WEBVTT

00:00:01.680 --> 00:00:12.960
<v Jörg>Wie Essgewohnheiten mehr ausfüllen als erfüllen. Warum du immer wieder in einer Schöpfung landest. Warum sich Konflikte wiederholen, obwohl du sie längst satt hast.

00:00:12.960 --> 00:00:20.600
<v Martina>Das sind keine Zufälle, die sie mussten. Muster ändert sich nicht durch Hoffen, sondern durch Hinschau.

00:00:20.600 --> 00:00:25.240
<v Jörg>Manchmal braucht es Schmerz, um den Perspektivenwechsel einzuleiten.

00:00:25.240 --> 00:00:34.080
<v Martina>In dieser Folge sprechen wir darüber, wie du erkennst, was dich steuert und wie du beginnst, es bewusst zu verändern.

00:00:40.560 --> 00:00:47.920
<v Jörg>Hallo und herzlich willkommen bei Gespiegelt!

00:00:47.480 --> 00:00:49.320
<v Martina>Der Podcast mit Martina Fuxjäger und Jörg Kollegger.

00:00:58.740 --> 00:01:09.780
<v Martina>Ja Jörg, du kennst ja das Zitat von Henry Ford: Wenn du immer tust, was du immer getan hast, wirst du immer das bekommen, was du immer bekommen hast.

00:01:09.340 --> 00:02:27.040
<v Martina>Das Zitat hat mich jetzt ein bisschen nachdenklich gemacht und da ist mir eine Geschichte eingefallen aus meiner Vergangenheit. Wie ich damals noch angestellt war, war es ja bei mir so, dass ich immer - bin ich natürlich auch nach wie vor, auf voller Energie, Ideen, Verantwortung und ich habe immer alles organisiert gemacht. Und war dann immer erschöpft davon. Wirklich auch ausgebrannt. Das ist oft so gegangen. Das ist in unterschiedlichen Projekten gegangen, in unterschiedlichen Situationen. Das Gefühl war immer dasselbe, aber halt sage ich jetzt wirklich andere Drehbücher dahinter. Bis ich mir dann selber mal die Frage gestellt habe: Hey Martina, warum treibe eigentlich ich immer an? Warum mache ich das immer? Ich war wirklich da immer die Antreiberin, die Möglichmacherin, bis ich mir dann wirklich einmal drauf gekommen bin, ja hey, wenn ich immer die Antreiber bin, haben ja die anderen gar nicht die Möglichkeit, auch etwas anzutreiben, weil ich anderen ja oft die Verantwortung abnehme. Jetzt brauchen sie quasi gar nicht die Verantwortung übernehmen, weil es macht eh eine. Das war für mich so ein spannender Aha-Effekt und da habe ich wirklich auch dieses Muster dahinter erkannt. Es war in so vielen unterschiedlichen Situationen und das Gefühl und das Ergebnis war immer dasselbe, bis ich dann begonnen habe, es zu ändern. Wie geht es denn dir da damit, ja gern?

00:02:37.360 --> 00:02:46.799
<v Jörg>War das so, nur mal zum Revue passieren lassen, war das so, also die anderen haben sie einfach zurückgelehnt, immer mehr und du hast eigentlich alles für die anderen mit übernommen und gemacht?

00:02:46.700 --> 00:03:16.860
<v Martina>Also nicht nur zurückgelehnt. Nein, nein, die haben natürlich auch getan. Mir, ich habe natürlich immer mehr da und mir ist gefühlt immer vorgekommen, die dann weniger als wie ich. Ich tue so viel, die dann weniger. Da bin ich wirklich in so einen Kreislauf hineingeraten. Und zum Glück habe ich dann, wie ich jetzt dieses Zitat gelesen habe von Henry Ford, ist mir das wirklich wieder in den Sinn gekommen, wo ich mir selber diese Frage gestellt habe, warum treibe ich eigentlich immer an? Und wenn ich das Muster nicht ändere, wird sie ja nichts verändern.

00:03:16.400 --> 00:03:30.519
<v Jörg>Ist glaube ich so ein gutes Muster eigentlich, um ins Burnout zu kommen. Also immer wieder tun, tun, tun, total über die eigenen Stränge ziehen und da wirklich so die Selbstausbeutung eigentlich voranzutreiben.

