52.870 --> 00:03:54.940
<v Tobias>Aber jetzt wirklich zurück zur Folge.

00:03:54.940 --> 00:03:55.810
<v Tobias>Lass uns endlich anfangen.

00:03:55.810 --> 00:03:58.240
<v Michael>Ja, das war doch nur als Überleitung gedacht, weißt du?

00:03:58.270 --> 00:04:00.310
<v Michael>Vögel. Tiere, Weinberg.

00:04:00.700 --> 00:04:07.550
<v Michael>Denn ich glaube, wir müssen jetzt erst einmal erklären, dass es da zwei ganz
unterschiedliche Arten von Tieren gibt.

00:04:07.550 --> 00:04:13.880
<v Michael>Also jetzt nicht so logisch gesehen, aber wir finden wirklich zwei
unterschiedliche Typen von Tieren im Weinberg.

00:04:14.060 --> 00:04:22.850
<v Michael>Da sind zum einen jene, wie vielleicht auch Fink und Zeisig, die im Weingarten
einfach unterwegs sind, die da leben und vorbeischauen.

00:04:23.000 --> 00:04:32.390
<v Michael>Aber da reden wir dann auch über den Aspekt, wie heißt das jetzt immer,
Biodiversität oder des naturnahen Weinbaus, der die

00:04:32.390 --> 00:04:36.950
<v Michael>Monokultur Wein für mehr Flora und Fauna öffnen will.

00:04:37.160 --> 00:04:40.670
<v Michael>Aber um diese Tiere geht es ja heute eigentlich nur am Rande.

00:04:41.750 --> 00:04:46.940
<v Tobias>Ja, genau, weil die kann man ja auch zum Teil ja unter den Schädlingen
eigentlich einordnen.

00:04:47.120 --> 00:04:50.870
<v Tobias>Also so wie beispielsweise die Reblaus, ist ja nun mal auch ein Tier.

00:04:51.770 --> 00:04:54.460
<v Tobias>Ist jetzt allerdings auch eine andere Folge, haben wir ja schon berichtet.

00:04:54.640 --> 00:04:58.630
<v Tobias>Aber viele Vögel mögen einfach auch reife, süße Trauben.

00:04:58.750 --> 00:05:04.360
<v Tobias>Kann man denen ja auch nicht verübeln eigentlich, es sei denn, man ist halt
eben Winzer oder Winzer.

00:05:04.870 --> 00:05:14.080
<v Tobias>Die haben halt eben nicht nur die Insekten im Visier, die die Reben befallen,
und damit sind sie halt eben nicht nur zum Schutz der Trauben da, sozusagen.

00:05:14.080 --> 00:05:15.970
<v Tobias>Da machen die jetzt keine großen Unterschiede.

00:05:16.390 --> 00:05:24.600
<v Tobias>Aber heute geht es ja vor allem um die Tiere, die in dem Weinberg geführt oder
sogar auch gelockt werden, um ganz absichtlich Gutes zu tun.

00:05:24.600 --> 00:05:31.500
<v Tobias>Also um die tierischen Helfer der Winzerinnen und Winzer, quasi um die
Nützlinge für den Weinbau.

00:05:31.500 --> 00:05:32.550
<v Tobias>Das sagt man ja so schön.

00:05:32.880 --> 00:05:40.260
<v Tobias>Ja, und wir haben ja lange über diese Folge nachgedacht und ich habe gedacht,
irgendwie Tiere im Weinbau ist ja irgendwie schon ein bisschen seltsam.

00:05:40.560 --> 00:05:42.860
<v Tobias>Deswegen müssen wir jetzt mal genau überlegen, wie wir das machen.

00:05:42.860 --> 00:05:50.270
<v Tobias>Denn wir haben ja schon bei der Recherche festgestellt, es gibt viel zu
erzählen und es ist wirklich deutlich interessanter, das Thema, als wir beide

00:05:50.270 --> 00:05:51.620
<v Tobias>vielleicht auch vorher gedacht haben.

00:05:51.950 --> 00:05:56.600
<v Tobias>Wir müssen das jetzt mal so ein bisschen sortieren, vielleicht einfach nach der
Größe der Tiere, oder?

00:05:57.230 --> 00:05:58.430
<v Tobias>Ja, du kannst ja einfach mal anfangen.

00:05:58.880 --> 00:06:00.740
<v Michael>Ich drehe das mal jetzt auf die Zeit.

00:06:01.280 --> 00:06:04.670
<v Michael>Ich habe ja eben gesagt, die einen Tiere sind immer im Weinberg vorhanden.

00:06:04.820 --> 00:06:14.660
<v Michael>Aber wann jetzt Kuh, Schaf oder Huhn helfen, hängt natürlich von ihrer Aufgabe,
von ihrer Mission im Weingarten und damit vom Zeitpunkt

00:06:14.660 --> 00:06:19.970
<v Michael>ab. Also sie sind nicht per se im Weinberg erwünscht, sondern nur zu bestimmten
Zeiten.

00:06:20.510 --> 00:06:26.120
<v Michael>Also ein Schaf soll sich ja um den Bewuchs zwischen den Rebzeilen kümmern.

00:06:26.120 --> 00:06:29.210
<v Michael>Ja, und nicht um das Blattwerk der Reben.

00:06:29.360 --> 00:06:39.120
<v Michael>Ja, wenn das Schaf einmal mitbekommt, dass die Rebe und vor allem die Trauben
sehr schmackhaft sind, dann wandelt sich dieser tierische Helfer

00:06:39.120 --> 00:06:42.240
<v Michael>eigentlich zum Schädling, also eng genommen.

00:06:42.840 --> 00:06:43.200
<v Michael>Also...

00:06:43.200 --> 00:06:43.650
<v Tobias>Ach, das arme Schaf.

00:06:43.650 --> 00:06:44.970
<v Michael>...das mit den Tieren.

00:06:45.240 --> 00:06:46.650
<v Michael>Das dumme Schaf, genau.

00:06:46.650 --> 00:06:50.520
<v Michael>Das mit den Tieren im Weinberg, das muss irgendwie gemanagt werden.

00:06:51.510 --> 00:07:01.360
<v Tobias>Ja und erinnere dich doch mal an unseren Besuch bei Markus Schneider, den wir zu
seinem Schafsbock Daniel, kein Versprecher, stimmt wirklich, von der Mosel

00:07:01.360 --> 00:07:11.050
<v Tobias>befragt haben. Er erzählte nämlich, dass beispielsweise Ziegen für den Weinberg
völlig ungeeignet seien, da sie einfach alles Grüne kahlfressen, und zwar

00:07:11.350 --> 00:07:14.080
<v Tobias>alles, was nur halbwegs überhaupt schmeckt.

00:07:14.470 --> 00:07:18.070
<v Tobias>Und das trifft auf die Rebe natürlich auf jeden Fall zu.

00:07:18.190 --> 00:07:26.580
<v Tobias>Und bei den Schafen, wie bei seinem Daniel, der übrigens nach dem Sohn von Dirk
Niepoort benannt ist, der an diesem Mosel-Projekt von Markus Schneider beteiligt

00:07:26.580 --> 00:07:30.930
<v Tobias>war, bevorzugt man im Weinbau die kleinwüchsigen Rassen.

