WEBVTT

00:00:02.300 --> 00:00:07.280
<v Michael>Bei Anruf Wein. Der Weinfreunde-Podcast.

00:00:09.530 --> 00:00:12.680
<v Tobias>Ich grüße euch, liebe Weinfreunde. Mein Name ist Tobias.

00:00:12.710 --> 00:00:19.640
<v Tobias>Willkommen Bei Anruf Wein. Das deutsche Anbaugebiet Württemberg erhält noch viel
zu wenig Aufmerksamkeit,

00:00:19.640 --> 00:00:25.190
<v Tobias>finden Michael und ich. Um dies zu ändern,
haben wir Felix Ellwanger im schönen Winterbach besucht.

00:00:25.670 --> 00:00:29.660
<v Tobias>Er betreibt gemeinsam mit seinem Vater das vielleicht beste Weingut der Region.

00:00:29.690 --> 00:00:33.500
<v Tobias>Zudem ist er Vorsitzender des VDP-Regionalverbands Württemberg.

00:00:33.950 --> 00:00:39.110
<v Tobias>Wer könnte überzeugender eine Lanze für Trollinger,
Lemberger, aber auch Riesling brechen als er?

00:00:39.650 --> 00:00:42.170
<v Tobias>Komm unbedingt mit uns nach Württemberg.

00:00:42.200 --> 00:00:48.830
<v Tobias>Es lohnt sich! Und wusstest du schon, dass du noch mehr von Michael und mir auf
weinfreunde.de entdecken kannst?

00:00:49.040 --> 00:00:54.540
<v Tobias>Einfach einloggen und beim Bonusprogramm Weinfreunde plus unsere
Hörgenuss-Folgen anhören -

00:00:54.540 --> 00:00:57.590
<v Tobias>Weinempfehlungen von uns beiden inklusive.

00:00:57.980 --> 00:01:01.200
<v Tobias>Also bleibt mal dran. Wir fangen direkt an!

00:01:02.220 --> 00:01:03.360
<v Tobias>Felix, hi!

00:01:03.750 --> 00:01:04.110
<v Felix>Hi.

00:01:04.140 --> 00:01:05.550
<v Tobias>Freuen uns, hier zu sein.

00:01:05.760 --> 00:01:09.210
<v Felix>Ich freue mich auch, dass ihr hier seid,
an diesem nebligen Montag.

00:01:09.420 --> 00:01:12.510
<v Tobias>Ja, genau. Neblig ist es. Und winterlich ja außerdem.

00:01:12.540 --> 00:01:17.100
<v Tobias>Deswegen vielleicht direkt mal zum Einstieg die Frage:
Wie sieht es aus mit dem Eiswein?

00:01:17.130 --> 00:01:21.150
<v Tobias>Wir haben jetzt erst eine Podcastfolge über das Thema gemacht. Wie sind da die
Prognosen?

00:01:21.570 --> 00:01:24.960
<v Felix>Also bei uns ist, glaube, schon durch. also wir hatten aber nichts hängen.

00:01:24.990 --> 00:01:31.440
<v Felix>Also man muss sagen, man versucht ja immer Eiswein in Jahren zu machen,
wo später dran sind und das Lesegut,

00:01:31.470 --> 00:01:34.200
<v Felix>sag ich mal, noch noch gesund ist, genau.

00:01:34.410 --> 00:01:41.640
<v Felix>Und ich muss ehrlich sagen, also erstens mal war es ein kleiner Jahrgang und da
hat man jetzt nicht so viel Kapazität,

00:01:41.670 --> 00:01:46.260
<v Felix>um was hängen zu lassen. Deswegen haben wir gesagt nee,
lass mal lieber dieses Mal. Aber es hätte funktioniert.

00:01:46.590 --> 00:01:50.880
<v Tobias>Ja, okay, aber da sind wir wieder bei dem Thema Risiko,
und will man das wirklich?

00:01:50.910 --> 00:01:57.030
<v Tobias>Und funktioniert es wirklich? Dann muss man sich ja immer überlegen,
geht man das ein oder macht mit dem Wein etwas anderes?

00:01:57.030 --> 00:02:02.630
<v Felix>Ich bin mal ehrlich. Also im Grunde genommen ist es so,
wenn du einen großen Jahrgang hast und da ist der Keller eh schon voll und dann

00:02:02.630 --> 00:02:06.080
<v Felix>hast du noch irgendwo ein paar Reihen hängen,
dann kannst du sagen: lass hängen,

00:02:06.110 --> 00:02:08.150
<v Felix>probier mal aus. Aber dieses Jahr...

00:02:08.420 --> 00:02:08.810
<v Tobias>Ach, so läuft das?

00:02:08.420 --> 00:02:14.210
<v Felix>...Aber dieses Jahr mit Frost und mit der ganzen Krankheitsproblematik im
Sommer,

00:02:15.410 --> 00:02:17.750
<v Felix>schwierig. Lassen wir lieber mal.

00:02:17.780 --> 00:02:23.150
<v Michael>Verzichtet eventuell freiwillig auf Ertrag,
den man einfach braucht und dann überlegt man sich das?

00:02:23.450 --> 00:02:30.410
<v Felix>Ja, also man muss ja auch sagen, Eiswein ist für Württemberg,
also ich finde, dass Württemberg sehr,

00:02:30.410 --> 00:02:34.130
<v Felix>sehr geile Weine hat. Das Problem ist bloß,
es interessiert sich kein Mensch dafür.

00:02:34.220 --> 00:02:35.810
<v Felix>Also das ist die Wahrheit.

00:02:35.810 --> 00:02:36.260
<v Tobias>Mehr oder weniger, ne?

00:02:36.530 --> 00:02:42.320
<v Felix>Ja, also ich habe mal mit dem Rudi Knoll,
werde ich nie vergessen, hatten wir mal eine Weinprobe zum Rotweinpreis und da

00:02:42.320 --> 00:02:46.910
<v Felix>haben wir den Edelsüßen noch mitgebracht,
weil alle halt Rot hatten, haben wie Eiswein, und dann hat er damals gesagt,

00:02:47.630 --> 00:02:52.610
<v Felix>dieser Eiswein kommt aus Württemberg und kostet damals knapp 36 €.

00:02:52.820 --> 00:02:57.890
<v Felix>Wenn er von der Mosel kommen würde, würde er 1.000 € kosten. Ja,
und das ist schon so.

00:02:57.920 --> 00:03:04.610
<v Felix>Also ganz ehrlich, ich mache es gern, ich mag es auch sehr gern,
aber es ist für uns eher so,

00:03:04.610 --> 00:03:08.270
<v Felix>ja, Hobby möchte ich jetzt nicht sagen,
aber...

00:03:08.450 --> 00:03:09.170
<v Michael>Nische.

00:03:09.200 --> 00:03:11.660
<v Felix>...Nische, Nische in der Nische. Ja, genau.

00:03:12.140 --> 00:03:17.330
<v Tobias>So, jetzt müssen wir aber vielleicht erst mal sagen,
wir sind beim Weingut Ellwanger, oder genauer gesagt beim Weingut Jürgen

00:03:17.330 --> 00:03:20.570
<v Tobias>Ellwanger. Zu der Geschichte kommen wir später natürlich auch noch.

00:03:20.600 --> 00:03:26.060
<v Tobias>Aber wir müssen jetzt vielleicht den Zuhörerinnen und Zuhörern erst mal
erklären: Wo sind wir eigentlich? Also erzähl uns doch vielleicht ein bisschen

00:03:26.060 --> 00:03:35.150
<v Tobias>was zur Geografie von Württemberg, dem viertgrößten Anbaugebiet Deutschlands,
bevor wir dann vielleicht zu eurem speziellen Mikrokosmos kommen.

00:03:35.180 --> 00:03:41.441
<v Felix>Okay, also Württemberg, schon richtig gesagt,
viertgrößtes Anbaugebiet.

00:03:41.441 --> 00:03:45.560
<v Felix>Im Grunde genommen teilt sich Württemberg so ein bisschen in zwei große
Bereiche.

00:03:45.590 --> 00:03:53.000
<v Felix>Es gibt noch Teilbereiche wie unten am Bodensee,
aber eigentlich der größte Bereich ist wirklich eigentlich das Unterland.

00:03:53.060 --> 00:03:59.770
<v Felix>Das ist praktisch Heilbronn. Dann hast du diesen Bereich Hohenlohe,
dann ein bisschen Vaihingen Enz,

00:03:59.950 --> 00:04:04.990
<v Felix>also eher das, ich sag jetzt mal, Nördlichere,
und das ist etwas Südlichere ist eigentlich das Remstal, oder Östlichere auch.

00:04:05.290 --> 00:04:11.290
<v Felix>Und von den Verhältnissen her muss man sagen,
also Württemberg hat ja knapp 10.000 Hektar round about,

00:04:11.770 --> 00:04:17.980
<v Felix>davon sind 1.000 Remstal und Stuttgart,
und die restlichen 9.000 ist praktisch der obere Bereich.

00:04:18.850 --> 00:04:22.000
<v Felix>Also wir sind der deutlich kleinere Teil.

00:04:23.170 --> 00:04:27.850
<v Michael>Und zum Remstal, Entschuldigung, ich muss die Frage immer stellen,
die Rems ist der Fluss jetzt hier?

00:04:27.880 --> 00:04:31.960
<v Michael>Wir haben auch vorhin sehr eindrucksvoll das Tal gesehen,
voll mit Nebel.

00:04:33.340 --> 00:04:35.290
<v Michael>Ganz viel Nebel haben wir gesehen.

00:04:36.310 --> 00:04:37.600
<v Felix>Ja, da ist wirklich viel.

00:04:37.960 --> 00:04:40.210
<v Michael>Die Rems fließt in den Neckar, ne?

00:04:40.720 --> 00:04:41.020
<v Felix>Genau.

00:04:41.350 --> 00:04:43.393
<v Michael>Und was sind so die Besonderheiten dieses Tals?

00:04:43.393 --> 00:04:46.390
<v Michael>Ist es eng? Ist es weit. Was bedeutet das für den Wein?

00:04:46.720 --> 00:04:49.450
<v Felix>Also, das Schöne am Remstal ist, dass es eigentlich beides hat.

00:04:49.480 --> 00:04:52.030
<v Felix>Also es beginnt eigentlich bei Stuttgart.

00:04:52.410 --> 00:04:58.770
<v Felix>Dann mit Fellbach ist eigentlich der erste Teil zum Remstal,
wobei Fellbach ist immer dort,

00:04:58.770 --> 00:05:04.028
<v Felix>wo es gerade passt. Also manchmal sind sie lieber Stuttgarter,
manchmal sind sie lieber Remstäler. Das darf ich,

00:05:04.028 --> 00:05:07.920
<v Felix>aus Spaß darf ich es sagen. Und aufhören tut es eigentlich bei uns hier hinten.

00:05:08.130 --> 00:05:12.210
<v Felix>Also über meinen Vater ist mal geschrieben worden,
der letzte Wenger da vor Moskau.

00:05:15.270 --> 00:05:21.150
<v Felix>Ist so weit im Osten, ja. Also bei uns geht es dann auf die Ostalb hoch und das
Tal wird eigentlich breiter.

00:05:21.450 --> 00:05:26.190
<v Felix>Also vorne ist es eher enger, und habt da jetzt auch gerade gesehen,
also vorne hat sich der Nebel noch gestaut.

00:05:26.220 --> 00:05:31.260
<v Felix>Hier hinten ist er öfter. Also eigentlich sind wir aber der kühlere Teil. Also
ich sage immer,

00:05:31.740 --> 00:05:34.410
<v Felix>es ist manchmal von Vorteil, manche Jahre ist von Nachteil.

00:05:34.440 --> 00:05:40.230
<v Felix>Also kühle Jahre sind wir im Nachteil, in warme Jahre sind wir im Vorteil. Da
haben wir halt einfach mehr Säure. Das ist schon so.

00:05:40.590 --> 00:05:45.960
<v Michael>Und wie sieht die Tendenz aus? Mehr im Vorteil oder mehr im Nachteil in den
vergangenen zehn Jahren?

00:05:46.080 --> 00:05:49.170
<v Felix>Also ich finde es eher positiv. Früher hat man schon.