00:03:30.700 --> 00:03:48.519
<v Martina>Und da habe ich dann auch wirklich gemerkt, dass das Muster dahinter und auch selbst die Beziehung zu mir, zu meinen Kollegen. Da spielt ja dann auch wieder dieses Beziehungsthema eine große Rolle. Das ist ja dann eigentlich kein Zufallsprodukt, sondern das obliegt ja gewissen Mustern und Dynamiken dahinter.

00:03:48.680 --> 00:03:56.959
<v Jörg>Was war denn so für dich dieser ausschlaggebende Punkt, wo du gesagt hast, okay, das ist jetzt ein Muster, da will ich was verändern. Wie sind das bei dir gegangen?

00:03:56.959 --> 00:04:27.600
<v Martina>Das war wirklich, wie ich ausgebrannt und erschöpft war. Dadurch war das wirklich sehr oft passiert. Ich sage jetzt wirklich passiert ist, weil es mir damals passiert ist. Und das ist ja der Unterschied zwischen passieren oder selbstbewusst was gestalten. War da wirklich der ausschlaggebende Punkt, diese Frage, die ich mir gestellt habe. Und dann vom Passieren ins Gestalten zu kommen, wie kann ich es selber gestalten, damit ich in eine andere Richtung gehe, damit es mir gut damit geht.

00:04:27.100 --> 00:04:40.140
<v Jörg>Und bist du dabei eher irgendwo draufgekommen, warum du das so gemacht hast? Also im Nachhinein, ich sagt man, so ist man immer gescheiter. Da liegt ja oft irgendwas tiefer Liegendes zugrunde, was einen dazu bewegt, so etwas überhaupt zu tun.

00:04:39.840 --> 00:05:34.440
<v Martina>Genau, ich habe mir Unterstützung geholt. Ich habe mir wirklich einen Mentor geholt, wo ich gewusst habe, ja, ich sollte sagen, ich durchblicke das nicht alleine. Ich hole mir Unterstützung und anhand dieses Mentors sind wir so auf mein auf ein Thema bei mir draufkommen, was wirklich mit meinem Selbstwert zu tun hat. Natürlich mit mehr arbeiten, mehr sagen, was ich kann wollte ich natürlich da so diesen niedrigen Selbstwert, den ich gehabt habe, ausgleichen. Und das ist ein Thema gewesen und dieses Muster dahinter aus familiären Prägungen, aus Erziehungen, ja: Wenn man was tut, ist man was wert. Das zahlt natürlich auch wieder auf diesen Selbstwert ein. Ich habe mich damals so gefühlt, ich bin nur was wert, wenn ich auch was tue. Heißt quasi, wenn ich wirklich immer in Bewegung bin, immer was tue und Rasten gibt es quasi nicht. Das war so diese Erkenntnis daraus, ja.

00:05:34.440 --> 00:05:40.280
<v Jörg>Also der Schlüssel war der Perspektivenwechsel, den du bekommen hast durch deinen Mentor oder Mentorin.

00:05:40.280 --> 00:05:41.400
<v Martina>Genau.

00:05:40.960 --> 00:05:56.540
<v Jörg>Dadurch auch diese großartige Änderung. Weil so, wie es jetzt bei dir wahrnehmen, kenne ich jetzt von früher nicht, aber bist du so erfüllt in dem, was du tust, mit so einer Freude und so, also weit weg von jeglichem Muster in dieser Hinsicht?

00:05:56.540 --> 00:06:22.800
<v Martina>Ja, genau. Also ich bin natürlich immer noch voller Tatendrang, Ideen und Innovationen, aber es erschöpft mich nicht mehr, sondern es erfüllt mich. Und das ist der grosse Unterschied. Ganz ehrlich, ich wäre da allein nicht drauf gekommen und ich bin sehr froh, dass ich mir Unterstützung geholt habe. Was da dahinter liegt, war mir nicht bewusst, habe ich noch nie gelernt, noch nie gehört. Und da habe ich einen Riesen, habe ich wirklich Riesenschritte nach vorne gemacht und bin jetzt erfüllt im Tun. Und das ist das Schöne.

00:06:24.000 --> 00:06:26.800
<v Jörg>Diese blinden Flecken da, die man so schön hat.

00:06:26.800 --> 00:06:29.280
<v Martina>Ja, genau, genau. Und da wollte ich dich jetzt auch fragen, gibt es das auch bei dir?

