WEBVTT

00:00:02.330 --> 00:00:07.490
<v Michael>Bei Anruf Wein. Der Weinfreunde-Podcast.

00:00:09.260 --> 00:00:12.590
<v Tobias>Ich grüße euch, liebe Weinfreunde. Mein Name ist Tobias.

00:00:12.620 --> 00:00:20.120
<v Tobias>Willkommen Bei Anruf Wein. In dieser Folge geht es um eine Frage,
die früher oder später jeden Weinfreund beschäftigt:

00:00:20.300 --> 00:00:25.040
<v Tobias>Wie viel sollte ich ausgeben, um einen wirklich guten Wein ins Glas zu bekommen?

00:00:25.520 --> 00:00:33.110
<v Tobias>Michael und ich sprechen darüber, wie sich Weinpreise zusammensetzen,
was Qualität tatsächlich kostet und warum „teuer" nicht automatisch „besser"

00:00:33.110 --> 00:00:40.610
<v Tobias>bedeutet. Wir werfen einen Blick auf Produktionskosten,
Lagen, Handwerk und auf die psychologischen und emotionalen Faktoren,

00:00:40.610 --> 00:00:45.890
<v Tobias>die den Preis beeinflussen. Es ist eine Folge zwischen Keller,
Kalkulation und Kult.

00:00:46.430 --> 00:00:50.540
<v Tobias>Kult ist der Bei Anruf Wein-Podcast für manche Hörerinnen und Hörer auch schon.

00:00:50.540 --> 00:00:57.170
<v Tobias>Oder etwa nicht? Lasst es uns gerne auf den Podcastplattformen wissen und
abonniert und bewertet Bei Anruf Wein auch.

00:00:57.410 --> 00:01:03.960
<v Tobias>Zudem schaut mal in die Shownotes nach unserer aktuellen Umfrage und besucht
weinlakai.de für meine Weinausbildung.

00:01:03.990 --> 00:01:09.720
<v Tobias>Michael ist da auch mit von der Partie. Also bleib mal dran,
ich ruf den mal an!

00:01:14.610 --> 00:01:18.480
<v Michael>Hallo Tobias, mein herzallerliebster Weinkumpan.

00:01:18.600 --> 00:01:19.200
<v Michael>Wie geht's dir?

00:01:19.230 --> 00:01:20.040
<v Tobias>Ja, bestens.

00:01:20.070 --> 00:01:24.090
<v Michael>Ja, bestens. Hört sich prima an. Auch hallo,
liebe Zuhörerinnen und Zuhörer.

00:01:24.120 --> 00:01:26.700
<v Michael>Wie geht es denn auch euch? Will ich auch fragen.

00:01:27.150 --> 00:01:30.360
<v Michael>Wir sind jetzt gerade so mittendrin in der dunklen Jahreszeit.

00:01:30.570 --> 00:01:35.580
<v Michael>Also wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue,
Tobias. Also in meiner kleinen Straße so eine Privatstraße,

00:01:35.580 --> 00:01:39.990
<v Michael>da braucht es jetzt schon eine Stirnlampe,
um sicher nach oben zu kommen.

00:01:39.990 --> 00:01:44.880
<v Michael>Aber lassen wir das mal, wir wollen ja heute in eine ganz andere Angelegenheit
Licht bringen,

00:01:44.880 --> 00:01:46.980
<v Michael>oder Kollege Weinlakai?

00:01:47.070 --> 00:01:50.340
<v Tobias>Ja, ja, natürlich, natürlich. Und ich freue mich ja,
dass du so gut drauf bist,

00:01:50.340 --> 00:01:57.480
<v Tobias>lieber Michael. Ist ja super. Ja, auch erstmal von mir ein herzliches Hallo an
alle Bei Anruf Wein-Hörerinnen und -Hörer.

00:01:57.810 --> 00:02:01.650
<v Tobias>Und ja, genau, du sagst es. Die Tage werden spürbar kürzer.

00:02:01.650 --> 00:02:09.540
<v Tobias>Als Hundebesitzer merkt man das sofort. Aber ich sag mal so,
diese Herbst- und fast schon Anfang Winterstimmung,

00:02:09.690 --> 00:02:12.390
<v Tobias>die passt doch bestens zu einer Weinprobe,
oder?

00:02:12.420 --> 00:02:17.700
<v Tobias>Oder sogar vielleicht direkt zu einer ganztägigen Weinausbildung in einer
schönen Atmosphäre,

00:02:17.700 --> 00:02:25.470
<v Tobias>die so richtig cozy ist. Also zum Beispiel,
wie wir sie in der Weinakademie haben,

00:02:25.500 --> 00:02:27.240
<v Tobias>oder? Also das müssen wir ja vielleicht mal... betäuben.

00:02:27.420 --> 00:02:29.250
<v Michael>Nachtigall, ich hör dir trapsen.

00:02:29.400 --> 00:02:34.320
<v Tobias>Ja, das muss man ja vielleicht mal betonen. Aber genau,
jetzt habe ich gerade, „das muss man mal betäuben" gesagt,

00:02:34.350 --> 00:02:41.730
<v Tobias>glaube ich. Aber stopp, weil sonst fange ich jetzt schon so an wie du und mache
hier irgendwie Werbung am falschen Platz.

00:02:41.760 --> 00:02:46.470
<v Tobias>Also wir wollen heute nicht über Herbststimmung sprechen,
auch nicht über meine Akademie,

00:02:46.560 --> 00:02:49.350
<v Tobias>sondern wir haben ein wirklich interessantes Thema.

00:02:50.100 --> 00:02:57.540
<v Tobias>Man muss allerdings dazu sagen, das ist eigentlich so ganz und gar nicht cozy,
denn es geht um die eher unbequeme Frage,

00:02:57.540 --> 00:03:02.700
<v Tobias>wie viel Geld wir ausgeben müssen, um wirklich guten Wein ins Glas zu bekommen.

00:03:02.730 --> 00:03:07.110
<v Michael>Genau. Also kurz und knapp: Es geht um Cash,
Baby!

00:03:07.290 --> 00:03:12.450
<v Michael>Ja? Also genauer gesagt, um den Preis, den wir für einen Wein zahlen.

00:03:12.450 --> 00:03:17.790
<v Michael>Und die Frage, wie sehr der Preis eines Weines auch seine Qualität ausdrückt.

00:03:17.820 --> 00:03:22.020
<v Michael>Also, ob es da eine Beziehung gibt. Wir haben ja schon eine Folge darüber
gemacht,

00:03:22.020 --> 00:03:25.950
<v Michael>welche Eigenschaften Wein haben muss, um von hoher Qualität zu sein.

00:03:25.980 --> 00:03:31.860
<v Michael>Also noch mal bitte reinhören. Und damals haben wir auch schon klar gemacht,
dass es nicht immer so ist,

00:03:31.860 --> 00:03:36.000
<v Michael>dass ein Wein, der mehr kostet, auch automatisch und tatsächlich besser ist.

00:03:36.030 --> 00:03:42.930
<v Michael>Ja, also heute aber geht es uns eher um die Frage:
Ist ein Wein für, ich sage mal,

00:03:42.960 --> 00:03:47.970
<v Michael>500 € zehnmal so gut wie ein Wein für 50 €?

00:03:47.970 --> 00:03:51.930
<v Michael>Oder sogar 100 mal so gut wie ein 5-€-Wein?

00:03:52.380 --> 00:03:55.840
<v Tobias>Ja, das lässt sich aus meiner Sicht jetzt ganz schnell beantworten.

00:03:56.050 --> 00:04:01.300
<v Tobias>Natürlich nicht! Also das muss man an der Stelle schon mal sagen.

00:04:01.330 --> 00:04:08.290
<v Tobias>Sicherlich ist ein 50-€-Wein ja ich sag mal deutlich mehr besser,
wenn man das so sagen kann,

00:04:08.290 --> 00:04:09.430
<v Tobias>als ein 5-€-Wein.

00:04:09.460 --> 00:04:09.940
<v Michael>Besserer.

00:04:11.560 --> 00:04:19.810
<v Tobias>Bessererer, genau. Aber ein 500-€-Wein ist halt sicherlich dann nicht mehr so
viel besserererer als ein 50-€-Wein.

00:04:20.080 --> 00:04:24.310
<v Tobias>Aber dazu kommen wir ja nachher noch ein bisschen ausführlicher.

00:04:25.630 --> 00:04:31.840
<v Tobias>Ja, und ich sage mal alle, die auch, sage ich mal,
die beiden Folgen Bei Anruf Wein über Weinmythen gehört haben,

00:04:32.440 --> 00:04:34.840
<v Tobias>die wissen da jetzt auch schon ein bisschen mehr drüber.

00:04:34.870 --> 00:04:39.490
<v Tobias>Da haben wir auch schon darüber gesprochen. Aber das ist ja auch jetzt nicht der
zentrale Punkt,

00:04:39.490 --> 00:04:45.490
<v Tobias>um den es heute geht. Denn ich finde es eigentlich viel spannender,
wenn wir uns jetzt mal vor Augen führen,

00:04:45.490 --> 00:04:55.120
<v Tobias>was konkret für Kosten anfallen, um einen Wein herzustellen und wie sich diese
Kosten dann logischerweise später für uns beim Kaufen des

00:04:55.150 --> 00:05:01.060
<v Tobias>Weins widerspiegeln. Weil da muss es ja irgendeinen Zusammenhang hoffentlich
geben,

00:05:02.230 --> 00:05:09.580
<v Tobias>weil wir müssen einfach auch lernen, ja,
ich sag jetzt mal so ganz nüchtern, Wein auch kaufmännisch richtig wertschätzen

00:05:09.580 --> 00:05:17.036
<v Tobias>zu können. Das hört sich jetzt irgendwie so gar nicht genussvoll an,
aber es könnte halt eben helfen,

00:05:17.036 --> 00:05:23.290
<v Tobias>Preise von Wein dann auch besser einzuschätzen und dadurch vielleicht auch eine
andere Bereitschaft zu haben,

00:05:23.290 --> 00:05:25.420
<v Tobias>gewisse Preise bezahlen zu wollen.