00:07:31.170 --> 00:07:33.930
<v Tobias>Ihre Mäuler reichen einfach nicht so hoch.

00:07:34.110 --> 00:07:37.950
<v Tobias>Und das ist eben bei der Ziege ganz anders.

00:07:37.950 --> 00:07:42.120
<v Tobias>Die kann nämlich gut klettern und die ist einfach überall mit ihren Zähnchen
dran.

00:07:42.700 --> 00:07:45.340
<v Michael>Kleinwüchsig ist jetzt mein Stichwort.

00:07:45.910 --> 00:07:49.330
<v Michael>Ach nee, ich soll ja keine Witze mehr machen.

00:07:49.330 --> 00:07:51.340
<v Michael>Obwohl, der wäre ja auf meine Kosten.

00:07:51.370 --> 00:07:52.660
<v Tobias>Ja, genau. Das ist in Ordnung.

00:07:52.660 --> 00:07:57.370
<v Michael>Egal. Reden wir jetzt über die Schafe im Weinberg, dann reden wir zumeist über
die Rasse Ouessant.

00:07:57.610 --> 00:08:02.110
<v Michael>So heißt die, ja. Die ist tatsächlich eher klein und genügsam.

00:08:02.110 --> 00:08:06.070
<v Michael>Aber wir müssen noch erklären, was diese Schafe überhaupt anstellen.

00:08:06.070 --> 00:08:10.590
<v Michael>Also, warum lassen sie die Weinbauern überhaupt in den Weinberg?

00:08:11.700 --> 00:08:17.640
<v Tobias>Ja, und das hat uns ja zum Beispiel Georg Rumpf vom Weingut Kruger-Rumpf an der
Nahe ja ganz gut erzählt.

00:08:17.790 --> 00:08:22.380
<v Tobias>Den haben wir damals besucht, um das Anbaugebiet etwas genauer zu fassen.

00:08:22.380 --> 00:08:30.840
<v Tobias>Und auch bei ihm sind es Quessantschafe und sie kümmern sich schlichtweg um die
Kräuter, Gräser und sonstige Pflanzen, die zwischen den Rebzeilen wachsen.

00:08:30.990 --> 00:08:34.750
<v Tobias>Also erinnere dich beispielsweise an die Aussaat für die Begrünung.

00:08:34.900 --> 00:08:40.840
<v Tobias>Da geht es um Pflanzen, die dem Boden Nährstoffe zuführen oder ihn einfach nur
gegen Erosion schützen.

00:08:40.990 --> 00:08:47.560
<v Tobias>Und werden diese Pflanzen zu groß, konkurrieren sie natürlich irgendwann mit
den Reben um die Nährstoffe im Boden.

00:08:47.860 --> 00:08:54.430
<v Tobias>Und das will der Winzer natürlich nicht, denn es geht ja immer noch um die
Trauben und nicht um die Kräuter.

00:08:54.550 --> 00:08:59.680
<v Tobias>Und deswegen muss halt eben dieser Grünstreifen immer möglichst kurz gehalten
werden.

00:09:00.250 --> 00:09:05.650
<v Michael>Okay, also halten wir fest, die Schafe fressen das Grünzeug zwischen den
Rebzeilen.

00:09:06.700 --> 00:09:12.490
<v Michael>Gewünschter Nebeneffekt: Sie sorgen auch für, ich sag mal, natürlichen Dünger.

00:09:12.700 --> 00:09:17.680
<v Michael>Ja, auch das Rumlaufen, dieses Trippeln über den Boden ist tatsächlich gut.

00:09:17.680 --> 00:09:26.120
<v Michael>Und gleichzeitig können die Schafe mit ihrem Fell auch wieder neue Samen und
damit neue Arten in den Weinberg eintragen.

00:09:26.120 --> 00:09:32.660
<v Michael>Also kurzum, das Ganze ist auch ein määährklicher Beitrag im Sinne der
Biodiversität.

00:09:34.610 --> 00:09:41.000
<v Michael>Ja, Entschuldigung, aber pass auf, ich habe noch einen Joker im Ärmel.

00:09:41.030 --> 00:09:50.770
<v Michael>Ja, Joker heißt nämlich eines der Pferde, das die Perrins an der südlichen
Rhône für das Aufbrechen der Böden zwischen den Rebzeilen einsetzen.

00:09:50.920 --> 00:10:00.460
<v Michael>Also auch hier tut das Getrampel dem Boden gut, weil es eben nicht so
verdichtet wie eine schwere Maschine, so ein Traktor oder so was, sondern

00:10:00.490 --> 00:10:05.680
<v Michael>vereinzelt den Boden bearbeitet, sozusagen Hufe für Hufe.

00:10:05.710 --> 00:10:13.480
<v Tobias>Ja, das finde ich jetzt noch mal eine gute Ergänzung, denn ursprünglich war
solche Pferdestärke auch für den Transport von Gerät und nicht zuletzt für das

00:10:13.480 --> 00:10:14.500
<v Tobias>Lesegut verantwortlich.

00:10:15.160 --> 00:10:16.390
<v Tobias>Es gab ja nichts anderes.

00:10:16.720 --> 00:10:25.600
<v Tobias>Also das Arbeitstier Pferd war schon immer auch im Weinberg im Einsatz und
einmal kurz weg vom Weinberg, wir dürfen ja auch nicht vergessen, dass das

00:10:25.600 --> 00:10:30.850
<v Tobias>reinrassige Weingut, so wie wir es jetzt heute kennen, eigentlich ja eine
Erfindung des 19.

00:10:30.850 --> 00:10:38.870
<v Tobias>Jahrhunderts ist. Denn die überwiegende Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe,
die Wein gemacht haben oder zumindest Trauben angebaut haben, setzte

00:10:38.870 --> 00:10:42.440
<v Tobias>traditionell ja eben auch bildlich auf mehrere Pferde.

00:10:42.590 --> 00:10:51.980
<v Tobias>Also nicht nur Trauben kultivieren, sondern je nach Region auch eben
Viehwirtschaft betreiben sowie Anbau von Feldfrüchten, Getreide, Gemüse, Obst.

00:10:52.130 --> 00:10:55.910
<v Tobias>Also der Mischbetrieb war einfach weniger krisenanfällig.

00:10:55.950 --> 00:10:57.660
<v Tobias>Gibt es im Übrigen auch heute noch.

00:10:57.780 --> 00:11:00.600
<v Tobias>Also es ist jetzt nicht so, dass das komplett ausgestorben ist.

00:11:00.600 --> 00:11:04.050
<v Tobias>Und deshalb waren eben Tiere früher immer mit dabei.

00:11:04.050 --> 00:11:05.640
<v Tobias>Das war ganz selbstverständlich.

00:11:05.760 --> 00:11:11.070
<v Michael>Ja, und bei diesem Mischbetrieb, da gibt es noch einen Vorteil, den wir hier
noch nicht genannt haben.

