Folge 3 - Auf eine Tasse Kakao
Ungeplante Sonderfolge mit meiner Tochter
30.10.2025 15 min Christian Troidl und Katharina
Zusammenfassung & Show Notes
Diese Sonderfolge hat meine Tochter angestoßen. Ich konnte nicht nein sagen. Wir sprechen darüber, was sie an ihrer Schule begeistert und wie Lernen dort Freude macht. Für mich ist es ein sehr persönlicher Moment. Ich bin stolz auf meine Tochter und natürlich auch auf meine Söhne. Ein ruhiges Gespräch bei einer Tasse Kakao, das Mut macht, Lernen wieder als Entdeckung zu sehen. Wenn dir die Folge gefällt, abonniere den Podcast und schreib mir gern Feedback.
Diese persönliche Sonderfolge hat meine Tochter angestoßen. Bei einer Tasse Kakao sprechen wir darüber, was sie an ihrer Schule begeistert und wie Lernen Freude machen kann.
Zur ausführlichen Episodenseite mit weiteren Informationen:
https://christiantroidl.de/podcast/folge-3-auf-eine-tasse-kakao/
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Transkript
[Musik]
Herzlich willkommen bei „Auf eine Tasse Kakao". Heute gibt es keinen Kaffee, Katharina, oder? – Ja, überhaupt keinen. Kakao ist eh viel besser.
Okay, dann Kakao. Und Katharina, du erzählst mir, wie Schule geht, wenn man selber ausprobieren darf. In der Montessori-Schule, wo man Materialien aussuchen darf und unwahrscheinlich viele Fragen stellen, aber auch Fehler machen darf und es noch einmal probieren.
Ja, dann los geht's. Hallo Katharina. – Hallo. – So, warum bist denn du heute hier? – Wegen der Montessori-Schule. Ich will etwas davon erzählen.
Oh, das finde ich aber spannend. Dann stelle ich dir eine Frage und du antwortest darauf, wollen wir das so machen? – Ja, machen wir. – Das ist cool. Pass mal auf: Wo ist denn deine Schule?
In Vilshofen, in der Montessori-Schule in Vilshofen. – Montessori-Schule Vilshofen, das ist ja cool. Hey, wenn du in die Schule kommst, wie sieht das aus, wenn du ankommst? Wie ist so der Alltag?
Da geht man einfach in die Schule. Es gibt einen Bus, einen Kleinbus. – Also ihr fahrt mit dem Bus. – Ja, wir werden vom Bus abgeholt und wir werden vom Bus auch wieder zurückgebracht.
Aber der Bus fährt ja nur in die Montessori-Schule, nirgends anders hin, gell? – Ja, genau. Und dann gehen wir halt zusammen. Da gibt es einen Weg, wo wir dann zu unseren Klassen gehen, aber es gibt da einen Hausschuhweg, da darf man nicht mit Schuhen entlang.
Es gibt ein Schuhregal für die ganz normalen Schuhe. Und da gehen wir halt den Weg, es gibt zwei Wege: vorne geradeaus, dann rechts und dann runter.
Okay. – Oder vorne durch und dann runter. Und da ist die Tigerauge, da bin ich drin, meine Klasse. Die heißt Tigerauge. Es gibt eine Bernstein, eine Rosenquarz und noch viele andere Klassen.
Viele andere, hey, cool. Sag mal, warum dürft ihr bestimmte Wege nur mit Schuhen gehen und die anderen müsst ihr mit Hausschuhen gehen? Warum ist das so? – Weil das halt so eine Schuhregel ist, damit es sauber bleibt.
Ja, dass es sauber ist, ist wichtig. Das ist cool. Wenn du jetzt ganz in der Früh ins Klassenzimmer reinkommst, was machst du denn da als Erstes? – Da dürfen wir noch ein paar Spiele spielen. Da dürfen wir malen, da dürfen wir halt alles machen. Dann gibt es Morgenkreis und dann machen wir den Satz der Woche.
Warte mal, eins nach dem anderen. Also du kommst morgens rein und dann kannst du erst einmal Spiele spielen. Welche Spiele spielst du da immer? – Ich mache einfach nur Matheblätter, mehr nicht.
Ach so, das ist aber kein Spiel, oder? – Ja, man darf schon lernen, das ist es. Man darf ja machen, was man will. – Na ja, aber das ist ja gut. Okay, cool. Und dann hast du gesagt, was kommt dann? – Morgenkreis.
Und wenn man jetzt nicht weiß, was ein Morgenkreis ist, wie stellt man sich das vor? – Da werden Kerzen rumgegeben. Unsere Lehrerin, die heißt Emy, die ruft ein Kind auf, das dran ist zum Anzünden. Eine Kerze. – Ja, cool.
Und dann wird sie angezündet, Emy gibt sie weiter, und dann sagen wir halt „Schön, dass du da bist" nach links und nach rechts. – Also jedes Kind sagt zu jedem Kind: Schön, dass du da bist. – Ja.
