EAM 137: Wird Batterieforschung die neue Kohle?
Prof. Dr. Achim Kampker über FastBat, KI im Labor und Deutschlands Tempoproblem
07.09.2026 39 min
Zusammenfassung & Show Notes
„Nicht die Elektromobilität hat die Automobilkrise ausgelöst." Für Achim Kampker liegt das Problem an einer anderen Stelle: Deutschland ist zu langsam und zu wenig produktiv. Die Batterie ist für ihn nur das Fallbeispiel – symptomatisch für den gesamten Industriestandort.
Gegensteuern soll ein Forschungscluster dort, wo jahrzehntelang Braunkohle gefördert wurde. FastBat, angesiedelt im Rheinischen Revier, ist mit 50 Millionen Euro und drei Jahren Laufzeit ausgestattet. Dadurch sollen rund 300 Arbeitsplätze entstehen. Der Ansatz zielt bewusst nicht auf die nächste Gigafactory, sondern auf maßgeschneiderte Zellen für Nischen, beispielsweise Drohnen, Medizintechnik, stationäre Speicher oder Dual-Use-Anwendungen.
Zu Gast ist Prof. Dr. Achim Kampker, Leiter des Lehrstuhls Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen und Koordinator von FastBat.
Themen der Folge
Themen der Folge
- (01:38) FastBat: 50 Millionen gegen die Lücke im Ökosystem
- (05:35) Nischen statt Gigafactory: Drohnen, Medizin, Dual Use
- (10:08) Die fünf Center und ihre Aufgaben
- (14:53) Humanoide im Trockenraum: 24/7 statt Fünf-Stunden-Schicht
- (19:59) Was eine KI im Batterielabor wirklich leisten kann
- (23:35) Kreislaufwirtschaft: vom Kostenblock zum Geschäftsmodell
- (29:23) Wird Batterieforschung die neue Kohle des Reviers?
- (33:54) Vom Forschungsergebnis zum Start-up – und woran sich Erfolg misst
Jetzt abstimmen: E-Mobility Top Brands 2026
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Die Abstimmung dauert rund fünf Minuten, Teilnahmeschluss ist der 16. Oktober 2026. Hier geht es zur Wahl: https://bit.ly/emobilitytopbrands2026pc
Buchtipp zur Folge
Achim Kampker hat die im Podcast diskutierten Thesen in seinem Buch „Zukunftsfrust – Zukunftsmut" ausführlich beschrieben – eine Bestandsaufnahme dessen, was in Deutschland bremst, verbunden mit einer Vision, wie es weitergehen kann.
Abschluss
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Transkript
Deutschland steht ja nun nicht gerade für die schnelle Batterieentwicklung oder auch für eine besonders konkurrenzfähige Zellproduktion. Doch natürlich spielen gerade diese Technologien in vielen modernen Anwendungsfällen eine bedeutende Rolle, allen voran natürlich auch im Elektrofahrzeug. Wie diese Batterieentwicklung beschleunigt werden könnte, darüber wollen wir heute sprechen. Also los geht's.
Herzlich willkommen zu einer neuen Episode des Elektroautomobil-Podcasts. Am Mikrofon begrüßt euch Marcus Zacher. Ich bin Chefredakteur des Magazins Elektroautomobil. Es gibt eigentlich kaum eine Technologie, die sich derzeit so schnell wandelt wie die der Batterietechnologie. Und gerade die Lithium-Ionen-Zellen, da sieht man immer enorme Entwicklungssprünge in den letzten Jahren. Nur ist das alles so bisschen am Standort Deutschland auch vorbei gegangen. Hier ist man ja nicht gerade dafür bekannt.
die schnellsten dabei zu sein, neue Technologien in der Form so zu entwickeln. Wie man das allerdings beschleunigen könnte, wie sich das ändern könnte, das ist Gegenstand einer Untersuchung in einem neuen Forschungsprojekt. Und ja, welche Ziele das Forschungsprojekt genau verfolgt, darüber sprechen wir heute. Und dazu haben wir auch wieder einen Gast eingeladen, und zwar den Institutsleiter des PEM, der RWTH Aachen.
und er ist auch Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für Production Engineering of E-Mobility Components. Herzlich Willkommen Professor Dr. Achim Kampker.
Ich grüße Sie, Herr Zacher.
Wir haben jetzt erwähnt, dass wir starten mit einem neuen Forschungsprojekt, das heißt offiziell FastBat. Und das soll stehen für Fast Battery Customization. Also irgendwo geht es in die Richtung Batterieentwicklung und auch gerade die Anpassung für verschiedene Anwendungsfälle zu beschleunigen. Jetzt könnte man ketzerisch fragen, haben wir denn überhaupt eine nennenswerte Batterieentwicklung, wo man da aufsetzen könnte?
Ja, also erstmal ist FastBat wirklich eingepasst in das, es an Kompetenzaufbau über die letzten Jahre, über das letzte Jahrzehnt in Deutschland gibt. Das ist nochmal wichtig zu sagen, dass es eben nicht wieder was komplett Neues ist, sondern zum Beispiel mit der Fraunhofer FFB in Münster Hand in Hand arbeitet, zum Beispiel, eins Mal zu nennen. Das ist, ich, wichtig, denn Sie haben es schon angesprochen, Deutschland ist jetzt nicht dafür bekannt, dass wir
in dem Thema Batterie ganz vorne mitspielen, zumindest nicht in der Breite. Und da ist es, glaube ich, wichtig, wenn wir auch über dieses Projekt reden, was ja mit 50 Millionen Euro unterstützt wird, ist sehr, sehr viel Geld. Aber im Bereich Batterie, wenn man da die Summen hört und sieht und liest, einem ja fast schwindelig. Da ist es natürlich im Verhältnis, was andere in Summe investieren, relativ wenig. Deshalb haben wir Folgendes gemacht aus der Erfahrung aus den letzten Jahren.
