HÖRVERMÖGEN

Der Finanzbildungs-Podcast der Privatconsult
Since 04/2026 5 Episoden

Exchange Traded Funds – ETFs im Detail: Wie sie funktionieren und was sie kosten

Wie Exchange Traded Funds funktionieren, welche Rolle sie im Portfolio spielen und warum sie die Asset Allocation nicht ersetzen.

27.08.2026 23 min

Zusammenfassung & Show Notes

Stefan Ferstl und Agnes Drennig erklären, wie sich ETFs technisch von klassischen Investmentfonds unterscheiden, welche Replikationsmethoden es gibt und warum der Kostenvorteil gegenüber aktiven Fonds über lange Zeiträume erheblich ins Gewicht fällt. Im Zentrum steht die These, dass ein ETF zwar ein günstiges und effizientes Werkzeug ist, die eigentliche Anlageentscheidung – die Asset Allocation – aber weiterhin selbst getroffen werden muss. Zum Abschluss prüfen die beiden vier verbreitete ETF-Mythen auf ihren Wahrheitsgehalt

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website www.privatconsult.com

ETFs verwalten in Europa mittlerweile rund 2,6 Billionen Euro, allein 2025 sind 330 Milliarden Euro neu in europäische Produkte geflossen. Kaum ein Finanzinstrument wird so oft diskutiert und dabei so unterschiedlich verstanden. In der fünften Folge von Hörvermögen ordnen Agnes Drennig und Stefan Ferstl ein, was Exchange Traded Funds tatsächlich sind und was nicht.

Ausgangspunkt ist der strukturelle Unterschied zum klassischen Investmentfonds: Während dieser über die Fondsgesellschaft zum Tagesnettoinventarwert gezeichnet wird, handelt ein ETF wie eine Aktie in Echtzeit an der Börse. Stefan erläutert den Creation-and-Redemption-Mechanismus, über den Marketmaker den ETF-Kurs an den Wert der zugrunde liegenden Wertpapiere koppeln, sowie die drei gängigen Replikationsmethoden – physisch, per Sampling oder synthetisch über Swaps.

Ein zentraler Kostenvergleich zeigt die langfristige Wirkung: Bei 100.000 Euro Anlagesumme über 20 Jahre kann der Gebührenunterschied zwischen ETF und aktivem Fonds am Ende 60.000 bis 70.000 Euro ausmachen. Gleichzeitig macht Stefan deutlich, wo aktives Management durchaus Mehrwert bieten kann, etwa in weniger effizienten Marktsegmenten.

Den größten Denkfehler vieler Anlegerinnen und Anleger sieht Stefan darin, mit dem ETF-Kauf bereits die Anlagestrategie für erledigt zu halten. Am Beispiel des MSCI World mit seinem hohen US- und IT-Anteil zeigt er, dass auch ein breit gestreuter ETF eine konkrete, oft unbewusste Asset-Allocation-Entscheidung darstellt. Im Format „Gehört, gecheckt" werden abschließend vier verbreitete ETF-Mythen zu Krisenverhalten, Markteffizienz und Risiko geprüft.

Wichtigste Punkte
  • Der Kostenunterschied zwischen ETF (0,05–0,3 % p.a.) und aktivem Fonds (1,5–2 % p.a.) summiert sich bei 100.000 Euro über 20 Jahre auf rund 60.000 bis 70.000 Euro.
  • Laut SPIVA Europe Scorecard lagen die Underperformance-Quoten aktiver Fonds 2025 in 18 von 21 Kategorien zwischen 67 und 96 Prozent; über 15 Jahre schlug in keiner einzigen Kategorie die Mehrheit der aktiven Manager den Index nach Kosten.
  • Studien zeigen, dass rund 90 % der Renditeschwankungen eines Portfolios durch die Asset Allocation erklärt werden, nicht durch Titelauswahl oder Markettiming.
  • Ein ETF auf den MSCI World hat aktuell einen US-Anteil von rund 72 % und davon fast 30 % im IT-Sektor – eine implizite, oft unbewusste Konzentrationsentscheidung.
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Weiterführende Informationen:
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Kontakt:
PRIVATCONSULT Vermögensverwaltung GmbH
Agnes Drennig (Geschäftsführerin), KR Mag. Stefan Ferstl(Geschäftsführer)
Tel.: +43 1 345 14 41-0

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DISCLAIMER: Kapitalanlagen unterliegen Marktschwankungen und sind mit Risiken verbunden. Es besteht die Möglichkeit eines teilweisen oder vollständigen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Im Podcast besprochene Wertpapiere stellen keine spezifischen Anlage- oder Kaufempfehlungen dar. Die Moderatoren und Privatconsult haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.