00:05:25.450 --> 00:05:29.080
<v Michael>Ja, ja, ich verstehe. Also ich glaube zumindest zu verstehen,
was du meinst.

00:05:29.260 --> 00:05:33.850
<v Michael>Denn das muss man jetzt an der Stelle vielleicht mal statistisch vorab schicken
-

00:05:34.300 --> 00:05:44.020
<v Michael>endlich Zahlen - nee, also statistisch vorab schicken:
Im Jahr 2023 wurden 37 % aller

00:05:44.020 --> 00:05:51.970
<v Michael>Weine von Discountern verkauft. Das sind die mit Abstand größten Weinhändler,
wenn man so sagen will.

00:05:52.420 --> 00:05:59.740
<v Michael>Der klassische Weinfachhandel, den wir jetzt immer so loben und lieben,
ja, der macht gerade mal 6 % am Gesamtmarkt aus.

00:05:59.830 --> 00:06:05.410
<v Michael>Der Durchschnittspreis pro Liter ist zwar aufgrund des generellen Preisanstiegs,

00:06:05.410 --> 00:06:11.080
<v Michael>das kennen wir ja auch von anderen Dingen,
erstmals auf über knapp 4 € gestiegen.

00:06:11.080 --> 00:06:17.620
<v Michael>Aber das ist ja, wenn du das auf eine 0,75-Flasche runter rechnest,
trotzdem noch ein bisschen mehr als 3 €.

00:06:17.650 --> 00:06:20.680
<v Michael>Ja, und ganz ehrlich: Was erwartet man da?

00:06:20.710 --> 00:06:24.730
<v Michael>Also, was willst du da für einen Wein im Glas haben für dieses Geld?

00:06:25.210 --> 00:06:28.330
<v Michael>Und okay, das sind jetzt nicht die ganz aktuellen Zahlen.

00:06:28.330 --> 00:06:34.300
<v Michael>Wobei, 2023 ist schon was, nee? Die habe ich jetzt nicht im Blick,
das, was jetzt gerade angesagt ist.

00:06:34.300 --> 00:06:39.040
<v Michael>Aber ich weiß oder ich fühle, es ist eklatant bestimmt nicht besser geworden.

00:06:39.250 --> 00:06:44.920
<v Michael>Und damit stellt sich jetzt nicht nur die Frage,
wie gut so ein Wein ist, sondern auch,

00:06:44.920 --> 00:06:48.400
<v Michael>wo der Preis beginnt, ab dem es eben seriös wird?

00:06:48.430 --> 00:06:58.140
<v Michael>Also bei 5 € oder erst bei 10 €? Also wir müssen ja diese ganzen Preisfragen
auch mal von der Seite des Erzeugers her

00:06:58.140 --> 00:07:02.880
<v Michael>denken. Also ich meine aus dem Blickwinkel der Winzerinnen und Weinmacher.

00:07:02.910 --> 00:07:07.800
<v Michael>Und da gewinnt deine - wie hast du es eben genannt -
kaufmännische Wertschätzung...

00:07:07.920 --> 00:07:09.180
<v Tobias>Kaufmännische Wertschätzung, genau.

00:07:09.180 --> 00:07:14.520
<v Michael>...von Wein, ja, eigentlich eine existenzielle Dimension,
das muss man mal deutlich sagen.

00:07:14.760 --> 00:07:19.500
<v Tobias>Ja, allerdings. Und deswegen lass uns jetzt mal was machen,
das ich wirklich spannend finde.

00:07:19.500 --> 00:07:26.790
<v Tobias>Lass uns aufdröseln, welche Werte und welche Arbeit in einem Wein stecken,
damit wir,

00:07:26.820 --> 00:07:30.960
<v Tobias>sage ich mal, alle ein bisschen sensibler für das Thema Preis werden.

00:07:30.990 --> 00:07:35.100
<v Tobias>Und ich beginne jetzt mal ganz konservativ mit dem Weinberg selbst.

00:07:35.340 --> 00:07:41.100
<v Tobias>Denn den muss man ja auch irgendwann mal kaufen oder pachten oder,
wenn man Glück hat,

00:07:41.100 --> 00:07:46.080
<v Tobias>auch erben. Und da geht es ja auch nicht um irgendeinen Ackerboden.

00:07:46.230 --> 00:07:50.430
<v Tobias>Ist jetzt nicht abwertend gemeint in Richtung konventioneller Landwirtschaft.

00:07:50.430 --> 00:07:56.430
<v Tobias>Aber bei Wein geht es schließlich um - wie heißt es so schön -
Lage, Lage, Lage.

00:07:57.240 --> 00:08:04.980
<v Tobias>Außergewöhnlich guter Wein, da können wir uns,
glaube ich, absolut einigen, kommt nur aus außergewöhnlich guten Lagen.

00:08:05.010 --> 00:08:12.570
<v Tobias>Also Beispiel Sonnenexposition, Mikroklima,
also sind da irgendwelche größeren Wasserflächen in der Gegend,

00:08:12.570 --> 00:08:16.770
<v Tobias>die das Klima beeinflussen? Oder liegt der Weinberg auf einer gewissen Höhe?

00:08:17.370 --> 00:08:20.130
<v Tobias>Aber denke auch an so was wie Bodenbeschaffenheit.

00:08:20.670 --> 00:08:26.599
<v Tobias>Ich nenne mal so ein ganz konkretes Beispiel,
was all diese Eigenschaften sozusagen vereint:

00:08:26.599 --> 00:08:31.860
<v Tobias>Schiefersteinlage direkt oberhalb der Mosel in Südausrichtung.

00:08:32.580 --> 00:08:41.100
<v Tobias>Ja? Ja, da versteht sicherlich jeder, dass sich das daraus resultierende Mehr an
Qualität auch im Preis widerspiegelt,

00:08:41.130 --> 00:08:45.990
<v Tobias>auch widerspiegeln muss. Ja, und denk auch mal an unser Gespräch bei Dr.

00:08:45.990 --> 00:08:54.740
<v Tobias>Heger am Kaiserstuhl. Da meinte Katharina Heger doch,
dass besonders gute Lagen oft auch aufwändiger zu bearbeiten seien.

00:08:55.040 --> 00:09:05.030
<v Tobias>Und das ist halt einfach mehr Arbeit. Und die haben am Kaiserstuhl natürlich
noch lange nicht so die Steillagen wie an der Mosel.

00:09:05.210 --> 00:09:08.330
<v Tobias>Denk nur an unser Gespräch mit Ernie Loosen.

00:09:08.900 --> 00:09:14.570
<v Tobias>Der hat uns doch dann mal erzählt irgendwie so,
dass in der Ernte, wenn es dann auch so Hobby-Erntehelfer gibt,

00:09:14.570 --> 00:09:21.320
<v Tobias>die aus der ganzen Welt dorthin kommen,
um sich ein paar Euro dazuzuverdienen, dass die dann am Ende des Tages unten aus

00:09:21.320 --> 00:09:28.160
<v Tobias>den Fangnetzen erstmal raus gesammelt werden müssen,
weil das da so steil ist, dass die da alle irgendwie runterpurzeln.

00:09:28.820 --> 00:09:32.360
<v Michael>Ja, es geht immer nur nach unten dann, ja okay,
finde ich gut. Aber Lage, Lage,

00:09:32.360 --> 00:09:37.640
<v Michael>Lage hast du ja jetzt gesagt. Also ich finde zum Beispiel diese Klassifizierung
des VDP,

00:09:38.000 --> 00:09:46.530
<v Michael>ja, die ja ganz entscheidend mit dieser Kategorie Lage arbeitet,
die vermittelt eigentlich ganz gut auch die Preisdynamik schon bei dem Thema.

00:09:46.770 --> 00:09:54.960
<v Michael>Also das hatten wir bei Dr. Heger, da bist du mit knapp 20 € dabei,
wenn es um eine Erste Lage geht.

00:09:54.990 --> 00:10:02.160
<v Michael>Nur mal so pauschal, ja? Und beim Ihringer Vorderer Winklerberg Spätburgunder
Großes Gewächs -

00:10:02.160 --> 00:10:09.180
<v Michael>oh mein Gott, wie das auf der Zunge klingt -,
da landest du dann halt eben schon bei fast 60 €.

00:10:09.210 --> 00:10:11.730
<v Michael>Und das ist jetzt nur so ein Beispiel mal.

00:10:11.730 --> 00:10:19.980
<v Michael>Ja, aber das Prinzip wird deutlich und lässt sich in ähnlicher Dynamik auch bei
den Preisen anderer VDP-Weingüter erleben.

00:10:20.040 --> 00:10:28.590
<v Tobias>Ja und darf sie nicht vergessen. Da spielt ja mit rein,
dass so eine Erste oder dann sogar Große Lage immer nur begrenzt groß ist.

00:10:28.710 --> 00:10:32.250
<v Tobias>Große Lage heißt ja nicht so, weil die tatsächlich groß ist.

00:10:32.280 --> 00:10:35.610
<v Tobias>Das leitet sich ja eher von dem französischen Grand Cru ab.

00:10:36.120 --> 00:10:41.430
<v Tobias>Also das heißt, diese Lagen, die liefern ja auch immer nur begrenzt viele Weine.

00:10:41.730 --> 00:10:47.490
<v Tobias>Und denkt dann noch zusätzlich an die Vorgaben für den maximalen Ertrag pro
Hektar,

00:10:47.520 --> 00:10:53.700
<v Tobias>die vom VDP vorgegeben sind. Die sind dann in der Großen Lage wiederum strenger
als in der Ersten.

