Frauenwerk(e)

Frauenwerk e.V.

026: Büchereileiterin Tine Hahn – Tu Gutes, denn es kommt zu dir zurück

Vereinsgründung, Ehrenamt und die Kunst, Menschen zusammenzubringen

28.09.2026 36 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge von Frauenwerk(e) spricht Luisa mit Tine Hahn – dem Einhorn im Frauenwerk. Denn Tine ist die einzige nicht-selbstständige Frau im Netzwerk für selbstständige Frauen und trotzdem von Anfang an ein unverzichtbarer Teil des Orga-Teams. Als Leiterin der Ortsbücherei Dettingen und Ehrenamtskoordinatorin der Gemeinde kam sie „wie die Jungfrau zum Kind“ zum Frauenwerk und wurde prompt Schriftführerin. Sie erzählt, was hinter der Gründung des Frauenwerk e.V. steckte – von sieben Gründungsmitgliedern über eine Satzung, die mehr Arbeit machte als gedacht, bis zum sehr genauen Registergericht, dem der Verein heute eine wasserdichte Satzung verdankt.
Außerdem sprechen die beiden offen darüber, warum Vereine heute um Engagement kämpfen, weshalb oft dieselben Menschen alles stemmen und warum eine gute Mischung der Generationen so wichtig ist. Tine verrät, warum zwei Obstvereine wegen ihrer Baumschnitt-Technik nicht zusammenarbeiten, wie sie Künstlerinnen mit Ausstellungen in der Bücherei eine Bühne gibt und warum es ihr so viel Freude macht, Menschen miteinander zu verbinden. Ein herzliches Gespräch über Ehrenamt, Zusammenhalt und die Überzeugung: Tu Gutes, denn es kommt zu dir zurück.

Bücherei Dettingen

Mehr über das Frauenwerk und seine Mitglieder findest du hier: Frauenwerk
Instagram: @frauenwerk_ev

Transkript

Luisa
00:00:44
Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Frauenwerke. Mein Name ist Luisa und heute begrüße ich Tine Hahn bei mir. Herzlich Willkommen liebe Tine.
Tine
00:00:48
Hallo Luisa, schön, dass ich da sein darf.
Luisa
00:00:49
Ja, wir haben heute eine ganz besondere Folge. Du bist nämlich ein, wie soll man sagen, fast ein Einhorn bei uns.
Tine
00:00:53
Ja, ich bin das Einhorn in unserer Gruppe.
Luisa
00:00:54
Du bist das Einhorn im Frauenwerk. Deswegen habe ich dich auch gerade nicht, wie sonst üblich, mit deiner Tätigkeit und deinem Business vorgestellt. Du bist nämlich, da kannst du gleich noch mehr dazu erzählen, die einzige nicht-selbstständige Frau in unserem Netzwerk für selbstständige Frauen und hast es dir aber sehr wohl verdient. Du bist nämlich ein ganz, ganz wichtiger Teil des Orga-Teams von Anfang an mit dabei. Und ich würde sagen, ich übergebe jetzt gleich mal an dich und du erklärst, warum du überhaupt im Frauenwerk bist, wie du dazu gekommen bist. Und auch gerne, wenn du magst, was du denn trotzdem in deinem Hauptjob vielleicht so ein bisschen machst.
Tine
00:01:13
Ja, das ist ganz spannend, weil, also als Vorbereitung für diesen Podcast habe ich mich schon noch gerne gemacht, das erzähle ich heute so. Weil es ist tatsächlich schon so, dass ich wie die Jungfrau zum Kind zu diesem Ehrenamt gekommen bin. Wir haben uns damals, wo es so entstanden ist, dieses Frauenwerk, wo dieses Netzwerk treffen, dass man sich in Wetteringern in einem Café Luftschloss getroffen hat. Und irgendwann hat dieses Café Luftschloss geschlossen, leider wirtschaftlich bedingt. und die Bücherei und dieses Café waren direkt nebeneinander. Das war bei Schein, große Raum und so. Und ich fand diese Idee von diesem Netzwerk irgendwie voll cool. Diese Frauen, die gegenseitig sich unterstützen, voneinander profitieren, fand ich voll spannend. Da musst du vielleicht dazu sagen, das ist eine Bücherei. Ja, ich bin die Büchereileiterin. Und es war dann schon spannend, das so zu beobachten, wie Frauen einfach sich gegenseitig unterstützen. Und ich liebe Leute miteinander zusammenzubringen. Also wenn jemand ein Bedürfnis hat oder ein Anliegen, dann finde ich das total cool, wenn ich sofort aus meinem Zauberhut ziehen kann. Guck mal, ruf mal da an. Ja, probier mal das.
Luisa
00:01:47
Oder schau mal, dafür bist du bekannt.
Tine
00:01:48
Ja, so sagt man. dann war das so irgendwie, dann war ich da bei diesem Netzwerktreffen, ich fand das total cool und hab, also in der Bücherei-Leitung bin ich auch noch Amtskollinatorin und hab dann für mein Sommerferienprogramm, was ich jedes Jahr organisiere, für die Dittinger Schüler, hab ich dann gedacht, ja super, da kann ich davon profitieren und die finde ich auch gut und das könnte man auch mit aufnehmen für uns und bin dann so in diesen Kreis mit reingekommen, sag ich mal, und hab dann für mein Main-Business praktisch so das rausgezogen, hab praktisch die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und hab dann mein Main-Business damit gefüllt und das war total cool und irgendwann kam der Moment, dass man sich überlegt hat, wir wollen nach außen nicht sichtbar sein.
