Afaldra

Der Fantasy-Podcast

#70 WLHNP Die magischen Zwillinge

In dieser Episode von „Wer labert hat noch Puls“ sprechen die Zwillingsschwestern Nubia und Gravia Wenderan mit Richard Groß über ihre magischen Fähigkeiten und kreative Projekte.

09.02.2026 57 min Philipp, Laura, Joana

Zusammenfassung & Show Notes

 Richard Groß trifft die Zwillingsschwestern Nubia und Gravia Wenderan. Sie sprechen über Magie, Geschichtenerzählen, Schmiedekunst und darüber, wie man mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten gemeinsam seinen Platz findet. 

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Transkipt und Kapitelmarken wurden automatisch erstellt, enthalten also vermutlich auch Quatsch.

Transkript

Richard
00:00:26
Eine neue Folge von Wer labert hat noch Puls. Ich bin Richard Groß und ich habe heute zwei Gästinnen bei mir sitzen. Stellet euch doch einmal kurz vor. Nubia, fängst du vielleicht an?
Nubia
00:00:37
Danke, dass ich anfangen darf und danke, dass ich hier sein darf. Mein Name ist Nubia Wenderan. Ich bin Künstlerin, ich erzähle Geschichten. Daher kenne ich auch Richard. Wir haben uns bei der letzten Wurmkur kennengelernt, weil ich tatsächlich jetzt doch auch immer mehr mich der neuen Ohrwurmtechnologie zuwenden muss.
Richard
00:00:59
Wir müssen das ganz kurz für die Zuhörerinnen ganz kurz erklären, was war die Wurmkur? Das hätte ich sonst jetzt auch gleich noch gefragt.
Nubia
00:01:05
Ach schade, du hast absolut recht, wenn man so in der einen Künstlerblase drin ist, dann denkt man, das wissen doch alle immer. Aber das stimmt, es ist dann doch auch immer ein sehr exklusiver Bereich und nicht alle Menschen wissen von den neuesten Ereignissen in der Kulturwelt Bescheid. Die Wurmkur ist ein jährliches Treffen, ein großes Ereignis, bei dem alle eingeladen sind, die irgendetwas mit Ohrwürmern beruflich zu tun haben, also vorwiegend natürlich Geschichtenerzähler und Geschichtenerzählerinnen und ja auch Menschen, die Sendungen machen mit den Ohrwürmern. Und da trifft man sich einmal im Jahr, um sich so gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen, um natürlich auch zu netzwerken, so ein bisschen neue Leute kennenzulernen, ist ja in diesem Bereich immer besonders wichtig. Und es gibt aber auch dann immer so Seminare, wo man auch dann tatsächlich so ein bisschen noch ganz neue Eindrücke bekommt. Also es ist eigentlich echt eine tolle Sache. Es ist natürlich auch ordentlich viel, ja, es ist ein bisschen anstrengend auch. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich gehe dann auch immer ordentlich geschlaucht aus diesem Wochenende raus. Aber natürlich auch mit ganz vielen tollen neuen Eindrücken und eben auch neuen Begegnungen, wie jetzt dir zum Beispiel.
Richard
00:02:25
Ja. Ja, ich glaube, wir müssen noch dazu sagen, du sagst, das ist jährlich, also das ist jetzt das Ziel, das war jetzt das erste Mal, dass wir das so gemacht haben. Ich meine, so die Urwentechnologie gibt es ja auch erst seit groben drei Jahren so. Aber ich finde, dafür ist es ja schon gut, dass es so läuft. Und ich glaube, die nächsten Jahre werden wir das auch wieder machen. Und genau, es ist immer eine gute Idee, Leute kennenzulernen. Aber Gavia, weil dich kenne ich ja noch gar nicht, dann stelle ich doch auch mal kurz vor, weil du warst ja gar nicht bei der Wohnkur dabei.
Gravia
00:02:51
Ich bin noch gar nicht in diesem Künstlerkreis. Ich bin Gravia Wenderan, ich bin Nupsis Zwillingsschwester und bin jetzt hier so da mit reingerutscht. Also ich bin schon auch Ohrwurm-Hörerin und finde das auch total faszinierend, aber jetzt so im kreativen Bereich nicht unterwegs.
Richard
00:03:16
Auch beim Hören nicht? Also beim Hören auch eher so, ich sage mal, meine Sendungen sind ja auch nicht so kreativ, die sind ja auch so ein bisschen mehr Nachrichtenjournalismus mäßig. Ist das eher so deins?
Gravia
00:03:25
Ja, auf jeden Fall. Also ich bin eher so beim Wissensohrwurm und Nachrichten und die neuesten Entwicklungen und die neuesten, das weiß ich, wenn jetzt jemand sich eine neue Technologie ausgedacht hat, das interessiert mich eher. Ich habe auch so ein, zwei, die so auf Unterhaltung gehen, aber jetzt nicht so Dinge wie meine Zwillingsschwester.
Nubia
00:03:48
Ich wollte gerade sagen, ich glaube, Gravi ist einfach schon komplett geschädigt von der Kindheit mit mir, weil ich da immer schon tausend Geschichten erzählt habe und wahrscheinlich bist du jetzt schon gesättigt mit Geschichten erzählen für den Rest deines Lebens.
Gravia
00:04:03
Kann sein.
Richard
00:04:07
Weiß ich nicht, dann erzähl mir Gravi, hast du so eine Lieblings-Obum-Sendung oder irgendwie ein, zwei?
Gravia
00:04:13
Oh, da muss ich gerade mal überlegen. Also ich bin großer Fan von allem, was mit Geschichte zu tun hat. Da höre ich sehr, sehr gerne so fräsen Geschichtenerzähler. Und ja, Frauengedeck ist auch ganz gut, aber das ist mir manchmal auch einfach nur zu viel Unterhaltung und zu wenig Wissensinhalte.
Nubia
00:04:37
Oh, ich liebe die ja. Ich höre das super gerne.
Gravia
00:04:41
Ja, aber du könntest ja, also dein Leben besteht aus Labern.
Nubia
00:04:46
Das hast du jetzt gesagt.
Richard
00:04:50
Danke dir. Ich finde das zwar total spannend, aber wir haben uns ja gar nicht getroffen, um hier über Aufwurmsendungen zu sprechen.
Gravia
00:04:58
Das stimmt.
Richard
00:04:59
Sondern ihr habt da beide so eine Besonderheit. Wollt ihr einfach mal erzählen, was das ist?
Gravia
00:05:06
Nupsi, möchtest du anfangen?
Nubia
00:05:08
Gerne, klar, gerne. Ja, also wir sind Zwillingsschwestern und wir sind ziemlich in der Pampa groß geworden. In Medissos, auch so einen minikleinen Ort, kennt ihr sicherlich gar nicht, weil da auch so gut wie niemand wohnt. Außer wir, unsere Eltern, noch ein paar andere Menschen. Unsere Eltern sind Händler. Dementsprechend waren wir auch immer schon viel unterwegs auf Märkten und so weiter. Und ja, auch wenn tatsächlich unsere Eltern und unsere Großeltern überhaupt gar keine magischen Fähigkeiten haben, sind wir beide tatsächlich mit einer magischen Fähigkeit auf die Welt gekommen.
Gravia
00:05:46
Obwohl es bei unserer Oma ja noch nicht so ganz, also da waren wir uns ja nicht sicher, ob die nicht doch irgendwie ein bisschen magische Fähigkeiten hatte.
Nubia
00:05:54
Ja, das stimmt. Wir haben eine so eine Großmutter-mütterlicherseits. Die ist immer schon als die ein bisschen Besondere angesehen gewesen.
Gravia
00:06:05
Ihre Blicke haben auf jeden Fall was ausgelöst, sagen wir es mal so.
Nubia
00:06:09
Das stimmt. Man hat dann immer das Gefühl gehabt, habe ich mir das jetzt eingebildet oder nicht? Die lebt jetzt inzwischen auch nicht mehr. Das heißt, es ist bis heute nicht ganz klar, was mit dir so los war. Aber ja, das stimmt. Also es ist auf jeden Fall familiär mit Sicherheit irgendwie bedingt, was wir da geerbt haben sozusagen.
Richard
00:06:29
Jetzt haut doch raus. Was könnt ihr?
Nubia
00:06:31
Ja, also wir können beide gar nicht mal das Gleiche, sondern wir sind ja Zwillingsschwestern. Gott sei Dank. Also ich finde es eigentlich mal ganz spannend, auch das zu können, was du so kannst. Ja, und zwar ist es irgendwie so, irgendwer hat irgendwas ungleichmäßig über uns beide verteilt. Und zwar bei mir ist es so, wenn ich anfange zu träumen, mir kreative Geschichten auszudenken und ganz, ganz, ganz fantasievoll zu denken, dann beginnen die Gegenstände in meiner unmittelbaren Gegenwart sich zu erheben und in der Luft zu schweben.
