Klima Klartext mit Prof. Dr. Claudia Kemfert

Frankfurter Rundschau

#4 Wie sicher ist unser Strom?

25.01.2026 48 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge von Klima Klartext geht es um die Sicherheit der Energieinfrastruktur in Deutschland: Was passiert, wenn Strom plötzlich fehlt – durch Sabotage, Cyberrisiken oder Extremwetter? Prof. Dr. Claudia Kemfert ordnet den Berliner Stromausfall ein, erklärt, warum Deutschlands Netz grundsätzlich sehr sicher ist, und warum es bei Prävention, Krisenkommunikation und Zuständigkeiten trotzdem hakt.  Im Fokus stehen außerdem politische Baustellen wie das Kritis-Dachgesetz, die Rolle von Kommunen und der Schutz vulnerabler Gruppen. Kemfert macht sich für konkrete Lösungen stark: bessere Redundanz, Inselnetze und vor allem eine klare Forderung: Notstrom/Grundversorgung als Standard im Haus – besonders bei Neubauten, ähnlich wie beim Brandschutz. 

In dieser Folge von „Klima Klartext“, dem Podcast zur Klima- und Energiepolitik der Frankfurter Rundschau, geht es um eine Frage, die im Alltag oft unsichtbar bleibt: Wie sicher ist unsere Energieinfrastruktur – und was passiert, wenn der Strom plötzlich ausfällt? Gemeinsam mit Energieökonomin Prof. Dr. Claudia Kemfert schauen wir auf Risiken, Schwachstellen und Lösungen – von Sabotage über Cybergefahren bis zu Extremwetter.


Wenn Stromausfälle mehr als nur „kurz dunkel“ sind


Strom ist die Grundlage für nahezu alles: Heizung, Licht, Kommunikation, medizinische Versorgung. Die Folge nimmt den Stromausfall in Berlin als Anlass, über die wachsende Bedeutung von Resilienz zu sprechen. Kemfert ordnet ein, warum Ausfälle zwar selten sind, aber gravierende Folgen haben können – besonders dort, wo Informationen nicht ankommen oder kritische Einrichtungen nicht ausreichend abgesichert sind.


Deutschlands Netz ist stark – doch die Vorbereitung hinkt


Kemfert betont: Deutschland gehört bei der Versorgungssicherheit zur Weltspitze. Gleichzeitig zeigt der Berliner Fall, dass es nicht nur um Technik geht, sondern auch um Abläufe: Redundanz muss funktionieren, Krisenkommunikation muss schnell und verlässlich sein, und Zuständigkeiten dürfen nicht unklar bleiben. Entscheidend sei ein Wandel von Reaktion zu Prävention: Szenarien durchdenken, Prozesse üben, Verantwortlichkeiten verbindlich regeln.


Kritis: Schutz braucht Kommunen, nicht nur Betreiber


Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf der kritischen Infrastruktur (Kritis) und dem politischen Rahmen: Welche Regeln gelten, wo sind Lücken – und warum ist es problematisch, wenn Verwaltungen auf Landes- und kommunaler Ebene zu wenig eingebunden sind? Kemfert plädiert dafür, den Schutz nicht nur an technischen Vorgaben oder Schwellenwerten festzumachen, sondern vulnerable Gruppen stärker in den Mittelpunkt zu rücken – etwa Pflegebedürftige oder Menschen, die zuhause auf medizinische Geräte angewiesen sind.


Extremwetter als Stresstest für die Energieversorgung


Der Klimawandel verschärft die Lage: Starkregen, Überflutungen, Stürme oder Dürre können Energieanlagen und Netze beschädigen oder deren Betrieb einschränken. Die Folge zeigt, warum kommunale Klimaanpassung und Infrastrukturschutz zusammengehören – und weshalb die Energiewende auch eine Sicherheitsfrage ist.


Notstrom in jedes Haus 


Prof. Dr. Claudia Kemfert plädiert dafür, Vorsorge gegen Stromausfälle verpflichtend zu machen – ähnlich selbstverständlich wie beim Brandschutz. Ihre Forderung: Notstrom bzw. eine abgesicherte Grundversorgung in jedes Haus, vor allem bei Neubauten. Gemeint sind Mindeststandards, die im Ernstfall sofort helfen: Treppenhaus- und Sicherheitsbeleuchtung, eine Grundfunktion für Aufzüge, sowie minimale Kommunikationsmöglichkeiten (damit Informationen ankommen und Hilfe erreichbar bleibt). Solche Vorgaben würden nicht nur Bewohnerinnen und Bewohner schützen, sondern auch Rettungskräfte entlasten – und die Resilienz insgesamt erhöhen.