00:11:11.310 --> 00:11:19.650
<v Michael>Ich sage mal, die Schafe, Gänse, Hühner oder auch Rinder, die im Weinberg ihr
Futter finden, ja, die muss man nicht mehr zusätzlich versorgen.

00:11:19.680 --> 00:11:20.760
<v Tobias>Ja, aber nicht die Trauben.

00:11:21.240 --> 00:11:26.850
<v Michael>Und ein weiteres klares Plus ist ja dann auch noch Milch, Wolle oder Fleisch von
Tieren.

00:11:27.450 --> 00:11:31.230
<v Michael>Ja, ich meine gerade Fleisch klingt in heutigen Ohren nicht für alle
romantisch.

00:11:32.310 --> 00:11:36.210
<v Michael>Aber ganzheitlich betrachtet macht das Zusammenspiel schon Sinn.

00:11:36.420 --> 00:11:42.900
<v Tobias>Ja, ja, das stimmt. Und jetzt denke auch mal, das ist ja dann auch wiederum eine
etwas modernere Erscheinung, an die Biodynamik.

00:11:43.200 --> 00:11:47.430
<v Tobias>Sie führt ja nun teilweise dazu, dass reine Weingüter wieder einen Schritt
zurückgehen.

00:11:48.480 --> 00:11:56.790
<v Tobias>Denn pass auf, ich erinnere mich an unsere Reise in die Toskana und da dann
auch eben in die südliche Toskana.

00:11:56.790 --> 00:11:58.410
<v Tobias>Maremma heißt die Gegend hier.

00:11:58.710 --> 00:12:07.530
<v Tobias>Da hat man uns auf einem Weingut erzählt, dass du für eine
Demeter-Zertifizierung als biodynamisches Weingut eine Kuh halten musst.

00:12:07.530 --> 00:12:09.830
<v Tobias>Ja, musst. Erinnerst du dich da noch dran?

00:12:09.950 --> 00:12:16.670
<v Michael>Ja. Ja, ja, schon. Wobei ich habe gerade darüber nachgedacht, ob dann Biodynamie
tatsächlich modern ist, aber in gewissem Sinne schon.

00:12:16.670 --> 00:12:24.740
<v Michael>Naja, egal. Auf jeden Fall, ein biodynamisches Weingut muss ja mit Kuhdung
arbeiten, der in Hörner gefüllt wird.

00:12:24.740 --> 00:12:30.860
<v Michael>Ja, die wiederum werden dann vergraben und dadurch dynamisiert sich der Dung.

00:12:31.190 --> 00:12:37.430
<v Michael>Ja, und nach ein paar Monaten wird er dann wieder ausgebracht und auf die
Weinberge verteilt.

00:12:37.430 --> 00:12:42.710
<v Michael>So, und die Demeter-Leute, du hast es angesprochen, die scheinen da sehr streng
zu sein.

00:12:42.710 --> 00:12:51.830
<v Michael>Ja, dieser Dung muss von einer Kuh stammen, die auf dem Weingut, also auf dem
gleichen Land lebt und sich eben auch dort ernährt.

00:12:51.860 --> 00:12:57.810
<v Michael>Ja, andere Biodynamik-Verbände sind da etwas entspannter, aber egal.

00:12:57.810 --> 00:13:06.270
<v Michael>Für wen das sich jetzt alles so ein bisschen nach Hokuspokus anhört, dem sei
noch mal unsere schöne Folge mit Philipp Wittmann empfohlen.

00:13:06.480 --> 00:13:10.530
<v Tobias>Ich finde ja so was wirklich super und auch, dass der Dung eben nicht zugekauft
wird.

00:13:10.830 --> 00:13:15.570
<v Tobias>Das klingt irgendwie logisch, wenn man an all die kosmischen Einflüsse und so
denkt.

00:13:16.380 --> 00:13:25.470
<v Tobias>Aber okay, gut, wir kehren zurück zu den Tieren, die halt einfach im Weinberg
sind und die ein Weinbauer nicht sehr gerne sieht, davon gibt es halt eben auch

00:13:25.470 --> 00:13:32.130
<v Tobias>welche. Wir haben schon über Vögel gesprochen, Kaninchen und Rehe gibt es
natürlich auch und ganz schlimm Wildschweine, die sich über die Trauben

00:13:32.130 --> 00:13:35.550
<v Tobias>hermachen, aber dann wahrscheinlich auch dabei direkt ein paar Reben
plattmachen.

00:13:37.380 --> 00:13:42.480
<v Tobias>Aber auch natürlich Nagetiere, die mitunter das Wurzelwerk der Reben schädigen.

00:13:42.480 --> 00:13:47.410
<v Tobias>Auch nicht gut. Und bei solchen Vertretern ist es dann meist mit der Tierliebe
vorbei.

00:13:48.370 --> 00:13:50.350
<v Tobias>Also zumindest bei den Winzerinnen und Winzern.

00:13:50.770 --> 00:13:53.470
<v Michael>Ja, oder sie fängt da gerade an.

00:13:53.770 --> 00:13:54.850
<v Michael>Die Tierliebe, meine ich.

00:13:54.880 --> 00:14:01.720
<v Michael>Ja, also weil sie sich umso mehr um die natürlichen Feinde dann dieser
missliebigen Tiere bemühen.

00:14:01.990 --> 00:14:06.550
<v Michael>Also bei Rehen und Wildschweinen ist das selbstverständlich kaum möglich.

00:14:06.910 --> 00:14:07.750
<v Michael>Wer ist der Feind?

00:14:08.110 --> 00:14:09.360
<v Tobias>Ja, Elefant oder so.

00:14:09.360 --> 00:14:12.960
<v Michael>Aber bei Vögeln? Ja, Tiger Im Weinberg hatten wir schon.

00:14:12.960 --> 00:14:14.040
<v Michael>Löwen in Brandenburg.

00:14:14.040 --> 00:14:19.470
<v Michael>Egal. Aber bei Vögeln, Kaninchen und Mäusen, da geht natürlich was.

00:14:19.740 --> 00:14:22.470
<v Michael>Ich denke da an Greifvögel und Eulen.

00:14:22.680 --> 00:14:32.040
<v Michael>Und in vielen Weinregionen bietet man ihnen gezielt Möglichkeiten an, ihrer
Nahrungssuche besonders gut nachzugehen.

00:14:32.040 --> 00:14:36.930
<v Michael>Also tagsüber Bussard und Habicht und die Nachtschicht übernehmen Eulen und
Käuze.

00:14:37.440 --> 00:14:47.250
<v Michael>Also so hält man die Population der nicht gewollten Tiere klein, ohne mit viel
Aufwand und Technik oder gar Chemie einzugreifen.

00:14:47.340 --> 00:14:51.990
<v Tobias>Ja, absolut. Also mit mit den Eulen, da habe ich mal so eine Geschichte aus
Kalifornien gehört.

00:14:51.990 --> 00:14:56.070
<v Tobias>Die hatten da so ein großes, genau, so ein großes Hedgehog-Problem.