00:10:53.730 --> 00:11:02.520
<v Tobias>Und das heißt mit anderen Worten eigentlich nichts anderes,
als dass das Weingut freiwillig auf mehr Trauben verzichtet und damit natürlich

00:11:02.550 --> 00:11:12.120
<v Tobias>auch auf mehr Wein verzichtet, einfach weil sie eine höhere Qualität der Trauben
haben möchten und eben auch anhand der Statuten haben

00:11:12.120 --> 00:11:18.330
<v Tobias>müssen. Und das alles eben, um dann auch einen möglichst guten Wein zu erzeugen.

00:11:18.360 --> 00:11:21.780
<v Tobias>Dann gibt es ja noch sowas, das hat jetzt nicht unbedingt was mit dem VDP zu
tun,

00:11:21.810 --> 00:11:25.440
<v Tobias>so was wie alte Reben, steht ja manchmal auch auf dem Etikett.

00:11:26.100 --> 00:11:29.490
<v Tobias>Das sind einfach Rebstöcke, die produzieren nur noch ganz wenige Trauben.

00:11:29.610 --> 00:11:37.410
<v Tobias>Da brauchen wir jetzt gar keine Ertragsreduzierung,
sondern da ist gar nicht mehr so viel dran an den alten Rebstöcken.

00:11:37.410 --> 00:11:42.840
<v Tobias>Und diese Trauben, das weiß man, die sind besonders konzentriert und eben
hochwertig.

00:11:43.170 --> 00:11:49.470
<v Tobias>Und das ist letztlich das ja, was ich mit diesem Begriff „kaufmännische
Wertschätzung" meine.

00:11:50.100 --> 00:11:56.790
<v Tobias>Die Qualität und der damit einhergehende höhere Aufwand,
der muss bezahlt werden.

00:11:56.910 --> 00:12:04.950
<v Tobias>Es geht eben um den Verzicht auf Menge,
der dann auch mit zusätzlichem Aufwand extra noch verbunden ist.

00:12:04.980 --> 00:12:08.010
<v Tobias>Denkt nur an so etwas wie die grüne Lese.

00:12:08.340 --> 00:12:12.180
<v Tobias>Also das ist ja was, was im Weinberg schon recht früh im Jahr passiert.

00:12:12.450 --> 00:12:18.720
<v Tobias>Da werden schon die ersten Trauben, die noch ganz grün sind,
werden einfach abgeerntet.

00:12:18.750 --> 00:12:28.380
<v Tobias>Also zumindest die, die, sage ich mal, zu viel sind,
so dass wirklich die Pflanze sich auf die übrigen Trauben besonders

00:12:28.380 --> 00:12:33.930
<v Tobias>konzentrieren kann und eben nicht zu viele Trauben mit Nährstoffen versorgen
muss.

00:12:34.050 --> 00:12:39.930
<v Tobias>Das ist einfach was, was wahrscheinlich Winzern,
die viel Menge produzieren wollen,

00:12:40.570 --> 00:12:44.470
<v Tobias>im Herzen wehtun würde, die einfach von der Pflanze zu nehmen.

00:12:44.470 --> 00:12:47.500
<v Michael>Ja, das ist höherer Aufwand im Sinne von Qualität.

00:12:47.500 --> 00:12:52.420
<v Michael>Aber denk noch mal an die anderen Arbeiten von Bodenpflege bis ein Blattwerk
pflegen.

00:12:52.600 --> 00:12:56.290
<v Michael>Ja, also da gibt es eine ganze Menge und ich bin da einfach bei dir.

00:12:56.350 --> 00:13:04.450
<v Michael>Ja, also das muss eingepreist werden. Aber lass uns einmal noch bitte
zurückkehren zu den Bodenpreisen in der Weinbranche.

00:13:04.930 --> 00:13:10.180
<v Michael>Ich habe da nämlich interessanterweise aus dem vergangenen Jahr mal eine Meldung
rausgesucht -

00:13:10.180 --> 00:13:14.260
<v Michael>hatte ich mir sogar aufbewahrt, musste ich gar nicht raussuchen,
die hatte ich noch - einfach,

00:13:14.260 --> 00:13:18.880
<v Michael>um mal so ein Stein ins Wasser der Bodenspekulation zu werfen.

00:13:19.450 --> 00:13:22.330
<v Michael>Also hol schon mal das Scheckbuch raus,
Tobias!

00:13:22.450 --> 00:13:32.380
<v Michael>Im September 2024 hat LVMH, ja, das steht für „Louis Vuitton Moët Hennessy",
was ja eigentlich schon

00:13:32.380 --> 00:13:41.920
<v Michael>alles aussagt, 1,3 Hektar Rebfläche in Aloxe-Corton,
also so eine Top-Lage in deinem heißgeliebten

00:13:41.920 --> 00:13:51.430
<v Michael>Burgund, für 15,5 Millionen € erworben. 15,5 Millionen € für 1,3 Hektar.

00:13:51.550 --> 00:13:56.800
<v Michael>Ja, ich denke, das ist schon mal eine Ansage,
wenn es um den Boden und den Grund geht.

00:13:57.400 --> 00:14:02.320
<v Michael>Knapp 12 Millionen € pro Hektar, wenn man das mal nachrechnet.

00:14:02.500 --> 00:14:07.150
<v Michael>Und ja, das sind 130 € pro Quadratmeter.

00:14:07.180 --> 00:14:09.700
<v Michael>Da kannst du heute schon in der Großstadt Wohnungen für kaufen,
ja?

00:14:11.440 --> 00:14:12.340
<v Tobias>Ja, München, sag ich nur.

00:14:12.490 --> 00:14:21.640
<v Michael>Und na ja, im selben Jahr, also wir reden immer noch über 2024,
da lag der durchschnittliche Preis für einen Hektar Rebfläche an der

00:14:21.640 --> 00:14:29.350
<v Michael>Côte-d'Or, also nochmals dein geliebtes Burgund,
übrigens bei bescheidenen etwa 1 Million €.

00:14:29.380 --> 00:14:29.620
<v Tobias>Hui!

00:14:29.890 --> 00:14:37.120
<v Michael>Also solche Preise werden jetzt in der Pfalz,
in Baden oder Rheinhessen sicherlich nicht aufgerufen,

00:14:37.120 --> 00:14:38.440
<v Michael>das muss man auch anmerken.

00:14:38.800 --> 00:14:43.090
<v Tobias>Ja, das ist klar. Also mit dem Burgund haben wir uns dann natürlich auch
wirklich das,

00:14:43.570 --> 00:14:52.690
<v Tobias>ich sag mal, Grand-Cru-XXL-Beispiel rausgesucht,
was sowohl Verfügbarkeit und aber auch die Nachfrage und damit eben auch die

00:14:52.690 --> 00:14:57.550
<v Tobias>Preise betrifft. Ich glaube, die Bodenpreise in der Champagne,
habe ich mal gehört,

00:14:57.550 --> 00:15:03.340
<v Tobias>sind sogar noch höher. Aber ja, wie gesagt,
das ist nicht alles so super repräsentativ.

00:15:03.520 --> 00:15:07.270
<v Tobias>Da ist das Beispiel schon fast ein bisschen polemisch,
sorry.

00:15:08.050 --> 00:15:12.130
<v Tobias>Denn nirgendwo sonst reden wir natürlich über so extreme Summen.

00:15:12.130 --> 00:15:16.540
<v Tobias>Aber letztlich hilft uns das Beispiel, denn du willst sicherlich auf eines
hinaus.

00:15:16.540 --> 00:15:24.460
<v Tobias>Wie sieht es denn dann tatsächlich mit dem Preis-Genuss-Verhältnis bei einem,
ich sag jetzt mal Montrachet Grand Cru von Romanée-Conti aus?

00:15:24.880 --> 00:15:33.010
<v Tobias>Von dem eine Flasche, ich habe es mal recherchiert,
7.000 € aufwärts kostet, also 7.000 ist wirklich die die absolute Untergrenze.

00:15:33.040 --> 00:15:36.330
<v Tobias>Ja, und da muss man vielleicht dazu sagen,
das ist ein Weißwein.

00:15:36.510 --> 00:15:38.790
<v Tobias>Das ist noch nicht mal, noch nicht mal ein Rotwein.

00:15:38.880 --> 00:15:45.450
<v Tobias>Hört sich jetzt komisch an, aber Weißwein wird ja tatsächlich im Durchschnitt
niedriger im Preis gehandelt.

00:15:45.480 --> 00:15:52.110
<v Tobias>Und ja, ich sage mal so, es wird jetzt schmerzhaft für die,
die die Flaschen zu Hause im Keller haben.

00:15:52.290 --> 00:15:59.910
<v Tobias>Das Preis-Genuss-Verhältnis kann in diesem Fall nicht vernünftig sein und es
kann auch nicht wirklich stimmen.

00:15:59.940 --> 00:16:04.080
<v Tobias>Also selbst, wenn ich jetzt sage, das ist der beste Wein oder der beste Weißwein
der Welt,

00:16:04.260 --> 00:16:10.710
<v Tobias>das ist trotzdem crazy, weil das ist halt eben ein Kultwein,
Das ist der totale Hype,

00:16:10.710 --> 00:16:20.160
<v Tobias>das ist Wahnsinn. Da kommt einfach zu wenig Menge auf zu viel Nachfrage von
enorm betuchten Weinverrückten.

00:16:21.690 --> 00:16:28.680
<v Tobias>So gut kann einfach kein Wein sein. Insbesondere,
wenn du jetzt wieder mit deinem 10-€-Wein-Vergleich kommst.

00:16:28.920 --> 00:16:32.370
<v Tobias>Besser als der ist er natürlich um ein Vielfaches.

00:16:32.460 --> 00:16:35.750
<v Michael>Ja, da war es ja auch schon fast im Einsteigersegment.

