061: Gute Arbeit reicht nicht - Warum dein Business trotzdem scheitern kann
12.03.2026 45 min
Zusammenfassung & Show Notes
Wir sprechen heute über ein Thema, das uns selbst lange begleitet hat: Warum gute Arbeit allein noch kein gutes Business macht. Gerade wir Kreativen lieben das, was wir tun - aber Rechnungen schreiben sich nicht von selbst und Kunden kommen nicht automatisch, nur weil wir talentiert sind. Wir teilen ehrliche Erfahrungen aus Fotografie, Illustration und Selbstständigkeit, sprechen über Preisverhandlungen, Strukturen, Ablehnung - und darüber, was Erfolg für uns wirklich bedeutet. Eine Folge für alle, die mehr wollen als nur „gut sein“.
In dieser Folge nehmen wir uns ein Thema vor, das viele Selbstständige - vor allem Kreative - betrifft: Warum reicht gute Arbeit allein eigentlich nicht aus, um ein erfolgreiches Business zu führen? Thomas erzählt von seinen Anfängen als Fotograf, von teurem Equipment, Lightroom-Presets und dem Irrglauben, dass bessere Bilder automatisch zu besseren Aufträgen führen. Spoiler: Tun sie nicht. Denn unternehmerisches Denken, klare Positionierung und saubere Prozesse sind mindestens genauso wichtig wie Talent.
Lu bringt ihre Perspektive als Illustratorin und Gründerin von Clou ein. Sie spricht offen darüber, wie schwer es sein kann, Preise selbstbewusst zu kommunizieren, Grenzen zu setzen oder nicht emotional auf Ablehnung zu reagieren. Gemeinsam diskutieren wir typische Denkfehler - wie „Wenn ich nur gut genug bin, kommt der Erfolg von allein“ - und warum Sichtbarkeit ohne Strategie genauso wenig bringt wie Perfektion ohne Kundenverständnis.
Wir sprechen außerdem über konkrete Hebel im Business: standardisierte Angebote, klare Leistungsbeschreibungen, Preisverhandlungen ohne Panik, Nutzendenken statt Stundenzählen und warum es ein Warnsignal sein kann, wenn nie jemand über deinen Preis diskutiert. Zum Schluss wird es persönlicher: Was bedeutet Erfolg für uns eigentlich wirklich? Viel Geld? Viel Freiheit? Oder die Möglichkeit, mittwochnachmittags Lego zu bauen? Eine ehrliche, praxisnahe Folge - inklusive konkretem To-do für euch.
### Erwähnte Tools, Apps, Social Media Accounts, Tipps oder Websites
- [Lightroom](https://www.adobe.com/de/products/lightroom.html)
- [dropbox.com](https://www.dropbox.com/de/)
- [captureone.com](https://www.captureone.com/de)
Lu bringt ihre Perspektive als Illustratorin und Gründerin von Clou ein. Sie spricht offen darüber, wie schwer es sein kann, Preise selbstbewusst zu kommunizieren, Grenzen zu setzen oder nicht emotional auf Ablehnung zu reagieren. Gemeinsam diskutieren wir typische Denkfehler - wie „Wenn ich nur gut genug bin, kommt der Erfolg von allein“ - und warum Sichtbarkeit ohne Strategie genauso wenig bringt wie Perfektion ohne Kundenverständnis.
Wir sprechen außerdem über konkrete Hebel im Business: standardisierte Angebote, klare Leistungsbeschreibungen, Preisverhandlungen ohne Panik, Nutzendenken statt Stundenzählen und warum es ein Warnsignal sein kann, wenn nie jemand über deinen Preis diskutiert. Zum Schluss wird es persönlicher: Was bedeutet Erfolg für uns eigentlich wirklich? Viel Geld? Viel Freiheit? Oder die Möglichkeit, mittwochnachmittags Lego zu bauen? Eine ehrliche, praxisnahe Folge - inklusive konkretem To-do für euch.
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Mehr über uns findest du hier: Couple & Company | Instagram
Thomas B. Jones: Business Fotograf | YouTube | Instagram
Luisa Jones: Brandmade- Professioneller Look für starke Marken | ByClou | ByClou Instagram | Pinterest
Thomas B. Jones: Business Fotograf | YouTube | Instagram
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Transkript
Hallo und herzlich willkommen zu Couple & Company. Mein Name ist Thomas.
Mein Name ist Lu.
Und zusammen sind wir The Joneses. Und heute wollen wir euch helfen,
besseres Business zu machen.
Hast du schon wieder da Tipps?
Ja, ich habe dir da mal ein paar pauschale Ratschläge.
Da bin ich jetzt sehr gespannt.
Nee, also was wir heute besprechen wollen, ist das leidige Thema,
sage ich mal fast, warum gute Arbeit allein kein gutes Business ist.
Also warum nur gute Arbeit zu machen nicht unbedingt erfolgsversprechend ist.
Warum denn nicht?
Wir haben das selbst schon gemerkt. Also ich kann das von mir aus auch gut behaupten,
dass nur gut arbeiten auch finanziell nicht unbedingt erfolgreich macht oder
was auch immer, wie man seine Erfolge vielleicht definieren mag.
Aber ich sehe es halt auch viel bei anderen, dass die zum Teil wirklich gute
Arbeit machen, aber unternehmerisch einfach nicht erfolgreich werden.
Weil die sich schlecht verkaufen oder warum?
Da gibt es ganz viele Gründe. Ich meine, wie geht es dir? Hast du manchmal das
Gefühl, dass du gute Arbeit machst, aber kein gutes Business?
Ja, also ich habe, glaube ich, grundsätzlich immer noch das Problem,
dass ich zu viel gebe für zu wenig Geld, dass mir immer noch schwerfällt,
meinen Preis dafür zu benennen.
Und dann ist es aber ja auch so, dass, also jetzt mal konkret auf meinen Themenbereich,
zum Beispiel jetzt bei Clou,
da kenne ich auf jeden Fall viele Leute, die deutlich besser Zeichen illustrieren
können als ich, aber vielleicht nicht die Idee dahinter haben,
was man damit macht und das gehört ja eigentlich auch dazu.
Also nur gut zeichnen können, das reicht halt nicht.
Und ich bin, wie gesagt, bei Gott nicht die beste Illustratorin,
aber ich hatte jetzt halt eine Idee und habe daraus eine Marke entwickelt.
Und da gehört einfach mehr dazu, als halt nur zeichnen können.
Es ist glaube ich gerade in den Kreativberufen, die sind anfällig dafür,
aber auch die handwerklichen Berufe meiner Meinung nach, aber selbst wenn du
Beratungstätigkeiten machst, ganz egal,
weil der Kern deiner Arbeit ist ja nicht unternehmerisch erfolgreich zu sein,
der Kern deiner Arbeit ist ja das zu tun, was du machen willst.
Also ob du jetzt Friseur bist, Dachdeckerin oder Illustratorin,
Texter, Fotograf, ganz egal.
Das sind die Dinge, die du eigentlich machst, die du gerne machst,
warum du dich auch mal selbstständig gemacht hast oder ein Unternehmen gegründet hast.
Unternehmerisch erfolgreich sein. Unternehmerisch denken sind die Sachen,
die du halt oftmals erst lernen musst.
Und ich habe es selbst miterlebt.
Ich habe ja an der Johannes Gutenberg Schule als Gastdozent so einen Unterricht
gemacht für Fotografen und Fotografen, die den Meister machen wollen,
diesen Meisterbrief machen wollen.
Und ich habe nur den Bereich unternehmerisches Denken, Betriebswirtschaft dort gemacht.
Nicht einmal eine Kamera in der Hand gehabt, nicht über Bilder gesprochen oder Bildinhalte.