00:14:56.190 --> 00:14:58.150
<v Tobias>Also hier, täglich grüßt das Murmeltier.

00:14:58.600 --> 00:15:02.740
<v Tobias>Und ja, die haben dann tatsächlich eben diese Eulen auf dem Weingut
angesiedelt.

00:15:03.820 --> 00:15:13.390
<v Tobias>Ganz bewusst. Ja, und dann hatten sie ein Problem weniger, weil die haben sich
sehr gefreut über die kostenfreie und relativ wenig aufwendig zu

00:15:13.390 --> 00:15:15.610
<v Tobias>jagende Beute.

00:15:15.610 --> 00:15:20.860
<v Tobias>Und ach so, jetzt fällt mir noch eine ganz andere Geschichte ein, eine ganz
schön martialische.

00:15:20.860 --> 00:15:22.630
<v Tobias>Ich sag nur Nordspanien.

00:15:22.840 --> 00:15:26.440
<v Tobias>Ich glaube, das war bei unserem freund Rafael.

00:15:26.590 --> 00:15:28.180
<v Tobias>Rafael Palacios.

00:15:30.160 --> 00:15:34.900
<v Tobias>Pass auf, der hat mich ja mit sozusagen virtuellen Tieren gearbeitet.

00:15:34.900 --> 00:15:36.730
<v Tobias>Also das muss man jetzt erstmal erklären.

00:15:37.000 --> 00:15:46.390
<v Tobias>Da sind wir nämlich auf einen Weinberg gekommen und wir hörten plötzlich so wie
so Vogelgeschrei eigentlich und sahen aber überhaupt keine Vögel.

00:15:46.870 --> 00:15:56.860
<v Tobias>Ja, und der zeigte uns dann voller Stolz seine Lautsprecheranlage, auf der er
die Geräusche von Greifvögeln, die gerade Singvögel

00:15:56.860 --> 00:15:58.870
<v Tobias>schlagen, abspielte.

00:15:59.080 --> 00:16:02.380
<v Tobias>Ja, also wirklich total irre.

00:16:03.100 --> 00:16:10.390
<v Tobias>Ja, und dadurch bekommen halt die Vögel Angst, weil sie denken, oh Gott, was
passiert da meinen Freunden und bleiben fort.

00:16:10.570 --> 00:16:18.790
<v Tobias>Es scheint wohl tatsächlich zu funktionieren, auch wenn man, glaube ich, die
Schallplatte ab und zu mal wechseln muss, damit die das dann nicht nach einer

00:16:18.790 --> 00:16:19.810
<v Tobias>Zeit irgendwie durchschauen.

00:16:20.170 --> 00:16:22.720
<v Michael>Also der hat da schon eine Playlist eingerichtet.

00:16:22.750 --> 00:16:30.520
<v Tobias>Ja, genau, die findet man bestimmt bei Spotify und Apple Podcasts direkt neben
dem Bei Anruf Wein-Podcast.

00:16:30.520 --> 00:16:31.720
<v Tobias>Bewertung dalassen, ne? Vielen Dank.

00:16:32.110 --> 00:16:41.600
<v Tobias>Aber gut, wir gehen jetzt mal weg von den etwas größeren Tieren wie Vögel und
Co., denn es geht ja auch noch eine ganze, ganze

00:16:41.600 --> 00:16:44.810
<v Tobias>Nummer kleiner und dadurch wird es natürlich auch nicht einfacher.

00:16:44.990 --> 00:16:46.370
<v Tobias>Stichpunkt Insekten.

00:16:46.370 --> 00:16:51.320
<v Tobias>Denn Marienkäfer oder Schlupfwespen, das sind ganz natürliche Verbündete der
Weinbauern.

00:16:52.430 --> 00:16:55.130
<v Tobias>Die machen sich nämlich wiederum über andere Insekten her.

00:16:55.160 --> 00:16:57.950
<v Tobias>Das kennt man ja auch von den Marienkäfern und den Läusen.

00:16:58.440 --> 00:17:03.120
<v Tobias>Und so helfen die dann halt eben auch gegen Insekten, die es nicht so gut mit
den Reben meinen.

00:17:03.330 --> 00:17:13.290
<v Tobias>Und deshalb versuchen Winzer, die es mit biologisch oder biodivers und
nachhaltig wirklich ernst meinen, es auch solch kleinen Geschöpfen einfacher

00:17:13.290 --> 00:17:16.050
<v Tobias>zu machen, ein Zuhause im Weinberg zu finden.

00:17:16.230 --> 00:17:18.810
<v Tobias>Und jetzt bin ich mal ganz unromantisch.

00:17:18.840 --> 00:17:27.930
<v Tobias>Natürlich bekommt man auch dadurch die Schädlinge nicht in den Griff, aber
alles nimmt keine Überhand und verläuft zumindest in, ich sage jetzt mal,

00:17:27.930 --> 00:17:29.160
<v Tobias>überschaubaren Bahnen.

00:17:30.090 --> 00:17:32.700
<v Tobias>Nichts anderes heißt ja eigentlich auch biodivers.

00:17:32.850 --> 00:17:39.240
<v Tobias>Das heißt ja eben, ein Gleichgewicht zu erzielen und jetzt nicht irgendwelche
Arten direkt auszurotten.

00:17:39.420 --> 00:17:42.420
<v Michael>Genau, Gleichgewicht ist wichtig als Stichpunkt.

00:17:42.450 --> 00:17:48.030
<v Michael>Denn Weinbau ist und bleibt einfach eine Monokultur, muss man dazu sagen.

00:17:48.510 --> 00:17:52.890
<v Michael>Und damit ist sie besonders anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

00:17:53.430 --> 00:17:57.090
<v Michael>Einfach mal, das liegt in der Natur der Dinge, sozusagen.

00:17:57.660 --> 00:18:06.810
<v Michael>All diese jetzt rein biologisch zu bekämpfen oder zumindest abzumildern, das
ist natürlich ein großes Unterfangen, sage ich jetzt mal vorsichtig.

00:18:07.170 --> 00:18:10.350
<v Michael>Aber ich glaube, das geht nur in beschränktem Umfang.

00:18:10.350 --> 00:18:13.250
<v Michael>Alles andere halte ich für eine Illusion.

00:18:13.250 --> 00:18:17.840
<v Michael>Aber klar ist für mich auch, je mehr es davon gibt, umso besser.

00:18:17.870 --> 00:18:25.310
<v Tobias>Ja, absolut. Und da fällt mir jetzt noch eine andere Geschichte ein, nämlich die
von Louis Barruol vom Weingut Saint Cosme in Gigondas.

00:18:26.390 --> 00:18:31.430
<v Tobias>Ach ja, richtig, siehst du, und da gibt es ja auch noch unser bisher
unveröffentlichtes Interview mit ihm.

00:18:32.390 --> 00:18:33.590
<v Tobias>Das kommt bestimmt mal irgendwann.

00:18:33.590 --> 00:18:40.350
<v Tobias>Aber darin erzählt er, wie chemischer Pflanzenschutz eine unheilvolle Spirale
in Gang gesetzt hat.