genau geschaut, wo sind Lücken in einem Ökosystem. Sie fragen danach, es das überhaupt? Und genau das ist ein Teil des Problems, dass wir schon sehr viele zarte Pflänzchen haben, wo ich sage, dass da könnten Innovationen, also erfolgreiche Produkte oder Teilprodukte draus werden. Denen fehlt aber genau die durchgängige Prozesskette.
wo sie sich rein integrieren können. Also was wir klassischerweise eigentlich im Automobil haben für die ganzen Zulieferer. Wenn die eine gute Idee haben, irgendwo im Abgasstrang beim Verbrenner, dann gehen sie zu den Automobilern oder zu den Systemanbietern und können sagen, guck mal, ich habe eine tolle Idee, die kann ich dabei dir integrieren. Und bei uns im Bereich Batterie ist es jetzt so, wenn einer am Gehäuse, zum Beispiel von einer Zelle, was wirklich Tolles entwickelt hat, irgendeinen Sensor integriert hat, wie wir das auch tun, dann geht er zu wem?
Und das ist genau das Problem. Es ist also nicht so, dass wir in der Breite keine Ideen oder gute Dinge, die uns nach vorne bringen, hätten. Aber es fehlt das gesamte Ökosystem. Und FastBat ist jetzt eben ein Stück von diesem Ökosystem. In der FFB in Münster haben wir das Thema Produktion. Das heißt, da ist es möglich, den Reifegrad eines Produktes bis hin zur Industrialisierung zu treiben und dann an die Industrie schlussendlich zu übergeben.
Wir brauchen eigentlich das Gleiche in der Entwicklungsumgebung, also in dem Bereich quasi davor auf Produktebene, also nicht nur in der Produktion, sondern auch in dem Bereich des Produktes selber. Und dafür ist FastBat genau dafür da, diese Lücke zu schließen und natürlich diesen Entwicklungsprozess deutlich signifikant effizienter und zielgerichteter zu machen als das bisher.
der Fall ist. Und das ist eigentlich auch der Ansatz, den wir verfolgen, mit dem man sich auch differenziert. Also nicht nur im Produkt, im Ergebnis, dass es eine höhere Leistungsdichte in der Batterie gibt, sondern eben auch, wie komme ich dahin? So ein Entwicklungsprozess, zum Beispiel von der Elektrode, dauert derzeit zwei bis drei Jahre. Und das passt eigentlich nicht zu der Geschwindigkeit, mit dem sich zum Beispiel Materialien, Materialzusammenstellungen weiterentwickeln.
Wenn man es so richtig verstanden hat, schließt das eigentlich in der Lücke an Unternehmungen, Forschungsprojekten oder auch weiterführenden Projekten, die wir in Deutschland haben, von der Forschung schneller ins Produkt zu kommen. Stehen da bestimmte Anwendungen speziell im Fokus, also spricht das klassische Elektroauto oder ist das eigentlich so offen, dass man sagt, überall wo wir Lithium-Ionen-Batterien oder Batterien allgemein verwenden, das ist Gegenstand der Untersuchungen.
Wir haben uns spezifisch, damit man es auch wirklich durchdeklinieren kann, auf Nischen fokussiert. Bisher war ja die Kernstrategie auch von Gesamtdeutschland, so wie ich sie wahrnehme, dass man ist im Gigafactory-Bereich. Das ist ja das, was immer durch die Presse ging. Große Zahlen, große Stückzahlen, was sehr stark auf Automotive ausgerichtet worden ist. Da ist ja auch schon sehr viel darüber berichtet worden. Und da brauche ich natürlich aber auch andere Summen und andere Dimensionen, damit spielen zu können.
Und es ist ja in vielen Fällen leider auch bisher nicht besonders erfolgreich aus Sicht des europäischen Standortes zumindest. Was es aber auch gibt, Sie haben das in Ihrer Anmoderation eben auch schon erwähnt, dass es ganz viele andere Bereiche gibt, in denen ich eben auch Batterien und Zellen brauche, spezielle. Ja, und teilweise dann eben auch bis in die Chemie, in die Zellchemie rein. Also nicht nur Batterie als solches ist speziell und kleinere Stückzahlen, also von dem Design her anders.
Batterie-Management-System und so weiter, sondern auch die Zelle. Das ist zum Beispiel im Dual-Use der Fall bei Drohnen in der Logistik, aber auch bei medizintechnischen Anwendungen gibt es da Unterschiede in der Marine-Anwendung. Also es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Bereichen, wo ich eben auch Batterien brauche, die nicht Standard sind, also die ich zwar im Prinzip mit den vorhandenen Zellen bauen kann, aber eben nicht so gut. Das heißt, ich kann eine Differenzierung erzeugen.
Und genau auf diese Nischenanwendungen haben wir uns jetzt spezialisiert mit FastBat, da eben auch genau ein Unabhängigkeitsthema mit reinzubringen, also die Gesamtwertschöpfungskette zu betrachten, was ja gerade, wenn ich in den Dual-Use-Bereich reingehe, jetzt auch wirklich überall diskutiert wird. Wie kriegen wir dann auch eine gewisse Unabhängigkeit hin?
Dual Use, vielleicht können Sie das noch mal ganz kurz erläutern, was sich da hinterher verbirgt.
Das heißt, dass es bis hin zu militärischen Anwendungen, also zum Beispiel Drohnen, aber auch Landsysteme bis hin zu Submarines, also U-Booten geht. da ist eben die Anwendung einmal im normalen zivilen Bereich möglich, aber eben auch im militärischen Bereich. Und das nennt man Dual Use. Und da gibt es besondere Anforderungen an das, was die Batterie können, muss und sollte, zum Beispiel im Bereich Drohne. Ist ja einfach mit dem gleichen Bauraum.
doppelt so weit fliegen kann. Und das ist sowohl für die zivile Nutzung, da gibt es das Beispiel, dass ich Strommasten abfliege und scanne, ob die noch alle in Ordnung sind. Und da ist es eben effizienter, umso weiter die Drohne fliegen kann, sonst muss ich sie halt irgendwo erst mal hinfahren, von da aus starten, dann fliegt die Drohne da drüber und kommt halt wieder zurück. Die Überlandleitungen gehen ja oft über Gebiete, wo keine Straße drunter ist. Das heißt, ich kann das mit einer Drohne gut machen.