Weil ich aber eben gemerkt habe, weil auch die Schülerinnen und Schüler dort
gemerkt haben, da ist das größte Delta. Da fehlt denen das meiste Wissen.
Das haben die bisher noch nie gehört, nie gesehen.
Und das wird in der Meisterprüfung scheinbar abgefragt, aber irgendwie auch nicht beigebracht.
Und so bin ich da ins Spiel gekommen. Und ich sehe es bei ganz vielen Kolleginnen
und Kollegen auch, dass da am meisten Mangel, dass sie zwar gute Arbeit machen,
aber nicht den Erfolg haben, den sie eigentlich damit haben müssten.
Genau, also soweit mal die.
Ausgangsthese vielleicht.
Ich kann vielleicht ein bisschen aus dem Nähkästchen plauen,
wie das bei mir auch mal anfing.
Also wir Fotografen und Fotografen, die Fotografen vielleicht sogar ein bisschen
mehr, leiden ja unter diesem Problem,
wenn ich nur eine neue Kamera hätte, wenn ich nur ein besseres Objektiv hätte,
dann wird es was werden mit meinen Bildern und wir kaufen gerne neues Equipment,
man verbringt Wochen, um mit irgendwelchen Farblooks rumzuspielen und weißt
du her was, man arbeitet an diesen technischen Parametern,
Ohne oftmals auf das zu achten, um was es wirklich geht, nämlich damit dann
gute Bilder zu machen mit dem ganzen Equipment und so weiter.
In die Falle bin ich anfangs auch öfter mal getappt und habe wirklich am Erfolg
perfekt vorbei operiert.
Also ich habe alles dafür getan, nicht erfolgreicher zu werden.
Und da muss man einfach den Schritt zurück machen, die Kamera im Schrank lassen
und sich mal anschauen, was will ich denn tatsächlich anbieten?
Also sich überlegen, was will ich denn tatsächlich machen?
Und dann, wenn dann rausgekommen, oh, ich will Architekturfotografie machen,
dann brauche ich ein Tilt-Shift-Objektiv.
Okay, aber welche Art der Architekturfotografie will ich machen?
Und gibt es dafür überhaupt Kunden?
Gibt es dafür Kunden? Wo sind die Kunden? Wie spreche ich die an?
Sind es Architekten, Baufirmen? Hast du nicht gesehen? Wo treiben die sich rum?
Welche Sprache in Anführungszeichen sprechen die?
Welches Problem haben die? Was kann ich lösen? Das Tilt-Shift kann ich mir auch ausleihen.
Und das wird schon irgendwie gehen. Das ist meist einfacher zu lösen,
als dass wie nach vorne die Kommunikation funktioniert.
Ich habe da auch lang immer dran rumgemacht, was ich Geld für Presets früher
mal ausgegeben habe, weil ich dachte, dass meine Bilder einfach nicht gut aussehen,
weil die Farben nicht gut sind.
Ich habe keine Ahnung, wie viele 100 Euro in irgendwelche Lightroom Presets
investiert. Macht es nicht.
Ich verwende heute keins mehr davon, so ein Spoiler-Alert.
Weil ich dann nie zufrieden war. Das Problem war aber eben, durch die viele
Wechselreihe und Kaufreihe, alles immer unterschiedlich ausgesehen.
Und ich habe deswegen auch nie zu dem gefunden.
Was ich wollte. Ja, ich finde, das zentiert ja auch immer so ein bisschen,
also in die Richtung, dass man halt immer dem Erfolg von jemand anderem hinterherhangelt,
weil man ja immer denkt, boah, bei dem sehen die Bilder aber so cool aus,
da kaufe ich mir mal das Preset, denn sehen meine Bilder bestimmt auch so cool aus, oder?
Ja, ja, klar.
Und da ist aber eigentlich, wie so oft, mir geht es ja auch oft so,
dass ich mir denke, boah, das ist ja ein cooler Designstil und das ist ja ein
cooles Motiv, aber dass es eigentlich nie funktioniert, sowas dann in Anführungszeichen
zu kopieren, sondern dass ja deine Stärke ist, das, was du ja selber machst.
Das fatale Denken daran ist halt eben auch, dass ich mir oft gedacht habe,
wenn ich so fotografieren könnte, wenn ich die Lichtformer hätte und das Bild
machen könnte und dann habe ich es irgendwann vielleicht sogar und dann kann ich das Bild so machen,
aber die Kunden rennen mir trotzdem nicht die Tür ein, weil daran,
dass ich bessere Anfragen oder überhaupt Anfragen bekomme, habe ich überhaupt
nicht gearbeitet. Ich habe mein Bild gearbeitet.
Und das ist ja nicht verkehrt. Ich sage nicht, dass ich schlechtere Arbeit machen
soll oder dass man sich nicht verbessern soll.
Aber das ist eben nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist dieses rein
unternehmerische Denken zu schauen, okay, wo sind meine Kunden,
wie spreche ich die an, was wollen die eigentlich von mir, wie kann ich mit denen arbeiten.
Dann kriege ich bessere Anfragen und kann dann auch meine ganzen Lightroom Presets
wieder finanzieren, die ich mir noch kaufen möchte.
Aber das widerspricht ja eigentlich der These, die man so oft hört,
dass man, wenn man was gefunden hat, in dem man gut ist, automatisch erfolgreich wird.
Ja, völlig. Die These finde ich auch nicht richtig deswegen.
Also ich höre das in der Fotografie auch hin und wieder mal,
du musst einfach super werden oder auch sichtbar werden.
Ja, auch die Sichtbarkeit ist genau so ein Fallstrick irgendwie.
Weil nur sichtbar zu werden, heißt noch lange nicht, dass du unternehmerisch erfolgreich bist.
Also es gibt sicherlich Fotografen, die sind sichtbarer wie ich und trotzdem
kriege ich bessere Anfragen. Oder sind die vielleicht auf Instagram sichtbar,
aber aber nicht meine eigene Website?
Ja, sorry, also kein Firmenkunde bucht dich nur über deinen Instagram-Kanal.
Der will eine Website haben, der will da draufklicken auf ein Kontaktformular.
Das ist halt so ein bisschen eingeschliffen, der Vorgang.
Also wo bist du, wie sichtbar zählt auch. Gute Arbeit allein reicht einfach nicht.
Das heißt, man muss sich ja auch ein bisschen absetzen zu anderen, oder?
Also zur Konkurrenz. Man muss ja schon so seine Nische finden.
Jetzt nicht unbedingt, ich fotografiere nur, weiß ich nicht, alte Züge.
Das ist vielleicht ein bisschen sehr nischig. Da gibt es vielleicht auch keine
Zielgruppe, aber schon sein Ziel, seinen Unterschied herausstellen.
Ja, genau. Also die gute Arbeit allein reicht halt nicht.
Also nur die gute Arbeit. Selbst wenn du die Anfrage mal hast,
wenn du den Kunden hast, der dir Geld gibt für so einen Auftrag,
wo du sagst, okay, das ist genau das, was ich haben möchte. Das sieht ja super aus, Herr Jones.
Das Problem, also gerade der Meisterkurs habe ich es halt gesehen,
die liefern dann die Bilder und das war es dann.
Also ich schicke dann irgendwie so einen Dropbox-Link per E-Mail raus.
Aber nicht mal die E-Mail ist gut formuliert, dass man schon sagt,
hey, das sind jetzt die zehn Bilder, die wir gesprochen haben.
Ich habe ja noch einen Pool aus 20 weiteren Bildern, also kannst du noch mehr verkaufen.
Dann bei manchen scheitern es ja schon, dass sie den Rechnungen direkt hinterher
schicken, dass die schon nicht kommt und so.
Oder dass die Preise dann halt auch keiner Logik entsprechen irgendwie.
Wie ich sehe da halt großen Nachholbedarf, da strukturierter zu werden.