Luisa
00:02:12
Und ich weiß, bis dahin war das eigentlich so eine Ja,
Tine
00:02:19
Und braucht aber halt Räumlichkeit, wo man sich trifft, wo man eine größere Gruppe auch hinbringt, dass wir hier immer zu Hause haben. Und dann ist bald dieses alte Gemeindehaus in Dettingen so die Basisstation geworden, da wo auch die Bücherei drin ist. Und, Und dann war es so, dass die Idee kam, wir wollen eine Messe machen. Tja, was machen wir? Wie machen wir das? Also so eine Messe? Kannst du auch mit deinem privaten Konto losziehen und sagen, wer weiß, bevor ich eure Kohle, wir machen eine Messe, das funktioniert ganz rechtlich nicht. Und dann ist man auf die Idee gekommen, man macht einen Verein. Und man gründet einen Verein. Und dann kam ich wieder ins Spiel, weil ich ja Ehrenamtskoordinatorin der Gemeinde Dettingen bin. Und Vereine sozusagen mein zweites Main-Business sind in meinem Stellenumfang. Und ich gesagt habe, cool, ich habe noch nie einen Verein gegründet. Lass uns mal gucken, was wir brauchen.
Luisa
00:02:43
Ich habe mal eine ganze Extra-Tese im Auspacken.
Tine
00:02:44
So, ich hatte aber zu dem Zeitpunkt gar keine Extra-Tese, weil die ganzen Vereine für dich zuständig waren. Die gab es ja schon. Und das Einzige, was es vielleicht gab, war ein Vereinsvorstandswechsel oder irgendwie sowas, aber gar keine Neugründung. Also ich so, okay, alles klar, ich hinfung mich mal. Ja, sieben Gründungsmitglieder und so weiter, Satzung, Registergericht und so weiter. Mhm. Alles klar, wir brauchen sieben Leute und jeder weiß, wer das im Vereinsleben ist, da schreien alle hier.
Luisa
00:02:58
Vor allem, was mit Verantwortung passiert ist.
Tine
00:02:59
Wenn man Verantwortung übernehmen soll, das macht man nicht so gerne. Ja, alles klar, ich nehme meinen Posten, ich mache die Schriftführer. Und so war ich plötzlich im Frauenberg für selbstständige Frauen und selbstständig da, sozusagen. Wobei man schon ehrlich sagen muss, die Bücherei ist schon über eine Wommenshow. Das bin nur ich, ich habe zwar noch eine Vertretungskraft, aber letztendlich bin ich mein eigener Chef. Meine Vorgesetzten, denen es schwierig ist, dass es einfach läuft, und solange es läuft, sag ich mal, kümmern die sich jetzt auch nicht drum. Das heißt, du hast relativ viel Freiraum.
Luisa
00:03:16
Das ist eine der Glücklichen, die mehr oder weniger selbstständig im Angestellten sind.
Tine
00:03:19
Ich kann schalten und beidem nicht wissen, wenn der Laden läuft. Ja, sehr gut. Und das mache ich ziemlich gut und erfolgreicher, wie ich meine. Und habe dann aber weiterhin aus diesem Frauennetzwerk dann weiterhin für mich rausgezogen, was ich halt gut kann, nämlich einfach eine Plattform bieten. Und dann war zum Beispiel die Jacqueline Wimmer, eine Künstlerin, die erste Künstlerin, die wir uns ausgestellt haben. War ihre erste Bemissage und auch meine erste Bemissage. Und es war total schön, weil wir beide praktisch so jungfräulich da waren und einfach versucht haben, das so gut wie möglich zu machen. Und dadurch war es perfekt. War ihre erste perfekte Ausstellung, meine auch. Und dann war ich Bianca Aldisch noch gekommen, Und wenn Tatjana Krepp war noch da, dann hatte ich da schon drei von vier Künstlerinnen mal abgefasst. Und dann hatten wir noch Bücher, die auf die Bildung, wir haben dann Vorträge zum Beispiel mit der Bianca gemacht, die war dann auch da. Also ich gucke dann schon so ein bisschen... dass ich meine Nutzen in Anführungsstrichen hätte.
Luisa
00:03:50
Ich wollte gerade sagen, weil eigentlich ist es ja so, dass du ein Ehrenamt übernimmst, für was, wovon du keinen Nutzen hast. Nur Arbeit mit dem Problem. Ohne dich wäre das Ganze sicherlich nicht so einfach und gut verstanden gegangen und auch jetzt bist du ja immer noch ein ganz wichtiger Teil. Aber es wäre super, dass du auf andere Weise dann einen Nutzen hast und dann einfach die Kontakte aus dem Netzwerk trotzdem auch in deinem Hauptjob dann nutzen kannst.
Tine
00:04:03
Ja, tatsächlich, Schatz. Bei der Messe kann ich mich jetzt nicht präsentieren, weil ich habe dann der Form nur mich selber, was aber völlig okay ist, weil ich finde diese Idee ja cool. Ich bin ja eigentlich nur dazu gekommen, Deswegen suche ich dann halt auf meine Weise den Nutzen. Und das ist dann halt für meine Plattformen.
Luisa
00:04:21
Ja, und es ist aber vielleicht ja auch im persönlichen Austausch auch trotzdem für alle ein Zugewählen. Also es geht ja nicht nur ums Business bei uns, zwar schon viel, aber wir wollen ja auch oft einfach uns in allen Lebenslagen unterstützen. Ich meine, jeder kann natürlich so persönlich und privat reingehen, wie er möchte.
Tine
00:04:31
Und so viel mitbringen, wie er möchte. Und so viel mitbringen, wie er möchte. Und von diesem ist es.