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Quellen zur Sendung

https://dserver.bundestag.de/btd/21/025/2102510.pdf




Transkript

Klimaklartext, der Podcast zur Klima - und Energiepolitik, klar, verständlich, faktenbasiert. Mit Professor Dr. Claudia Kemfert. Wie oft waren Sie heute schon auf Strom angewiesen? Vom Wecker über den Wasserkocher bis zum Lichtschalter. Und ja, viele Heizungen funktionieren ja auch mit Strom. Strom ist wie selbstverständlich da wie Wasser und Atmen, oder? Und wenn er plötzlich fehlt, dann wird ziemlich schnell deutlich, wie groß unsere Abhängigkeit ist. Dabei reichen oft schon Kleinigkeiten für den Stromausfall. Es müssen nicht immer große Anschläge sein, wie etwa der auf das Berliner Stromnetz Anfang Januar. Auch technische Störungen, vor allem Extremwetter, Überschwemmungen, können dazu führen, dass plötzlich kein Strom mehr fließt. Genau darum geht es in dieser vierten Folge Klimaklartext, der Videopodcast der Frankfurter Rundschau zur Energie - und Klimapolitik mit Professor Dr. Claudia Kemfert. Wie sicher ist die Energieinfrastruktur in Deutschland? unser Thema in dieser Folge. Normalerweise sitzt an dieser Stelle meine Kollegin Kristin Langen, aber sie ist leider krank geworden. Gute Besserung von dieser Stelle und so habe ich nun auf ihrem Stuhl Platz genommen und habe das außerordentliche Vergnügen mich mit Professor Dr. Claudia Kemfert zu unterhalten. Frau Kemfer, schönen guten Tag. Ja, freut mich sehr und gute Besserung auch an die Kollegen. Bevor wir zu unserem Schwerpunkt kommen, müssen wir noch über zwei wichtige Ereignisse sprechen zum Anfang des Jahres, die auch indirekt oder direkt was mit dem Klimawandel zu tun haben. Zum einen die USA haben Venedigso Elas Präsident Maduro entführt und die USA drohen Grönland. Sie wollen, dass Grönland Teil der USA wird. Jetzt haben diese beiden Meldungen auf den ersten Blick mit dem Klimawandel vielleicht erstmal recht wenig zu tun, eher so eine, ich sag mal, politisch -gesellschaftliche Ebene, aber eben auch eine energiepolitische. Bevor wir jetzt ins Thema einsteigen, kurz die Frage, was haben Sie so gedacht, als Sie Anfang dieses Jahres diese beiden Meldungen zur Kenntnis genommen haben? Na ja, es wird immer wilder, habe ich gedacht. Es geht hier ja um geopolitische Macht, die ausgeübt wird, basierend auf fossile Energie. Also man will sich entsprechend die Vorsorge oder die Versorgung mit fossiler Energie sichern an der Stelle und das nenne ich Fossilokratie und ich finde, das ist Fossilokratie at its best. Also, wo wirklich jetzt Macht ausgeübt wird, um fossile Energien zu gewinnen, um geopolitische Einflussmöglichkeiten zu erweitern, um sich die Welt aufzuteilen. Und das habe ich gedacht, als ich das zum ersten Mal gehört habe. Kann man denn wirklich ganz klar sagen, dass Maduro von den USA entführt wurde, weil es tatsächlich eigentlich nur ums Öl geht? Na, so eindeutig kann man es natürlich nicht zuordnen. Es gibt immer verschiedene Gründe, die da noch eine Rolle spielen, aber es geht ganz sicher auch ums Öl. Und das liegt daran, dass Venezuela eines der weltweit größten Ölvorkommen besitzt. Und die kann man erschließen, und die bringen sehr viel Geld. Die bringen Macht, und die bringen Einfluss, und das ist das, woran der US -amerikanische Präsident am meisten interessiert ist. Also insofern ist das schon sehr auffällig, dass es so gekommen ist. Trump fordert ja auch öffentlichkeitswirksam, dass Grönland ebenfalls zur USA gehören solle. Auch hier spielen fossile Energien eine große Rolle. Unter dem Eis der Insel liegen enorme Vorräte an Öl und auch an Gas. Würden Sie sagen, dass fossile Rohstoffe der zentrale Grund für diese Aktion der USA sind oder geht es, wie Trump sagt, wirklich um die nationale Sicherheit, um sozusagen gewappnet zu sein vor einer Annexion Grönlands durch China oder Russland? Also es geht sicherlich um alles, weil Grönland ist dieses Streitfeld nicht zum ersten Mal Thema. Also aus der Klimaforschung kennen wir das schon ganz lange, über mehrere Jahrzehnte, weil wir wissen, dass wenn der Klimawandel ungebremst voranschreitet, das grönländische Eis abtaut und damit sehr kostbare Rohstoffe leichter zu erschließen sind. Das ist nicht nur Öl und Gas, das sind auch seltene Erden, das ist auch Uran, das ist Gold, das sind Platine, das sind ganz, ganz wichtige Rohstoffe. Und deswegen gab es ja schon in der Vergangenheit häufiger Ambitionen, auch von Russland. China habe ich jetzt noch nicht so aktiv wahrgenommen, aber sicherlich auch. Und es ist ein Szenario, was man sicherlich sicherheitspolitisch auch durchdenkt auf der Weltbühne. Aber daran habe ich als allererstes gedacht, als ich dachte, oh, jetzt geht es auch noch um Grönland. Da spielt der Klimawandel natürlich eine Rolle. Und ironischerweise leugnet der US -amerikanische Präsident ja den Klimawandel, nutzt ihn aber jetzt. Die wirtschaftlichen Chancen des Klimawandels, das ist ja häufig dahinter. Und das ist hier bei Grönland ganz, ganz offensichtlich. Genau, wollen wir da noch mal ein bisschen vertiefend reingehen. Wie hängt der Klimawandel damit eigentlich zusammen? Also was sind sozusagen dann folgen, indirekt oder direkt? Der Klimawandel führt ja dazu, dass die Erderwärmung weiter voranschreitet. Das heißt, das Grönlandeis taut schneller ab und auch intensiver. Die Temperatur steigt, das sieht man ja aktuell schon, und dann werden diese seltenen Erden leichter erschließbar. Und das ist das, was dahintersteht. Und deswegen interessiert man sich dafür von allen Anrainerstaaten, muss man sagen, auch in der Vergangenheit, ich erinnere mich schon vor, ich denke, 20 Jahren haben wir das diskutiert, auch im Fachkreisen, dass das ein Thema werden wird. Wenn wir es nicht schaffen, den Klimawandel einzudämmen, dann wird Grönland ein ganz zentraler Region werden von allen Anrainerstaaten, weil Russland ein ganz langer Anrainerstaat ist oder ein großer Anrainerstaat, aber auch Norwegen, USA und andere, die da Ambitionen haben. Und das spielt sicherlich dann eine Rolle. Weil Sie gerade noch Russland angesprochen haben, jetzt scheint es ja so, dass Donald Trump da ziemlich auf die Tube drückt. die Stress jetzt? Also warum gerade jetzt? Können Sie sich das irgendwie erklären, warum er da sozusagen so ein Drohgebärde aufbaut? Also ich kann mir bei Trump ehrlich gesagt gar nichts mehr so richtig erklären. Also er ist ja so erratisch und heute dies Morgen – das ist halt sicherlich ein Drehbuch, das können die als amerikanischen Forscherinnen besser erklären, was er da befolgt, das kennen wir ja. Aber ganz sicher geht's darum, die Welt einfach in Angst und Schrecken zu versetzen. Aus meiner Sicht spielt die Fossilokratie eine große Rolle, weil ich die Energieabhängigkeit dahinter sehe. Die fossilen Energien, Trump leugnet den Klimawandel, Trump sagt Drill, Babydrill im eigenen Land, er will Geschäfte machen, er will Deals machen für seinen eigenen Gasunternehmens wissen, wir ja schon, 700 Milliarden Gasdeal mit Europa, er will Geschäfte machen für die US -amerikanischen Ölkonzerne in Venezuela und so weiter. Und darum geht's aus meiner Sicht. Aber es gibt mit Sicherheit