Und jetzt spreche ich mal für uns Kreative an, ganz bewusst.
Ja, wir sind Kreativköpfe, aber das kann keine Ausrede sein,
keine Struktur zu haben. Ich bin ja auch so ein grundunstrukturierter Mensch.
Auch wenn alle sagen, der Thomas ist ja so strukturiert. Ja,
weil sonst wäre es alles Chaos.
Und ich bin strukturiert, weil
ich Erfolg haben möchte. Ich bin nicht strukturiert, weil ich Erfolg habe.
Also da muss man schon so ein bisschen gucken, was kommt zu welchem Zeitpunkt
irgendwie. Also hier...
Sich Strukturen zu überlegen, wenn ich zum Beispiel eine E-Mail,
ich habe heute Morgen einen Auftrag ausgeliefert, ich schicke eine E-Mail raus, guten Tag,
liebe Ansprechpartner, liebe Ansprechpartnerin, danke nochmal für das Vertrauen,
für den Auftrag, was auch immer, also nochmal bestätigen, hey, super,
hier sind die Bilder, hier sind die Bilder in zwei Auflösungen,
hier sind die Bilder vielleicht noch mit Schwarz-Weiß-Varianten oder andere
Zuschnitte, also da schon ein bisschen over-deliveren, ein bisschen mehr bieten,
Vielleicht schon antizipieren,
was die nächste Frage sein könnte.
Sagen, hier sind nochmal die Nutzungsrechte zur Übersicht.
Gleich am besten die Rechnung mitschicken, dass es auch schon mal platziert
ist, dass man da nicht Zeit verliert.
Und dann nachfassen. Einfach eine Woche später sich das auf Wiedervorlage legen.
Also wenn keine Antwort kam, hey, liebe Ansprechpartnerin, liebe Ansprechpartnerin,
hat mit den Bildern alles geklappt, habt es schon runtergeladen,
habt es für Projekt X verwendet. dann bist du wieder im Gespräch,
ohne einen Auftrag zu haben.
Vielleicht ist dann beim Layouten, beim Webdesign, wo auch immer deine Bilder
verwendet werden, aufgefallen, oh, wir bräuchten noch,
Und dann bist du schon wieder im Gespräch. Dann ist der Weg zu dir viel,
viel kürzer, als wenn du jetzt einfach daheim sitzt und dir denkst,
oh Gott, ich muss dem noch eine Rechnung schreiben, aber ich traue mich nicht,
weil der Preis so hoch ist.
Also das ist auch ein gutes Stichwort, was mir da jetzt noch so als Beispiel einfällt.
Das sind ja wirklich die Basics, wo man ja eigentlich erwarten müsste,
dass das jeder hinkriegt.
Aber ich kann mich noch gut erinnern an einen Handwerker, den meine Eltern früher immer hatten.
Das war vielleicht noch ein bisschen speziellerer Fall, weil der,
glaube ich, um acht Ecken mit uns verwandt war oder so.
Das war, glaube ich, ein Elektriker und der hat halt richtig gute Arbeit gemacht.
Deswegen haben meine Eltern den auch immer wieder beauftragt.
Aber der hat wirklich nur die Hälfte der Zeit in die Rechnung gestellt.
Und meine Eltern, die sind da halt sehr, sehr korrekt und pflichtbewusst und
sind ihm dann wirklich immer ewig lang hinterhergerannt, weil sie das halt auch
nicht wollten, aber der hat das wirklich, ich glaube, der hat das bei anderen
Kunden halt auch gemacht,
einfach die Hälfte der Zeit seine Sachen gar nicht abgerechnet,
weil er nicht dazu kam oder es ja auch schlecht organisiert war und dann arbeitest
du dich dumm und dämlich und machst richtig gute Arbeit und dann ist das auch nicht so gut.
Vergisst dann irgendwie die Rechnung zu schreiben.
Ich habe es hier kürzlich mal mitbekommen, dass jemand mehrmals,
wohlgemerkt, sich eine Location eingemietet hat, um dort zu fotografieren,
mit Kunden oder Filmen genau genommen.
Und man auch gesagt hat, ja, kostet so viel, super, super. Kam nie eine Rechnung von der Location.
Die Location gibt es mittlerweile nicht mehr. Da wird auch keine Rechnung mehr
kommen, weil es wohl wirtschaftlich nicht tragbar war, diese Location.
Ich frage mich dann natürlich, also was heißt, ich frage mich,
ich weiß ziemlich genau, wenn nie eine Rechnung geschrieben wird,
natürlich trägt sich sowas wirtschaftlich nicht.
Also da merke ich schon als Kunde in dem Fall, dass es da halt einfach nicht funktioniert.
Was natürlich schade ist, weil die Location hätte ich auch gerne nochmal gemietet.
Also ich hatte mit denen ja auch schon zu tun. Jetzt gibt es die aber nicht mehr. Warum?
Weil sie schlecht gewirtschaftet haben. Weil sie einfach diese Strukturen und
Abläufe irgendwie nicht im Griff haben.
Ich habe noch so ein zweites Beispiel, was die Richtung der Positionierung geht.
Also es gibt Fotografen, die können viel, man muss ja ein bisschen entscheiden,
was man machen möchte und ich sehe oft, wenn ich andere Fotografen Websites
anschaue, dass die halt diese klare Positionierung einfach nicht haben.
Dass du zwar tolle Bilder machst irgendwie, aber der Kunde eigentlich nicht
weiß, was er bekommt, für was du stehst, was die Leistung ist,
die du anbietest, was genau die Leistung beinhaltet, die du anbietest.
Wie könnte es aussehen? Es fängt an auf der eigenen Website,
dass da wirklich steht, ich biete XYZ.
Ich finde es nicht gut, wenn es ein großer Bauchladen an allem ist,
aber mal dahingestellt. Aber auch da...
Dem Kunde muss klar sein, was er eigentlich bekommt. Weil nur dann kauft er die Sachen auch.
Und er baut einfach mehr Vertrauen zu dir und deiner Marke auf,
wenn er sieht, du kannst das, du machst das, du hast dir einen Text mal dazu geschrieben.
Nicht nur Bilder zeigen. Ein reines Portfolio, wenn du wirklich super gut bist, okay.
Aber wenn du konkrete Dienstleistungen anbietest, musst du vielleicht dazu schreiben,
was der Kunde bekommt. Weil oftmals sitzen auf der anderen Seite auch Leute,
die nicht hundertprozentig wissen, was sie tun.
Vielleicht ist da jetzt irgendwie der Praktikant beauftragt worden,
einen Fotografen zu suchen.
Der ist natürlich Gottfroh, wenn er eine Website findet, wo alles draufsteht,
was er braucht. Geht dann weiter ins Angebot rein.
Ich schicke immer eine Erklärung nochmal mit. Ich habe meine Texte auch standardisiert
zum Beispiel, auch ganz wichtig.
Ja, und auch entwickelt über die Laufe der Zeit.
Genau. Und ich schicke immer ein Moodboard mit, dass der Kunde auch direkt nochmal
sieht, ah, so könnte es dann bei dir aussehen.
Zugeschnitten auf das, was ich bei dem Kunden tatsächlich anbiete im Moment.
Also wenn jemand, kann man Porträts der Geschäftsführung anfragt,
schicke ich ein paar so Porträts der Geschäftsführung mit, die ich schon gemacht
habe, damit die schon sehen können, wie könnte das Ganze aussehen.
Zu Positionierung, ich will ja gar nicht so aktiv reingehen,
aber wir haben in Episode 48 haben wir da relativ ausgiebig drüber gesprochen.
Hört da mal rein, wenn euch das mehr interessiert.
Ich glaube, da kann man schon sehr viel erreichen, wenn man sich da drum kümmert.