Wow, das ist aber toll, oder? Da wird ja quasi jeder von jedem begrüßt. – Und wenn die Lehrer reden, müssen alle leise sein, oder wenn sie Fragen stellen, müssen sich alle melden.
Und so. Aber da darf man keinen Schmarrn machen. [Lachen] – Ja, das ist wichtig, sonst kriegt man auch nicht mit, was die Lehrer sagen. Und wenn du jetzt mal überlegst: Worauf freust du dich am meisten, wenn du jeden Tag in die Schule gehst?
Auf Mathe und auf meine Freunde. – Auf Mathe und auf deine Freunde, das ist eine tolle Kombination, finde ich. – Draußenpause, da hat man Essenszeit, man kann was knabbern, man kann was essen, aber es gibt ein Verbot. – Erzähl mal. – Keine Süßigkeiten.
Keine Süßigkeiten. Und du freust dich jeden Tag darauf, dass es keine Süßigkeiten gibt? – Nein. [Lachen] Ich freue mich auf die Draußenpause und auf meine Freunde. – Ja, das glaube ich, das verstehe ich. – Und auf Mathe.
Cool, das finde ich super. Mathe ist wichtig.
[Musik] Wenn du jetzt mal deine Schule beschreiben möchtest, wie sie für dich aussieht, wie beschreibst du die dann? Wenn du das einem anderen Kind erklären möchtest, was würdest du dem Kind über deine Schule erzählen?
Ich würde dem Kind erzählen, dass sie richtig farbenfroh ist. Es gibt einen Fußballplatz, auch für die Draußenpause. Es gibt viele Klettersachen, es gibt Bäume. Sie ist richtig groß und schön. Es gibt einen Innenhof und einen Außenhof.
Cool. – Und die Schule ist sogar richtig groß. Es gibt sogar ein Gymnasium dazu, die Unterstufe. Alles in einer Schule. – Ja, Gymnasium ist es nicht ganz, aber die Schule geht bis zur zehnten Klasse. – Richtig.
Aber Abitur kann man da nicht machen, ne? – Ja, aber man kann auf andere Schulen wechseln. – Genau, richtig. Ja, das ist cool. Jetzt pass mal auf, dann habe ich noch eine Frage, die ist ein bisschen komplizierter. Ihr arbeitet ja mit ganz bestimmten Materialien, ne?
So Montessori-Materialien. Kannst du uns mal eine Sache beschreiben? – Es gibt super viele Mathe-Sachen. Es gibt Montessori-Brettspiele und so, aber es gibt super viele Mathe-Sachen. Deutsch und Mathe, und Mathe ist halt mehr da.
Okay, beschreib mal eine Sache von Deutsch. – Da muss ich mal überlegen, weil da gibt es nicht so viele Sachen. Oh, aber eins kann ich sagen, von Deutsch in unserer Klasse: Da kann man Wortarten machen.
Was sind denn die Wortarten? Weißt du das? – Ein Nomen, und der, die, das halt. Der, die, das, das ist ein Artikel. Ein unbestimmter und ein bestimmter Artikel zugleich.
Und das lernt ihr mit euren Wortkarten und mit diesen Sachen. Wenn ihr Kinder mal nicht ganz einig seid, wie löst ihr denn da so ein Problem? Was macht ihr denn da mit den Lehrern?
Wir besprechen das. Wenn wir uns streiten, dann lösen die Lehrer das einfach, und da sind gar keine anderen Kinder dabei. – Also ihr seid quasi mit den Lehrern allein. – Da sagen wir einer Lehrerin Bescheid, und die regelt das halt, wo keine anderen Kinder sind.
Das ist schön. Das machen die echt gut, gell? – Ja. – Wann bist du denn mal so richtig stolz auf dich gewesen in der Schule? – Eigentlich jetzt gerade in der dritten Klasse sogar. In der zweiten war ich es und in der ersten.
Und warum? Kannst du mal sagen, warum du da so stolz warst? – Weil ich gerade die Aufgabe fertig gemacht habe, oder weil ich die Erste war, oder weil ich die Leiseste war. Es gibt halt auch Leisesieger dazu.
Okay, das ist interessant. Jetzt habe ich noch einmal eine komplizierte Frage. Wenn du deine Schule anschaust, du sagst ja, dass die voll cool ist und dass es richtig schön ist, dahinzugehen: Wenn du jetzt an der Schule etwas ändern oder dazubauen würdest, was würdest du machen?
Hm, eine Hüpfburg wird schon in unser Fußballfeld eingebaut. – Ui. Warum wird in das Fußballfeld eine Hüpfburg reingebaut? Erzähl mal. – Wegen dem 25. Montessori-Fest. Die Montessori-Schule gibt es jetzt 25 Jahre lang.
