WEBVTT

00:00:00.440 --> 00:00:03.840
Klein: Lieber Herr Khella, wenn es drei Worte gibt die sie gut

00:00:03.840 --> 00:00:06.280
beschreiben welche drei Worte wären das?

00:00:07.640 --> 00:00:10.560
Khella: Ich würde sagen Bescheidenheit.

00:00:11.240 --> 00:00:13.080
Ich habe keine großen Ansprüche.

00:00:17.200 --> 00:00:24.360
Aufrichtigkeit würde ich sagen Aufrichtigkeit und hilfsbereit zu sein.

00:00:26.000 --> 00:00:29.520
Klein: Gibt es für Sie so etwas wie eine Lebensphilosophie?

00:00:30.920 --> 00:00:32.080
Khella: Das kann ich schon sagen.

00:00:33.680 --> 00:00:34.680
Also ich würde sagen.

00:00:36.480 --> 00:00:42.240
Ich verehre die Askese und habe mir auch mal überlegt Mönch zu werden.

00:00:42.600 --> 00:00:47.520
Dann habe ich gebetet und ich habe deutlich erfahren, ich eine Mission

00:00:47.880 --> 00:00:50.800
in der Welt also nicht zum Kloster sondern in die Mission.

00:00:51.560 --> 00:00:57.080
In die Welt, also in die Gesellschaft kommen und da arbeiten. Da habe

00:00:57.080 --> 00:00:58.040
ich eine Mission.

00:01:00.000 --> 00:01:03.240
Klein: Gibt es so etwas wie einen besten guten Ratschlag den Sie je

00:01:03.240 --> 00:01:03.960
bekommen haben?

00:01:07.000 --> 00:01:11.960
Khella: Ich habe von Kindheit aus viele ältere Leute besucht um mich

00:01:11.960 --> 00:01:12.720
zu beraten.

00:01:14.920 --> 00:01:20.760
Der beste Ratschlag vielleicht, ist nicht zu sehr nach Reichtum

00:01:22.160 --> 00:01:27.760
suchen, sondern eher nach einem idealen Ziel. Also ich hab sehr früh,

00:01:28.280 --> 00:01:31.400
ich muss sagen meine Eltern sind nicht arm und wir sind vielleicht

00:01:31.680 --> 00:01:36.200
guter Mittelstand, aber dann haben ich gelernt, es kommt nicht auf den

00:01:36.200 --> 00:01:37.040
Besitz an.

00:01:38.760 --> 00:01:41.680
Klein: Gibt es für Sie so etwas wie ein Vorbild in der Sozialen

00:01:41.680 --> 00:01:42.080
Arbeit?

00:01:44.800 --> 00:01:44.840
Khella: Ja die Vorbilder vielleicht eher im Mittelalter als in der

00:01:44.840 --> 00:01:44.920
Neuzeit, denn da gab es also natürlich Bekannte Bethel und andere

00:01:44.920 --> 00:01:44.960
Begründer, auch hier aus Hamburg, die Institutionen eingerichtet

00:01:44.960 --> 00:01:45.040
haben, die bis heute noch bestehen wie das Rauhe Haus in Hamburg. Das

00:01:45.040 --> 00:01:45.080
sind durch aus Vorbilder.

00:02:07.600 --> 00:02:10.520
Klein: Warum interessieren Sie sich überhaupt für die soziale Arbeit?

00:02:10.960 --> 00:02:14.680
Khella: Ja bitteschön, ich war schon immer sozial eingestellt.

00:02:15.160 --> 00:02:18.880
Und da habe ich schon in der Schulzeit versucht.

00:02:20.760 --> 00:02:26.640
Ich komme aus Oberägypten, da gibt es auch Armut. Meine eigenen Eltern

00:02:26.640 --> 00:02:33.400
sind reich und ich hatte also kein Bedürfnis nach Reichtum oder nach

00:02:33.400 --> 00:02:33.760
Besitz.

00:02:34.240 --> 00:02:39.120
Ich habe diese armen Leute besucht in ihren Häusern und fand, dass sie

00:02:39.600 --> 00:02:45.520
moralisch und ethisch viel höher stehen als die reichen Leute zu denen

00:02:45.520 --> 00:02:46.240
ich gehöre.

00:02:47.800 --> 00:02:50.600
Klein: Dann dürfte man ja davon ausgehen dass sie sich vor allen

00:02:50.600 --> 00:02:53.360
Dingen für die Praxis der sozialen Arbeit interessieren aber sie haben

00:02:53.360 --> 00:02:55.040
viel zur Theorie gearbeitet.

00:02:55.400 --> 00:02:58.360
Warum haben Sie sich für die Theorie Sozialer Arbeit interessiert?

00:02:58.840 --> 00:03:00.800
Khella: Ja das ist eine sehr gute Frage.

00:03:01.320 --> 00:03:05.440
Ich erinnere mich an einen Bundeskongress für Sozialarbeiter, wo ich

00:03:05.440 --> 00:03:06.720
also gesprochen habe als Redner.

00:03:08.360 --> 00:03:11.000
Und da kamen Schreie aus dem Publikum.

00:03:11.320 --> 00:03:14.520
Die sind alle Sozialarbeiter und sagten Praxis, Praxis wollen wir

00:03:14.520 --> 00:03:24.520
hören. Also dann musste ich zur Praxis etwas sagen, aber ich bin sehr

00:03:24.520 --> 00:03:27.760
menschlich verbunden. Bin mit armen Menschen sehr verbunden. Gehöre zu

00:03:27.760 --> 00:03:27.920
Ihnen.

00:03:30.760 --> 00:03:35.280
Ich habe Arme in ihren Häusern besucht und da fühlte ich mich sehr zu

00:03:35.280 --> 00:03:38.680
Hause, eher als in die Schicht zu der ich gehöre, die Aristokratie.

00:03:40.880 --> 00:03:44.960
Klein: Und warum habe Sie sich für die Theorie so interessiert, wenn

00:03:45.000 --> 00:03:46.000
alle Praxis rufen?

00:03:48.040 --> 00:03:54.560
Khella: Ja also der Kopf und ich intellektuell bin nahe zu hundert

00:03:54.560 --> 00:03:57.280
Prozent theoretisch orientiert.

00:03:57.320 --> 00:04:03.360
Das gefiel mir wenn der Lehrer ne Rechenaufgabe an die Tafel

00:04:03.520 --> 00:04:07.440
dargestellt hat, fragte ich mich was steckt dahinter theoretisch.

00:04:09.640 --> 00:04:10.120
Klein: Okey. Vielen Dank.

00:04:11.440 --> 00:04:12.920
Helmut Lambers wird Sie jetzt kurz vorstellen.

00:04:14.640 --> 00:04:18.760
Lambers: Als einen ganz besonderen Gast dürfen wir heute Karam Khella

00:04:18.760 --> 00:04:21.160
hier begrüßen.

00:04:21.800 --> 00:04:27.440
Ich freue mich sehr, dass sie zu uns gekommen sind. Bevor wir ihnen

00:04:27.440 --> 00:04:31.760
Fragen stellen zu ihren vielen vielen Büchern zur Sozialen Arbeit

00:04:32.200 --> 00:04:34.760
möchte ich Sie kurz in der Biografie vorstellen.

00:04:35.080 --> 00:04:37.600
Eine ganz kurze einen kurzen Abriss.

00:04:38.240 --> 00:04:43.440
Sie sind in Ägypten geboren und haben dort in Kairo Theologie und

00:04:43.440 --> 00:04:45.040
Sprachwissenschaft studiert.

00:04:46.160 --> 00:04:51.600
Und sind dann 1958 im Rahmen eines Austauschprogramms an die

00:04:51.600 --> 00:04:58.040
Universität Hamburg gekommen. In Kiel an der Universität Kiel haben

00:04:58.040 --> 00:05:06.520
Sie promoviert an der Theologischen Fakultät und waren viele Jahre in

00:05:06.520 --> 00:05:12.440
der Lehre an den Universitäten in Bremen, Hamburg, Marburg und auch in

00:05:12.440 --> 00:05:18.280
vielen europäischen und außereuropäischen Universitäten haben sie

00:05:18.280 --> 00:05:18.720
gelehrt.