Wir sind jetzt beides kreative. Hast du schon mal die Erfahrung gemacht,
dass du emotional zu verhaftet warst in deiner Arbeit?
Ja, ständig. Aber meinst du dann im Sinne von, dass ich irgendwie mit einem
Kunden in der Zusammenarbeit oder bei meinen eigenen Projekten eher?
In der Zusammenarbeit?
Ja, also ich habe schon irgendwie zu viele Kunden eigentlich,
mit denen ich zu eng verbunden sind, dass es mir da einfach schwerfällt,
dann mehr abzurechnen, als eigentlich angeboten war.
Oder auch Nein zu sagen.
Oder zu sagen, ja, das geht halt
mal nicht eben schnell. Also ich muss da irgendwie immer noch viel lernen.
Das fällt mir nach wie vor einfach nicht leicht.
Und wie ist es andersrum, wenn du was machst und es kommt ein Nein von der anderen Seite?
Ja, dann akzeptiere ich das eigentlich immer.
Also, aber fällt dir das leicht oder hast du das auch lernen müssen erst?
Das zu akzeptieren? Ja, nee, das ist halt so voll mein Ding irgendwie, dass ich...
Was ich bei anderen total akzeptiere, bei mir selber nicht akzeptiere irgendwie.
Also dass ich immer mehr gebe, als ich meistens dann von anderen bekomme irgendwie.
Das weiß ich auch nicht so genau.
Also da muss ich vom Wirtschaften her auch auf jeden Fall noch besser werden.
Also ich habe bei mir oft einfach gemerkt, dass ich ja super überzeugt bin von
dem, was ich an Bildern gemacht habe.
Und wenn dann von der Gegenseite kam, oh, das finden wir jetzt aber eigentlich
nicht so gut, ist natürlich immer ein Stich ins Herz.
Ja, das ist für mich auf jeden Fall auch immer so, ja.
Das trifft dann immer ganz, ganz hart und ich finde, es lähmt dann auch ein Stück weit.
Aber geht es immer noch so oder ist es besser geworden über die Jahre?
Naja, mittlerweile sind meine Bilder ja wirklich alle super und niemand sagt mir was dagegen.
Nee, immer noch. Also ich glaube, wenn man kreativ ist, seine Arbeit liebt und
da wirklich Herzblut reinhängt, tut es schon weh, wenn Ablehnung kommt.
Man lernt über die Jahre halt damit umzugehen. immer, ich habe ein dickeres
Fell bekommen und ich habe auch gemerkt, dass es manchmal nicht eine konkrete
Ablehnung ist, sondern ein Unverständnis vielleicht auch auf der anderen Seite ist.
Vielleicht habe ich es auch nicht verstanden, was die gerade ablehnen.
Und die lehnen ja nicht dich ab, sondern dein Angebot. Das muss man auch sehr unterscheiden.
Und manchmal ja sogar, bevor du was, genau, ist ja nicht deine Arbeit,
die du geleistet hast, sondern dein Angebot wird vorher schon abgelehnt.
Also auch da, das ist was, wo ich schon vor einigen Jahren, vielen Jahren für mich gelernt habe,
dass mir das gar nicht mehr wehtut. Dass wenn jemand ein Angebot nicht akzeptiert,
denke ich mir manchmal, jo, euer Verlust in dem Fall. Also ich denke nicht, oh, der Auftrag ist weg.
Klar, es gibt Aufträge, wo ich gesagt habe, oh, das hätte ich gern gekriegt.
Habe ich dann nicht bekommen am Ende.
Aber dann versuche ich halt, das Positive rauszusehen. Was kann ich besser machen?
Ich frage zum Beispiel immer nach, warum.
Also ich frage nicht nach, warum wurde ich nicht beauftragt?
Ich formuliere das ein bisschen schöner.
Du hast einfach nur groß zurück mit 28 Ausrufezeichen. Warum?
Ja, für nü nü. Nee, ich frage dich konkret nach. Ah, schade,
dass es nicht geklappt hat.
Ich versuche mich ständig zu verbessern. Was waren denn die Gründe,
warum es nicht geklappt hat?
Vielleicht sehen wir uns ja ein andermal wieder, dann kann ich es ja schon optimieren.
Und dann kommt manchmal zurück, hey, es war nur eine Preisabfrage,
du hattest eh nie eine Chance.
Super. Okay, dann brauchst du dich emotional gar nicht mehr aufhören.
Kennen wir ja auch zum Beispiel von größeren Unternehmen aus dem Einkauf,
die dann auf jeden Fall mindestens drei Angebote erstmal einholen müssen.
Deswegen darf man das wirklich eigentlich nicht persönlich nehmen. Genau.
Und das ist ja auch, also egal, was dann als Grund zurückkommt,
selten schreiben sie, uns hat deine Persönlichkeit nicht gefallen.
Also wenn das zurückkommt, ist der Kunde vielleicht auch nicht der richtige.
Aber das wird nicht passieren.
Es ist oftmals rein wirtschaftliche Entscheidungen, die dahinterstehen.
Du hast den Preis nicht richtig getroffen, du warst zu teuer, du warst zu günstig.
Auch das passiert. Das passiert mir nicht mehr, aber ich weiß,
dass es Kolleginnen und Kollegen auch passiert, dass sie zu günstig anbieten.
Also da fehlt dann das Vertrauen in deine Arbeit.
Oftmals, manchmal ist schlicht das Budget gestrichen worden und weder du noch
der Kunde kannst irgendwas dafür, sondern irgendwo in der Hierarchiestufe drüber
wurde gesagt, nee, machen wir es doch nicht.
Vielleicht war es Timing, vielleicht hast du das Angebot zu spät abgegeben.
Habe ich auch schon gehabt, dass ich so beschäftigt war und das Angebot halt
eine Woche später rausgeschickt habe und dann war der Auftrag schon weg.
Dann weiß ich aber auch, woran es lag.
Wie kann ich das schneller abwickeln? Also man muss sich das wirklich verinnerlichen
und vielleicht auch laut sagen, wenn so eine Ablehnung kommt,
das Angebot wurde abgelehnt, nicht ich.
Gerade wir Kreative sind da, glaube ich, anfällig dafür, dass wir denken,
das ist eine Ablehnung unserer Personen, unserer Persönlichkeit,
unserer konkreten Arbeit ist es oftmals nicht. Es hat oft ganz andere Gründe.
Ja, das ist, wie gesagt, glaube ich, was, was man wirklich im Laufe der Jahre
auch lernt und auch lernen muss.
Sonst würde einen das emotional viel zu arg stressen jeden Tag.
Geht aber auch für Preisverhandlungen. Also selbst wenn es gar nicht abgelehnt wird.
Ich kenne gelungen Kolleginnen und Kollegen, die wirklich Angstschweiß auf der
Stirn bekommen, wenn der Kunde sagt, oh, das ist mir aber zu teuer.
Da müssen wir nochmal ran.
Dann Panik kriegen. Ich werde da erst so richtig hellhörig.
Das ist also sicherlich die größte Änderung in dem, wie ich mich dabei fühle
im Umgang mit sowas, ist dabei passiert.
Nicht die Ablehnung von Angeboten, das fand ich schon immer so, ist halt so.
Aber eine Preisverhandlung, da weiß ich, dass ich früher anders reagiert habe
und heute mich eher freue, wenn eine Preisverhandlungsanfrage kommt.
Und jetzt gehen die Fragezeichen hoffentlich bei euch los. Warum?
Wenn der Kunde sich die Mühe macht, euch zurückzuschreiben, das ist mir zu teuer.
Der reicht euch in dem Moment die Hand und sagt, ich möchte,
was du bietest, aber der Preis ist für mich nicht in Ordnung.
So, und jetzt seid ihr gefordert.
Nicht, der will meinen Preis nicht bezahlen, sondern nachhaken.