00:16:37.610 --> 00:16:38.450
<v Tobias>Ja, genau.

00:16:38.450 --> 00:16:40.910
<v Michael>Danke, dass es uns weniger schmerzhaft machen wolltest.

00:16:40.910 --> 00:16:49.370
<v Michael>Aber ich sag jetzt mal, diese Rechnung mit meinem 10-€-Vergleich,
die haben die Zuhörerinnen und Zuhörer ja lange schon selbst gemacht in dem

00:16:49.370 --> 00:16:59.030
<v Michael>Moment. Und natürlich ist dieser Burgunder nicht,
was ist das, 1.666 mal so gut wie das Große Gewächs

00:16:59.060 --> 00:17:02.000
<v Michael>Ihringer Vorderer Winklerberg von Dr. Heger.

00:17:02.030 --> 00:17:04.040
<v Michael>Um jetzt mal einen anderen Vergleich zu haben.

00:17:04.220 --> 00:17:09.350
<v Michael>Also das Beispiel Burgund und Romanée-Conti ist trotzdem hilfreich.

00:17:09.680 --> 00:17:16.190
<v Michael>Erklärt es doch, dass es am Ende bei den einschlägigen Weinlegenden mit deiner,
wie war das,

00:17:16.190 --> 00:17:19.970
<v Michael>kaufmännischen Wertschätzung allein eben nicht getan ist.

00:17:20.270 --> 00:17:24.560
<v Michael>Da kommen eben auch irrationale Faktoren ins Spiel.

00:17:24.590 --> 00:17:26.660
<v Michael>Was hast du gesagt? Kult, Hype, Wahnsinn?

00:17:27.050 --> 00:17:36.660
<v Michael>Na ja, das ist es, ne? Und abgesehen jetzt von der raren Verfügbarkeit und dann
gibt es noch diese Kritiker Punkte und dann werden Jahrhundertjahrgänge

00:17:36.660 --> 00:17:39.660
<v Michael>ausgerufen. Also das befeuert ja noch das Ganze.

00:17:40.200 --> 00:17:46.710
<v Michael>Das ist ganz klar nicht meine Welt, jetzt ganz persönlich gesprochen,
nicht meine Preisklasse vor allen Dingen,

00:17:46.710 --> 00:17:52.500
<v Michael>ne? Leider, sage ich auch, da ich solche Weine natürlich schon gern probieren
würde,

00:17:52.710 --> 00:17:59.820
<v Michael>aber da sträube ich mich jetzt nicht. Aber irgendwie,
wie sage ich das jetzt mal?

00:18:00.000 --> 00:18:05.940
<v Michael>Irgendwie bremst mich da auch meine Mittelschichtsprägung,
also da so ein bisschen aus.

00:18:05.970 --> 00:18:08.970
<v Michael>Also so viel Geld nur für einen Wein ausgeben?

00:18:09.000 --> 00:18:14.310
<v Michael>Also diese 7.000 € jetzt aus dem Beispiel für den Montrachet Grand Cru.

00:18:15.210 --> 00:18:18.330
<v Michael>Ja, aber ich möchte auch nicht heucheln.

00:18:18.360 --> 00:18:25.950
<v Michael>Ja, wenn ich morgen sechs Richtige im Lotto habe,
dann fällt meine Antwort vielleicht nicht ganz so entschlossen aus,

00:18:26.010 --> 00:18:26.250
<v Michael>ja.

00:18:27.660 --> 00:18:35.280
<v Tobias>Ja, ja, die sechs Richtigen, die klingen ja auch viel rationaler als der
Romanée-Conti-Preis.

00:18:35.790 --> 00:18:40.740
<v Tobias>Vor allem, wenn man weiß, dass du überhaupt nicht Lotto spielst. Und
Mittelschichtprägung,

00:18:40.770 --> 00:18:45.990
<v Tobias>na ja, weiß ich jetzt auch nicht. Du hast ja vorhin am Anfang davon gesprochen,
du wohnst in einer Privatstraße.

00:18:45.990 --> 00:18:51.450
<v Tobias>Das habe ich mir gemerkt. Also bist du mit deiner Mittelschichtprägung bei mir
schon raus.

00:18:51.690 --> 00:18:59.580
<v Tobias>Nein, aber Spaß beiseite, die Wirklichkeit sieht ja in mindestens 80 % der
weltweiten Weinregionen anders aus.

00:18:59.610 --> 00:19:08.550
<v Tobias>Die Preise fallen. Gleichzeitig steigen die Kosten für die Erzeugung,
während die Nachfrage nach Wein weltweit sinkt.

00:19:08.580 --> 00:19:12.720
<v Tobias>Das wissen wir jetzt ja auch schon seit einiger Zeit. Und das setzt natürlich,
sage ich mal,

00:19:12.720 --> 00:19:16.500
<v Tobias>die aller-, aller-, allermeisten Weingüter erheblich unter Druck.

00:19:16.680 --> 00:19:21.030
<v Tobias>Also wir haben jetzt beispielsweise auch schon gelesen,
für Deutschland kann man aktuell sagen,

00:19:21.030 --> 00:19:27.240
<v Tobias>dass sich mit Fasswein, also an den Großhandel verkaufte Weine von meist
kleineren Produzenten,

00:19:27.240 --> 00:19:29.490
<v Tobias>fast überhaupt kein Geld mehr verdienen lässt.

00:19:29.910 --> 00:19:35.580
<v Tobias>Also da liegen die Offerten der Abnehmer oft unter den realen Entstehungskosten.

00:19:35.610 --> 00:19:39.720
<v Tobias>Das macht Winzer dann arm. Also die verkaufen dann aus Verzweiflung trotzdem.

00:19:39.720 --> 00:19:42.210
<v Tobias>Ja, weil sonst hätten sie ja gar nichts.

00:19:42.210 --> 00:19:46.890
<v Tobias>Aber davon kann eben so ein Weinbauer einfach nicht mehr leben.

00:19:47.280 --> 00:19:50.160
<v Michael>Und ein Fass Wein, das ist eine gute Überleitung.

00:19:50.610 --> 00:19:54.270
<v Michael>Dieses Lagen-Ding haben wir ja jetzt auch wirklich totgeritten.

00:19:54.270 --> 00:20:03.990
<v Michael>Denn letztlich geht es ja darum, was die komplette Strecke vom Weinberg bis zur
Flasche im Laden oder im Onlineshop dann wirklich kostet.

00:20:04.020 --> 00:20:11.040
<v Michael>Und klar, da ist der wesentliche Faktor natürlich Arbeit mal Zeit plus dieses
Material,

00:20:11.040 --> 00:20:16.410
<v Michael>was man ja auch braucht, ne? Und darüber haben wir ja auch schon mal so eine
Serie gemacht.

00:20:16.410 --> 00:20:21.600
<v Michael>Könnt ihr alle gerne mal reinhören. Die Jahreszeiten im Weinberg,
wo wir dann mal aufgezeigt haben,

00:20:21.600 --> 00:20:26.100
<v Michael>was machen die Winzerinnen und Winzer dann eigentlich in der jeweiligen
Jahreszeit,

00:20:26.100 --> 00:20:32.140
<v Michael>sowohl im Weinberg als auch im Keller. Da ist man schon ein bisschen schlauer
und weiß,

00:20:32.140 --> 00:20:37.570
<v Michael>was das an Arbeit einfach bedeutet. Und da muss man sich eines vor Augen führen:

00:20:37.600 --> 00:20:40.360
<v Michael>Jeder Handgriff, der muss einfach bezahlt werden.

00:20:40.540 --> 00:20:48.092
<v Michael>Von Bodenbearbeitung bis Beschnitt des Blätterwerks,
von deiner grünen Lese bis zur Handlese ganz am Ende.

00:20:48.092 --> 00:20:52.240
<v Michael>Und von diesen ganzen Kniffen im Keller nicht zu sprechen.

00:20:52.270 --> 00:20:59.200
<v Michael>Ja, und eines ist aber klar: Ohne all das entsteht kein richtig guter Wein.

00:20:59.290 --> 00:21:04.810
<v Tobias>Ja, absolut. Und dein Verweis auf unsere Jahreszeiten-Folgen,
finde ich wirklich wichtig,

00:21:04.810 --> 00:21:10.030
<v Tobias>denn ich hatte früher auch immer so gedacht,
na ja, im Winter, da machen halt die ganzen Winzer Urlaub,

00:21:10.030 --> 00:21:10.720
<v Tobias>da ist ja nichts zu tun.

00:21:11.080 --> 00:21:11.800
<v Michael>Die fahren nach Südafrika.

00:21:11.830 --> 00:21:19.990
<v Tobias>Aber ja, genau, genau. Ne, ne, aber da ist halt im Keller auf jeden Fall auch
viel zu tun,

00:21:19.990 --> 00:21:24.580
<v Tobias>insbesondere eben bei den Winzern, die wirklich in Richtung hoher Qualität
peilen.

00:21:24.610 --> 00:21:31.540
<v Tobias>Und wenn du dann mal dich mit der Ausrüstung einer Kellerei etwas näher
beschäftigt,

00:21:31.690 --> 00:21:37.780
<v Tobias>dann ist ja auch klar, so eine Weinpresse,
so ein Edelstahltank, oder weißt du beispielsweise,

00:21:37.780 --> 00:21:39.370
<v Tobias>was so ein Holzfass kostet?

00:21:39.760 --> 00:21:40.030
<v Michael>Ja.

00:21:39.760 --> 00:21:45.910
<v Tobias>Also ja, das weißt du natürlich, weil das haben wir,
glaube ich, schon gemeinsam von einem Winzer erzählt bekommen.

00:21:46.210 --> 00:21:50.320
<v Tobias>Was war das? Irgendwie um die 1.000 €, so ein 225-Liter-Fass.