00:05:19.920 --> 00:05:27.520
Sie haben 1971 bis 1982 einen sozialpädagogischen Zusatz und

00:05:27.520 --> 00:05:33.040
Aufbaustudiengang an der Universität in Hamburg mit aufgebaut.

00:05:33.600 --> 00:05:38.080
Der wurde leider 1982 aus dem Lehrangebot gestrichen.

00:05:40.120 --> 00:05:45.760
Sie haben bis zu diesem Zeitpunkt, man sieht ja schon hier, eine Reihe

00:05:45.760 --> 00:05:52.960
von Publikationen zur sozialen Arbeit angefertigt.

00:05:54.480 --> 00:05:58.360
Ich werde gleich mal kurz zu mindestens einige in die Kamera zeigen.

00:05:59.760 --> 00:06:04.320
Sie haben aber nicht nur über Soziale Arbeit publiziert, sondern

00:06:04.320 --> 00:06:08.920
eigentlich Ihr Hauptwerk, ich glaube es sind über 60 Monographien und

00:06:08.920 --> 00:06:13.560
Herausgeber Werke, zu Fragen der Philosophie, der Anthropologie, der

00:06:13.560 --> 00:06:18.040
Psychologie, der Kirchengeschichte, der Psychopathologie und so

00:06:18.040 --> 00:06:18.440
weiter.

00:06:18.920 --> 00:06:22.160
Vor allen Dingen Themen wie Wirtschaft und Imperialismusforschung,

00:06:22.840 --> 00:06:28.000
Gesellschaftsanalyse also all zu all diesen Themen haben sie enorm

00:06:28.000 --> 00:06:33.480
viel publiziert, auch viele Literaturkritiker, viele Übersetzungen aus

00:06:33.480 --> 00:06:37.840
dem Arabischen, in das aber aus dem arabischen oder auch in das

00:06:37.840 --> 00:06:38.560
Arabische.

00:06:39.080 --> 00:06:43.640
Speziell zu Themen über Afrika, Palästina und Israel.

00:06:44.760 --> 00:06:47.800
Und ja ich hatte gerade schon darauf hingewiesen.

00:06:48.000 --> 00:06:52.600
Uns interessiert besonders natürlich ihre Publikationen zu Theorie und

00:06:52.600 --> 00:06:55.760
Praxis der Sozialarbeit und Sozialpädagogik.

00:06:56.800 --> 00:07:02.560
Ich muss sagen das war das erste Buch in meinem Studiengang habe als

00:07:02.600 --> 00:07:03.520
ich gelesen habe.

00:07:04.000 --> 00:07:04.400
Khella: In welcher Stadt?

00:07:05.200 --> 00:07:10.760
Lambers: 1973 bis 1976 habe ich erstmal studiert, Soziale Arbeit, und

00:07:10.760 --> 00:07:12.440
da bin ich hier drüber gestolpert.

00:07:12.760 --> 00:07:13.600
Ich fand das gut.

00:07:14.040 --> 00:07:15.600
Das war übersichtlich.

00:07:15.640 --> 00:07:19.960
Das war nicht besonders dick aber es hörte ja nicht auf es ging

00:07:19.960 --> 00:07:20.360
weiter.

00:07:20.800 --> 00:07:25.080
Sehr interessant an ihre Publikation Sozialarbeit von unten.

00:07:25.120 --> 00:07:28.640
Ich halte mal kurz in die Kamera Sozialarbeit von unten.

00:07:28.640 --> 00:07:30.760
Da kommen wir gleich noch mal darauf zu sprechen.

00:07:31.400 --> 00:07:32.880
Und dann es richtig los.

00:07:34.760 --> 00:07:38.920
Dann kam das Handbuch Einführung in die Sozialarbeit und

00:07:38.920 --> 00:07:40.200
Sozialpädagogik.

00:07:40.640 --> 00:07:45.000
Teil eins, Teil zwei und ich meine es gab auch nur einen Teil drei.

00:07:45.800 --> 00:07:52.960
Sie sehen es reißt nicht ab. Dann haben wir noch Band zwei der Theorie

00:07:52.960 --> 00:07:54.560
und Praxis der Sozialarbeit und Sozialpädagogik.

00:07:55.720 --> 00:07:59.760
Und was dann ja ganz spannend ist, das haben sie uns ja

00:07:59.800 --> 00:08:02.160
dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.

00:08:02.560 --> 00:08:11.920
Sie haben dann im Jahr 2008 die universalistische Erkenntnis-und

00:08:12.200 --> 00:08:14.120
Geschichtstheorie geschrieben.

00:08:14.960 --> 00:08:19.160
Darauf kommen wir vielleicht auch noch gleich zu sprechen, worin sie

00:08:19.160 --> 00:08:24.440
dann nochmal begründen, weshalb aus ihrer Sicht eigentlich die Politik

00:08:25.080 --> 00:08:30.280
neben der Ökonomie eigentlich ja die zentrale Kategorie ist.

00:08:30.280 --> 00:08:32.880
Sie sprechen vom Primat der Politik.

00:08:33.880 --> 00:08:38.520
Jetzt bin ich froh dass ich das einigermaßen vollständig vorgestellt

00:08:38.520 --> 00:08:43.360
habe und würde ganz gerne jetzt konkret zu Ihrer Theorie schon mal,

00:08:44.240 --> 00:08:46.360
eine erste Frage stellen wollen.

00:08:48.080 --> 00:08:54.000
Sie haben in Ihrem Buch damals geschrieben, dass es darum geht die

00:08:54.000 --> 00:08:59.240
Gesellschaft ja zu analysieren ein Bild von Gesellschaft zu bekommen.

00:09:00.080 --> 00:09:03.640
Und da haben Sie geschrieben, dass die Menschen in einem

00:09:03.640 --> 00:09:05.960
selbstgebauten Gefängnis leben.

00:09:06.720 --> 00:09:10.320
Und dort die Aufsicht über sich selber führen.

00:09:11.000 --> 00:09:15.240
Können Sie kurz erläutern wie sie zu diesem Ergebnis gekommen sind.

00:09:16.320 --> 00:09:19.560
Khella: Ja vielen Dank. Ich sehe halt, dass sehr viele

00:09:19.880 --> 00:09:24.160
Auseinandersetzungen mit meiner Arbeit hier in ihren Kreisen gemacht

00:09:24.160 --> 00:09:28.120
worden sind und darum kann ich mich kurz fassen.

00:09:29.240 --> 00:09:35.000
Ich habe natürlich immer nachgedacht, schon immer und gesehen, da gibt

00:09:35.000 --> 00:09:39.520
es noch Lücken trotz allem was wir an Universitäten lernen oder später

00:09:39.800 --> 00:09:44.320
lehren, gibt es Lücken und vielleicht sind diese Lücken nicht

00:09:44.320 --> 00:09:46.880
zufällig, sondern sie sind unerwünscht.

00:09:48.080 --> 00:09:52.160
Es gab bei mir die Tendenz diese Lücken auszufüllen und die

00:09:52.160 --> 00:09:56.440
Wissenschaft als integrierter Wissenschaft, ich sage anthropologisch

00:09:56.440 --> 00:09:58.400
den Menschen voll erfassen.

00:10:03.800 --> 00:10:06.360
Klein: Aber, wenn sie von einem selbst gebauten Gefängnis sprechen,

00:10:06.920 --> 00:10:07.840
was meinen Sie denn damit?

00:10:11.000 --> 00:10:11.080
Khella: Also ich habe Gefange in ihren Gefängnissen, auch hier in

00:10:11.080 --> 00:10:11.160
Hamburg, wegen Flugzeugentführung in Hamburg gefangen bis heute.

00:10:21.840 --> 00:10:24.320
Ich habe sie besucht, die Frau war absolut frei und sie stand hinter

00:10:24.320 --> 00:10:29.560
dicken Gittern, aber sie war ein freier Mensch trotzdem.