00:18:40.530 --> 00:18:43.050
<v Tobias>Also muss man sich jetzt noch mal reintun.

00:18:43.050 --> 00:18:52.320
<v Tobias>Sterben beispielsweise die Insekten aufgrund des Pflanzenschutzmittels, also
respektive Tiersterbemittel, muss man ja mal ganz klar sagen, bleiben dann

00:18:52.320 --> 00:18:56.820
<v Tobias>natürlich auch die Vögel weg, die ja eigentlich gerne diese Insekten gefressen
hätten.

00:18:57.570 --> 00:19:06.450
<v Tobias>Und im Folgejahr benötigt man also dann doch noch mehr Pflanzenschutz, weil
halt eben dann die Vögel nicht mehr da sind, dadurch noch mehr Insekten erstmal

00:19:06.450 --> 00:19:12.000
<v Tobias>auftauchen und dann bleiben auch wirklich die letzten hartgesottenen Vögel weg.

00:19:12.000 --> 00:19:18.150
<v Tobias>Und diesen schrecklichen Zirkel dann wieder zu durchbrechen erfordert natürlich
Mut, Entschlossenheit und Geduld.

00:19:18.150 --> 00:19:24.300
<v Tobias>Und das hat Louis' Vater bereits erkannt, als diese Chemieverkäufer in den
1970ern durch die Lande zogen.

00:19:24.420 --> 00:19:26.880
<v Tobias>Da hat er direkt gesagt: Nein, da mache ich nicht mit.

00:19:27.090 --> 00:19:34.950
<v Michael>Ja, und Louis legt ohne Zweifel Mut, Entschlossenheit und Geduld an den Tag, um
das zu machen.

00:19:35.310 --> 00:19:38.850
<v Michael>Aber noch wichtiger eigentlich an dieser Stelle, seine Weine.

00:19:39.090 --> 00:19:40.350
<v Michael>Die geben ihm ja recht.

00:19:40.350 --> 00:19:45.060
<v Michael>Also sein Gigondas ist einer von meinen absoluten Lieblingen.

00:19:45.150 --> 00:19:46.140
<v Tobias>Ja, das weiß ich.

00:19:46.170 --> 00:19:52.110
<v Michael>Okay, zurück zu den Tieren, die ganz bewusst zu bestimmten Phasen in den
Weinberg geführt werden.

00:19:52.110 --> 00:19:52.620
<v Michael>Also, ich gehe jetzt.

00:19:52.710 --> 00:19:53.760
<v Tobias>Ah ja, richtig. Die gab es ja auch noch.

00:19:54.180 --> 00:19:54.480
<v Tobias>Genau.

00:19:54.870 --> 00:20:00.450
<v Michael>Um ihre Arbeit zu verrichten, weißt du eigentlich, was eine Vache d'Automne ist?

00:20:01.380 --> 00:20:08.010
<v Tobias>Jein. Du weißt ja um meine schlechten Französischkenntnisse, aber ich habe
zumindest dieses Etikett sofort vor Augen.

00:20:08.160 --> 00:20:13.950
<v Tobias>Ihr habt da so einen Rotwein aus dem Languedoc im Shop mit einem Porträt eines
Rindviehs auf dem Etikett.

00:20:13.950 --> 00:20:15.030
<v Tobias>Finde ich sehr, sehr süß.

00:20:15.360 --> 00:20:20.490
<v Tobias>Aber das ist ja auf jeden Fall so, eher so ein Highland Cattle, also so ein
schottisches Hochlandrind.

00:20:20.700 --> 00:20:27.930
<v Tobias>Da gibt es jetzt weniger Wein, aber das sind diese ganz süßen Kühe mit dem
Wuschelkopf und diesen weit ausladenden Hörnern.

00:20:28.650 --> 00:20:30.810
<v Tobias>Sehr sympathisch finde ich die, sehr, sehr süß.

00:20:31.170 --> 00:20:36.160
<v Tobias>Wie die jetzt allerdings vom hohen Norden ins Languedoc kommen, das weiß ich
jetzt wirklich nicht.

00:20:36.670 --> 00:20:40.280
<v Michael>Ja, ganz genau gesagt in die Appellation Côtes Catalanes.

00:20:40.280 --> 00:20:46.900
<v Michael>Und was jetzt genau gesagt die Rinder dorthin verschlagen hat, weiß ich
allerdings jetzt auch nicht.

00:20:46.900 --> 00:20:56.890
<v Michael>Aber sie stehen eben für diese Vache d'Automne, übersetzt „die Herbstkühe", die
nach der Lese in die Weinberge geschickt werden, um sich um die Gräser

00:20:56.890 --> 00:20:59.260
<v Michael>und Kräuter zwischen den Rebzeilen zu kümmern.

00:20:59.270 --> 00:21:00.440
<v Michael>Das kennen wir schon.

00:21:00.770 --> 00:21:07.970
<v Michael>Und wenn sie in dem Moment sich auch noch an den letzten Blättern der Rebe
gütlich halten, auch nicht schlimm.

00:21:09.290 --> 00:21:16.490
<v Tobias>Es ist aber auf jeden Fall, wenn du jetzt auch sagst Côtes Catalanes, dann ist
das eine Cuvée aus Grenache und Syrah, wahrscheinlich sogar mit mehr Syrah als

00:21:16.490 --> 00:21:19.490
<v Tobias>Grenache. Es müsste eigentlich so sein, aber naja.

00:21:19.490 --> 00:21:25.690
<v Tobias>Danke für die Aufklärung, sage ich mal, und wir bleiben vielleicht mal bei dem
Beispiel Weinetiketten und Tiere.

00:21:25.810 --> 00:21:28.240
<v Tobias>Das findet man nämlich durchaus häufig.

00:21:28.360 --> 00:21:31.330
<v Tobias>Also was fällt mir da ein?

00:21:31.330 --> 00:21:32.800
<v Tobias>Fuchs habe ich da schon mal gesehen.

00:21:32.800 --> 00:21:36.430
<v Tobias>Rotmilan, Schaf, Hammel, Katze, Hahn und Henne.

00:21:37.600 --> 00:21:39.370
<v Tobias>Dir fallen da bestimmt noch andere Beispiele ein.

00:21:39.700 --> 00:21:41.530
<v Michael>Ja, mir auf jeden Fall.

00:21:41.530 --> 00:21:43.210
<v Michael>Aber wieso immer ich?

00:21:43.330 --> 00:21:47.230
<v Michael>Fragen wir doch am besten die Zuhörerinnen und Zuhörer.

00:21:47.450 --> 00:21:50.600
<v Michael>Welche Weinetiketten mit Tieren kennt ihr noch?

00:21:50.720 --> 00:21:59.090
<v Michael>Also schreibt es uns an podcast@weinfreunde.de oder nutzt die Kommentarfunktion
auf Facebook und Instagram.

00:21:59.360 --> 00:22:05.510
<v Michael>Am besten natürlich alles mit einem Foto und dazu bitte #Weintiere.

00:22:05.510 --> 00:22:06.200
<v Michael>Danke!