00:21:50.350 --> 00:21:57.370
<v Tobias>Also das ist nicht wirklich wenig. Insbesondere wenn du siehst,
wie viele Fässer die dann teilweise im Keller da rumstehen haben.

00:21:57.760 --> 00:21:58.450
<v Michael>Und wie oft die die benutzen.

00:21:58.480 --> 00:22:05.470
<v Tobias>Und ja, ja, richtig, genau. Und ja, ich glaube,
wir haben so Weinpressen schon irgendwie gesehen.

00:22:05.470 --> 00:22:10.090
<v Tobias>Da haben die uns erzählt, allein die hat irgendwie mehrere 100.000 € gekostet.

00:22:10.870 --> 00:22:15.790
<v Michael>Also du hast auf jeden Fall recht mit deinem,
ich sage jetzt mal, Weinequipment im großen Maßstab,

00:22:15.940 --> 00:22:21.370
<v Michael>mit der Ausrüstung. Da reden wir insgesamt über Investitionen in mehrfacher
Millionenhöhe.

00:22:21.400 --> 00:22:25.750
<v Michael>Ja, basta. Samt allen Gerätschaften und dem Gebäude selbst.

00:22:25.750 --> 00:22:28.780
<v Michael>Alles, was da fährt und bewegt wird und ich weiß nicht was.

00:22:29.890 --> 00:22:34.150
<v Michael>Aber ich bin mir jetzt auch nicht sicher,
ob wir diese Zahlen dann nennen dürfen,

00:22:34.150 --> 00:22:36.790
<v Michael>die wir gehört haben, wenn wir Weingüter besucht haben.

00:22:37.510 --> 00:22:41.170
<v Michael>Ich kann es jetzt einfach nur mal so mittelschichtsmäßig wieder so
zusammenfassen:

00:22:41.170 --> 00:22:50.830
<v Michael>Es dauert richtig, richtig lange, bis du dieses Geld wieder verdient hast,
bis es reinkommt und du davon dann auch langfristig gut leben kannst.

00:22:51.190 --> 00:22:57.430
<v Michael>Und ja, noch mal auf die Kniffe von eben,
da meinte ich eben so etwas wie eine besondere Vinifizierung.

00:22:57.460 --> 00:23:05.770
<v Michael>Also keine Ahnung, zum Beispiel so was wie die gelesenen Trauben vor dem
Vergären an der Luft einfach noch mal zu trocknen.

00:23:05.950 --> 00:23:07.870
<v Michael>Ja, also wie beim Amarone.

00:23:08.230 --> 00:23:13.180
<v Tobias>Ja, ja. Oder denkt man, das Risiko des Wetterverlaufs für einen Eiswein
einzugehen,

00:23:13.330 --> 00:23:19.450
<v Tobias>für den man, wenn es gut läuft, bei frostigen Temperaturen die Trauben per Hand
lesen darf,

00:23:19.450 --> 00:23:22.960
<v Tobias>mit absolut geringem Ertrag? Also das ist schon so.

00:23:22.990 --> 00:23:29.600
<v Michael>Oder überhaupt so einen Wein jahrelang im Holzfass oder auf der Flasche dann zu
reifen.

00:23:29.600 --> 00:23:34.580
<v Michael>Und das ist ja alles Zeit, in der man mit diesem Jahrgang kein Geld verdient.

00:23:34.760 --> 00:23:38.270
<v Michael>Also Stichwort gebundenes Kapital.

00:23:38.660 --> 00:23:44.210
<v Tobias>Ja oder das Risiko eines Spontangärungsbeginns,
also Stichwort Spontangärung.

00:23:44.570 --> 00:23:49.910
<v Tobias>Dieses Risiko einzugehen, dass das vielleicht nicht ganz durchgärt oder was auch
immer da passieren kann.

00:23:49.940 --> 00:23:52.790
<v Tobias>Das lässt sich dann nicht wirklich steuern.

00:23:52.940 --> 00:23:56.450
<v Tobias>Und alles das eben nur aus Gründen der Qualität.

00:23:56.720 --> 00:23:59.900
<v Michael>Du immer mit deinem Risiko. Also ich verstehe das gar nicht.

00:24:00.320 --> 00:24:01.250
<v Tobias>Ja, ist ja so.

00:24:01.280 --> 00:24:11.150
<v Michael>Ja, ich nehme einfach nur mal ein Beispiel wie das getrennte Ausbauen und
anschließende Vermählen verschiedener Weine und/oder Rebsorten zu

00:24:11.180 --> 00:24:11.840
<v Michael>einer Cuvée.

00:24:12.680 --> 00:24:17.690
<v Tobias>Ja, also ja, ich glaube, die Zuhörerinnen und Zuhörer haben langsam verstanden,
was wir meinen.

00:24:18.410 --> 00:24:24.800
<v Tobias>Ich erlaube mir jetzt nur zu ergänzen, dass es auch reine Materialkosten
natürlich beim Wein gibt,

00:24:25.010 --> 00:24:28.340
<v Tobias>die jetzt nicht direkt was mit der Weinherstellung zu tun haben.

00:24:28.730 --> 00:24:34.850
<v Tobias>Denk nur an die Flasche und den Verschluss,
gleich ob Korken oder Schraubverschluss,

00:24:34.880 --> 00:24:39.320
<v Tobias>Kapsel oder Etikett, das geht alles in den Preis mit ein.

00:24:39.320 --> 00:24:44.840
<v Tobias>Und da wird natürlich auch unterschiedlich Aufwand betrieben,
das muss man eben auch sagen.

00:24:45.170 --> 00:24:48.590
<v Tobias>Und da geht die Schere dann schon relativ weit auseinander.

00:24:48.620 --> 00:24:54.260
<v Michael>Ja, ich habe hier jetzt tatsächlich so eine Liste,
wo Preise für Korken und Flaschen und Schraubverschluss stehen.

00:24:54.260 --> 00:24:57.590
<v Michael>Aber das lassen wir jetzt mal, ich bremse jetzt mal diese...

00:24:58.250 --> 00:24:58.460
<v Tobias>Ja, bitte.

00:24:58.490 --> 00:25:02.420
<v Michael>...diese Diskussion aus. Das wird mir jetzt zu betriebswirtschaftlich.

00:25:03.140 --> 00:25:09.560
<v Michael>Und um das Ganze mal anekdotisch abzukürzen,
liefere ich dir anstatt dessen ein Zitat von Robert Parker,

00:25:10.040 --> 00:25:14.720
<v Michael>also dem weithin bekannten Weinkritiker und Weinadvokat.

00:25:14.720 --> 00:25:15.770
<v Michael>Und der sagt...

00:25:15.800 --> 00:25:16.100
<v Tobias>Ja.

00:25:16.130 --> 00:25:21.780
<v Michael>...keine Flasche Wein übersteigt Produktionskosten von 10 $.

00:25:23.010 --> 00:25:24.270
<v Michael>Na, ist das was?

00:25:24.750 --> 00:25:30.240
<v Tobias>Uiuiuiui. Ja, gut. Also das Zitat wird wahrscheinlich schon etwas älter sein.

00:25:30.270 --> 00:25:33.090
<v Tobias>Der gute Mann ist ja bereits im Ruhestand.

00:25:33.720 --> 00:25:39.000
<v Tobias>Aber so viel mehr wird es nicht sein. Also sicherlich nicht irgendwie das
Doppelte oder sowas.

00:25:39.030 --> 00:25:48.930
<v Tobias>Lass es mal 2, 3, 4, vielleicht auch 5 $ mehr sein,
aber rein betriebswirtschaftlich sieht es dann mit Sicherheit auch so aus.

00:25:49.050 --> 00:25:54.840
<v Tobias>Also der Mann kennt sich aus und hat in seinem Leben wahrscheinlich Tausende von
Weinen getrunken,

00:25:54.840 --> 00:26:01.650
<v Tobias>die man nicht unter 500 $ bekommt, aber eben dann nur 10 $ in der Erzeugung
gekostet haben.

00:26:01.650 --> 00:26:04.470
<v Tobias>Das muss ja für den fürchterlich frustrierend gewesen sein.

00:26:04.710 --> 00:26:05.190
<v Michael>Armer Mann, ja.

00:26:05.340 --> 00:26:11.250
<v Tobias>Aber ja gut, da brauchst du dann noch nicht mal einen Lottogewinn,
wenn du Robert Parker heißt.

00:26:12.390 --> 00:26:13.500
<v Tobias>Das wäre doch mal ein Ziel für dich.

00:26:14.310 --> 00:26:17.070
<v Michael>Gute Position hat der Mann, also ist schon super.

00:26:17.100 --> 00:26:22.560
<v Michael>Aber ja, bei mir ist das eben so nicht. Und die 100-Punkte-Weine müssen jetzt
alle mal warten.

00:26:23.790 --> 00:26:29.940
<v Michael>Nun redet jetzt Parker ja aber tatsächlich auch über die Produktionskosten und
nicht über die Preise im Handel.

00:26:29.940 --> 00:26:39.570
<v Michael>Das ist ja nochmal eine ganz andere Nummer. Aber klar ist erneut,
dass deine kaufmännische Wertschätzung nicht ausreicht,

00:26:39.570 --> 00:26:48.240
<v Michael>um dann Weinpreise zu erklären. Ja, das mag leider und immer drängender die
Perspektive von kleinen Weinerzeugern sein,

00:26:48.240 --> 00:26:51.810
<v Michael>die eben mit diesen Preisen irgendwie richtig hadern.

00:26:51.900 --> 00:26:56.190
<v Michael>Aber für die internationalen Spitzenweine gelten ganz andere Regeln.