Das heißt, da ist es sinnvoll, wenn ich sie quasi von der Homebase, zu Hause aus, vom Unternehmen, losschicken kann. Sie fliegt die Leitung ab und kommt halt wieder zurück. Militärischen kann man sich, glaube ich, vorstellen, dass es natürlich auch interessant ist, nicht aus dem gefährdeten Bereich starten zu können und möglichst weit dann fliegen zu können dahin, wo auch immer die Drohne dann gebraucht wird. Also das als Beispiel einfach mal.
Das ist klar, glaube, so wird es auch nochmal sehr gut deutlich.
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Den Link zur Umfrage findest du auch in den Shownotes. Teilnahmeschluss ist der 16. Oktober 2026. Deine Stimme zählt. Wir freuen uns über eure Teilnahme.
Das Projekt selber teilt sich in fünf thematische Center auf. Wie ist das genau jetzt strukturiert? Was verfolgen die einzelnen Center oder wie ist so diese Struktur des Projekts? Wie kann man sich das vorstellen?
Genau, haben das nochmal in Cluster. Also es gibt dieses Gesamtziel, dass man eben dieses Ökosystemen gesamthaft darstellen will. Allerdings sind diese einzelnen Cluster, so nennen wir die, auch für sich alleine lebensfähig und produzieren eben nicht nur Ideen, sondern auch einen Umsetzungsgrad. Da geht es einmal das Thema Prozesse. Also wie kann ich das Ganze sinnvoll produzieren? Das Zweite ist, wie kann ich es schnell und zügig entwickeln, auch mit dem Einsatz von AI?
Dann geht es das Thema des Produktes selber, ist ein weiteres Cluster. Dann das Thema Kreislaufwirtschaft, also von vornherein mitzudenken. Und das tun wir nach wie vor nicht. Wir haben ganz oft Produkte, die designen wir erst mal linear zu Ende und dann kommt, ja, gut, ich muss das auch irgendwann noch mal reparieren, recyceln und so weiter. Und dann wird es halt immer teuer, wenn ich das nachher einfach nicht von vornherein mitgedacht habe.
sondern erst mal anders geplant habe und dann es in einen Kreislauf überführen will. Und deshalb wird Kreislaufwirtschaft oft auch mit höheren Kosten verbunden, so in den Gedankenwelt, jetzt kommt das auch noch. Wenn man das aber von vornherein mitdenkt bei so einer Batterie, wie kann ich das Ganze denn gut recyceln? Also in einen Kreislauf zum Beispiel reinführen, ja, von den Verbindungselementen her, von den Materialien her.
Dann kann das auch wirtschaftlich ein überlegenes Produkt sein. ist nicht nur dieses Thema Unabhängigkeit, sondern auch das Thema Wirtschaftlichkeit steht da im Vordergrund. Also wie kann ich das wirklich aus der Umweltecke, also bisher ist es ja oft so gesehen, wenn ich Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit habe, regel ich das über Verbote. Also man darf etwas nicht mehr. Das kommt dann aus dem Umweltministerium zum Beispiel. Was wäre, wenn wir das mal ins Wirtschaftsministerium verfrachten würden und da die Frage stellen?
kann ich nicht, wenn ich es von vornherein sinnvoll denke, marktwirtschaftlich ein überlegenes Kreislaufwirtschaftssystem aufbauen. Das ist da die Überlegung und ich bin sicher, dass das funktioniert und geht. Also aus der Geldverdienbrille das Ganze wirklich zu denken und so zu designen. Und dann kann es eben auch ein Exportschlager werden. Und das letzte Cluster, das befindet sich oder kümmert sich sehr stark das Thema Transformation. Also wie transportiere ich schon während Projektlaufzeit, also nicht erst
Das Projekt ist fertig, so wie im Klassiker, und dann fange ich an mit Veröffentlichungen und trage das Ganze nach außen, sondern dass von Tag eins darüber nachgedacht wird. Und da sind wir auch mittendrin. Wie kann ich Start-ups an uns binden, bei uns einbinden, die dann wachsen? Wie kann ich etablierte Unternehmen einbinden? Wie kann ich das wissen, was generiert wird?
auch schon in die Lehre und Aus- und Weiterbildung mit transferieren. Und das spielt von Tag eins jetzt eben eine sehr, sehr große gleichwertige Rolle wie die anderen Themenbereich. Und das Ganze spielt aber natürlich eben zusammen in diesen, Sie haben es eben angesprochen, dass wir uns wirkliche Produktspezifikationen von echten Kunden genommen haben. Also aus dem Markt kommen, was ist wirklich ein Marktbedarf und daraus die Spezifikation.
Was Geschwindigkeit, wie schnell das zur Verfügung stehen muss, bis hin zu was muss das Produkt können, damit es wirklich überlegen ist. Also deutlich besser als das, was bisher am Markt ist. Und die spielen von vornherein Pate und liegen schlussendlich darüber. Also echte Problemlösung, nicht ein Problemlösen, was kein Mensch hat, was der Markt nicht hat, sondern von vornherein eingeimpft, was uns wirklich als Standort nach vorne bringt und dann auch eben Wertschöpfung in Europa zum Fokus hat.
Also dass da nichts entwickelt wird für den Elfenbeinturm, sondern klarer Ziel, das muss in die Industrie dann auch irgendwo rein. Und wir denken uns hier nicht irgendwas aus, was vielleicht doch gerade für uns gut passt. Jetzt habe ich auch rausgehört, es soll auch schon früher begonnen werden dann oder parallelisiert werden, das Ganze zu kommunizieren. Also nicht erst, Sie haben gemeint, wenn alles abgeschlossen ist, dann fange ich an Stück für Stück das bekannt zu machen. Das ist sicherlich ein großer Faktor, wo man Zeit verliert.
