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Frauenwerk e.V.

023: Von Tradition zu Vision – Steffi Rau-Bauer und das neue rau-Wohngefühl

75 Jahre Familiengeschichte und ein mutiger Neustart

22.06.2026 40 min

Zusammenfassung & Show Notes

Steffi Rau-Bauer ist Innenarchitektin und Geschäftsführerin in dritter Generation – aber der Weg dorthin war alles andere als einfach. In dieser Folge nimmt sie uns mit auf eine Reise durch 75 Jahre Familiengeschichte: von der Gründung durch ihre Oma Ottilie im Nachkriegsjahr 1949 über die schwierigsten Jahre der Übernahme 2013 – allein, mit kleinen Kindern, von früh bis spät – bis hin zum mutigen Neustart im eigenen Gebäude. Wir sprechen über das, was es wirklich bedeutet, ein Familienunternehmen weiterzuführen, über Sackgassen im wörtlichen und übertragenen Sinne, über Feng Shui als Wegweiser, mentales Coaching als Wendepunkt und darüber, warum ein schönes Zuhause allein nicht glücklich macht. Denn hinter dem Möbelhaus steckt eine ganzheitliche Vision: das Außen für die Menschen gestalten – und mit dem VitalLoft auch einen Raum für das Innere schaffen. Eine Folge über Durchhaltevermögen, kluge Arbeitsteilung und den Mut, eine Vision über zehn Jahre lang nicht loszulassen.

Website: moebel-rau.de
Instagram: moebelrau


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Instagram: @frauenwerk_ev

Transkript

Luisa
00:00:45
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Frauenwerke. Mein Name ist Luisa und heute begrüße ich im Studio bei mir die liebe Steffi Rau-Bauer. Sie ist Innenarchitektin und Inhaberin des Rau-Wohngefühl in Kirchheim-Tech. Sie nimmt uns heute mit auf eine Reise in die Vergangenheit und erzählt uns über ihre Familiengeschichte und auch über die Philosophie von Rau-Wohngefühl. Jetzt erstmal herzlich willkommen, liebe Steffi.
Steffi
00:01:10
Hallo, liebe Luisa.
Luisa
00:01:11
Ja, ich freue mich sehr, dass es geklappt hat mit unseren vielen Terminen, dass wir was gefunden haben, oder?
Steffi
00:01:17
Ja, war nicht so einfach hier anzukommen und jetzt wird es richtig gut.
Luisa
00:01:22
Ja, ich weiß tatsächlich über dich und das Unternehmen ja auch schon ein bisschen was. Ich bin ja auch eine Kirchheimerin und ja, wir haben jetzt auch schon länger ein bisschen Kontakt miteinander, aber ich freue mich umso mehr, dass wir heute die Möglichkeit haben, deine Geschichte wirklich auch aufzuzeichnen, dass ja viele Menschen, die sich dafür interessieren, das heute mal hören können. Und da übergebe ich jetzt gleich mal das Wort an dich, weil es gibt so viel zu erzählen, dass wir da gar keine Zeit verschwenden wollen. Dein Unternehmen beruht auf eine lange Familiengeschichte. Da gibt es viele verschiedene Dinge zu erwähnen. Tradition und Handwerk trifft da zusammen und nimm uns doch einfach mal mit so ein bisschen in die Vergangenheit und in die Entstehung.
Steffi
00:02:03
Ja, da gehen wir ins Jahr 1949. Da wurde nämlich nach dem Krieg der Möbelrau gegründet von meiner Oma, der Ottilie, und dem Opa, dem Wilhelm. Er war Schreinermeister und die Oma war damals schon ausgebildete Kauffrau. Und die beiden im Team haben beschlossen, einen Möbelhandel zu gründen. Da nach dem Krieg war es teuer, Einzelfertigungen und Möbeln zu produzieren. Und dann haben die tatsächlich gestartet mit vorgefertigten Küchenbuffets, Einzelstücke. Und ja, in einem Hinterhof ging es da los. Und die Oma Rau, die war sehr geschäftstüchtig, die hat dann relativ schnell den Wilhelm als Schreinermeister überzeugt, dass andere Räumlichkeiten notwendig sind. Und dann sind die damals losmarschiert und haben den Alleenring damals entdeckt für sich als erster großer Standort. Und da waren wir ja 75 Jahre lang an diesem Standort dann.
Luisa
00:03:07
Ja, also Kirchheim, wir kennen das und der Erlenring ist bei uns so, trennt quasi so die Innenstadt von den äußeren Bezirken so ein bisschen. Also das war quasi nicht zu übersehen, euer Möbelhaus.
Steffi
00:03:19
Ja, richtig. Am Ende der Stadt war praktisch dieser Möberau dann gelegen mit einem riesigen Garten hintendran, was auch sich als großes Glück erwiesen hatte, weil so konnten dann, viele Jahre später immer wieder Bauteile oder Gebäudeteile angebaut werden. Und so hat sich aus einer kleinen... Manufaktur, oder ne, Manufaktur ist nicht das richtige Wort, aus einer kleinen Einzelhandelskombi mit Schreinergewerke ein Möbelhaus entwickelt. Und so ist auch bis heute die Kombination, dass wir mit Möbeln handeln, die wir individuell für unsere Kunden planen und unsere hauseigenen Schreiner, die dann bei unseren Bauherren montieren und aufbauen.
Luisa
00:04:01
Das heißt, es war aber schon damals so, dass Mann und Frau da zusammen das Unternehmen gegründet haben, oder?
Steffi
00:04:08
Ja, so war es. Also meine Oma als Kauffrau und als Tochter eines Müllers hatte die nötigen finanziellen Mittel, um da in die Stadtlöcher zu kommen und auch den ersten Grundstein zu legen. Und die war unternehmerisch sehr tüchtig und hat dem Opa dann immer wieder Vorschläge gemacht, was man denn so tun könnte.