Gravia
00:07:07
Das ist ein spannender Effekt.
Nubia
00:07:10
Ja, spannend, könnte man so sagen.
Gravia
00:07:13
Gott sei Dank ist es begrenzt auf Gewicht. Also Menschen fliegen nicht. Der Tisch bleibt auch stehen. Aber alles, was auf dem Tisch ist, ist nicht sicher.
Nubia
00:07:22
Da hast du recht.
Richard
00:07:23
Das ist schon spannend, wenn du sagst, es geht ums Gewicht. Wie sieht es mit Babys aus?
Nubia
00:07:30
Nee, also ich muss ehrlich sagen, bei Lebewesen hat es noch nie geklappt bei mir. Also nicht, dass ich das versucht hätte. Ich kann das ja nicht bewusst ansteuern. Ich habe inzwischen gelernt, da kommen wir vielleicht später noch dazu, wir haben Techniken erlernen müssen, das irgendwie in Schach zu halten sozusagen. Es sind wirklich Gegenstände. Also das sind dann meine Bettdecke und die Lampe in meinem Zimmer, also die Stehlampe und Gabeln, Messer am Tisch, so Sachen. Also wirklich Gegenstände. Mit Menschen klappt das tatsächlich gar nicht. Also wahrscheinlich sind die rein vom, weil da ja auch geistig eine Schwere drin ist. Ich weiß es nicht, wie man das erklären kann. So, aber das ist jetzt irgendwie von der, Menschen sind ja materiell auch anders zusammengesetzt. Also Menschen habe ich jetzt noch nie in die Luft bewegt bekommen.
Gravia
00:08:18
Wir können Organismen ausnehmen aus der Sache. Das ist jetzt auch nicht so, als würdest du durch den Wald gehen und träumen und dann fängt das Moos an zu schweben. Das ist jetzt auch nicht der Fall.
Nubia
00:08:29
Nee, nee, das nicht. Aber das Laub zum Beispiel, was auf dem Boden liegt, das kann schon sein, dass es da dann etwas mehr raschelt als normal sozusagen.
Richard
00:08:38
Okay, also das ist jetzt deine Fähigkeit und Gravia hat jetzt aber eine andere?
Gravia
00:08:41
Ja, ich bin genau das Gegenteil. Wie Nupsi schon sagte, wurde das etwas ungleich verteilt und bei mir werden Dinge schwerer. Also wenn ich vor allem, wenn ich wütend werde und so die Beherrschung verliere, was durchaus öfter mal vorkommt, weil ich nicht der geduldigste Mensch bin, werden Dinge mehr magisch vom Boden angezogen, als sie es vorher waren.
Nubia
00:09:10
Ich wollte gerade sagen, schwerer ist jetzt mal wirklich nett ausgedrückt. Also da lässt sich nichts mehr. Das klebt. Das klebt fest, würde ich mal sagen.
Gravia
00:09:21
Kann man super gegen seine Schwester anwenden, wenn man nicht möchte, dass sich irgendetwas aus dem Zimmer heraus bewegt, weil es gehört mir. Ja, ohne Witz. Und sich da eine kleine Wut entwickelt, dann bleibt das Ding auch genau da.
Nubia
00:09:39
Wobei ich dazu sagen muss, die Sache, mit wem hier was gehört, ist ja wirklich bei uns Zwillingsschwestern jetzt auch immer eine konstant ungeklärte Sache gewesen. Gerade im Kindesalter.
Gravia
00:09:50
Ja, aber ich habe das ganz genau im Kopf.
Nubia
00:09:53
Das ist dein Ball damals in dem Zimmer, den ich da nicht mehr wegbewegen konnte. Der liegt, glaube ich, heute noch da.
Gravia
00:09:59
Es war definitiv mein Ball. Also es steht ja außer Frage, dass es mein Ball war.
Nubia
00:10:06
Also du merkst schon, wir hatten eine lustige Kindheit.
Richard
00:10:09
Da stellt sich mir direkt die Frage, wenn ihr sagt, Ravia kann dann Sachen, die nicht wegbewegt werden sollen, einfach da mal am Boden festhalten, magisch. Und du kannst Sachen aber dann schweben lassen, Nubia. Kannst du da nicht quasi einfach dagegen arbeiten und es dann trotzdem nehmen?
Nubia
00:10:26
Ja, tatsächlich haben wir das auch schon. Also manchmal ist das ja auch aus Versehen.
Gravia
00:10:31
Aber in dem Fall ist das schwierig. Also wenn ich wütend bin über diesen, der Ball soll hier bleiben, dann hat Nupsi schon Schwierigkeiten, sich in Gedanken zu verlieren, weil sie ist ja auch genauso wütend.
Nubia
00:10:42
Genau.
Gravia
00:10:42
Dass dann Sachen anfangen zu schweben.
Nubia
00:10:44
Absolut. Das Problem ist halt, wenn sie auf mich wütend ist, dann klappt das natürlich nicht, weil ich ja dann auch wiederum auf sie wütend werde. Und gerade in dieser engen Geschwisterbeziehung, dann habe ich auch wirklich in dem Moment keine Muße, mich da jetzt hinzusetzen und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen.
Gravia
00:11:01
Gott sei Dank.
Nubia
00:11:01
Das ging dann halt leider wirklich nicht. Also leider wir gegeneinander. Aber ich habe auch schon hier deine Zahnbürste schweben lassen und da hattest du dann auch keine Chance. Dann ging es halt mit ungeputzten Zellen damals ins Bett.
Gravia
00:11:14
Das waren unsere Eltern auch ganz hervorragend.
Nubia
00:11:17
Absolut. Also wir haben uns schon auch gegenseitig natürlich ordentlich viel Streiche gespielt. Wir haben aber auch nicht nur uns gegenseitig, wir haben auch unsere Verwandtschaft damit teilweise bei Familienfeiern ordentlich zur Weißblut treiben können.
Gravia
00:11:31
Wo ich jetzt aber nochmal reingrätschen muss, es gibt aber auch den Fall, dass wir uns gegenseitig ausgleichen können. Also wenn Nubia total verträumt war, dann kam es durchaus vor, dass dann meine Eltern zu mir kamen und sagten, würdest du vielleicht da mal reingehen und gucken, ob du die Sachen wieder auf den Boden bekommst?
Nubia
00:11:56
Ganz genau, das ist eben die andere Sache, wenn wir jetzt nicht irgendwie gegenseitig uns ärgern wollten oder jemand anderen ärgern, ist es schon auch manchmal aus Versehen passiert. Gerade als wir noch kleiner waren und wirklich noch keine wirkliche Kontrolle darüber hatten, noch nicht gelernt hatten, damit umzugehen, ist das echt manchmal passiert. Entweder ich saß in meinem Zimmer und habe vor mich hingeträumt und gar nicht gemerkt, wie plötzlich mein ganzes Kinderzimmer angefangen hat zu schweben. Also halt alle Dinge da drin, so mein Kuscheltier zum Beispiel und eben meine Kissen und so, das war dann alles irgendwo in der Luft und bei... Bei Gravi aber genauso. Sie hat sich auch schon als kleines Kind sehr gerne sehr oft aufgeregt, wenn sie nicht das gekriegt hat, was sie wollte. Und dann war sie da teilweise auch außer Rand und Band und ich weiß auch, wie sie in der Küche getobt hat. Unsere Mutter wollte kochen. Tja, nichts ging halt mehr. Gar nichts ging. Die Tomaten waren komplett festgetackert auf die Küchenfläche. Kein Messer ließ sich mehr bewegen. Und dann wurden wir tatsächlich immer gegenseitig zur Hilfe gerufen, sozusagen, um unsere Schwester zur Raison zu bringen, indem wir das irgendwie mit unserer Energie ausgeglichen haben.
Richard
00:13:08
Habe ich das richtig verstanden? Bei Gravia wird die Magie dadurch ausgelöst, dass sie wütend ist und bei Dinobie ja dann durch Kreativität oder wie?
Nubia
00:13:18
Genau, also durch meine Gedanken. Wenn ich träume, wenn ich mir einfach Gedanken mache, wenn ich mich in eine andere Welt reinträume, das mache ich inzwischen ja auch beruflich. Das kommt ja auch nicht von irgendwo her, dass ich jetzt als Geschichtenerzählerin arbeite. Und als Kind war das irgendwie auch schon da. Da konnte ich stundenlang im Garten sitzen und habe mir Geschichten ausgedacht in meinem Kopf. Und einfach, wenn ich mich da so kreativ wegdenke, dann passiert das einfach.
Gravia
00:13:46
Ich meine, wenn man es so sieht, haben wir beide unsere magischen Fähigkeiten zur Vorteil unseres Berufs gemacht, oder?