Aber ich denke, weiterer wichtiger Punkt ist ja dann noch immer, wenn es Batterien geht, das muss alles immer noch viel günstiger und schneller sein. Ist das nicht auch ein gewisser Widerspruch, wenn man dann Richtung Qualität, Lebensdauerauslegung und so weiter guckt? Also das wird ja dann immer schwieriger, dann noch abzusichern. Ja, das Produkt, wir haben es jetzt schnell entwickelt, das ist auch günstiger geworden und trotzdem soll es lange halten. Wie wird das adressiert?
Ja, deshalb ist es ja auch ein Forschungsprojekt. Wenn ich jetzt sagen würde, lauf einfach schneller und dann bist du auch schneller. Das hat halt seine Grenzen. Also wenn ich dem 100-Meter-Sprinter sage, der Wettbewerb ist schneller, also streng dich mehr an. Gut, die Frage ist, warum müssen wir laufen? Also lass uns doch einen anderen Werkzeugkoffer nehmen und dann mit dem E-Motorroller fahren, die 100 Meter und dann sind wir eben schneller, ohne dass wir nachher total fertig sind.
Und das ist eigentlich auch die Idee. Das fängt in den Entwicklungsbereichen an. Da werden wir für das Thema Testprozeduren und das Ableiten der Testprozeduren zum Beispiel AI-Modelle und Methoden einsetzen. Das haben wir entsprechend schon vorbereitet. Das heißt, wir sagen nicht, Zelle, weil das jetzt gerade ein Hype ist, wird durch KI entwickelt. Sondern wir haben uns vorher genau analysiert, an welchen Stellen.
macht es Sinn, dass nicht der Mensch das macht, sondern dass das ein vernünftiges AI-Modell macht und dadurch deutlich Zeit gewinnt. Das heißt, haben wir, arbeiten wir gerade heraus mit den einzelnen Modellen und Methoden, die es schlussendlich gibt. Und genau gezielt setzen wir dann da diese Methoden und Modelle ein und beweisen dann dadurch, dass das ja eine reale Spezifikation ist, dass die Qualität, die hinten rauskommt, dann eben vergleichbar ist, ich aber trotzdem schon zum Beispiel schneller arbeiten kann.
Ja, einem anderen Punkt, wenn ich in den Prototypen, Zellprototypen baue, da werden wir Humanoide einsetzen. Wenn ich den Trocken- und Reinraum mir anschaue, möchten Menschen ja auch nicht aufgrund der trockenen Luft beliebig lange da drin arbeiten. Das heißt, nach vier, fünf Stunden ist erst mal Schluss. Ich muss das Personal wieder wechseln. Das ist teuer, langwierig. Viele dieser Aufgaben sind wir fest von überzeugt. Kann ich mit Humanoiden wirklich erledigen? Dann kann ich 24-7...
an diesen Prototypen arbeiten, bin natürlich deutlich schneller. Die Qualität, die Wiederholgenauigkeit ist sogar deutlich besser als beim Menschen. Und es geht das Greifen. Es geht nicht darum, dass dieser Humanoid tanzen kann und das, jetzt so oft durch die Presse geht, der wird auf Rollen fahren an seiner Position. Und es geht das Thema Greifen und Erkennen. Ich kann das dann erst remote machen. Das heißt, ich bin aber aus dieser Umgebung raus.
Dadurch kann ich auch den Trocken- und Reinraum deutlich kleiner machen, spare also auch was in dem Kapital, was ich reinstecken muss, das Ding erst mal zu bauen. Und das sind einfach zwei Beispiele, die zeigen, wo wir ansetzen. Und das geht immer vom Gesamtprozess, den wir beschleunigen wollen. Haben wir uns dann Etappen halt rausgenommen, die wir optimieren, verbessern oder radikal schlussendlich neu machen. Und so führen wir dann diesen Entwicklungsfahrt mit den Reifegraden.
auf einem vernünftigen Qualitätsniveau, aber führen das deutlich zu einem besseren Ergebnis. Die Ursprünge davon habe ich beim StreetScooter, bei einem Fahrzeug für die Deutsche Post im Team eben schon erprobt. Und das heißt, wir fangen da auch nicht bei Null an, sondern übertragen das jetzt auf eine Schlüsselkomponente, die Batterie. Und deshalb ist es so entscheidend. Wir brauchen Batterien. Aber die Prozesse eines unserer Kernprobleme, was wir haben, ist das Thema, wir sind nicht produktiv genug in Deutschland. Die Produktivitätssteigerungen sind viel zu gering.
Und auf der anderen Stelle sind wir viel zu langsam, Produkte in den Markt reinzubringen. Und deshalb ist das Thema Batterie in dem FastBat ein Fallbeispiel, was symptomatisch steht für den Gesamtstandort Deutschland. Und das ist, glaube ich, wichtig zu verstehen. Nicht Elektromobilität hat die Krise in Deutschland, die Automobilkrise ausgelöst, die wir jetzt haben, sondern das ist ein vielschichtiges Problem, was im Kern Effizienz sich dreht.
Genau mit der Erfahrung, die ich jetzt auch in der Automotive-Industrie und Maschinen- und Anlagenbau die letzten 26 Jahre gesammelt habe, genau da gehen wir eigentlich rein und bringen die Lösungsbausteine aus der Theorie schlussendlich dann in die Praxis. Am Beispiel natürlich Batterie, weil wenn man das ohne ein wirkliches Beispiel, ohne einen konkreten Nutzen macht, dann kann man immer viel erzählen und verzettelt sich irgendwo.
gehen da ganz gezielt schlussendlich rein. Es braucht eben diese Gesamtstrategie für den Standort Deutschland. Das habe ich ausführlich auch in meinem neuen Buch „Zukunftsfrust – Zukunftsmut" beschrieben, wo wir dahin wollen, dann auch in vielen Interviews diskutiert, was sind eigentlich die Probleme. Das ist der Teil des Frustes, den wir oft, also viele ja auch verspüren. Ich entteile eben auch, dass es eben nicht schnell genug vorangeht. Auf der anderen Seite darf man mit Frust nicht stehen bleiben, sondern
muss mutig schlussendlich vorangehen, aber fundiert. Also nicht rosa-rote Brille, Wolkenkuckucksheim wird schon irgendwie alles. Nein, wird es nicht. Das heißt, klare Analyse. Und auf diese Analyse müssen wir gucken, wie wir wieder vor die Welle kommen und nicht jedem Trend hinterherlaufen. Das ist so ein Kernthema, was wir in einem FastBat eben am Beispiel der Batterie adressieren, was aber breiten Wirkung haben wird für den gesamten Industriestandort Deutschland.