00:10:31.280 --> 00:10:33.000
Selbst gebaute Gefängnisse in denen ich auch teilweise gelebt habe,

00:10:36.560 --> 00:10:40.920
das tun wir, weil wir unseren Mitmenschen misstrauen, oder, weil sie

00:10:40.920 --> 00:10:41.360
auch selber unehrlich sind.

00:10:47.280 --> 00:10:54.400
Und dieser Versuch selbst gefangen zu halten ist ein Schutz, aber in

00:10:54.400 --> 00:10:57.240
falscher Form von Selbstschutz.

00:10:59.240 --> 00:10:59.920
Ja müssen wir bekämpfen.

00:11:02.040 --> 00:11:05.760
Klein: In Ihrer Theorie reden oder beschreiben Sie den Menschen auch

00:11:05.800 --> 00:11:09.160
als Produkt gesellschaftlich ökonomischer Verhältnisse?

00:11:10.280 --> 00:11:14.440
Macht das den Menschen aus oder ist der Mensch nicht auch Gestalter

00:11:14.440 --> 00:11:15.240
von Gesellschaft?

00:11:15.280 --> 00:11:19.720
Khella: Ja das ist also sehr gut und sie machen mich aufmerksam auch

00:11:19.960 --> 00:11:26.040
auf den Punkt wo ich habe den Marxismus gut studiert und damals auch

00:11:26.040 --> 00:11:36.760
gelesen und sah, dass er zu sehr auf die Basis von Ökonomie legt und

00:11:36.840 --> 00:11:41.120
ich sage nein der Mensch ist auch ein intellektuelles Wesen.

00:11:42.200 --> 00:11:44.240
Der denkt, dass muss nachgetragen werden.

00:11:49.320 --> 00:11:51.560
Lambers: Sie ja vertreten.

00:11:52.680 --> 00:11:54.680
Ich habe es gerade schon mal gezeigt.

00:11:55.920 --> 00:12:03.200
Ein ja einen Ansatz einer Sozialarbeit von unten. Was meinen Sie mit

00:12:03.200 --> 00:12:04.720
Sozialarbeit von unten?

00:12:07.160 --> 00:12:11.400
Khella: Ja also ich habe natürlich als Lehrer für Sozialpädagogik und

00:12:11.400 --> 00:12:17.080
selbst auch Sozialarbeit gemacht und Studierende vergessen sehr rasch

00:12:19.360 --> 00:12:26.160
die Basis der Gesellschaft, die unten ist, Arbeiter und auch Bettler

00:12:26.160 --> 00:12:30.720
und Leute, die auf Hilfe angewiesen sind.

00:12:32.080 --> 00:12:37.640
Ja und darum müssen wir nach unten gehen, um die Gesellschaft zu

00:12:37.640 --> 00:12:38.120
verstehen.

00:12:38.520 --> 00:12:44.040
Es sind ja nicht nur Reiche und Beamte und große Kaufleute, die hier

00:12:44.480 --> 00:12:45.840
leben, sondern auch die Armen.

00:12:46.280 --> 00:12:49.240
Die müssen wir lernen kennenlernen also nach unten gehen.

00:12:50.280 --> 00:12:53.840
Lambers: Ja Sie schreiben mir auch deutlich, dass die Soziale Arbeit

00:12:54.640 --> 00:12:59.040
ja die Entstehung von Armut auch in den Blick nehmen soll.

00:13:00.880 --> 00:13:06.080
Sie muss sich die Frage stellen, weshalb entsteht Armut überhaupt.

00:13:07.320 --> 00:13:10.360
Aber wie soll wie kann Soziale Arbeit das konkret machen?

00:13:14.160 --> 00:13:14.320
Khella: Das ist natürlich die Frage, die jeder sich stellen muss, wenn

00:13:16.560 --> 00:13:21.160
man sich mit Sozialpädagogik Sozialarbeit befassen muss.

00:13:23.000 --> 00:13:24.960
Und wir werden ausgebildet zu schmalspurig. Also wir müssen selber

00:13:24.960 --> 00:13:30.400
diese Schmalspur ausweiten und uns orientieren.

00:13:33.520 --> 00:13:34.920
Wohin orientieren wir?

00:13:35.200 --> 00:13:37.320
Ich persönlich komme aus einer reichen Familie, das machte mich

00:13:37.320 --> 00:13:43.120
empfindlich für die Armut. dass die Leute tatsächlich manchmal nicht

00:13:43.120 --> 00:13:48.400
genug zu essen, das ist sehr fatal. Ja da müssen wir darauf aufmerksam

00:13:48.400 --> 00:13:48.800
machen.

00:13:51.960 --> 00:13:55.280
Klein: Wenn es eine Sozialarbeit von unten gibt, gibt es dann noch

00:13:55.280 --> 00:13:56.560
eine Sozialarbeit von oben?

00:13:59.280 --> 00:14:04.600
Khella: Lange Zeit vielleicht ausschließlich und unsere Orientierung

00:14:04.600 --> 00:14:10.840
als Sozialarbeit kommt daher, dass wir die Menschen unten als

00:14:10.880 --> 00:14:12.720
vernachlässigt oder vergessen sehen.

00:14:14.080 --> 00:14:17.960
Also wir müssen deshalb Sozialarbeit machen, damit wir zu diesen unten

00:14:19.120 --> 00:14:20.520
lebenden Menschen erreichen.

00:14:22.960 --> 00:14:26.080
Lambers: Sie schreiben ja auch, dass die Sozialarbeit sich eher für

00:14:26.080 --> 00:14:30.200
die materiellen Bedingungen interessieren soll und die psychischen

00:14:30.200 --> 00:14:32.960
Probleme vielleicht nicht so sehr in den Blick nehmen muss.

00:14:33.640 --> 00:14:39.840
Sie sehen die materiellen strukturellen Gegebenheiten für wichtiger an

00:14:39.880 --> 00:14:40.920
als die psychischen?

00:14:42.520 --> 00:14:43.480
Kann man das so sagen?

00:14:46.160 --> 00:14:48.280
Khella: Also die Betonung der psychischen Probleme ist ein Problem der

00:14:48.280 --> 00:14:56.040
Aristokratie eigentlich. Die Menschen die hungern denken nicht an die

00:14:56.040 --> 00:15:01.560
psychischen Leiden, sondern daran dass sie was zu essen haben. Das

00:15:01.800 --> 00:15:05.840
haben wir auch mal als Studenten machen müssen, wenn wir nicht schon

00:15:05.880 --> 00:15:09.520
genug Geld haben, auch in die Mensa gehen um nur satt zu werden.

00:15:10.880 --> 00:15:15.920
Daher also eigentlich geht es darum das Netzwerk aus Materiellem und

00:15:15.920 --> 00:15:19.480
Spirituellem zu integrieren.

00:15:20.880 --> 00:15:24.840
Lambers: Mir hat ja damals als ich sie studiert habe gefallen dass sie

00:15:25.200 --> 00:15:29.080
den Begriff Emanzipation schon benutzt haben und Sie haben

00:15:30.080 --> 00:15:34.800
geschrieben, dass die politische, ökonomische und soziale Befreiung

00:15:34.800 --> 00:15:37.640
der Arbeiterklasse der Arbeiterklasse möglich ist.

00:15:38.160 --> 00:15:41.120
Khella: Die politische ökonomische und soziale Befreiung der

00:15:41.120 --> 00:15:42.040
Arbeiterklasse. Ich frag jetzt mal direkt:

00:15:45.280 --> 00:15:48.360
Lambers: Gibt es die Arbeiterklasse aus Ihrer Sicht heute noch.

00:15:48.400 --> 00:15:51.160
Also kann man die überhaupt noch befreien diese Arbeiterklasse?

00:15:51.400 --> 00:15:52.920
Khella: Das ist eine sehr aktuelle Frage.