Luisa
00:04:31
Also war auch schon von Anfang an eine starke Frau. Das wird uns jetzt öfter noch begleiten, auch die starken Frauen in der Geschichte. Und wie hat sich das dann weiterentwickelt von einem kleineren Geschäft über die Jahre hinweg, bis du dann auch auf die Welt kamst und wie war dann da der Status quasi?
Steffi
00:04:47
Ja, also nach der ersten Generation kam ja dann in den 70er Jahren die zweite Generation. Meine Tante, die Elfriede Hess, hat dann damals die Geschäftsführung mit meinem Papa, dem Helmut Rau, übernommen und in dieser Konstellation war sie die Kauffrau und mein Vater dann der Schreiner und, mein Vater hat dann auch nochmal eine kaufmännische Ausbildung dazu gemacht. Nichtsdestotrotz ist die Kombination Handwerk und Handel geblieben. Und beide Geschwister, also mein Vater war 13 Jahre jünger als meine Tante, die beiden haben dann über drei Jahrzehnte hinweg gemeinsam die Firma RAU weitergeleitet. Und auch da war es so, dass schon immer wieder meine Tante, obwohl die von ihrem Wesen sehr ruhig und zurückhaltend war, doch maßgeblich mit daran gewirkt hat, dass wenn Entscheidungen anstanden, Dann, hatte oft sie das letzte Wort. Ob jetzt die Idee als gut empfunden wurde oder umgesetzt wurde, also ohne ihr Okay wurde auch nichts eingeleitet an Veränderungen.
Luisa
00:05:57
Und hat dich das auch in der Hinsicht geprägt, dass das für dich auch eine Motivation war, dann vielleicht auch mit ins Geschäft einzusteigen und da mitzuwirken?
Steffi
00:06:07
Ja, also auf jeden Fall war mir natürlich damals nicht so bewusst, weil meine Oma, meine Tante und ich, wir sind öfters mal mittags nach der Schule zusammengesessen, haben Mittag gegessen und es ging in der Regel immer um Ideen rund um Rau. Und so bin ich aufgewachsen. Für mich war das normal, über das Geschäft mittags zu reden. Ich habe das auch immer total gerne gemacht und habe auch schon als kleines Kind mir immer so Verkaufsstrategien überlegt oder habe zum Beispiel bei meiner Oma oben auf dem Balkon, die Blumen abgepflückt und sie unten dann dekoriert und möglichst auch verkauft.
Luisa
00:06:43
Ja, sehr gut.
Steffi
00:06:45
Dann waren die manchmal auch schon verweckt, bis sie dann unten ankamen. Also dieses Einkaufen, Verkaufen, Gestalten und unternehmerisch Denken war für mich jetzt normal.
Luisa
00:07:00
Und dann hast du dich ja entschieden, also als du dann größer wurdest, ging es darum, was mache ich denn? Gehe ich studieren? Mache ich eine Ausbildung? Und wie hat sich das dann ergeben, was du gemacht hast? Wie war da dein Weg?
Steffi
00:07:14
Also ich war nach der Realschule noch auf dem Wirtschaftsgymnasium und wollte dann sehr gerne noch studieren. Es gibt in Köln eine Möbelfahrschule. Für diejenigen, die sich eben von Möbelhandeln interessieren, viele Kinder von Möbel- oder Küchenhäusern gehen auch dorthin. Ich wollte ein Studium machen und ich war schon mein Leben lang kreativ und habe gemerkt, handeln kann ich ganz gut. Also auf dem Flohmarkt Ware verkaufen, das lag mir im Blut, das habe ich gerne gemacht. Und dann dachte ich, ich glaube, plus minus rechnen, geteilt rechnen. Die Zahlen habe ich einigermaßen unter Kontrolle und fand, dass ich schon zwar kreativ bin, aber planerisch noch nicht so stilfest war. Und dann habe ich mich für die Innenarchitektur interessiert und hatte Gott sei Dank auch ein gutes Abitur, dass ich dann auch gleich einen Studienplatz gekriegt habe. Bei der Innenarchitektur kann man nicht überall in Deutschland studieren. Ja, das war mein großes Glück, obwohl meine Eltern oder mein Vater hauptsächlich das als relativ unnötig erachtet hat. Also auch schon damals bei meiner Tante, die wurde sogar früher von der Schule runtergeholt, weil man da gesagt hat, komm lieber jetzt im Betrieb arbeiten. Und schulische Ausbildung und Studium hatte jetzt nicht so den hohen Stellenwert in dieser handwerkergeprägten Familie.
Luisa
00:08:32
Ja, braucht kein Mensch.
Steffi
00:08:33
Auch kein Mensch, ja.
Luisa
00:08:35
Okay, aber du hast trotzdem dich durchgesetzt und hast, glaube ich, auch die richtige Entscheidung getroffen. Und es war aber auch nicht von Anfang an klar, dass du jetzt unbedingt in dein Familienunternehmen wieder einsteigen willst, oder?
Steffi
00:08:49
Doch, für mich war das schon immer klar. Also das ist das Erstaunliche und auch das Schöne, da freue ich mich sehr drüber, da bin ich auch sehr dankbar, dass diese Frage, gehe ich in dieses Familienunternehmen oder was mache ich denn, hat sich für mich nie gestellt. Also es war für mich immer klar, dass ich in die Firma irgendwann einsteige, in welcher Position natürlich nicht. Und es war auch immer von meiner Tante und von meiner Oma klar. Also so hat sich ja das Gespräch beim Mittagessen aufgebaut, dass die Oma erzählt hat, wie sie es macht, die Tante benannt hat, wie jetzt gerade die gegebenen Händen sind. Und immer wieder sind so Sätze gefallen wie, später kannst du es ja dann mal so und so machen. Also es wurde auch mir gegenüber gar nicht in Frage gestellt, dass ich mal nicht in die Firma komme. Und ich fand es schön. Also ich habe das eher als Kompliment aufgenommen.