Jetzt hatten Sie ja gerade schon mehrfach auch das Thema KI, AI erwähnt, das sicherlich da eine große Rolle spielen wird. Wenn wir jetzt auch nochmal das am Hand des Beispiels FastBat uns anschauen und vielleicht sogar Richtung Labor gucken, wie kann man sich das denn vorstellen, was da eine KI simulieren oder ausprobieren kann? Also kann die wirklich nachher 10 Zellforscher im Kittel, im weißen Kittel im Labor ersetzen, die irgendwelche
Mischungen da anrühren oder wie konkret kann das aussehen, dass man da auch schneller wird.
Also teils, also ich glaube, da muss man sich wirklich jeden einzelnen Baustein in dem Entwicklungsprozess halt anschauen. Beispiel, was wir gemacht haben und wo wir sicher sind, dass uns da die KI-Modelle helfen können, ist, wenn ich eine Elektrode entwickle und neue Materialzusammensetzungen habe, dann fange ich an zu testen. Dann baue ich die auf, teste, entspricht das dem, was ich erwartet habe von der Theorie her.
und teste und teste und teste und definiere dann, Tests mache ich überhaupt, wie mache ich die, wie laufen die ganzen Abläufe. Und das ist sehr komplex und langwierig. Und es werden viele Daten schlussendlich produziert. Und genau da, bei dieser hohen Komplexität, welche Tests soll ich wie machen, also wie sollen die Abläufe sein, als ein Beispiel, da kann ich gut AI-Modelle einsetzen, diesen Prozess zu beschleunigen. Der überfordert das menschliche Gehirn einfach aufgrund der Komplexität.
AI-Modelle können das sehr gut. Und dadurch gehen wir davon aus, dass wir diese Testreihen deutlich schneller, effizienter hinbekommen als ein Beispiel. Und im Labor, wo brauche ich da das AI-Modell, wenn ich den humanoiden, wenn ich den anlerne? Das eine ist Mechanik, dass er vernünftig greifen kann. Das ist die eine Kernkompetenz. Wo Riesenfortschritte gemacht worden sind, Hände, die menschlichen Hände nachzuempfinden. Das ist aber eher Mechanik.
Dann geht es aber darum, dass ich erkenne und steuere und Abläufe habe. Da ist das AI-Modell. Und dann als letztes, und da hat Deutschland wirklich Vorteile, weil wir gut dokumentieren, wo sich diese Datensätze, also wie Bewegungsabläufe sind, was man braucht, die zur Verfügung stellen. Und da arbeiten wir schlussendlich mit Hochdruck dran, die Sachen zusammenzubringen. So, deshalb kann an verschiedenen Stellen AI eingebracht werden.
Und wir müssen einfach raus und offener dafür sein, das in der Breite wirklich anzusetzen. Und ich glaube, ja, diese Frage nochmal klar zu beantworten, dass wir mit AI vieles, was auch ich als Ingenieur gerade mache, wirklich besser und schneller machen können. Und da müssen wir uns Ingenieure dann auch neu erfinden und überlegen, nicht das zu bekämpfen oder zu verhindern oder sagen, das geht nicht, sondern ganz im Gegenteil, wir müssen uns an die Spitze dieser Bewegung schlussendlich setzen und dann gucken, wie können wir uns als Mensch schlussendlich weiterentwickeln als Ingenieur.
das möglichst effizient, möglichst gut einzusetzen, das es nach wie vor auch uns braucht und unsere Entscheidungskompetenz darin weiterzuarbeiten. Das heißt, wir sollten die Chance sehen und nicht so typisch deutsch die ganzen Risiken, dass dann alle Arbeitsplätze verschwinden. Solche Revolutionen gibt es ja schlussendlich immer wieder. Hat es auch in der Landwirtschaft gegeben, hat es auch in der Industrie, in anderen Bereichen gegeben. Und es zeigt sich eigentlich immer, die sich an die Spitze so einer Bewegung setzen.
die steuern und haben dann nachher schlussendlich die Vorteile, die die hinterherlaufen. Da brechen dann die Arbeitsbeschäftigungsthemen schlussendlich zusammen und da hat man dann schlechte Karten. Also wir müssen die Chancen da sehen und ich glaube viele große Bereiche auch im Entwicklungsprozess kann ich eben mit AI-Modellen sehr, sehr gut machen. Beispiel habe ich genannt.
Ja, ich denke auch, also letztendlich wird KI einfach ein Werkzeug sein und das muss man lernen, zu einzusetzen, zu beherrschen und richtig zu verstehen und auch richtig zu füttern und am Ende des Tages wird es nicht ohne gehen. Es wird einfach ganz selbstverständlich sein. Ich glaube, im Alltag ist es ja auch schon für viele Menschen ganz selbstverständlich geworden, mit einer KI zu arbeiten und sei es nur, irgendwie ein neues Rezept auszuprobieren oder so, aber das hat natürlich noch unendlich viel mehr Möglichkeiten.
