Gesundheit & Innovation

Sanofi Deutschland

Grippe-, Covid- und weitere Viren

Man kann sich vorbereiten und schützen - mit Impfungen

08.10.2026 14 min Staffel 7 Episode 5

Zusammenfassung & Show Notes

Man kann sich vorbereiten und schützen - mit Impfungen
Jedes Jahr kommen sie wieder, die Infektionswellen der ernsthaften Atemwegserkrankungen. Grippe-, Covid- und viele weitere Viren verbreiten sich in der Bevölkerung und wie schwer diese Wellen die Gesellschaft treffen, wie stark sie das Gesundheitssystem belasten und wieviele Menschen wegen eines schweren Verlaufs ins Krankenhaus müssen, das kann man nie genau vorhersagen. Aber man kann sich vorbereiten und schützen. Mit Impfungen.

MAT-DE-2603788 (09/2026)

Transkript

Andreas Bietz
00:00:04
Zu jedem Spätsommer, Frühherbst, in den Winter, gucken wir sehr erwartungsvoll, sehr sorgevoll auch teilweise, angesichts der aktuellen Impfquoten, auf die Infektionszahlen.
Sprecher
00:00:17
Denn jedes Jahr kommen sie wieder, die Infektionswellen der ernsthaften Atemwegserkrankungen. Grippe-, Covid- und viele weitere Viren verbreiten sich in der Bevölkerung und wie schwer diese Wellen die Gesellschaft treffen, wie stark sie das Gesundheitssystem belasten und wieviele Menschen wegen eines schweren Verlaufs ins Krankenhaus müssen, das kann man nie genau vorhersagen. Aber man kann sich vorbereiten und schützen. Mit Impfungen. Und damit herzlich willkommen, zu „Gesundheit und Innovation", dem Podcast, in dem wir über wissenschaftliche Entdeckungen, medizinischen Fortschritt und moderne Fertigung berichten. Wir erklären, mit welchem Potenzial wir die Medizin verändern wollen, um für Millionen Menschen das Unmögliche möglich zu machen. In dieser Folge sprechen wir über die Risiken und Komplikationen von respiratorischen Erkrankungen – also typischen Atemwegserkrankungen, wie wir sie alle schon einmal erlebt haben. Jedes Jahr treten sie gehäuft beginnend mit dem Spätsommer bis ins Frühjahr hinein auf und im besten Fall – bei einem milden Verlauf - nehmen wir eine Infektion kaum oder nur wenig wahr. Doch ist das nicht selbstverständlich. Denn manchmal verläuft eine Saison besonders heftig. So zum Beispiel die 2024/25 als die Grippe überdurchschnittlich viele Menschen ins Krankenhaus brachte und doppelt so viele Menschen direkt an dem Virus starben wie sonst im Schnitt. Plus diejenigen, die an den Folgen der Erkrankung gestorben sind.
Petra Brysch
00:01:53
Und wir wissen ja, dass es eben auch diese indirekt durch die Grippe ausgelösten Todesfälle gibt. Herzinfarkte zum Beispiel, wo dann anschließend im Totenschein dann nicht steht, er ist an einer Grippe verstorben, sondern da steht dann im Totenschein drin, er ist an einem Herzinfarkt verstorben.
Sprecher
00:02:08
Denn in den ersten Tagen nach einer Grippe-Infektion erhöht sich selbst bei ansonsten gesunden Erwachsenen das Herzinfarkt-Risiko um das bis zu Zehnfache und das Risko für einen Schlaganfall steigt um mehr als das Achtfache, weiß Petra Brysch. Sie ist promovierte Molekularbiologin und kümmert sich bei Sanofi in Deutschland im Medical Team um das Thema Influenza-Impfungen. Sie weiß daher, warum die Grippe eine erhebliche Vorbelastung für das Herz-Kreislauf-System darstellt. Und das nicht nur bei Menschen mit vorbestehenden Herzerkrankungen.
Petra Brysch
00:02:42
Solche Viren lösen intensive Entzündungsreaktionen aus, die dazu führen, dass die Gefäßwände destabilisiert werden und dass es zur Bildung von Blutgerinnseln kommen kann. Gleichzeitig kann das hohe Fieber und die allgemeine Infektionsbelastung die Herzfrequenz und den Sauerstoffbedarf des Herzens erheblich erhöhen. Sodass man also wirklich eine intensive Mehrbelastung vor allen Dingen vom vorerkrankten Herzen dann hat durch eine Influenza.