00:15:54.680 --> 00:15:59.400
Weil tatsächlich wir befinden uns in einem Übergang von einer

00:15:59.400 --> 00:16:08.360
Gesellschaftsorganisation zu einer anderen und es wird noch schärfer

00:16:08.360 --> 00:16:09.000
in der Zukunft.

00:16:09.200 --> 00:16:15.120
Wenn die Digitalisierung Arbeitsplätze überflüssig macht. Da sitzt der

00:16:15.120 --> 00:16:21.640
Chef in der Chefetage mit einem Computer macht Arbeiten die viele

00:16:21.640 --> 00:16:24.760
andere arbeitende Menschen arbeitslos macht.

00:16:25.240 --> 00:16:30.760
Und daher stellte sich die Frage Wird es noch eine Arbeiterklasse

00:16:30.760 --> 00:16:33.880
gibt? Wird es noch eine Gesellschaft Klassengesellschaft gibt, wir

00:16:33.880 --> 00:16:39.720
sind gegen die Klassengesellschaft für die Gleichstellung der Menschen

00:16:39.760 --> 00:16:44.760
aber die ökonomische Entwicklung führte dazu, dass ein

00:16:44.760 --> 00:16:48.440
Ein-Klassensystem entsteht aber nicht ausreichend sondern eher aus

00:16:49.320 --> 00:16:50.600
Besitzlosen.

00:16:51.800 --> 00:16:52.040
Klein: Aber Sie schreiben ja

00:16:52.400 --> 00:16:55.720
Sie schreiben ja auch dass die sozialen Probleme als Folge der

00:16:55.720 --> 00:17:00.160
kapitalistischen Produktionsverhältnisse zu sehen ist und dem darin

00:17:00.160 --> 00:17:02.840
angelegten Wiederspruch von Lohnarbeit und Kapital.

00:17:05.440 --> 00:17:08.080
Können Sie kurz damit umreißen was Sie meinen damit?

00:17:11.240 --> 00:17:14.160
Khella: Gut also wir hier im Westen speziell leben in einer

00:17:14.160 --> 00:17:17.440
kapitalistischen Gesellschaft ganz richtig.

00:17:17.800 --> 00:17:23.120
Wer Geld hat der kann sich alles leisten. Wer kein Geld hat er der

00:17:23.120 --> 00:17:31.280
muss eben wissen wie er weiterkommt weiter überlebt und diese Frage

00:17:31.280 --> 00:17:35.040
ist natürlich auch eine theoretische Frage: Wie können wir eine

00:17:35.040 --> 00:17:40.560
Gesellschaft erreichen in der alle Menschen glücklich leben auch, wenn

00:17:40.560 --> 00:17:44.440
es nicht namentlich Sozialismus genannt ist.

00:17:45.920 --> 00:17:49.720
Lambers: Könnten Sie sagen welch ein welchen Beitrag die Sozialarbeit

00:17:49.720 --> 00:17:52.480
leisten kann für diese Emanzipation?

00:17:54.560 --> 00:17:57.160
Khella: Natürlich muss ich mir dieser Frage bei jeder Seminarstunde

00:17:59.360 --> 00:18:04.760
stellen oder bei jeder Situation, wo ich sehe, ich muss Sozialarbeit

00:18:04.760 --> 00:18:05.200
machen.

00:18:06.320 --> 00:18:12.320
Und wir wählen, wir in der Sozialarbeit wählen nicht unsere Aufgabe.

00:18:12.320 --> 00:18:14.640
Die Aufgabe wird uns diktiert.

00:18:14.840 --> 00:18:16.480
Das muss gemacht werden.

00:18:17.040 --> 00:18:17.240
Natürlich würde ich auf der Straße sein. Und wenn ich hier lang gehe

00:18:17.240 --> 00:18:17.400
und jemand streckt die Hand und der hat kein Brot zuhause und er will

00:18:17.400 --> 00:18:31.720
Brot essen, das ist eine materielle und eine soziale Frage. Und ich

00:18:31.720 --> 00:18:34.080
frage: Wie kann man das lassen in einem Land, das zu den reichsten

00:18:34.080 --> 00:18:35.920
Ländern der Welt zählt.

00:18:37.360 --> 00:18:45.640
Lambers: Aber Soziale Arbeit heute tritt ja eigentlich nur dann auf,

00:18:45.640 --> 00:18:51.240
wenn jemand ein persönliches Problem hat oder seine Kinder vielleicht

00:18:51.240 --> 00:18:56.440
vernachlässigt oder selber vielleicht in seinem Leben Probleme hat.

00:18:57.600 --> 00:19:02.320
Und das heißt Sozialarbeit ist ja mehr am Individuum orientiert und

00:19:02.320 --> 00:19:05.200
hat gar nicht mehr so sehr die Gesellschaft im Blick.

00:19:05.440 --> 00:19:09.600
Wie nehmen Sie das wahr ist die soziale Arbeit von heute vielleicht

00:19:09.960 --> 00:19:17.000
gar nicht ausreichend mit Blick auf ihre Möglichkeiten, dass sie auch

00:19:17.000 --> 00:19:21.040
mehr in Richtung Gesellschaft schauen müsste was sie verändern kann.

00:19:21.880 --> 00:19:22.920
Sehen Sie da Chancen?

00:19:24.280 --> 00:19:26.800
Khella: Das sind natürlich die Fragen, die wir uns jedes Mal - sie und

00:19:26.800 --> 00:19:29.400
ich - stellen bei jeder Semianrstunde.

00:19:31.440 --> 00:19:32.960
Was lehren wir.

00:19:33.400 --> 00:19:37.600
Was sollen die Studierenden lernen und praktizieren später.

00:19:38.280 --> 00:19:40.840
Und es verändert sich sehr viel.

00:19:41.880 --> 00:19:46.200
Sagen wir als ich vielleicht zehn 15 Jahre war, gab es regelrechte

00:19:46.200 --> 00:19:52.240
armut, wo auch arme leute an den Häuser vorbei gerannt sind und nur

00:19:52.280 --> 00:19:57.480
Brot zu leihen. Das ist heute und hier im Westen nicht der Fall.

00:19:58.000 --> 00:20:02.000
Aber es gibt Armut in anderer Form. Nicht unbedingt wenig Geld und

00:20:02.000 --> 00:20:07.120
wenig zu essen, sondern Armut auch in Kontakten Armut in Beziehungen

00:20:07.680 --> 00:20:11.240
der Menschen zueinander udn hier soll etwas getan werden.

00:20:11.640 --> 00:20:16.000
Aber ich muss sagen, auch in Hamburg ist immernoch noch Bedarf, da es

00:20:16.520 --> 00:20:23.640
Familien gibt, die nicht satt essen können und die sie Hilfe brauchen

00:20:23.760 --> 00:20:27.880
in der Hinsicht wo sie aber selber nicht die Kraft haben zum Sozialamt

00:20:28.200 --> 00:20:28.800
zu gehen.

00:20:29.400 --> 00:20:30.640
Lambers: Also das Problem ist real aktuell und muss aber gesehen

00:20:30.640 --> 00:20:30.680
werden.

00:20:34.360 --> 00:20:38.200
Ja es ist richtig Sie gehören für mich zu den Vertretern, die immer

00:20:38.200 --> 00:20:42.000
gesagt haben Sozialarbeit muss sich auch stärker für die politische

00:20:42.000 --> 00:20:43.280
Arbeit einsetzen.

00:20:43.560 --> 00:20:46.200
Zumindest haben sie das damals sehr stark vertreten.

00:20:47.080 --> 00:20:50.920
Aber, wenn man mal sieht wie sich das in den letzten 35 Jahren so

00:20:50.920 --> 00:20:54.360
entwickelt hat, kann man ja schon sagen dass die soziale Arbeit

00:20:54.360 --> 00:21:00.480
relativ unpolitisch geworden ist. Und deshalb meine Frage Würden Sie

00:21:00.480 --> 00:21:06.000
sich wünschen, dass soziale Arbeit sich stärker um politische Fragen

00:21:06.000 --> 00:21:10.400
kümmert auch in der Ausbildung im Studium da stärker hinschaut?