Wir hatten vorhin schon mal auf das Thema Recycling sind sie gekommen, dass das nicht nur ein Kostenpunkt sein soll, sondern wirklich auch ein Wirtschaftsfaktor hier in der Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Jetzt denke ich, ich so Richtung Batterien denke, da haben wir auch schon im Magazin häufig über Batterie und Zellrecycling gesprochen. Es gibt schon einige Anlagen. Viele sind noch so ein bisschen unterausgelastet, gerade jetzt im Automobilbereich, weil natürlich die Akkus noch gar nicht in den Größenordnungen kaputt gehen oder
altersbedingt ausscheiden, ist da noch so viel Potenzial, da was rauszuholen, irgendwo Effizienzen zu ziehen oder haben wir nicht eigentlich schon längst die Anlagen da und die muss man vielleicht noch bisschen optimieren.
Viele Bausteine gibt es natürlich. Wichtig ist allerdings, dass wir uns dem Produktdesign, bei dem Zelldesign, von vornherein bei dem Einsatz der Chemie mit Gedanken machen, wie kann ich das denn möglichst effizient machen. Das darf natürlich nicht das Übergeordnete sein und dann funktioniert die Zelle nicht mehr vernünftig oder ist deutlich schlechter als vorher. Aber dieses Mitdenken, also das zu verankern, an welchen Stellen muss ich denn die Frage nach Kreislaufwirtschaft stellen und sie dann beantworten und nicht erst nachher.
Das ist aus meiner Sicht ein wichtiger Aspekt, der aber auch startet zum Beispiel bei Reparaturfähigkeit von Batteriesystemen. Auch das ist ein ungelöstes Problem. Die Hauptherausforderung bei der Kreislaufwirtschaft ist eben, etablier ich wirklich ein wirtschaftliches Denken und komme raus, aus der es ist ein Add-on, was eine weitere Auflage ist. Und ich glaube, diesen Kerngedanken...
den umzudrehen, also das Thema Kreislaufwirtschaft zu begreifen. Einmal mal von der Logik her, es muss doch in Summe von der Theorie her günstiger sein, wenn ich Sachen, die ich schon mal aus der Erde rausgeholt habe, wenn ich sie wieder in einen Kreislauf führe, als dass ich sie nachher auf die Deponie werfe und mir von irgendwo wieder neues Material hole.
Warum ist das nicht günstiger? Weil wir eben das in so einer Verbotskultur denken, weil wir nachdem wir den Einsatz haben keinen industriellen Recyclingprozess haben. Also es gibt sehr viele Brüche. Das wird irgendwie wieder eingesammelt. Ich muss es irgendwo hinbringen. Ich mache wieder mit deutschen Lohnkosten irgendwelche Demontagen und so weiter. Und diesen Prozess wirklich mal zu durchdenken, wie kann ich den vollkommen industrialisierten Kreislauf hinbekommen? Ja, und damit auch auf einem industriellen Niveau ab
Es ist schon mal ein Einsatz gewesen, das wieder in den Kreislauf reinzubringen. Das ist der Kernansatzpunkt, den wir haben. Es gibt natürlich auch noch in den Einzelprozessen sehr wohl schon einzelne wirkliche Fragestellungen, die man auch forschungstechnisch bearbeiten kann. Aber der Grundgedanke, und das ist mir besonders wichtig, ist, wie kriegt man das aus einer Wirtschafts- ecke wirklich mal zu Ende gedacht und dekliniert? Und das ist ein Kernthema, was wir in FastBat eben auch adressieren. Und das wird bisher so nicht gemacht.
Sonst wären wir nämlich da auch schon deutlich weiter. Und somit hat es aber auch Strahlkraft, wieder für andere Komponenten und Systeme über die Batterie hinaus so wirklich zu denken. Also aus der, ich sage es jetzt mal auf den Punkt, aber aus einer Öko-Ecke raus, mitten ins Herz der Wirtschaft des Kapitals eingepflanzt und mit dieser Basis und dem Treibstoff des Geldes, da können wir uns auf den Kopf stellen. Es ist nun mal so, dass in unserem Wirtschaftssystem, sobald man mit was Geld verdienen kann, vieles von alleine funktioniert und von niemandem mehr.
mit tu doch das Gute und sei ein guter Mensch und so weiter, was ich ja durchaus auch sein will. Aber es fällt doch deutlich einfacher, wenn man das Kapital hinter eine Idee bringt. Und ich bin der festen Überzeugung, dass das geht und funktioniert. Und aus dieser Ecke denken wir das Thema Kreislauf.
Wie schätzen Sie da das Potenzial ein, da auch unabhängiger zu werden von Rohstoffimporten oder Zellimporten, also dass wir uns da Richtung Lithium, Nickel, Kobalt und so weiter die ganzen wertvollen Elemente ein Stück weit unabhängig machen können, wenn wir das in der Kreislaufwirtschaft etablieren.
Ja, also ich glaube der Traum, dass wir dann von irgendwo mehr was brauchen, das ist nicht sinnvoll. Das heißt, wir leben in einer globalisierten Welt und das halte ich auch für gut und richtig. Aber es geht ja nicht nur, wo liegt das aus der Erde? Also es liegt halt in bestimmten Gegenden der Erde und da muss ich gucken, kann ich entweder andere Materialien einsetzen oder eben mehrere Partner haben. Das Wichtige ist ja, dass wir von dieser Kernabhängigkeit auch von China ein Stück weit loskommen, dass die ein Machtmonopol haben bei der Weiterverarbeitung von innen.
von den Materialien. Und da sehe ich schon einen ganz guten Ansatzpunkt. Im Augenblick ist es ja so, dass sogar Schwarzmasse aus dem Recyclingprozess wieder nach China exportiert wird, weil da die Anlagen schon sind und das Material sogar weiterverarbeiten. Also da müssen wir vonweggen schlussendlich diese Prozesse schließen. Und dann ist es eine gute Ergänzung, dadurch jetzt eine vollkommene Unabhängigkeit zu bekommen. Nein, aber es ist ein Baustein in dem, dass ich weniger erpressbar bin. Und das ist schon relevant, dass ich eben weniger erpressbar bin.
dass ich bestimmte Elemente puffern kann, wenn dann auch mal Sanktionen oder so was verhängt werden. Das sehe ich sehr wohl. Aber grundsätzlich geht es eben darum, möglichst effizienten Gesamtprozess aufzustellen und sich nicht von einzelnen Ländern abhängig zu machen.