00:26:56.430 --> 00:27:06.390
<v Michael>Also da werden aus viel Qualität und geringer Verfügbarkeit,
aus Kritikerpunkten und noch eine ordentliche Portion Marketing

00:27:06.390 --> 00:27:09.510
<v Michael>dazu, da werden dann einfach ganz andere Geschichten erzählt.

00:27:09.510 --> 00:27:17.805
<v Michael>Und denke jetzt nur an so Weine wie Sassicaia oder Mouton Rothschild oder Opus
One.

00:27:17.805 --> 00:27:23.940
<v Michael>Also ja, davon werden jeweils Hunderttausende Flaschen pro Jahr produziert.

00:27:24.390 --> 00:27:31.950
<v Michael>Rar sind die jetzt so richtig gesehen eigentlich nicht,
aber richtig gut sind die dann trotzdem,

00:27:31.950 --> 00:27:38.190
<v Michael>obwohl es so viele davon gibt. Aber das Entscheidende ist,
sie werden halt eben extrem gehypt.

00:27:38.280 --> 00:27:45.930
<v Michael>Ja, also da kannst du in jede Facebook-Sonstwas-Gruppe reingucken,
da werden sie einfach genannt und machen die Leute glücklich,

00:27:45.930 --> 00:27:53.760
<v Michael>die auf solche Namen dann eben stehen. Und ja,
ich sag jetzt mal, solange es diesen Hype gibt,

00:27:53.760 --> 00:28:03.450
<v Michael>solange gibt es auch leider einen Anteil an Etikettentrinkern unter uns,
der zu groß ist und die eben dann nicht auf die Qualität gucken,

00:28:03.750 --> 00:28:08.370
<v Michael>sondern eben halt diesen Status des Namens irgendwie mitnehmen wollen.

00:28:08.370 --> 00:28:10.980
<v Michael>Und das trägt auch zu diesen Preisen bei.

00:28:11.100 --> 00:28:11.670
<v Tobias>Ja, absolut.

00:28:11.700 --> 00:28:13.110
<v Michael>Das gehört dann quasi dazu.

00:28:13.140 --> 00:28:19.570
<v Tobias>Ja, das stimmt. Und ich sage mal, die gehen natürlich letztlich auch in Sachen
Qualität auf Nummer sicher.

00:28:19.840 --> 00:28:27.580
<v Tobias>Denn wie schon gerade gesagt, das Faszinierende ist ja,
dass diese Weine trotz der hohen Stückzahlen wirklich noch eine ausgezeichnete

00:28:27.580 --> 00:28:35.950
<v Tobias>Qualität haben. Aber ich sage mal, wenn man sich jetzt wirklich richtig
reinfuchst und nicht nur irgendwie den klangvollen Namen auch,

00:28:35.980 --> 00:28:41.680
<v Tobias>sage ich mal, im Freundes- und vielleicht auch im geschäftlichen Bereich
präsentieren möchte,

00:28:42.340 --> 00:28:47.800
<v Tobias>dann kann man natürlich schon auch so als Trüffelschwein nach kleineren
Produzenten gucken,

00:28:47.800 --> 00:28:55.270
<v Tobias>die dann zwar vielleicht auch teuer sind,
aber wo die Qualität dann zumindest noch höher ist als bei diesen weitläufig

00:28:55.270 --> 00:29:02.530
<v Tobias>bekannten großen Namen. Aber wir müssen auch mal jetzt wieder auf unsere
ursprüngliche Frage zurückkommen.

00:29:02.770 --> 00:29:08.350
<v Tobias>Also wie viel Geld muss ich denn jetzt konkret für einen guten Wein hinblättern?

00:29:08.380 --> 00:29:14.890
<v Tobias>Ich glaube, wir haben uns jetzt schon irgendwie darauf geeinigt. Es sind nicht
die 3 € aus dem Billigsegment im Discounter.

00:29:15.610 --> 00:29:20.590
<v Tobias>Es sind aber auch nicht unbedingt die 7.000 € für den Romanée-Conti,
zumindest nicht für jeden Tag.

00:29:20.860 --> 00:29:22.090
<v Michael>Für jeden Tag, uiuiui.

00:29:22.900 --> 00:29:26.710
<v Tobias>Es sind aber auch in der Entstehung, haben wir jetzt gelernt maximal 10.

00:29:27.070 --> 00:29:31.990
<v Tobias>Heute vielleicht, haben wir ja gesagt, irgendwie 12 $ bis 15 $ oder sowas,
die zu Buche schlagen.

00:29:32.560 --> 00:29:36.520
<v Tobias>Ich finde, dadurch haben wir das jetzt irgendwie schon ziemlich gut eingegrenzt.

00:29:36.700 --> 00:29:41.440
<v Tobias>Und du hast sogar eben noch so Preise genannt,
ich glaube am Beispiel Dr.

00:29:41.440 --> 00:29:43.960
<v Tobias>Heger, für Weine aus Erster und auch Großer Lage.

00:29:45.430 --> 00:29:50.050
<v Tobias>Und jetzt versuchen wir das vielleicht einfach mal anhand von uns beiden auch
konkret zu machen.

00:29:50.260 --> 00:29:56.860
<v Tobias>Wie viel Euro legst du denn für einen Wein hin,
ich sag mal, von dessen Güte du überzeugt bist?

00:29:56.860 --> 00:30:00.430
<v Tobias>Wenn man das so formulieren kann. Also jetzt mal Butter bei die Fische.

00:30:01.240 --> 00:30:03.280
<v Michael>Schwierig zu beantworten. Wahrscheinlich aber schwieriger mich jetzt...

00:30:03.550 --> 00:30:04.570
<v Tobias>Ah, das habe ich mir schon wieder gedacht.

00:30:04.600 --> 00:30:13.240
<v Michael>...mich hier zu outen, glaube ich, ist das Schwierigere. Nein,
also wenn man jetzt mal Michael so rein statistisch fasst als Weinkonsumenten,

00:30:14.230 --> 00:30:20.590
<v Michael>der auf jeden Fall, ich kann gegen die Quote nicht an,
aber ich tue, was ich kann für den Weinkonsum.

00:30:21.520 --> 00:30:22.480
<v Michael>Nee, okay, zurück zum Thema.

00:30:22.510 --> 00:30:23.020
<v Tobias>Vorbildlich.

00:30:23.050 --> 00:30:30.550
<v Michael>Also ich sage mal, der aktuell günstigste Wein,
den ich konsumiere aktuell ist ein spanischer Verdejo für...

00:30:30.550 --> 00:30:31.150
<v Tobias>Wer hätte es gedacht.

00:30:31.180 --> 00:30:33.640
<v Michael>5,99 €.

00:30:33.790 --> 00:30:34.900
<v Tobias>Ja, okay.

00:30:34.930 --> 00:30:42.970
<v Michael>So, das ist jetzt keine große Nummer, der Wein,
aber sauber gemacht und für mich so als alltäglicher Schlabberwein perfekt

00:30:43.000 --> 00:30:48.670
<v Michael>ausreichend. Ja, also für dieses Geld, Preis-Genuss-Relation stimmt dann wieder.

00:30:49.720 --> 00:30:52.930
<v Michael>Klar, jetzt kannst du sagen, das ist so ein Industriewein.

00:30:53.350 --> 00:30:56.440
<v Michael>Ja, ist er. Aber wie gesagt, sauber gemacht.

00:30:56.470 --> 00:31:05.440
<v Michael>Und wenn ich jetzt mal in der Kategorie 15+x Euro lande,
dann fühle ich mich persönlich bereits im

00:31:05.440 --> 00:31:10.930
<v Michael>Premiumsegment eigentlich angekommen. Also ich bin da von dem Parker jetzt gar
nicht so weit weg,

00:31:10.940 --> 00:31:15.500
<v Michael>aber dann denke ich schon okay, da muss jetzt schon richtig Qualität geliefert
werden.

00:31:15.530 --> 00:31:22.250
<v Michael>Und ja, Weine über 30 € - 30 € kann ich so sagen...

00:31:22.250 --> 00:31:27.680
<v Michael>Ja, 30 € stimmt - Weine über 30 €, die sind bei mir klar die Ausnahme.

00:31:27.680 --> 00:31:31.820
<v Michael>Gibt es regelmäßig, aber eben nicht oft.

00:31:31.850 --> 00:31:37.070
<v Michael>Also ich sag nur Mittelschichtsprägung,
ja.

00:31:37.340 --> 00:31:45.080
<v Tobias>Ja, ja, ja. Also ich sag mal so, Mittelschichtsprägung hin oder her,
ich darf ja jetzt hier auch nicht zu sehr den Weinsnob raushängen lassen.

00:31:45.620 --> 00:31:48.770
<v Tobias>Das Einstiegslevel sieht bei mir ähnlich aus.

00:31:48.950 --> 00:31:56.660
<v Tobias>Vielleicht ein bisschen höher. Also bei mir,
ich touchiere, sage ich mal, die 10-€-Grenze dann doch häufiger und gehe dann da

00:31:56.690 --> 00:32:01.880
<v Tobias>auch durchaus mal drüber. Also selbst bei Weinen sozusagen für jeden Tag.

00:32:01.910 --> 00:32:10.100
<v Tobias>Also anders als der mon cher. Aber dein Verdejo,
den kenne ich auch und so was trinke ich gelegentlich natürlich ebenfalls.

00:32:10.340 --> 00:32:15.530
<v Tobias>Vor allem, ich war ja mal im Rueda und da waren wir bei so einer Großkellerei
mit so Edelstahltanks,

00:32:15.530 --> 00:32:18.470
<v Tobias>die irgendwie höher sind als der Kölner Dom.

00:32:18.500 --> 00:32:22.410
<v Tobias>Ja, das sind alles sauber gemachte Weine.

00:32:22.410 --> 00:32:28.010
<v Tobias>Und der erzählte uns beispielsweise, die bekommen es hin,
eine Flasche Wein mit Etikett,

00:32:28.010 --> 00:32:33.380
<v Tobias>mit Glas, mit allem, mit Everything für einen Euro an die Großhändler zu
verkaufen.

