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Drei Lebenslagen, drei Portfolios: Wie sich die Vermögensaufteilung mit Zeithorizont und Lebenssituation verändert

Warum die Aufteilung auf Anlageklassen schwerer wiegt als die Produktwahl und weshalb sie individuell sein muss.

22.09.2026 25 min

Zusammenfassung & Show Notes

Nach der Folge zu ETFs geht es um die Frage, die vor jeder Produktwahl steht: Wie wird ein Portfolio auf Anlageklassen verteilt? Stefan Ferstl erklärt anhand von Studienergebnissen, welche Rolle die Asset Allocation für Schwankungen und Rendite spielt, und spielt mit Agnes Drennig drei Lebenslagen als Orientierungsbeispiele durch. Dazu kommen die Faktoren, die in die Entscheidung einfließen, und Kriterien für gute Beratung.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website www.privatconsult.com

Wie sich ein Portfolio auf Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe und Liquidität verteilt, ist laut Stefan Ferstl die wichtigste Einzelentscheidung eines Anlegers. Die Folge greift die offene Frage aus der ETF-Episode auf: Wenn das einzelne Produkt zweitrangig ist, was steht dann an erster Stelle? Die Antwort heißt Asset Allocation, also die Vermögensaufteilung.

Als Beleg dient eine Studie von 1986, die über zehn Jahre die Renditen von 91 großen amerikanischen Pensionsfonds untersuchte. Demnach erklärt die Aufteilung auf Anlageklassen über 93 Prozent der Schwankungen der Portfoliorenditen im Zeitverlauf, Titelauswahl und Timing spielen zusammen eine untergeordnete Rolle. Ferstl betont, dass sich der Wert auf die zeitliche Schwankung bezieht, nicht auf die Höhe der Rendite. Eine Folgestudie aus dem Jahr 2000 bestätigte rund 90 Prozent und kam zusätzlich zum Ergebnis, dass die Asset Allocation im Durchschnitt nahezu das gesamte absolute Renditeniveau erklärt, weil sich die aktiven Entscheidungen einzelner Manager über große Portfolios hinweg ausgleichen.

Danach geht es um die Faktoren, die die individuelle Aufteilung bestimmen: Anlagehorizont, Risikotoleranz mit ihren Teilen Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit, Anlageziel, Gesamtsituation, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Nachhaltigkeitspräferenzen. An drei Lebenslagen (Anfang 30, 50 und Mitte 60) zeigt Ferstl, wie unterschiedlich Portfolios aussehen können, ausdrücklich als Orientierung und nicht als Empfehlung.

Warum diese Entscheidung nicht allein getroffen werden sollte, begründet Ferstl mit der Selbsteinschätzung, der Begleitung in unruhigen Marktphasen und dem Blick auf die gesamte finanzielle Situation. Gute Beratung erkennt man demnach daran, dass sie mit Fragen statt mit Produkten beginnt, Kosten und Interessenkonflikte offenlegt und auf Kontinuität setzt. Den Abschluss bildet „Gehört, gecheckt": Die Zahl der Fonds im Depot sagt noch nichts über echte Diversifikation aus.

Wichtigste Punkte
  • Nach der Studie von 1986 erklärt die Asset Allocation über 93 Prozent der Renditeschwankungen im Zeitverlauf. Das bezieht sich auf die Variabilität, nicht auf die Höhe der Rendite.
  • Es gibt keine Standardlösung: Anlagehorizont, Risikotoleranz, Anlageziel, Gesamtsituation, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Nachhaltigkeitspräferenzen bestimmen die Aufteilung, und sie sollte regelmäßig überprüft werden.
  • Als Orientierungsbeispiele, nicht als Empfehlung, nennt Stefan einen Aktienanteil von 70 bis 80 Prozent (Anfang 30), 50 bis 60 Prozent (mit 50) und 30 bis 40 Prozent (Mitte 60).
  • Fünf Fonds bedeuten nicht automatisch Diversifikation: Entscheidend ist, welche Anlageklassen in welchem Verhältnis gehalten werden.
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Weiterführende Informationen:
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Kontakt:
PRIVATCONSULT Vermögensverwaltung GmbH
Agnes Drennig (Geschäftsführerin), KR Mag. Stefan Ferstl(Geschäftsführer)
Tel.: +43 1 345 14 41-0

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DISCLAIMER: Kapitalanlagen unterliegen Marktschwankungen und sind mit Risiken verbunden. Es besteht die Möglichkeit eines teilweisen oder vollständigen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Im Podcast besprochene Wertpapiere stellen keine spezifischen Anlage- oder Kaufempfehlungen dar. Die Moderatoren und Privatconsult haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.