Wenn wir jetzt noch mal bisschen die deutsche Brille aufsetzen, jetzt wird FastBat, so wie ich es wahrgenommen habe, bewusst im Rheinischen Revier angesiedelt. Also da, wo ja früher Kohle und Stahl die großen Arbeitgeber waren und letztendlich hängt das Gebiet ja auch in einem gewissen Strukturwandel. Sehen Sie da auch das Potenzial, dass das ganze Thema Batterieentwicklung, Batterieforschung, Batterieproduktion vielleicht auch irgendwann die neue Kohle in Deutschland oder in dem Rheinischen Revier werden kann? Also wie viel
Arbeitsplatzpotenzial lohnen Sie da tatsächlich sehen.
Ja, also ich glaube, dass jetzt eins zu eins dazu ersetzen, das kann nicht das Ziel sein. Aber wir müssen wieder eine Innovationsregion schlussendlich sein und das basiert alles auf Energie. Das heißt, wir haben eigentlich zwei Kernthemen meiner Meinung nach in Deutschland. Das eine ist, wir müssen an den Rahmenbedingungen arbeiten. Das ist im Kern Hauptaufgabe der Politik. Da bin ich nicht zufrieden mit mit etlichen Rahmenbedingungen. Wir müssen mehr Freiheit schaffen für die Wirtschaft. Und auf der anderen Seite müssen wir natürlich auch als Wirtschaft, als Industrie
wirklich wieder Innovation voranbringen. Und das kann ein Projekt, ein Leuchtturm sein, dieses Thema FastBat, aber eben auch nur ein Teil. Also ich habe nicht den Anspruch, und das werde auch vermessen, dass durch dieses Projekt quasi jetzt alles das, was wir auf der Seite Braunkohle und verarbeiten und was da dranhängt, wegfällt, dass wir das mit unserem Projekt ersetzen. Das wäre nicht richtig zu behaupten. Aber ich glaube noch mal, auch da geht es wieder die Logik, dass wir wieder in etwas reinkommen, wo wir aufzeigen.
Wir können überholen, uns nach vorne setzen und sind in der Lage, aus klugen Ideen tatsächlich Wertschöpfung zu machen. Und das ist ja das, was aus meiner Sicht uns so ein bisschen diese Zuversicht abhanden gekommen ist. Gerade im Bereich Batterie, auch der Maschine- und Anlagenbau, da waren wir immer eigentlich überall, selbst wenn wir nicht mehr in einer Industrie produktseitig ganz vorne waren, haben wir die Maschine und Anlagen in vielen Fällen geliefert. Und bei der Batterie, finde ich, ist es erstmalig so,
dass da auf breiter Front wirklich sehr viel an Innovationen und guten Ideen aus Asien wirklich kommt und wir hinten dran sind. Und da müssen wir jetzt mit klugen Strategien überlegen, wie brechen wir das auf. Und ich glaube, dass das schlussendlich geht, weil man Batterien auch braucht. Das haben wir eben schon diskutiert. das Produkt alleine löst nicht unsere Wirtschaftsprobleme, aber die Logik.
Die Logik, die wir hier erarbeitet haben am PEM, die wir jetzt nach außen tragen, diese Logik, da bin ich mir sicher, die auf Produktivitätssteigerungen setzt, die auf Effizienz und Geschwindigkeit setzt, das ist das, was von der Industrie wieder mehr kommen muss, dieser Mut, ja, daraus kommen. Die Politik muss ihre Hausaufgaben machen, aber wir brauchen auch klare Anführer und eine klare Vision auf der Wirtschaftsseite. Wir dürfen nicht immer nur, weil die Politik nicht liefert, lehnen wir uns mal zurück.
Das ist was, was ich gerade so wahrnehme, dass jeder sucht sich so eine schöne schuldige Gruppe. Entweder sind es die Reichen oder die Armen. Immer hat irgend einer Schuld und dann kann ich mich zurücklehnen. Und wir leben in einer freiheitlichen Demokratie. Wir genießen das. Das verpflichtet jeden Einzelnen von uns aber auch, wirklich nicht nur auf den Tisch zu hauen und zu sagen, was nicht gut läuft, sondern selber auch sich einzubringen und wirklich nach vorne zu gehen. Auch nicht nur demonstrieren, sondern wirklich machen und handeln.
Und das ist das, was wir wie so einen Aufbruch wieder hinbekommen müssen. Und den Eindruck habe ich gerade, da sind wir gerade in so einer Erfindungsphase, der so eine Depression über unser Land legt, der uns lähmt. Und deshalb müssen wir aufbrechen. Wir sind in der Lage, unglaublich viel zu leisten, müssen das aber auch wirklich gemeinsam tun und nicht auf den anderen warten. Also wenn alle Probleme gelöst werden, dann fange ich auch wieder an Gas zu geben. Das gilt nicht.
Das können wir so auf uns nicht setzen lassen und wir müssen wieder vorne mitspielen. Und das, glaube ich schon, ist FastBat, hat das Potenzial, das aufzuzeigen, wie diese Logik funktioniert. Und dann muss das natürlich Schule machen, schlussendlich. Im Herzen von Europa möchte ich auch nochmal betonen, wir sind ja hier in Aachen nicht am Rande von Deutschland, nicht nur zumindest, sondern mitten in Europa. Und das ist mir auch ein Herzensanliegen, wir Europa wirklich als Wirtschaftsnation
verstehen und uns darauf auch wieder konzentrieren und den Binnenmarkt die Barrieren wegräumen und freiräumen und da dann eben die Vorteile von einem Europa, vor allem Europa wirklich nutzen und nicht nur über teilweise merkwürdige Themen diskutieren.