Sprecher
00:03:10
Diese intensive Entzündungsreaktion ist einer der Punkte, in dem sich die echte Grippe von einem grippalen Infekt unterscheidet. Ein anderer die Geschwindigkeit. Denn während sich eine typische Erkältung meist eher anschleicht, sich durch allgemeines Unwohlsein, ein erstes unangenehmes Kratzen im Hals oder die verstopfte Nase langsam ankündigt, hat die echte Grippe klassischerweise einen sehr plötzlichen Beginn. Innerhalb weniger Stunden ist man richtig krank und kann mit starken Symptomen flachliegen.
Petra Brysch
00:03:43
Sie haben bei einer Grippe hohes Fieber, über 40 Grad zum Teil, wohingegen bei einer Erkältung die Körpertemperatur etwas leicht erhöht ist. Und dazu kommen bei einer Grippe, dass Sie wirklich starke Kopfschmerzen, Gliederschmerzen haben, trockenen Husten und bei einer Erkältung eher zum Beispiel der Schnupfen und der schleimige Husten im Vordergrund stehen. Und der besonders große Unterschied ist, dass eine Grippe wirklich schwerwiegend bis lebensbedrohlich verlaufen kann, wohingegen eine Erkältung ja meist harmlos innerhalb von sieben Tagen kommt und wieder geht.
Sprecher
00:04:17
Erkältungen können zudem durch mehr als 200 verschiedene Erreger ausgelöst werden, bei der Grippe haben nur die Influenzaviren A und B klinische Relevanz. Doch die haben es in sich. Denn sie verändern sich vergleichsweise schnell und unser Immunsystem trifft somit in jeder neuen Saison auf mal mehr, mal weniger bekannte Erreger. Entsprechend moderat oder heftig reagiert es. Weil die Grippe zudem so stark das Herz belasten kann, ist sie besonders gefährlich für Menschen, die bereits vorerkrankt sind.
Petra Brysch
00:04:50
Wenn Sie kardiovaskuläre Grunderkrankungen haben, dann können die durch die Grippe nochmal zusätzlich verstärkt werden, und es kann dann eben bei diesen Patientengruppen zu besonderen Komplikationen kommen. Also es kommt zur Entgleisung eben auch von den Grunderkrankungen, die man vielleicht vorher gut im Griff gehabt hat.
Sprecher
00:05:06
Aber nicht nur chronische Herz-Kreislauferkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz oder zu hoher Blutdruck können sich durch eine Grippe verschlechtern, sondern auch bei Asthma oder Diabetes können lebensbedrohliche Komplikationen auftreten. So steigt für Menschen mit Diabetes die Gefahr für Blutzucker-Entgleisungen im Vergleich zum Rest des Jahres in der Grippe-Saison um 74 Prozent. Vor allem ältere Menschen zählen hier zur Risikogruppe.
Petra Brysch
00:05:35
Das liegt daran, dass das Immunsystem mit zunehmendem Alter immer schwächer wird. Dann gibt es natürlich mit zunehmendem Alter auch eine Zunahme von chronischen Grunderkrankungen, die sich wechselseitig beeinflussen. Wenn Sie ein Diabetes-Patient sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie irgendwann auch ein Patient für kardiovaskuläre Ereignisse sind.
Sprecher
00:05:56
Problematisch ist dabei, wenn im fortgeschrittenen Alter neue Erkrankungen auftreten, die man zunächst gar nicht bemerkt und das persönliche Risiko dementsprechend nicht richtig einschätzt. Dadurch steigt das Risiko eines so schweren Verlaufs und dass eine Hospitalisierung – also eine Behandlung im Krankenhaus - notwendig wird.
Petra Brysch
00:06:16
Und was vielleicht für viele Menschen noch schlimmer ist, nach einer Influenza-Infektion kann es sein, dass sie die Selbstständigkeit, die sie vorher noch gehabt haben, verloren haben und danach dann zu einem Pflegefall geworden sind. Auch dazu gibt es Studien, die einfach zeigen, der Mensch, der mit einer Influenza hospitalisiert gewesen ist, im Krankenhaus gelandet ist, konnte nachher seine alltäglichen Tätigkeiten nicht mehr alleine durchführen.