Was ist tatsächlich das Thema? Braucht er nur mehr Bilder? Braucht er weniger Nutzungsrechte?
Also könnt ihr einfach an der Position rumstreichen, die für euch nicht mehr
oder weniger Arbeit macht.
Hat das Angebot vielleicht nicht verstanden? Weiß er überhaupt nicht, was er bekommt?
Genau, er weiß vielleicht gar nicht, was nachher sein Effekt davon ist.
Genau, weil viele denken, ich kriege da 30 Bilder. Ja, schon,
aber welchen Nutzen ist denn für den Kunden da, wenn wir das Projekt machen?
Ich versuche über Nutzen zu sprechen, nicht über Zeiten, nicht über Pauschalen,
nicht über Tagessätze, sondern über konkreten Kundennutzen, den der Kunde dann dafür hat.
Und das ist eine Riesenchance, den Auftrag zu holen zum einen, viel zu lernen auch.
Und der Kunde hat sich die Mühe gemacht, überhaupt noch mal mit euch in Kontakt
zu gehen. Das hätte er nicht machen müssen. Ich habe auch Anfragen,
wo ich nie wieder was höre.
Und dann denken wir, ja, das gehört auch dazu. Aber wenn es zurückkommt,
ist eigentlich zu teuer. Jetzt können wir miteinander sprechen.
Und ich habe jetzt Anfang des Jahres den Fall gehabt, da kam auch sowas zurück.
Und da kam er zurück, also grob paraphrasiert, ja, also in Berlin haben wir
das für die Hälfte vom Geld bekommen.
Ja, Berlin ist aber halt nicht Stuttgart.
Da habe ich dann auch zurückformuliert. Ja, aber das ist hier halt nicht so.
Weiß ich, was in Berlin Döner kostet? Vielleicht auch anders wie hier. Ist halt so.
Aber ich glaube, dass deine Faustregel so ein bisschen nicht,
deine Preise an sich irgendwie, die Preise sind nicht verhandelbar,
sondern dann eher Leistung einkürzen, die vielleicht der Kunde dann vielleicht
gar nicht so wirklich braucht, wenn man dann eben drüber spricht.
Ja, ganz wichtig, meine Stundensätze sind nicht verhandelbar.
Punkt. Weil ich kann nicht schlechter arbeiten in der Stunde.
Ich kann auch meine Kosten nicht reduzieren in der Stunde, sehr wahrscheinlich.
Ich kann aber den Kunden nutzen. kann man sprechen, oder über den Umfang, dessen was rauskommt.
Weniger Bilder, weniger Retusche. Wenn ich nur eine Basiskorrektur mache,
ist es was anderes, als wenn ich eine komplette Retusche mache.
Kriegt das ja vielleicht nur auf zwei Jahre lizenziert und dann schauen wir nochmal.
Es gibt ganz viele Stellschrauben, auch in der Fotografie, ohne direkt am eigenen Preis rum zu machen.
Ja, weil das hat dann wirklich sowas von Handelsbasar und das ist irgendwie...
Ja, und ich finde es auch für das Selbstwertgefühl nicht gut,
wenn ich an meinem Stundensatz rum mache.
Nee, also das mache ich auf jeden Fall auch nicht mehr. Das habe ich,
glaube ich, früher wahrscheinlich mal gemacht, Aber bei mir ist es zumindest
im Moment immer noch so, dass selbst wenn ich es anbiete, ich eigentlich schon
weiß, okay, es dauert nachher wahrscheinlich eh wieder länger.
Und dann auch noch von Anfang an da mit dem Preis runter zu gehen,
das geht eigentlich gar nicht.
Und es gibt andere Stellschrauben. Ich habe letztes Jahr den Fall gehabt in
einer größeren Produktion, da waren auch Preisen Thema, weil die Gesamtsumme
halt zu hoch war. Da haben wir auch miteinander gesprochen.
Am Endeffekt, was haben wir geändert? Ich habe exakt das gleiche am Ende abgerechnet,
was ich vorher abgerechnet hätte, Komma.
Aber ich habe die Models rausgezogen aus dem Angebot. Ich habe die Make-up-Artists
rausgezogen aus dem Angebot.
Ich habe das nicht durchverrechnet, sondern der Kunde hat die Sachen selbst eingekauft.
Und dadurch sind einfach mehrere
Rechnungen da. Das Gesamtbudget ist das gleiche geblieben vermutlich.
Also gut, ich rechne natürlich ein paar Prozentpunkte obendrauf,
wenn ich Models buche. Ich muss sie auch organisieren und jada jada.
Aber dadurch, dass es mehrere Rechnungen waren, konnte es halt anders abgezeichnet werden.
Also auch sowas kann ein Grund sein für eine Preisverhandlung manchmal.
Man muss halt nur darauf eingehen. Wichtig ist, dass mir nicht so eine Schockstarre
verfällt deswegen, sondern das wirklich als Angebot des Kunden sieht,
hier jetzt mal ins Gespräch zu gehen.
Da wird man wahrscheinlich auch dann mit der Zeit einfach durch Übungen und
Erfahrungswerte dann besser, wirklich da auch richtig zu reagieren und das vielleicht
auch schon so ein bisschen zu spüren, was jetzt gerade das Problem des Kunden vielleicht ist.
Absolut.
Bleiben wir vielleicht bei so Geldfragen.
Ich sehe halt auch oft, und es ist so ein Problem, weil manche nicht erfolgreich
sind, die machen so gute Arbeit, verkaufen sich aber unter Wert.
Also da geht es gar nicht erst in die Preisverhandlung rein,
weil sie sich von vornherein unter Wert verkaufen. Und der Kunde,
also ganz wichtige Regel, wenn
der Kunde nie über den Preis mit euch diskutiert, seid ihr zu günstig.
Punkt.
Ich versuche in der Hälfte der Angebote eine Preisverhandlung zu führen.
Das ist mein Ziel, so grob. Und wenn ich merke, oh, keiner redet mehr mit mir
über die Preise, muss ich meinen Preis anheben.
Weil scheinbar treffe ich nie die Schmerzgrenze irgendwo. Und die muss ich ja
hin und wieder mal treffen.
Das ist natürlich einfacher, wenn du sehr, sehr viele Kunden hast,
als wenn du jetzt weniger Kunden mehr große Projekte hast.
Ja, weiß ich alles, aber man kann da schon irgendwie dran arbeiten.
Ich bin eher hochpreisig, das weiß ich, aber das war auch eine bewusste Entscheidung.
Das ist nicht, weil ich abartige Kosten hätte im Hintergrund,
sondern weil ich auch mehr Leistung biete für meine Kunden.
Ich versuche mich nicht über meinen Preis nach unten von der Konkurrenz abzuheben,
sondern über meine Leistung nach oben. Allerdings geht dann mein Preis halt mit nach oben.
Und da muss man sich einfach überlegen, okay, was will ich eigentlich tatsächlich
tun? Will ich viel arbeiten?
Fragezeichen. Oder will ich viel verdienen? Ausrufezeichen.
Ich habe für mich halt schnell gemerkt, dass mich da tiefen Projekte reinknien,
viel Arbeit und am Ende wenig abrechnen, macht mich halt nicht glücklich.
Ich bin dann vielleicht doch so sehr Kapitalist, dass ich Geld halt gut finde.
Geld bedeutet für mich aber halt auch die Freiheit auf der anderen Seite.
Und wenn ich mit weniger Arbeit mehr verdienen kann, gewinne ich ja sogar noch Freizeit dafür.
Da muss man sich wirklich mit sich selbst mal hart ins Gericht gehen,
was man eigentlich machen möchte.
Das krasseste Beispiel, was ich dazu je gehört habe, war, wo ich eine Hochzeitsfotografie
gemacht habe, das war auf einem Wedding-Meetup.