00:06:30.780 --> 00:06:55.540
<v Jörg>Sicher, also ich glaube ganz ehrlich, dass es kaum jemanden gibt, wo jetzt nicht irgendwelche Muster da sind, aber so wie es bei mir war, waren halt auch viele da, die einfach auf so stark unbewussten Level da waren. Auch so wie ich es vorher gesagt habe mit dem blinden Fleck, der war einfach da, ich konnte es nicht erkennen. Und meistens, zumindest war es bei mir so, sehe ich es dann halt erst, wenn irgendwann der Schmerz so groß wird, dass man was ändern möchte.

00:06:55.540 --> 00:06:59.139
<v Martina>Okay, und hast du da ein handfestes Beispiel für uns?

00:06:59.139 --> 00:07:20.720
<v Jörg>Bei mir war viel, also ich war so fokussiert auf das, auf mein Tun und Arbeiten und all das, dass ich einfach immer mehr, dass so etwas wie Nahrungsaufnahme und so weiter, immer mehr auf, nicht vernachlässigt, sondern eher es muss schnell gehen, es war kein Genuss mehr, sondern einfach nur Mittel zum Zweck quasi.

00:07:20.720 --> 00:07:23.520
<v Martina>Also wirklich so reingeschobt während dem Essen.

00:07:23.680 --> 00:07:42.520
<v Jörg>Ja, eingeatmet ich muss fast direkt dazu sagen, wie es war. Und da halt auch nicht immer die besten Sachen, sondern einfach zu schauen, wie es möglichst schnell gehen kann. War jetzt zwar kein Fast Food, aber trotzdem nicht gerade was, wo ich mir jetzt sag, da lebt man gesund davon.

00:07:42.520 --> 00:07:47.880
<v Martina>Wie ist denn dann den Körper da damit gegangen, ja? Wenn man wirklich so schnell auch die Nahrung aufnimmt?

00:07:47.880 --> 00:08:21.259
<v Jörg>Naja, die Hosen werden immer enger und du kaufst dann Gewand, bis ich dann früher mal gesagt habe, so aus. Also so kann es auch nicht weitergehen. Ich tu mir selber nichts Gutes und ich mache dann, auch wenn die Kinder noch so jung waren, auch meinen Kindern nichts Gutes damit vor. Ich habe eigentlich auch keine Lust gehabt, jetzt noch irgendwie eine Kleidungsgröße größer zu kaufen. Ich habe gesagt, so aus! Wenn ich da nicht mehr reinpasse, dann laufe ich nackt herum. Und das war, glaube ich, so dieser eigene Druck, wo ich gesagt habe, okay, das ist jetzt ein Stopp. Und das wollte ich dann doch niemanden zumuten.

00:08:21.419 --> 00:08:24.860
<v Martina>Hat das dann wirklich so eine eigene Dynamik angenommen?

00:08:24.340 --> 00:08:26.100
<v Jörg>Wie meinst du das genau mit eigener Dynamiken?

00:08:26.180 --> 00:08:41.180
<v Martina>Also, dass du wirklich das auch erkannt hast, zum einen, ja, passt, jetzt passt mir die Hose nicht mehr, aber dann bist du immer mehr ins Tun gekommen, um herauszukommen, um einen fitteren Körper, einen gesunderen Körper, dass du das dann annimmst?

00:08:41.180 --> 00:10:53.320
<v Jörg>Ja, es war auf alle Fälle und es ist nach wie vor ein Weg. Wenn ich zurückdenke, ich war so als Kind, Jugendlicher oder sowas, mehr so der Fleischtiger und Gemüse - ich habe es Anfang gekocht nie vertragen, roh gerne gegessen, aber ausgewogen ist was anderes. Auf dem Weg war es dann so, dass ich einfach gesagt habe, okay, also ich will mir wirklich was Gutes tun. Ich merke manchmal, wenn ich dann so doch mal auf Urlaub bin und da so ausgewogene Kost, also von allem einfach was dabei ist. Ich habe begonnen, einfach das mehr zu genießen, also mehr zu probieren, mehr diese Vielfalt einfach auszukosten. Und habe mir gesagt: Ja, das möchte ich eigentlich nicht nur im Urlaub haben, sondern das kann das ganze Jahr über so zu sein. Und habe einfach auch mit der Familie beschlossen, dass wir sagen, so, wir. Ich meine, ich habe schon immer frisch gekocht zu Hause, aber es war irgendwann einmal so ein Radl, ja immer wieder dieselben zehn Gerichte zum Beispiel. Mir war das zu fad dann. Und jetzt habe ich gesagt, so aus: Wir machen jetzt mal wirklich so einen Monat durch, jeden Tag ein neues Gericht, frisch gekocht mit eurem möglichen Vielfalt. Wir haben so einen Spaß gehabt, auch miteinander zu kochen, dann immer wieder. Kinder kommen von der Schule heim, wir machen gemeinsam am Wochenende vor allem noch mehr oder mit meiner Frau gemeinsam. Es ist wirklich schön und lustig und es geht so einfach mit so vielen Sachen. Und ich habe mir dann etliches zusammengeschrieben und ich experimentiere halt gern. Ich bin nicht so der Rezeptkocher, sondern mehr der, ich meine, schon auch, aber mehr der, der sich selber einfach irgendwas zusammenstellt und noch gefühlt hat. Und ja, da habe ich einfach gemerkt, wie viel mehr Energie und Power mein Körper dann auch wieder hat. Wie viel mehr Kraft wieder da ist, wie die Leistung auch wieder steigt damit. Gleichzeitig habe ich es auch geschafft, dadurch einfach mehr, mir mehr Zeit zu nehmen, auch für all das, einfach mehr zu genießen. Also nicht so schnell heimkommen, ah, okay, ich habe keine Ahnung, halbe Stunde Zeit für Kochen und Essen und alles zusammen. Jetzt ist es, es dauert, solange es eben dauert.