auch noch andere Gründe, die ich jetzt so nicht aufzählen kann, aber es ist alles sehr wild. ist sozusagen auch die politische Ebene ja dann quasi guter Mittel zum Zweck. Genau, richtig. Die politische Ebene ist guter Mittel zum Zweck und das ist auch Teil dieser Fossilokratie, weil politische Legitimität wird hier einfach eingesetzt, um bestimmte Machtinteressen auszuüben und fossile Energien zu erschließen, um damit noch mehr Gewinne zu machen, um damit noch mehr wirtschaftliche Macht zu haben. Geopolitische und wirtschaftliche Glauben Sie, wie realistisch ist das wirklich, dass die USA und Grönland am Ende vielleicht sogar kaufen und sagen, hier, batzen Geld und los geht's? Keiner weiß es. Also ich kann es auch nicht sagen. Es ist im Moment natürlich etwas, was uns alle beschäftigt. Mich wundert die sehr zögerliche Haltung Europas. Da sollte man einfach auch mal gegen halten. Zum Beispiel den Gas -Deal rückgängig machen. Würde mir als allererstes einfallen, 700 Milliarden Euro Gas aus den USA brauchen wir nicht, wir machen uns wieder nur abhängig von einem eratisch agierenden Präsidenten und das dürfen wir uns nicht gefallen. Und das würde ihm ja richtig weh tun. Das würde ihm richtig weh tun, weil er braucht Europa, um sein Gas zu verkaufen. Wenn das wegfällt, dann hat er Schwierigkeiten. Dann haben auch die Gasunternehmen Schwierigkeiten. Er erschließt im Moment ja in den USA am Moment noch mehr Förderquellen mittels Fracking Gas, der Umwelt - und klimaschädlich, und er baut auch die ganze Infrastruktur aus. Das heißt, er ist auch angewiesen auf Europa, dieses teure Gas zu kaufen, was wir im Grunde genommen nicht brauchen, weil wir hätten Alternativen und ehrlich gesagt wären wir noch lieber, wir machen endlich die Energiewende und bauen nicht wie Deutschland jetzt plant noch mehr Gaskraftwerke aus, sondern lässt das mal, baut die nicht aus, sondern baut die erneuerbaren Energien aus. Das sind ja Friedensenergien, die oder auch das Energiesparen in den Vordergrund rücken, weil Gas ja auch zum Heizen eingesetzt wird. Das wäre relativ möglich. Und warum wir das nicht machen, ist mir ein Rätsel, warum man sich dann noch wieder so abhängig Gas ist einfach die falsche Strategie. Im Worst Case, glauben Sie, dass wir so ein, wenn Trump sozusagen sich Grönland greift, Venezuela ist ja quasi schon Teil indirek der USA, wenn man so will, glauben Sie dann ein Revival, eine Wiederbelebung der fossilen Energien dadurch? Also das ist das, was Trump will. Er will ja ein Revival der fossilen Energien. Sie waren ja auch nie weg. Sie sind ja immer da, auch latent, aber sie sind auf dem absteigenden Ast, weil die erneuerbaren Energien immer billiger werden und auch die Investitionen weltweit in erneuerbaren Energien sehr viel höher sind als in fossilen Energien. Die Erschließung fossiler Energien wird immer teurer, wird immer komplizierter, aber das sieht er ja, da reagiert er und nimmt das einfach, reißt sich das unter den Nagel sozusagen und will das erschließen und das steckt dahinter und deswegen ist es eine reine Auswirkung jetzt der fossilen Energien umdrehen. Macht und Geopolitik auszubauen. Vielen Dank für die Einschätzung bisher hier. Zurück nach Deutschland. Hier sind wir in das Jahr mit einer schockierenden Nachricht aus Berlin gestartet, dass es einen Anschlag auf das Berliner Stromnetz gab. Kein Problem, könnte man denken, aber auf sowas ist man ja auch vorbereitet. War man aber nicht. Tausende Haushalte hatten tagelang keinen Strom. Ja, und passend dazu wird seit geraumer Zeit politisch über die kritische Infrastruktur gesprochen. Konkrete Maßnahmen, bisher Fehlanzeige. Wie sicher ist die Infrastruktur in Deutschland? Bevor wir darauf schauen, hier eine kurze Erinnerung, was passiert ist. Nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Südwesten Berlins waren Anfang Januar rund 45 .000 Haushalte und mehr als 2 .000 Unternehmen ohne Strom. Auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen waren betroffen. Erst nach vier Tagen konnte die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt werden. Der der erste Stromausfall in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg. In den vergangenen Jahren kam es in Deutschland wiederholt zu Stromausfällen durch Anschläge, Sabotage oder technische Störungen. Doch auch Extremwetterereignisse wie Stürme und Starkregen führen zunehmend zu Ausfällen der Stromversorgung. Die Energieversorgung gehört zur sogenannten kritischen Infrastruktur, kurz Kritis. Dazu zählen Einrichtungen, die für das staatliche Gemeinwesen von zentraler Bedeutung sind, etwa Krankenhäuser, Wasserversorgung oder Telekommunikationsnetze. Ihr Ausfall hätte gravierende Folgen für die öffentliche Sicherheit und Versorgung. Bereits vor einigen Jahren stellte das Europäische Parlament fest, dass die Schutzmaßnahmen für kritische Infrastrukturen in der EU nicht ausreichen. Deshalb wurde 2022 eine EU -Richtlinie verabschiedet, die alle Mitgliedstaaten zu besseren Schutzmaßnahmen verpflichtet. In Deutschland befasst sich der Bundestag mit dem sogenannten Kritis -Dachgesetz, das die Resilienzkritische Anlagen stärken soll. Parallel dazu wird eine nationale Strategie zum Schutz kritischer Einrichtungen überarbeitet. Die nationale Strategie hätte zum 17. Januar dieses Jahres fertiggestellt werden sollen. Dies hat Deutschland aber nicht getan. Das zuständige Bundesinnenministerium teilte auf Anfrage mit, das BMI strebt eine rasche Finalisierung der Strategie an. Auch das Kritis -Dachgesetz hätte bereits im Oktober umgesetzt werden müssen. Aufgrund der Verzögerung hat die EU -Kommission bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Frau Kemfert, Sie leben ja auch in Berlin. Was haben Sie gedacht, als Sie das gehört haben? Waren Sie eigentlich selber betroffen bei dem Stromausfall? Ich war selber nicht betroffen, aber ich wohne gar nicht so weit weg von der Anlage, wo das passiert ist, die sabotiert worden ist. Am Telto -Kanal gehe ich regelmäßig. ich spazieren und kenne das. Also da war ich schon erstaunt, weil das ja nicht das erste Mal ist. Wir hatten gerade im September 25 auch einen Anschlag. Da waren Menschen in meinem Team betroffen. Deswegen, wir haben mir das erzählt, wie schlimm das war. Und da hätte ich jetzt gedacht, dass man sich sehr viel stärker noch darauf vorbereitet. Also ich glaube, dass man so Einrichtungen schwer schützen kann, also zumindest so offene Stromleitungen schwer schützen kann. Aber ich war schon erstaunt, dass die Redundanz nicht funktioniert hat, dass man auch die Wege der Kommunikation schwierig waren und überhaupt die ganze Krisenversorgung, die ja eigentlich bestimmten Abläufen geschuldet ist oder so funktionieren muss, weil man es ja kennt. Und diese Gruppe, die sich da bekannt hat, war ja nicht nur September 25, die war ja schon vorher mal aktiv, 2018 weiß ich noch. 2011, also das ist ja nicht das erste Mal, da wundert es mich schon, dass, wie es passiert ist und was da alles passiert ist, ja. Und vor allem auch die Dimension. Die Dimension, genau, also, ja, die Dimension kann ich dann schon verstehen, wenn man die Redundanz da nicht so ganz gewährleistet