IGEPHA im Gespräch

Christina Nageler
Since 04/2021 76 Episoden

Gesundheit braucht Qualitätsjournalismus

Richard Grasl über verständliche Gesundheitsinfos, Verantwortung der Medien und den Umgang mit Fake News

17.12.2025 19 min Staffel 10 Episode 7

Zusammenfassung & Show Notes

Gesundheit interessiert viele Menschen, ist aber oft komplex. Richard Grasl erklärt, warum Medien hier verständlich vermitteln müssen, ohne zu banalisieren oder Ängste zu schüren. Gleichzeitig warnt er vor Fake News und „Bubbles“, die gerade bei Gesundheit reale Schäden anrichten können. Und er zeigt, welche Formate helfen können: vom Podcast bis zu Events und neuen digitalen Angeboten.

In Folge 1 der 10. Staffel von „Igepha im Gespräch“ trifft Host Christina Nageler Medienmanager Richard Grasl im Studio. Im Fokus steht die Frage, wie Gesundheitsinformationen so aufbereitet werden, dass sie für viele Menschen wirklich nutzbar sind.
Richard Grasl beschreibt Gesundheitsjournalismus als Kernaufgabe: Komplexes verständlich machen, ohne falsche Sicherheit zu geben. Medien können keinen Arzt ersetzen, aber sie können Orientierung schaffen und Menschen auf Themen stoßen, die sonst untergehen würden. Als Beispiele nennt er große Aufklärungsschwerpunkte wie Darmkrebsvorsorge oder die HPV-Impfung.
Ein großer Block dreht sich um Vertrauen. Grasl betont, dass seriöse Gesundheitsberichterstattung auf Expertise, Recherche und konsequentem Gegencheck basiert. Denn gerade bei Gesundheit können Fake News verheerend sein. Er beschreibt auch, wie sich in der Corona-Zeit Informationsblasen gebildet haben und warum Algorithmen das Problem verstärken können.
Spannend ist der Blick nach vorn: Welche Formate erreichen Menschen heute am besten? Neben Artikeln nennt er Podcasts, Newsletter und Live-Veranstaltungen. Und er skizziert die Idee, Inhalte aus dem eigenen Archiv so zu nutzen, dass Menschen Fragen stellen können, ohne „das große Internet“ als Quelle zu nehmen.
Zum Schluss wird es praktisch: Grasl sieht Potenzial in der Zusammenarbeit mit Organisationen wie der IGEPHA, weil dort viel Wissen aus Forschung und Praxis vorhanden ist. Und er ordnet Selbstmedikation ein: hilfreich für leichte Fälle und als Entlastung fürs System, aber keine Alternative, wenn es ernst wird.

Keypoints
  • Verständlich erklären, ohne zu banalisieren oder Angst zu machen
  • Qualitätsjournalismus heißt: prüfen, gegenprüfen, einordnen
  • Fake News sind bei Gesundheit nicht „nur Meinung“, sondern ein Risiko
  • Neue Wege: Podcasts, Newsletter, Events und mögliche „Archiv-Chatbots“
  • Selbstmedikation kann entlasten, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung im Ernstfall
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