Luisa
00:09:39
Also du hast es jetzt nicht als Druck oder Zwang gesehen, die Tradition fortzuführen, sondern es war dir einfach schon so im Blut, dass du da gar keinen anderen Gedanken hattest.
Steffi
00:09:47
Ich habe mich darauf gefreut, auf diese Verantwortung und auf die Aufgabe. Ja.
Luisa
00:09:52
Und kannst du uns zeitlich ein bisschen mitnehmen, in welchem Jahr bist du dann ins Geschäft mit eingestiegen?
Steffi
00:09:58
Also meine Tante ist dann aus dem Betrieb ausgeschieden im Jahr 2012. Ja. Eingestiegen bin ich schon im Jahr 2003 direkt nach dem Studium. Da kam der Anruf. Zwei wichtige Mitarbeiterinnen sind gesundheitlich ausgefallen. Wir waren damals ja nicht so ein großes Team, also zwei Planer und Verkäufer weniger. war praktisch zwei Drittel vom Verkaufsteam, war dann weg. Und dann hat damals mein Vater mich angerufen, ob ich mir denn vorstellen könnte, nach dem Studium direkt einzusteigen und zumindest vorübergehend. Und aus diesem vorübergehend wurde dann eine längere Zeit und es war mir dann nach sechs Monaten, war mir klar, ich bleibe hier, weil ich werde hier gebraucht und ich konnte auch gar nichts, muss ich ehrlich gesagt sagen. Ich war hoch studiert, das hat sich dann bewahrheitet.
Luisa
00:10:48
Das ist, glaube ich, in den meisten Studiengängen so, dass man rauskommt und an den Job anfängt und sich feststellt, man kann eigentlich fast gar nichts. Also ging mir auch auf jeden Fall so.
Steffi
00:10:56
Ja, also es war tatsächlich so. Ich bin dann eingestiegen und nach bestem Wissen und Gewissen habe ich tatkräftig mit eingepackt und habe aber dann erfahren dürfen, dass ich unheimlich große praktische Lücken hatte und die galt es dann erstmal aufzufüllen. Und nach einem halben Jahr habe ich dann gemerkt, ah, jetzt langsam verstehe ich, wie die Möbelsysteme aufgebaut sind und wie Entwurf für Privatkunden funktioniert. Im Studium hatte ich natürlich tolle Hotelanlagen geplant oder irgendwelche Lofts ausgestattet oder irgendwelche fiktiven Projekte. Aber so ein Kleiderschrank mit einer echten Schublade, wo da ein medizinischer, BH reinpassen muss, das war eine neue Herausforderung.
Luisa
00:11:40
Das war eine sehr spezielle Anfrage, ja.
Steffi
00:11:42
Ja, und ich habe da gemerkt, es macht mir unheimlich Spaß. Von dieser Theorie wegzukommen, hin in diese Praxis. Und dann habe ich gemerkt, der medizinische BH ist ein super Beispiel, jeder Schrank ist wirklich anders aufgebaut. Ich darf jedes Mal die Menschen hinter diesem Möbel kennenlernen und darf für die so planen, dass ihre Kleider nachher reinpassen. Und je nachdem, welche Lebensgewohnheiten oder auch stilistische Gewohnheiten man hat, im Anziehen war das immer unterschiedlich.
Luisa
00:12:14
Und wie ging die Entwicklung dann weiter? Du bist ins Geschäft eingestiegen und wann war dann quasi so die richtige Übernahme? Also das war ja ein Prozess, wo du auch viel dazugelernt hast. Wie ging es da genau weiter?
Steffi
00:12:29
Ja, zehn Jahre habe ich gemeinsam mit meiner Tante und mit meinem Vater zusammengearbeitet und natürlich mit dem damaligen Team. Und 2012 ist dann die Tante ausgeschieden. 2013 habe ich dann die Firma übernommen. Und das war dann meine allerschwierigste Zeit. Also das war nicht einfach.
Luisa
00:12:49
Ach, du darfst einfach erzählen, so viel du möchtest. Aber man kennt das, glaube ich, aus so Familienunternehmen, dass es natürlich auch, da kommt es zu Konflikten, zu verschiedenen Traditionen, die da vielleicht aufeinanderprallen. Magst du uns trotzdem ein bisschen mitnehmen, was war da alles los? Wir haben hier ein paar Zahlen aufgeschrieben. 2014 war so eins deiner schwierigsten Jahre. Ich glaube auch familiär waren da auch einfach Dinge los. Ja, nimm uns doch gerne mal mit dahin, wo du uns mitnehmen möchtest.
Steffi
00:13:19
Ja, also damals war unsere mittlere Tochter dann vier und der große Sohn sieben. Und mein Mann war noch viel im Ausland, hat in einer ganz anderen Firma gearbeitet. Und dann war ich praktisch mit den kleinen Kindern zu Hause alleine mit der Verantwortung für die Firma. Und man darf nichts vergessen, wir sind ja die Kombination aus Handwerk und Handel. Das heißt, unsere Schreiner beginnen kurz vor sieben und wir im Handel arbeiten bis sechs, sieben, acht Uhr abends. Also war meine allergrößte Herausforderung, wie überstehe ich die Nacht mit den Kindern, dass ich morgens um kurz vor sieben, wenn da schon die ersten Anrufe, manchmal von den Schreinern kamen mit Rückfragen, So überstehe, dass ich dann kraftvoll ab 9 Uhr für unsere Kunden und das Verkaufsteam dastehe und abends der Laden wieder so geschlossen wird, dass alles Ordnung und Sorgfalt mit sich bringt. Also das war meine große, große Herausforderung. Und auch so ein Zwiespalt zwischen, wie versorge ich die Kinder, wie versorge ich die Schreiner, wie versorge ich das Verkaufsteam. Ja, weil ich nachts hauptsächlich dann für die Kinder da war, die hingen auch wie die Kletten an mir. Klar, tagsüber war ich ja viel weg und ich habe das auch genossen. Aber ich war da wirklich auf allerletzter Rille immer unterwegs, weil ich immer dann, manchmal merkt man ja, die Kinder fangen an zu fiebern oder kriegen einen Schnupfen. Ich dachte, das geht jetzt nicht, das geht jetzt nicht. Ich kriege es sonst den nächsten Tag nicht gebacken.