Da habe ich mit einem anderen Fotografen gesprochen, der mir stolz berichtet
hat, dass er jetzt schon 300 Anfragen fürs nächste Jahr hat.
Und ich fragte, um Gottes Willen, wie viele Hochzeiten machst du denn in dem
Jahr? Ha, so 10 Anfragen.
Vielleicht 40 Anfragen und mache 30 Hochzeiten.
Also wer von uns beiden ist jetzt erfolgreich? Du hast Anfragen,
du schreibst tausende von E-Mails, eierst hin und her mit denen und am Ende
kommen nur zehn Aufträge raus. Ich mache fast jede Anfrage zum Auftrag.
Aber nicht, weil ich so günstig bin. Ich war auch teurer.
Aber irgendwo ist da eine Diskrepanz da. Im Verständnis, was Erfolg eigentlich dann auch wieder ist.
Oder wie viel ich arbeiten möchte. Weil auch diese Vorarbeit mit angewohnt ist ja Arbeit.
Ja, dieses Angebotsschreiben und die Kommunikation.
Betrifft sich mit den Brautpaaren ja oftmals. Da geht wirklich viel Zeit vorher
rein. Da habe ich gesehen, wie stark das auseinander geht oder so.
Was ich auch oft sehe, ist dieser Denkfehler mit der eigenen Arbeit,
dass man den Preis nicht wert wäre.
Also gerade die Kreativen vielleicht, wenn sie anfangen.
Ich mache was, aber das ist noch nicht so gut wie bei den Großen.
Ja, das ist nicht die Frage.
Die Frage ist, welchen Nutzen hat der Kunde damit? Wenn sein Nutzen am Ende
der gleiche ist, rechne mehr ab.
Da gibt es überhaupt nichts dran rumzumachen, wenn deine Arbeit für den Kunden funktioniert.
Gut ist, wenn er es nutzen kann, wenn er damit erfolgreich ist,
solltest du auch damit erfolgreich sein. Das heißt, rechne angemessene Preise ab.
Weil man sonst ja auch wiederum den Markt für die anderen alle kaputt macht,
die davon eben hauptberuflich leben müssen.
Nicht nur das, das ist auch ein Grund, wobei das gar nicht so wichtig ist, meiner Meinung nach.
Du machst den Markt für dich selber kaputt in dem Moment, weil du kriegst den
Kunden niemals auf ein normales Preisniveau.
Ich kann jetzt, wenn ein Auftrag reinkommt, kann ich bei einem unteren Preisniveau
loslegen und dann habe ich den Kunden und da kommt der nächste Auftrag.
So, und jetzt erhöhe ich meinen Preis um 30 Prozent. Und dann denkt der Kunde, das ist aber unseriös.
Also haben sie mir das erste Angebot und mir geschenkt, weil sie den nächsten
Auftrag wollten. Den Kunden behältst du nicht. Das ist halt keine wirklich Zusammenarbeit.
Ja, aber man muss da schon vorausschauend auch irgendwie planen.
Ja, total. Also man kann schon mal günstiger was machen, aber ich kennzeichne es klar.
Also ich gebe, Ich weise die Rabatte klar aus in meinen Angeboten.
Da steht dann, hey, weil wir da zum ersten Mal zusammenarbeiten,
gebe ich ihnen 10 Prozent, weil ich glaube, dass wir gut zusammenarbeiten.
Aber da steht dann drin, für diesen Auftrag kriege ich 10 Prozent.
Auch da klare Kommunikation, um jegliches Missverständnis aus dem Weg zu räumen.
Und wirklich mehr in diesem Nutzendenken. Also nicht, ich war vier Stunden vor
Ort, ich habe sechs Stunden daran gearbeitet, also rechne ich zehn Stunden ab,
sondern wirklich sich fragen, welchen Nutzen hat der Kunde und das dann am Ende abzurechnen.
Also die Preislogik da ein Stück weit zu drehen. Das funktioniert nicht bei allen, das weiß ich.
Ich bin auch nicht der größte Freund von solchen Pauschalen,
aber ich rechne das über, ich weiß meine Stunden oder Tagessätze,
trotzdem aus in den Angeboten, aber ich habe die Stellschraube halt in den Nutzungsvergütungen
drin, dass ich sage, okay, wenn der Nutzen für den Kunden extrem hoch ist,
rechne ich natürlich auch mehr ab, weil er mehr Nutzen davon hat.
Und mit größeren Kunden funktioniert das wunderbar.
Ich will sogar fast sagen, mit meinen Kunden funktioniert das wunderbar.
Deswegen hast du auch dich ja so ein bisschen umstrukturiert,
um halt solche Kunden mehr zu haben.
Genau, weil ich einfach mit Kunden auf Augenhöhe zusammenarbeite.
Die wissen genau, über was wir reden, wenn wir über Nutzungsrechte sprechen.
Ich weiß es, was ist eine Nutzungsvergütung, was kostet ein Fotograf,
was kostet ein Assistent, was kostet ein Model, was kostet Make-up und Visa.
Wir sprechen über die gleichen Dinge und dann ist es auch klar.
Und nur weil dann irgendein Startup aus Berlin kommt, die halt nicht wissen,
über was wir sprechen und denken, sie kriegen in Berlin alles für die Hälfte, ist nicht mein Kunde.
Ich bin dem nicht nachgegangen zum Beispiel und ist mir auch völlig wumpe,
wirklich, dass ich den Auftrag nicht bekommen habe.
Wäre lustig gewesen, ich hätte den Auftrag gerne gemacht, weil er lustig gewesen
ist, aber mit denen ist halt keine Arbeit.
Ja und vor allem ist ja auch meistens so, das zeigt ja auch unsere Beidererfahrung,
dass die, wo man eh schon schmal anbietet, dann am Schluss nochmal doppelt so
viel Arbeit ist oder die am kompliziertesten meistens sind.
Ja, absolut. Auch da habe ich mein Lehrgeld in der Hochzeitsfotografie bezahlt, anfangs.
Dass die, die am meisten am Preis rumfalschen, die wirklich mit dem Caterer
sprechen, lass den Paprika weg im Salat, mach es dafür günstiger,
mit denen wirst du nicht glücklich werden.
Das ist immer ein Theater, da wird immer am Preis rumgemacht,
bei dir hinterher auch nochmal.
Und es ist manchmal nicht mal
böswillig, sondern weil einfach das Budget nicht da ist. und wenn es dann.
Irgendwo nicht hundertprozentig gefällt, dann.
Das kann bei was anderem sein, also dass der Catered irgendwie mehr Geld will
und dann bleibst du aber an dir als Fotograf plötzlich kleben,
dass du jetzt weniger bekommst oder so.
Also das macht nicht glücklich und da muss man sich schon Kunden suchen,
die zu einem passen, was auf die Budgets und so angeht, dass man gut miteinander arbeiten kann.
Ja, auch da finde ich lernt man dazu und trotzdem hat man manchmal täuscht einen
das Bauchgefühl, dass man denkt, ah, das wird irgendwie gut und am Schluss geht
mir leider immer noch so.
Dann sehr kompliziert und langwierig.
Was ich ein paar Mal schon angerissen hatte, waren gerade diese Angebote und so.
Vielleicht auch noch so der Hinweis, die Abläufe und die Leistung zu standardisieren.
Also anfangs bin ich auch bei jedem Angebot da, also vor 15 Jahren bin ich bei
jedem Angebot da gesessen, habe mir aufs Neue überlegt, was ich dem Kunden jetzt abrechne.
Heute mache ich das sehr viel standardisierter. Ich habe Standard-Tagesätze,
ich habe Standard-Stundensätze.
Für Event-Fotografie habe ich drei verschiedene Sätze, die ich abrechne.