Luisa
00:04:33
Glaube ich, für viele auch einfach so eine Unterstützung. Wir haben ja auch eine Gruppe da. Das ist jetzt auch nicht eingeschränkt. Man darf nur Sachen, die jetzt um die Selbstständigkeit gehen, da reinposten, sondern geht es ja auch manchmal um, ich suche, kann mir jemanden, und ich habe mir die Empfehlung für einen Caterer für meinen nächsten Geburtstag.
Tine
00:04:40
Und dann kommst du, oder ich brauche ein Geschenk für irgendwie ein Quality-Time-Thema oder sowas, und dann hauen alle Leute bei dir ihre Infos raus, die ja nichts zwangsweise mit dem Netzwerk zu tun haben. Und genau das finde ich voll cool, wenn man dann manchmal auch Sachen entdeckt, die ja so nah sind, dass man die gar nicht auf dem Radar irgendwie hat. Man weiß so viele Sachen ja auch nicht. Es gibt ja auch so viele Sachen. Und genau das ist das, was ich auch so cool fand. Das wissen alle Onlineshopperinnen, bin ich sicher. Aber man muss eben nicht Onlineshopper, weil du fährst einfach fünf Minuten und du hast das, was du brauchst. Du brauchst irgendwo ein bisschen Inspiration oder sowas. Und das finde ich so cool, dass man eben das profitieren kann.
Luisa
00:05:01
Ja, auf jeden Fall.
Tine
00:05:02
Und das war so meine Intention zu den Seiten. Und dass die Mädels einfach so cool waren.
Luisa
00:05:06
Ja, das ist so. Es gab da so im Vorfeld, also bevor es um sich losging, schon auch mehrere Posts, wo ich so Sektgläser immer mal wieder...
Tine
00:05:09
Weißt du nicht, könnte irgendwer sein, oder? möglicherweise haben wir manche frühzeitig festgestellt, dass sie nicht nur gerne Netzwerken, sondern auch gerne Sekt trinken. Ich möchte keine Marke denken, aber ich...
Luisa
00:05:16
Vielleicht war es eine Führung, der Organisierte in Esslingen.
Tine
00:05:17
Ja, vielleicht war ich da auch mit Initiatoren. Nein, aber es ist schon...
Luisa
00:05:21
Es ist auch mehr als nur ein Einführer selbstständige Frauen. Definitiv.
Tine
00:05:24
Das sind durchaus Freundschaften auch entstanden. Das kann ich jetzt letztendlich nur so für uns vom Orga-Team sprechen oder vom Gründungsteam. Das sind schon auch Freundschaften entstanden, die man ja gar nicht erwartet hat dadurch. Da waren mehrere Leute mit der gleichen Idee und dann so, okay, lass anpacken.
Luisa
00:05:34
Und viele vom Orga-Team kannten sich aber zu selber untereinander auch nicht.
Tine
00:05:37
Die Dani und die Nadine kannten sich. und ich weiß gar nicht, die Gudrun und die Julia, ich glaube, die sind dann aus der Stiftung dazugekommen und du bist schon abspätig dazugekommen, genauso wie Lena und Sabine. Die war auch, die kann ich glaube auch niemanden, die kam auch damals mit dem Näh-Business dazu.
Luisa
00:05:48
Ja, also auch witzig, weil ich finde, in unserem Alter ist es ja dann schon so, dass man dann, also der Lärm hat über die Kinder, irgendwie viele neue Leute kennen und so, und wenn das dann irgendwie so vorbei ist,
Tine
00:05:53
Dann lernt man nicht niemanden mehr kennen.
Luisa
00:05:53
Und deswegen finde ich das auch eigentlich cool, so neue Kontakte halt kennenzulernen.
Tine
00:05:55
Auf jeden Fall.
Luisa
00:05:56
Aber vielleicht noch mal ganz einen kleinen Schritt zurück nochmal zur Vereinsgründung. Was waren denn so die größten Hürden an diesem Thema wirklich Verein? Also wir haben schon so ein bisschen gehört, Satzung, da gibt es dann wirklich Auflagen. Also man kann jetzt nicht einfach so einen Verein gründen, sondern man braucht, wie du schon erwähnt hast, diese sieben, oder so? Weil jeder von denen eine Position hat, oder auch Schriftführer?
Tine
00:06:07
Man braucht praktisch genau einen ersten und zweiten Vorstand, einen Schriftführer, einen Kassenwart, wenn Sie das halten.
Luisa
00:06:10
Muss ich auch eine ganz beliebte Position holen.
Tine
00:06:11
Dann kann es an dieser Stelle schön, dass du dich da mit Finanzamt und Co. rumschlägst. Und drei Beissitzer. Ich weiß nicht, das ist bestimmt irgendwas aus ganz früheren Zeiten, wo man das halt so brauchte. Heutzutage sehe ich diesen Nutzen bei den drei Beissitzern. Dann war man halt verschiedene Positionen noch belegen. Im Sportverein ist das dann ja auch auf dem Sportwart oder sowas. Und diese sieben Mitglieder hatten wir dann. Und dann ging es aber tatsächlich darum, man braucht ja eine Satzung. Also du brauchst wirklich klare Regeln in deinem Verein. Und dann dachte ich, okay, dann gucke ich doch mal, wie machen das meine Vereine. Und dann habe ich geguckt und festgestellt, das Sportverein passt halt nicht auf Frauenwerk. Also man muss.
Luisa
00:06:33
Schon mal so verschiedene Vorlagen von der Satzung hin.