hat, aber die Krisenversorgung, die fand ich dann schwierig, die Abläufe, die eigentlich gut funktionieren müssen, von der Kommunikation. Also die Menschen haben ja berichtet, sie wussten überhaupt nicht, sie haben nichts mitbekommen, es war alles dunkel. Da muss sofort ein Apparat an Kriseninformation stattfinden, Information. Es muss Notstromaggregate geben, es müssen Pflegeeinrichtungen entsprechend, also nicht nur Rechenzentren, sondern auch Pflegeeinrichtungen. Krankenhäuser sowieso, die sind ja auch entsprechend vorgesorgt, aber da war mir, das war mir zu chaotisch, zu seltsam. Am Ende kam man irgendwie noch mit Gutschein für Hotels, aber da war, irgendwie war das schon drei Tage. um. Also es war ein bisschen seltsam und das sollte man auch vermeiden. Jetzt mal ganz persönlich gefragt, wenn Sie sagen, so was passierte ja schon mal und offenbar kann man ja auch selber mal davon betroffen sein. Haben Sie vielleicht ein Notstromaggregat im Keller zu Hause oder Ravioli für drei Wochen oder keine Ahnung? Was hat denn Frau Kemfert zu Hause, um sich darauf vorzubereiten? Wir haben kein Notstromaggregat. Das wäre aber etwas, was wichtig wäre, was wir mal jetzt in der nächsten Zeit überdenken sollten, das zu ändern. Ich selber, durch den Stromausfall, den jetzt auch in meinem Team geschildert wurde, die da saßen, ohne Licht habe, Kerzen, also Lichtquellen, ich habe Batterien, ich habe so Powerbanks mir hingelegt und ich habe noch ein uralt Radio, was ich eigentlich zum Recyclinghof bringen wollte, was noch so mit Batterien funktioniert, wo man so eine Antenne rausziehen kann, das muss man Ja, wo man so eine Antenne rauszieht, das habe ich ewig da liegen gehabt und wollte es eigentlich wegbringen und das habe ich jetzt liegen gelassen. Obacht. Genau, und habe es gefüllt mit Batterien und hoffe einfach, dass in dem Moment, wenn man ja nichts hat, dass dann auch entsprechend informiert wird, also über so einen Kanal, weil man hat ja auch keinen, in dem Fall war es ja sogar so, dass die Handys nicht funktionieren, es haben gar nichts funktioniert, der Notruf nicht funktioniert, also das ist schon gravierend. Also wir haben jetzt zwar vielleicht mal kurz gelächelt und so, aber es ist natürlich eine ganz fruchtbare Situation, dass sich die Menschen befinden und wenn sie gerade sagen, mit der Antenne und so ein altes UKW -Radio, wenn man überlegt, dass der UKW auch bald abgeschaltet werden sollte, das kommt ja auch noch dazu. Also wie informiere ich die Menschen eigentlich, wenn kein Internet geht und so weiter und so fort? Ich glaube, da müsste man vielleicht auch mal drüber nachdenken. Absolut, ja, und da sind auch Informationsprofis gefordert und entsprechend das mal zu durchdenken, wie das funktionieren kann und wie man das hinbekommen kann. Gut, man kann immer mit Polizeivagen durchdenken. Straßen fahren und den Menschen irgendwas zurufen. Also das wäre mal so das Mindeste, denke ich, aber gerade in, also vulnerable Gruppen, ältere Menschen, Pflegeeinrichtungen, da muss doch mehr passieren. Sie haben Redundanz angesprochen, Sie haben angesprochen, Kabel überirdisch, die überirdisch verlegt werden. Darüber werden wir uns jetzt genau auch gleich noch im weiteren Verlauf der Sendung unterhalten. Wir haben im Einspieler gerade gehört, es gibt zum einen das Kritis -Dach -Gesetz, das aktuell im Bundestag bzw. im Innenausschuss diskutiert wird. Dazu gab es ja am 1. Dezember 2025 eine Anhörung in eben jenem Innenausschuss. Und dort hat Manuel Atug, Gründer und Sprecher der AG Kritis, gesprochen. Die AG Kritis ist ein Zusammenschluss von ungefähr 40 Fachleuten, die sich mit kritischer Infrastruktur beschäftigen. Und wir hören mal rein, was Manuel Attuk zum Kritik -am -Dach -Gesetz gesagt hat. Die enthaltenen Sektoren, die in dem Gesetz stehen oder in dem Entwurf, sind höchst lückenhaft der Sektor. Verwaltung ist dekorativer Natur. Jeder Schweizer Käse hat weniger Löcher, als in diesem Entwurf die vorhandene Definition irgendwie aufzeigt. Die Bundesverwaltung wird minimal adressiert. Landes - und Kommunalverwaltungen sind von den Regelungen nicht betroffen. In § 22 Ausnahmebescheid wird selbst diese Mangeldefinition noch weiter relativiert. Frau Kemfert, worauf Herr Atug hier anspielt, ist, dass der Entwurf des Kritis Dachgesetzes Regelungen für Betreiber von zum Beispiel Stromnetzen vorsieht, nicht aber für Landes - und Kommunalverwaltung. Warum ist das ein Problem? Ja, also es ist zu technisch ausgerichtet. Die Verwaltungen müssen ja mit einbezogen werden, denn die sind ja diejenigen, die vor Ort am Ende regeln, welche Hilfskräfte im Einsatz sind und auch die Informationen geregelt oder dort über geregelt wird und das ganze Programm, was letztendlich darüber ablaufen muss. Und wenn die nicht mit einbezogen sind, dann erleben wir das, wie man es jetzt erlebt hat, nämlich völlig chaotisch oder zumindest nicht gut reguliert und auch nicht gut im Einsatz. Und deswegen ist es wichtig, dass auch die Verwaltungen damit drin sind. Darüber hinaus müssen Betreiber nur dann vorsorgen, wenn sie darauf ausgelegt sind, mehr als 500 .000 Personen zu versorgen. Wer also von kritischer Infrastruktur abhängig ist, die weniger Menschen vorsorgt, hat dann Pech gehabt? Und da hält dann im Störfall keine Versorgung. Haben wir das richtig verstanden? Ja, leider. Das ist auch komisch. Das müsste anders sein, denn das kann nicht nur von der Personanzahl abhängen, sondern das muss davon abhängen, welche kritischen Einrichtungen, wo pflegebedürftige Personen, also vulnerable Gruppen sind. Und die können ja auch in 500 .000 Menschen leben. Also das erschließt sich mir gar nicht, warum die nicht mit einbezogen sind. werden. Und das meint man ja hier auch offensichtlich, wenn man vom Schweizer Käse redet, der sehr löchrig ist, das gehört dazu. Und wenn man sich das so vergegenwärtigt, dann könnte man mir vorstellen, kommt der ländliche Raum da ja auch nicht besonders gut weg, weil da 500 .000 Menschen sozusagen in einem Kerngebiet zu haben, ist auch eher schwierig. Ja, und das ist ja auch wichtig, dass auch der ländliche Raum mit berücksichtigt wird, weil wenn es dort bestimmte Ausfälle gibt oder eine Krise auftritt, muss ja auch der ländliche Raum mit versorgt werden. Da können ja auch vulnerable Gruppen wohnen, da können ja auch bestimmte Bereiche sich ansammeln, die wichtig sind in einer solchen Krise. ist die Ausrichtung auf bestimmte Personenzahlen, denke ich, der falsche Ansatz. Wenn man da so einen Strich drunter zieht, wie ordnen Sie insgesamt diesen Entwurf des Dachgesetzes insbesondere in Bezug auf Energieinfrastruktur ein? Also grundsätzlich finde ich ganz gut, dass man zumindest endlich mal die Klimakrise, die Extremwetter mit einbezieht. Das ist sehr explizit drin, sabotagetechnische Defizite, das ist ja hier dieser All -In -Ansatz, den ich ganz gut finde. Das ist zum ersten Mal so, aber es fehlen andere Aspekte, die wir gerade schon besprochen haben, dass das durchdekliniert werden muss, dass es nicht nur auf Bundesebene, sondern auch die Länder, die Kommunen, dass es da Abläufe gibt, dass da einzelne Bereiche auch klar definiert sind und auch dann