Luisa
00:14:46
Ja, also ich glaube, das ist auch heute noch von vielen eine Herausforderung, aber natürlich ganz alleine so und verantwortlich zu sein für so ein Unternehmen und quasi ja auch, du hast ja auch nicht wirklich eine Pause gemacht mit den Kindern so richtig, oder?
Steffi
00:14:59
Also wir haben ja insgesamt drei Kinder und schon mit größeren Abständen. Einmal mit drei Jahren Abständen und dann einmal mit fünf Jahren Abständen. Die dritte Tochter kam dann auch wirklich erst, wo klar war, dass mein Mann in der Firma mit einsteigt und auch fest in der Firma bleibt. Sonst wäre die Marie nicht geboren worden. Das hätte ich nicht verantworten können.
Luisa
00:15:20
Ja, aber trotzdem, ja, der Spagat, den haben auch wir heutzutage, glaube ich, immer noch. Und vor allem auch dieser Zwiespalt, der so in einem ist. Man möchte eine gute Mutter sein, man möchte eine gute Geschäftsfrau sein. Also ich denke mal, da finden sich sehr viele wieder. Genau deswegen bist du, glaube ich, für viele ein großes Vorbild, das alles unter einen Hut zu kriegen. Und dennoch, hast du gerade erwähnt, war das eins der schwierigsten Jahre. Wie hast du das geschafft zu überstehen? Also hast du dir da auch vielleicht Hilfe geholt oder was hattest du in Unterstützung trotzdem?
Steffi
00:15:53
Also die Familie hat mich schon da sehr unterstützt, was die Kinder anging. Also Omas und Opas wohnen Gott sei Dank bei uns hier um die Ecke. Meine Schwiegereltern hatten sehr, sehr oft die Kinder und auch oft außerplanmäßig. Und meine Eltern hatten immer einen Nachmittag fest eingetragen. Und also die Kinderversorgung hat sehr gut funktioniert. Die geschäftliche Übergabe von Generation 2 zu mir als Generation 3 war oft sehr holprig und hat mich auch mental an meine Grenzen gebracht. Und da habe ich so gemerkt, wenn ich auf die Art und Weise jetzt weitermache und mir keine Hilfe, professionelle Hilfe von außen hole, dann werde ich das nicht packen. Da werde ich es vielleicht hinkriegen, weil ich durchhalte und weil ich durchschaffe, aber irgendwann werde ich da krank davon. Und dann habe ich Gott sei Dank über Kundenkontakte dann eine Adresse bekommen und da gehe ich auch heute noch hin zur mentalen Stärkung und zur Persönlichkeitsentwicklung und da konnte ich ganz, ganz viel für mich rausfiltern, warum war es in meinem Leben und in meinem geschäftlichen Wertegang so läuft, wie es läuft und. Habe sehr, sehr, sehr viel dazugelernt. Also über mich, aber auch über meine Eltern, über meine Geschwister, über meinen Mann und über unsere Beziehungen, zwischenmenschliche Beziehungen. Und es gibt ja auch noch die Kinder meiner Tante, die ja auch noch mitbeteiligt sind am alten Müllbürohgebäude und auch denen ihre Verhaltensweisen nachzuempfinden, ohne das persönlich zu nehmen. Ohne es zu bewerten, habe ich eben über dieses mentale Coaching lernen dürfen und kann das jetzt heute in ganz vielen Lebensbereichen anwenden.
Luisa
00:17:40
Sehr schön. Das heißt, du hast genau das umgesetzt, was man ja oft so plakativ zu hören kriegt, dass man aus so schwierigen Situationen was Positives rausziehen kann für sich und für den weiteren Lebensweg.
Steffi
00:17:53
So habe ich es gemacht. Ich habe dann angefangen, alles was negativ auf mich eingeströmt ist und das war so immer wieder Zeiten auch, wo wir dann vom alten Gebäude ins neue Gebäude umgezogen sind. Das war 2023 nochmal so ein großer, großer Schritt, um unabhängig zu werden. Ja, da war auch wieder so eine Phase, wo ich gemerkt habe, jetzt brauche ich Impulse von außen und habe dann gelernt, meine Perspektive zu wechseln. Alle Hindernisse habe ich als Steine bildlich gesehen und habe dann immer versucht, meine Vision, mein Gebäude noch ein bisschen höher zu bauen mit eigentlich Hindernissen, die auf mich zukamen.
Luisa
00:18:33
Das heißt, es gab dann eine Entwicklung von dem, sag ich mal, alten Möbelraum, auch im alten Gebäude hin zu einem ganz neuen Projekt. Das hat ein paar Jahre gedauert, glaube ich, auch gedanklich sowie auch dann baulich irgendwann. Aber es war für dich einfach so ein Neubeginn, sich so ein bisschen von Altem zu lösen, richtig?
Steffi
00:18:54
Ja, richtig. Und 2013 war schon relativ schnell klar, ich kann die Firma weiterleiten und darf die übernehmen. Aber an dem Standort wird es schwierig, über die Jahrzehnte hinweg gesehen. Und um wirklich frei, unabhängig und selbstwirksam weiterarbeiten zu dürfen, war dieser neue Standort notwendig. Ja, es war sehr lustig, weil ich damals auch wieder eine externe Beraterin das benannt bekommen habe, dass ich eben einen neuen Standort suchen soll für das Möbelhaus. Und dann musste ich lachen, weil ich gesagt habe, wo soll ich denn den Standort herfinden und wo soll ich die finanziellen Mittel hernehmen? Und sie hat gesagt, das weiß ich jetzt auch nicht, aber sie gibt es mir mal als Lebensaufgabe mit. Okay.
