WEBVTT

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Türchen Nummer 2 Hallo und herzlich willkommen zum zweiten Türchen im Silicon

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Weekly Adventskalender.

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Ich bin Caspar und ich begrüße euch in der Rubrik Was wurde eigentlich aus?

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Hier schauen wir uns spannende Hard- und Software an, die einmal extrem gehypt

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war und dann abgestürzt ist.

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Und den Anfang macht ein Gerät, das seinerzeit ungefähr zwölf Jahre voraus war. Google Glass.

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Wir schreiben das Jahr 2012. Google präsentiert auf der Google I.O.

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Eine revolutionäre Datenbrille. Und das in spektakulärer Weise.

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Mit einem atemberaubenden Fallschirmsprung wird die Aktion sogar live per Brille gestreamt.

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Die Vision dahinter war klar. Informationen sollen direkt in eurem Sichtfeld

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erscheinen, immer dann, wenn ihr sie braucht.

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Das Smartphone würde in vielen Momenten einfach überflüssig werden.

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Und technisch gesehen? Google Glass war für die damalige Zeit wirklich beeindruckend.

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Eine kleine Kamera, ein Mikrofon, eine Touchfläche im Bügel,

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Sprachsteuerung und ein Prisma, das Informationen direkt ins Sichtfeld projiziert.

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Alles zusammengepfercht in ein Gestell, das aussah wie aus einem Science-Fiction-Film.

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Viele in der Tech-Welt waren elektrisiert. Alle wollten sofort ausprobieren,

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wie sich das anfühlt, diese digital erweiterte Realität vor den eigenen Augen

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zu spüren und zu sehen. Die Begeisterung war groß.

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Doch sehr schnell kam auch die Ernüchterung. Es gab nämlich drei Probleme.

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Erstens, der Preis. Die sogenannte Explorer Edition kostete rund 1500 US-Dollar

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und war nur für ausgewählte Testerinnen und Tester erhältlich.

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Für den Massenmarkt viel zu teuer.

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Zweitens, das Design. Ja, es wirkte futuristisch, aber eben nicht unbedingt

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immer im positiven Sinne.

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Wer Google Glass trug, fiel sofort auf. In einigen Bars und an öffentlichen

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Orten war es NutzerInnen sogar verboten, die Brille zu tragen.

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Ein Begriff entstand in dieser Zeit.

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Glasshole. Eine Zusammensetzung aus Glass und Asshole. Das Image der Brille

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hat erheblich darunter gelitten.

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Und drittens Datenschutz. Die Kamera im Brillenbügel machte vielen Menschen Angst.

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Allein die Vorstellung, ungefragt gefilmt zu werden und das nicht mitzubekommen,

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war für viele beängstigend.

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Und genau in dieser Phase begann auch noch eine gesellschaftliche Debatte über

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Überwachung und Privatsphäre im digitalen Raum.

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Google Glass traf also in negativen Sinne einen empfindlichen Nerv und die öffentliche

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Stimmung gegenüber Kameras im Alltag war ohnehin schon angespannt.

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All diese Faktoren zusammenführten dazu, dass Google 2015 die Consumer-Version einstellte.

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Es gab zwar noch eine Enterprise Edition für Fabriken, Krankenhäuser,

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Lagerhallen, also für Arbeitsumgebungen, in denen solche Brillen wirklich hilfreich sind.

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Aber der große Durchbruch am Markt blieb aus.

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Im März 2023 zog Google dann schließlich endgültig den Stecker.

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Damit endet die Geschichte der Hardware. Aber hier kommt das Interessante.

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Die Idee selber ist lebendiger denn je. Ihr wisst es selbst.

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Google arbeitet inzwischen wieder an einer Virtual Reality Plattform für neue Brillen und Headsets.

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Erste Prototypen wurden auf der Google I.O. in diesem Jahr vorgestellt.

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Vieles von dem, was Google Glass damals versprochen hat, ist heute möglich.

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Es war also vielleicht nicht das falsche Produkt. Es war aber definitiv der falsche Zeitpunkt.