Nubia
00:13:53
Das stimmt, absolut. Ja, voll, absolut.
Richard
00:13:57
Wie hilft dir nochmal jetzt deine Fähigkeit im Beruf Gravier?
Gravia
00:14:00
Ja, ich bin Schmiedin und da ist es doch schon manchmal ganz gut. Ich mache auch gerne so fein mechanischere Sachen, aber auch manchmal was Großes und Schweres. Und wenn was nicht funktioniert und mich das richtig nervt, das, was nicht gut funktioniert und der Hammer dann schwerer wird, dann ist es durchaus vorteilhaft.
Richard
00:14:22
Ja, wenn man das dann noch vom, so wie da die richtigen Momente erpassen kann, nach dem Motto, es ist leicht, wenn ich es hochnehme, aber wenn ich es runter sausen lasse, den Hammer dann wird schwer, das wäre natürlich top.
Gravia
00:14:33
Das ist schwieriger, ja, also das nicht, aber es wird insgesamt schwerer und ich habe mich da doch körperlich dran angepasst, aber einfach mehr Gewicht in der Hand zu haben, wo man nicht immer arbeiten muss, ist sehr hilfreich.
Nubia
00:14:47
Ja, und ich meine, wir haben ja auch mit der Zeit immer besser gelernt, damit umzugehen. Also wir wurden auch irgendwann dann, als wir Jugendlich waren, jeden Sommer immer zu so einer Hexe geschickt in den Wald, die uns dann den ganzen Sommer über in ihre Obhut genommen hat und da dann mit uns geübt hat, mit diesen Fähigkeiten besser umgehen zu können, dass die nicht aus Versehen ständig einfach so passieren. Und wenn es passiert, dass wir dann auch selber so ein bisschen wissen, wie man das unter Kontrolle kriegt und wir nicht immer, also sonst mussten wir immer gleichzeitig im Raum sein. Kannst du dir vorstellen, wie anstrengend das auch ist? Ich meine, ich liebe meine Schwester, aber wir waren auch oft ungewollt immer zusammen.
Richard
00:15:33
Ja, ich würde über die Hexe vielleicht gleich noch reden wollen, aber ich würde es gerne nochmal so ein bisschen chronologischer lassen, weil ich mich frage, wenn ihr so in so einem kleinen Dorf aufgewachsen seid, ich glaube in der Pampa habt ihr glaube ich selber gesagt.
Nubia
00:15:47
Oh ja.
Richard
00:15:49
Da fällt man ja auf.
Nubia
00:15:51
Oh ja.
Gravia
00:15:52
Ja, obwohl, ja, wir fallen schon auf, aber ich glaube, unsere ganze Familie ist aufgefallen. Wie wir ja vorher schon sagten, unsere Eltern waren Händler, aber nicht Händler für Getreide, sondern so Händler für magische Gegenstände und Kuriositäten.
Nubia
00:16:09
Kram.
Gravia
00:16:11
Kram.
Nubia
00:16:11
Wie ich ihn genannt habe.
Gravia
00:16:13
Ja, ganz liebevoll. Und auch viel von der Glasinsel zum Beispiel. Und das sind ja alles so außergewöhnlichere Sachen. Und da ist man dann schon als, ja, die Wenderans, die sind eh so ein bisschen seltsam und haben Kleidung an, die auffällt, weil wir mit anderen gehandelt haben. Und dann, ja, dann war es nicht mehr so schockierend, dass wir anders waren als die anderen. Aber es ist doch schon vorgekommen. Gut, dass wir nicht alleine waren in unserer Kindheit.
Nubia
00:16:43
Ja, das auf jeden Fall. Ich sage mal so, also schockierend war es für die Leute vielleicht nicht, Aber wir waren schon so ein kleines kuriosen Kabinett. Also auch wenn wir beide dann durch den Ort gelaufen sind, hieß es immer, oh, die Wendys kommen, nehmt eure Sachen in Acht, holt eure Sachen nach drinnen, sonst fängt ihr gleich was an zu schweben oder ihr könnt es nicht mehr bewegen. Also wir hatten schon so einen kleinen Sonderstatus. Ich meine natürlich, wir haben es auch irgendwie lustig gefunden. Es war jetzt nicht nur belastend. Wir haben uns natürlich auch einen Spaß draus gemacht. Nein, das nicht. Aber du hast schon recht, das ist ja generell so, wenn man in so einem kleinen Ort aufwächst. Jeder kennt jeden, jeder weiß alles über alle und... Und deswegen haben wir uns dann auch, als wir volljährig waren, dazu entschieden, auf jeden Fall da wegzuziehen und wohnen jetzt in der Hauptstadt und sind da auch sehr froh drüber.
Richard
00:17:39
Okay, und jetzt gab es, wenn ihr sagt, da seid ihr dann aufgefallen, war das auch der Grund, weswegen ihr dann zu dieser Hexe geschickt wurdet? Also so ein äußerer Druck, den eure Eltern danach gegeben haben? Oder war das wirklich was, wo die einfach innerhalb der Familie gesagt haben, da müsste man sich vielleicht mal drum kümmern?
Gravia
00:17:54
Also ich würde jetzt nicht sagen, dass wir, also wie ich vorhin meinte, also ich glaube, es war jetzt nicht irgendwie Hänseln oder sowas. Also wir wurden da jetzt nicht ausgeschlossen von den anderen Kindern. Ich meine, so viele gab es jetzt auch nicht. Aber ich glaube, unsere Eltern.
Nubia
00:18:10
Ich wollte gerade sagen, die fanden es schon auch ganz besonders, mit uns befreundet zu sein. Also es war jetzt nicht nur von Nachteil.
Gravia
00:18:18
Ja, aber ich glaube, unsere Eltern haben das auch, ich glaube, auch so ein bisschen zu ihrem eigenen Vorteil sich gewünscht, dass wir so besser das unter Kontrolle haben. Weil zuweilen, gerade als wir auch so ein Kleinkind und dann so ein bisschen älter, da sind die Emotionen ja durchaus schwierig. Und da war dann schon ein bisschen arg viel Chaos bei uns zu Hause. Also das Zimmer, wo die Verkaufssachen drin waren, war längere Zeit Tabuzone für uns beide, damit wir nichts kaputt machen.
Nubia
00:18:54
Ich habe mich auch lange gefragt, was das für ein Schicksal ist, dass wir einfach auch genau in diesem Haushalt groß geworden sind, der ja voll war mit Gegenständen. Also klar, wir hatten diesen einen Verkaufsraum, also nicht Verkaufsraum, sondern der Raum, der für uns tabu war, in dem wirklich so richtig alles gelagert war. Aber natürlich stand bei uns generell, unsere Eltern sind Händler, die haben auch privat Kremskram Sonnen dergleichen bei sich zu Hause rumstehen, was ich zum Beispiel jetzt bei mir gar nicht haben kann. Ich besitze irgendwie drei Gegenstände und das war es irgendwie so in meiner Wohnung.
Gravia
00:19:26
Die sind alle gut gepolstert.
Nubia
00:19:29
Oh ja, Teppich ist mein bester Freund. Aber ja, es war schon sehr, es ging schon manchmal ein bisschen drunter und drüber bei uns zu Hause. Und ich glaube auch, dass das der Wunsch unserer Eltern war, die dann gedacht haben, lieber mal den Kindern ein bisschen, noch ein bisschen Sommerschule bei der Hexe geben, damit die auch mal ein bisschen mehr Kontrolle über ihre Fähigkeiten erlangen.
Gravia
00:19:55
Obwohl wir, also wir haben da ja irgendwie so dann mit sechs, sieben angefangen das erste Mal und dann gab es auch eine Zeit, wo wir es dann ganz gut im Griff haben und dann kam die Pubertät und dann wurde die Kontrolle doch wieder ein größeres Thema zwischen uns. Und ich kann direkt mal schon vorweg sagen, dass Nupsi überhaupt nichts davon hielt, auch noch weiter aus dem kleinen Dorf weiter in die Pampa geschickt zu werden, um da Dinge zu lernen.
Nubia
00:20:28
Ne, also wirklich wahr. Ich meine, hier Natur in allen Ehren, aber nicht mit mir.
Gravia
00:20:33
Das aus deinem Mund. Nicht mit mir.
Nubia
00:20:35
Ich habe wirklich, also mir hat das schon gereicht, die ganze Kindheit und Jugend über in dieser Pampa, in diesem Dorf. Und dann müssen wir auch noch in den Sommerferien noch weiter raus in den Wald. Und dann sitze ich da irgendwo im Regen in der Hütte. Oh, nee.
Gravia
00:20:52
Ich höre die dramatische Musik.
Nubia
00:20:55
Oh, nein.
