Gesundheit & Innovation

Sanofi Deutschland

„Stiller Killer“ Cholesterin

Jeder Dritte Todesfall geht in Deutschland auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zurück

28.05.2026 14 min Staffel 7 Episode 2

Zusammenfassung & Show Notes

Jeder Dritte Todesfall geht in Deutschland auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zurück
In dieser Folge sprechen wir über den „stillen Killer“ Cholesterin. Immerhin geht in Deutschland fast jeder Dritte Todesfall auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zurück. Auch weltweit gilt sie als Todesursache Nummer eins und Ursache ist meist die koronare Herzkrankheit und der Herzinfarkt. Erhöhtes LDL-Cholesterin zählt dabei mit zu den größten Risikofaktoren für ebensolche Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese in den Griff zu bekommen, noch bevor es überhaupt zu Symptomen kommt, ist deswegen von großer Bedeutung.

MAT-DE-2601910-1.0-05/2026

Transkript

Nadine Martens
00:00:09
Sie verläuft viele Jahre lang symptomlos und deswegen sagen ja auch viele, zum Beispiel wenn sie einen Herzinfarkt hatten, das kam für mich aus heiterem Himmel. Wenn man sich die Gefäße vorher angeschaut hätte, hätte man gesehen, das kam nicht aus heiterem Himmel. Da waren schon Plaques in den Gefäßen.
Sprecher
00:00:22
Und diese Plaques – Ablagerungen in den Blutgefäßwänden – können zum Herzinfarkt, Schlaganfall oder zu schweren Durchblutungsstörungen in den Beinen führen - im schlimmsten Fall eine Amputation notwendig machen. Dies ist der Fall, wenn eine Plaque aufbricht, ein Blutgerinnsel entsteht oder der Blutfluss kritisch eingeschränkt ist. Verantwortlich für diese gefährliche Entwicklung ist oft ein dauerhaft erhöhter LDL-Cholesterinspiegel, wie ihn viele Menschen, teils unbemerkt, haben. Doch kann man dem begegnen. Mit einem gesunden Lebensstil, einer dem kardiovaskulären Risiko angepassten lipidsenkenden Therapie und mit dem richtigen Wissen über den Umgang mit dem eigenen Cholesterinspiegel. Denn auch in diesem Bereich gibt es immer wieder neue Erkenntnisse. Und damit herzlich willkommen zu „Gesundheit und Innovation", dem Podcast, in dem wir über wissenschaftliche Entdeckungen, medizinischen Fortschritt und moderne Fertigung berichten. Wir erklären, mit welchem Potenzial wir die Medizin verändern wollen, um für Millionen Menschen das Unmögliche möglich zu machen. In dieser Folge sprechen wir über den „stillen Killer" Cholesterin. Immerhin geht in Deutschland fast jeder Dritte Todesfall auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zurück. Auch weltweit gilt sie als Todesursache Nummer eins und Ursache ist meist die koronare Herzkrankheit und der Herzinfarkt. Erhöhtes LDL-Cholesterin zählt dabei mit zu den größten Risikofaktoren für ebensolche Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese in den Griff zu bekommen, noch bevor es überhaupt zu Symptomen kommt, ist deswegen von großer Bedeutung, weiß Nadine Martens. Bei Sanofi in Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeitet sie in der medizinischen Abteilung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und klinischer Praxis. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Indikation der Hypercholesterinämie also krankhaft erhöhten Cholesterinwerten und deren Behandlung. Wichtig sei dabei aber erst einmal zu verstehen, dass Cholesterin nicht per se schlecht ist, sondern ein notwendiger Bestandteil des gesunden Organismus.
Nadine Martens
00:02:38
Cholesterin kommt ganz natürlich im Körper vor, es wird zu 80 Prozent im Körper auch gebildet über die Leber, 20 Prozent werden über die Ernährung aufgenommen und das ist wichtig für die Zellmembran, es stabilisiert die Zellmembran, macht sie flexibel, ist die Grundlage für Steroidhormone, Östrogen, Testosteron, Cortisol zum Beispiel, ist eine Vorstufe für die Vitamin D-Synthese, notwendig auch für die Fettverdauung, Stichwort Gallensäure. Also viele wichtige Funktionen laufen darüber ab.