Das hat einfach damit zu tun, wann liefere ich die Bilder, liefere ich die zwei,
drei Tagen, am nächsten Tag oder sofort. Kostet natürlich am meisten.
Also meine Leistungen sind klar definiert. Und die habe ich wiederum klar in
meiner Warenwirtschaft als Angebots- oder Rechnungsposition klar definiert.
Also feste Textblöcke, die du dann einfach abrufen kannst.
Feste Texte, feste Preise vor allem, dass ich mit allen über das Gleiche sprechen kann.
Die größte Änderung ist an diesen Nutzungsrechten, aber das unterscheidet sich
ja auch je nachdem, welchen Kunden ich habe.
Also Becker-Häberle hat natürlich einen anderen Nutzen für die Bilder,
die ich in seinem Verkaufsraum mache, als jetzt, keine Ahnung,
eine weltweit agierende Firma, die, keine Ahnung, was herstellt.
Die haben natürlich einen ganz anderen Nutzen von dem Bild, das sie weltweit verwenden.
Also da ist die Stellschraube, nicht der Stundensatz. Der Stundensatz sollte der gleiche bleiben.
Aber so diese Mitarbeiterbilder, die ich ja doch häufig mache,
das kommt viel vor, dass ganze Mitarbeiterblöcke irgendwie durchfotografiert werden.
Ich habe da Standardsätze definiert, die ich auch am Telefon nennen könnte,
womit aber auch der Kunde dann kalkulieren kann.
Der weiß genau, was es beim nächsten Mal kostet. Und ich laufe auch nicht in
die Falle oder tappe nicht in die Falle, beim nächsten Mal mit dem gleichen
Kunden einen anderen Preis aufzurufen, weil ich es mir jedes Mal würfel, die Preise.
Da einfach zu schauen, was sind denn diese 80 Prozent dessen,
was ich tue, und die dann zu standardisieren.
Diese 80-20-Regel haben wir auch mal in der Episode gemacht,
das war die Episode 37, glaube ich, wo wir über diese Pareto-Prinzip gesprochen haben.
Und wenn ich solche Sachen standardisiere und die immer abrufen kann,
tue ich mir viel, viel leichter.
Ich werde viel sicherer in meinem Angebot und kann es viel schneller machen.
Ja, vor allem, wenn man dann, finde ich, auch merkt, okay, der Preis,
den habe ich bei zehn Kunden schon genau so umgesetzt.
Dann fällt es einem auch viel leichter, finde ich, das dann selbstbewusst beim
nächsten Kunden vorzutragen und dann auch zu akzeptieren, ob das jetzt passt
für den Kunden oder nicht.
Weil am Anfang natürlich ist es am Anfang schon so ein bisschen so ein Abwägen,
Ausprobieren, wie hoch kann ich gehen für die Leistung, wie kommt es an beim
Kunden, ist er dann zufrieden mit dem, was er bekommt.
Das ist ja schon einfach ein Erfahrungswert, aber ich glaube auch,
wenn man den dann über ein paar Jahre eben so abgerechnet hat,
dann ist es ja auch bestätigt, dass es eben, dass Preis-Leistung einfach stimmt.
Und nicht nur die Preise, auch Abläufe standardisieren. Ich behaupte mal,
dass die meisten Fotografen und Fotografen am Ende Bilder liefern.
Und auch da sehe ich, wenn ich schon gesehen habe, was manche Kolleginnen und
Kollegen da liefern, denke ich mir, wirklich ist das echt euer Ernst.
Dann kriegen die Kunden dscf0815.jpg und dscf0816.jpg.
Da könnte ich schon kotzen, wenn ich sowas sehe.
Also Standarddateinamen, da kriege ich schon einen Anfall. Bei mir haben die
Dateinamen, sie haben Projektnamen, Kundennamen und klar eine Nummerierung meistens
auch noch wegen der Reihenfolge und dann meine Originaldateinamen stecken immer noch drin, ja,
damit ich sie auch wie eine Art Serienur pro Bild zuordnen kann.
Aber sowas zu standardisieren, dass ich immer zwei Exporte habe.
Einmal volle Auflösung, einmal eine verkleinerte Version, die fast allermeiste
reicht, wenn wir ehrlich sind.
Wie ich die Ordner in meinem Pick-Drop anlege, das passiert alles automatisch bei mir.
Ich drücke auf eine Taste in Capture One und dann fliegt der Auftrag raus und
wird im Hintergrund hochgeladen.
Ich muss dann nicht jedes Mal von vorne anfangen, laufe auch nicht jedes Mal
Gefahr, irgendwas zu vergessen. Solche Dinge zu standardisieren.
Und auch da das, wir hatten es vorhin vom Onboarding im Angebot,
ein Moodboard mitzuschicken, aber auch das Offboarding am Auftrag dann nochmal
nachzuhaken, hat es mit dem Download geklappt,
kann ich noch was für sie tun, brauchen sie nochmal eine Hochquer-Variante von
irgendeinem Bild, sowas mit dem Standardtext einfach nachzufragen, ähm.
Zeit gekostet. Ich freue mich aber heute jedes Mal, wenn ich sehe,
dass so eine Automatisierung, Standards irgendwie laufen und mir ja auch konkret Arbeit abnehmen.
Ich habe zum Beispiel irgendwann angefangen, mit so einem Kanban-Board zusammen
zu klicken und zu schauen, okay, wo stehen denn meine Aufträge?
Dass ich weiß, welcher Auftrag ist gerade in der Angebotsphase,
wo bin ich im Produktionsprozess, wo bin ich im Postproduktionsprozess,
wo bin ich in der Rechnungsphase?
Auch das zu sehen, das ist so wichtig, um einen Überblick auch zu bekommen.
Da denken wir sich auch, ja, aber eigentlich will ich ja nur raus fotografieren.
Und das ist genau das Thema, was wir heute haben.
Das ist halt der kleinste Teil auch.
Ja, das ist ja nicht das, was dich am Ende erfolgreich macht.
Schön, dass du raus willst, um zu fotografieren. Schön, dass du zeichnen willst.
Schön, dass du Mauern aufstellen willst. Keine Ahnung, aber das allein macht
dich nicht erfolgreich.
Es sind viele, viele von diesen anderen Faktoren, die da oftmals sogar mehr
zählen, leider Gottes. auch wenn das schade ist, die dich aber erfolgreicher werden lassen.
Macht ja auch Sinn, weil es ist ja eigentlich, glaube ich, in fast jedem Beruf
so, dass man, also jetzt bei mir klassisch bei Clou, dass man sich so vorschaut,
wo ich zeichne den ganzen Tag und damit verdiene ich dann Geld.
Und wenn man dann mal die Zeit wirklich zum Thema Time Tracking,
haben wir auch schon oft gesprochen, wenn man das mal wirklich sich runterrechnet,
wie viel Zeit man mit Zeichnen verbringt und wie viel mit allem anderen, ist ja eigentlich klar,
dass nur gut zeichnen können, das komplette Business nicht tragen kann.
Sondern dass wahrscheinlich mehr als 80 Prozent aus ganz vielen anderen Dingen bestehen.
Marketing, Buchhaltung, Prozesse und so weiter.
Das ist eine gute Überleitung jetzt zu meiner letzten Frage,
die ich dir stellen mag, weil wir haben jetzt ganz oft über Geld gesprochen
und über Erfolg gesprochen und da ist für mich die Frage, was bedeutet für dich eigentlich Erfolg?
Also wie definierst du deinen Erfolg in deinem Unternehmen?
Ja, ich finde auch, das besteht aus vielen unterschiedlichen Teilen,
die sich irgendwie auch immer ändern und ein bisschen mitentwickeln.
Also grundsätzlich ist Erfolg für mich, dass ich was mache, was mich erfüllt und davon leben kann.