00:21:11.280 --> 00:21:14.040
Khella: Ich versuche das in meinen Worten zu sagen. Ich habe natürlich

00:21:15.240 --> 00:21:21.720
wie Sie und wie wir alle dauernd Kopfzerbrechen gemacht. Was ist die

00:21:21.720 --> 00:21:23.440
Aufgabe und was lehren wir? Und bin zu folgendem gekommen

00:21:28.160 --> 00:21:31.120
Den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellen.

00:21:32.040 --> 00:21:34.200
Was sind seine individuellen Probleme. Daher spreche ich heute von

00:21:36.040 --> 00:21:40.480
anthropologisch orientierter Sozialarbeit. Anthropos - der Mensch

00:21:40.720 --> 00:21:42.960
anthropologisch - menschlich orientiert.

00:21:44.640 --> 00:21:46.920
Lambers: Also ausgehend vom Menschen was braucht der Mensch.

00:21:49.560 --> 00:21:50.600
Khella: Sehr richtig.

00:21:51.000 --> 00:21:51.320
Lambers: Gut.

00:21:53.080 --> 00:22:01.160
Wir ich hatte eingangs ihr Ja für mich noch relativ neues Buch - 2008

00:22:02.120 --> 00:22:03.080
meine ich - genau.

00:22:04.880 --> 00:22:09.040
Die universalistische Erkenntnis-und Geschichtstheorie die haben Sie

00:22:10.360 --> 00:22:12.480
2008 publiziert.

00:22:12.840 --> 00:22:18.520
Und da fand ich überraschend dieses Buch und zwar, weil sie gesagt

00:22:18.520 --> 00:22:24.360
haben, dass sie jetzt von dem Primat der Politik ausgehen und gar

00:22:24.360 --> 00:22:27.120
nicht mehr so sehr vom Primat der Ökonomie.

00:22:28.040 --> 00:22:31.440
Damals haben sie ja doch noch sehr marxistisch orientiert gesagt,

00:22:32.840 --> 00:22:38.120
Klienten der sozialen Arbeit müssen auch lernen für ihre eigenen

00:22:38.120 --> 00:22:42.480
Rechte einzutreten. Man muss sie aufklären. Man muss sie auch für die

00:22:42.480 --> 00:22:49.760
politische Arbeit gegen den Kapitalismus versuchen zu motivieren und

00:22:49.800 --> 00:22:53.880
sind immer davon ausgegangen, dass die, dass der Kapitalismus

00:22:53.880 --> 00:22:56.800
eigentlich überwunden werden muss so habe ich das einmal verstanden

00:22:56.840 --> 00:22:57.320
früher.

00:22:57.600 --> 00:22:58.920
Klein: Die Zerschlagung des Ausbeutungssystems.

00:22:59.400 --> 00:23:03.120
Lambers: Genau das war genau das Ausbeutung System muss zerschlagen

00:23:03.120 --> 00:23:07.800
werden und das ist ja auch nachvollziehbar.

00:23:08.680 --> 00:23:11.880
Und jetzt frage ich mich sehen Sie das heute immer noch so oder ist

00:23:11.880 --> 00:23:17.280
das hier eine andere Position wo sie sagen Na ja die Revolution wird

00:23:17.280 --> 00:23:23.160
vielleicht nicht mehr kommen, sondern wir müssen mehr von dem Primat

00:23:23.160 --> 00:23:26.160
der Politik ausgehen also die richtige Politik machen.

00:23:26.880 --> 00:23:29.160
Khella: Sie fragte mich ob ich mich geändert habe.

00:23:30.240 --> 00:23:31.120
Ich sage nein.

00:23:31.160 --> 00:23:32.720
Die Gesellschaft hat sich geändert.

00:23:33.280 --> 00:23:37.920
Es war tatsächlich so als ich zum ersten Mal von Ägypten in Afrika

00:23:37.920 --> 00:23:42.360
nach Europa Deutschland gekommen bin war ich natürlich durch den

00:23:42.480 --> 00:23:43.640
Reichtum überrascht.

00:23:45.520 --> 00:23:51.200
Und später musste ich die Armut entdecken. Bei Kommilitonen. Bei

00:23:51.200 --> 00:23:51.800
Nachbarn.

00:23:52.240 --> 00:23:54.360
Und das ist auch der Fall gewesen. Es gibt tatsächlich Armut und wir

00:23:54.360 --> 00:24:01.000
werden auch von Bettlern auch hier, auch in Steindamm, gefragt etwas

00:24:01.040 --> 00:24:03.000
zu geben und vielleicht etwas zu essen.

00:24:03.720 --> 00:24:07.840
Es gibt natürlich auch Bettler die nur Geld haben wollen aber nicht

00:24:07.840 --> 00:24:13.120
Brot. Es gibt also tatsächlich die Armut und typisches ist, dass sie

00:24:13.520 --> 00:24:15.960
nicht gesehen wird, aber sie existiert.

00:24:16.960 --> 00:24:19.920
Lambers: Sie schreiben ja auch, dass der Kampf um Freiheit die

00:24:19.920 --> 00:24:24.040
stärkste Triebkraft ist. Der Kampf der Kampf um Freiheit.

00:24:24.680 --> 00:24:27.800
Die stärkste Triebkraft innerhalb der Geschichte.

00:24:30.720 --> 00:24:35.440
Sehen Sie für die Sozialarbeiter auch eine Aufgabe, dass sie sich

00:24:36.040 --> 00:24:40.800
genau dafür einsetzt, dass so etwas wie Freiheit Freiheitskampf

00:24:40.800 --> 00:24:41.520
entsteht.

00:24:42.760 --> 00:24:45.960
Ich habe sie damals sehr kämpferisch erlebt.

00:24:46.200 --> 00:24:49.320
Da haben Sie immer das hat uns sehr angesprochen.

00:24:49.800 --> 00:24:54.720
Da hatten wir ganz klar die Botschaft wir müssen sehen, dass wir auch

00:24:54.720 --> 00:24:56.760
tatsächlich die Verhältnisse verändern.

00:24:57.320 --> 00:24:59.320
Und das hat ja auch sehr einleuchtend.

00:25:00.960 --> 00:25:05.400
Dieser Kampf um Freiheit das ist ja nicht nur eine Metapher. Das ist

00:25:05.400 --> 00:25:06.960
ja auch etwas ganz Konkretes.

00:25:07.920 --> 00:25:12.680
Die Frage ist nur müssen wir das von der Sozialarbeit besonders machen

00:25:12.720 --> 00:25:16.560
im Vergleich zu anderen Berufen vielleicht? Ist das unserer besondere

00:25:16.560 --> 00:25:18.320
Auftrag oder wie verstehen Sie das?

00:25:20.320 --> 00:25:24.520
Khella: Natürlich gibt es in der allgemeinen Praxis die von

00:25:25.360 --> 00:25:31.640
Berufsträgern geleistet werden Lücken und keine Berufsgruppe denkt

00:25:32.840 --> 00:25:35.640
daran, dass in der Gesellschaft Armut und Löcher gibt. Das tun die

00:25:35.640 --> 00:25:39.560
Ärzte nicht. Das tun die Pharmakologen nicht.

00:25:39.720 --> 00:25:46.000
Ja wer macht das denn sonst als Sozialarbeiter, die ja berufsmäßig

00:25:46.000 --> 00:25:48.680
auch mit armen Leuten zu tun haben.

00:25:49.040 --> 00:25:52.520
Sie müssen diese Aufgabe tun. Also natürlich Politisierung der

00:25:52.520 --> 00:25:53.640
Sozialarbeit.

00:25:54.760 --> 00:25:58.360
Lambers: Politisierung heißt sich selber mehr einmischen in Politik

00:25:58.360 --> 00:26:01.960
oder müssen wir auch unsere Klienten politisieren und, dass die ja

00:26:04.000 --> 00:26:05.480
politisches Bewusstsein bekommen.

00:26:05.480 --> 00:26:05.960
Khella: Also Mehrdeutig.