Luisa
00:19:40
Und das hast du dir zu Herzen genommen und dann hat sich angefangen, bei dir im Kopf was zu bewegen?
Steffi
00:19:46
Ja, also ich bin schon von meinem Menschentrip sehr zielorientiert. Ich liebe es, mir so Ziele zu stecken und dann schrittchenweise auf diese Ziele hinzuarbeiten. Und wenn ich nachvollziehen kann, ich stecke hier in der Sackgasse, dann mache ich da auch nicht weiter. Dann versuche ich, dann gehe ich wieder zurück, gehe mir den Fehlweg ein und sage, okay, da geht es nicht weiter. Entweder liegt das an mir selber oder auch manchmal ja an Begrenzungen von außen, und dann brauche ich einen anderen neuen Weg. Auf jeden Fall war keine Option, frühzeitig dann nach der Erfüllung meiner Mietverträge nach 15 Jahren Selbstständigkeit dann in die Frührente zu gehen. Das hätte mich überhaupt gar nicht motiviert, weil schon in meinem Kopf dieses Familienunternehmen einen sehr hohen Stellenwert hat. Mit so viel Tradition und so viel Herzblut und Leidenschaft von den Generationen vor mir, dass ich das schon als eines meiner höchsten Motivationsantriebe sehe, dieses auch weiter zu leiden und in die Zukunft zu führen.
Luisa
00:20:48
Und wie sehr hat dir das dann auch geholfen, dass dein Mann dann mit dazu kam? Also das hatten wir im Zeitstrahl gerade so ein bisschen besprochen, dass ja 2014 für dich ein sehr schwieriges Jahr war und dann hat sich das aber so ergeben, dass dein Mann, der ja auch davor viel unterwegs war, dann mit eingestiegen ist.
Steffi
00:21:06
Ja, also vor der Übergabe war mein Mann immer der Hauptverdiener. Der hat in der Industrie gearbeitet, hat einen sehr, sehr guten Job gehabt und hat den auch erfolgreich bewältigt. Und das war für uns als Familie schon ein sehr, sehr großer Schritt zu sagen, okay, er gibt diese Arbeit auf und kommt dann in den Einzelhandel von der Industrie in den Einzelhandel und macht dann nochmal was ganz, ganz Neues. Und doch hat er gesagt, also ich kann mich noch an den Satz erinnern, du lässt ja nicht locker und ziehst dein Ding durch. Und dann war ich so ein bisschen aufgewühlt und dachte, wie mein Ding durch, das ist doch meine Lebensaufgabe, ist doch klar, dass ich das mache. Also ich hatte das nicht so in Frage gestellt. Für mich war ja immer klar, dass ich den Weg gehen werde. Und das habe ich ihm ja auch so immer gesagt, er wusste das. Und dann hat er gesagt, er definiert sich nicht so sehr über seinen Beruf und er möchte auch viel mehr bei den Kindern sein. Durch die viele Auslandsaufenthalte war er ja auch viel getrennt von uns. Es war nicht schön, immer dieses, jetzt ist er wieder da, jetzt geht er wieder. Und diese kurzen Zwischenphasen. Bis man sich da wieder gerade harmonisiert hatte und eingegroovt, war er dann schon wieder weg und für die Kinder war es auch nicht schön, für ihn auch nicht. Und dann kam er 2014 nach diesem einen schwierigen Jahr. Er hat gesagt, jetzt mach es mal ein Jahr und wenn es dann funktioniert und ich sehe, es funktioniert, dann komme ich dazu. Und so hat er auch sein Wort gehalten und war dann da und dann ging es natürlich, einen riesen Schritt nach vorne, weil er dann mit seinem ganzen Know-how, mit seiner Power so richtig mitziehen konnte.
Luisa
00:22:45
Okay, das heißt so ein bisschen die Angst oder die Sorge, dass quasi dieses feste Gehalt wegfällt, hat aber trotzdem das aufgewogen, dass du jetzt einfach jemand hast, mit dem du das zusammen machen konntest. Weil davor hast du das ja schon, wie vielen großen Entscheidungen musstest du ja mehr oder weniger alleine treffen, eine Zeit lang.
Steffi
00:23:04
Ja, also die Entscheidungen zu treffen alleine, das hat mich gar nicht so belastet. Es war okay. Es war immer dieser zeitliche Faktor. Wie kann ich morgens die Schreiner versorgen und bis spät in den Abend hinein das Verkaufsteam. Und mit dem Einstieg von meinem Mann, er ist also für den Service zuständig, für Schreiner, Termine und alles. Er bearbeitet alle Dinge, die nach der Bestellung der Ware dann aufploppen. Und das war natürlich eine super Arbeitsteilung bis zum heutigen Zeitpunkt, dass mein Aufgabenbereich ist, also alles, was mit einkaufte Ware, verkaufte Ware, Marketing zu tun hat, und dem Verkaufsteam ist meine Sache und ab dem Prozess, Ware ist bestellt, Ware kommt zu uns ins Haus, macht er dann alles weitere.
Luisa
00:23:54
Das heißt, er war aber dann im Zuge dieses Neubaus und der Neugründung auch schon mit dabei.
Steffi
00:23:59
Also 2013 wurde ja die alte Möberau GmbH & Co. KG bei uns liquidiert. Ich habe dann wirklich von Null begonnen. Wir hatten noch einen großen Ausverkauf und die alte Firma wurde dann liquidiert und ich habe mit sehr, sehr wenig dann angefangen. Dieses eine Jahr zuhaushalten hat mir aber Spaß gemacht Und ich bin an sich, würde ich mal sagen, eine sparsame Person und konnte das ganz gut handeln. Und dann ist der Jürgen ein Jahr später mit eingestiegen und dann ging das auch so gut voran, dass wir uns da super ergänzt haben.