00:05:49.200 --> 00:05:53.460
<v Felix>Also man muss natürlich sagen, das Bild des Weines hat sich ja gewandelt.

00:05:53.490 --> 00:06:00.537
<v Felix>Also ich nehme mal das Beispiel gerne, 2003,
das war so der erste Jahrgang, den ich so mitgekriegt habe,

00:06:00.537 --> 00:06:05.138
<v Felix>also wo ich noch nicht lange im Business war oder sonst irgendwas,
aber den habe ich so im Kopf .

00:06:05.138 --> 00:06:06.960
<v Felix>Und das war so dieser superheiße Jahrgang.

00:06:07.560 --> 00:06:12.690
<v Felix>Und damals wusste man ja gar nicht, was man,
also viele wussten gar nicht, was sie machen.

00:06:12.690 --> 00:06:15.090
<v Felix>Das war der erste Jahrgang, wo du säuern durftest und so.

00:06:15.120 --> 00:06:19.350
<v Felix>Und mein ältester Bruder, der war damals,
der hat 1990 in Castello di Ama gelernt,

00:06:19.410 --> 00:06:24.930
<v Felix>und das war einer von den wenigen, der wusste,
wie man es säuert, weil der es halt aus Italien gekannt hat. Also,

00:06:24.930 --> 00:06:28.200
<v Felix>dass man nicht den Wein säuert, sondern eigentlich den Most.

00:06:28.710 --> 00:06:34.860
<v Felix>Und ich muss sagen, da haben wir wirklich grandiose Rotweine damals rausgebracht
und es war für uns echt ein geiler Jahrgang.

00:06:34.890 --> 00:06:39.240
<v Felix>Also viele sagen ja, 2003 kannst du nicht trinken,
sage ich immer noch Rot, Weltklasse.

00:06:39.270 --> 00:06:41.160
<v Felix>Also mit das Beste, was wir je gemacht haben.

00:06:41.490 --> 00:06:45.030
<v Felix>Aber man muss sagen, der Stil von damals,
den gibt es ja heute nicht mehr.

00:06:45.060 --> 00:06:49.050
<v Felix>Also ich weiß noch, mein Vater war damals stolz wie Harry,
der hatte einen Spätburgunder,

00:06:49.250 --> 00:06:51.650
<v Felix>muss man sich überlegen, 16 Volumprozent.

00:06:51.950 --> 00:06:52.580
<v Michael>Spätburgunder?

00:06:52.790 --> 00:06:53.390
<v Felix>Spätburgunder.

00:06:53.420 --> 00:06:53.870
<v Tobias>Spät-Spät.

00:06:53.420 --> 00:06:56.930
<v Felix>Und die Leute haben es uns aus der Hand gerissen.

00:06:57.050 --> 00:07:01.370
<v Felix>Wenn du das heute machst, wenn du das heute produzieren würdest,
würdest du gesteinigt werden. Also völlig unvorstellbar.

00:07:01.400 --> 00:07:02.150
<v Tobias>Da will man ja jetzt von weg.

00:07:02.540 --> 00:07:07.310
<v Felix>Genau. Also was ich sagen möchte, ist, im Grunde genommen ist die Säure ja von
Vorteil.

00:07:07.340 --> 00:07:15.170
<v Felix>Also ich freue mich eher über die kühleren Jahrgänge,
über die eleganteren Jahrgänge. Aber deswegen ist es ja immer auch eine Frage,

00:07:15.170 --> 00:07:19.250
<v Felix>was man haben möchte. Und was man erzeugen möchte,
es kommt natürlich auf die Rebsorte an.

00:07:19.790 --> 00:07:25.820
<v Tobias>Aber grundsätzlich kann man sagen, das Klima in Württemberg,
jetzt mal Norden und Süden mal zusammengefasst,

00:07:25.850 --> 00:07:33.350
<v Tobias>ist ja eher warm mit vielen Sonnenstunden,
was dann eigentlich ja schon in Richtung Rebsorten überleitet.

00:07:33.530 --> 00:07:37.220
<v Tobias>Mit ein Grund dafür wahrscheinlich, dass Württemberg Rotweinland ist,
oder?

00:07:38.120 --> 00:07:43.550
<v Felix>Jein. Also dieses Rotweinland, das unterschreibe ich nicht immer ganz,
weil die Hauptrebsorte ist halt doch Riesling.

00:07:44.180 --> 00:07:51.050
<v Felix>Also nicht Lemberger und schon gar nicht Trollinger,
sondern eigentlich ist bei uns Riesling die stärkste Rebsorte.

00:07:51.050 --> 00:07:54.890
<v Felix>Klar, es ist mehr Rot, Rot fächert sich deutlich mehr auf.

00:07:55.160 --> 00:08:01.370
<v Felix>Aber ja, ich weiß gar nicht. Ich glaube,
es war der Gert Aldinger, der das mal so schön gesagt hat.

00:08:01.910 --> 00:08:06.980
<v Felix>Wenn es zu heiß für Riesling hier ist, dann gehen wir halt auf die Nordseite.

00:08:07.610 --> 00:08:11.510
<v Felix>Also ihr seid ja Mühlen zugefahren, rechts ist bei uns Streuobst.

00:08:12.080 --> 00:08:17.810
<v Felix>Das waren früher auch mal Weinberge. Es ist vielleicht die Frage,
ob die Lagen,

00:08:17.810 --> 00:08:24.560
<v Felix>die früher die idealen Weine, Lagen für kühlere Weine waren,
ob sie es heute noch sind.

00:08:24.800 --> 00:08:25.070
<v Tobias>Ja, klar.

00:08:25.100 --> 00:08:29.810
<v Felix>Also das ist wieder eine andere Frage. Aber prinzipiell würde ich nicht
unterschreiben,

00:08:29.810 --> 00:08:33.080
<v Felix>dass es zu heiß für Weißwein ist. Also ganz und gar nicht.

00:08:33.110 --> 00:08:38.120
<v Felix>Also vor allem hier im hinteren Remstal,
da ist halt, ich sage mal, das Tal doch etwas breiter,

00:08:38.120 --> 00:08:42.980
<v Felix>etwas wilder. Also einfach viel mehr windzugiger.

00:08:43.010 --> 00:08:44.540
<v Felix>Das ist schon echt ein Unterschied.

00:08:44.570 --> 00:08:47.190
<v Michael>Und ganz unterschiedliche Mikroklimata,
ne?

00:08:47.370 --> 00:08:53.190
<v Felix>Genau. Also das ist so, man hat hier halt auch relativ wenig Monokultur,
muss ich sagen.

00:08:53.190 --> 00:08:56.880
<v Felix>Das finde ich auch schön, dass die Weinberge immer durch Streuobst unterbrochen
sind.

00:08:56.910 --> 00:09:02.400
<v Felix>Also wenn wir gerade im VDP die Nachhaltigkeitsdebatte,
und dann ging das halt so los über das Thema,

00:09:02.430 --> 00:09:05.370
<v Felix>ja, ob man nicht noch praktisch was anderes pflanzen kann.

00:09:05.670 --> 00:09:09.870
<v Felix>Und dann habe ich dem damals einfach mal ein Bild vom Winterbacher Hungerberg
gezeigt.

00:09:09.930 --> 00:09:15.960
<v Felix>Der war komplett geschockt, weil da halt einfach ringsherum Streuobst,
komplett alles in der Blüte gestanden ist.

00:09:15.990 --> 00:09:22.230
<v Felix>Also das sieht natürlich schön aus, aber was ich sagen will,
ist, du hast hier nicht diese ewigen Weinflächen,

00:09:22.260 --> 00:09:27.060
<v Felix>sag ich mal, sondern es ist schon unterbrochen und das liegt aber schon echt an
den Mikroklimas.

00:09:27.090 --> 00:09:31.950
<v Felix>Weil es halt dann auch, wenn dann halt was in den Nordhang übergeht,
dann steht da halt einfach kein Wein mehr.

00:09:32.160 --> 00:09:35.100
<v Michael>Ja, ein wichtiger Parameter ist ja noch Höhe.

00:09:35.310 --> 00:09:38.460
<v Michael>Also wie hoch geht es hier eigentlich vom Tal aufwärts?

00:09:38.550 --> 00:09:41.100
<v Felix>Ja, es sind eigentlich so ich sag mal von 300 bis 450.

00:09:41.130 --> 00:09:42.870
<v Felix>Also es ist schon recht ordentlich oben.

00:09:42.870 --> 00:09:45.190
<v Felix>Und das macht halt auch einen Riesenunterschied.

00:09:45.220 --> 00:09:51.182
<v Felix>Also man sieht es, also es gibt diesen klassischen Rebsortenaufbau,
Lemberger in den mittleren,

00:09:51.182 --> 00:09:54.010
<v Felix>heißen Lagen und oben drüber der Spätburgunder.

00:09:54.340 --> 00:09:59.950
<v Felix>Das sind bei uns halt zum Beispiel die Große-Gewächs-Lagen,
Linnenbrunnen und Berg einteilt,

00:09:59.980 --> 00:10:03.700
<v Felix>wo Spätburgunder und Lemberger wächst. Da ist halt,
im heißen Teil steht der Lemberger,

00:10:03.730 --> 00:10:08.320
<v Felix>der halt deutlich mehr Sonne braucht, und der Spätburgunder steht dann
eigentlich drüber,

00:10:08.320 --> 00:10:13.420
<v Felix>wo eigentlich eher das Gegenteil gewünscht ist,
wo man sehr früh holen muss.

00:10:14.530 --> 00:10:20.020
<v Tobias>Jetzt hast du eben gesagt, Riesling ist die meistangebaute Rebsorte in
Württemberg.

00:10:20.050 --> 00:10:27.490
<v Tobias>Ich glaube, das lässt sich ja auch auf euer Weingut übertragen,
was ja die Menge der produzierten Weine angeht.

00:10:27.700 --> 00:10:33.190
<v Tobias>Trotzdem habe ich aber jetzt gelesen, der Boden in Württemberg insgesamt ist
eigentlich ideal für Rotwein,

00:10:33.190 --> 00:10:36.685
<v Tobias>weil er ist geprägt von Muschelkalk, aber auch von Keuper.

00:10:36.685 --> 00:10:39.790
<v Tobias>Und ich glaube, das ist ja so ein etwas schwererer Boden.

00:10:39.820 --> 00:10:41.200
<v Tobias>Kannst du uns dazu ein bisschen was erzählen?

00:10:41.230 --> 00:10:49.980
<v Felix>Genau. Keuper ist eigentlich ein schwerer Boden. Also ein bisschen mehr
lehmhaltig, also nicht unbedingt fett, das ist er nicht, aber er speichert sehr

00:10:49.980 --> 00:10:55.380
<v Felix>viel Wasser, zum Beispiel. Also zum Beispiel jetzt gerade in der
Klimawandeldebatte sehr interessant,

00:10:55.440 --> 00:10:58.647
<v Felix>weil ich sage, unsere Böden, die speichern wirklich so viel Wasser.

00:10:58.647 --> 00:11:01.320
<v Felix>Wir haben relativ wenig Probleme mit Trockenstress.

00:11:01.680 --> 00:11:07.620
<v Felix>Also es gibt schon, so ist es nicht, aber es ist jetzt nicht so,
dass bei uns in den letzten Jahren massenweise die Reben gestorben sind,

00:11:07.620 --> 00:11:12.540
<v Felix>was du ja in andere Anbaugebiete schon hast. Ja,
und das ist einfach durch den Keuperboden,

00:11:12.570 --> 00:11:14.700
<v Felix>der einfach das Wasser halt auch speichern kann.

00:11:14.730 --> 00:11:19.920
<v Felix>Es ist halt kein Sandboden oder kein Schieferboden,
wo es im Grunde genommen einfach durchgeht,

00:11:20.160 --> 00:11:22.380
<v Felix>sondern er puffert schon sehr viel.

00:11:22.740 --> 00:11:27.000
<v Tobias>Aber Kalk spielt ja trotzdem eine Rolle und das bringt ja,
denke ich, wahrscheinlich so ein bisschen...