Tine
00:06:35
Und dann musst du die halt entsprechend anpassen. Und ich dachte, ja, ich bin halt schlau und guck halt mal, wir machen das andere, man muss ja das gerade auch nicht neu erfinden. Und dann war das aber gar nicht so einfach, weil wie gesagt, Sportverein passt ja nicht. und dann musste ich da schon noch so ein bisschen runddoktern und zu dem Zeitpunkt, dass wir im Verein gegründet hatten, war ja noch nicht die Julia unsere Vorsitzende, sondern die Ramona und dann waren wir auch noch in Göppingen angesiedelt und dann haben wir das alles zusammen gebastelt und gemacht und getan, eine Mitgliederversammlung und so Sachen. Ich habe auch fest vorgegeben, du musst immer eine Mitgliederversammlung machen, du musst genau deine Satzung haben, du musst genehmigt werden von der Mitgliederversammlung und sowas. Also schon auch Arbeit, weil du halt einfach nicht diese Mustersatzung abzulegen kannst. Und dann hatten wir das alles fertig, haben uns angemeldet, waren happy, waren in Göppingen angesiedelt, waren im Registeramt in Göppingen, zack, fertig. Und dann hat sich der Vorstand gewechselt. Und dann haben wir entschieden, wir ziehen auch mit diesem Verein aus dem Landkreis Göppingen in den Landkreis Esslingen zurück. Und damit ändert sich dann aber auch das Vereinsregisteramt. Und der Herr, der uns dann betreut hat in Stuttgart, der war sehr korrekt. Und das ist auch richtig so. Um Gottes willen, das weiß ich nicht. Das ist gut, wenn man sehr korrekt ist. Aber der hat mir echt schlaflosrechte gemacht. Weil der einfach in unserer ersten Satzungsphase noch Sachen gefunden hat, die einfach nicht wichtig waren. Die aber jetzt andere gar nicht anscheinend so geprüft haben. Das war ihm unheimlich wichtig. Und wir haben das dann schon seit lange gedauert, bis es wirklich akkurat war.
Luisa
00:07:32
Also ein konkretes Beispiel. Was hat ihm da nicht so genau gepasst? oder war das nur so Wortlaute?
Tine
00:07:35
Es war schon so, wer entscheidet über diese Satzung? Wer entscheidet das der Vorstand? Entscheidet das die Mitgliederversammlung? Wer darf das entscheiden? Und auch, wenn so kurzfristige Sachen sind, wie zum Beispiel vom Finanzamt kommt ein Schreiben. Und man muss dann kurzfristig eine wichtige Entscheidung treffen. Keine Ahnung, ob man um was zahlen muss, ich weiß nicht, man hat immer nur von einer wichtigen Entscheidung gesprochen. Wer entscheidet das? Weil diese Mitgliederversammlung einzuberufen, heißt, du hast ja Fristen, du musst 14 Tage vorher einladen, die müssen dann informiert werden über den Sachverhalt, die müssen auch abkommen. Realistisch betrachtet von 100 Mitgliedern kommen vielleicht 20 und die müssen dann abstimmen. Und dann haben wir, er hat uns halt den Tipp gegeben, okay, formulieren Sie das so und so, dass Sie als Vorstand zum Beispiel diese wichtigen, kurzfristigen Entscheidungen treffen können. Also total gut.
Luisa
00:08:00
Das deutlich so die ganzen Abläufe erleichtert.
Tine
00:08:01
Definitiv. Voll gut. Das haben wir halt vorher gar nicht gewusst. Deswegen, die Satzung, die wir jetzt haben, die genehmigt ist, die durch ist, die ist BQB. Ich bin sehr stolz und zufrieden und das Thema ist tatsächlich, Wenn die Satzung nicht stimmt, dann trägt das Registeramt nicht ins Register ein, das ist ein Register. Und dann kriegst du deinen Freistellungszettel, nicht fürs Finanzamt, den brauchst du aber, um beim Finanzamt praktisch keine Steuern zahlen zu müssen. Und du musst es bei der Bank auch hinterlegen, damit du ein Vereinskonto hast. Also da hängt auch so ein Rattenschwanz dran, den man ja gar nicht im ersten Moment so...
Luisa
00:08:21
Ja, man sieht irgendwie so Verein, das klingt halt nach so einer netten Runde, aber ja, ich hab mal ein Verein für irgendwas, aber dass das so viel dahintersteckt, obwohl du damit ja zu tun hattest schon, hast du damit auch nicht gerechnet?
Tine
00:08:27
Nee, nicht. Noch mit diesen Fristen, du musst halt einladen, 14 Tage vorher, es hat eine bestimmte Form, wie das auszusehen hat. Und das wollte der einfach alles auch haben, der Herr vom Registeramt. Und der war da sehr korrekt. Und nochmal ist wirklich gut gewesen, weil jetzt wissen wir auch, es ist Hand und Fuß halt, was wir haben. Der kann uns auch keiner irgendwie an den Karren fahren.
Luisa
00:08:38
Man hat ja schon auch ein Stück eine Verantwortung für seine Mitglieder. Das ist ja auch da, auch wenn es vielleicht nicht vieles ausgeht um Geld. Man hat auch einen Mitgliedsbeitrag bezahlt. Bei solchen Sachen, da geht es dann schon eben um die Korrektheit. Also ich finde, das ist immer so, wenn man dann so eine Mitgliederversammlung miterlebt, wirkt es immer so ein bisschen wie ein kleines Theaterstück. Schon steht da drauf, musst du sein Programm abspülen und jeder denkt dann, jetzt ernsthaft, jetzt müssen wir dafür abstimmen, aber ja.
Tine
00:08:51
Oder auch so diese Entlastung vom Kassierer und Stiftführer und sowas, das muss ja auch, habe ich auch nicht gewusst, das muss ja auch ein bestimmtes Wortlaut haben, das hatten wir ja bei unserer letzten Klinikversammlung, wo uns dann auch jemand auf ihn gewesen ist, sie kennen das aber so und so und wir so, ah ok, okay, für gut, wir haben das zwar schon richtig gemacht, aber halt dieser Wortlaut ist einfach nur für das Protokoll.