Sprecher
00:03:06
Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz und daher nicht wasserlöslich. Um diesen lebensnotwendigen Baustein dennoch über das Blutsystem transportieren zu können, bildet der Körper eine Reihe spezieller Eiweiße. Verbinden sich diese mit dem Cholesterin bilden sie sogenannte Lipoproteine. Vor allem zwei dieser Lipoproteine werden dabei bei Blutuntersuchungen zur Bestimmung des Cholesterinspiegels und damit der Blutfettwerte standardmäßig herangezogen. Das LDL- und das HDL-Cholesterin.
Nadine Martens
00:03:38
LDL steht für Low Density Lipoprotein und HDL für High Density Lipoprotein. Man sagt auch, LDL ist eben das schlechte Cholesterin, das, was wir nicht haben wollen, was wir gerne senken möchten. Das HDL kann gerne ruhig ein bisschen höher sein. Früher hat man auch so eine Ratio verwendet im Verhältnis LDL zu HDL, das macht man heute nicht mehr. Heute schaut man wirklich primär auf den LDL-Cholesterinwert und wenn dieser erhöht ist, unabhängig davon, wie der HDL-Wert aussieht, dann muss gehandelt werden.
Sprecher
00:04:06
Denn das HDL enthält im Verhältnis mehr Eiweiß- als Cholesterin und sammelt überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßwänden und dem Gewebe ein, um es zurück zur Leber zu transportieren, wo es weiterverarbeitet oder ausgeschieden werden kann. Das LDL hingegen hat eine niedrigere Eiweiß-Dichte und besteht zu einem größeren Teil aus Cholesterin, das es von der Leber zu den Organen und ins Gewebe transportiert. Und hier wird ein Zuviel an LDL-Cholesterin zum Problem.
Nadine Martens
00:04:39
Man hat festgestellt, dass es nicht nur eine statistische Verbundenheit dazu gibt, sondern dass das tatsächlich auch kausal korreliert. Das heißt, ist mein LDL-C zu hoch, dann habe ich ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.
Sprecher
00:04:51
Das bedeutet, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ein erhöhter LDL-Cholesterinwert auf Dauer zu Schäden an den Blutgefäßen führt, wodurch die ordnungsgemäße Durchblutung der Organe, Körperteile und des Gewebes zunächst eingeschränkt und irgendwann möglicherweise gar nicht mehr möglich ist. Das Gefährliche daran: Man selbst merkt womöglich lange Zeit nichts von solch einer Arteriosklerose – einer zunehmenden Verengung und Verhärtung der Blutgefäße. Bis es dann zu spät ist.
Nadine Martens
00:05:22
Sie verläuft viele Jahre lang symptomlos und deswegen sagen ja auch viele, zum Beispiel wenn sie einen Herzinfarkt hatten, das kam für mich aus heiterem Himmel. Wenn man sich die Gefäße vorher angeschaut hätte, hätte man gesehen, das kam nicht aus heiterem Himmel. Da waren schon Plaques in den Gefäßen.
Sprecher
00:05:35
Diese Plaques entstehen vor allem, wenn zu viel LDL-Cholesterin in die Gefäßwand eindringt, dort oxidiert wird und eine Entzündungsreaktion auslöst. Dann wandern Immunzellen ein, nehmen das LDL auf und bilden sogenannte Schaumzellen - die Grundlage der Plaque. Im weiteren Verlauf lagern sich Bindegewebe und Kalzium ab, die Gefäßwand verdickt sich und verliert zunehmend an Elastizität und wird starr. Bis zu diesem Punkt ist das Gefäß zwar schon verengt, das Blut fließt in der Regel aber noch. Besonders gefährlich wird es, wenn die Kappe über der Plaque dem Druck nicht standhält und aufreißt.
Nadine Martens
00:06:13
Dann versucht der Körper diese Verletzung sozusagen einzudämmen, die Blutgerinnung kommt in Gang wie bei einer Schnittverletzung und das Gefäß kann dann auch verschließen.
Sprecher
00:06:22