00:11:27.030 --> 00:11:31.599
<v Felix>...Mineralität mit rein. Das ist eigentlich so,
ich sage mal, im Bereich Riesling sind das eigentlich die spannenden Böden, die

00:11:31.599 --> 00:11:40.560
<v Felix>eigentlich so Gipskeuper oder Muschelkalk sind,
die dann doch ein gewisses Maß an Mineralität bringen.

00:11:40.600 --> 00:11:45.880
<v Felix>Jetzt, schon klar, die Frucht haben und dafür ist halt eigentlich der
Keuperboden,

00:11:45.910 --> 00:11:48.820
<v Felix>eigentlich Rotwein. Und ich sag mal, fruchtbetonte Weißweine.

00:11:49.000 --> 00:11:52.600
<v Felix>Das kriegst du aus Keuperböden raus. Aber er hat schon echt Vorteile.

00:11:52.630 --> 00:11:59.860
<v Felix>Er ist halt früher wahrscheinlich eher schwieriger gewesen,
aus dem Grund, weil er halt sehr schwer zu bearbeiten ist.

00:12:00.010 --> 00:12:03.670
<v Felix>Also das ist ja, also ich nehme jetzt mal das Beispiel Winterbach Hungerberg.

00:12:03.700 --> 00:12:09.160
<v Felix>Also Hungerberg heißt er ja nicht ohne Grund,
der heißt Hungerberg deswegen, weil das wirklich so ein karger Boden früher war

00:12:09.160 --> 00:12:15.730
<v Felix>und da wenig, ja, also die Leute hatten ja keinen Traktor,
sondern die mussten das ja alles von Hand bearbeiten.

00:12:15.760 --> 00:12:20.410
<v Felix>Es war halt echt Knochenarbeit. Also wir haben da oben noch ein kleines
Wochenendhäusle.

00:12:20.680 --> 00:12:24.310
<v Felix>Wenn du da versuchst, was Normales zu pflanzen,
das ist wie Beton.

00:12:24.730 --> 00:12:27.640
<v Felix>Also, das ist so hart, der Boden, wenn der trocken ist.

00:12:27.670 --> 00:12:32.225
<v Felix>Das ist halt richtig, richtig knallhart.

00:12:32.225 --> 00:12:39.200
<v Felix>Ja, das war halt für die Leute früher, wenn die das pflügen mussten oder wie die
das gemacht haben, deswegen hieß es dann Hungerberg. Aber im Grunde muss man ja

00:12:39.230 --> 00:12:39.800
<v Felix>sagen...

00:12:39.800 --> 00:12:40.730
<v Michael>...Das ist gut für Wein eigentlich.

00:12:40.790 --> 00:12:44.210
<v Felix>Genau. Bei Wein geht es ja nicht darum,
du möchtest ja keinen Ackerboden.

00:12:44.450 --> 00:12:46.520
<v Felix>Du möchtest nicht viel, sondern du möchtest wenig und gut.

00:12:46.790 --> 00:12:50.450
<v Tobias>Und das ist der Beweis dafür. Wenn nichts mehr geht,
Wein geht immer noch.

00:12:50.480 --> 00:12:57.783
<v Felix>Genau. Und das ist ja das, was man immer manchmal auch sagen muss in dieser
ganzen Bodendebatte.

00:12:57.783 --> 00:13:02.630
<v Felix>Ja, also das, was die vor 200 Jahren wollten oder vor 100 Jahren,
selbst in Württemberg würde ich sagen,

00:13:02.660 --> 00:13:06.470
<v Felix>vor 50 Jahren war das Ziel ja ein ganz anderes.

00:13:06.500 --> 00:13:10.700
<v Felix>Also zu meinem Vater seiner Zeit war das Idealbild eines Weinbergs in
Württemberg eine blaue Wand.

00:13:11.360 --> 00:13:17.000
<v Felix>Das hieß, so viele Trauben wie möglich. So,
das war in den meisten Anbaugebiete so.

00:13:17.420 --> 00:13:24.140
<v Felix>Heute hat sich natürlich der Markt wo ganz anders hinentwickelt. Also wir
möchten ja eigentlich gute Weine oder große Weine erzeugen und nicht viel Wein.

00:13:25.040 --> 00:13:31.670
<v Felix>Und das ist eigentlich, ich sage mal, das,
wo man einfach sagen muss, dadurch hat sich einfach der Charakter des Weinbergs

00:13:31.670 --> 00:13:32.360
<v Felix>an sich geändert.

00:13:33.230 --> 00:13:35.960
<v Michael>Das sagt jetzt jemand, der im VDP Mitglied ist.

00:13:35.990 --> 00:13:40.200
<v Michael>Da gibt es ja dann auch für bestimmte Lagen einfach auch eine Begrenzung des
Ertrags.

00:13:40.350 --> 00:13:42.060
<v Michael>Die reduzieren das ja automatisch.

00:13:42.210 --> 00:13:46.830
<v Felix>Ja noch weit, weit tiefer. Also man muss sagen,
ich nehme jetzt das Beispiel Württemberg,

00:13:46.860 --> 00:13:52.950
<v Felix>da hast du, also wir reden ja immer von Hektar-Höchstertrag,
also als Winzer rechnest du pro Ar.

00:13:53.340 --> 00:13:56.040
<v Felix>Liter pro Ar, also 10 auf 10 Meter so und so viel.

00:13:56.400 --> 00:13:59.430
<v Felix>Du darfst maximal in der Steillage 130 Liter haben.

00:14:01.020 --> 00:14:07.620
<v Felix>In der normalen, glaub ich, 100. Wir haben einen Betriebsdurchschnitt von 70 und
bei einem Großen Gewächs sind wir eher bei 30.

00:14:08.310 --> 00:14:11.935
<v Felix>So, und das ist eigentlich jetzt auch das,
wo ich sage, mich fragen immer viele Leute:

00:14:11.935 --> 00:14:14.490
<v Felix>Warum ist der Wein jetzt so viel teurer als der andere?

00:14:15.150 --> 00:14:16.920
<v Felix>Liegt es am Boden? Liegt es an der Lage?

00:14:16.980 --> 00:14:19.680
<v Felix>Na klar liegt es daran . Oder liegt es am Holzfass?

00:14:20.550 --> 00:14:27.300
<v Felix>Und eigentlich musst du sagen, im Grunde genommen,
der erste große Schritt, und der am meisten uns Winzer Geld kostet,

00:14:27.330 --> 00:14:31.860
<v Felix>also als unser Invest in den Wein, ist die Ertragsregulierung.

00:14:31.890 --> 00:14:37.120
<v Felix>Also wenn ich jetzt zum Beispiel, ich habe jetzt bei uns einen Winterbacher
Riesling unser Guts-,

00:14:37.360 --> 00:14:42.040
<v Felix>unser Basis-Riesling, da habe ich vielleicht 75 Liter.

00:14:43.000 --> 00:14:45.250
<v Felix>So, das Große Gewächs, das hat 30 Liter.

00:14:45.820 --> 00:14:48.640
<v Felix>Also der eine kostet 9,90, der andere kostet 32.

00:14:48.670 --> 00:14:53.560
<v Felix>So, jetzt laufe ich da im Sommer durch und schneide die Hälfte aller Trauben auf
den Boden,

00:14:54.610 --> 00:15:00.100
<v Felix>wenn die noch erbsengroß sind. Das heißt,
der ist schon mal von Haus aus, nur vom Ertrag her habe ich genau doppelt so

00:15:00.100 --> 00:15:06.280
<v Felix>viel Aufwand, weil ich einfach so wenig Ertrag habe. Jetzt kommt aber dazu,
die Trauben fallen ja nicht von alleine weg,

00:15:06.430 --> 00:15:10.030
<v Felix>sondern du läufst ja eigentlich durch und nimmst jede Traube nochmal in die
Hand.

00:15:10.210 --> 00:15:18.490
<v Felix>Beziehungsweise teilweise jetzt bei Spätburgunder zum Beispiel halbierst du jede
einzelne Traube. Und natürlich stellst du diesen Weinberg ja von vornherein so

00:15:18.490 --> 00:15:28.090
<v Felix>ein. Also ich habe immer dieses Beispiel,
wenn man - ja, also da muss ich vielleicht anders anfangen,

00:15:28.090 --> 00:15:31.900
<v Felix>aber das Remstal ist ja jetzt schon, hier gibt es sehr viele reiche Menschen.

00:15:31.960 --> 00:15:34.290
<v Felix>So, reiche Menschen kommen ja auf die Idee,
sie hätten gern Weinberge.

00:15:34.770 --> 00:15:35.700
<v Tobias>Kommen alle aus Stuttgart.

00:15:35.880 --> 00:15:40.890
<v Felix>Ja, genau als Beispiel. Es gehört halt dazu. Und jetzt kauft jemand den Weinberg
und dann sagt er zu einem guten Winzer,

00:15:40.920 --> 00:15:43.860
<v Felix>den er gern hätte für seinen Weinberg: Kannst du das für mich machen?

00:15:44.310 --> 00:15:49.410
<v Felix>Also der nimmt das natürlich. Dann musst du dem aber erst mal klarmachen:
Hey, können wir machen,

00:15:49.410 --> 00:15:56.550
<v Felix>aber dieser Weinberg, den du gekauft hast,
der ist jetzt 30 oder 50 Jahre lang auf eine ganz andere Art bewirtschaftet

00:15:56.550 --> 00:16:02.430
<v Felix>worden. Also das ist, wie wenn du ein Pferd hast,
das, - bei Pferde geht es gar nicht,

00:16:02.430 --> 00:16:06.495
<v Felix>aber rein theoretisch ein Pferd - das war 20 Jahre Ackergaul und soll jetzt
Rennen laufen.

00:16:06.495 --> 00:16:10.290
<v Felix>So, das fängt schon damit an, dass du Düngung umstellen muss.

00:16:10.650 --> 00:16:15.420
<v Felix>Weil wenn du den Weinberg jetzt so, das braucht allein mal 4 Jahre,
dass die Düngung stimmt,

00:16:15.420 --> 00:16:20.730
<v Felix>weil wenn das jetzt noch auf 100 Kilo ausgelegt ist,
dann hast du viel zu massige Trauben,

00:16:20.730 --> 00:16:23.250
<v Felix>egal ob du die ausdünnst. Das sind einfach so Sachen.

00:16:24.990 --> 00:16:28.680
<v Felix>Im Grunde genommen fängt es vom ersten Tag an damit an,
wie du den Weinberg einstellst.

00:16:29.250 --> 00:16:31.500
<v Michael>Der Rebschnitt lief ja auch anders all die Jahre.

00:16:31.710 --> 00:16:35.590
<v Felix>Genau. Du schneidest weniger Augen an, du hast weniger Ertrag,
die Düngung muss stimmen,

00:16:35.590 --> 00:16:41.590
<v Felix>die Begrünung muss stimmen. Und so weiter. Es ist einfach was völlig anderes.
Und das ist, ja,

00:16:41.620 --> 00:16:45.640
<v Felix>das gehört alles dazu, um einen großen Wein zu erzeugen.

00:16:45.640 --> 00:16:51.250
<v Felix>Aber diese Ertragsreduzierung ist mal der erste fundamentale Schritt in allem,
was du tust.

00:16:51.520 --> 00:16:53.830
<v Michael>Also Entschuldigung, da muss ich kurz einschreiten.

00:16:54.040 --> 00:17:01.390
<v Michael>Das hört sich jetzt so schlecht an mit der Ertragsreduzierung. Klar tut euch das
weh, aber ohne dies gäbe es ja diese tollen Weine dann eben nicht.

00:17:01.510 --> 00:17:07.480
<v Michael>Also die Rebe kann sich halt eben auf weniger Trauben konzentrieren und den mehr
im Verhältnis zu anderen mitgeben.

00:17:07.510 --> 00:17:11.620
<v Felix>Genau, weil die Rebe sagt ja nicht, die Rebe sagt ja nicht:
Wow, lieber Winzer,

00:17:11.620 --> 00:17:17.170
<v Felix>ich möchte gern tollen Wein produzieren. Sondern die Rebe denkt eigentlich:
Hey, lieber Vogel, hol dir bitte meine Beeren,

00:17:17.200 --> 00:17:20.290
<v Felix>friss die, schmeiß meinen Samen irgendwohin und vermehre mich.