entsprechend die vulnerablen Gruppen, die klar geguckt werden. Also nicht nur Rechenzentren, Krankenhäuser ist klar, oder auch bestimmte Bereiche, aber gerade die vulnerablen Gruppen, also das fehlt mir an der Stelle. Dass es da noch detaillierter geht oder zumindest darauf auf... ist und die gesamte Kommunikationsablaufkette, die wir jetzt ja auch gesehen haben, die lückenhaft ist, das müsste man garantieren. Wir haben ja gerade gehört, die Anhörung läuft, also mit anderen Worten ist es ja auch ganz gut, dass da noch nichts beschlossen ist, dass man sozusagen noch nachjustieren kann, wenn ich es richtig verstanden habe. Da muss noch was kommen. Ja, das finde ich schon. Und auch die Kaskadeneffekte, die auftreten können, also dass man ja nicht nur die Stromversorgung hat, die Ausfälle, das hat man jetzt ja auch also es hängt ja ein Rattenschwanz an Effekten dran, die man mitdenkt im Moment schon. Das wird ja angeteasert, aber da muss noch mehr kommen, was einerseits diese gesamte Aspekte der Bund, Länder, Kommune, Zusammenspiel angeht, aber was auch die Einbeziehung von vulnerablen Gruppen, also dass man da explizit mehr diesen Aspekt mit drin hat. Zusätzlich sollte ja zum 17. Januar die Überarbeitung der Strategie zur Verbesserung der Resilienzkritischer Einrichtung verabschiedet werden. Das wurde ja von der EU gefordert. Wir haben es im Einspieler gehört. Passiert ist das bisher aber noch nicht. Dann muss man natürlich den Hinweis geben, wir zeichnen am Mittwoch den 21. Januar auf. Vielleicht passiert ja noch was. Ganz kurz zum Verständnis, wo ist jetzt eigentlich der Unterschied zum Kritikdachgesetz und jetzt zu dieser nationalen Strategie, dass man das so ein bisschen auseinanderhalten kann. Also die Strategie ist eine Strategie. Also da geht es ja darum, die ganzen Punkte, die wir gerade besprochen haben, dass das alles definiert wird, reinkommt, dass man einerseits die gesamte Konglomerat an Krisen mit einbezieht, nicht nur technisch, sondern auch durch Klimawandel und Sabotage, Cyberrisiken, also dass man das als Strategie alles mit drin hat und dann auch durchdekliniert. Was heißt das jetzt? Welche Strategie auch für die Kommunen als Strategie definiert? Das Gesetz bedeutet natürlich am Ende, da geht es dann schwarz auf weiß darum, wie wird das geregelt? Wer ist wann wofür zuständig? Wer haftet am Ende auch? wenn solche großen Schäden auftreten und so weiter. Das ist natürlich nochmal was anderes. Aber wichtig ist, dass man das schon auch schwarz auf weiß hat, also dass es auch konkreter wird. Denn eine solche Strategie, Papier ist geduldig, wenn man das nicht durchdekliniert und auch wirklich verbindlich macht. Also nicht nur freiwillig, wie es jetzt im Moment ist, sondern verbindlich für die Kommunen, ihr müsst das und das und das umsetzen, dafür haftet ihr am Ende auch oder zumindest ist gesetzlich geregelt, wer da was wie wo macht. Damit es besser geregelt ist und diese schlimmen Auswirkungen auch entsprechend besser im Griff hat. Also das eine baut auf dem anderen auf sozusagen? Das eine baut auf dem anderen auf, genau. Das eine ist das Dach, die Strategie, das andere ist das konkrete Gesetz, was da angeboten ist. Schönes Bild, auch Dach, dass es auch jeder versteht. Ja, ja, genau. Das ist sozusagen das schützende Dach sozusagen über Deutschland. Das ist dann hoffentlich. Und dann die Strategie, was muss wann wie wo passieren, die ganzen Kaskadeneffekte. Die alte Strategie ist schon 20 Jahre. von 2009 ist, die wurde auch ein bisschen zeitgern, oder? Ja, absolut. Also ich meine, 2009 hat man die Gefahren, die Cybergefahren noch nicht so, die geostrategischen Gefahren noch nicht so, die Klimagefahren kommen ja aktuell dazu, Sabotage, technische Defizite, gut, das wusste man da auch schon. Aber es ist eine dringende Überarbeitung notwendig und das ist auch das Gute am ersten Entwurf, dass man zumindest auch die Energie und auch die Klimagefahren, das adressiert. Das halte ich auch für sinnvoll und wichtig. Was sind denn für Sie so zentral wichtige Aspekte in der Strategie bezogen jetzt auf Energieinfrastruktur und gibt es vielleicht auch Aspekte, die fehlen aus Ihrer Sicht? Ja, also ich finde wichtig, dass sich, was ich gerade schon sagte, dass man es auch in der Gesamtheit sieht, dass man es nicht nur als technische Krise einordnet, sondern dass man es übergeordnet sieht, dass es durch Klimawandel entstehen kann, durch Sabotage, durch bestimmte technische Defekte, die auftreten können, aber dann auch in der Summe die... Bausteine gut ineinanderführt, also über den Bund, Länder, Kommunen, aber dann auch die ausrichtet, wer ist wann wo dafür zuständig, wer finanziert das Ganze, nicht nur freiwillig, sondern wirklich verbindlich, das wäre mir noch wichtig, dass es wirklich verbindlich auch umgesetzt wird, damit diese ganzen Schutzpläne auch wirklich aufgestellt werden. Weil im Moment ist Deutschland, typisch Deutschland, sehr reaktiv. Was wir brauchen, ist Prävention. Und diese Präventive, da sind wir ja schlecht, das haben wir mit Corona gesehen, wir sehen es beim Klimawandel, wir sind einfach schlecht in der Vorbereitung auf bestimmte Krisen. Und das muss sich allein schon vom Mindset mal ändern, dass man, wie jeder jetzt da irgendwie, auch so wie ich, so ein Radio sich dahin legt, ist ja auch nicht selbstverständlich. Und das muss auf Bundesebene oder auch in den Kommunen sehr viel stärker mal durchdekliniert werden, dass man es auch mal übt, dass man guckt, was passiert in bestimmten Krisenfällen. Polizei und so weiter, die kennen das alles, wie beim Brandschutz, das übt man ja auch ständig. hier muss, aber hier gibt es eben noch mehr als nur Brandschutz. Absolut, also wir haben ja auch über die Extremwetterereignisse reden wir auch gleich nochmal, aber ich möchte jetzt gar nicht diese schlimme Wortkrieg in den Mund nehmen, aber das ist ja sozusagen auch Teil der Resilienz, die man sich ja dann auch selber für sich sozusagen nochmal sagt, ok, alles klar, ich habe ein Radio, ich habe sozusagen ein paar Reserven, ohne jetzt irgendwie den Prepper geben zu wollen, aber es ist ja schon wichtig. Ja, gut, Prepper, da muss man sich jetzt auch nicht reinsteigern, so Krisen können nur auftreten und wir wissen alle, jeder kriegt täglich irgendwie auch so komische E -Mails oder so. Ja, also Cybersicherheit ist absolut wichtig und da muss man sich einfach drauf vorbereiten und das kann einfach passieren, dass da Lücken sind, wir kennen das ja auch, hat jeder schon mal erlebt, aber auch Anschläge jetzt auf das Stromnetz, da kann man sich auch ein bisschen besser drauf vorbereiten durch technische Redundanz, aber hier geht es wirklich auch darum, dass... Jeder so eine gewisse Sensibilität hat, ohne jetzt in Panik zu verfallen. Das wollen wir definitiv nicht. Nein. Und die Krisen können auftreten, das wissen wir alle. Im Moment sind wir in einer schwierigen geopolitischen Fahrwassersituation, aber wir sind da auch gut vorbereitet und können uns auch gut vorbereiten. Darum geht es noch. Wir sind der Wohlfühl -Podcast. Der Frankfurter Rundscherbe. Ja, wir sind der Wohlfühl -Podcast. Aber … Wir sagen, wie es ist, aber sozusagen … Wir sagen aber auch, wie es ist, dass man jetzt wirklich nicht in Panik verfallen muss, weil wir haben das alles schon relativ gut im Griff. Laut RBB liegen vom Betreiber Stromnetz Berlin schon 99 Prozent der rund 35 .000 Kilometer Kabel unter der Erde und dieses letzte Prozent, was ja total wichtig ist, soll jetzt in den nächsten Jahren folgen und der Sprecher hat auch gesagt, und das ist auch der allerbeste Schutz. Alles, was in der Erde ist, kann man nicht gut anzünden. Er hat recht. Ist das eine praktikable und realistische Lösung, das gesamte Stromnetz unter die Erde zu legen, auch auf dem Land? Ja, also grundsätzlich hat er schon recht, also gerade in einer Stadt wie Berlin ist das schon richtig, aber es gibt ja jetzt auch die Ausbaupläne für Stromnetze, das unter die Erde zu legen. Das ist einfach sehr aufwendig, ist sehr teuer. Auch dagegen gibt es dann wieder Vorbehalte und es ist nicht so praktikabel. Also wir können nicht alle Stromnetze, die wir in Deutschland haben, unter die Erde legen. Das ist auch nicht das, wie man es macht. Man macht das über Redundanz. Das heißt, man hat verschiedene Leitungen. Eine springt ein, wenn die andere ausfällt. Das ist hier in Berlin schiefgelaufen. Das dürfte eigentlich so nicht passieren. Da hat man über einen einzelnen Abzweig, das wusste man offensichtlich, die Gegner wussten das sehr genau, das nicht so einhalten können. Und das kann man aber abstellen. Da muss man nicht alles verbuddeln. Und sei die Anmerkung auch erlaubt, man kann auch unter der Erde Dinge verändern. Oder Terroristen können alles, die können auch Pipelines in die Luft springen. Also wenn man es will, geht auch das. diesem Willen geht alles Mögliche kaputt. Aber wir sind hier kein Podcast, um Anleitungen zu geben, die Terroristen entsprechend den eigentlichsten Anschlag planen. Aber grundsätzlich gesehen kann man das ganz gut technisch händeln. Das geht ja sozusagen um das Grundverständnis, wie alles funktioniert. Sie haben es jetzt Redundanz schon ein bisschen angesprochen, können Sie es nochmal ganz klar erklären, wie das genau funktioniert eigentlich? Ja, Redundanz heißt einfach, wenn eine Leitung ausfällt, springt eine andere ein. Das ist immer eine Doppelstrategie da. Es ist immer N -1. Es ist immer, wenn etwas passiert, das hatten wir jetzt auch beim Stromnetz, wo es mal Blackouts gab, auch regional, dann ist es sehr selten, dass es dann ganz überschwappt. Das hatten wir ganz selten in ganz Europa, dass man wirklich da mal einen großflächigen Blackout hatte. Üblicherweise passiert das nicht, wenn eine Leitung ausfällt, das tägliche Geschäft, springt eine andere ein. Und Deutschland hat damit das sicherste Stromnetz der Welt. Um das auch mal deutlich zu sagen, wir haben ganz geringe Ausfallzeiten. Ländern ganz ganz anders aus. Also insofern ist das schon wirklich ein seltenes Phänomen, aber es passiert. Und hätte aus meiner Sicht an der Stelle nicht unbedingt passieren müssen, aber die Techniker werden mir jetzt irgendwas hinterher rufen und sagen, also ging wahrscheinlich an der Stelle nicht anders, aber üblich ist es nicht. Okay, aber das ist schon mal eine gute Aussage, dass Deutschland eines der sichersten, wenn nicht das sicherste Stromnetz der Welt hat. Ja, also mit die geringsten Ausfallzeiten, also wir sind da ganz oben auf der 2. Ansatz, ja schon zum Teil auch bei Krankenhäusern, sie haben sie auch schon gesagt, zum Einsatz kommen sogenannte Inselnetze. Was ist das genau? Inselnetz heißt, dass man sich vom großen Stromnetz abkoppeln kann in dem Moment. Also beispielsweise ein Krankenhaus, wo jetzt ein Stromblackout stattfindet oder irgendwo eine Krise ist oder wo man sich abkoppeln kann. Dann hat man eine Insel, das heißt dort wird lokal Strom erzeugt und benutzt und gespeichert, ginge ideal auch mit erneuerbaren Energien, wenn Solarenergie beispielsweise im Speicher ge - speichert wird und man das dann auch für eine bestimmtes Quartier beispielsweise nutzen kann oder allein für ein Haus. Geht das natürlich auch. Auch eine Möglichkeit, um sicheres Silienta übrigens zu machen, den man an Balkonkraftwerke oder Balkon -Azola -Anlage hinstellt oder nimmt und dann ein Speicher dazu. Zusätzlich zur Batterie, was wir gerade schon hatten, Wasserbatterie und Mini -Travo Radio, hat man zumindest ein bisschen Strom, was man dann tagsüber nützt und könnte. Aber die Inselnetze ist groß, also ist zum Beispiel ein Krankenhaus, ist eine Pflegestation, ist ein Rechenzentrum. Die funktionieren so, die können sich dann im Krisenfall abkoppeln. Das sind sogenannte Inselnetze und da gibt es auch Diskussionen in der Fachwelt, ob man nicht noch mehr Insellösungen hat. Der Vorteil bei großen Stromnetzen ist, dass man sich einfach koppelt an Effizienzen und man da auch den Stromhandel europaweit hat und das hat viele Vorteile. jetzt wo die Nachfrage nach diesen Notstromaggregaten stark gestiegen ist, sind so Inselnetze für Krankenhäuser, Pflegeanrichtungen etc. sind ja dort quasi unabdingbar, kann man ja eigentlich sagen, oder? Also die brauchen das definitiv, weil da geht es um Menschenleben. Sie haben jetzt die privaten Haushalte angesprochen, sie haben die Balkonkraftwerke angesprochen. Weil es gerade ganz gut passt, könnte man nicht auch sagen bei Vermietern zum Beispiel, also die vielleicht eine ganze Häuserzeile haben oder wie auch immer, dass die sozusagen auch gesetzlich verpflichtet werden, genau für solche Situationen vorzusorgen. Also dass die, wie es zum Beispiel in der Schweiz ist, da gibt es ja Schutzräume, Israel etc. Aber dass man sagt, okay, wir bauen hier in jedem Haus, in jedem Neubau beispielsweise, und dann kann man das ja bei Altbauten irgendwie nachführen oder so, immer Notstromaggregate mit ein? Ich hielt das für sinnvoll, dass man das auch regelt, dass man für Neubauten solche Notstromaggregate hat. Das ist ja technisch nicht so aufwendig, dass man zumindest eine Beleuchtung hat. für den Treppenhaus, für den Aufzug, dass da keine Menschen drin stecken bleiben oder auch für Kommunikationswege oder dass die Heizung läuft. Das haben wir jetzt in Zehlendorf gesehen, dass das so schwierig war. Dafür kann man technisch vorsorgen. Das ist nicht so kompliziert. Und für Neubauten sowieso nicht. Aber man kann es auch nachrüsten. Also diese nachgefragten Geräte sind glaube ich diese Generatoren. Das kann man anders technisch handeln. Aber mein Favorit ist ohnehin sind ja eher Solarenergie mit Speicher. Das ist im Moment unschlagbar billig. Und damit kann man sich auch versorgen oder zumindest auch so eine Häuserzeile, wenn der Vermieter so ein Eigentum hat, dann das da auch bereitstellen. Das sollte man schon verpflichtend machen. Auf jeden Fall sind wir wieder beim Thema Prävention, dass man das mitdenkt. Ähnlich wie beim Brandschutz. Da ist ja auch ganz normal, dass man einen Rauchmelder, ist der Vermieter verpflichtet, dass man einen Rauchmelder aufsägt. Jeder hängt sich Rauchmelder auf, denkt nicht mehr drüber nach. Und so muss es da auch werden, dass man da... diese ganze Vorsorge hat und die Prävention, es fängt bei Informationen an, also beim Brandschutz wird man ja auch geschult, wo muss