Sprecher
00:06:39
Gerade deswegen ist Prävention so wichtig. Denn eine Grippe-Impfung kann zwar die Infektion nicht vollständig verhindern, aber die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf der Erkrankung senken. Vor allem für Menschen, die besonders gefährdet sind, ist eine Impfung der bestmögliche Schutz.
Petra Brysch
00:06:56
Es gibt Impfempfehlungen von der Ständigen Impfkommission für die wichtigsten Risikogruppen. Das sind Personen ab 60 Jahren. Das sind Menschen mit chronischen Grunderkrankungen, wie eben chronische Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch-nierenkranke Patienten oder leberkranke Patienten. Auch Patienten mit Diabetes oder mit Immunschwäche sollten geimpft werden.
Sprecher
00:07:19
Hinzu kommen Schwangere, medizinisches Personal, Bewohner*innen von Pflegeheimen und Kontaktpersonen zu besonders gefährdeten Menschen. Sie alle – so die Empfehlung – sollten sich jedes Jahr mit dem an die aktuell zirkulierenden Virenvarianten angepassten Impfstoff impfen lassen.
Petra Brysch
00:07:37
Der optimale Impfzeitraum liegt im Oktober bis Mitte Dezember, weil man dann rechtzeitig geschützt wäre vor der Welle, die voraussichtlich so um den Jahreswechsel kommt. Aber das kann man eben nie genau vorhersagen, weil jede Grippesaison unterschiedlich verläuft. Das heißt, es ist nie zu spät, sich auch später dann noch impfen zu lassen, weil man einfach nicht weiß, wie lange die Welle des aktuellen Jahres dann laufen wird. Und deswegen kann man sich auch durchaus im Frühjahr noch impfen lassen.
Sprecher
00:08:03
Doch nicht nur Grippe, auch Covid-19 gehört mittlerweile zu den jährlich vor allem im Herbst und Winter wiederkehrenden Atemwegserkrankungen. Die außergewöhnliche weltweite Ausbreitung der ersten Jahre ist zu einem dauerhaften, aber mehr oder weniger erwartbaren Vorkommen der Krankheit geworden. Doch gefährlich ist das Virus noch immer. Jedes Jahr sterben einige tausend Menschen direkt an einer Covid-Infektion. Und auch wenn sich Covid damit wie erwartet in vielen Aspekten zu einer mit der Grippe vergleichbaren Atemwegserkrankung entwickelt hat, sieht Andreas Bietz doch einen großen Unterschied. Der Biotechnologe betreut im Medical Team bei Sanofi in Deutschland das Thema Covid.
Andreas Bietz
00:08:48
Covid-19 ist ein super interessanter Fall. Es ist eine der wenigen Erkrankungen, wo man wirklich sagen kann, dass die Allgemeinbevölkerung schon einen sehr guten Informationsstand dazu hat. Wenn wir das vergleichen mit der Influenza, wo viele Leute denken, es handelt sich um eine Erkältung, bei Covid-19 gibt es wirklich kaum Zweifel, worum es geht. Also man hat dieses Symptombild, so ein bisschen grippeartige Symptome, Fieber, Atemnot und eben so diese typischen Geruchs- und Geschmacksveränderungen, die man selten in anderen Erkrankungen sieht, dieser Art.
Sprecher
00:09:19
Die meisten dieser Infektionen verlaufen mild. Aber wie bei der Grippe auch, kann Covid besonders für Menschen mit bestehenden Vorerkrankungen zu einer ernsthaften Erkrankung mit schwerem Verlauf werden.
Andreas Bietz
00:09:31
Und diese schweren Ausprägungen betreffen hauptsächlich Leute mit Komorbiditäten, also Leute, die irgendwie kardiovaskuläre Vorerkrankungen haben, Leute mit Diabetes, Leute, die vielleicht mit COPD, also mit bestehender Lungenerkrankung, bestehender Atemnot, auch prädestiniert sind, Asthma auch Beispiel dafür, die prädestiniert sind, einen Lungenschaden nicht so gut zu vertragen, die haben entsprechend auch einen schwereren Outcome.
Sprecher
00:09:56