00:17:20.320 --> 00:17:22.630
<v Felix>Ja, das ist eigentlich das, was die Rebe will. Die Rebe...

00:17:23.680 --> 00:17:23.920
<v Michael>Zilpzalp.

00:17:24.610 --> 00:17:25.420
<v Tobias>Genau, der Zilpzalp.

00:17:25.450 --> 00:17:32.090
<v Felix>Ja, das ist das Ziel von der Rebe. Die sagt eigentlich,
okay, je mehr Samen, desto mehr kann ein Vogel verbreiten.

00:17:32.120 --> 00:17:37.160
<v Felix>Und wenn sie weniger Beeren hat, dann versucht sie eben,
die Beeren attraktiver zu machen für den Vogel.

00:17:37.310 --> 00:17:41.000
<v Felix>Das ist ja eigentlich das, was die Rebe,
wenn sie ein Gehirn hätte, würde sie s o denken,

00:17:41.000 --> 00:17:45.530
<v Felix>ja. Und wir nutzen das natürlich und reduzieren den Ertrag.

00:17:45.560 --> 00:17:49.760
<v Felix>Das heißt, du kannst jetzt nicht mit 5 Liter fahren,
weil das wird die Rebe auch nicht machen.

00:17:49.760 --> 00:17:52.340
<v Felix>Also dann wird sie nicht die Beeren 20-mal so gut machen.

00:17:52.520 --> 00:17:55.820
<v Felix>Aber das ist schon ein riesengroßer Schritt einfach.

00:17:56.450 --> 00:18:01.430
<v Tobias>Aber das ist natürlich jetzt auch, sage ich mal,
so eine Aussage von einem VDP-Weingut,

00:18:01.430 --> 00:18:05.690
<v Tobias>in dann auch dem, sage ich mal, kleineren Remstal,
dem exklusiveren Remstal.

00:18:05.900 --> 00:18:13.100
<v Tobias>Wenn wir uns jetzt die aktuelle Realität im Anbaugebiet Württemberg anschauen,
dann sprechen wir von 70 Genossenschaften,

00:18:13.100 --> 00:18:19.790
<v Tobias>die 3/4 der Gesamtrebfläche bewirtschaften,
und das bei einem durchschnittlichen Ertrag -

00:18:19.820 --> 00:18:24.740
<v Tobias>ich habe das natürlich alles nur auswendig gelernt -
von 88 Hektoliter pro Hektar.

00:18:25.010 --> 00:18:32.820
<v Tobias>Plus, um das noch in der Aufzählung zu ergänzen,
dass es hier mehr liebliche Weine gibt als trockene Weine.

00:18:33.600 --> 00:18:38.700
<v Tobias>Wie sehr beschäftigt dich, was so um dich herum eigentlich in diesem Anbaugebiet
passiert?

00:18:38.880 --> 00:18:43.260
<v Felix>Also, ich muss jetzt erst mal eine Lanze für die Genossenschaft brechen.

00:18:43.260 --> 00:18:48.000
<v Felix>Das wissen nämlich die Allerwenigsten. Also mein Urgroßvater,
der hat mal die Remstal Kellerei gegründet.

00:18:48.720 --> 00:18:56.370
<v Felix>Ist sehr, sehr lange her, und wir sind eigentlich,
also lassen wir mal den ganzen Standesdünkel weg und denken mal einfach mal 200

00:18:56.370 --> 00:19:00.900
<v Felix>Jahre zurück. Es gab ja eigentlich in dem Sinne keine Weingüter,
und nicht bloß in Württemberg,

00:19:00.900 --> 00:19:05.580
<v Felix>sondern eigentlich allgemein alles andere. Es gab die Adligen,
die waren schon immer irgendwie selbstständig und haben halt ihre Weingüter

00:19:05.580 --> 00:19:11.160
<v Felix>gehabt. Deswegen halt auch VDP. Aber im Grunde genommen haben die Weingüter ja
zumindest hier,

00:19:11.190 --> 00:19:15.900
<v Felix>kann man sagen, so alles so nach dem Krieg eigentlich erst richtig,
sind die erst groß geworden.

00:19:16.020 --> 00:19:21.210
<v Felix>Ja, und die Genossenschaften an sich waren ja keine schlechte Geschichte.

00:19:21.660 --> 00:19:22.410
<v Tobias>Ja, waren wichtig ja.

00:19:22.560 --> 00:19:28.510
<v Felix>Wichtig vor allem. Also um das mal ganz kurz zusammenzufassen,
also Remstal früher mal 3.000 Hektar,

00:19:28.540 --> 00:19:33.070
<v Felix>dann 1.000 Hektar. Kommt einfach daher,
dass wir hier die Industrialisierung, klar,

00:19:33.550 --> 00:19:38.920
<v Felix>Bosch, Daimler, die sind alle groß geworden. Gleichzeitig hatten wir die
Reblaus. Auf einmal hat es keine Weinberge mehr gegeben, weil die alle kaputt

00:19:38.950 --> 00:19:42.835
<v Felix>waren. Das kann sich ja heute gar keiner mehr vorstellen,
dass auf einmal - es gab ja,

00:19:42.835 --> 00:19:45.730
<v Felix>2/3 aller Weinberge in Europa waren ja kaputt.

00:19:46.570 --> 00:19:53.080
<v Felix>Das war ja eine Mammutaufgabe, die die Orte bewältigen mussten. Ohne die
Genossenschaften hätten die das gar nicht hinkriegt, so das wieder bepflanzen

00:19:53.080 --> 00:19:59.770
<v Felix>und so weiter. Und da ist halt dann das andere dazukommen,
früher hat ja jeder Winzer sein Fässle gehabt und das hat er an seinen,

00:19:59.800 --> 00:20:06.670
<v Felix>in Anführungszeichen, Weinherrn, so hat man das hier genannt. Das war meistens
eine Gaststätte. Bei uns war das irgendwas irgendwo Richtung Alb hoch.

00:20:06.700 --> 00:20:10.960
<v Felix>Also mein Opa wusste das noch, die haben dann einmal im Jahr das Fass abgeholt
und das war's.

00:20:10.990 --> 00:20:15.070
<v Felix>So kann man sich natürlich vorstellen, wie sehr man von diesem einen Kunden
abhängig war.

00:20:15.460 --> 00:20:16.090
<v Tobias>Ja, allerdings.

00:20:16.240 --> 00:20:21.850
<v Felix>Und da kamen eben die Genossenschaften ins Spiel,
die gesagt haben, wir schließen uns jetzt zusammen. Das erleichtert die

00:20:21.850 --> 00:20:27.320
<v Felix>Bewirtschaftung, die Kelter und alles. Und es gibt dann einfach andere,
ich sag mal,

00:20:27.350 --> 00:20:32.600
<v Felix>andere Möglichkeiten. Und das hat jahrzehntelang verdammt gut funktioniert.

00:20:32.930 --> 00:20:38.660
<v Felix>Also das muss man auch mal einfach so sagen. Also in Stuttgart sind früher die
Genossenschaftswinzer erstklassig gefahren. Das hat niemand in irgendeinem

00:20:38.660 --> 00:20:43.970
<v Felix>anderen Anbaugebiet gehabt. Also das war eine Lizenz zum Gelddrucken,
ja.

00:20:44.390 --> 00:20:49.880
<v Felix>Das Problem ist einfach, oder was heißt das Problem,
das ist einfach der natürliche Lauf der Dinge meiner Ansicht nach, dass sich der

00:20:49.880 --> 00:20:52.910
<v Felix>Markt verändert. Und der Anspruch an Wein hat sich verändert.

00:20:52.940 --> 00:20:55.940
<v Felix>Früher war Wein Lebensmittel, heute ist es Genussmittel.

00:20:56.120 --> 00:21:02.630
<v Felix>Zumindest in unserem Segment. Und da muss man ganz klar sagen,
da sind viele, nicht alle,

00:21:02.630 --> 00:21:06.800
<v Felix>aber viele Genossenschaften haben diesen Strukturwandel einfach nicht
mitgemacht.

00:21:07.160 --> 00:21:12.260
<v Felix>Oder zu langsam, weil sie einfach gesagt haben,
uns geht's so gut, wir müssen nichts ändern. Ja, und das ist etwas, das hat man

00:21:12.260 --> 00:21:16.850
<v Felix>in allen Weinanbaugebieten, die es gibt,
überall durchlebt.

00:21:17.960 --> 00:21:23.180
<v Felix>Alles andere, das hat, das war in der Pfalz so,
das war in Rheinhessen so, das war an der Nahe so,

00:21:23.210 --> 00:21:25.410
<v Felix>das war Österreich, das beste Beispiel.

00:21:25.590 --> 00:21:29.700
<v Michael>Da kann man auch nach Südtirol gehen oder an die Rhône gehen oder ins Languedoc
gehen, da ist es genauso.

00:21:29.880 --> 00:21:34.170
<v Felix>Und ich glaube einfach, uns ist es in vielen Bereichen zu lange zu gut gegangen.

00:21:34.860 --> 00:21:37.650
<v Felix>Also zumindest in der breiten Weinmasse.

00:21:37.680 --> 00:21:42.390
<v Felix>Und bei uns war ja im Grunde genommen mein Großvater,
der ist Winzer geworden deswegen,

00:21:42.420 --> 00:21:47.640
<v Felix>oder der hat ein Weingut angefangen in dem Sinn 1949,
weil es halt keine Gelder gab.

00:21:47.670 --> 00:21:54.300
<v Felix>Also er konnte gar nicht anders. Und mein Vater hat halt Gott sei Dank relativ
schnell erkannt, ja okay, mit Menge kann ich eh nicht mithalten. Ich kann

00:21:54.330 --> 00:21:57.720
<v Felix>einfach nur versuchen, besseren Wein zu machen. Und so war das bei uns.

00:21:57.750 --> 00:22:05.130
<v Felix>Dadurch sind wir dann irgendwann mal 1994 in VDP gekommen,
oder 1993, Also wir waren dann mit eigentlich mit Aldinger zusammen,

00:22:05.130 --> 00:22:10.110
<v Felix>der erste nicht-adelige Betrieb, der in VDP gekommen ist,
also in Württemberg, das war ja früher ein adliger Club.

00:22:10.140 --> 00:22:12.390
<v Felix>Ja, und so hat das mal angefangen.

00:22:12.660 --> 00:22:18.630
<v Michael>Okay, jetzt hast du gerade von deinem Vater berichtet,
von deinem Opa, von deinem Großvater hast du berichtet.

00:22:18.840 --> 00:22:24.880
<v Michael>Die Geschichte eures Weinguts oder des Weinbaus der Familie geht ja noch viel,
viel weiter zurück.

00:22:25.000 --> 00:22:31.840
<v Felix>Also wir sind, also wir können es, was heißt belegen,
aber wir wissen, wir sind Seit 500 Jahren sind wir schon immer Winzer gewesen,

00:22:31.870 --> 00:22:35.230
<v Felix>also Bauern. Früher war es halt klar, da war halt,
Weinbau hat immer dazugehört.

00:22:35.290 --> 00:22:41.680
<v Felix>Das war immer klassischer Mischbetrieb. Und mein Ur-Ur-Urahne,
Nikodemus Ellwanger,

00:22:41.710 --> 00:22:45.760
<v Felix>der war praktisch der, ja, also seitdem wissen wir es eigentlich.

00:22:45.790 --> 00:22:48.070
<v Felix>Und das war halt gerade die Zeit vom Bauernkrieg.

00:22:48.100 --> 00:22:53.080
<v Felix>Also das ist halt einfach, ab da an gibt es halt keine Akten mehr,
sozusagen.

00:22:53.080 --> 00:22:58.000
<v Felix>Wahrscheinlich gibt es die noch länger,
aber jedenfalls bei dem ist es halt überliefert, dass der halt Schultheiß, also

00:22:58.030 --> 00:23:01.900
<v Felix>auf Normaldeutsch Bürgermeister, und Winzer war.

00:23:02.110 --> 00:23:03.490
<v Felix>Und seitdem, genau.

00:23:04.600 --> 00:23:07.160
<v Tobias>Jetzt hatten wir das Thema, glaube ich,
vorhin schon mal .