man lang laufen, wo hängen die Pläne, wie kommt man raus, Rettungswege und so weiter, das ist ja da auch geregelt und das kann man für Stromversorgung genauso machen und sollte man auch machen, halte ich für sinnvoll. Das Gegenteil von Inselnetzen und das wird ja auch gemacht, ist eine enge Vermaschung. Vermaschung ist wieder so ein Begriff, Frau Kempferd, bitte. Vermaschung, ja Vermaschung heißt einfach, dass wir eben, also anstelle von Inselnetzen, dass man eine enge Vermaschung hat zwischen den Netzen auf der dezentralen Ebene, auf der Mittelspannungsebene und auf der Höchstspannungsebene, dass man im europäischen Kontext dann alle miteinander vernetzt und damit ein Stromnetz hat, welches auch die Effizienzen nutzt, die es dann im europäischen Stromnetz gibt. Und das nennt sich dann Vermaschung. Und die Vermaschung hat auch viele, viele Vorteile, weil es sinnvoll ist, zum Beispiel jetzt, wenn man im europäischen Kontext denkt, in Südeuropa mehr Solarenergie zu nutzen, im Norden mehr Windenergie, das macht schon Sinn, dass man sich da auch eng vermascht. Und so nennt sich das dann. Aber das eine schließt im Übrigen auch das andere nicht aus. Man kann ja auch Insellösungen haben. Trotzdem, wir sind alle vermascht, wir sind alle Teil der Stromsystems. Aber im Moment ist es so, wenn ich zum Beispiel eine Balkonsolaranlage habe oder eine Solaranlage mit Speicher, werde ich in so einem solchen Krisenfall vom Letz genommen. Ja, also ich kann dann nicht mehr produzieren und nutzen. Und eine Insellösung wäre jetzt, dass man das ermöglicht für ein bestimmtes Quartier, dass man die erneuerbaren Energien samt Speicher nutzt, diese Inselmöglichkeit schafft, um im Krisenfall ein ähnlich wie bei wie das Bankenhäuser nutzen oder Rechenzentren, das auch für andere Häuser. machen. Und das geht im Moment nicht. Und das wäre zu ändern aus meiner Sicht. Das ist was Technisches. Also das ist wahrscheinlich dann, da wird das quasi umgeleitet, dass es quasi dann in der Region bleibt und dann, dass die Menschen dort dann… Das sind technische… Wie auch immer, ne? Aber dass man das mal sozusagen… Ganz leicht technisch möglich… Ah, okay, alles klar, super. Ja, Rechenzentren machen das ja auch. Also die arbeiten ja auch so. Das geht. Und da kann man bestimmte Quartierslösungen nutzen. Ich als Strom -Selbstversorgerin hätte mit Solarenergie auch großes Interesse, dass meine Anlage läuft, auch wenn ich… Das dann läuft, genau. … vom Blackout betroffen bin. Ja, natürlich, auf jeden Fall. Weil das ist ja das Erste. Sie haben ja gesagt, Balkonkraftwerk, ne? Ja, aber das wird einfach vom Netz dann abgekoppelt. Das ist meine technische Geschichte, weil natürlich der Blackout auch dazu führt. Spannend. Ja, gut. Spannend, okay. Das ist nicht zu aufwendig, aber es hat natürlich Gründe, dass wir auch Teilhalle des Netzes sein sollen. Absolut. Egal ob Redundanz, Inselnetze oder auch Vermaschungen, sie haben es uns erklärt, all das kostet natürlich auch eine Kleinigkeit. Die letzten Jahrzehnte war der leitende Bewertungsmaßstab für neue Planung, vor allem die ökonomische Effizienz. Dann natürlich die große Frage, widersprechen sich Sicherheit und Effizienz? Grundsätzlich nein, aber wenn man Effizienz so auslegt, dass man immer mehr zurückbaut und das ist ja auch die Kritik da dran, die wir jetzt immer wieder hören, wenn es um das Kritikstachgesetz geht und so weiter, dass da einfach sehr viel nicht mehr in ausreichender Art und Weise sicherheitstechnisch mitgedacht wurde. Also wenn Kosteneffizienz das so führt, dass Sicherheit reduziert wird, dann haben wir ein Problem. Das sollte nicht so sein. Da muss man wieder nachrüsten. Dann kostet das eben mal, also das weiß jetzt auch jeder, der im Dunkeln mal saß, wie teuer ist das denn, einen solchen Blackout oder eine solche Krise dann zu wo Strom nicht stattfindet, wo es Strom nicht gibt, in ausreichender Art und Weise und wo dann... auch entsprechende volkswirtschaftliche Kosten entstehen, die ungleich höher sind. Und das kann man vermeiden. Das ist auch nicht so super aufwendig. Also da würde ich immer dafür plädieren, die Sicherheit nach vorne zu stellen, gerade in diesen Zeiten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nennt die Natur als eine Zitat, wesentliche Gefahrenquelle für Schädigung und Ausfälle kritischer Infrastruktur, um da auch mal so ein bisschen gedanklich einzutauchen. Frau Kempfer, wie hängen Extremwetterereignisse und die Energieinfrastruktur zusammen? Ja, der Klimawandel führt ja dazu, dass Extremwetter immer häufiger und intensiver auftreten. Das heißt, es können Stürme auftreten, die dann Anlagen beschädigen beispielsweise. Überflutungen können auch Anlagen beschädigen, also durch Starkregen entstandene Überflutungen, die dann auch bestimmte Anlagen beschädigen können. Und dann treten technische Defizite auf. Oder auch bei Dürre beispielsweise, Kühlwasserdefizit kann auch Probleme bringen. Und all das muss mitgedacht werden. auch für sehr sinnvoll. Es gibt ja auch jetzt die Klimaanpassungsstrategie, dass man überall in den Kommunen auch und auch die Energieversorgung gleich mitdenkt und das auch als sicherheitsrelevante Komponente mitdenkt. Das ist sehr gut. Vor ein paar Jahren hat die TU Dortmund für die Stadt Hagen die Folgen von Starkregen untersucht. Dabei kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass bei Starkregen gleich mehrere Punkte der Stadt einen halben Meter bis zwei Meter unter Wasser stehen würden. Das ist schon ganz schön viel. In dem der überfluteten Gebäude befand sich zum Beispiel ein Hauptverteilknoten des Hagener Telefonnetzes und auch leider Gottes der Notstromdiesel im Untergeschoss. Das Ganze noch direkt neben der Notbatterie. Einige Straßen standen in dieser Simulation unter Wasser, die im Katastrophenfall als Einsatzwege für die Rettungskräfte vorgesehen waren. Also da kam quasi alles zusammen. Auch zwei Gerätehäuser der Feuerwehr sowie Krankenhäuser, Pflegeheime waren von der Simulation komplett überflutet. Das ist alles ein paar Jahre her. Mittlerweile ist die Stadt vorbereitet, hat stark regende Fahnenkarten erstellt, die auch dieses Frühjahr dann erscheinen sollen. Aber die Frage an Sie, nehmen die Städte und Kommunen in Deutschland die Gefahren von Extremwettern ernst genug? Also ich finde das Beispiel sehr gut, weil es zeigt, was es bedeuten kann, wenn Extremwetter immer weiter zunehmen. Und das ist jetzt ein Extrembeispiel. Es ist ja nicht überall so, dass dann alles überflutet wird und dann auch gleich die Energieversorgung mit betroffen ist. Aber es können eben in unterschiedlichen Regionen ganz unterschiedliche Extremwetterereignisse problematisch sein. In Norddeutschland die Überflutung, in flussnahen Gebieten die Überflutungen, die relevant sind. Aber auch wie Berlin beispielsweise von Dürre betroffen ist und Wassermangel. Das nimmt in der Zukunft auch zu. Und die Klimaanpassungsstrategien, die ja jetzt auch vorgesehen sind, die sind genau das, was passieren muss. Und die Kommunen sind hier verpflichtet, diese Strategien umzusetzen. Hagen ist jetzt ein sehr gutes Beispiel, das wir schon gemacht haben. Andere hinken weit hinterher. Also