00:22:06.230 --> 00:22:14.270
<v Tobias>Ja, du mit deinem Hashtag, also dein Hashtag #Roséweinfarben, das hatte nicht so
gut funktioniert.

00:22:14.960 --> 00:22:17.450
<v Tobias>Aber nun denn, vielleicht wird es ja diesmal was.

00:22:17.630 --> 00:22:26.600
<v Tobias>Also liebend gerne bekommen wir natürlich eure Hinweise auf Etiketten und gerne
auch Fotos als Beleg sozusagen dieser Beispiele.

00:22:26.810 --> 00:22:29.090
<v Tobias>Das geht dann auch ganz ohne Hashtag, würde ich sagen.

00:22:29.240 --> 00:22:30.890
<v Michael>Boah, du bist ein Spielverderber.

00:22:30.920 --> 00:22:35.090
<v Michael>Aber nun denn, kehren wir noch einmal zurück zu den Tieren.

00:22:35.360 --> 00:22:40.220
<v Michael>Und zwar nicht jenen im Weinberg, sondern den im Keller oder im Weingut.

00:22:40.490 --> 00:22:43.700
<v Michael>Da denke ich natürlich zuallererst an Hunde.

00:22:44.090 --> 00:22:50.900
<v Michael>Ja, ist ja so, dass es kaum ein Weingut gibt, das wir besucht haben, wo keine
Hunde rumrannten.

00:22:51.020 --> 00:22:51.260
<v Tobias>Das Stimmt.

00:22:52.880 --> 00:23:02.640
<v Michael>Überleg mal, wie hieß noch dieser Podenco, der Adoptierte, der bei Ernie Loosen
von der Leine gelassen wurde und den man tatsächlich bei unserem Podcastgespräch

00:23:02.640 --> 00:23:06.270
<v Michael>immer wieder so fein klingelnd im Hintergrund hört.

00:23:06.270 --> 00:23:06.720
<v Tobias>Das stimmt.

00:23:07.260 --> 00:23:12.180
<v Michael>Wie war der Name noch? Das war irgendwas Griechisches, Mythisches?

00:23:12.210 --> 00:23:17.700
<v Tobias>Ja, das ist ja komisch, dass ich mir das jetzt gemerkt habe, wo
griechisch-mythisch eigentlich so dein Thema ist.

00:23:17.820 --> 00:23:22.650
<v Tobias>Der Name lautet nämlich Nyx, wie die griechische Göttin der Nacht.

00:23:22.980 --> 00:23:28.670
<v Tobias>Und dafür bekomme ich den Namen der beiden Hunde bei Fritz Becker jetzt nicht
mehr hin.

00:23:29.030 --> 00:23:31.970
<v Tobias>Ich weiß nur, dass der auf den Junior gar nicht gehört hat.

00:23:31.970 --> 00:23:35.630
<v Tobias>Und als dann der Senior um die Ecke kam, war der auf einmal richtig stramm.

00:23:36.380 --> 00:23:39.320
<v Tobias>Das war irgend so eine Jagdhundrasse, oder?

00:23:39.350 --> 00:23:42.860
<v Michael>Ich weiß es auch nicht mehr genau, aber ich erinnere mich an die Szene.

00:23:42.860 --> 00:23:49.010
<v Michael>Wobei nach wie vor mein Allzeitliebling ist ja Hector.

00:23:49.400 --> 00:23:52.580
<v Michael>Jawohl, also in der französischen Betonung Hector.

00:23:52.790 --> 00:24:00.170
<v Michael>Der gute Hector, der kommt vom Weingut Le Clos des Saumanes in
Châteauneuf-de-Gadagne an der südlichen Rhône.

00:24:00.530 --> 00:24:05.690
<v Michael>Das ist ein Jack Russel mit unglaublichem Energielevel.

00:24:05.720 --> 00:24:15.650
<v Michael>Ja, also eigentlich bekommen dieses Energielevel die Ratten und Mäuse der
Domaine zu spüren, aber wenn da zufällig ein Tennisball

00:24:15.650 --> 00:24:20.840
<v Michael>und ein wurfwilliger Mensch in der Nähe ist, ja, dann geht es auch anders.

00:24:20.840 --> 00:24:22.670
<v Michael>Und zwar stundenlang.

00:24:23.330 --> 00:24:25.910
<v Tobias>Ja, ja, das haben wir beide schon erfahren dürfen.

00:24:25.910 --> 00:24:33.020
<v Tobias>Wirklich ein sehr, sehr energiereicher Hund und so ein Jack Russell, wenn man
so überlegt, was ist das eigentlich für eine Rasse?

00:24:33.170 --> 00:24:39.360
<v Tobias>Das ist jetzt eben kein Jagdhund, das ist auch kein Hütehund, sondern das ist
ein sogenannter Rattenbeißer.

00:24:39.630 --> 00:24:43.590
<v Tobias>Also das wissen die schon ganz genau, was da ihre Aufgabe ist.

00:24:44.790 --> 00:24:54.180
<v Tobias>Also wer es von euch noch nicht gemerkt hat, Michael und ich sind den Hunden
sehr zugetan und teilen sogar mit ihnen unser Zuhause, auch ohne

00:24:54.180 --> 00:24:59.550
<v Tobias>Weingut. Aber die vielen Katzen auf Weingütern sollte man natürlich auch nicht
vergessen.

00:25:00.240 --> 00:25:07.620
<v Tobias>Ich bin zwar Allergiker, aber Mäusefangen ist natürlich eine wichtige Aufgabe
Und da sind nicht alle Hunde so talentiert wie Hector.

00:25:07.740 --> 00:25:14.820
<v Michael>Ja. Pass auf, Mäuse, Keller, da fällt mir noch was anderes Tierisches ein.

00:25:15.210 --> 00:25:22.470
<v Michael>Lieber Tobias, kannst du unseren Zuhörerinnen und Zuhörern bitte mal erklären,
was eine Kellerratte ist?

00:25:22.500 --> 00:25:30.010
<v Tobias>Oh ja, gern doch. Auch, wenn das ein bisschen eine peinliche Geschichte ist,
weil das hört sich jetzt erstmal nicht so schmeichelhaft an mit der Kellerratte.

00:25:30.190 --> 00:25:33.580
<v Tobias>Denn eine Ratte ist ja nun mal nicht automatisch sympathisch.

00:25:33.760 --> 00:25:41.140
<v Tobias>Und das habe ich dann auch gemerkt, als ich Juliane Eller im Podcast als
Kellerratte bezeichnet habe.

00:25:41.140 --> 00:25:48.640
<v Tobias>Ja, da hatte ich dann kurz Angst, dass ich sie beleidigt habe und der Podcast
nicht ganz so lang dauert wie üblich.

00:25:49.000 --> 00:25:53.710
<v Tobias>Aber ja, es ist ein wirklich gängiger Begriff, insbesondere auch im englischen
Sprachgebrauch.

00:25:54.640 --> 00:26:00.700
<v Tobias>Und damit gemeint sind eben Winzerinnen und Winzer, die am liebsten ihre Zeit
im Weinkeller verbringen.