Nämlich dann, wenn der Thrombus – das Blutgerinnsel, das der Körper als Reaktion auf die aufgerissene Plaqueoberfläche bildet – wie ein Stopfen den ohnehin reduzierten Durchfluss im Gefäß auf einmal ganz blockiert.
Nadine Martens
00:06:35
Wenn es jetzt in einem Herzkranzgefäß zum Beispiel passiert, dann haben wir einen Herzinfarkt, weil die Sauerstoffversorgung dann eben nicht mehr gewährleistet ist, und man muss dann ganz schnell eingreifen und das Gefäß wieder eröffnen.
Sprecher
00:06:47
Wobei so ein Herzinfarkt durchaus auch durch Arteriosklerose an anderer Stelle ausgelöst werden kann. Nämlich dann, wenn sich ein Blutgerinnsel ablöst und vom Blutstrom in ein feines, dünneres Herzkranzgefäß getragen wird und dieses dann blockiert. Neben einem Herzinfarkt könnte das auch zu einem Schlaganfall führen oder bei Verschluss der Beinarterien die Extremitäten von der Blutversorgung abschneiden. Doch muss es nicht erst zu einem Totalverschluss kommen, bevor sich Symptome einer Arteriosklerose bemerkbar machen. Denn auch vorübergehende Durchblutungsstörungen des Herzens können bereits zu Beschwerden führen. Zum Beispiel bei einer sogenannten Angina Pectoris, bei der die Betroffenen typischerweise eine Enge und ein Brennen der Brust verspüren. Allerdings ist der Körper bemerkenswert gut darin eine eingeschränkte Durchblutung zu kompensieren. Solange ein Gefäß nicht kritisch verengt ist und noch ausreichend Blut hindurchfließen kann, gleicht der Körper dies durch unterschiedliche Mechanismen aus.
Nadine Martens
00:07:51
Das heißt, erst wenn das Gefäß 50 bis 70 Prozent verschlossen ist, dann beginnt der Körper erst Warnsignale auszuschütten, wie eben Engegefühl, Brustschmerzen und dann nehme ich es erst wahr.
Sprecher
00:08:00
Das große Problem: Einmal entstandene Veränderungen der Gefäßwand sind nur schwer rückgängig zu machen. Medikamente können Plaques jedoch stabilisieren und deren Volumen reduzieren – das senkt das Risiko, dass eine Plaque aufbricht. Je nach Schweregrad der Verengung kann zusätzlich ein Eingriff notwendig werden: Dabei wird entweder ein Stent eingesetzt - ein kleines Geflecht, das das Gefäß mechanisch offenhält – oder es wird ein Bypass gelegt, der das verengte Gefäß umgeht. Doch muss es gar nicht erst so weit kommen. Wenn es gelingt, den LDL-Cholesterinspiegel frühzeitig auf einen individuell empfohlenen Zielwert zu senken, lässt sich die Entstehung von Plaques verlangsamen oder unter Umständen ganz verhindern. Gute Voraussetzung dafür bildet – wie so oft - ein gesunder Lebensstil. Kein Rauchen, ausreichend Bewegung, bewusste Ernährung. Allerdings reicht das allein in vielen Fällen nicht aus. Besonders bei genetisch bedingter familiärer Hypercholesterinämie.
Nadine Martens
00:09:05
Warum reicht es nicht? Mit Ernährung und Bewegung erreicht man zwischen 5 und 15 Prozent LDL-C Senkung. Das ist individuell, richtet sich nach dem Patienten und tatsächlich auch nach dem Ausgangs LDL-C-Wert und wie konsequent das eingehalten wird. Also, Maximum ist so 15 Prozent, was man damit erreichen kann.
Sprecher
00:09:21
Selbst Top-Sportler können also zu hohe Cholesterinwerte haben. Denn das meiste Cholesterin produziert der Körper selbst. Und bei nicht wenigen Menschen sorgt die genetische Veranlagung für zu hohe Cholesterinwerte. So gehört die familiäre Hypercholesterinämie zu den häufigsten genetischen Erkrankungen. Allein in Deutschland sind 400.000 Menschen davon betroffen. Da bestimmte Genveränderungen ursächlich sind, tritt sie gehäuft in Familien auf. Gerade deswegen ist es wichtig bei einer Diagnose der Eltern auch die Kinder zu untersuchen.
Nadine Martens
00:09:56
Bei der familiären Hypercholesterinämie hat man natürlich schon seit Beginn eine Prädisposition dafür. Das heißt, das LDL-C lagert sich ab da schon in die Gefäße ein und akkumuliert über die Zeit, verschwindet ja nicht, sondern bleibt im Körper. Und deswegen ist es wichtig, diese Kinder auch herauszufinden.