Luisa
00:09:02
Ja, weil es klingt halt so, wie es so ein Studiert und man dann wirklich sich da vorne hinstellt und ich
Tine
00:09:05
Nehme diese Entlastung vor oder wir beantragen die Entlastung, also du beantragst ja auch was, weißt du, was du so vorgibst. Schon so ein bisschen amtig, sag ich mal. Tatsächlich, ja, da hat es schon ein bisschen was beamtiges. Aber ich glaube, wenn man es einmal hat, dann hast du ja auch keine Änderungen mehr bei sowas. Ja, dann ist das Nächste, was wir ändern. Genau, und wenn wir das Nächste, was ändern, ist es höchstens ein Personalgespräch, im Vorstand oder sowas. Wenn jetzt aber, einer dabei ist jetzt so sagt, macht jetzt nicht mehr. Also du zum Beispiel musst sagen, sorry, Leute, ich kann nicht mehr, ich möchte zu viel, dann müssen wir das nicht über die Versammlung abwickeln oder sowas. Wir müssen auch nicht abstimmen. Weil nur ja praktisch Posten 1, 2, Kasse, die werden praktisch gewählt. Also ich hab schon eingeproht, wenn ich keine Lust habe, dann gehe ich. Nein, nein, nein.
Luisa
00:09:38
Ja, genau. Also damit können wir jetzt überleiten, ohne dass es hier irgendwie zu negativen zu werden soll. Aber was halt schon einfach so ist ein Thema bei den Vereinen, nicht nur bei uns, sondern allgemein. Und das ist auch, wie gesagt, wir wollen uns auch versuchen, das jetzt nicht zu negativ zu formulieren, weil wir alle haben unseren Alltag und haben alle viel getrunken und uns die Zeit ist sagen, du, mir ist es da zu viel, ich kann nicht. Aber die Beteiligung allgemein ist doch schon schwer bei den Vereinen, oder?
Tine
00:09:56
Es hat sich sehr viel verändert, das darf man wirklich nicht unterschätzen. Früher gab es halt nur Vereine, da gab es ich sag mal die Feuerwehr, den Sportverein, den Musikverein, Und dann bist du ja oft dann auch früher, also wenn wir jetzt an unsere Eltern denken, die waren dann auch in allen drei irgendwie, oder zum Beispiel in zwei von diesen Vereinen. Und es gab ja auch nur Vereine, es gab das Drumherum nicht. So wie heutzutage, wo wir ja mit unseren Kindern alles Mögliche ein Programm haben, wo wir selber ja auch nach uns gucken, wo wir als Mütter auch oft ja schon frühzeitig wieder anfangen zu arbeiten, oft auch viel, wo dann so Sachen wie Vereinsleben immer auf der Strecke bleiben.
Luisa
00:10:16
Ja, und heutzutage ist man ja auch überregional durch die englischen Bühne und solche Dinge ja auch ganz anders vernetzt und hat gar nicht mehr vielleicht so das Bedürfnis. Ich muss mir jetzt aber hier in meinem Ort, das ist sowieso auch was eher ländliches, so ein Verein, muss man auch sagen, das ist schon demzufolge ja wahrscheinlich auch so ein bisschen ausgestorben. Ich glaube, in den Großstädten aus den Sportvereinen weiß ich gar nicht, was es da noch so alles gibt. Aber wie du sagst, früher war das einfach so, man hatte das halt auf dem Dorf, gab es die Vereine und da hat man sich halt getroffen.
Tine
00:10:32
Und dann ist man auch mit den selben Leuten zusammen. Das sind die Leute, mit denen hast du bestens zusammen gearbeitet, mit denen hast du dann deine Freizeit verbracht, die waren mit dir im Verein, ihr habt dieselben Sachen und Interessen gehabt. Also von daher, das war dann eher so wie so ein Stammtisch, sag ich mal. Und das gibt es halt heutzutage einfach nicht mehr in der Form. Das ist schon so einfach, weil diese Außenwelt so groß geworden ist. Also ich kann das auch verstehen, ich bin ja selber Mutter und dann geschaffen, du hast deine Kinder, dann sollst du noch eine Woche in den Kuchen packen, für den Fußballverein, dann sollst du noch eine Woche in den Kuchen packen.
Luisa
00:10:49
Für den Fußballverein, dann sollst du noch eine Woche in den Kuchen packen,
Tine
00:10:50
Dann sollst du noch eine Woche in den Kuchen packen. Also es ist schon einfach auch so viel geworden mittlerweile. Und ich kann verstehen, dass manche dann wirklich sagen, ich möchte jetzt einfach auch die Verantwortung für irgendwas übernehmen, weil ich habe ja schon die Verantwortung für meine kleine Familienunternehmen. Nämlich mich, mein Mann, meine Kinder und den Hund, das ist so als Beispiel gesprochen. Und ich kann das schon verstehen, aber wenn alle Menschen denken, Dann gibt es halt irgendwann keinen Sportverein mehr oder keine Feuerwehr. Also das wäre ja dramatisch, wenn es keine Feuerwehr mehr gibt, weil es keine anderen, die keine Feuerwehr mehr gibt. Und da finde ich schon, da muss man ein bisschen nachgucken. Und ich finde, wenn man da versucht, sich neu aufzustellen, neu zu orientieren oder auch neue Anreize zu bieten, dass man dann vielleicht da auch einen guten Weg finden kann. Aber ich meine, den Weg suchen wir auch immer noch. Ich glaube, wir versuchen einfach verschiedene Ansätze auch zu fadern, damit sich Mitglieder auch abgeholt fühlen, mitgenommen. Ich glaube, das ist ganz wichtig, aber halt auch echt mit dem Zeit verbunden, weil es ist ja auch unser Ehrenamt. Das ist ja nicht hauptberuflich. Und manchmal könnte man schon meinen, dass die Leute das wohl leicht ein bisschen vergessen, dass das ja auch unser Ehrenamt ist zu unseren Main.