00:10:53.399 --> 00:11:22.920
<v Martina>Schön. Also ich finde ja, anhand unserer beiden Beispiele erkennt man das ja gut, wenn man sich einmal einem Muster bewusst geworden ist in die Veränderung, sage ich jetzt mal, wirklich Schritt für Schritt, sich begibt, dann bekommt man auch was anderes. Bei mir war es jetzt zum Beispiel im Beruf, eine Erfüllung statt der Schöpfung. Bei dir zum Beispiel im Gesundheitsbereich, im Körperlichen. Dass du da wirklich mehr Energie gehabt hast, eine Leichtigkeit, plötzlich ein Genuss vorgefunden hast. Das ist das Schöne.

00:11:24.240 --> 00:11:26.480
<v Jörg>Mehr erfüllt als ausgefüllt sind, ja.

00:11:26.800 --> 00:11:42.840
<v Martina>Aber das ist die Schöne, wenn ich jetzt nur mehr auf dieses Zitat zurückkomme wenn du immer tust, was du immer getan hast, wirst du immer das bekommen, was du immer bekommen hast. Da sieht man wirklich schön, wenn man bereit ist, einen ersten Schritt der Veränderung zu machen, kriegt man dann auch was anderes.

00:11:42.520 --> 00:11:49.240
<v Jörg>Vor allem, du kannst so leicht auf Muster draufkommen, wenn du dir Unterstützung suchst und sagst, schauen wir da mal gemeinsam hin.

00:11:49.240 --> 00:11:49.480
<v Martina>Genau.

00:11:49.640 --> 00:12:00.600
<v Jörg>Das tut kaum weh, das ist eine einfache Sache, was du es machen kannst. Und oft ist es schon, wenn du dir dessen bewusst bist, ist das schon mal der erste Schritt zur Veränderung? Und dann kannst du viel, viel leichter weitergehen.

00:12:00.600 --> 00:12:23.500
<v Martina>Und wer da auch gerne Unterstützung sucht: Wir bieten neben unseren Podcast-Impulsen und Inspirationen auch Live-Workshops an, wo sich alles auch um dieses Thema Beziehung, Beziehungen verstehen, gestalten und dadurch erfüllt leben.Da bieten wir die Workshops an. Auf unserer Website www.gespiegelt.jetzt gibt es auch da jegliche Infos dazu.

00:12:23.500 --> 00:12:40.620
<v Jörg>Genau, also wenn dich das interessiert, schau einfach mal rein oder kannst du auch auf Social Media und überall in den Kommentaren dazu posten und auch gerne mal dort oder da deine Fragen hinterlassen und mal schauen. Vielleicht machen wir auch eine extra Folge dazu, einmal wenn das was ist, was einfach mehrere betrifft, um da einfach noch mehr unterstützen zu können.

00:12:45.800 --> 00:12:57.000
<v Jörg>Danke, dass du heute dabei warst. Wenn dich etwas bewegt hat, bleib dran. Veränderung beginnt mit einem Gedanken, einem Gefühl, einem Schritt.

00:12:57.000 --> 00:13:06.800
<v Martina>Für weitere Impulse hör gern wieder rein bei: Gespiegelt! Der Podcast mit Martina Fuxjäger und Jörg Kollegger.