Luisa
00:24:40
Und du hast auch gerade gesagt, bis heute ist die Aufteilung eigentlich ungefähr so geblieben und trotzdem habt ihr jetzt ja ein ganz neues Projekt, was auch natürlich die Tradition ein Stück weiter führt, aber doch auch ein ganz neues Konzept sein soll. Was war denn die Grundidee an dem jetzigen Rauwohngefühl?
Steffi
00:25:03
Also die ausschlaggebende Frage für mich war, wie kann ich dieses Familienunternehmen in die Zukunft führen? Und es war mir klar, am alten Standort kann ich es nicht. Da wird es mit mir dann ein Ende geben und das wollte ich nicht. Das hat mich überhaupt nicht motiviert. Und dann habe ich mich auf die Suche gemacht nach diesem neuen Standort und habe mir dann, nachdem ich den Bauplatz dann gefunden habe, das war ein Zeitraum von zehn Jahren, man muss sich vorstellen, ich habe vorher gesagt, ich habe mit null gestartet. Ich hatte ja gar keine finanziellen Mittel, um einen Bauplatz zu erwerben. Und deshalb war das auch gut, dass ich das zehn Jahre lang gezogen hatte. Beziehungsweise nach acht Jahren konnten wir dann den Bauplatz über die Stadt Kirchheim erwerben. Und dann ging es noch darum, was soll denn in dieses neue Möbel-Rau-Gebäude dann rein? Und dann dachte ich, Möbel-Rau passt jetzt gar nicht mehr so. Ich brauche da von meinen Visionen und Ideen eine andere Überschrift. Und so wurde dann Rau-Wohngefühl draus. und unseren traditionellen Prinzipien. Diese Verbindung von der Ware zum Handwerk ist geblieben. Was wir noch ausgebaut haben, sind diese gesamtheitlichen Wohnraumkonzepte für unsere Kunden. Also wir gehen immer weiter weg vom einzelnen Stückverkauf, beraten gesamtheitlich, auch innenarchitektonisch. Das ist ja mein Beruf, die Innenarchitektur. Und haben dann im neuen Wohngefühl einige Ideen aussichtbar für unsere Kunden gemacht. Nicht unbedingt was Neues, was es noch gar nicht gab, sondern eher das, was es die letzten Jahre mit mir als Steffi schon gegeben hat, wurde sichtbar im neuen Rauwohngefühl.
Luisa
00:26:45
Das heißt, du hast dir auch sehr viele Gedanken gemacht, wie wirken die Räumlichkeiten auf Menschen, wie sind vielleicht die Laufwege. Ich glaube, du hast dich auch mit Feng Shui ein bisschen mal beschäftigt.
Steffi
00:26:56
Ja, die Beraterin aus Bochum, die ich da gefunden habe, schon vor über zehn Jahren, die auch übrigens mir gesagt hat, dass am alten Standort keine Entwicklung auf Dauer möglich sein wird.
Luisa
00:27:09
Aha, warum?
Steffi
00:27:10
Ja, die konnte das anhand der Pläne ja berechnen und sehen. Wie sie es jetzt gesehen hat, weiß ich nicht. Aber das Erlebnis war sehr lustig, weil sie hatte eigentlich die Aufgabe von mir, das alte Möbelhaus mit mir neu zu konzipieren. Und nach 20 Minuten offizieller Besprechung hat sie dann abgebrochen und hat gefragt, was ist hier eigentlich los? Weil sie sieht ausschließlich Begrenzungen, Begrenzungen von außen. Und dann habe ich gesagt, oh ja, so sieht es aus. Und habe ihr einfach die Geschichte erklärt und die Könnte, was so dahinter gesteckt hatte an der Stelle. Und mein Vater und meine Tante hatten ja vor, am Alleenring noch einen letzten fehlenden Bauteil zu erschließen, um einen Rundgang herbeizuführen. Und zu diesem letzten Baustein kam es nie zur Umsetzung. Also alle Wege in unserem alten Möbelhaus haben in einer Sackgasse gelandet, räumlich. Und dann hat sie gesagt, diese Sackgassen sind nicht nur räumlich da. Also ich kann hier machen, was ich will. Es wird im Endeffekt nie richtig gut werden. Und somit habe ich mich auf die Suche gemacht nach dem neuen Bauplatz. Und als dann klar war, wo wir hingehen, nämlich in die Sudetenstraße, das ist ja gegenüber vom VfL-Stadion, Da durfte ich dann mir dann auch das neue Raumkonzept überlegen.
Luisa
00:28:32
Das heißt, die Beraterin hast du dann dahin mitgenommen?
Steffi
00:28:35
Ja, die habe ich dann also viele Jahre später wieder kontaktiert und habe gesagt, also ich wäre jetzt soweit.
Luisa
00:28:42
Jetzt kann sie sich austoben.
Steffi
00:28:43
Jetzt kann sie sich austoben, nachdem ich natürlich auch noch einen Bauträger suchen musste, klar. Und mein Mann, der stand hinter diesen Entscheidungen mit oder hat mitgetragen, unheimlich geduldig. Aber er ist jetzt von der Person nicht so, dass er immer so nach vorne prescht und sagt, übrigens wir müssen das, das und das noch machen. Also die Ideen und die Visionen sind eher so mein Part. Und als dann klar war, dass der Märkler Holzbau mit uns bauen wird, weil, er imstande war, diese große Fläche, die wir auch brauchen als Möbel- und Kühnhaus, zu realisieren zu dem Preis, was wir stemmen konnten, das war die größte Herausforderung, einen zu finden, der diese weite Fläche baut, Ja, da habe ich dann wieder die Feng Shui-Beraterin, die Frau Butzler damals kontaktiert und habe gesagt, ich habe jetzt den Grundriss und ich bin soweit, wir können jetzt nochmal drüber sprechen. Und da ging es dann um Energieflüsse, um Raumfluss, um Wohlfühlen und das war total spannend, weil die hat mit mir sehr gerne gesprochen, aber hatte sich dann geweigert, mit dem Architekt zu reden, weil sie gesagt hat, grundsätzlich redet sie mit Architekten jetzt gar nicht mehr.