Luisa
00:11:26
Ja, ich finde schon, dass oft, oder dass heutzutage man so manchmal das Gefühl hat, dass die Leute gerne was wollen, aber wir nicht dafür bereit sind zu geben, so im Allgemeinen. Wie gesagt, haben wir gerade schon erwähnt, jeder hat einfach auch viel zu tun, das ist ein Stück weit auch normal und ich glaube, man darf auch nicht unterschätzen, dass halt bei jedem Verein oder jeder Gruppe es immer aktivere und nicht aktivere Menschen gibt. Das ist ja auch eine Charaktersache so ein bisschen und deswegen ist das ja auch völlig in Ordnung. Darauf lebt ja auch der Verein, dass es da die unterschiedlichsten gibt.
Tine
00:11:43
Und es ist ja auch so, nicht jeder will vorne dran stehen. Also ich meine, nicht jeder braucht auch Rampenlicht oder so. Ich bin ehrlich, ich bin zwar schon gerne mit Menschen zusammen, aber ich brauche jetzt auch nicht irgendwie mich im Mittelpunkt. Ich bin ja jemand, ich bin der Mutter. Darfst du das? Ja, dafür ist das halt auch echt ein bisschen verrückt. Aber ich bin jemand, ich packe lieber an. Ich sehe Arbeit, dann mache ich sie. Ja, bin einfach eine Schafferin. Aber das braucht es ja auch. Es braucht Leute, die vorne reinstehen. Es braucht Leute, die hinten im Hintergrund schaffen. Braucht auch Zahlen. Die einfach nichts in einem Schaffenort. Also wenn jeder, glaube ich.
Luisa
00:12:01
Was machen würde, dann wäre es wahrscheinlich auch schon ein bisschen zu überfordert.
Tine
00:12:03
Zu viel. Ja, ja, weil dann kommst du gar nicht mehr hinterher. Aber es ist schon so, So ein Verein lebt halt auch von all diesen Menschen und wenn dann halt immer dieselben, was ja so 95 Prozent in jedem Verein ist, immer dieselben Menschen am Start sind, wirkt es dann halt auch irgendwie, als wenn es halt der Verein nur aus diesen kleinen Ansagen Menschen besteht. Aber wir sind ja so vielfältig und ich meine, wir versuchen das ja wirklich auch darzustellen, zu zeigen, wie vielfältig und vielseitig wir ja auch sind. Und das muss man halt irgendwie versuchen, immer wieder hervorzuholen und zu zeigen. Und das ist halt auch das Anstrengende für uns, das Verein.
Luisa
00:12:23
Du willst schon sagen, genau, dass es auch in den Vereinen, die du jetzt so in deinem Hauptjob benutzt hast, dass es überall so ähnlich ist, dass alle die gleichen Hürden haben und Schwierigkeiten. Und der Vereine, die es wahrscheinlich schon lange gibt, ich glaube, da gab es auch ganz viele Themen mit so Generationswechsel, dass das vielleicht wirklich zu einer früheren Generation noch ein bisschen einfacher war.
Tine
00:12:34
Auf jeden Fall. Also beim zweiten Mainjob sozusagen, in diesem Ehrenamtskoordination, ist es ja schon so, dass ich Sachen wie das Straßenfest, im Weihnachtsmarkt, zehn Jahre nach dem Tage bei uns mit organisiere und man dann schon halt auch immer sieht, wer da ist, welche Leute da sind, wer sich engagiert. und wo es aber auch halt bröckelt, also wo Vereine einfach entscheiden, wir haben die Manpower nicht mehr, um uns daran zu beteiligen. Was wiederum ja auch für schade ist, weil damit ja auch ein Stück Kulturgut verloren geht. Und wenn ein Verein, also wir haben in Dettingen über 40 Vereine und Gruppierungen, also wirklich viel.
Luisa
00:12:55
Aber das denkt man gar nicht an, wie groß ist Dettingen.
Tine
00:12:56
Wir haben 6.500 Einlohner, also wir haben viele Vereine, die einfach klein sind und wo es dann aber auch so ein bisschen verloren geht. Also was ein bisschen schade ist, weil dann gerade die nächste Generation Leute, die herziehen vielleicht auch und das ja gar nicht dann sehen. Okay, da gibt es die Gartenfreunde oder wir haben zwei Obstvereine zum Beispiel, das war total spannend damals, als ich es übernommen habe. die wollen, ich sage es jetzt mal böse, nur nicht zusammen mitarbeiten, weil sie unterschiedliche Baum-Schnittarten haben. So habe ich auch gelacht. Ich habe gedacht, die veräppeln mich. Aber nein, die veräppeln mich nicht.
Luisa
00:13:14
Also die könnten eigentlich alles zusammen,
Tine
00:13:17
Aber jeder schneidet seine Bäume halt anders. Und dann habe ich gesagt, aber ja, das gleiche Problem, euch fehlt Manpower. Dann schneid doch nur deinen Baum so und der andere schneidet seinen Baum so. Nein, okay, alles klar geht nicht. War total witzig, aber es ist der ihr Mainpunkt in ihrem Verein. Es ist dadurch identifizieren die sich. Und wenn man das dann mal so ein bisschen hinterfragt, warum die so sind, dann macht das schon auch wieder Sinn, kann man ja schon nachvollziehen. Aber am Ende des Tages haben alles das gleiche Problem, nämlich keine Manpower im Verein, weil die alte Struktur natürlich auch immer mehr steigt.