Sprecher
00:10:12
Doch die gute Nachricht ist: Zu hohe Cholesterinwerte lassen sich aufgrund von langjähriger Forschung und umfassender Therapie-Erfahrung mittlerweile sehr gut medikamentös in den Griff kriegen. Die Standardbehandlung mit Statinen hemmt dabei vor allem die körpereigene Produktion des Cholesterins und erhöht gleichzeitig die Aufnahme von LDL-Cholesterin aus dem Blut. Bringt das nicht den gewünschten Erfolg, stehen weitere Medikamente zur Verfügung: Sie steigern die LDL-C-Aufnahme der Leber zusätzlich oder hemmen die Cholesterinaufnahme im Darm. Doch ist die Verfügbarkeit von Medikamenten nur das eine. Für den Erfolg der Behandlung genauso wichtig ist auch, dass die Patient*innen innerhalb ihrer individuellen Therapie gemeinsam und auf Augenhöhe mit ihren Ärzt*innen an einem Strang ziehen.
Nadine Martens
00:11:03
Es liegt also auf der einen Seite in der Hand des Patienten. Der Patient sollte seinen Zielwert kennen und seine Medikamente einnehmen. Auf der anderen Seite braucht es natürlich auch den Arzt, der die Kontrollen regelmäßig macht. Kommen ja auch verschiedene Risikofaktoren hinzu. Und hier ist auch wichtig, dass die Ärzte interdisziplinär zusammenarbeiten, dass nicht nur der Hausarzt darauf einen Blick hat, sondern auch der Kardiologe, die Kardiologin oder eben auch der Diabetologe, Diabetologin.
Sprecher
00:11:25
Dazu gehört nicht nur das Angebot von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, sondern auch informiert zu bleiben und nachzufragen. Denn die Forschung hat zusätzlich zum LDL-Cholesterin mit dem Lp(a) mittlerweile noch ein weiteres Lipoprotein identifiziert, das einen kausalen Einfluss auf die Entstehung von Arteriosklerose hat, bei Blutuntersuchungen aber noch nicht routinemäßig bestimmt wird.
Nadine Martens
00:11:51
Man muss wirklich den Arzt aktiv, die Ärztin aktiv darauf ansprechen, dass man das miterheben möchte. Die Leitlinie sagt einmal im Leben sollte es bestimmt werden.
Sprecher
00:11:58
Doch nicht nur die Genetik, sondern auch andere Faktoren beeinflussen den Cholesterinspiegel. Zum Beispiel Alter und Geschlecht.
Nadine Martens
00:12:06
Was zum Beispiel die Frauen angeht, die sind etwas geschützter. Bei denen tritt zum Beispiel eine Herzerkrankung eher so sieben bis zehn Jahre später auf als beim durchschnittlichen Mann. Die sind geschützt durch ihr Östrogen und in der Menopause steigt dann aber das Risiko für eine koronare Herzerkrankung signifikant an.
Sprecher
00:12:20
Hilfreiche und verständliche Informationen zum Thema Cholesterin gibt es dabei nicht nur bei ihrem Arzt, sondern auch im Internet. So ist zum Beispiel der Cholesterin-Dialog von Sanofi ein interaktives Talk-Format, bei dem die Fragen der Betroffenen von Expert*innen und neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung besprochen werden. Denn auch wenn sich hohe LDL-Cholesterinwerte mit der richtigen Behandlung schon jetzt sehr gut in den Griff bekommen lassen, sorgt die Grundlagenforschung für immer neue Erkenntnisse und auch Nadine Martens sieht darin durchaus Potenzial für die Therapie der Zukunft.
Nadine Martens
00:12:58
Deswegen wird es eher darum gehen, dass die Patienten ein Medikament bekommen und das im besten Fall einmal in ihrem Leben nehmen müssen und dann für immer nicht mehr daran denken müssen und der LDL-Wert so gesenkt ist, dass Arteriosklerose gar nicht weiter fortschreiten kann.
Sprecher
00:13:19
Und damit sind wir am Ende unserer Folge über das Cholesterin angekommen. Alle bisher erschienenen Folgen von „Gesundheit und Innovation" finden Sie auf Sanofi.de und überall, wo es Podcasts gibt. Dort können Sie diesen Podcast auch abonnieren. Bis wir uns wiederhören, bleiben Sie gesund! Tschüss.