Das ist eigentlich ganz einfach zusammengefasst und ja, das schwankt immer so
ein bisschen, also ich probiere irgendwie ein neues aus, ich möchte nicht an
einer Stelle stehen bleiben,
möchte tolle Menschen kennenlernen bei meiner Arbeit, das ist für mich irgendwie
auch ein Erfolg, sich ein Netzwerk aufzubauen.
Und natürlich auch mit Kunden gut zusammenzuarbeiten, da ein schönes Feedback
zu bekommen, auch das Gefühl zu haben, auch die Kunden sind glücklich damit,
ob das jetzt Produkte sind, die ich an meine Kundinnen versende oder ob das
eine grafische Dienstleistung ist.
Wenn ich danach aus dem Auftrag rausgehe und das Gefühl habe,
das war irgendwie nicht so gut, dann kann der Preis oder die Bezahlung dafür
noch so gut gewesen sein, dann ist es für mich irgendwie trotzdem kein richtiger Erfolg.
Also und das finde ich schließt ja eigentlich den Kreis mit guter Arbeit und
gutes Business, dass das eine ohne das andere halt nicht so richtig funktioniert.
Oder wie ist es bei dir?
Ich finde, das ist eine schöne Definition von dir. Dieses Erfolg ist,
wenn ich auch schöne Arbeit machen kann und davon leben kann.
Also es muss schon beide sein. Nur schöne Arbeit ist dann irgendwie,
also von Luft und Liebe können wir halt leider nicht leben.
Es muss ja ein bisschen auch was da rumkommen.
Und das eine bedingt ja auch ein Stück weit das andere. Also wenn ich erfolgreich
bin im Sinne von ich verdiene was damit, dann kann ich oftmals ja auch schöne
Arbeiten machen, weil ich den Stress nicht habe, weil ich nicht irgendwie so
ein Damoklesschwert die ganze Zeit über mir hängen habe.
Da spielen alle Faktoren mit rein. Für mich ist zum Beispiel auch Erfolg,
dass ich mir meine Zeit freier einteilen kann.
Also eben, das ist ja schon gesagt, ich habe weniger Kunden in Summe.
Dafür habe ich halt große Projekte.
Aber ich habe dann auch mal Zeiten,
wo ich dann sagen kann, wir machen ein Wellness-Wochenende zusammen.
Oder nicht mal ein Wochenende, unter der Woche. Also wir machen es unter der
Woche. Machen wir das Ganze.
Ohne Urlaubsantrag.
Weil es günstiger ist auch, wir sparen, wir schwaben. Aber der Punkt,
dass ich das eben machen kann, dass ich erfolgreich genug bin auf der Geldseite,
dass ich mir solche Zeiten einplanen kann, wo ich ja mal nichts mache,
dass ich Mittwochnachmittags zum Sport gehe mit Junior oder solche Sachen.
Das ist für mich auch Erfolg. Das ist für mich ein Erfolg, wo ich sage,
hey, ich habe mich selbstständig gemacht und bin ich erfolgreich?
Ja, weil ich jetzt gerade Mittwochnachmittags mit Junior spiele und kein Ahnung, Lego baue.
Das ist für mich Erfolg. Nicht nur das Geld verdienen. Geld verdienen ist schön,
aber daraus mache ich mir erstaunlich wenig.
Es gibt so eine gewisse Grenze, bis der mal mehr Geld mehr glücklich macht.
Und ich glaube, da bin ich, also die liegt bei jedem vielleicht woanders.
Ich bin da eigentlich schon drüber.
Also noch mehr Geld, ja, ist schön, aber dann reg ich mich nur auf,
dass ich Steuern zahlen muss. Will ich eigentlich gar nicht.
Ich habe da noch ein bisschen vor mir. Ich kann mich noch ein bisschen weiter freuen.
Ja, aber wenn wir uns insgesamt nehmen als Familie, da sind wir,
glaube ich, an einem Punkt, wo das jetzt, wo es gut ist.
Nicht super, aber gut. Wo ich mir sagen kann, okay, Das läuft irgendwie und
das ist für mich auch Erfolg, dass wir da so die Freiheit haben,
da so ein bisschen zu planen und so zu gestalten, wie wir es möchten.
Ja, großer Faktor, weil man ja auch das dann immer nicht jinxen will,
weil es ja bei vielen gerade nicht so gut läuft.
Erfolg ist ja auch das, also über viele Jahre hinweg konstant zu halten.
Das ist auch ein großer Erfolg, weil irgendwie ein gutes Jahr zu haben oder
ein paar gute Jahre zu haben, schon cool, aber richtig erfolgreich finde ich
ist man auch. Also das heißt ja nicht, dass man sich nicht verändern darf.
Wir haben uns ja auch schon hundertmal verändert und unsere Businesses und Zielgruppen
und was weiß ich was nicht geändert.
Aber auch da halt dran zu bleiben, das finde ich ist auch ein großer Erfolg.
Eine gewisse Planbarkeit auch reinzubekommen dadurch. Also wie ich weiß,
die letzten Jahre sind einigermaßen so gelaufen.
Klar kommt plötzlich eine Pandemie vorbei und haut dir da ein Knüppel zwischen
die Beine, aber das ist ja unvorhersehbar irgendwie.
Aber an sich eine gewisse Planbarkeit reinzukriegen, das finde ich auch ein
Erfolg, dass ich weiß, okay, es kommen schon auch Aufträge in der Art oder auch
ich kann Nein sagen zu Projekten.
Das ist für mich auch ein Erfolgserlebnis, wenn ich Nein sagen kann.
Also nehmen wir einen Auftrag, den wir in Berlin für die Hälfte kriegen.
Ja, dann einfach zu sagen, ja nö, dann bucht doch jemanden aus Berlin,
der nach Stuttgart fährt. Ist mir auch egal.
Das ist für mich auch Erfolg. Dass ich da nicht darauf angewiesen bin,
auf jeden einzelnen Auftrag, ist für mich auch eine Definition von Erfolg.
Okay, was können wir abschließend den Leuten mitgeben, dass natürlich eine Begabung, eine Leidenschaft,
eine gute Leistung oder Interesse für ein bestimmtes Gebiet auf jeden Fall eine
gute Grundlage sind, aber eben kein ganzes Business ausmachen,
sondern dass viele weitere Dinge dazugehören und man natürlich nicht von Anfang
an alles richtig machen kann.
Das ist eh klar, dass man sich da weiterentwickelt, aber auch eben an andere Dinge,
Strukturen, Organisationen und so weiter mitdenkt, bevor man einfach nur in
Anführungszeichen sich mal eben selbstständig macht mit was,
wo man vielleicht wirklich auch tatsächlich gut ist, dass das eben nicht ganz ausreicht.
Ja. Und ich mag noch ein kleines To-Do mitgeben.
So, wenn ihr jetzt nicht wisst, wo anfangen. Ich kenne das, wenn ich solche
Podcasts höre, wo ich ganz viele tolle Ideen mitnehme.
Also ich hoffe, ihr habt ein paar tolle Ideen mitgenommen, dass ich dann tatsächlich
nicht weiß, wo anfangen. Und das mache ich versuchen aufzulösen.
Wenn ihr eine Sache jetzt machen wollt, schreibt euch ein einziges To-Do auf,
standardisiert eure Angebotstexte.
Das bringt unglaublich viel, aber das kann der Ausgangspunkt für viele weitere Dinge sein.
Warte, ich muss das mitschreiben. Standardisierung von Angebotstexten. Okay, alles klar.
Super, also du hast dein To-Do hier da draußen, hat euer eines To-Do und ja,
dann in zwei Wochen prüfen wir nach.
Alles klar.
Ich lege dann vor. Genau. Dann will ich hier Texte sehen.
Tschüss, Chimiti. Bis dahin.
Bis dann. Tschüss.
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