Gravia
00:20:56
Wo ist der schluchzende Bade, wenn man ihn braucht?
Nubia
00:20:59
Ja, ganz genau. Wo ist er? Ja, nee. Also wirklich, ich weiß, Gravi fand das immer mega toll. Die hat das geliebt in der Natur und dann hat sie sich Höhlen gebaut und mit den Tieren gespielt und alles und so. Und ich wollte einfach nur mein Dach über dem Kopf haben und ich wollte Kultur haben. Ich wollte mit Menschen reden. Ich wollte vor Menschen reden. Ich wollte Dinge erleben und nicht den ganzen Sommer im Wald sitzen.
Richard
00:21:29
Kennt ihr zufällig Boltern der Bade?
Nubia
00:21:32
Ja, vom Hören auf jeden Fall.
Richard
00:21:36
Der scheint ja auch so naturverboten zu sein. Zumindest geht es bei seinen Liedern ja oft um diese Entschleunigung, wenn man da mal in die Natur geht und so, weil es ja sonst alles immer viel zu schnell wird. Aber da bist du jetzt wahrscheinlich nicht ganz so begeistert von.
Nubia
00:21:50
Nee, also deswegen habe ich mich auch rein beruflich und auch privat noch nicht weiter mit ihm auseinandergesetzt, weil er, glaube ich, so ziemlich das Gegenteil vertritt von dem, was ich vertrete.
Richard
00:21:59
Hört ihr den mal an. Ich finde den toll. Ich habe auch schon mal in der Oben-Sendung ein bisschen über ihn gesprochen. Ich hatte mal jemanden hier, der hat mich beraten, wie ich denn die Oben-Sendung hier mal so ein bisschen verbessern kann. Und da habe ich ja auch gesagt, ich würde einfach Lieder von Bolthar singen. Da war er dann aber strikt gegen. Habe ich nicht so ganz verstanden.
Gravia
00:22:18
Ah, deswegen das Plakat von ihm an deiner Wand?
Richard
00:22:20
Ja, ja.
Nubia
00:22:22
Aber hast du ihn mal gefragt? Er kann doch vielleicht so immer das Intro singen oder so.
Richard
00:22:28
Ja, weiß ich nicht. Das Problem ist immer noch, es ist immer noch ein bisschen schwierig, von einem Ohrwurm auf den anderen so ein bisschen Sachen zu übertragen. Da arbeiten wir gerade dran.
Nubia
00:22:39
Ja, klar. Aber du, ich glaube, ganz ehrlich, also das, wenn man sich etwas bei uns in den Kreisen erzählt, dann, dass dieser Mensch unbezahlbar ist. Also der tritt nur in den ganz großen Hallen auf und wenn er sich dann mal aus seiner Natur heraus bequemt. Aber ja, ich glaube, also ich will dir jetzt nicht unterstellen, dass du nicht genug Geld hast, aber ich würde dir auch raten, dein Geld auch da natürlich in andere Dinge zu investieren.
Richard
00:23:05
Mit der Unterstellung hattest du total recht. Das Problem mit diesen ganzen Ohrwurmsendungen ist ja, ihr kennt es ja dann vielleicht, ist ja immer noch, wie man da jetzt irgendwie dann Kohle rausholt. Weil Sachen zu versenden ist ja das eine, aber sich dafür dann auch bezahlen zu lassen, ist ja nochmal eine ganz andere Nummer.
Nubia
00:23:21
Wem erzählst du das? Ich meine, ich wohne nicht umsonst auch in der, also zwischen Armenviertel und Gasthausviertel, weil ich einfach wirklich, ja, ich bin zwar Künstlerin mit Leib und Seele und nach außen geben wir natürlich immer den großen Prunk und machen die tolle Unterhaltungssendung, aber es ist nicht so, als wären wir die Reichen der Stadt.
Richard
00:23:44
Kann ich dir einen Tipp geben, wie man das in Griff spricht?
Nubia
00:23:48
Erzähl mir alles.
Richard
00:23:49
Also meine ganz geheime Idee, wie ich das ja regeln kann, obwohl ich nicht viel verdiene und so. Wohlhabende Eltern. Ganz toll.
Nubia
00:23:59
Ja, okay, werde ich mir fürs nächste Leben merken.
Richard
00:24:03
Ja, muss man einfach darauf achten, in welcher Familie man geboren wird.
Nubia
00:24:07
Guter Hinweis, guter Hinweis, danke.
Gravia
00:24:10
Also ich habe tatsächlich so eine kleine Nebentätigkeit, Idee und zwar habe ich angefangen, so kleine Silberbüchsen zu bauen, in die man einen Ohrwurm einsperren kann, um ihn besser zu transportieren und das läuft gar nicht so schlecht an. Also ich meine, wenn ihr da noch einsteigen wollt, das Geld verdienen geht ganz gut damit.
Nubia
00:24:35
Die sehen auch echt hübsch aus. Ich meine, ich versuche ja immer mit meiner Schwester irgendwie in Kooperation zu treten. Ich habe auch schon manchmal bei ihr in der Werkstatt Vorstellungen gemacht, weil wir dachten, dass es doch eigentlich ganz schön sein könnte, weil es auch bei ihr in der Werkstatt nochmal so ein besonderes Ambiente ist, du sagst es. Ganz genau. Wir konnten dann auch so ein bisschen mit unseren Fähigkeiten spielen, sodass man teilweise, ich habe Geschichten erzählt und dann plötzlich ist irgendwo im Hintergrund, hat was geklappert oder so. Und dann war das wie so ein immersives Erlebnis für die Zuhörenden. Das fand ich ganz, ganz toll. Und eigentlich war dann auch so gedacht, dass dann Gravi parallel dazu dann auch irgendwelche Gegenstände bearbeitet, die zu der Geschichte passen, die ich erzähle. Das haben wir schon zwei, drei Mal veranstaltet. Und ich fand es eigentlich ganz, ganz toll. Aber ja, meine Schwester nicht ganz so toll.
Gravia
00:25:31
Die Veranstaltung an sich war auch ganz schön für mich. Aber ich schätze einfach nicht, berühmt zu werden. Also so in meiner... In meiner Umgebung und so, die dürfen mich ruhig kennen und wenn mich jetzt irgendjemand anspricht, finde ich auch gut, aber ich möchte jetzt nicht über die Straße laufen und erkannt werden und das geht dann doch so ein bisschen gegen das, was Nupsi in ihrem Leben zum Ziel gesetzt hat.
Richard
00:25:57
Das ist das Gute, wenn du hier in dieser Umstellung zu Gast bist. Das Risiko, darüber berühmt zu werden, ist nun wirklich denkbar gering. Also ich dachte hier.
Nubia
00:26:05
Mit uns landest du den großen Durchbruch. Das habe ich mir von Anfang an so vorgestellt. Jetzt mach mal hier, stell mal nicht unsere Folge hier heute unter den Scheffel. Aber ja, ich glaube auch, dass irgendwie auch diese, wenn Rampensau ein weiteres Element wäre, eine weitere magische Fähigkeit, dann wäre auch die auf uns beiden genauso ungleichmäßig verteilt. Ich habe vielleicht ein bisschen zu viel davon abbekommen. Ich brauche irgendwie den ganzen Tag Bestätigung von außen. Ich laufe durch die Welt und erzähle allen Geschichten, die sie vielleicht gar nicht hören wollen. Und bei Gravi ist eher das Gegenteil. Die kann sich echt ja auch tagelang, manchmal erreiche ich sie tagelang nicht, weil sie einfach sich in ihre Werkstatt verbarrikadiert hat und davor irgendwas hinwerkelt an irgendeinem neuen Gegenstand. Und dann irgendwann eine Woche später wieder ans Tageslicht zurückkehrt und ich schon eine Woche dachte, meine Schwester ist verschwunden, sie ist ausgewandert, ich sehe sie nie wieder.
Richard
00:27:07
Es gibt ja so ein bisschen die... Ich sage mal, dieses Phänomen, dass bei manchen Leuten die magischen Fähigkeiten so ein bisschen auch mit der Persönlichkeit korrespondieren. Also ich sagte auch schon, dass es bei euch zum Teil auch so ein bisschen beruflich dann passt, aber es gibt zum Beispiel auch Sachen, dass man sagt, das könnte zum Beispiel auch gleich schon krankhaft werden. Wenn ich jetzt bei euch denke, das eine dann sehr leicht, das wird ja so in so einer, ich sag mal, vielleicht schon etwas übertriebene Fröhlichkeit, die ja auch irgendwann mal schwer werden kann. Münzen oder bei dem anderen vielleicht das Gegenteil, so eine innere Schwere. Merkt ihr sowas auch oder ist das bei euch gar nicht so ausgeprägt?