00:23:07.160 --> 00:23:13.660
<v Tobias>27 Hektar Rebfläche, glaube ich, hast du erzählt,
habt ihr insgesamt, Riesling tatsächlich,

00:23:13.690 --> 00:23:20.080
<v Tobias>sage ich, mal vorherrschend. Trotzdem natürlich Lemberger,
Trollinger ganz klassisch im Sortiment.

00:23:21.520 --> 00:23:25.900
<v Tobias>Da tauchen aber jetzt auch so Rebsorten auf,
die mich überrascht haben. Zum einen Zweigelt,

00:23:26.110 --> 00:23:31.060
<v Tobias>und ehrlich gesagt, hatte ich jetzt Kerner,
obwohl das ja, glaube ich, auch sehr traditionell für Württemberg ist,

00:23:31.090 --> 00:23:37.390
<v Tobias>hatte ich jetzt irgendwie auch nicht so auf dem Schirm. Erzähl uns da doch bitte
so ein bisschen zu eurem Mix und warum der eigentlich auch so ist.

00:23:37.540 --> 00:23:44.110
<v Felix>Also wie gesagt, wir waren ja eigentlich,
also ich sag mal, Remstal und wir waren halt damals so ein bisschen der Nobody.

00:23:45.430 --> 00:23:50.680
<v Felix>Das war ja, also am Anfang. Und mein Vater hat sich dann natürlich schon
Gedanken gemacht und das ist so,

00:23:50.710 --> 00:23:56.710
<v Felix>also da muss man vielleicht auch mal ein bisschen,
hier im hinteren Remstal gab es früher gar keinen Lemberger.

00:23:57.040 --> 00:24:01.390
<v Felix>Also wir haben die 60er-Jahre die ersten Lemberger gesetzt und das Problem war
eigentlich,

00:24:01.390 --> 00:24:04.420
<v Felix>dass das sehr kühle und kalte Jahre waren.

00:24:04.720 --> 00:24:07.870
<v Felix>Und der Lemberger, der ist halt so halb reif geworden.

00:24:07.870 --> 00:24:13.360
<v Felix>Aber das hat mein Vater mal erzählt, also das war für ihn so der erste
Durchbruch, wo er seinen ersten Wein nach Stuttgart verkauft hat. Also

00:24:13.390 --> 00:24:17.710
<v Felix>Lemberger, das war so, ja, gab es aus dem Remstal eigentlich nicht viel.

00:24:18.190 --> 00:24:24.430
<v Felix>Und dann war, aber irgendwann mal hatten wir mal einen Praktikanten aus
Österreich gehabt und der hat gesagt: Hey, guckt euch mal den Zweigelt an, weil

00:24:24.430 --> 00:24:28.300
<v Felix>der wird früher reif als der Lemberger,
also ist halt einfach gehaltvoller.

00:24:28.330 --> 00:24:31.990
<v Felix>Und so sind wir auf Zweigelt gekommen. Und die Erste...

00:24:31.990 --> 00:24:32.710
<v Tobias>Durch den Praktikant?

00:24:32.830 --> 00:24:35.680
<v Michael>Ich glaube, der Zweigelt ist auch deshalb gezüchtet worden.

00:24:35.800 --> 00:24:39.490
<v Felix>Genau. Also Zweigelt ist eine Züchtung aus dem Lemberger raus.

00:24:39.520 --> 00:24:42.370
<v Felix>Also daher kommt er ja. Und er ist einfach früher reif.

00:24:42.370 --> 00:24:47.800
<v Felix>Und heute darf ich sagen, die ersten haben wir damals noch illegal gesetzt,
aber es waren wirklich die ersten,

00:24:48.160 --> 00:24:55.000
<v Felix>also die ersten Zweigelt wirklich in Deutschland. Und ja,
dadurch kam eigentlich Zweigelt hierher.

00:24:55.030 --> 00:24:58.150
<v Felix>Und für uns ist eigentlich Zweigelt fast genauso wichtig wie Lemberger.

00:24:58.480 --> 00:25:05.440
<v Felix>Also wir haben knapp 5 Hektar, 5,5 Hektar Lemberger und 4,9 Hektar Zweigelt.

00:25:05.470 --> 00:25:08.050
<v Felix>Also so weit auseinander ist es nicht.

00:25:08.170 --> 00:25:11.650
<v Tobias>Und ist jetzt auch offiziell Qualitätswein zuge lassen und so weiter?

00:25:12.010 --> 00:25:16.120
<v Felix>Ja. Aber bei uns steht immer noch nicht,
also bei uns steht nicht Zweigelt drauf,

00:25:16.120 --> 00:25:20.580
<v Felix>sondern Zweigelt-Rebe und es kam genau aus dieser Versuchsanbau-Geschichte.

00:25:20.610 --> 00:25:22.290
<v Felix>Da musst du immer Rebe dazuschreiben.

00:25:22.470 --> 00:25:26.490
<v Michael>Also Zweigelt ist auch eine problematische Namensgeschichte.

00:25:26.670 --> 00:25:27.630
<v Felix>Das kommt noch dazu.

00:25:27.660 --> 00:25:28.410
<v Michael>Das lassen wir mal weg.

00:25:28.440 --> 00:25:30.990
<v Felix>Aber da muss ich dazusagen, dann darfst du auch keinen Porsche fahren.

00:25:32.310 --> 00:25:33.060
<v Tobias>Ja, gut.

00:25:35.100 --> 00:25:37.500
<v Michael>Jein. Aber ich bin ja schon froh, dass die Scheurebe Scheurebe heißt.

00:25:40.440 --> 00:25:45.780
<v Tobias>Aber noch mal zum Thema Lemberger-Trollinger. Ganz typisch emblematisch,
wie man heute sagt,

00:25:45.780 --> 00:25:52.710
<v Tobias>für Württemberg. Trotzdem habe ich immer so das Gefühl,
wenn die Leute hören, Blaufränkisch aus Österreich gucken die irgendwie

00:25:52.740 --> 00:25:56.370
<v Tobias>verträumt. Wenn sie hören, Vernatsch aus Südtirol irgendwie auch.

00:25:56.400 --> 00:26:00.270
<v Tobias>Aber beim Stichwort Lemberger und Trollinger,
was ja einfach nur ein Synonym dafür ist,

00:26:00.990 --> 00:26:07.440
<v Tobias>dass verbinden doch zumindest, sage ich mal,
unbedarfte Weinfreunde nicht so mit Topqualität.

00:26:07.620 --> 00:26:09.060
<v Tobias>Woran liegt das immer noch?

00:26:09.090 --> 00:26:13.830
<v Felix>Das liegt schon an unserer Vergangenheit,
klar. Also das ist schon klar, wo das herkommt. Ich habe das ja immer,

00:26:13.860 --> 00:26:21.640
<v Felix>bevor wir hergefahren sind, wir haben es ja auch drüber gehabt. Ich sage mal,
früher war das relativ wurscht. Also der Trollinger im guten Jahr hat 58 Grad

00:26:21.670 --> 00:26:23.770
<v Felix>Oechsle gehabt, im schlechten hat er 56 gehabt.

00:26:24.220 --> 00:26:29.620
<v Felix>So, jetzt muss man sagen, also man kann darüber heute lachen,
das ist witzig, ja.

00:26:29.650 --> 00:26:32.540
<v Felix>Aber man muss sagen, die Leute haben Geld verdient wie Dreck .

00:26:32.540 --> 00:26:36.940
<v Felix>Jetzt welchen Vorwurf soll ich denen, also meine Ahnen machen,
dass die damals Geld verdient haben?

00:26:36.940 --> 00:26:41.440
<v Felix>Die haben eh nichts gehabt. Mussten sie eben machen. Da hat halt keiner dafür
Zeit gehabt zu sagen, okay,

00:26:41.440 --> 00:26:44.860
<v Felix>ich möchte jetzt Weltklasseweine erzeugen. So,
das war die Realität.

00:26:44.890 --> 00:26:53.470
<v Felix>So ist es. Aber dieses Bild ist 40 Jahre her,
und ich glaube, die einzige oder die große Schwäche Württembergs liegt darin,

00:26:53.500 --> 00:27:00.550
<v Felix>dass sie es noch nie geschafft haben oder auch nicht schaffen mussten,
dieses Bild in der,

00:27:00.730 --> 00:27:07.240
<v Felix>ich sage mal, Breite von Deutschland oder auch international groß zu ändern. Da
sind wir heute dran. Und das sehe ich als eigentlich die Aufgabe von meiner

00:27:07.240 --> 00:27:12.460
<v Felix>Generation an, um das Bild dorthin zu rücken,
wo der Weinbau hier eigentlich ist.

00:27:13.060 --> 00:27:18.010
<v Felix>Nicht dieses Phantasiebild, das 40 Jahre alt ist,
das es schon gar nicht mehr gibt,

00:27:18.040 --> 00:27:19.900
<v Felix>sondern eigentlich das, was es heute ist.

00:27:19.900 --> 00:27:23.380
<v Felix>Und das liegt ein bisschen an der Struktur her.

00:27:23.410 --> 00:27:25.810
<v Felix>Das liegt natürlich auch ein bisschen an dem starken Heimatmarkt.

00:27:26.260 --> 00:27:26.500
<v Tobias>Ja.

00:27:26.770 --> 00:27:30.400
<v Felix>Weil der Markt einfach so stark ist. Also mein Vater,
der musste nicht raus.

00:27:30.910 --> 00:27:32.410
<v Michael>Der hat sie hier verkauft in der Region.

00:27:32.560 --> 00:27:36.970
<v Felix>Ja, das ist so wie heute Saale Unstrut. Tolle Weine,
das Gleiche, aber die müssen eigentlich,

00:27:37.090 --> 00:27:40.450
<v Felix>wenn sie ehrlich sind, müssen sie nicht raus. Müssen sie nicht machen. Warum?

00:27:40.480 --> 00:27:44.650
<v Felix>Und mal ganz ehrlich, das ist ja nicht schlecht. Also das ist ja,
ich sage immer,

00:27:45.580 --> 00:27:49.690
<v Felix>an der Mosel, die sind schon vor, also wir sind hier noch mit dem Kuhkarren
durch die Gegend fahren,

00:27:49.690 --> 00:27:53.200
<v Felix>da sind die auf der Titanic in die USA gefahren,
um ihren Wein zu verkaufen.

00:27:53.380 --> 00:27:57.160
<v Felix>So, jetzt muss man natürlich aber auch sagen,
das haben die ja nicht freiwillig gemacht. Die haben ja nicht gesagt: Cool, ich

00:27:57.160 --> 00:28:02.500
<v Felix>möchte in die USA Wein verkaufen. Sondern die sind da rüber,
weil es daheim gar niemanden gab, der das trinken sollte. Das ist,

00:28:02.980 --> 00:28:08.650
<v Felix>das ist so. Ja, und da muss man sagen, dieser schwäbische Heimatmarkt,
der ist halt wahnsinnig stark,

00:28:08.680 --> 00:28:14.180
<v Felix>und das ist Fluch und Segen zugleich. Weil im Grunde genommen,
das ist auch nicht mehr so,

00:28:14.180 --> 00:28:19.490
<v Felix>wie es mal war. Und auf der anderen Seite ist so,
draußen musst du dich halt schon noch immer erklären.

00:28:19.520 --> 00:28:24.290
<v Felix>Nee, du musst dich nicht, du musst dich erklären,
weil die Leute immer überrascht sind,

00:28:19.520 --> 00:28:19.610
<v Michael>Anders präsentieren.

00:28:24.290 --> 00:28:33.110
<v Felix>wenn sie die Sachen von dir trinken. Aber wie richtig gesagt,
viele verbinden halt Trollinger und Lemberger mit 40 Gramm Restzucker,

00:28:33.290 --> 00:28:35.630
<v Felix>und ja. Ja, ist halt.

00:28:36.320 --> 00:28:41.840
<v Tobias>Und ist das jetzt auch so ein bisschen,
das muss man ja auch mal verraten, du bist seit 2023 Vorsitzender des VDP

00:28:41.840 --> 00:28:49.160
<v Tobias>Württemberg. Ist das jetzt auch so ein bisschen deine Mission,
dafür noch mehr zu tun,

00:28:49.160 --> 00:28:52.580
<v Tobias>dass Württemberg eigentlich den Respekt bekommt,
den es verdient?