00:26:08.440 --> 00:26:14.360
Also ich habe gelernt im Leben privat, dass ich nach der Ursache

00:26:14.360 --> 00:26:16.920
fragen die von der Politik gemacht wird.

00:26:18.600 --> 00:26:22.160
Und der Wechsel in meinem Leben vom armen Afrika nach dem reichen

00:26:22.880 --> 00:26:28.160
Europa, habe ich natürlich gesehen hier der Lehrer und der Student der

00:26:28.280 --> 00:26:32.560
mit seinem Studium können sehr viel tun, aber das muss geändert werden

00:26:32.600 --> 00:26:35.720
was sie lernen und was sie lehren sollen.

00:26:36.960 --> 00:26:41.360
Klein: Wenn Sie sich anschauen die Aufgaben für die Theorien sozialer

00:26:41.360 --> 00:26:44.200
Arbeit jetzt im Jahr 2018/2019.

00:26:46.600 --> 00:26:52.080
Welche Aufgaben würden Sie den sie sehen für die Theoriebildung? Was

00:26:52.080 --> 00:26:54.680
müsste eigentlich soziale Arbeit in der Theorie für die nächsten

00:26:54.680 --> 00:26:59.680
Jahre, Sie sprachen die Digitalisierung an, was müsste entwickelt

00:26:59.680 --> 00:27:01.880
werden oder worauf sollte man zurückgreifen oder welche

00:27:01.880 --> 00:27:06.440
Herausforderungen sehen Sie in Bezug auf ihr Werk für die Zukunft?

00:27:07.640 --> 00:27:12.200
Khella: Natürlich muss ich mir bewusst mache ich hier in Deutschland,

00:27:12.600 --> 00:27:14.600
nicht in Marokko und nicht in Ghana.

00:27:16.280 --> 00:27:21.840
Und hier ist die Armut die Armut, dass jemand schlafen muss ohne

00:27:21.840 --> 00:27:25.760
gegessen zu haben nicht bekannt ist. Jeder kann genug haben.

00:27:26.280 --> 00:27:32.840
Es sei denn er zu faul ist zum Sozialamt zu gehen und sein Problem

00:27:32.840 --> 00:27:36.400
darzulegen ist die soziale Frage hier in Deutschland ist so gut

00:27:36.960 --> 00:27:41.480
geregelt, aber Deutschland ist nicht die Welt und da müssen wir diesen

00:27:41.480 --> 00:27:47.240
Unterschied machen und darum hier gibt es die materielle Armut nicht,

00:27:47.240 --> 00:27:50.920
aber es gibt die psychische Armut und die soziale Armut die

00:27:50.920 --> 00:27:51.800
Einsamkeit. Da müssen hier Arbeiten gemacht werden.

00:27:55.840 --> 00:27:56.920
Während, wenn ich in Marokko oder in Ghana arbeite, würde ich sagen

00:27:56.920 --> 00:28:03.000
nein die materielle Frage steht ganz vorne. Es hängt davon ab, also

00:28:03.240 --> 00:28:10.520
wir leben hier in einem materiell reichen Land und daraus aber sozial

00:28:10.520 --> 00:28:15.360
und psychisch armes land und das da müssen wir als Sozialarbeiter

00:28:15.360 --> 00:28:16.160
eingreifen.

00:28:17.720 --> 00:28:22.680
Klein: Wenn Sie das auf die Theoriebildung bezogen, dass man dazu

00:28:22.680 --> 00:28:26.960
Theorien entwickeln sollte und Überlegungen, wie man das machen kann.

00:28:27.240 --> 00:28:30.320
Neuere Ansätze haben ja auch das Thema der Lebensführung, also wie

00:28:30.320 --> 00:28:32.240
kann ein Leben gut geführt werden.

00:28:33.080 --> 00:28:36.000
Wenn sie die konkrete Praxis der sozialen Arbeit sich in den nächsten

00:28:36.000 --> 00:28:36.920
Jahren vorstellen.

00:28:38.400 --> 00:28:42.080
Welche Herausforderungen sehen Sie da, wenn Sie die nächsten Jahre so

00:28:42.080 --> 00:28:43.560
einschätzen müssten?

00:28:45.080 --> 00:28:48.400
Khella: Also in den letzten Jahren und Monaten war das meine

00:28:48.400 --> 00:28:53.720
Hauptfrage, die ich mir gestellt habe. Und ich sehe es gibt Verarmung,

00:28:55.560 --> 00:28:58.000
aber nicht in Bezug auf Geld, dafür gibt es ja das die Sozialämter und

00:29:02.040 --> 00:29:08.280
die Anträge dazu die Verarmung ist eine Verarmung in der Person und

00:29:09.680 --> 00:29:11.560
die Hilfsbereitschaft geht zurück.

00:29:12.760 --> 00:29:20.840
Also die Aufgabe wird sein wie können wir die psychische, soziale und

00:29:22.200 --> 00:29:28.600
gesundheitliche Armut auszugleichen ohne, dass wir verringern daran,

00:29:28.640 --> 00:29:34.680
dass die Menschen ihren Beruf ihren Lebensstandard verlieren.

00:29:36.080 --> 00:29:38.640
Lambers: Ein wichtiger Begriff für sie ist glaube ich auch Netzwerk.

00:29:38.640 --> 00:29:44.560
Ja also das Sozialarbeit sich in Netzwerken entwickeln sollen. Kann

00:29:44.560 --> 00:29:47.320
man das sagen oder was verstehen Sie unter Netzwerkarbeit?

00:29:53.400 --> 00:29:53.880
Khella: Der Arzt der Mediziner heilt und damit ist Schluss. Der

00:29:53.880 --> 00:29:54.120
Pharmakologe verkauft Medikamente.

00:29:58.520 --> 00:30:04.880
Aber das kann das Sozialarbeit, den Luxus der Einengung nicht leisten.

00:30:05.240 --> 00:30:10.800
Sozialarbeiter besucht eine Familie, die sind arm und gesundheitlich

00:30:10.800 --> 00:30:11.360
leidend.

00:30:11.720 --> 00:30:13.080
Sie brauchen Behandlung.

00:30:13.200 --> 00:30:14.080
Sie brauchen Geld.

00:30:14.760 --> 00:30:15.480
Sie brauchen Brot. Sie brauchen Wissen.

00:30:17.960 --> 00:30:26.600
Also die Situation hier im reichen Europa, Westeuropa, diktiert ganz

00:30:26.600 --> 00:30:30.640
andere Aufgaben als die Aufgaben, die man hat wenn man in Ghana oder

00:30:30.640 --> 00:30:31.200
Äthiopien lebt.

00:30:33.840 --> 00:30:36.840
Lambers: Ja ich glaube wir sollten dann zu den ja den

00:30:39.120 --> 00:30:43.840
Herausforderungen mal kommen. Also die der Blick in die Zukunft.

00:30:47.000 --> 00:30:52.480
Gibt es aus ihrer Sicht noch besondere Herausforderungen mit denen wir

00:30:52.480 --> 00:30:57.040
in der sozialen Arbeit zu tun haben werden mit Blick auf die Zukunft?

00:31:00.920 --> 00:31:05.120
Khella: Ich denke, wir denken dabei wir leben hier in Westeuropa in

00:31:05.120 --> 00:31:08.520
Deutschland und nicht in Äthiopien oder Ghana.

00:31:09.960 --> 00:31:12.480
Und die Probleme existieren aber nicht in der Form, dass die Leute

00:31:12.480 --> 00:31:16.120
nicht mehr zu essen haben, sondern existieren in der Form, dass die

00:31:16.120 --> 00:31:23.400
Leute keine Liebe erfahren, keine Verbindung zueinander haben.

00:31:23.440 --> 00:31:29.520
Jedenfalls dadurch bin ich auch gekommen zunehmend den Begriff der

00:31:29.520 --> 00:31:34.800
anthropologische Sozialarbeit, den Menschen in seiner Gesamtheit zu

00:31:34.800 --> 00:31:35.600
betreuen nicht nur materiell, sondern auch psychisch sozial.