Gravia
00:27:47
Also man könnte bei meiner Schwester schon manchmal von einer kleinen Losgelöstheit von der Realität sprechen.
Nubia
00:27:54
Das halte ich für ein Gerücht.
Gravia
00:27:58
Ich weiß nicht. Also Nupsi, was sagst du? Habe ich irgendwie zu viel Schwermütigkeit?
Nubia
00:28:06
Also ich würde nicht dich als schwermütige Person bezeichnen, aber ich finde auf jeden Fall als eine sehr bodenständige Person. Vielleicht das irgendwie so. Du bist sehr geerdet, deswegen hast du ja auch schon von Anfang an das immer mega gut gefunden, da in der Natur rumzuhängen und da irgendwie deine Füße in die Erde zu bohren, so mehr oder weniger. Also du hast, ja, ich würde dich nicht vom Geist her als schwermütig bezeichnen, aber so eher dieses super, super geerdete Bodenständige. So auch, ich glaube, dieser eine Umzug in die Hauptstadt, das war gerade so kraftakt genug, aber ich glaube auch nicht, dass ich dich jemals noch woanders in dieser Welt antreffen werde, als in dieser Wohnung, in der du jetzt wohnst, weil du halt jetzt auch wie ein schwerer Gegenstand nicht so leicht zu verschieben bist sozusagen. Und ja, ich bin da doch dann eher tatsächlich auch da das Gegenteil. Ich bin schon sehr, ja, sehr, wie sagt man, so ein bisschen leichtmütig. Ich bin auch gerne irgendwie mal hier, mal da irgendwie so, kann mich jetzt schwer irgendwie für ewig an irgendwas binden. Also ja, vielleicht könnte man das so ein bisschen beschreiben, ja.
Gravia
00:29:29
Ja, auf jeden Fall. Also, Richard, wie du siehst, so ein bisschen ist es da, aber ich würde jetzt, also krankhaft ist es noch nicht.
Richard
00:29:38
Ja, muss es ja auch nicht sein, also ist ja auch okay.
Nubia
00:29:42
Ich meine, wir haben ja wirklich dafür auch lange genug bei dieser Hexe rumgehockt, um da wenigstens irgendwie was rauszuziehen.
Richard
00:29:48
Ja, wir haben es genau gemacht.
Nubia
00:29:52
Viel.
Richard
00:29:55
Es hat mal angefangen. Ihr wart dann da bei der in der Natur und dann hat sie gesagt, keine Ahnung, hier guckt mal unter den Stein und schaut euch mal die Regenwürmer an. Oder was macht man denn bei einer Ex in der Natur?
Gravia
00:30:06
Naja, es fängt schon so an mit so Meditation. Wollte ich gerade sagen.
Nubia
00:30:11
Viel Übungen.
Gravia
00:30:11
Was aber dann schlecht ist bei Nubia, weil sie ja dann meditieren muss, ohne in irgendwelche Wolkenwelten abzudriften. Ganz beliebte Übung, sich auf einen Stein mitten im Wald setzen, die Augen zu schließen und den Wald zu fühlen, um sich zu erden. Ich fand es total toll, weil man kann sehr, sehr viel erleben, wenn man da mal so eine Stunde im Wald sitzt und zuhört. Und wichtig aber, dass ich dabei meine Emotionen reguliert habe. Der Wald hat mir viel an Ruhe gegeben. Deswegen kann ich dann auch, wenn ich merke, oh, es entgleitet mir, mir innerlich meinen Gedanken Wald aufbauen und mich dahin zurückziehen. Ich hatte das Gefühl, bei Nupsi hat das nicht so gut funktioniert, weil sie sollte im Wald sitzen und fühlen, ohne sich dabei irgendwelche, Geschichten auszudenken. Du kannst dir vorstellen, dass es nicht so wahnsinnig gut funktioniert. Stell dir vor, da läuft ein Marienkäfer vor ihrer Nase entlang und das erste Impuls, den sie hat, ist, sich diesen Marienkäfer auf die Hand zu nehmen, sich auszudenken, wo kommt der her? Wo will der hin? Warum läuft der jetzt gerade dahin? Was ist sein Name? Hat der wohl Familie? Und da spinnt es sich einfach immer weiter und dann hat das natürlich nicht mehr funktioniert mit der Meditation.
Nubia
00:31:36
Ja, aber genau so ist es. Leute, stellt euch doch mal vor, ihr sitzt im Wald. Es gibt nichts Sterbenslangweiligeres als das. Da muss man sich doch irgendwo anders hinträumen oder sich mit anderen Dingen auseinandersetzen. Deswegen wohne ich ja auch gerade im trubeligsten Viertel überhaupt, wo ich die ganze Zeit irgendwas Neues erlebe und quasi gar nicht dadurch in Versuchung gerate, mir irgendwie selber große Gedanken machen zu müssen, außer wenn ich mich bewusst dazu entscheide. Aber ich weiß noch eine andere Übung. Da mussten wir auch einen ganzen Tag lang uns gegenüber sitzen und uns in die Augen schauen. Die ganze Zeit.
Gravia
00:32:12
Ich möchte kurz sagen, es war keine Folter. Also wir waren da schon freiwillig. Es war jetzt nichts mit Schmerzen verbunden.
Nubia
00:32:20
Es war wie so eine Art Übungslager, in das wir da so geschickt wurden.
Gravia
00:32:26
Bitte, reiß dich zusammen.
Nubia
00:32:28
Ja, nein, ich mochte die auch. Ich mochte die auch. Wenn das irgendwo an einem spannenden Ort gewesen wäre, irgendwo am Meer oder in der Stadt, dann wäre es vielleicht noch ein bisschen toller gewesen. Aber ich weiß noch, diese eine Übung, wo wir uns die ganze Zeit in die Augen schauen mussten, das fand ich wiederum super spannend. Weil wir dadurch, ich meine, ich konnte dann nicht mehr mir selber Gedanken machen, sondern ich habe mich ja quasi die ganze Zeit auf dich konzentriert und konnte dadurch dann irgendwie meine Gedanken ganz gut bemerken. Bündeln, sodass ich auf eine Art kreativ war, also meine Gedanken waren ja trotzdem immer noch da, aber nicht so losgelöst, dass dann plötzlich alles wieder in die Luft geflogen ist. Die Übung fand ich eigentlich ganz toll.
Gravia
00:33:11
Ja, also da haben wir irgendwelche gemeinsame Regulierungen gelernt, auf jeden Fall.
Richard
00:33:17
Also es hat auch was gebracht und es war jetzt nicht nur so ein verschwubbeltes Ding.
Nubia
00:33:21
Nein, auf gar keinen Fall.
Gravia
00:33:24
Es war für mich auf jeden Fall effektiver als für Nupsi. Aber wie sagte sie so schön, ja, meine eigene Disziplin hat mir dann halt weitergeholfen.
Nubia
00:33:35
Ganz genau. Das ist nämlich auch wieder so ein kleiner Unterschied zwischen uns beiden. Ich bin dann doch auch ein bisschen die Zielstrebigere von uns beiden. Und ich habe es dann irgendwie doch auch irgendwann gemerkt, ja, okay, ich möchte mir nicht selber die ganze Zeit im Weg stehen und deswegen habe ich mich dann auch irgendwie dazu überwunden, mich darauf einzulassen, weil ich wusste, sonst kriege ich später noch Probleme und dann kann ich nicht das machen, was ich machen möchte, nämlich als Künstlerin arbeiten. Das wusste ich schon sehr, sehr früh, dass ich das machen möchte und ich wusste dann auch irgendwann, Okay, ich muss hier meine Gedanken insofern unter Kontrolle kriegen, dass es mir nicht im Weg steht, dann später Künstlerin sein zu können. Und dadurch habe ich dann doch auch vieles lernen können. Aber sagen wir mal so, ich habe es jetzt nicht so genossen, da in der Natur rumzuhängen.
Gravia
00:34:29
Nein, das hast du nicht. Dafür hast du teilweise genossen, wenn wir mit unseren Eltern dann im Frühling und im Herbst unterwegs waren, um Dinge zu verkaufen. Außer, dass es kalt war und sie in einem Planwagen schlafen musste. Aber sonst?
Nubia
00:34:46
Das waren die unangenehmen Sachen dabei, absolut. Ich mag, wie ich schon gesagt habe, ich bin große Befürworterin von einem Dach über dem Kopf und Zivilisation. Aber was ich geliebt habe, wenn wir dann auf so einem Markt waren und unsere Sachen da aufgebaut hatten, dann habe ich mich zu diesem Stand gestellt und schon angefangen, den Leuten Geschichten zu erzählen und die zu unterhalten und anzulocken.
Gravia
00:35:12
Ich musste mich immer daneben stellen. Damit wir nicht aussahen wie die letzten Wahnsinnigen in dem Stand, wo alle Güter schweben. Das war schwierig.