00:26:01.000 --> 00:26:04.990
<v Tobias>Also nicht so gerne in den Weinbergen, sondern lieber beim Wine Making im
Keller.

00:26:05.650 --> 00:26:13.780
<v Tobias>Gibt es ja häufig auch diese ganz klassische Aufgabenteilung, wenn es nicht nur
ein Winzer ist, denk an die Brüder Rings, Die haben sich das wunderbar

00:26:13.780 --> 00:26:17.110
<v Tobias>aufgeteilt. Einer ist im Weinberg und der andere im Keller.

00:26:17.380 --> 00:26:26.980
<v Tobias>Also anders ausgedrückt, solche Exemplare dieser Cellar Rats, Kellerratten,
legen viel Wert darauf, genau zu beobachten und zu schmecken, was da gerade in

00:26:26.980 --> 00:26:29.230
<v Tobias>den Edelstahltanks oder Holzfässern passiert.

00:26:29.470 --> 00:26:31.720
<v Tobias>Das sind also Kellerratten.

00:26:31.840 --> 00:26:34.990
<v Michael>Ja, und ich war ja bei Juliane Eller leider nicht dabei.

00:26:34.990 --> 00:26:39.440
<v Michael>Aber ich weiß, dass du den Begriff ja auch bei Friedrich Becker abgefragt hast.

00:26:39.800 --> 00:26:40.790
<v Tobias>Ja, sicherheitshalber.

00:26:41.420 --> 00:26:50.210
<v Michael>Ich bin mir nach dem jetzt einfach sicher, beide sehen das eher als eine
Auszeichnung und nicht als eine Herabsetzung an, ja.

00:26:50.210 --> 00:26:50.750
<v Tobias>Na, Gott sei Dank.

00:26:50.750 --> 00:26:59.030
<v Michael>Nur, damit das jetzt an dieser Stelle keiner missversteht: Weine von
Kellerratten sind durchaus eine Empfehlung.

00:26:59.150 --> 00:27:08.860
<v Tobias>Ja, und ich sage mal, apropos Empfehlung: Als kulinarischer Leckerbissen, wir
gehen jetzt mal weg von den Ratten, gilt vielen ja die Weinbergschnecke.

00:27:09.040 --> 00:27:11.110
<v Tobias>Über die haben wir noch gar nicht gesprochen.

00:27:11.110 --> 00:27:13.750
<v Tobias>Na ja, ich meine, die heißt ja nicht ohne Grund so, ne?

00:27:14.170 --> 00:27:16.030
<v Tobias>Also wie sieht es da bei dir aus?

00:27:16.030 --> 00:27:20.860
<v Tobias>Weinbergschnecken nur in natura gesehen oder auch schon auf dem Teller gehabt,
Lieber Michael?

00:27:21.430 --> 00:27:25.520
<v Michael>Oh nein. Also ich gebe zu, also nur in natura.

00:27:25.520 --> 00:27:33.080
<v Michael>Aber aus Spanien kenne ich diese kleineren Schnecken, die in so einer Brühe, in
so einem Caldo serviert werden.

00:27:33.350 --> 00:27:35.810
<v Michael>Da sage ich ehrlich gesagt nicht nein.

00:27:35.810 --> 00:27:36.890
<v Michael>Also vom Geschmack her.

00:27:36.890 --> 00:27:38.540
<v Tobias>Ich glaube, die kommen dann eher aus dem Meer, oder?

00:27:38.540 --> 00:27:39.290
<v Tobias>Ich weiß es gar nicht.

00:27:39.320 --> 00:27:41.540
<v Michael>Nein, nein, nein, die kommen auch vom Land.

00:27:41.540 --> 00:27:42.710
<v Tobias>Das ist dann wieder die Bretagne.

00:27:43.100 --> 00:27:47.510
<v Michael>Ja, ja, ja. Und da haben wir schon auch so unsere Dinge erlebt, aber das für
später mal.

00:27:48.110 --> 00:27:56.020
<v Michael>Bei mir und den Schnecken, also das, was uns so trennt, ist so ein bisschen die
Konsistenz des Fleisches, der Speise.

00:27:56.020 --> 00:28:02.290
<v Michael>Ja, das geht bei mir einfach nur in so einer kleinen, überschaubaren,
zivilisierten Dosierung.

00:28:02.800 --> 00:28:07.900
<v Michael>Und bei einer Weinbergschnecke, diesen großen, ist mir das einfach zu viel.

00:28:08.290 --> 00:28:09.640
<v Tobias>Ja, das kann ich nachvollziehen.

00:28:09.640 --> 00:28:16.970
<v Tobias>Und ich erinnere mich daran, ich habe in ganz, ganz frühem Alter schon so
Weinbergschnecken vorgesetzt bekommen, so ganz selbstverständlich, und habe die

00:28:16.970 --> 00:28:22.550
<v Tobias>dann auch irgendwie so ohne groß drüber nachzudenken gegessen, weil die
eigentlich ja eh nur nach Kräutern und Knoblauch dann schmecken.

00:28:22.880 --> 00:28:29.750
<v Tobias>Aber als ich dann wirklich so begriffen habe, was das ist, was ich da gegessen
habe, da wird mir plötzlich ganz anders.

00:28:29.750 --> 00:28:32.630
<v Tobias>Und seitdem bin ich jetzt bei Schnecken wirklich raus.

00:28:32.660 --> 00:28:34.880
<v Tobias>Ne, also das brauche ich nicht.

00:28:34.880 --> 00:28:38.420
<v Tobias>Aber nochmal zum Hintergrund: Die Weinbergschnecke ist kein Schädling.

00:28:38.570 --> 00:28:44.090
<v Tobias>Sie macht sich nämlich nicht wie die Nacktschnecken in unseren Gärten über die
frischen Blätter und Früchte her.

00:28:44.630 --> 00:28:48.620
<v Tobias>Die Weinbergschnecke bevorzugt die welken, abgefallenen Blätter.

00:28:48.740 --> 00:28:52.190
<v Tobias>Sonst wäre sie ja auch mit diesem Namen gar nicht geehrt worden.

00:28:52.370 --> 00:28:55.610
<v Michael>Okay, ich glaube, wir müssen jetzt mal kurz auf die Bremse treten an dieser
Stelle.

00:28:56.180 --> 00:28:59.900
<v Michael>Ich will jetzt keinen Tierschutz-Shitstorm auslösen.

00:29:00.260 --> 00:29:09.710
<v Michael>Wir müssen noch mal ganz klar und deutlich sagen, also die Weinbergschnecke
gehört zu den geschützten Arten und darf keinesfalls

00:29:10.130 --> 00:29:13.940
<v Michael>direkt vom Weinberg in den Kochtopf expediert werden.

00:29:14.360 --> 00:29:15.590
<v Michael>Das lassen wir jetzt bitte.

00:29:15.950 --> 00:29:24.800
<v Michael>Und man muss auch dazu sagen, dass die meisten gastronomisch angebotenen
Escargots, so heißt das dann ja auf der Speisekarte,

00:29:25.040 --> 00:29:28.010
<v Michael>mittlerweile aus der Züchtung stammen.