00:31:41.440 --> 00:31:41.640
Und das macht die Soziale Arbeit und nicht der Arzt in seiner Praxis.

00:31:46.280 --> 00:31:47.400
Klein: Wie könnte das ein Sozialarbeiter machen?

00:31:47.840 --> 00:31:52.800
Also wie könnte er da unterstützen, wenn Menschen sich zurückziehen,

00:31:52.800 --> 00:31:56.000
vereinsamen, gibt es ja Gründe dafür, weil es entweder nicht die

00:31:56.000 --> 00:31:58.920
passenden Angebote gibt oder die Menschen es nicht wollen oder nicht

00:31:58.920 --> 00:31:59.280
können.

00:31:59.760 --> 00:32:01.440
Was können Sozialarbeiter da ausrichten?

00:32:02.320 --> 00:32:03.120
Khella: Ja genau.

00:32:03.960 --> 00:32:12.280
Wenn ich das höre, denke ich an die Pastorin zu ihrem Beruf zählt in

00:32:12.280 --> 00:32:16.360
erster Linie die Familien zu Hause zu besuchen, Aber wenn der Pastor

00:32:16.360 --> 00:32:19.680
in die Familie kommt, er gibt Ratschläge mehr nicht, während der

00:32:20.920 --> 00:32:27.600
Sozialarbeiter hat den Vorteil, dass er Zugang auch zu materiellen

00:32:27.600 --> 00:32:31.920
Lösungen, wenn sie Hunger haben dann müssen sie essen können, wenn sie

00:32:32.880 --> 00:32:39.160
krank sind dann wie kommen Sie zu den Krankenhäusern,, und wenn sie

00:32:39.760 --> 00:32:41.800
sonst vereinsamte sind, wie können Gemeinschaften entstehen.

00:32:44.680 --> 00:32:47.440
Lambers: Wer macht das? Wer kann das? Es gibt da eine Lücke wo der

00:32:47.920 --> 00:32:48.880
Sozialarbeiter eingreifen kann.

00:32:52.800 --> 00:32:58.120
Zum Abschluss würden wir Ihnen gerne einige Fragen stellen, die für

00:32:58.120 --> 00:33:01.080
unsere Studierenden vielleicht noch einmal interessant sind.

00:33:05.200 --> 00:33:08.480
Könnten Sie sagen warum es eine gute Idee ist Sozialarbeit zu

00:33:08.480 --> 00:33:09.160
studieren?

00:33:09.640 --> 00:33:13.200
Man kann ja vieles studieren aber warum ausgerechnet das?

00:33:14.440 --> 00:33:14.760
Khella: Sagen wir ich bin jetzt Abiturient, der bestanden hat und

00:33:14.760 --> 00:33:15.120
studieren will und ich sage, ich will Soziale Arbeit studieren.

00:33:19.840 --> 00:33:21.560
Warum mache ich diese Entscheidung.

00:33:21.960 --> 00:33:25.600
Ich will etwas machen was andere nicht tun.

00:33:25.640 --> 00:33:26.200
Was tun was wird nicht getan. Der Arzt heilt eine Krankheit. Der

00:33:30.560 --> 00:33:33.440
Pharmazeut verkauft ein Medikament, aber Sozialarbeit muss tatsächlich

00:33:33.440 --> 00:33:39.320
schauen was an diesem Menschen alles andere fehlt außer materieller

00:33:39.320 --> 00:33:39.880
Güter.

00:33:40.840 --> 00:33:45.720
Ja und daher ist Sozialarbeit wirklich das Fachgebiet der Stunde in

00:33:45.760 --> 00:33:48.160
einer Gesellschaft wie Deutschland, die nicht unter Armut oder Brot

00:33:48.160 --> 00:33:48.360
oder Geldmangel leiden.

00:33:54.200 --> 00:33:57.080
Lambers: Das breite Feld was da möglich ja im Zuge des Studiums. Ist

00:33:59.080 --> 00:34:00.000
ein breites Feld.

00:34:01.160 --> 00:34:03.880
Hätten Sie denn auch einen Tipp jetzt für Erstsemester.

00:34:04.120 --> 00:34:07.560
Also wenn. Bei uns fangen dann jedes Jahr auch Studierende an und dann

00:34:08.280 --> 00:34:11.160
könnte man sich überlegen mal einen guten Tipp. Hätten Sie da was?

00:34:16.240 --> 00:34:16.920
Khella: Ich war in der Situation in der Sie oft gestanden haben. Ich

00:34:16.920 --> 00:34:22.120
gehe zu der Klasse zu dem Seminar was sage ich dort.

00:34:24.840 --> 00:34:26.480
Und ich habe mir Kopfzerbrechen gemacht.

00:34:26.960 --> 00:34:31.600
Ich bin auf für den Tipp gekommen anthropologischer Sozialarbeit - was

00:34:31.600 --> 00:34:38.360
fehlt am Menschen und zwar nicht nach einem Wörterbuch angegeben,

00:34:38.360 --> 00:34:43.160
sondern was sehe ich da was da fehlt es fehlen die sozialen Kontakte,

00:34:43.160 --> 00:34:48.920
es fehlen die öffnung des Gehirns für die Probleme in der Welt. Wir

00:34:48.920 --> 00:34:49.240
haben zwar hier Frieden

00:34:51.440 --> 00:34:56.640
Aber in Vietnam oder Indonesien wird gekämpft - Leute sterben. Also

00:34:58.520 --> 00:35:03.000
diese Fragen stellen sich uns und ich denke mit dem Begriff

00:35:03.360 --> 00:35:07.680
anthropologische Soziale Arbeit und den Menschen global betrachtet,

00:35:07.680 --> 00:35:08.480
nicht nur lokal, hilft ein wenig.

00:35:10.960 --> 00:35:14.760
Lambers: Würden Sie den würden Sie den Studierenden im ersten Semester

00:35:15.720 --> 00:35:21.400
den Tipp geben dass sie viel lesen sollen z.B. dass sie lesen oder

00:35:21.840 --> 00:35:24.480
lesen eine gute Idee fürs erste Semester?

00:35:25.160 --> 00:35:25.640
Khella: Die einzig gute Idee.

00:35:27.040 --> 00:35:28.800
Lambers: Bleibt fast gar nichts anderes übrig.

00:35:30.080 --> 00:35:32.120
Klein: Und wenn sie sich vorstellen sie wären jetzt im ersten

00:35:32.120 --> 00:35:32.600
Semester.

00:35:33.560 --> 00:35:36.120
Sie sind im ersten Semester Student der Sozialen Arbeit.

00:35:37.040 --> 00:35:41.280
Was würden Sie wenn Sie zurückblicken und ihre Erfahrungen

00:35:41.280 --> 00:35:42.000
reflektieren.

00:35:42.440 --> 00:35:45.440
Was würden Sie sich selbst empfehlen, wenn sie noch mal im ersten

00:35:45.440 --> 00:35:46.160
Semester wären.

00:35:46.680 --> 00:35:47.800
Khella: Ja ich denke natürlich an mein erstes Semester vor Jahrzehnten

00:35:49.160 --> 00:35:54.720
wie der Lehrer gekommen ist und sagte wie wichtig sein Fachgebiet ist.

00:35:55.320 --> 00:35:59.080
Dabei wollte ich von ihm hören wie soll ich überleben. Und andere

00:35:59.080 --> 00:36:06.400
auch. Ich denke wichtig ist, dass ja gut natürlich gibt es auch die

00:36:06.520 --> 00:36:11.680
Bücher, die lesenswerter sind und diese Fragen beantworten aber diese

00:36:11.680 --> 00:36:13.160
Frage lass ich außen vor.

00:36:15.760 --> 00:36:20.640
Der Mensch muss heute wissen, es ist schlimm. Nicht in Hamburg,

00:36:20.640 --> 00:36:26.400
sondern schlimm in der Welt, mit Vietnam mit Indonesien, mit Armut in

00:36:26.400 --> 00:36:33.880
Afrika, mit Reichtum oder Überreichtum in Amerika oder in Westeuropa.