Nubia
00:35:25
Entschuldigung, das wäre die beste Werbung gewesen. Und wenn ich dann keine Lust hatte.
Gravia
00:35:27
Dann musste sie auch da weggezerrt werden, damit wir wirklich nicht allzu negativ auffallen.
Richard
00:35:33
Aber ging es denn öfter mal schief? Ich meine, was sind ja Sachen auf so einer Handelsreise?
Nubia
00:35:40
Ja, also meinst du jetzt die Reisen oder auf den Märkten?
Richard
00:35:44
Was auch immer lustiger ist.
Gravia
00:35:47
Vieles.
Nubia
00:35:48
Also von den Reisen will ich jetzt eher ungern erzählen. Da habe ich mich eigentlich immer sehr zurückgezogen, weil ich das einfach alles total ätzend fand, da im Regen in irgendeinem Wagen durch die Gegend gezogen zu werden. Aber auf den Märkten, oh, da sind schon tolle Sachen passiert. Ich weiß auch, dass wir, als wir noch ganz, ganz klein waren, da sind wir dann auch manchmal einfach abgehauen und so haben uns durch diese Märkte durchgeschlängelt und waren auch noch so klein, dass wir teilweise so unter den Tischen hindurch gepasst haben und haben uns dann wie so ein eigenes Labyrinth gebaut. Und ich weiß, da haben wir dann auch immer so ein Spiel gespielt, so als wären wir in so einem Labyrinth gefangen und sind dann da immer so rumgelaufen und haben irgendwie uns neue Wege gesucht und so. Und da muss man dazu sagen, was wir da teilweise unter diesen Tischen gesichtet haben. Ich meine, das haben wir als Kinder damals dann auch gar nicht verstanden irgendwie so. Aber jetzt, wenn ich zurückdenke, was ich da teilweise zu den Füßen der Verkaufenden gesehen habe, was die da noch teilweise rumstehen hatten, was da auf dem Tisch nicht angeboten wurde, das war eigentlich schon ganz schön interessant.
Gravia
00:36:50
Was aber auch super ist, wenn Nupsi sich verstecken wollte und sich irgendwo unter einem Tisch versteckt hatte und dann aber vergessen hat, dass sie sich verstecken sollte und angefangen hat zu träumen, war sehr einfach zu finden von den sich langsam schwebenden Dingen, die auf diesem Tisch standen.
Nubia
00:37:09
Ja, okay, ja, gut, ja, ich weiß. Ich habe das halt da alles noch nicht so ganz unter Kontrolle gehabt, ja.
Gravia
00:37:16
Was soll ich machen? Ja, deswegen verstecken mit dir. Du konntest halt nicht aufhören, dich zu langweilen und dir irgendwas anderes zu überlegen. Und dann warst du immer sehr, habe ich dir das eigentlich gesagt? Ich glaube nicht. Ich glaube, als Kind habe ich da stillschweigend drüber bewahrt.
Nubia
00:37:30
Natürlich hast du mir das nicht gesagt. Ich fand es immer total fies, dass du mich immer so schnell gefunden hast.
Richard
00:37:36
Jetzt, wo es ihr ein bisschen besser kontrollieren könnt. Das bietet ja schon viel Potenzial, was ihr da könnt. Je nachdem, wie hoch man was fliegen lässt, könnte man ja auch mal, weiß ich nicht, wenn man jetzt gerade irgendwie bis auf einem Balkon steht und dann unten drunter ist jetzt irgendwas, was spannend ist, könnte man es sich ja auch mal zu sich fliegen lassen oder so. Gibt es da Sachen, wo ihr festgestellt habt, so kann man die Fähigkeiten auch mal kreativ nutzen?
Nubia
00:38:03
Also bei mir tatsächlich jetzt, wie du meinst, also es fliegt ja nicht, es schwebt ja nur. Das heißt, es kann zwar von unten nach oben sich bewegen, die Sachen, aber ich kann jetzt nicht, wenn ich bei meiner Nachbarin gegenüber sehe, hat die einen schönen Teller da auf ihrem Tisch stehen, dann kann ich den jetzt nicht zu mir rüberholen. Weil ich mich richtig anstrenge, dann würde ich es tatsächlich schaffen, dass auf der anderen Straßenseite in das Wohnzimmer, dass ich reinschaue, dass da, wenn die da am Esstisch sitzen, dass sich da die Teller dann in die Höhe bewegen. Aber ich könnte die nicht zu mir ranholen, weil ich kann nicht die Bewegung kontrollieren. Ich kann nur die Schwerelosigkeit sozusagen auslösen.
Gravia
00:38:47
Das heißt, es ist wie so vieles, es ist einfach nur Kunst. Das ist eine spontane Installation, dass Dinge schweben, aber es ist jetzt nicht funktional.
Nubia
00:38:56
Wie wir alle wissen, Kunst ist ja sinnlos, ist ja brotlose Kunst, deswegen heißt es ja auch so. Deswegen ja, also ich kann leider, ich kann damit jetzt, ich kann nicht zur Meisterdiebin werden oder so. Ja, auch das wurde ich schon mal in dunklen Ecken, als ich da einmal nachts von so einer Feier auf dem Heimweg war, wurde ich tatsächlich an der Ecke von irgendeinem äußerst zwielichtigen Menschen angesprochen, Der war wahrscheinlich zu Gast bei einer unserer Vorstellungen und hat das so ein bisschen mitbekommen, dass ich da so diese Fähigkeit habe. Der wollte mich allen Ernstes anheuern, da sein Kompagnon oder seine Kompagnonin zu werden, dass ich mich vor irgendwelche Gebäude stelle und dann mit meiner geistigen Fähigkeit da irgendwie ohne Berührung irgendwelche Gegenstände zu mir ranfliegen zu lassen. Da musste ich ihn bitterlich enttäuschen, weil das kann ich nicht bieten. Also im Nachhinein bin ich froh auch irgendwie, dass ich das nicht bieten kann, weil sonst weiß ich gar nicht genau, wie ich aus dieser Affäre wieder rausgekommen wäre. Aber nee, also ja, du bist nicht der Erste, der auf diesen Gedanken kommt. Viele stellen sich das auch irgendwie praktischer vor, als es am Ende des Tages auch wirklich ist.
Richard
00:40:03
Heißt aber, wenn du jetzt was schweben lässt, zum Beispiel, was eigentlich so schwer ist, ich könnte es dann aber zum Beispiel trotzdem werfen, obwohl ich sonst eigentlich zu schwach wäre.
Nubia
00:40:14
Du hast Ideen, ey. Warum willst du das denn werfen? Warum willst du denn Teller werfen? Ich meine, dann geht der ja erst recht kaputt, ne?
Richard
00:40:20
Unsere Eltern waren ja froh.
Nubia
00:40:24
Ja, wir können es mal ausprobieren. Wir können ja mal zusammen Tennis spielen. Oh, das ist immer super lustig. Ich liebe ja Tennis spielen, aber das macht ja leider niemand mit mir, weil es einfach dann doch unlustig ist, wenn die Bälle dann irgendwie schweben bleiben in der Luft.
Gravia
00:40:38
Zu weit.
Nubia
00:40:40
Oder das. Ja, aber ich meine, ich weiß halt, dass unsere Eltern froh waren, wenn da nichts kaputt gegangen ist dabei, weißt du? Wenn da schon was fliegt, dann sind alle Beteiligten eigentlich auch wieder froh, wenn das dann sicher wieder zurück auf den Boden kommt, als wenn man da jetzt noch anfängt, irgendwas mit diesen Gegenständen zu werfen.
Gravia
00:41:02
Also bei mir, wie ich ja schon sagte, bei meiner Arbeit kann das nützlich sein. Das Einzige, was mir sonst einfällt, ich bin sehr gut im Dinge versenken, weil ich muss nur wütend genug sein und das, was ich ins Wasser werfe, wird auch definitiv den Grund erreichen. Aber das ist jetzt auch ja nichts, was man groß Werbung machen würde mit.
Richard
00:41:23
Da bräuchte ich mir noch eine Drillings. Zum Beispiel, wenn man sagt, man muss irgendwie, weiß ich nicht, irgendwas treffen. Man kennt das ja, glaube ich, der Klassiker ist ja irgendwie Müll in den Mülleimer werfen. Wenn du merkst, ach, ich habe ein bisschen zu weit geworfen, dann mal ja einfach nur im richtigen Moment mal ganz kurz das Ding ein bisschen schwerer machen, dann regelt sich da ja viel.