Auch hier sind ältere Menschen besonders betroffen. Denn das Sterberisiko durch Covid steigt mit zunehmendem Alter an. Im Vergleich zur Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen haben Menschen über 60 Jahren ein 60-fach erhöhtes Sterberisiko und bei Menschen über 75 Jahren ist es sogar 140-fach erhöht. Und es sind genau diese Kennzahlen, die Anzahl der Hospitalisierungen und die der Todesfälle, die mittlerweile relevant für die Beurteilung der Krankheit sind.
Andreas Bietz
00:10:27
Und hier haben wir, manche Saisons, die sind stärker, beispielsweise 2023/24 hatten wir über 7.500 Todesfälle für Covid. Das waren, sagen wir so grob sechsmal so viel wie Influenza in dem Jahr. Dann haben wir andere Saisons, das Jahr danach, 2024/2025, wo wir ungefähr so 2.800 Todesfälle hatten für Covid. Das war vergleichbar mit Influenza.
Sprecher
00:10:51
Um diese Zahlen so gering wie möglich zu halten, ist auch hier die Impfung die bestmögliche Präventivmaßnahme. Vor allem für Risikogruppen, also Personen mit Immunsuppression, chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, der Atemwege, Nieren oder bei Diabetes. Dazu kommen die Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen und generell ältere Menschen. Wobei die Ständige Impfkommission in diesem Punkt ihre Empfehlungen aktualisiert hat.
Andreas Bietz
00:11:19
Da war bis jetzt eine sehr ähnliche Empfehlung wie zur Grippe. Also Leute ab 60 Jahre und Leute ab sechs Monate mit Grunderkrankungen. Aber das hat sich jetzt ein bisschen geändert. Wir haben jetzt die Leute ab 75. Also die Altersgrenze wurde quasi angehoben. Gesunde Menschen über 75, die sich jährlich impfen lassen sollen. Und wir haben aber auch weiterhin die Leute über sechs Monate mit relevanten Grunderkrankungen.
Sprecher
00:11:43
Und noch in einem anderen Punkt wurden die Empfehlungen den neuesten Erkenntnissen über Covid angepasst: der Zeitpunkt der empfohlenen Impfung hat sich im Vergleich zur Influenza etwas nach vorne verschoben.
Andreas Bietz
00:11:56
Man hat bei Covid so ein bisschen ein biphasisches System. Also will heißen, es gibt nicht nur eine ganz klar begrenzte Welle, wie es bei Influenza in der Regel der Fall ist. Die tritt dann so im Dezember, teilweise auch ein bisschen später auf. Man hat bei Covid so ein bisschen zwei Wellen. Man hat eine im Spätsommer, Frühherbst, also tatsächlich jetzt auch in den Monaten, die man gar nicht assoziiert mit irgendwie Erkältungserkrankungen. Und dann nochmal ein Auftreten im Winter.
Sprecher
00:12:22
Doch auch die jährliche Auffrischungsimpfung gegen Covid wie gewohnt parallel zur Grippeimpfung im Herbst sei weiterhin ebenso ein guter Zeitpunkt, um das Risiko für schwere Covid-Verläufe zu reduzieren. Zumal es neben Covid und Grippe ja auch noch weitere ernsthafte Atemwegserkrankungen gibt, bei denen es sinnvoll sein kann, sich zu diesem Zeitpunkt einen frischen Überblick über aktuell verfügbare Schutzmaßnahmen zu verschaffen.
Petra Brysch
00:12:49
Wenn der Herbst dann wirklich kommt, dann empfehlen wir wirklich, sich über die Impfung zu informieren. Ihre Ansprechpartner sind ja nach wie vor die Ärzte, aber es gibt ja jetzt auch ein neues Gesetz, dass auch Apotheken Impfungen mit inaktivierten Impfstoffen durchführen dürfen bei Personen ab 18 Jahren. Das heißt also auch da ein niederschwelliges Angebot der Impfung vorhanden.
Sprecher
00:13:11
Und damit sind wir am Ende dieser Folge über die Risiken und mögliche Schutzmaßnahmen bei Grippe, Covid und Co angelangt. Alle bisher erschienenen Folgen von „Gesundheit und Innovation" finden Sie auf Sanofi.de und überall, wo es Podcasts gibt. Dort können Sie diesen Podcast auch abonnieren. Bis wir uns wiederhören, bleiben Sie gesund! Tschüss.