00:28:52.880 --> 00:28:58.520
<v Felix>Ich glaube, das ist schon immer eigentlich die Mission,
auch von meinem Vorgänger schon. Aber man muss sagen, ich glaube,

00:28:58.520 --> 00:29:05.600
<v Felix>dass die Situation heute einfach eine andere ist. Aus dem Grund,
weil du natürlich schon ein schwierigeres Marktumfeld hast.

00:29:05.750 --> 00:29:11.170
<v Felix>Also muss man auch ganz klar sagen, einfach dadurch,
dass unsere Genossenschaften gerade wirklich echt massiv Probleme haben und das

00:29:11.170 --> 00:29:16.870
<v Felix>vielleicht noch mehr forcieren. Man muss halt mehr nach draußen gehen,
man muss sich mehr zeigen und vielleicht auch mit,

00:29:17.800 --> 00:29:21.790
<v Felix>ja, nicht diese Sonderrolle fahren, sondern...

00:29:22.300 --> 00:29:26.830
<v Michael>Ja, ich finde, da ist ja schon so ein bisschen Bewegung ins Spiel gekommen.
Einerseits unfreiwillig, so,

00:29:26.860 --> 00:29:29.260
<v Michael>Stichwort Zusammenschlüsse. Und was machen wir jetzt?

00:29:29.290 --> 00:29:35.770
<v Michael>Auf der anderen Seite versuchen die ja aber auch noch mal,
Wein aus der Genossenschaftsecke neu zu präsentieren.

00:29:35.800 --> 00:29:37.360
<v Michael>Also das sehe ich schon.

00:29:37.510 --> 00:29:37.930
<v Felix>Natürlich, natürlich.

00:29:37.930 --> 00:29:43.420
<v Michael>Ich frag mich deshalb auch, ist Württemberg generell nicht,
wenn ich so an die deutschen Anbaugebiete denke,

00:29:43.450 --> 00:29:46.300
<v Michael>immer noch, ja, immer noch in der zweiten Reihe?

00:29:46.300 --> 00:29:51.670
<v Michael>Wieso? Also man redet vielleicht über andere,
wenn man dir besonders wehtut, wahrscheinlich Baden kenne ich.

00:29:51.910 --> 00:29:59.170
<v Felix>Nein. Nee, nee. Also, ich muss sagen, Baden hat er das gleiche Problem wie wir.
Aber es ist für mich eher so eine Strukturgeschichte.

00:29:59.200 --> 00:30:05.470
<v Felix>Also über die Qualität guckt man sich einfach mal die Bewertungen,
die Weinpreise der letzten Jahre an,

00:30:05.500 --> 00:30:10.040
<v Felix>wo das sehr viel nach Württemberg und noch mehr ins Remstal gegangen ist.

00:30:11.390 --> 00:30:17.058
<v Felix>Und ich glaube aber einfach manchmal, dass wir einfach aufgrund der
Großbetriebe,

00:30:17.058 --> 00:30:19.160
<v Felix>die PS nicht richtig auf die Straße kriegen.

00:30:19.190 --> 00:30:25.430
<v Felix>Also ich sage immer, jedes Weinanbaugebiet auf der Welt nimmt immer seine
Topbetriebe als Speerspitze.

00:30:25.670 --> 00:30:31.580
<v Felix>Also nehmen wir das Beispiel Bordeaux mit 100.000 Hektar,
davon sind vielleicht,

00:30:31.610 --> 00:30:37.670
<v Felix>keine Ahnung, ich weiß jetzt nicht auswendig,
aber nicht mal 1 % sind Grand Cru und noch weniger sind wirklich die Top

00:30:37.670 --> 00:30:42.230
<v Felix>Châteaus. Ja, aber wenn man über Bordeaux nachdenkt und redet,
dann redet man über Rothschild,

00:30:42.260 --> 00:30:48.590
<v Felix>man redet über Petrus usw., aber eigentlich ist es ein Promille.

00:30:48.710 --> 00:30:51.830
<v Felix>Ja genau, und so macht es jedes Anbaugebiet auf der Welt.

00:30:51.860 --> 00:30:57.860
<v Felix>Der Einzigen, der es immer anders probiert hat,
war Württemberg. Also wir sind immer praktisch mit der breiten Front gekommen,

00:30:57.860 --> 00:31:03.290
<v Felix>so, und sind dann praktisch am Markt abgeprallt,
wo die anderen halt mit der Speerspitze rein sind und dann haben sie den Rest

00:31:03.290 --> 00:31:07.770
<v Felix>hinterher geschoben. So und das ist einfach für mich der Fehler.

00:31:07.770 --> 00:31:16.890
<v Felix>Und dann ist es natürlich auch eine, da bin ich auch ehrlich,
wo ich sage, es ist jahrelang einfach meiner Ansicht nach zu viel zu schön

00:31:16.890 --> 00:31:23.070
<v Felix>geredet worden. Man ist jahrelang einfach durch die Gegend und hat gesagt super
Jahrgang, noch besser als der Nächste und blablabla.

00:31:23.370 --> 00:31:30.480
<v Felix>Ach, hör doch auf. Im Grunde genommen, man hätte Probleme schon viel früher -
manchmal kam es mir vor wie das alte Rom,

00:31:30.930 --> 00:31:34.080
<v Felix>man ist untergegangen und hat's nicht mal gemerkt. Ja,
ist so.

00:31:34.110 --> 00:31:38.970
<v Felix>Und ich glaube, auch wir VDP-Weingüter müssen uns bewegen.

00:31:38.970 --> 00:31:43.350
<v Felix>Aber ich glaube, dass wir schon mal oft in die richtige Richtung gehen.

00:31:43.770 --> 00:31:50.610
<v Felix>Und das ist schon auch sehr lange, und ja,
und ich glaube, dass es einfach, vielleicht einfach manchmal,

00:31:50.940 --> 00:31:57.330
<v Felix>ja, hört sich jetzt blöd an, aber man muss halt,
es gibt sehr viele gute Betriebe hier außerhalb vom VDP.

00:31:57.360 --> 00:32:00.450
<v Felix>Und ich glaube, da ist schon echt eine Aufbruchsstimmung,
die ist voll und ganz da.

00:32:01.380 --> 00:32:02.070
<v Tobias>Das ist gut zu hören.

00:32:02.670 --> 00:32:06.460
<v Michael>Ja, also wir haben ja eben schon mal über neue Rebsorten hier gesprochen.

00:32:06.580 --> 00:32:11.380
<v Michael>Das erfordert ja Mut, das zu machen. Du hast gesagt,
ihr wart so mit bei den Ersten,

00:32:11.380 --> 00:32:13.630
<v Michael>die hier mit Lemberger angefangen haben.

00:32:14.860 --> 00:32:18.250
<v Michael>Und du warst jetzt eben auch schon in Rom,
beim Untergang des Römischen Reiches.

00:32:18.400 --> 00:32:22.510
<v Michael>Ich will noch ein bisschen weiter zurück nach Griechenland,
und zwar in die Unterwelt.

00:32:22.660 --> 00:32:27.220
<v Michael>Mein Stichwort heißt: Hades. Kannst du uns bitte dazu was sagen?

00:32:27.580 --> 00:32:33.670
<v Felix>Ja, also Hades, da muss ich jetzt etwas in der grauen Vorzeit anfangen.

00:32:35.140 --> 00:32:40.000
<v Felix>Mein Vater hat damals, für uns der erste Schritt war eigentlich der Vinzenz
Klink.

00:32:40.960 --> 00:32:41.680
<v Felix>Kennen vielleicht viele.

00:32:42.250 --> 00:32:47.470
<v Felix>Genau, Koch. Genau, und der war damals,
war der noch in Schwäbisch Gmünd und hat immer Weißwein von uns gehabt,

00:32:42.250 --> 00:32:42.610
<v Michael>Den Koch

00:32:47.470 --> 00:32:54.010
<v Felix>aber eigentlich nie Rotwein. Oder ja, eigentlich hat ja niemand in der deutschen
Spitzengastronomie deutschen Rotwein gehabt.

00:32:54.040 --> 00:33:00.160
<v Felix>Ein bisschen Spätburgunder vielleicht. Und mein Vater hat ihn dann irgendwann
mal gefragt, ob er einen Rotwein haben will, und hat gesagt, nee, eure Weine

00:33:00.160 --> 00:33:02.770
<v Felix>sind viel zu leicht für mein Essen. Und das hat auch gestimmt.

00:33:02.800 --> 00:33:07.640
<v Felix>Also man hat ja keinen deutschen Rotwein in der Spitzengastronomie gehabt. Und
dann war wirklich der erste Wein,

00:33:07.670 --> 00:33:10.010
<v Felix>den wir gemacht haben, war dann für ihn.

00:33:10.010 --> 00:33:16.100
<v Felix>Er hat auch selber dieses Fass besorgt. Also das haben nicht wir besorgt,
sondern das war ein Fass von der Schwäbischen Alb, von einem Fassküfer.

00:33:16.490 --> 00:33:21.800
<v Felix>Das war das erste Barriquefass, das haben wir mit Grauburgunder gefüllt. Und er
hat mal später in einem Buch geschrieben,

00:33:22.010 --> 00:33:25.820
<v Felix>in Flaschen gepresstes Holz. Das war auch so.

00:33:26.300 --> 00:33:29.480
<v Felix>Man wusste ja nicht, was das ist oder wie das funktioniert.

00:33:29.660 --> 00:33:32.840
<v Felix>Ja, und zeitgleich ging das ja überall los.

00:33:32.840 --> 00:33:35.150
<v Felix>Barrique ist ein französisches Transportfass.

00:33:35.360 --> 00:33:40.610
<v Felix>Das war ja eigentlich der Grundplan dieses Fasses,
und das hat ja dann auch in Italien dann irgendwann mal angefangen.

00:33:40.640 --> 00:33:45.950
<v Felix>Und da war ein Deutscher, der hat ihn in Italien gelehrt,
in San Michele als Professor,

00:33:46.400 --> 00:33:49.160
<v Felix>und das war der Rainer Zierock, und der kam aus Marbach.

00:33:49.910 --> 00:33:56.120
<v Felix>Und der hat damals seine Schülerin geheiratet,
woraufhin er da auch gehen musste,

00:33:56.120 --> 00:34:01.632
<v Felix>und das war ein bisschen problematisch. Also diese Schülerin war Elisabetta
Foradori.

00:34:01.632 --> 00:34:09.120
<v Felix>Und ja, sehr lange Geschichte. Das soll sie wahrscheinlich dann erzählen,
wenn ihr dort mal seid.

00:34:10.080 --> 00:34:15.300
<v Felix>Der entscheidende Punkt ist der, er ist heimgekommen und hat gesagt,
der wollte dieses Fass hier wieder hinbringen.

00:34:15.330 --> 00:34:19.470
<v Felix>Und er hat dann praktisch in jedem Teil von Württemberg einen Betrieb gesucht.

00:34:20.430 --> 00:34:26.675
<v Felix>Und wir hatten damals schon einen gemacht,
also wir waren es dann halt fürs Remstal. H war Fürst Hohenlohe,

00:34:26.675 --> 00:34:30.660
<v Felix>A Graf Adelmann, D Drautz-Able, also das ist halt der Heilbronner Raum,
Hohenlohe,

00:34:31.200 --> 00:34:38.010
<v Felix>Raum Groß-Pottwan, E, wir waren es fürs Remstal,
und S war noch Sonnenhof, was es leider nicht mehr gibt.

00:34:38.310 --> 00:34:42.960
<v Felix>Und dann später kam dann noch Schule, also die Weinbauschule in Weinsberg dazu.

00:34:43.110 --> 00:34:48.840
<v Felix>Und so hat es mal angefangen. Und man muss sich einfach vorstellen,
es gab kein Barriquefass.

00:34:49.110 --> 00:34:52.650
<v Felix>Also das gab es nicht in Geisenheim, das gab es nicht.