00:32:33.800 --> 00:32:35.420
<v Michael>Ach, und ich zahle 5,99 €?

00:32:35.450 --> 00:32:41.360
<v Tobias>Ja, klar. Das ist aber auch noch mal ein wichtiger Punkt,
weil nicht nur der Weinerzeuger verdient ja in der Regel Geld,

00:32:41.390 --> 00:32:44.390
<v Tobias>es sei denn, er macht nur Ab-Hof-Verkauf oder so was.

00:32:44.420 --> 00:32:52.340
<v Tobias>Aber es geht natürlich auch um Margen. Und was denkst du,
warum jetzt Mouton Rothschild irgendwie so begehrt ist?

00:32:52.370 --> 00:32:58.520
<v Tobias>Ja, nicht nur nämlich bei den Weinfans,
sondern eben auch bei den ganzen Zwischenhändlern.

00:32:58.550 --> 00:33:02.420
<v Tobias>Und das ist ja auch gerade in Frankreich,
im Bordeaux sehr klar geregelt.

00:33:03.350 --> 00:33:11.550
<v Tobias>Ja, da freuen sich alle Beteiligten und das Weingut,
ich weiß es nicht genau, aber wahrscheinlich verdienen die in dieser ganzen

00:33:11.550 --> 00:33:15.570
<v Tobias>Kette noch nicht mal das meiste Geld. Aber gut.

00:33:16.650 --> 00:33:19.440
<v Tobias>Ja, noch mal zurück zu meinem eigenen Konsumverhalten.

00:33:20.340 --> 00:33:25.320
<v Tobias>Wie gesagt, ich liege da häufig so um die 10 €,
mal drunter, mal ein bisschen drüber.

00:33:25.320 --> 00:33:32.670
<v Tobias>Und dann gibt es natürlich schon auch Ausfransungen nach oben,
die ich mir dann ab und zu mal gönne.

00:33:32.670 --> 00:33:35.850
<v Tobias>Aber das ist genau so, wie du sagst, das sind eher Ausnahmen.

00:33:35.880 --> 00:33:41.010
<v Tobias>Zwar irgendwie regelmäßig, aber dann doch eben nicht irgendwie jeden Tag,
um Gottes Willen.

00:33:42.150 --> 00:33:48.630
<v Tobias>Ja, und dann muss ich vielleicht noch dazu sagen,
ich habe früher auch mal so ein bisschen strategischer Wein auch eingekauft in

00:33:48.630 --> 00:33:56.940
<v Tobias>etwas größerem Stil, weil ich mich dann irgendwie schlau gemacht habe,
welche Bordeauxweine beispielsweise sind jetzt irgendwie hoch bewertet worden.

00:33:56.940 --> 00:34:02.760
<v Tobias>Und ja, da war das sowohl Bordeaux, aber auch Châteauneuf,
was ich gekauft habe,

00:34:02.880 --> 00:34:08.010
<v Tobias>insbesondere aus den Jahrgängen 2004, 2005,
ist also schon ein bisschen her.

00:34:08.130 --> 00:34:14.430
<v Tobias>Teilweise auch Flaschen, wo irgendwie man bei 100 € oder sowas landete.

00:34:15.300 --> 00:34:16.710
<v Tobias>Die sind aber dann wirklich...

00:34:17.220 --> 00:34:17.580
<v Michael>Das ist schon keine Mittelschichtsprägung.

00:34:18.210 --> 00:34:25.860
<v Tobias>Ne, aber wie gesagt, das war dann sozusagen auch direkt irgendwie so
investorisch gedacht und auch in Hinblick auf Weiterverkauf.

00:34:25.950 --> 00:34:29.070
<v Tobias>Und die Rechnung ist auch wirklich aufgegangen.

00:34:29.250 --> 00:34:35.250
<v Tobias>Also gerade so Bordeaux 2005 weiß ich, dass dann in Folge einige Weine,
die ich gekauft hatte,

00:34:35.280 --> 00:34:38.130
<v Tobias>auch deutlich höher noch mal bewertet wurden.

00:34:38.250 --> 00:34:46.140
<v Tobias>Die werden ja dann so als Fassproben erst mal in so einer Punkterange bewertet,
und irgendwann steht dann irgendwie die finale Punktzahl fest.

00:34:46.140 --> 00:34:51.150
<v Tobias>Und ja, da hat es bei manchen dann irgendwie die perfekten 100 Punkte gegeben.

00:34:51.270 --> 00:34:54.450
<v Tobias>Ob jetzt von Suckling oder von Parker, weiß ich gar nicht mehr genau.

00:34:54.570 --> 00:34:57.660
<v Tobias>Und ja klar, dann explodieren auch die Preise.

00:34:57.660 --> 00:35:01.740
<v Tobias>Dann ist halt eben auch irgendwann geringe Verfügbarkeit das Thema.

00:35:01.860 --> 00:35:08.430
<v Tobias>Und so habe ich eben versucht, mir die Flaschen,
die ich eigentlich selber dann behalten und trinken wollte,

00:35:08.430 --> 00:35:14.040
<v Tobias>zu finanzieren. Also ich bin im Grunde genommen mit Null rausgegangen aus der
Nummer,

00:35:14.040 --> 00:35:17.070
<v Tobias>aber halt eben mit einem Plus in meinem Weinkeller.

00:35:17.250 --> 00:35:19.980
<v Tobias>Und davon partizipiere ich heute immer noch.

00:35:20.220 --> 00:35:21.870
<v Tobias>Und du manchmal ja auch, muss man ja auch mal dazusagen.

00:35:22.260 --> 00:35:27.960
<v Michael>Genau, wollte ich gerade sagen. Ein öffentliches Dankeschön an dieser Stelle.

00:35:27.990 --> 00:35:35.610
<v Michael>Ich bin ja manchmal dann auch dabei und die Idee ist ja toll,
aber ist auch eine tolle Geschichte.

00:35:35.610 --> 00:35:39.780
<v Michael>Ich möchte mich da auch nicht bremsen, aber ein wenig fehlt uns jetzt...

00:35:39.810 --> 00:35:40.350
<v Tobias>Ja, was denn jetzt?

00:35:39.810 --> 00:35:44.400
<v Michael>Ja, wir reden ja darüber: Was ist ein guter Wein wert?

00:35:44.670 --> 00:35:48.000
<v Michael>Wie viel Euro lege ich hin? Was ist ein Premiumwein?

00:35:48.030 --> 00:35:55.980
<v Michael>Und du hast uns jetzt halt eine schöne Geschichte erzählt,
aber so richtig hast du den Podcastzuhörerinnen und -zuhörer noch nicht

00:35:55.980 --> 00:36:02.160
<v Michael>verraten, was das denn jetzt nun ist. Also wir brauchen ja zumindest wie in der
Politik mal so eine Kompromissfolge.

00:36:02.190 --> 00:36:08.550
<v Michael>Pass auf, ich sag jetzt mal, das wäre jetzt mein Vorschlag,
du kannst das jetzt gerne beurteilen.

00:36:08.910 --> 00:36:17.940
<v Michael>Ab 10 €, spätestens ab 15 € im Handel pro Flasche reden wir über

00:36:17.940 --> 00:36:19.020
<v Michael>Premiumklasse?

00:36:19.620 --> 00:36:25.080
<v Tobias>Ja, finde ich nicht schlecht. Aber ich muss mich tatsächlich an dein Beispiel
von vorhin erinnern,

00:36:25.920 --> 00:36:32.400
<v Tobias>mit Dr. Heger und der Ersten Lage. Weil das ist für mich eigentlich,
sage ich mal,

00:36:32.430 --> 00:36:36.540
<v Tobias>der Einstieg in die Premiumklasse. Also wirklich VDP Erste Lage.

00:36:37.920 --> 00:36:46.230
<v Tobias>Dr. Heger, knapp unter 20 €. Ich weiß jetzt hier beispielsweise,
Juliusspital hat hat einen Silvaner Erste Lage,

00:36:46.230 --> 00:36:48.570
<v Tobias>der liegt, glaube ich, auch bei bei 18 €.

00:36:48.600 --> 00:36:56.280
<v Tobias>Das sind sozusagen so die preisgünstigen Beispiele von Weinen aus VDP Erste
Lage.

00:36:56.610 --> 00:37:01.170
<v Tobias>Und das finde ich eigentlich sehr sympathisch,
wenn man jetzt darüber nachdenkt,

00:37:01.170 --> 00:37:09.640
<v Tobias>wo ein Premiumsegment losgeht. Und vor allem auch,
sage ich mal, ja, warum sozusagen dieser Preis dann auch gerechtfertigt ist.

00:37:09.640 --> 00:37:12.509
<v Tobias>Über all diese Faktoren haben wir ja gerade schon gesprochen.

00:37:12.509 --> 00:37:18.370
<v Tobias>Und da macht das für mich irgendwie so insgesamt Sinn,
weil ich das dann auch so irgendwie handfest habe.

00:37:19.600 --> 00:37:22.192
<v Tobias>Aber natürlich, wir haben Durchschnittspreise usw.

00:37:22.192 --> 00:37:29.710
<v Tobias>insgesamt ja jetzt auch schon erwähnt. Diese Weine sind natürlich in der
deutschen Weincommunity eher die Ausnahme.

00:37:30.880 --> 00:37:35.020
<v Tobias>Das sind dann vielleicht eben genau diese Beispiele,
von denen wir gerade sprachen,

00:37:35.140 --> 00:37:41.650
<v Tobias>dass wir das schon regelmäßig uns durchaus mal ins Glas schütten,
aber halt eben auch nicht jeden Tag,

00:37:41.650 --> 00:37:47.890
<v Tobias>sondern dass man halt eben auch so eine Wertschätzung einfach behält,
dass das was Besonderes sein muss.