00:29:28.010 --> 00:29:33.350
<v Michael>Aber ja, was natürlich der Schnecke selbst jetzt wenig hilft, sag ich mal.

00:29:33.500 --> 00:29:43.430
<v Michael>Aber, lieber Tobias, weißt du eigentlich, dass die Weinbergschnecke darüber
hinaus auch ein Indikator für einen guten Boden

00:29:43.430 --> 00:29:43.640
<v Michael>ist?

00:29:44.090 --> 00:29:49.160
<v Tobias>Wie schon gesagt, bei Schnecken bin ich raus und da habe ich mich jetzt ehrlich
gesagt noch nicht so mit beschäftigt.

00:29:49.160 --> 00:29:51.780
<v Tobias>Aber hört sich interessant an, dann erzähl halt mal!

00:29:52.230 --> 00:29:55.440
<v Michael>Ja, pass auf, es geht um die Schnecke und das Schneckenhaus.

00:29:55.440 --> 00:29:59.910
<v Michael>Also die Weinbergschnecke ist einfach darauf angewiesen, Kalk aufzunehmen.

00:30:00.090 --> 00:30:02.490
<v Michael>Ja, also den kriegst du nicht von anderen Tieren.

00:30:02.490 --> 00:30:04.500
<v Michael>Den kriegst du über den Boden, diesen Kalk.

00:30:05.160 --> 00:30:13.140
<v Michael>Und bekommt sie zu wenig Kalk, werden diese Schneckenhäuser instabil und total
zerbrechlich, fragil.

00:30:13.440 --> 00:30:13.980
<v Tobias>Ja, das will man nicht.

00:30:13.980 --> 00:30:23.850
<v Michael>Anders ausgedrückt: Findest du Schnecken mit einem schweren, stabilen Haus oben
drauf, deutet das auf stark kalkhaltige Böden hin.

00:30:23.850 --> 00:30:24.180
<v Tobias>Ah, praktisch.

00:30:24.180 --> 00:30:29.190
<v Michael>Und da wissen wir beide, das ist ein gutes Zeichen für Weinbau.

00:30:29.340 --> 00:30:30.810
<v Tobias>Ja, das ist eine super Idee.

00:30:30.810 --> 00:30:37.830
<v Tobias>Und ich finde, Schnecke ist jetzt auch ein gutes Stichwort, um uns noch mal
richtig bei euch einzuschleimen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer.

00:30:38.850 --> 00:30:42.120
<v Tobias>Das war jetzt dann doch wieder so ein Kalauer, oder?

00:30:42.120 --> 00:30:43.410
<v Tobias>Ich weiß es ja nicht.

00:30:44.040 --> 00:30:52.380
<v Tobias>Also bitte bewertet ja Bei Anruf Wein auf den Podcastplattformen und gebt ihm
ganz viele Sternchen und Likes und folgt ihm auch unbedingt.

00:30:52.500 --> 00:30:53.760
<v Tobias>Das wäre wirklich sehr nett.

00:30:53.760 --> 00:30:54.450
<v Tobias>Vielen Dank.

00:30:54.780 --> 00:30:56.310
<v Michael>Ja, bitte, bitte, bitte!

00:30:56.310 --> 00:31:05.520
<v Michael>Dafür liefern wir euch jetzt auch die kurzen Merkpunkte aus unserer heutigen
Folge, damit ihr euch im Weinberg einfach tierisch gut auskennt.

00:31:05.520 --> 00:31:07.170
<v Michael>Also, Tobias, leg los.

00:31:07.200 --> 00:31:09.780
<v Tobias>Stopp! Mir ist jetzt doch noch mal was eingefallen.

00:31:09.930 --> 00:31:11.850
<v Tobias>Nämlich ein Vogel, ja doch, doch.

00:31:12.330 --> 00:31:19.350
<v Tobias>Nämlich ein Vogel, der zwar auf die Trauben aus ist, aber auf diese Art für die
Verbreitung einer Rebsorte in Deutschland gesorgt hat.

00:31:19.410 --> 00:31:21.630
<v Tobias>Ja, zumindest der Legende nach.

00:31:21.660 --> 00:31:23.580
<v Tobias>Na, du weißt doch bestimmt, wen ich meine?

00:31:24.300 --> 00:31:26.640
<v Michael>Hm. Ah ja!

00:31:26.640 --> 00:31:27.750
<v Michael>Ja, ja, stimmt.

00:31:27.750 --> 00:31:37.740
<v Michael>Das ist der Zilpzalp, ja, der angeblich in der Pfalz Beeren gekostet hat, dann
nach Baden geflogen ist und dort

00:31:37.740 --> 00:31:47.640
<v Michael>sein, wie sagen wir mal, Geschäft verrichtet hat und so für die Ansiedlung des
Grauburgunders am Kaiserstuhl und in der Umgebung gesorgt hat.

00:31:47.640 --> 00:31:49.530
<v Michael>Also eine tolle Geschichte.

00:31:49.740 --> 00:31:53.340
<v Michael>Alles schön und gut, aber jetzt bitte doch die Merkpunkte.

00:31:53.340 --> 00:31:56.340
<v Tobias>Ja, ja, okay. Stimmt, das war unsere Grauburgunder-Folge, ich erinnere mich.

00:31:56.340 --> 00:31:59.940
<v Tobias>Also: Tiere sind immer im Weinberg.

00:31:59.940 --> 00:32:06.240
<v Tobias>Doch es gibt einige, die den Reben oder dem Boden gut tun und so die Weinbauern
in ihrer Arbeit unterstützen.

00:32:06.570 --> 00:32:15.910
<v Michael>Sie führen daher zu bestimmten Zeiten extra Tiere in den Weinberg, vor allem
Schafe, Kühe, aber auch Gänse und Hühner.

00:32:15.910 --> 00:32:22.840
<v Tobias>Daneben ist die Vielfalt von Wildtieren im Weinberg wichtig, damit ein
natürliches Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen besteht.

00:32:22.930 --> 00:32:32.320
<v Michael>Funfact am Rande: Eine Kellerratte ist kein Tier, sondern das sind Winzerinnen
und Weinmacher, die ihrem önologischen Handwerk besonders

00:32:32.320 --> 00:32:36.070
<v Michael>gewissenhaft nachgehen und deshalb viel Zeit im Keller verbringen.

00:32:36.100 --> 00:32:37.840
<v Tobias>Ja, ganz wunderbar, Michael.

00:32:37.840 --> 00:32:47.780
<v Tobias>Und ja, es ging ja dann jetzt doch auch ohne allzu viel Määäh oder Muuuh, und
ja, deswegen freue ich mich jetzt umso mehr auf dich, ja,

00:32:47.780 --> 00:32:50.120
<v Tobias>wenn es das nächste Mal wieder heißt.

00:32:51.770 --> 00:32:53.270
<v Michael>Bei Anruf.

00:32:53.270 --> 00:32:54.020
<v Tobias>Weeein.

00:32:58.280 --> 00:32:59.240
<v Michael>Das ist gut!