00:34:52.890 --> 00:34:55.890
<v Tobias>Also wir müssen es mal kurz einordnen. 1986 sprechen wir,
glaube ich?

00:34:55.920 --> 00:34:59.700
<v Felix>Ja, genau. Also das hat angefangen, man muss sich vorstellen,
es gab einfach.

00:34:59.860 --> 00:35:03.340
<v Felix>Keiner wusste, was das ist. Also wir hatten zum Beispiel die ersten Fässer.

00:35:04.030 --> 00:35:08.680
<v Felix>Wir hatten am Anfang nur Francois-Frères-
Fässer, weil Francois Frères die einzige Tonnellerie war, die uns das damals

00:35:08.680 --> 00:35:14.320
<v Felix>verkauft hat. Weil die Franzosen, die hatten gar keine Vertriebswege in
Deutschland. Das gab es gar nicht. Heute wirst du,

00:35:14.350 --> 00:35:16.780
<v Felix>also wenn du Winzer bist, die rennen dir die Bude ein.

00:35:17.020 --> 00:35:22.570
<v Felix>Die kommen, im Frühjahr stehen die schon da und sagen:
Möchten Sie schon Fässer kaufen fürs nächste Jahr um einen Haufen Geld?

00:35:22.750 --> 00:35:27.280
<v Felix>Jedenfalls, das gab es nicht. Das gab es einfach nicht. So,
die sind dann zu Francois Frères gefahren,

00:35:27.280 --> 00:35:33.164
<v Felix>keiner hat Französisch können, außer der Graf Adelmann und Rainer Zierock,
ja, und die haben die dann belabert und haben gesagt, ja gut, müsst ihr uns

00:35:33.164 --> 00:35:38.740
<v Felix>einen ganzen Lastzug abnehmen. Dann haben wir einen Lastzug Barrique genommen
und haben die praktisch als Gruppe gebracht. So,

00:35:38.920 --> 00:35:42.760
<v Felix>jetzt kommen zwei Faktoren dazu. Kein Mensch wusste,
wie das funktioniert.

00:35:42.790 --> 00:35:49.060
<v Felix>Du wusstest nicht, kann ich einen Trollinger da reinlegen? Kann ich einen
Lemberger reinlegen? Kann ich Dornfelder reinlegen? Wusste niemand. Funktioniert

00:35:49.060 --> 00:35:51.850
<v Felix>es mit Riesling? Funktioniert es mit, wusste ja keiner.

00:35:52.300 --> 00:35:57.820
<v Felix>So, das Problem ist halt immer, du hast pro Jahr nur einen Schuss frei,
also einen Versuch.

00:35:57.850 --> 00:36:03.730
<v Felix>So ist es einfach sehr langwierig. Das heißt,
man hat dadurch, dass man 6 Betriebe war,

00:36:03.970 --> 00:36:10.159
<v Felix>hat man einfach 6 Chancen gehabt und hat einfach diese Forschungsergebnisse im
Grunde genommen ausgetauscht.

00:36:10.159 --> 00:36:12.610
<v Felix>Also das war eigentlich der Grundplan von Hades.

00:36:12.610 --> 00:36:19.750
<v Felix>Da ging es nicht darum, dass wir Wein verkaufen. Winzervereinigungen gibt es wie
Sand am Meer. Sondern es ging wirklich darum, wie funktioniert dieses Fass. Das

00:36:19.750 --> 00:36:24.100
<v Felix>Problem war dann irgendwann mal, dass der Wein ja auch verkauft werden muss.

00:36:24.130 --> 00:36:28.900
<v Felix>Dann kann er nicht bloß rumliegen. Und das Problem war,
die sind einfach nicht durch Qualitätsweinprüfung gekommen. Also

00:36:28.930 --> 00:36:35.260
<v Felix>Qualitätsweinprüfung hat gesagt, okay, schmeckt nach Holz,
Weinfehler, tschüss. Ja, und damals war ja Tafelwein noch wirklich was

00:36:35.260 --> 00:36:42.850
<v Felix>Negatives. Also du hast damals Weine, die 30 Mark gekostet haben,
oder 25, die waren als Tafelwein klassifiziert.

00:36:42.850 --> 00:36:47.740
<v Felix>Und dann hat man gesagt, okay, das ist jetzt ein bisschen doof,
da solltest du jetzt schon zeigen, warum das so ist. Und dann hat es angefangen

00:36:47.740 --> 00:36:49.750
<v Felix>mit der Hades-Flasche mit dem Hades-Emblem.

00:36:50.140 --> 00:36:55.240
<v Felix>Man hat im Grunde genommen das, was wir heute beim Großen Gewächs machen,
davor schon gemacht. Die Weine müssen blind probiert werden, erst wenn alle

00:36:55.240 --> 00:36:58.270
<v Felix>zustimmen, ist es ein Hades-Wein. Das hat alles dazugehört.

00:36:58.300 --> 00:37:03.340
<v Felix>Und mit dieser Geschichte, man hat praktisch versucht,
was passiert mit den heimischen Rebsorten,

00:37:03.340 --> 00:37:05.710
<v Felix>die wir hier haben, kam dann der andere Schritt dazu.

00:37:05.740 --> 00:37:07.990
<v Felix>Ja, gut, im Ausland haben die andere Rebsorten.

00:37:08.020 --> 00:37:14.470
<v Felix>Funktioniert das mit den Rebsorten? Und das war zum Beispiel Merlot,
Chardonnay,

00:37:15.670 --> 00:37:19.930
<v Felix>Sauvignon Blanc, waren alles Sachen, die im Grunde wir von Hades-Betriebe
ausprobiert haben.

00:37:19.930 --> 00:37:24.430
<v Felix>Wir haben Chardonnay probiert, Drautz-Able hat Sauvignon probiert.

00:37:24.670 --> 00:37:27.250
<v Felix>Sauvignon hat funktioniert, Chardonnay nicht.

00:37:27.730 --> 00:37:32.230
<v Felix>Mein Vater hat damals gesagt, wenn das eine nicht funktioniert,
funktioniert das andere bei uns auch nicht. Also gab es keinen Sauvignon

00:37:32.260 --> 00:37:36.400
<v Felix>erstmal. Das waren so Sachen. Du wusstest einfach nicht,
weil die Erfahrung, die gab es nicht.

00:37:36.640 --> 00:37:42.310
<v Felix>Also meine Brüder, wo die in Weinsberg waren,
die haben ihre, also nicht Weinsberg,

00:37:42.640 --> 00:37:46.900
<v Felix>sondern wie die auf der Berufsschule waren,
die haben ihren Lehrern beigebracht, wie das funktioniert, weil die das nicht

00:37:46.900 --> 00:37:52.000
<v Felix>wussten. Das gab es einfach nicht. Und deswegen muss ich auch ein bisschen eine
Lanze brechen,

00:37:52.030 --> 00:37:57.560
<v Felix>auch für die Generation, weil uns wird ja manchmal vorgeworfen,
Hades, das war so holzlastig.

00:37:57.590 --> 00:37:59.960
<v Felix>Ja, Entschuldigung, wir wussten es halt nicht besser.

00:38:00.140 --> 00:38:06.350
<v Felix>Ja, also es gab ja keinen Vergleich. Und ich muss sagen,
heute, das ist jetzt vielleicht der Vorteil,

00:38:06.380 --> 00:38:11.360
<v Felix>den wir aus dieser Geschichte zogen, weil ich sag mal,
diese Forschungsarbeit ist mehr oder minder eigentlich beendet. Aber wir wissen

00:38:11.360 --> 00:38:15.350
<v Felix>ganz genau, wir haben das Holz dosieren müssen,
weil wir es einfach über Jahrzehnte gemacht haben.

00:38:15.350 --> 00:38:16.220
<v Tobias>So früh damit angefangen, ja.

00:38:16.520 --> 00:38:22.520
<v Felix>Genau. Und du weißt einfach, wie du das heute dosieren musst und was zu uns,
zu unserem Stil und zu unserer Stilistik passt.

00:38:22.910 --> 00:38:24.950
<v Felix>Ich glaube, das ist einfach ein riesengroßer Vorteil.

00:38:25.040 --> 00:38:27.620
<v Tobias>Klingt so ein bisschen nach Super-Württemberger.

00:38:27.860 --> 00:38:28.190
<v Michael>Ja, ja.

00:38:28.310 --> 00:38:35.060
<v Tobias>Irgendwie so ein bisschen was anderes ausprobieren. Okay,
wir haben jetzt natürlich auch Zuhörerinnen und Zuhörer vor den Lautsprechern

00:38:35.060 --> 00:38:39.380
<v Tobias>oder unter den Kopfhörern, die das Weingut Jürgen Ellwanger noch gar nicht
kennen.

00:38:39.620 --> 00:38:43.490
<v Tobias>Gibt es so einen Wein, wo du sagen würdest,
das ist eigentlich so, sage ich mal,

00:38:43.490 --> 00:38:49.010
<v Tobias>die Visitenkarte? Das ist der Wein, ja,
den sollten die Leute probieren, um uns als Weingut kennenzulernen?

00:38:49.970 --> 00:38:53.640
<v Felix>Das ist auch wieder so eine Geschichte. Ich sage immer,
wer Lieblingskinder hat,

00:38:53.640 --> 00:38:59.220
<v Felix>hat auch Stiefkinder. Ich versuche eigentlich,
das nicht zu haben, aber wenn ich so rede.

00:38:59.250 --> 00:39:06.300
<v Felix>Also ich sag mal, im Basisbereich, es kommt ja immer auf die Bereiche an,
also ich finde zum Beispiel Nico weiß finde ich einen supergeilen Weißwein.

00:39:06.330 --> 00:39:10.110
<v Felix>Wenn man jetzt nicht auf Riesling steht,
super witzig, weil es einfach Frische hat.

00:39:10.110 --> 00:39:11.970
<v Felix>Damit kommt jeder klar. Das ist einfach ein schöner Wein.

00:39:14.250 --> 00:39:17.370
<v Tobias>Das ist, glaube ich, auch eine Weißweincuvée. Da ist auch Kerner drin.

00:39:17.400 --> 00:39:22.380
<v Felix>Kerner und ist aber jetzt einfach nicht,
Kerner Dinge viel halbtrocken, sondern wirklich ein trockener,

00:39:22.380 --> 00:39:28.200
<v Felix>fruchtiger Kerner, genau. Bei den Rieslinge finde ich klar,
unser Großes Gewächs ist schon eigentlich das,

00:39:28.230 --> 00:39:33.960
<v Felix>was wir, ja, da geht mir auch das Herz auf,
bei dem Wein.

00:39:33.960 --> 00:39:34.620
<v Tobias>In welcher Lage ist der?

00:39:34.950 --> 00:39:38.610
<v Felix>Der Schneider Altenberg ist das. Der Altenberg-Riesling ist schon geil. Und
dann,

00:39:39.480 --> 00:39:42.090
<v Felix>ja, Zweigelt eigentlich. Zweigelt gehört schon zu uns.

00:39:42.120 --> 00:39:45.180
<v Felix>Das ist schon irgendwie unsere DNA, oder für viele ist es also.

00:39:45.210 --> 00:39:47.700
<v Felix>Lemberger und Zweigelt bei uns sollte man schon probiert haben.

00:39:47.730 --> 00:39:54.310
<v Tobias>Okay. Und wenn du sagst jetzt DNA, was ist denn so,
ich sage mal Weinstilistikmäßig eure DNA,

00:39:54.340 --> 00:39:58.630
<v Tobias>die sich vielleicht auch von anderen Weingütern abhebt oder die euch besonders
wichtig ist?

00:39:58.900 --> 00:40:04.750
<v Felix>Also bei den Rotweinen würde ich behaupten,
dass uns immer nachgesagt wird, also es gibt ja immer so was wie Betriebston.

00:40:05.230 --> 00:40:12.070
<v Felix>Ja, und über die Jahre kommt man auch mit vielen Leuten,
große Verkoster, oder egal,

00:40:12.100 --> 00:40:16.300
<v Felix>also Kritiker zusammen und eigentlich kommt bei uns immer dieses Wort
„kräuterig" vor,

00:40:17.020 --> 00:40:21.400
<v Felix>Also unsere Rotweine würde ich schon, sie sind ein bisschen kühler,
einfach durchs Klima.