Luisa
00:29:52
Ah ja, okay, das sind dann auch so Besonderheiten, die man da mitkriegt, wenn man so ein großes Projekt irgendwie umsetzen will, was es da so untereinander dann für Schwierigkeiten manchmal gibt. Aber ich glaube, ihr habt das gut hinbekommen. Das Endergebnis lässt sich auf jeden Fall sehen. Und wenn ich es richtig verstanden habe, ist die Idee ja jetzt sehr offen, dass man einfach so intuitiv auch einfach gerne durchläuft und jetzt eben nicht in einer Sackgasse endet.
Steffi
00:30:17
Ja, alle Bereiche sind miteinander verbunden. Es gibt ganz viele Rundwege. Im Abgeschoss gibt es zum Beispiel unsere Wohnbox, wo wir mal so eine gesamtheitliche Wohnraumplanung auch aufgebaut haben. Und es gibt uns bei erstes Was im Erdgeschoss und dann wird man intuitiv die Treppe hochgeleitet ins Küchenstudio und die Schlafbereiche kann man sehen, die Esszimmerbereiche, unsere Eventlocation, eine Besonderheit. Wir arbeiten ja grundsätzlich ein bisschen anders wie andere Möbelhäuser und in der Eventlocation, da wurde dann viel Platz für Begegnung für Menschen geschaffen.
Luisa
00:30:56
Das heißt, dir war es auf jeden Fall auch ein großes Anliegen, tatsächlich auch einen Unterschied zu machen. Also das wart ihr ja schon immer, aber auch das noch ein bisschen klarer zu machen, wir sind nicht in Anführungszeichen nur ein Möbelhaus, sondern wir wollen ein bisschen mehr sein.
Steffi
00:31:09
Richtig. Unsere Arbeit ist für die Menschen da und es braucht Platz für Begegnung, um die Menschen auch kennenzulernen. Und man braucht ja auch nicht jedes Jahr eine neue Küche oder neue Möbel und es ist ja schade, wenn man den Kontakt zueinander verliert. Und so ist die Idee entstanden, die Event-Location etwas größer zu gestalten, mit einer schönen Dachterrasse, mit einer Outdoor-Küche. Im Innenbereich sind auch zwei Küchen angeschlossen. Man kann in dieser Event-Location sich auch einmieten und seine persönliche, private Feier feiern oder ganz viele Firmen kommen auch zu uns für Weihnachtsfeier oder Sommerfeste. Und so ist dahinter der Gedanke der Event-Location.
Luisa
00:31:50
Dann gibt es auch noch ein Vital-Loft bei euch. Was hat es damit auf sich gemacht?
Steffi
00:31:55
Also das Vitaloft ist über den Dächern vom Aufwohngefühl und nachdem ich mich ja 20 Jahre mit dem äußerlichen Raum der Menschen befasst habe, immer wieder versucht habe in die Verbindung zu kommen in der Eventlocation über Gespräche und nette Grill-Events oder Kochkurse, habe ich mir so gedacht, okay, ich habe ja gelernt selber meinen Innenraum und meine Persönlichkeitsentwicklung erfahren zu dürfen. Ich fand das eine große Bereicherung von meinem Leben und habe so gemerkt, so viele Menschen gibt es gar nicht, die sich so mit sich selber in Kontakt bringen wollen. Viele lenken sich ja auch ein bisschen ab, auch mit teuren Möbeln kann man sich wunderbar ablenken und erhofft sich dann über Luxus guter Glück. Und ich habe dann beobachtet, dass das nicht stattfindet und so bin ich dann auf die Idee gekommen, einen Vitalhof zu gründen und, in diesem geht es dann um nicht den äußeren Raum des Menschen, sondern um den Innenraum des Menschen und um die Verbindung zu sich selber.
Luisa
00:32:58
Und wie nimmst du das wahr? Wie nehmen Menschen das an? Verstehen die das Konzept oder musst du da auch öfter mal so ein bisschen erklären?
Steffi
00:33:05
Auf jeden Fall darf ich erklären und immer mehr Menschen nehmen es wahr. Noch nicht so viel Mutige gibt es. Also da habe ich gar nicht damit gerechnet, weil es für mich ja schon seit zehn Jahren jetzt zum Alltag gehört, sich mit mir selber auseinanderzusetzen und auch an meinen Themen zu arbeiten, um weiterzukommen. Aber ich treffe jetzt immer mehr auf Menschen, die da ein Verständnis dafür haben oder auch selber merken, ich komme jetzt nicht weiter. Es sind auch viele Freunde, die selber in Führungspositionen sind oder selber Unternehmen haben, die jetzt gemerkt haben, wir kommen gerade in so eine heftige Zeit, die so hoch vom Energielevel ist und von der Unruhe, dass es schon Orte braucht. Im besten Falle in sich selber ist dieser Ort ja vorhanden, wenn man geschult ist, um zur Ruhe zu kommen.
Luisa
00:33:58
Das heißt, man merkt das schon auch viel im Frauenwerk, da kommen wir auch gleich noch dazu, zu der Verbindung, dass es gerade schon den Wunsch von vielen gibt, sich wirklich zu sich zu besinnen, weil einfach so viele Eindrücke von außen kommen und dass aber trotzdem dann manchen noch der Mut fehlt. Aber finde ich sehr schön, dass du das so kommunizierst und sowieso mit deiner Geschichte ganz viel Mut machst für andere Menschen. Ich habe gerade schon gesagt, die Verbindung auch zum Frauenwerk. Du hast ja schon immer, haben wir jetzt in deiner Geschichte auch gehört, starke Vorbilder gehabt an Frauen, die einfach auch wirklich ihr Ding machen und einfach aus so einer Familiengeschichte raus. Wie wichtig ist es für dich auch vielleicht ein Vorbild für andere zu sein oder anderen Menschen Mut zu machen?