Jetzt werden Sie ja in dem Projekt wahrscheinlich sehr viele spannende Ergebnisse erzeugen und sicherlich auch viele neue Innovationsmöglichkeiten stoßen. Wie könnte denn noch ein Weg aussehen, dass die Forschungsergebnisse die Resultate in echten neuen Produkten oder vielleicht auch Unternehmen, Start-ups münden?
Genau, das ist ja die Idee. Deshalb haben wir potenzielle Kunden als Pate stehen lassen für das Thema Spezifikation. Das heißt, dass wir Marktbedürfnisse treffen. ist ja die Hauptvoraussetzung dafür, dass es dann ein anderer, ein Industrieunternehmen auch aufnimmt, weil es sagt, super, diese Ergebnisse kann ich auch zu Geld machen. Ich kann damit Geld verdienen im zweiten Schritt, das eben aufbauen. Das heißt, wir haben unser Industrienetzwerk drum herum.
und sind im engen Dialog und Austausch, was kann wie, zu welchem Zeitpunkt am besten transferiert werden. Entsprechend, das ist das eine. Das zweite ist, dass wir von vornherein, und die Start-ups stehen da in den Startlöchern, gucken, was ist noch nicht so gut in der etablierten Industrie vorhanden. Da kommt dann das Thema Start-up mit rein, den wir eben das Gesamtökosystem bilden. Das sind eigentlich die zwei Standbeine. Das heißt, ein enger Dialog, den ich auch über die letzten Jahrzehnte eingeübt habe,
Das können wir gut mit den Industriepartnern an einem Strang schlussendlich ziehen. Das zweite ist das Thema Start-ups wirklich. Ich habe mittlerweile bei zwei Dutzend Start-up-Gründungen geholfen, unterstützt, war selber aktiv oder habe eben damit dran gezogen, dass die richtigen Türen schlussendlich aufgehen. Und dieses Wissen lassen wir ja auch einfließen. Und das soll der Region hier den entsprechenden Schub verleihen.
FastBat läuft jetzt planmäßig, wenn ich das richtig gesehen habe, drei Jahre oder sogar bisschen länger. Meinen Sie, da ist genug Zeit, den Vorsprung vor allem Chinas aufzuholen? Und woran werden Sie am Ende messen, ob FastBat erfolgreich war?
Also zum ersten Teil, wenn wir jetzt bei Null anfangen würden, selbstverständlich nicht. Da reden wir eher über 10, 15 Jahre, die man das schlussendlich braucht. Aber wir haben ja auch schon vorher angefangen. Das heißt FastBat, und das ist wichtig, ist anschlussfähig an das, was wir vorbereitet haben, sind neue Dinge. Sonst wäre es ja auch kein gefördertes Projekt.
aber basiert auf dem, was erarbeitet worden ist. Im engen Schulterschluss, ich sag's nochmal, mit der Fraunhofer FFB in Münster zum Beispiel und mit anderen Instituten und Partnern, die wir hier in NRW schlussendlich halt haben. Das heißt, das ist wichtig und deshalb diese drei Jahre sind eine lange Zeit auf der anderen Seite. Das heißt, wir werden sie zu nutzen wissen und auch schnell die Ergebnisse nach draußen bringen. Das heißt, würden drei Jahre natürlich nicht reichen.
Aber so wie wir es vorbereitet haben, ich zuversichtlich, dass wir auch schon vor Ablauf der drei Jahre zeigen würden. Und so kommen wir auf die zweite Frage. Woran sieht man Erfolg? Wir haben uns klare Zielsetzungen. Wie viele Ausgründungen, wie viele Arbeitsplätze dadurch entstehen sollen, welche Hebelwirkungen. Also es gibt klare Kriterien, an denen wir uns messen müssen, eventuell korrigieren werden dann, wenn das nicht so aufgeht, wie wir uns das vorstellen. Aber es soll eben wirklich sichtbar
sein und eben nicht nur in Veröffentlichungen sichtbar sein, sondern tatsächlich auch in der Wirtschaft an dem Standort schlussendlich ankommen und daran lassen wir uns messen und das werden wir dann sehen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das zum Erfolg führen und damit eben einen anstoßenden Impuls für die gesamte Region setzen können.
Soll im Ende nicht nur Papier produziert werden, sondern wirklich handfeste Produkte, Unternehmen da herauskommen. Dann sehen wir uns ja vielleicht noch mal in drei Jahren, wenn das Projekt abgeschlossen ist. Das wäre sicherlich ein spannendes Thema, dann das Ganze aus der Retrospektive zu bewerten. Und bedanke mich bei Ihnen, dass Sie hier im Podcast waren. Vielleicht an der Stelle auch noch mal der Hinweis an Ihr neues Buch. „Zukunftsfrust – Zukunftsmut" lohnt sich sicherlich zu
lesen, das ganze Thema auch noch mal zu vertiefen, können wir an der Stelle hier nochmal empfehlen. Und ansonsten bedanken wir uns natürlich wie immer bei unserer Zuhörerschaft, dass ihr auch wieder dabei wart und freuen uns, wenn ihr beim nächsten Mal auch wieder in den Podcast hier einschaltet. Bis dann und auf Wiederhören. Tschüss.
Achim Kampker
00:01:36
Marcus Zacher
00:01:37
Achim Kampker
00:02:03
Marcus Zacher
00:05:06
Achim Kampker
00:05:35
Marcus Zacher
00:07:27
Achim Kampker
00:07:32
Marcus Zacher
00:08:54
Achim Kampker
00:10:23
Marcus Zacher
00:14:02
Achim Kampker
00:14:53
Marcus Zacher
00:19:59
Achim Kampker
00:20:34
Marcus Zacher
00:23:35
Achim Kampker
00:24:48
Marcus Zacher
00:27:47
Achim Kampker
00:28:08
Marcus Zacher
00:29:23
Achim Kampker
00:29:57
Marcus Zacher
00:33:54
Achim Kampker
00:34:15
Marcus Zacher
00:35:39
Achim Kampker
00:35:56
Marcus Zacher
00:37:30