Luisa
00:13:33
Und das ist auch total wichtig, finde ich, dass die Struktur innerhalb des Vereinigungsaufgrafs vom Alter noch ein bisschen divers ist. Weil wir hatten zum Beispiel, das kann ich nennen, ich bin ja auch noch in meinem Viertel, wo ich hier wohne, in Kirchheim auch ehrenamtlich aktiv im Netzwerk, im Quartiers. Und da war es auch so, da gab es einen Generationswechsel nach Corona, das haben immer so ein bisschen die älteren Herrschaften da organisiert, Sommerfest und Schwoback und so, und die wollten das dann nicht mehr. Dann haben zwei andere das übernommen, ich bin dann auch dazugekommen, weil ich hatte Flyer und so. Und da sind vier Frauen, die irgendwie arbeiten, Kinder haben und so, die sind manchmal da echt schon mit überfordert. Und es wäre so gut, wenn da noch zwei, sag ich mal, dabei sind, die vielleicht schon in Rente sind, vielleicht zu anderen Zeiten, wo wir arbeiten, Zeit hätten. Also da haben wir festgestellt, das ist eigentlich total wichtig,
Tine
00:14:03
Das zu vermischen. Vor allem, weil ja die Leute, die in Rente gehen jetzt, die sind ja Anfang 60, aber Mitte 60, Die sind ja, das ist ja auch wieder anders als vor 30, 40 Jahren. Die Leute, die jetzt 60 sind, die sind ja fitter und agiler als die Leute vor 40 Jahren, die 60 wurden. Das heißt, die haben eine viel längere Lebenserwartung, sage ich mal. Die können und sind auch aktiver. Und klar, die wollen natürlich noch viel Urlaub machen, Zeit mit den Enkelkindern und so, sind in einem anderen Stress. Aber sie sind eigentlich präsentiert dafür, sich an, an zu engagieren, um praktisch das auch abzufangen. Aber dann haben sie halt die Enkelkindern, das Reisen und irgendwie tausend andere Sachen, die dann halt entstehen. Voll schade. Also wirklich sehr, sehr schade. Aber ich habe schon auch bei mir, das gab es auch vor Corona, gab es einen Mittagstisch für Senioren. in Dettingen, den haben wir jetzt wiederbelebt. Er war eine Idee vom Bürgermeister und hat entschieden, der Bedarf erstattet, der Bedarf da zu sein. Dann haben sich tatsächlich sechs Leute sofort bereitgestellt, sie würden dieses Thema übernehmen. Ich dann als bürgerschaftliches Engagement wieder mittendrin. Und die haben dann diese sechs ehrenamtlichen Helfer, haben dann durch Aufrufe noch mal, ich habe bis zum Schluss jetzt zehn ehrenamtliche Helfer, die jede Woche Essen ausgeben auf dem Gucken ein. Und das machen die aus voller Überzeugung, weil sie Kapazitäten haben. Aber wenn ich dann halt gucke, wer diese 10 Leute sind, das sind halt 10 Leute in den 60ern, die schon in anderen Vereinen tätig sind. Also das ist auch ein Phänomen, was ich sehe, dass die Leute, die sowieso schon viel machen, dann nochmal mehr machen, weil sie es einfach so cool finden und so toll finden oder einfach denken, naja, das ist ja auch wichtig, dass man das macht. So ein Verantwortungsbewusstsein, so ein Pflichtgefühl entwickeln. Und das ist schon, da muss man ja auch wieder aufpassen. Das ist auch so eine Gratwanderung, weil jemand, der immer überall greifbar ist, der macht dann ja auch zu viel irgendwann.
Luisa
00:15:04
Ja, dann spricht man auch mal an, aber was macht der da schon?
Tine
00:15:06
Und dann müsste man eigentlich mehr schützen und sagen, hey, jetzt sag doch mal nein, weil du machst doch schon das, das und das. Irgendwo ist ja auch. Nein, nein, nein. Aber wir hatten es einen Abend erst von einem, der ist über 80 im Musikverein und der schafft einfach, der sieht das Geschäft und der schafft einfach drauf los. Und ich sage jetzt mal, die Jungen, die stehen halt nebenan und gucken dem alten Mord zu, wie er halt schafft. Und das kann es eigentlich nicht sein, gell? Und dann habe ich aber auch gesagt, was machen wir irgendwann, wenn der eben nicht mehr schafft? Jeder lässt eine Riesenlücke, die keiner auffangen wird. Also das funktioniert einfach nicht. Und das ist dann schon auch was, das merkt man immer dann erst, wenn diese Lücke entsteht oder wenn die halt wegkriegt, diese Person, die halt so viel macht. Das ist bei uns allen ja, bei uns im Verein ja auch so. Also das ist wie im Geschäft, keiner weiß, was der andere eigentlich wirklich alles leistet und macht, bis es dann weg ist. Also du weißt nicht, was ich mache, wenn es um dieses ganze Vereins- und Rechtsgedöns geht und ich sehe ja gar nicht, was du alles machst. Wie ist das Endprodukt? Aber wie viel Zeit es in Anspruch genommen hat, kann ich ja gar nicht nachvollziehen, weil es ja nicht mein Thema ist. Wie im Geschäft, weil es oft ja auch der andere nicht, was man so alles macht. Und das ist schon, das sieht man dann auch, wenn du sagst, wenn einem bei so einer Auswelt wegfällt, das ist schon, ja, das muss man auffangen. Das ist schon auch die Kunst, dann auch aufzufangen.