Gravia
00:41:45
Ja, dafür müsste ich aber noch so einen richtigen Auslöser. Das habe ich noch nicht. Muss ich vielleicht nochmal in mich gehen, ob ich so ein Wort oder eine Situation mir immer in Gedanken rufen kann, die mich wahnsinnig wütend macht und dann in dem Moment so den Schalter umlege, dass es dann aus dem Himmel fällt. Aber dann wäre ja auch alles, ich weiß nicht, was so physikalisch, das ist ja immer auf alles um mich darum bezogen und nicht nur auf ein Objekt, was dann passieren würde.
Nubia
00:42:11
Das ist es eben. Wir lassen ja nicht nur eine Sache schweben. Also bei mir ist es so, es fängt ja dann alles an zu schweben. Wir lassen gar nichts schweben. Ich denke dich immer mit, so sehr bist du bei mir. Das ist sehr schön. Ja eben, es ist nicht gezielt nur ein Gegenstand oder so. Das ist ja das Problem auch.
Gravia
00:42:31
Aber wie wir vorher ja auch schon angeteasert haben, also in unserer Kindheit haben wir das durchaus auch für Streiche und so verwendet. Und dass Nupsi in irgendeinen Raum läuft, wo Leute an der Tafel sitzen, wo Verwandte am Esstisch sitzen und auf einmal fängt alles an zu schweben und dann rennt sie kichernd davon und ich komme hinterher. Und sie hat mich vorher so sehr wütend gemacht, dass dann alles kleben bleibt und so konnten wir das Bankett so ein bisschen stören.
Richard
00:43:00
Ich stelle mir das gerade bei Giski auch schwierig vor, weil man sagt, es schwebt erst mal so ein paar Zentimeter über dem Tisch und dann auf einmal rums mit, weiß ich nicht, gefühlt doppeltem Gewicht oder so, knallt es auf den Tisch. Dann ist es ja auch schnell mehr kaputt, oder?
Nubia
00:43:13
In der Tat, deswegen wurde auch dann bei Familienfeiern, bei denen wir zu Orten, wie sagt man, zu Anwesen waren, zugegen waren, genau. Ja, da wurde dann auf jeden Fall, wie Gravi schon gesagt hat, nichts Zerbrechliches mehr serviert.
Richard
00:43:32
Aber ich habe das Gefühl, dass vielleicht liegt es auch daran, dass das nur in so einem Kaff so geht. Aber es wirkt schon so, als hätte sich eure Familie total gut einfach mit diesen Fähigkeiten arrangiert. So als würde das einfach, ja, muss man sich mal mit auseinandersetzen, aber letzten Endes läuft es so mit.
Nubia
00:43:48
Ja, klar. Ich meine, eine andere Möglichkeit hatten sie ja auch nicht.
Gravia
00:43:51
Und naja, sie hätten uns schon auch setzen können oder so.
Richard
00:43:54
Ja, zum Beispiel. Wenn das jetzt in so einer großen Stadt passieren würde, ich glaube, da gibt es natürlich nochmal ganz andere Probleme. Aber das wäre natürlich dann einfach eine etwas andere Nummer. Da könnte man sich vielleicht gar nicht so leicht damit mal eben arrangieren.
Gravia
00:44:06
Das stimmt. Wie ich schon sagte, es war ja jetzt nicht so ganz abwegig in der Familie, dass auch mal Dinge passieren, wenn sie nicht so ganz natürlich sind, wie wir schon von unserer Oma erzählt haben. Und ja, natürlich, wenn wir da in einem Haus alleine wohnen, ist das ganz anderes Kaliber, als irgendwo in einer Mietswohnung zu wohnen mit vielen Nachbarn, die da durchaus mehr Auswirkungen von haben könnten. Also, wenn ich mich arg aufgeregt habe, hätten manche Dinge sicher auch, wenn wir in oberen Stockwerken gewohnt haben, vielleicht ein paar Decken durchschlagen.
Richard
00:44:46
Wie sieht es eigentlich, das frage ich mich die ganze Zeit, mh? Wie sieht es mit Bettdecken aus? Weil da könntest du ja theoretisch auch mal jemanden mit erdrückt haben aus Versehen.
Gravia
00:44:57
Unterstellst du mir jetzt gerade Mord?
Richard
00:45:00
Ich frage dich, wie du den Mord verhindert hast.
Nubia
00:45:05
Wurdest du auch schon mal von einer zwielichtigen Person an der Ecke angeheuert? Bei mir war es ja Gott sei Dank nur ein Meisterdieb. Bei dir war es irgendein Auftragsmörder. Und der hat dich dann gefragt, ob er dich irgendwie anheuern darf, weil du dann Leute erwürgen kannst oder wie?
Gravia
00:45:17
Nein, so unmoralische Angebote habe ich noch nicht bekommen. Da habe ich auch noch wirklich nicht drüber nachgedacht. Ich decke jetzt aber auch nicht standardmäßig mein Gesicht zu und meine Familie auch eigentlich nicht. Wie schläfst du, Richard?
Richard
00:45:35
Wenn es laut ist zum Beispiel, dann packt man sich ja doch mal irgendwie das Kissen irgendwie auf den Kopf oder so. Ich frage mich halt nur, wahrscheinlich so schnell kann es wahrscheinlich fast gar nicht werden, dass man da.
Gravia
00:45:45
Nicht mehr durchatmen kann. Nee, das jetzt nicht. Aber ich glaube, hätte man kriminelle Energie wären, die Möglichkeiten durchaus gegeben, Schaden anzurichten. Aber sowas mache ich nicht.
Nubia
00:46:01
Nee, ich glaube auch dafür, also so sind wir auch nicht erzogen worden. Also ich glaube auch unsere Eltern sind ja auch Händler. Die sind so viel rumgekommen auch in ihrem Leben, haben so unterschiedliche, kuriose Begegnungen gehabt. Ich glaube, klar, es war bestimmt nicht einfach mit uns als Kindern, aber wir waren jetzt, glaube ich, auch nicht das Außergewöhnlichste, was die jemals in ihrem Leben erlebt hatten. So hatte ich irgendwie auch von Anfang an das Gefühl eigentlich.
Richard
00:46:26
Ja gut, das klingt auf jeden Fall nach einer spannenden Kindheit. Ich würde dann auch langsam zu meinen Abschlussfragen kommen, wo ich ja den Verdacht habe, dass ihr die vielleicht etwas unterschiedlich beantworten werdet.
Nubia
00:46:39
Das ist aber jetzt mal wirklich eine steile These.
Richard
00:46:42
Sehr steil, ja. Meine erste Frage ist erstmal, was gefällt euch denn am besten hier an Dornheim?
Nubia
00:46:49
Okay, wer zuerst oder gleichzeitig?
Gravia
00:46:52
Bitte, du darfst dich zuerst austoben und dann komme ich hinterher.
Nubia
00:46:55
Und dann sagst du einfach genau das Gegenteil. Also ich liebe alles an der Stadt. Ich meine, ihr habt es ja schon mitbekommen. Ich komme aus der Pampa. Ich fand es da nicht so toll. Ich liebe es einfach, den ganzen Tag unter Menschen zu sein, den ganzen Tag Menschen zu begegnen. tausend Möglichkeiten, die mir offenstehen. Ich kann mich als Künstlerin so frei entfalten. Ich war zum Beispiel vor einer Weile eingeladen auf die Festung und durfte da auftreten und durfte da eine Geschichte erzählen bei so einem besonderen Bankett, was da stattgefunden hat. Ich meine, die Möglichkeit hat man nicht für sowas, wenn man irgendwo mitten in der Pampa lebt. Ich liebe das total, genau diese Möglichkeiten zu haben, aufzutreten, Geschichten zu erzählen, ganz viele Menschen zu treffen und natürlich auch durch die Gassen zu schlendern und kuriosen, ja, kuriose Dinge auch zu beobachten, aus denen ich dann meine neuen Geschichten ziehen kann.
Gravia
00:48:01
Okay, jetzt ich. Also ich bin ja hergekommen, um ein Handwerk zu lernen bei meinem lieben Meister Holdur. Und ja, also das war schon schön, hier eine größere Gemeinschaft zu haben, die auch gleiche Interessen hat. Und das schätze ich auch sehr, auch ist natürlich die Einfachheit, ich habe irgendeine Idee, was ich kreieren möchte und ich gehe einfach zwei Straßen weiter und finde einen Händler, der genau das hat, was ich brauche. Das ist für mich ein wahnsinnig großer Vorteil, um irgendwie dann auch meine Kreativität in der Form auszuleben. Und das möchte ich auch nicht missen. Es liegt nicht am Trubel, dass ich hier bin.
Richard
00:48:43
Ja, klingt doch gut. Und natürlich die Gegenfrage, was stört euch am meisten? Vielleicht machst du gleich weiter, Gravia.