00:36:36.320 --> 00:36:39.360
Ja und dann ist die Frage den Blick der Studenten.

00:36:39.720 --> 00:36:43.480
Wir leben in einer Welt mit vielen Problemen und nicht allein in

00:36:43.480 --> 00:36:44.960
Deutschland oder in Hamburg.

00:36:46.560 --> 00:36:50.800
Klein: Den Blick zu weiten auf die ganze Welt und nicht zu sehr auf

00:36:50.800 --> 00:36:52.480
die eigene Region zu schauen.

00:36:52.480 --> 00:36:52.840
Khella: Global nicht lokal.

00:36:56.040 --> 00:36:58.640
Klein: Und wenn Sie sich vorstellen Studierende, die kurz vor dem

00:36:58.640 --> 00:37:02.080
Eintritt ins Berufsleben stehen, was würden Sie denen mitgeben, die am

00:37:02.080 --> 00:37:03.320
Ende ihres Studiums sind.

00:37:03.680 --> 00:37:06.320
Was würden Sie denen sagen bevor sie in die Praxis eintreten.

00:37:06.880 --> 00:37:09.400
Khella: Ja da würde ich Ihnen sagen liebe Kommilitonen. Erstmal wissen

00:37:12.800 --> 00:37:16.080
ihr lebt in eine Welt und nicht in einem Dorf.

00:37:17.000 --> 00:37:19.960
Und diese Welt ist sehr unterschiedlich. Es gibt Krieg und es gibt die

00:37:19.960 --> 00:37:22.200
Alternative Frieden.

00:37:22.560 --> 00:37:26.680
Es gibt Armut und die Alternative genug zu haben.

00:37:27.640 --> 00:37:36.360
Mein Tipp ist, dass wir global denken und auch global handeln uns als

00:37:36.360 --> 00:37:40.680
Herren zu verstehen, sondern als arm wie andere unsere Armut ist eine

00:37:40.680 --> 00:37:46.240
andere als die Armut in Afrika. Also global denken, global handeln,

00:37:46.360 --> 00:37:48.080
global verantwortlich sein. Das ist mein Tipp.

00:37:50.520 --> 00:37:55.160
Klein: Wenn Sie ein Buch empfehlen dürften, wo Sie sagen das sollte

00:37:55.160 --> 00:37:59.240
jeder Sozialarbeiter jede Sozialarbeiterin gelesen haben. Das ist eine

00:37:59.240 --> 00:38:00.280
Pflichtlektüre.

00:38:01.080 --> 00:38:02.240
Was wäre das für ein Buch?

00:38:02.640 --> 00:38:03.440
Gibt es so ein Buch?

00:38:06.360 --> 00:38:09.400
Khella: Ich höre diese Frage in verschiedenen Formen.

00:38:10.440 --> 00:38:14.440
Und ich habe natürlich nicht die ideale Antwort auf jeden Fall würde

00:38:14.440 --> 00:38:16.000
ich nicht sagen Marx Das Kapital. Das würde ich bestimmt nicht sagen.

00:38:22.560 --> 00:38:23.520
Klein: Warum nicht?

00:38:27.280 --> 00:38:28.840
Khella: Das war der Fehler in dem wir gefangen sind. Es ist wirklich

00:38:28.840 --> 00:38:38.440
es gibt viel mehr als Austauschverhältnisse. Es gibt das Bedürfnis

00:38:38.440 --> 00:38:40.200
nach Liebe, Liebe verschenken, Liebe bekommen.

00:38:42.000 --> 00:38:49.280
Das müssen wir machen. Es gibt auch die Notwendigkeit, dass Menschen

00:38:49.440 --> 00:38:55.400
sich selber spirituell pflegt und hier in einem säkularen Land wie

00:38:55.400 --> 00:39:02.200
Deutschland hat die Kirche verloren das was sie tun sollte, dass sie

00:39:02.200 --> 00:39:05.360
diesen Bereich der fehlt in der Betreuung selber betreut, dass die

00:39:05.360 --> 00:39:11.840
Prediger oder die Pastoren in ihren Predigten auch darauf hinweisen

00:39:12.200 --> 00:39:18.600
dass wir eine Funktion haben außer schlafen, essen und amüsieren.

00:39:22.600 --> 00:39:23.800
Klein: Und wenn ich nach einem Buch fragen würde, dass sie empfehlen,

00:39:23.840 --> 00:39:25.600
was nicht das Kapital wäre. Welches Buch wäre das?

00:39:28.080 --> 00:39:29.560
Khella: Ja diese natürlich Frage höre ich sehr oft manchmal habe ich

00:39:29.560 --> 00:39:29.960
gesagt die Bibel, weil die Bibel ist ja sehr vielseitig. Da gibt es

00:39:32.960 --> 00:39:42.040
die Briefe von Paulus an Tibetuts, dem er ganz konkrete Ratschläge,

00:39:42.040 --> 00:39:42.600
die brauchbar sind. Also die Bibel ist nicht außer Betrieb gekommen.

00:39:52.160 --> 00:39:52.840
Und ich würde jedenfalls nicht Marx oder Lenin empfehlen.

00:39:54.080 --> 00:39:59.520
Obwohl ich nicht alles falsch finde was Sie geschrieben haben. Hier im

00:39:59.520 --> 00:40:10.640
deutschen Sprachraum natürlich gibt es Bücher, wenn sie auch nicht

00:40:10.640 --> 00:40:16.120
Bestseller sind, aber durchaus brauchbar sind einzeln zu lesen.

00:40:17.440 --> 00:40:21.720
Ein Buch was auch die Geschichte von Betel darstellt, das ist ein

00:40:21.720 --> 00:40:25.480
gutes Buch und nachahmenswert. Das würde ich durchaus empfehlen.

00:40:26.840 --> 00:40:29.560
Lambers: Sie ich hatte das eingangs vergessen zu sagen sie haben ja

00:40:29.560 --> 00:40:33.240
einen Theorie und Praxis Verlag gegründet vor vielen Jahren einen

00:40:33.240 --> 00:40:34.880
eigenen Buchverlag.

00:40:35.040 --> 00:40:35.720
Khella: Trifft zu.

00:40:36.280 --> 00:40:39.640
Lambers: Vielleicht laden wir uns einfach mal ein und dann werden sie

00:40:39.640 --> 00:40:42.760
uns wahrscheinlich ihre Lieblingsbücher zeigen können.

00:40:44.280 --> 00:40:45.040
Khella: Herzlich willkommen.

00:40:46.840 --> 00:40:48.200
Lambers: Herzlichen Dank für das Gespräch.

00:40:48.880 --> 00:40:52.000
Khella: Das ist eine gute Antwort auf meine Frage. Gute Antwort auf

00:40:52.000 --> 00:40:52.720
jede Frage.

00:40:53.240 --> 00:40:53.720
Lambers: Find ich auch.

00:40:54.200 --> 00:40:56.880
Herr Keller. Es war uns eine große Freude.

00:40:57.520 --> 00:40:58.280
Herzlichen Dank.

00:40:58.360 --> 00:41:00.280
Wir sind schon am Ende unseres Gesprächs.

00:41:01.840 --> 00:41:05.080
Ich persönlich freue mich riesig, dass dieses Gespräch möglich war.

00:41:06.480 --> 00:41:08.440
Ich habe das ja schon angedeutet.

00:41:08.680 --> 00:41:12.400
Ihre Schriften waren damals für mich in der Tat wegweisend für das

00:41:12.400 --> 00:41:13.000
Studium.

00:41:13.520 --> 00:41:14.120
Herzlichen Dank.

00:41:15.360 --> 00:41:17.120
Khella: Herzlichen Dank für die Einladung.

00:41:17.800 --> 00:41:19.400
Es war ein sehr schönes Gespräch und ich hoffe wir setzen das auch

00:41:19.400 --> 00:41:19.600
über diesen Abend hinaus fort.

00:41:24.400 --> 00:41:25.520
Klein: Das werden wir probieren.