Luisa
00:15:50
Aber ich glaube, und ich finde, bei dem merkt man schon auch, den passenden Deckel zum Topf zu filmen.
Tine
00:16:01
Und auch da habe ich ja nichts davon. Also ich kriege keine Provision, wenn ich jetzt eine Grafikerin mit jemandem zusammentue, der reist.
Luisa
00:16:04
Du meinst so dieser Schlüssel zwischen zwei Menschen und du weißt, die würden perfekt, ja, alles durch die. Ja, ich weiß genau, das passt perfekt. Das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das Spaß macht.
Tine
00:16:09
Das ist auch so. Also du kriegst dann ja nur, also einfach nur ein Danke dafür. Aber dieses Danke ist einfach, tue Gutes und komm zu dir zurück. Ja. Und da bin ich wirklich der Überzeugung. Weil, wenn man nur eine Miesbäck durch die Welt geschickt, geht das doch schon blöd. Ja. Wollte jetzt ein anderes Wort sagen, mir bricht doch keinen Zacken aus der Krone, wenn ich da eine Verbindung zwischen zwei Menschen herstelle, wo ich weiß, dass die das brauchen können. Also das tut mir doch nicht weh. Deswegen, ja, weiß auch gar nicht, wo das herkommt. Ja, das ist einfach gehört zu deinem Bereich. Das bin ich hier.
Luisa
00:16:32
Ja, tatsächlich. Sehr schön. Doch, also wir freuen uns alle, sind ganz dankbar, dass du Teil des Frauenwerks bist und wir haben ja gerade schon gehört, zum Glück nicht ganz ohne eigenen Nutzen, sondern du bist ja dein eigenen Nutzen draus, trotzdem überhaupt nicht selbstverständlich. Vielen Dank dir für deine Arbeit.
Tine
00:16:40
Also mach das wirklich von Herzen und wie du sagst, man merkt das auch, egal welchen Teil meines Jobs ich mache, den mache ich entweder ganz oder gar nicht. und das ist auch so meine Devise, entweder mache ich es richtig oder ich lasse es von vorne rein, weil ich muss schon hinter dem Produkt, egal ob das jetzt eine Autorenlesung, eine Vernissage oder die Messe ist, ich muss dahinter stehen und ich kann das nur, wenn ich wirklich meine 150 Prozent gegeben habe. Wohl 100 reichen würde, aber jemand möchte 150 geben. Sehr gut. Fluchen sehen Sie gleich.
Luisa
00:16:56
Ich würde sagen, dass du als Abschluss noch einmal einen ganz motivierenden Aufruf in die Welt starten, engagiert euch ehrenamtlich, oder?
Tine
00:17:01
Also tue Gutes, weil es kommt zurück zu dir und dann spricht es drüber, weil andere sollen sehen, wie toll es ist, ehrenamtlich sich zu engagieren und wie viel man zurückbekommt. Ich glaube, es ist völlig egal, ob man da Essensausgaben im Seniorenverein macht oder ob man im Musikverein ist und abends ein Konzert gibt und der ganze Flecken klatscht. Ich finde, es gibt einem so viel zurück. Das kann man nicht mit Geld aufwiegen. Das ist wirklich was. Das geht tief ins Herz rein, finde ich.
Luisa
00:17:17
Sehr schön gesagt.
Tine
00:17:18
Das ist ein bisschen.
Luisa
00:17:18
Und vielleicht noch als kleiner Hinweis, die meisten Städte und Gemeinden haben eben genauso eine Position. Das heißt, wenn man sagt, ich möchte mich engagieren, ich weiß aber gerade gar nicht was, wo vielleicht jemand gebraucht wird, man kann sich da informieren.
Tine
00:17:24
Anrufen, E-Mail schreiben.
Luisa
00:17:25
Da kriegt man bestimmt gute. Auch da wird man dann weiter. Da wird man auch verweilert.
Tine
00:17:27
Auf jeden Fall. Und das ist immer schön, wenn Leute sich mal sagen, hey, ich würde mich engagieren, wo kann ich mich melden oder wo gibt es was? Und ich finde, gerade im Seniorenbereich gibt es immer was.
Luisa
00:17:32
Ja, glaube ich auch.
Tine
00:17:33
Ich finde, das ist die wichtigste, abgesehen von den Kindern, die wichtigste Zielgruppe. Ja, super.
Luisa
00:17:36
Vielen Dank, dass du hier warst. Wir laden jetzt auch alle nochmal ein in der Stadtbücherei. Nee, Ortsbücherei. In Ortsbücherei, Entschuldigung. Genau. aus Bücherei Dettingen mal vorbeizustellen. Da gibt es auch viele tolle Events. Wir haben drei im Studio.
Tine
00:17:44
Wir haben drei Ausstellungen. Dieses Jahr kommt noch die Kerstin Mayer. Da freue ich mich sehr mit ihren Fotos. Ich meine, dein Mann Thomas war schon bei uns und hat ausgestellt. Wir gucken, dass wir da auch immer eine gute Abwechslung haben. Das ist so ein bisschen fürs Auge der Kunden auch wichtig, dass man nicht nur selbstmachstige Kunst da hat, sondern auch mal sich was anderes angucken. Eine Bücherei nutzen ist eine andere Zielgruppe als jetzt Leute, die in eine Kunstausstellung gehen. Deswegen.
Luisa
00:18:03
Also schaut da mal vorbei und eine Mitglieder, ihr kennt natürlich die Tina oder könnt sie beim nächsten Treffen kennenlernen. Vielen Dank, dass du hier warst und danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.
Tine
00:18:08
Danke, dass ich das enthuste.