00:37:48.310 --> 00:37:56.890
<v Michael>Ja, ja. Und im Prinzip, wenn er die reine Statistik nimmt,
bin ich ja mit meinem Verdejo schon quasi Premium im Nicht-Premiumbereich,

00:37:56.920 --> 00:37:57.190
<v Michael>ja?

00:37:57.730 --> 00:37:59.560
<v Tobias>Ja, red du dir das nur schön, ja.

00:38:00.100 --> 00:38:05.650
<v Michael>Ja, nee. Aber ich meine, erinnere dich mal,
wir haben auch durchaus ganz andere Erfahrungen gemacht.

00:38:05.650 --> 00:38:08.830
<v Michael>Als wir unterwegs waren, haben wir Weine entdeckt.

00:38:08.830 --> 00:38:11.620
<v Michael>Ich erinnere mich da an einen wunderbaren Godello.

00:38:11.650 --> 00:38:17.830
<v Michael>Ich erinnere mich da an einen wunderbaren Mencía und auch an der südlichen Côtes
du Rhône haben wir Weine gefunden,

00:38:17.860 --> 00:38:25.578
<v Michael>die für ihr Geld, Cuvée Mireille sage ich jetzt nur als Stichwort,
die waren Bombe.

00:38:25.578 --> 00:38:31.180
<v Michael>Da hast du das nicht bekommen. Und das waren alles Weine,
die richtig gut waren und die dann hier,

00:38:31.360 --> 00:38:34.000
<v Michael>weiß ich nicht, unter 8 € gekostet haben.

00:38:34.120 --> 00:38:40.270
<v Tobias>Ja, absolut. Also das ist ja eigentlich das Grundprinzip des Weinlakai-Blogs
früher gewesen,

00:38:40.300 --> 00:38:44.140
<v Tobias>als ich noch regelmäßig Weinempfehlungen ausgesprochen habe. Darum ging es ja
immer,

00:38:44.170 --> 00:38:52.060
<v Tobias>irgendwie zu sagen, was ist das Beste? Im Englischen heißt es ja QPR -
Quality Price Ratio.

00:38:52.420 --> 00:38:59.480
<v Tobias>Das war ja mein Mantra über Jahre. Und das ist auch immer noch das,
was einem einfach ein gutes Gefühl gibt,

00:39:00.050 --> 00:39:05.510
<v Tobias>verhindert, dass man dann doch irgendwie so den sogenannten Kaufkater bekommt
und sich dann denkt,

00:39:05.510 --> 00:39:08.330
<v Tobias>oh Gott, warum habe ich mir davon direkt 12 Flaschen geholt?

00:39:09.110 --> 00:39:13.580
<v Tobias>Und ja, ich glaube, da sollte man oder da lohnt es sich auf jeden Fall wirklich,

00:39:13.610 --> 00:39:16.700
<v Tobias>ein bisschen sensibel zu sein und das im Blick zu behalten.

00:39:16.970 --> 00:39:20.150
<v Michael>Ja, aber andererseits müssen auch wir uns so ein bisschen hinterfragen.

00:39:20.450 --> 00:39:27.470
<v Michael>Also wer sind denn Michael und Tobias, um den Leuten zu sagen,
da fängt Premium an und da hört Premium auf und,

00:39:27.470 --> 00:39:31.040
<v Michael>ne? Also, und wie viel Geld wollt ihr investieren?

00:39:31.040 --> 00:39:33.860
<v Michael>Ihr habt das Gefühl, ihr habt einen richtig guten Wein gekauft.

00:39:34.190 --> 00:39:41.990
<v Michael>Ich habe eine Idee. Vielleicht fragen wir jetzt einfach mal unsere liebe
Kollegin Theresa aus der Social-Media-Abteilung von Weinfreunde,

00:39:42.020 --> 00:39:44.240
<v Michael>ob wir dazu nicht mal eine Umfrage machen können?

00:39:44.270 --> 00:39:47.240
<v Michael>Also mich würde das wirklich jetzt interessieren.

00:39:47.360 --> 00:39:55.850
<v Michael>Also ich sag mal, die Frage lautet, jetzt nur mal ins Blaue gesprochen:
Wie viel Euro zahlst du für einen guten Wein normalerweise?

00:39:56.570 --> 00:40:00.440
<v Michael>Ausnahmen gibt es ja, hast du gerade gesagt,
kenne ich auch von mir.

00:40:00.440 --> 00:40:06.920
<v Michael>Aber wirklich, die Kernfrage ist, normalerweise,
wie viel Geld gibst du aus und hast das Gefühl,

00:40:06.950 --> 00:40:08.720
<v Michael>du hast einen richtig guten Wein gekauft?

00:40:08.750 --> 00:40:11.570
<v Tobias>Ja, sehr gute Idee. Da reden wir mal mit ihr.

00:40:11.600 --> 00:40:18.200
<v Tobias>Also, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, haltet den Social-Media-Kanal von
weinfreunde.de im Blick,

00:40:18.200 --> 00:40:20.750
<v Tobias>damit ihr mitbekommt, falls da was kommt.

00:40:20.780 --> 00:40:27.590
<v Tobias>Aber ganz ehrlich gesagt, die Umfrage, die wir momentan in den Shownotes haben,
da gerne auch mal draufklicken.

00:40:27.740 --> 00:40:34.340
<v Tobias>Ich glaube, da wird es tatsächlich auch schon abgefragt,
wo da irgendwie so die Schmerzgrenze ist oder in welchem Bereich die Leute

00:40:34.340 --> 00:40:37.490
<v Tobias>einkaufen. Ich bin mir aber nicht ganz sicher.

00:40:37.610 --> 00:40:43.220
<v Tobias>Also ich glaube, da müssen jetzt alle Hörerinnen und Hörer einfach mal
reinklicken nach der Folge in diese Umfrage,

00:40:43.220 --> 00:40:45.560
<v Tobias>um zu schauen, ob das wirklich abgefragt wird.

00:40:45.590 --> 00:40:50.330
<v Tobias>Und wenn das so ist, natürlich bitte sowieso unbedingt mitmachen.

00:40:50.900 --> 00:40:56.900
<v Tobias>So. Ja, ich glaube, jetzt haben wir schon einiges zusammengetragen,
aber wie das ja so unsere Art ist,

00:40:57.320 --> 00:41:00.950
<v Tobias>tragen wir jetzt am Schluss der Folge noch mal alles zusammen,
oder?

00:41:00.980 --> 00:41:03.350
<v Tobias>Michael, was ist dein erster Merkpunkt?

00:41:03.950 --> 00:41:09.890
<v Michael>Okay, ich fange mal an mit: Die reinen Produktionskosten sagen nicht alles aus.

00:41:09.920 --> 00:41:15.410
<v Michael>Es gibt noch andere Faktoren, die beim Preis mitunter eine gewichtige Rolle
spielen.

00:41:15.680 --> 00:41:23.570
<v Tobias>Zum Beispiel eine Lage und ihre limitierte Verfügbarkeit,
aber auch besonders aufwendige Handgriffe bei Vinifizierung und Ausbau des

00:41:23.570 --> 00:41:24.020
<v Tobias>Weins.

00:41:24.290 --> 00:41:27.830
<v Michael>Doch es gibt auch eine irrationale Dynamik beim Preis.

00:41:27.860 --> 00:41:34.580
<v Michael>Hochklassige Weine aus kleinen Spitzenlagen von renommierten Weingütern und mit
vielen Kritikerpunkten -

00:41:34.580 --> 00:41:35.810
<v Michael>da geht was.

00:41:36.290 --> 00:41:39.620
<v Tobias>Nichts geht dagegen bei Weinen zu Schleuderpreisen.

00:41:39.650 --> 00:41:43.940
<v Tobias>Da hat man nichts Gutes zu erwarten. Und da gilt:
Finger weg!

00:41:43.970 --> 00:41:48.650
<v Michael>Wie viel Geld wir für einen Wein zahlen,
hängt auch vom Anlass ab.

00:41:48.680 --> 00:41:52.190
<v Michael>Geburtstag ist was anderes als Wein zum Abendbrot.

00:41:52.220 --> 00:41:57.990
<v Tobias>Aber vergesst nie, wie viel Arbeit, Handwerk und Wissen,
wie viel Zeit und Geld notwendig sind,

00:41:57.990 --> 00:41:59.670
<v Tobias>um einen guten Wein zu machen.

00:41:59.700 --> 00:42:08.340
<v Michael>Trinkt einfach mehr guten Wein, sage ich mal an dieser Stelle,
und wir müssen uns um die Zukunft unserer Winzerinnen und Winzer und unserer

00:42:08.340 --> 00:42:13.050
<v Michael>Weine keine Sorgen machen. Das wäre jetzt mal mein pragmatischer Vorschlag.

00:42:13.080 --> 00:42:18.630
<v Tobias>Sehr, sehr schön gesagt. Und ganz ehrlich,
Michael, uns beide muss man ja eigentlich auch nicht mehr überzeugen.

00:42:19.230 --> 00:42:22.020
<v Tobias>Und euch, werte Zuhörerinnen und Zuhörer?

00:42:22.110 --> 00:42:28.560
<v Tobias>Hm, na ja, also ich glaube, wir verlieren uns gerade ein wenig als Volkstribunen
des Weinkonsums.

00:42:28.800 --> 00:42:33.300
<v Tobias>Daher jetzt ganz nüchtern und mit viel Freude...

00:42:33.330 --> 00:42:39.360
<v Michael>...sehen Tobias und ich der nächsten Folge des Podcasts entgegen,
wenn es wieder heißt.

00:42:39.840 --> 00:42:40.920
<v Tobias>Bei Anruf.

00:42:42.570 --> 00:42:43.260
<v Michael>Wein.