00:40:23.410 --> 00:40:29.020
<v Felix>Ja, vielleicht auch manchmal ein bisschen mehr Gerbstoff,
ein bisschen mehr Säure. Aber sie haben immer eine Kräuterigkeit. Und das ist

00:40:29.020 --> 00:40:33.730
<v Felix>was, was ich eigentlich auch sehr selber sehr mag. Egal ob beim Lemberger oder
beim Zweigelt.

00:40:33.730 --> 00:40:40.112
<v Felix>Beim Lemberger dauert es manchmal ein bisschen länger. Also Lemberger ist für
mich so die Rebsorte,

00:40:40.112 --> 00:40:44.680
<v Felix>die unbesiegbar ist. Also Lemberger ist Lemberger,
stirbt nie.

00:40:44.830 --> 00:40:48.190
<v Felix>Ja, und das kann ich wirklich allen, die gerade zuhören,
einfach mal empfehlen.

00:40:48.400 --> 00:40:53.280
<v Felix>Wenn ihr irgendwo seid, im Restaurant, scheißegal wo,
und da hat man das Glück bei Württemberg,

00:40:53.280 --> 00:40:58.200
<v Felix>dass das oft gut funktioniert. Wenn ihr einen Betrieb habt,
der halbwegs, wo ihr wisst,

00:40:58.200 --> 00:41:04.590
<v Felix>dass der gute Weine macht, und ihr seht ein Lemberger,
der da irgendwie in einem seit 10 Jahren auf einer Karte rumgammelt,

00:41:04.740 --> 00:41:08.370
<v Felix>bestellt den. Das ist eigentlich richtig geil.

00:41:08.400 --> 00:41:14.850
<v Felix>Lemberger wird erst spannend, wenn er 10 Jahre alt ist. Lemberger ist,
ich habe Lemberger aus den 50er-Jahren getrunken und da waren wir bestimmt

00:41:14.880 --> 00:41:17.880
<v Felix>önologisch noch nicht mal in der gleichen Sphäre.

00:41:17.880 --> 00:41:22.320
<v Felix>Aber Lemberger ist, es ist unglaublich,
wie diese Rebsorte altern kann.

00:41:22.890 --> 00:41:28.860
<v Felix>Die schlägt alles. Also man muss es mal gemacht haben,
man muss es mal erlebt haben.

00:41:28.860 --> 00:41:31.500
<v Felix>Aber trinkt mal einen Lemberger, der alt ist.

00:41:32.850 --> 00:41:33.240
<v Felix>Gegen...

00:41:33.270 --> 00:41:33.720
<v Tobias>Auf jeden Fall.

00:41:33.750 --> 00:41:37.500
<v Felix>...Gegen mal ganz große Rotweine. Und ihr werdet sehr,
sehr, sehr, sehr überrascht sein.

00:41:37.590 --> 00:41:38.970
<v Felix>Weil für mich...

00:41:39.240 --> 00:41:42.540
<v Tobias>Da kommt man auch noch dran, an so ältere Jahrgänge? Das ist ja manchmal das
Problem.

00:41:43.140 --> 00:41:44.220
<v Felix>Schwierig. Schwierig manchmal, aber...

00:41:44.250 --> 00:41:46.170
<v Tobias>Die Leute trinken es ja leider vorher schon aus.

00:41:46.380 --> 00:41:50.370
<v Felix>Ja, das ist aber allgemein so, würde ich mal sagen. Ich weiß nicht woran es
liegt,

00:41:50.370 --> 00:41:54.000
<v Felix>aber irgendwie denken die Leute immer warm,
haltbar.

00:41:54.570 --> 00:42:01.020
<v Felix>Was ja genau das Gegenteil ist. Also kein großer Rotwein auf der Welt kommt aus
einer wirklich heißen Region.

00:42:01.020 --> 00:42:03.570
<v Felix>Das sind immer die kühleren Teile dieser Region.

00:42:03.570 --> 00:42:07.500
<v Felix>Und was Weiß haltbar macht, ist Gerbstoffe und Säure .

00:42:07.140 --> 00:42:07.500
<v Tobias>Säure, ja.

00:42:07.980 --> 00:42:12.210
<v Felix>So, und deswegen Lemberger, weil Lemberger einfach von beidem en masse hat.

00:42:12.840 --> 00:42:15.180
<v Felix>Und das macht Lemberger richtig spannend.

00:42:15.210 --> 00:42:19.050
<v Felix>Und für mich ist Lemberger, also hört sich jetzt vielleicht,
ich will jetzt nicht,

00:42:19.560 --> 00:42:22.410
<v Felix>aber Lemberger ist für mich wie Barolo.

00:42:23.130 --> 00:42:23.520
<v Tobias>Okay.

00:42:23.880 --> 00:42:27.870
<v Felix>Am Anfang, kein Mensch. Kein Mensch sagt:
Ich trinke jetzt einen 23er Barolo.

00:42:28.740 --> 00:42:32.100
<v Felix>Das sagt niemand. Aber warum tut man das nem deutschen Wein an?

00:42:32.400 --> 00:42:34.860
<v Felix>Warum macht man das? Und dann sagt man:
Der ist aber sauer.

00:42:35.910 --> 00:42:40.860
<v Felix>Ja, aber das ist doch scheiße. Also im Grunde genommen geht es darum,
dass dieser Wein das gleiche Potenzial hat.

00:42:40.890 --> 00:42:45.750
<v Felix>Nur man muss ihm diese Zeit geben. Es gibt andere Rebsorten wie Merlot,
die sind früher zugänglich,

00:42:45.780 --> 00:42:49.100
<v Felix>oder auch Zweigelt. Aber Lemberger braucht einfach verdammt noch mal Zeit.

00:42:49.460 --> 00:42:53.210
<v Michael>Okay, jetzt hast du aber ganz schön geschwärmt für den Lemberger,
hast uns angesteckt.

00:42:53.240 --> 00:42:58.220
<v Michael>Warst jetzt kurz schon beim Barolo. Wir haben immer noch so eine Frage,
ein kleines Gedankenspiel.

00:42:58.700 --> 00:43:04.370
<v Michael>Du bist ganz alleine auf einer einsamen Insel und du darfst einen Wein
mitnehmen.

00:43:04.370 --> 00:43:08.270
<v Michael>Du darfst davon so viel mitnehmen, wie du willst. Das ist auch bestens dafür
gesorgt,

00:43:08.270 --> 00:43:12.339
<v Michael>dass dieser Wein gut gelagert wird. Also egal ob tropisches Klima oder sonst
was.

00:43:12.339 --> 00:43:15.890
<v Michael>Welchen Wein nimmst du mit auf die einsame Insel?

00:43:16.040 --> 00:43:17.270
<v Felix>Oh, das ist eine harte Frage.

00:43:17.510 --> 00:43:19.970
<v Michael>Also auch Geld spielt keine Rolle. Du kannst frei wählen.

00:43:20.600 --> 00:43:22.400
<v Tobias>Aber auch nur ein Jahrgang ist möglich,
also.

00:43:26.030 --> 00:43:35.750
<v Felix>Verdammt schwierig. Also muss es jetzt -
ne eigentlich, ich glaube, davon, dass ich ja

00:43:35.750 --> 00:43:41.180
<v Felix>ausgehe, dass ich sehr, sehr alt werde,
würde ich, glaube ich, wirklich Lemberger mitnehmen.

00:43:41.810 --> 00:43:42.230
<v Tobias>Okay.

00:43:42.680 --> 00:43:46.510
<v Felix>Also, jetzt mal ganz ehrlich. Das hält wirklich verdammt lang.

00:43:46.540 --> 00:43:51.008
<v Felix>Und ich glaube, wenn es von mir was wäre,
also wenn ich es aus meinem eigenen Keller mitnehmen würde, wäre es, glaube ich,

00:43:51.008 --> 00:43:52.480
<v Felix>ein 2004er Lemberger.

00:43:53.170 --> 00:43:54.160
<v Tobias>Okay. Welcher konkret?

00:43:54.370 --> 00:43:56.950
<v Felix>Das Großes Gewächs. Das könnte ich ja im Sommer trinken.

00:43:58.030 --> 00:44:01.540
<v Felix>Vielleicht leicht gekühlt. Leicht gekühlt. Würde gehen. Ja,
wär möglich.

00:44:01.900 --> 00:44:02.590
<v Michael>Das geht ja alles.

00:44:03.700 --> 00:44:08.170
<v Felix>Ich meine, klar. Natürlich könnte ich jetzt auch den Petrus mitnehmen,
aber da weiß ich nicht, ob ich so viel kriege. Aber nee, aber ich muss jetzt

00:44:08.170 --> 00:44:12.160
<v Felix>schon sagen, ich glaube, ich würde, also wenn es von mir aus meinem eigenen
Keller sein würde,

00:44:12.160 --> 00:44:15.370
<v Felix>wäre es Lemberger 2004. Das könnte ich im Sommer trinken,
könnte ich im Winter trinken.

00:44:15.910 --> 00:44:17.290
<v Tobias>Welche Lage? Haben wir jetzt noch nicht gesagt.

00:44:17.350 --> 00:44:25.660
<v Felix>Hebsacker Berg. Ist halt auch eine kleinere,
kühlere Parzelle, also so wirklich Kikroklima kann man davon reden.

00:44:26.080 --> 00:44:28.660
<v Felix>Das sind insgesamt bloß 20 Hektar, die es da gibt.

00:44:28.690 --> 00:44:32.110
<v Felix>Und ja, ich glaube, ich würde - doch, ich würde das mitnehmen.

00:44:32.830 --> 00:44:38.440
<v Tobias>Wow. Also ich finde, wir haben dann in dieser Folge irgendwie wirklich eine
Lanze gebrochen. Nicht nur für das Anbaugebiet Württemberg, sondern eben auch

00:44:38.470 --> 00:44:42.220
<v Tobias>für die Rebsorten, insbesondere natürlich jetzt abschließend Lemberger.

00:44:42.340 --> 00:44:46.060
<v Tobias>Und da können wir jetzt eigentlich nur allen Zuhörerinnen und Zuhörern
empfehlen:

00:44:46.420 --> 00:44:49.120
<v Tobias>Beschäftigt euch mal ein bisschen mit dem Anbaugebiet.

00:44:49.120 --> 00:44:54.970
<v Tobias>Und bei dem Weingut Ellwanger wird man dann auch direkt,
sage ich mal, in Sachen guter Qualität fündig.

00:44:55.720 --> 00:44:57.010
<v Tobias>Vielen Dank, Felix.

00:44:57.190 --> 00:44:58.510
<v Felix>Bitte, bitte. Schön, dass ihr da wart.

00:44:58.540 --> 00:45:02.170
<v Tobias>Hat großen Spaß gemacht, trotz Nebel. Ja,
der ist ja jetzt, glaube ich, weg.

00:45:02.530 --> 00:45:08.710
<v Felix>Wir waren, das muss man vielleicht, wir waren in einer der schönsten Lagen und
wir haben genau nicht mal die Hand vor Augen gesehen. Weil es so neblig war.

00:45:08.830 --> 00:45:09.790
<v Tobias>Ja, obwohl es dann...

00:45:09.940 --> 00:45:11.830
<v Michael>Aber ich kann es mir vorstellen. Ich kann es mir vorstellen.

00:45:11.860 --> 00:45:12.790
<v Felix>Geistiges Auge.

00:45:12.940 --> 00:45:18.640
<v Michael>Und bitte vergesst jetzt auch nicht, jetzt schon für 2035 schon mal was
bestellen?

00:45:18.640 --> 00:45:19.270
<v Michael>Den Lemberger.

00:45:20.260 --> 00:45:20.440
<v Tobias>Richtig.

00:45:20.260 --> 00:45:28.060
<v Michael>Haben wir ja gelernt. Aber so lange braucht es gar nicht,
bis es das nächste Mal wieder heißt.

00:45:28.780 --> 00:45:29.860
<v Tobias>Bei Anruf.

00:45:30.640 --> 00:45:31.210
<v Felix>Wein.

00:45:33.010 --> 00:45:34.240
<v Tobias>Danke, vielen Dank!