es gibt eine Studie, die zeigt, dass nur 13 Prozent der Kommunen in Deutschland sich wirklich intensiv darum kümmern und auch gut darum kümmern. Hamburg beispielsweise, Kiel ist zu nennen oder auch Stuttgart, andere Hagen, die da wirklich schon gut aufgestellt sind, weil sie sich vorsorgen, weil sie präventiv vorsorgen müssen, weil diese Extremereignisse dann Krisen hervorbringen können. Und da, würde ich sagen, muss deutlich mehr passieren, obwohl das Problem erkannt ist, aber noch nicht gebannt. Also Problem erkannt, nicht gebannt, aber es ist auf der Tagesordnung und zumindest sind die Kommunen gefordert, nachzusteuern. Viele nehmen es sehr ernst, manche nicht so. erwähnt. Hier gab es nicht nur eine Simulation. Vor fünf Jahren wurde Hagen tatsächlich von einer Flut heimgesucht. Ich habe mit dem Feuerwehrmann und dem Hochwasserbeauftragten Michael Funke gesprochen und er hat uns Folgendes gesagt. Jeder Sandsack, der eine Überflutung verhindert bei uns durch eine Eigenvorsorge, ist ein Einsatz weniger. Wir haben in den fünf Tagen bei der über 1500 Einsätze gefahren und jeder Einsatz, wo wir nicht ausrücken müssen, wo wir uns konzentrieren können auf Menschenleben in Gefahr, ist natürlich ein Goldwert. Genauso ist das bei Infrastruktur. Sie müssen sich vorstellen, es gibt hier auch Menschen, die an Beatmungsgeräten Das ist nicht meldepflichtig zum Beispiel. Das sind so die Hilfeersuche, die dann kommen, wenn so 2 -3 Stunden der Strom weg ist, wenn die Pufferbatterie zu Ende geht, wo wir drauf natürlich reagieren. Menschenleben ist bei uns das höchste Gut, was wir schützen und was wir retten möchten. Und wenn man dann eine große Anzahl von betroffenen Menschen hat, die keine Vorsorgemaßnahmen getroffen haben, wirkt das wieder Probleme für uns. Also Vorsorge, um die Feuerwehr zu entlasten, ist sozusagen dann oberste Priorität in solchen Situationen. Wir haben ja schon über diese Insellösung gesprochen und so weiter, Balkonkraftwerke, dass man quasi was Technisches hat. Aber bisher ist es ja so, dass diese hauseigenen Generatoren, die man hat, ja nicht lange durchhalten. Also vielleicht 2 -3 Stunden. Und dann, wenn eben der Patient an der Beatmungsmaschine in seiner privaten Wohnung, was macht man dann? Ja, also es muss dann mehr passieren. Wie er gesagt hat, das ist eine Informationspflicht, das kann man ja auch dann deutlich machen, dass man als Vermieter oder das gesammelt wird, die Kommune da verpflichtet ist, wenn man an so einem Beatmungsgerät hängt, Informationen bereitstellt, dass die Feuerwehr schon vorher weiß, ok, da ist eine schützenswerte Person. Das passiert aktuell ja nicht. Also es ist immer nur reaktiv, das war es wir eben schon haben, nicht präventiv. Und das kann man ändern. Aber im Moment wird Sicherheit ja eher technisch gesehen oder militärisch. Und der Schutz der Zivilgesellschaft, der ist natürlich sehr wichtig. Und da gilt es, andere Maßnahmen umzusetzen. Da sind wir nicht wirklich gut aufgestellt. Unterm Strich zu unserem Schwerpunkt. Wie sicher, wie gut ist die Energieinfrastruktur in Deutschland, Frau Kempfer? Ja, die Energieversorgung ist sicher und sie ist auch gut aufgestellt. Wir haben eines der sichersten Stromnetze der Welt. Wir haben eine sehr gute Energieversorgung. Wir haben das alles gut im Griff. Was wir besser machen müssen, sind Prävention für Krisenfälle. Da wird einfach mehr auf uns zukommen, nicht nur durch Klimawande, durch Sabotage, durch Cybergefahren, durch Kriegsgefahren, die nicht jetzt bei uns direkt, aber indirekt auch Auswirkungen haben können. Also da, und auch andere Bedrohungen, die auftreten können, da müssen wir uns besser darauf vorbereiten, also Prävention ist das A und O und ja, da gilt es nachzusteuern. Und zum Schluss noch unsere Rubrik Klima Top und Klima Flop. Wir haben von euch einige Klima Tops und Flops zugeschickt bekommen an podcast@klimaklartext .de. An dieser Stelle ein großes Dankeschön. Wir freuen uns sehr über Feedback zur Sendung. Aber bevor wir da kurz einsteigen, ein kurzer Hinweis an eigener Sache. Uns und auch einigen von euch ist eine sprachliche Ungenauigkeit in unserer letzten Folge aufgefallen. Wir sprachen von CO2 Senken als Emissionsverursacher. Dabei heißt CO2 Senken natürlich genau das Gegenteil. werden so bezeichnet, wenn sie mehr CO2 aufnehmen, als sie imitieren. Aus dem Kontext der Sendung wird das klar, aber es war eben nicht ganz so sauber formuliert. Also entschuldigt an dieser Stelle diese Ungenauigkeit. Aber genau auch dafür ist diese E -Mail -Adresse podcast@klimaklartext .de ja auch da. Und ich als großer Moor -Fan, das ist ja ganz klar, dass die Moor und Wälder die CO2 senken sind. Aber hier ging es ja auch um Wiedervernässung oder beziehungsweise Austrocknung, wo sich das kippen kann. Darüber haben wir ja gesprochen. Also insofern aber toll, dass da so genau zugehört wird und dann jedes Wort da auch wirklich festgestellt wird, wo es Träler gibt. Habe ich die E -Mail -Adresse eigentlich schon genannt? podcast@klimaklartext .de kann man gar nicht oft genug sagen. Christoph Strehlow aus Rostock hat uns an eben diese E -Mail -Adresse geschrieben. Er weist darauf hin, dass die Stadtwerke Rostock den Bau einer riesigen Wärmepumpe und eines Speichers planen. Kläranlagen soll dann genutzt werden, um die Fernwärme, das Fernwärmenetz zu versorgen. Christoph Strehlow schreibt dann, das klingt gut, aber auch teuer. Aus Verbrauchersicht ist Fernwärme schon mit Abstand am teuersten und wird auch aufgrund der Monopolstellung der Erzeuger immer teurer werden. Würden Sie der Einschätzung von Herrn Strehlow zustimmen? Ist der Rostocker Plan jetzt eher Klima -Top oder Klima-Flop? Also eindeutig Klima -Top, weil diese Technik, die dahintersteht, dass man Fernwärme produziert, auch mit Abwärme, das ist sehr umweltschonend und bringt für den Klimaschutz sehr viel. Also da ist eindeutig Top, das ist auch sehr effizient. Wir wissen von der Fernwärme mit den Preisen, die Monopolkommission hat sich auch damit jüngst beschäftigt in ihrem Bericht und auch Vorschläge gemacht, wie man das reguliert. Man hat das auf dem Schirm, auch die Verbraucherzentralen. Da würde ich immer zuraten, das wahrzunehmen. Also Klima -Top. Wenn ihr auch einen Klima -Top oder Klima -Flop habt, das kann auch was ganz Kleines aus eurer Gemeinde sein. Das kann ja vielleicht auch ein Nachbar sein, der mit seiner Solaranlage was ganz Tolles fabriziert hat. Schreibt uns an podcast@klimaklartext .de und dann mit etwas Glück besprechen wir das hier. Das war die vierte Folge Klima -Klartext, der Podcast der Frankfurter Rundschau zur Klima - und Energiepolitik. Vielen Dank, Frau Kemfert, hat sehr viel Spaß gemacht. Ja, danke, hat sehr viel Spaß gemacht. Danke schön. Die wichtigsten Quellen dieser Sendung findet ihr wie immer in den Show Notes. Wir hören und sehen uns immer am letzten Sonntag im Monat, überall wo es Podcasts gibt und selbstverständlich auf den Seiten der Frankfurter Rundschau. Und wir hören uns dann Ende Februar wieder und dann wieder mit meiner Kollegin Kristin Langen an dieser Stelle, die heute leider krank war. Mein Name ist Camillo Schumann. Bleiben Sie gesund.