Gravia
00:48:51
Ja, also mir fehlt dann doch ab und zu die Stille. Die Ruhe, wie ich ja vorher vom Wald erzählt habe, dass man dann auch irgendwie ins Grüne rauskommen kann und so zu sich selber findet und das ist ja hier einfach nicht gegeben. Also ich wohne in der Nähe des Gasthausbezirks, aber ich wage mich nicht wahnsinnig oft freiwillig rein, gerade in die großen Straßen mit den vielen Wirtshäusern, weil mir das einfach zu laut ist.
Richard
00:49:23
Okay, und bei dir, Nubia?
Nubia
00:49:25
Ganz klar das Wetter und der Winter. Weil das finde ich doch als einziges so ein bisschen schade. Unsere Vorfahren, also unsere Eltern kommen ja aus Helien und sind dann halt, weil sie natürlich irgendwie nicht so viel mit Landwirtschaft anfangen konnten, wofür ich ihnen auch auf eine Art dankbar bin. Ich wäre ungern auch nochmal in der Landwirtschaft groß geworden. Aber da ist es halt schon nochmal echt wärmer. Und ich wünschte manchmal Dornheim-Läge einfach am Meer und irgendwo weiter im Süden. Das wäre perfekt.
Richard
00:50:01
Ja, das kann ich nachvollziehen. Ist für manche wirklich ein bisschen schwierig. Okay, und dann gleich bei dir weitermachen, Nobia. Was möchtest du noch erreichen?
Nubia
00:50:13
Also, das ist ja auch immer eine schwierige Frage, die man einer Künstlerin stellt. Ich meine, ich bin super dankbar über das, was ich bisher schon irgendwie erreichen durfte, dass ich jetzt, wie gesagt, zum Beispiel schon auf der Festung auftreten durfte und mit meiner Schwester immer wieder die Veranstaltungen mache. Übrigens, nächste Woche kommt auch wieder eine neue Veranstaltung. Können wir euch vielleicht gleich noch genau erzählen, was wir da vorhaben. Aber ja, mein Ziel wäre natürlich schon noch ein bisschen bekannter und erfolgreicher zu werden als Geschichtenerzählerin. Natürlich, klar, wie ich schon von Anfang an gesagt habe, ich versuche auch mit der Zeit zu gehen, auch wenn ich am liebsten im Moment vor Menschen auftrete. Aber die Ohrwürmer sind ja stark im Vormarsch, also nicht die selber, sondern das Gewerbe drumherum.
Richard
00:51:05
Eine Armee von Ohrwürmern rollt über ganz Erfaldra.
Nubia
00:51:08
Du, manchmal träume ich davon, manchmal fühle ich mich genau davon in meinen Träumen verfolgt. Aber ja, natürlich wäre es schon mein größter Traum, irgendwann so meine eigene Ohrwurmwerkstatt zu haben sozusagen mit meinem Namen drauf und dadurch dann irgendwie meine Geschichten zu vertreiben. Das wäre schon ein Ziel.
Richard
00:51:31
Du meinst so, wo man im ganz Großen richtig viel produzieren kann?
Nubia
00:51:38
Ganz genau, wo man quasi einfach das Geschichtenverbreiten mit den Ohrwürmern so richtig groß aufziehen kann. Und das halt mit meinen Geschichten, die ich erzählt habe.
Gravia
00:51:49
Denken sie groß.
Nubia
00:51:53
Ja. Du, man muss ja auch immer nach den Sternen greifen.
Gravia
00:51:57
Ja, natürlich.
Richard
00:51:59
Okay, Gravia, wie sieht es bei dir aus? Was möchtest du noch erreichen? Ja.
Gravia
00:52:04
Ich kann ganz platt sagen, glücklich sein. Also ich habe jetzt nicht so große Luftschlösserträume wie meine liebe Schwester, sondern einfach zufrieden sein in meinem Leben und das tun, was mir Spaß macht, würde mir schon reichen. Das ist ein gutes Ziel, wo man hinarbeiten kann.
Richard
00:52:22
Sehr, sehr geerdet auf jeden Fall.
Nubia
00:52:24
Ja, ich wollte mal sagen, hier, Stichwort bodenständig. Ja, kommt nicht von ungefähr.
Richard
00:52:30
Okay, Nubi, du würdest noch auf eine Veranstaltung hinweisen?
Nubia
00:52:32
Ja, genau, wenn ich da kurz noch den Rahmen für nutzen darf. Und zwar nächste Woche, nächste Woche am Samstagabend veranstalten wir wieder bei Gravia in der Werkstatt eine neue Veranstaltungsreihe, wo ich wieder Geschichten erzähle und Gravia parallel dazu eine neue Gegenständigkeit bearbeitet. Also viel will ich noch nicht verraten.
Gravia
00:53:02
Es wird aus Silber sein.
Nubia
00:53:03
Jetzt ist aber auch schon genug verraten hier. Ein bisschen Geheimnis soll ja auch noch bleiben. Aber ja, wir haben uns wieder was Neues ausgedacht. Und dazu seid ihr alle herzlich eingeladen.
Richard
00:53:14
Okay, ja, gut, vielen Dank. Dann haben wir noch irgendwas, worüber wir auf jeden Fall reden müssen? Oder war es das mit dem Wichtigsten?
Nubia
00:53:22
Ja, erstmal danke, dass wir da sein durften.
Richard
00:53:24
Ja, sehr gerne. Immer froh, wenn ich Gäste finde.
Gravia
00:53:28
Okay.
Richard
00:53:28
Dann würde ich sagen, das war eine neue Folge von Wer labert hat noch Puls. Ich bin Richard Groß und meine Gäste waren Nubia und Gravia Wenderan. Bis zum nächsten Mal. Ciao.
Nubia
00:53:41
Ciao.
Philipp
00:53:52
Vielen Dank an Laura und Joana fürs Mitmachen. Die beiden machen den wunderbaren Drei-Groschen-Podcast. Den Link dazu findet ihr in den Shownotes. Hört auf jeden Fall mal rein. Ich finde den sehr, sehr, sehr lustig. Und ich muss mich bei den beiden auch einmal kurz entschuldigen. Falls ihr Gruppenahnen haben wollt, was die beiden mit mir durchmachen mussten. Also erst mussten die sich irgendwie bei meinem Podcast-Kram zurechtfinden. Dann mussten die mit mir aufnehmen, wo ich schon irgendwie viel zu verpeilt war. Wie ich beim Schneiden dieser Folge noch festgestellt habe. Dann sollten die mir noch ihre Dateien zuschicken. weil da bei mir irgendwie remote was nicht richtig angekommen ist. Da gab es dann Probleme, weil ich einfach den Retransfer-Link zu spät geöffnet hatte. Da mussten die mir das nochmal schicken. Dann kam ich nicht dazu, das zu veröffentlichen, habe dann aber geschrieben nach, ich glaube, bestimmt einem halben Jahr oder so, dass ich das auf jeden Fall noch veröffentliche. Und die Aufnahme war 2023. Aber gut, ich habe gesagt, ich veröffentliche es noch. Also, ja, ich hoffe, ihr hattet Spaß. Also hört bei denen auf jeden Fall mal rein, das wäre vielleicht auch so eine Art Schmerzensgeld oder so, um das zu ertragen. Aber wer weiß, vielleicht kommen sie ja nochmal wieder. Übrigens möchte ich an dieser Stelle noch einmal Werbung machen für das wunderbare Affaltra-Wiki. Ja, das ist eine Art Fanprojekt, das heißt, da kann man dann gucken, was in Affaltra alles schon so passiert ist, kann man Sachen nachlesen. Bestimmte Charaktere nochmal nachgucken. Das ist natürlich nicht fertig. Das heißt, ihr könnt auch alle mal fleißig mitschreiben, gucken, ob das alles so stimmt, was da steht, Sachen korrigieren. Wiki halt. Ihr kennt das. Also egal, ob ihr jetzt aktiv daran mitarbeiten wollt oder einfach nur das mal zum Nachschlagen benutzt, wenn ihr irgendwas vergessen habt oder so, oder euch irgendwas noch weiter, noch genauer interessiert. Ja, die Adresse dazu gibt es natürlich auch in den Show Notes. An dieser Stelle einen großen Dank an Christian, der bisher zu den meisten Artikel da geschrieben hat, um nicht zu sagen, ich glaube fast alle, bis auf so ein paar kleine Ergänzungen. Aber das schafft das natürlich auch nicht alleine. Also wenn sich noch jemand berufen fühlt, mitzumachen, gerne helfen. Das macht auch neuen Leuten den Einstieg nochmal so ein bisschen leichter, wenn sie wissen, sie können jederzeit irgendwie in so Wiki nochmal was nachschlagen. Und so können wir die Community vielleicht noch ein klein bisschen vergrößern. Und dann komme ich auch leichter an Gäste und kann das hier noch eine Weile machen. Jo, dann würde ich sagen bis zum nächsten Mal, ciao.

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