Steffi
00:34:43
Also als Vorbild sehe ich mich gar nicht. Ich habe gemerkt im Frauenwerk, dass ich den anderen Frauen Mut machen kann. Das finde ich eine ganz, ganz schöne Erfahrung. Überhaupt finde ich das Frauenwerk, super, weil sich da so viele Individualistinnen zusammentun, die sich gegenseitig unterstützen. Und zwar nicht nur im Sinne von, kannst du mir einen Tipp geben, das und das weiß ich noch nicht, sondern auch mich unterstützen, weil ich ja jetzt schon relativ weit gegangen bin. Ich mache ja meine Arbeit selbstständig schon jetzt über 20 Jahre, seit über 10 Jahren jetzt führe ich unsere Firma und ich fand es schön, so positives Feedback zu bekommen ohne Neid und ohne Bewertung. Weil die Probleme, die wir haben, sind immer die gleichen, völlig unabhängig von Werten oder Größe. Wir haben alle unsere Selbstzweifel, wir haben alle manchmal die Schwierigkeit, in die Pötte zu kommen, den Mut zu fassen, eine Hürde zu nehmen. Und da ist es völlig egal, auf welchem Stand man gerade sich befindet. Und das fand ich toll im Frauenwerk, dass die anderen Frauen das gesehen haben. Dass ich nicht weiter bin oder höher, sondern dass ich an sich die gleichen Schwierigkeiten im Alltag zu bewältigen habe wie wir alle.
Luisa
00:36:02
Also wir sind auch, freuen uns total, dass du Mitglied bei uns bist und wie gesagt für viele, glaube ich, einfach eine Inspiration auch sein kannst und vor allem, dass wir auch, dass du wortwörtlich uns Raum gibst, um uns zu treffen. Wir haben ja immer oder jetzt seit längerer Zeit schon die meisten Netzwerktreffen, auch gerade eben in der schön erwähnten Eventlocation, die ja, also man spürt es einfach, dass da eine gute Atmosphäre ist, um sich auszutauschen. Und das, finde ich, schlägt so den perfekten Bogen auch für dein Konzept und dann einfach den Frauenwerk einfach in Verbindung zu bringen.
Steffi
00:36:38
Ja, das ist mir auch wichtig, dass ich da diesen Impuls weiterbringen darf und, dass da so viele Frauen aufeinandertreffen, die auch bereit sind zuzuhören und aufzunehmen, finde ich wunderschön. Also ich kann alle bestärken in ihren Ideen und Visionen weiterzumachen und an sich zu glauben Und wenn es hart wird oder unangenehm, dann ist es tatsächlich der normale Weg. Gehört dazu.
Luisa
00:37:04
Ja, und aber auch die Bestärkung, dass wirklich, wenn man so das Gefühl hat, man kommt nicht weiter, dass es auch in Ordnung ist, sich Hilfe zu suchen, sich Unterstützung zu suchen.
Steffi
00:37:13
Ja, das ist sehr wichtig. Also untereinander finden wir ja viele Expertinnen im Frauenwerk. Und wenn wir noch außerhalb Hilfe brauchen, auch da Hilfe zu holen und zu sagen, bis hierhin kann ich es jetzt und jetzt gerade weiß ich nicht weiter, ich brauche da Hilfe von einem Profi von außen und es tut immer auch gut, wenn eine fremde Person auf dein Business schaut oder auf deine Persönlichkeit schaut und dir dann den Weg vielleicht benennen kann, wo du selber, also wäre ich auf viele Dinge nicht gekommen.
Luisa
00:37:44
Ja, also das ist ja ganz oft so, dass man in seinem eigenen sich manchmal so ein bisschen einigelt und ja wirklich diesen Blick von außen verliert, in allen möglichen Bereichen eigentlich. Deswegen finde ich das absolut wichtig. Gibt es vielleicht jetzt zum Abschluss noch eine Vision, wo denn das Rauwohngefühl, gibt es irgendwie so einen Traum, wo du noch hin möchtest oder sagst du eigentlich, jetzt ist es genauso, wie ich es mir vorgestellt habe und so darf es bleiben?
Steffi
00:38:12
Also mein Traum ist, dass ich noch mehr Menschen erreiche, die meine Vision bereit sind zu verstehen, dass das Leben natürlich aus einem schönen Außenbereich besteht, aber eben auch aus dem Inneren des Menschen heraus und dass wir, in Zukunft noch mehr Wohnkonzepte gesamtheitlich planen und auch umsetzen dürfen und, so auch die Lebensqualität von unseren Kunden positiv beeinflussen dürfen. Das ist so mein Wunsch, dass da noch dieses gesamtheitliche Denken noch mehr bei den Menschen ankommt.
Luisa
00:38:48
Sehr schön. Wir laden jetzt, würde ich sagen, zum Abschluss einfach alle noch einzig mal bei euch umzuschauen oder auch auf der Website vorbeizuschauen. Da gibt es auch ganz viele tolle Events, wo man auch die Möglichkeit hat, eben das bisschen mehr als in Anführungszeichen nur wohnen kennenzulernen. Und da wird alles auf jeden Fall im Podcast verlinkt. Ihr seid ja auch gut zu finden, da kann man sich informieren und wenn du jetzt nicht noch irgendwas hast, was du noch mitgeben willst, dann finde ich, hatten wir eigentlich auch schon schöne Worte jetzt gegen Ende.
Steffi
00:39:19
Ja, also ich bedanke mich sehr und möchte allen Mut machen, ihre Visionen und Ideen umzusetzen und dran zu bleiben.
Luisa
00:39:27
Sehr schön. Vielen, vielen lieben Dank dir für das tolle Gespräch, für die schönen Informationen, die wir bekommen haben und auch deine persönliche Geschichte. Und wir sehen uns auf jeden Fall wieder. An euch alle da draußen, genau. Kommt gerne vorbei, schaut vorbei. Und wir hören uns dann auch in der nächsten Folge wieder. Tschüss.
Steffi
00:39:46
Tschüss.