Ja, also haben die ein 25-jähriges Jubiläum, quasi den 25. Geburtstag. – Ja. – Und deswegen gibt es eine Hüpfburg auf dem Fußballplatz. – Ja. Und es gibt auch AGs, da kann man sich welche aussuchen. Ich bin halt in der Bücherei-AG.
Du bist in der Bücherei-AG. Okay, pass mal auf, da kommen wir später noch einmal drauf, auf die Bücherei. Aber ich will ja noch meine Fragen fertig machen. – Wollte ich dich noch fragen? Ich wollte nur irgendwas fragen.
Ja, genau. Wenn wir Erwachsenen von der Schule sprechen, dann sprechen wir darüber, dass man dort lernt, etwas selbst zu tun. Also: Hilf mir, es selbst zu tun. Wie kannst du das beschreiben? – Eigentlich machen wir halt nur etwas alleine.
Manchmal, wenn wir Hilfe brauchen, gehen wir einfach zu den Lehrern hin. Aber wir machen halt nur etwas alleine. Nur wenn wir bei ein paar Kleinigkeiten Hilfe brauchen, dann helfen sie uns einfach.
Also das heißt quasi, die Lehrerinnen und Lehrer helfen euch, Dinge selber zu erledigen und selber zu erlernen, oder? – Ja. – Okay. Und da steht jetzt keiner vorne und erzählt ewig lang, wie in Mathematik etwas funktioniert oder wie die Wortarten in Deutsch sind,
sondern ihr erarbeitet euch das immer selber. – Ja. Und die Emy und die Dani. – Genau, und die beiden helfen euch dabei, euch das anzueignen. Ja, das finde ich ganz wichtig. Und das ist ja auch das Grundprinzip der Montessori-Pädagogik.
Ja, genau. Weißt du eigentlich, warum sie Montessori-Schule heißt? – Wegen der, die die Montessori-Schule begründet hat. Die heißt Maria Montessori.
Also, die hat die Schule nicht gegründet, sondern das war quasi die Erfinderin dieser Pädagogik, also wie man Kindern etwas beibringt. Hat das die Maria Montessori quasi erfunden? – Sie hat es erfunden, die ganze Schule halt erfunden.
Und den Namen haben wir von ihr, eigentlich heißt die Schule Maria Montessori. – Was würdest du anderen Kindern über deine Schule erzählen, wenn sie überlegen, dahinzugehen?
Da würde ich ihnen einfach sagen, dass das Lernen da so ist, als würde man spielen. – Okay. Also macht der ganze Tag unwahrscheinlich viel Spaß und du lernst ganz viel dabei.
Ja, man lernt eigentlich, aber man denkt dabei, es wäre, als würde man spielen. – Das ist eine coole Schule. Ich wünschte, ich hätte auch die Möglichkeit gehabt, in so eine Schule zu gehen. – Ja, das wäre schön.
Jetzt erzähl noch einmal bitte etwas über deine beiden Lehrerinnen, die Emy und die Dani. Wie sind denn die so? – Nett. Einfach sehr, sehr nett. Sie feiern sogar Geburtstage mit uns. Sogar meinen. – Also jedes Kind und auch die Lehrerinnen feiern ihren Geburtstag alle zusammen. – Ja. – Das ist ja super.
Das ist ja richtig cool. Und was macht ihr da, wenn ihr Geburtstag feiert? – Wir gratulieren allen, wir singen jemandem etwas vor und wir erzählen ihm Geschichten. Die eine Lehrerin, die Dani, die hat so ein Sternzeichenbuch, dann erzählt sie etwas von seinem Sternzeichen und wie er so ist.
Und das ist interessant. – Ja, sogar richtig. Jeder ist leise. Sogar das Geburtstagskind ist leise. Und man darf sogar Kuchen mitbringen. Man darf Süßigkeiten nur an seinem Geburtstag mitbringen, und dann darf man die auch dort essen. Nur wegen der Geburtstage darf man das, das ist eine Ausnahme.
Okay. So, dann sind wir ja schon am Ende. Was würdest du jetzt am Ende noch den ganzen Zuhörerinnen und Zuhörern sagen wollen? – Ihr sollt da hingehen. [Lachen] – Auf jeden Fall. Und die Erwachsenen?
Ja, die Erwachsenen können da mitarbeiten. Meine Mama hilft auch dabei, und du ja auch. – Du hast ja die T-Shirts davon gemacht, ne? – Die hat die Mama gemacht. – Ah, nicht ich, die Mama hat sie gemacht.
Es ist schön. Und ihr müsst da hingehen, alle, die das hören. – Also, ihr habt es gehört, alle müssen hingehen. Dann sagen wir beide tschüss. – Tschüss.
Und es gibt natürlich einen zweiten Teil. – Es gibt einen zweiten Teil. – Ja. Okay, dann hören wir uns im zweiten Teil. – Ja, dann tschüss, Leute. – Tschüss.
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