IGEPHA im Gespräch

Christina Nageler
Since 04/2021 77 Episoden

Self-Care ist kein Wellness-Trend sondern Gesundheitsverantwortung die man lernen muss

Medizinjournalistin Eva Greil-Schähs über mündige Patienten, seriöse Quellen und warum Prävention im österreichischen Gesundheitssystem noch zu kurz kommt

25.03.2026 38 min Staffel 11 Episode 1

Zusammenfassung & Show Notes

In der Auftaktfolge von Staffel 11 spricht Christina Nageler mit Eva Greil-Schähs, Ressortleiterin der Gesundheitsredaktion der Kronen Zeitung, über die Schnittstelle zwischen Gesundheitsjournalismus und Self-Care. Eva Greil-Schähs erklärt, warum Eigenverantwortung für die Gesundheit weit über Wellness hinausgeht, wie man seriöse von unseriösen Quellen unterscheidet und weshalb guter Gesundheitsjournalismus keine Angst schürt, sondern Orientierung schafft.

Eva Greil-Schähs ist seit Jahren als Medizinjournalistin für "Krone Gesund" tätig, hat Germanistik und Publizistik studiert und eine Ausbildung als Sanitäterin absolviert. In dieser Folge gibt sie einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen ihrer Arbeit.

Gleich zu Beginn räumt sie mit einem verbreiteten Missverständnis auf: Self-Care ist kein Lifestyle-Konzept. Es ist ein ganzheitliches Gesundheitsverhalten, das Schlaf, Bewegung, Ernährung, Stressmanagement und den bewussten Umgang mit Medikamenten ebenso umfasst wie das Wissen, wann professionelle Hilfe notwendig ist. Schnelle Lösungen gibt es dabei selten — Self-Care ist eine Lebensreise, die Kontinuität verlangt.

Die Corona-Pandemie hat laut Eva Greil-Schähs das Verständnis von Gesundheitsjournalismus nachhaltig verändert. Plötzlich stand das Fach im Scheinwerferlicht, und mit ihm die Verantwortung, in Echtzeit einzuordnen, zu beruhigen und zu erklären. Seither ist klar: Gesundheit ist nicht nur medizinisch, sondern auch sozial, politisch und emotional.

Ein zentrales Thema ist die Frage nach Qualität und Seriosität — im Journalismus wie bei der persönlichen Informationssuche. Eva Greil-Schähs erklärt, wie sie Quellen bewertet, warum Influencer-Reichweite kein Qualitätsmerkmal ist und weshalb Drama und Angstmache klare Warnsignale sind. Guter Journalismus dramatisiert nicht, er ordnet ein.

Zum Schluss macht sie einen konkreten Reformvorschlag für das österreichische Gesundheitssystem: mehr Investitionen in Prävention, Gesundheitsbildung schon in der Schule und ein strukturelles Umdenken weg von der reinen Behandlungsmedizin.

Keypoints dieser Folge:
  • ✅ Self-Care bedeutet Eigenverantwortung für die Gesundheit — aber nicht im Alleingang. Profis einzubeziehen, gehört dazu.
  • ✅ Corona hat Gesundheitsjournalismus vom Nischenthema zum gesellschaftlichen Relevanzthema gemacht.
  • ✅ Seriöse Quellen erkennst du an Transparenz, Impressum, zitierten Studien und Fachgesellschaften — nicht an Followerzahlen.
  • ✅ Guter Gesundheitsjournalismus schürt keine Angst, sondern gibt Orientierung und befähigt zu eigenem Handeln.
  • ✅ Österreich behandelt viel — aber Prävention, besonders in der Schule, bleibt noch deutlich zu kurz.

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