#6 Neue Kostenfalle beim Heizen
24.03.2026 50 min
Zusammenfassung & Show Notes
In der neuen Folge von „Klimaklartext“ spricht Host Kristin Langen, Klima- und Wirtschaftsjournalistin, mit der Energieökonomin Prof. Dr. Claudia Kemfert über die aktuelle Heizungsdebatte. Im Fokus stehen das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz, die Rolle von Biogas, Biomasse und Wasserstoff sowie die Frage, ob Haushalten neue Belastungen drohen. Kemfert warnt vor einer möglichen Kostenfalle beim Heizen und sagt unter Verweis auf eine Studie, der Einsatz von Biogas im Heizungsbereich könne mehrere tausend Euro im Jahr mehr kosten. Außerdem geht es um steigende Öl- und Gaspreise, die soziale Dimension der Wärmewende, das Klimageld und um Alternativen wie Fernwärme und Wärmepumpen.
Wie teuer wird Heizen in Zukunft wirklich? In der neuen Folge von „Klimaklartext“, dem Podcast der Frankfurter Rundschau zur Klima- und Energiepolitik, spricht Host Kristin Langen mit der Energieökonomin Prof. Dr. Claudia Kemfert über die aktuelle Debatte rund um das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die diskutierte stärkere Nutzung von Biogas, Biomasse und Wasserstoff im Gebäudebereich Haushalten tatsächlich neue Optionen eröffnet — oder ob dadurch eine neue Kostenfalle entsteht. Kemfert warnt im Gespräch, dass nachhaltige Biomasse nur begrenzt verfügbar sei und bereits in anderen Bereichen benötigt werde, etwa in der Industrie, in der Kraft-Wärme-Kopplung und für Spitzenlasten. Unter Verweis auf eine Studie sagt sie, der Einsatz von Biogas im Heizungsbereich könne mehrere tausend Euro im Jahr mehr kosten.
Außerdem geht es um die Frage, warum Kemfert einen breiten Einsatz von Wasserstoff zum Heizen für private Haushalte für unrealistisch hält. Stattdessen spricht sie über Alternativen wie Fernwärme, Nahwärme und Wärmepumpen. Im Gespräch ordnet sie die Heizungsdebatte nicht nur als klimapolitische, sondern auch als soziale und wirtschaftliche Frage ein. Sie widerspricht dabei der These, vor allem der CO₂-Preis werde zum Problem für Mieterinnen und Mieter. Die eigentliche Belastung liege aus ihrer Sicht in der anhaltenden Abhängigkeit von fossilen Energien und in hohen Öl- und Gaspreisen.
Die Folge blickt zudem auf die politische Kommunikation rund um das Heizen, auf die Folgen steigender Energiepreise und auf die Frage, welche Rolle das angekündigte Klimageld bei der Entlastung von Haushalten spielen könnte.
Darum geht’s in dieser Folge:
- die Debatte um das neue Gebäudemodernisierungsgesetz
- Biogas und Biomasse als umstrittene Heizoptionen
- warum Wasserstoff im Heizungskeller aus Sicht Kemferts keine realistische Lösung ist
- die soziale Frage hinter steigenden Heizkosten
- fossile Abhängigkeiten, CO₂-Preis und die Rolle des Klimagelds
- welche Alternativen aus Sicht der Energieökonomin sinnvoller sind
Host: Kristin Langen, Klima- und Wirtschaftsjournalistin
Gesprächsgast: Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieökonomin
Gesprächsgast: Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieökonomin
„Klimaklartext“ ist der Podcast der Frankfurter Rundschau zur Klima- und Energiepolitik. Neue Folgen erscheinen immer Ende des Monats. Zu hören ist der Podcast überall, wo es Podcasts gibt, und auf den Seiten der Frankfurter Rundschau.
Quellen:
https://www.monopolkommission.de/de/
Quellen:
https://www.monopolkommission.de/de/
https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-03/kartellrecht-verschaerfen-tankstelle-benzinpreis-sprit-gesetz
Siehe Artikel vom Tagesspiegel Background (Tom Hollander von Agora Agrar ordnet auf Seite 4 des Artikels die Zahlen kritisch ein)
Transkript
Klimaklartext, der Podcast zur Klima - und Energiepolitik, klar,
verständlich, faktenbasiert. Mit Professor Dr. Claudia Kemfert.
Das ist wieder irgendeine Regelung, wo man jetzt sagt, ja, weil
vielleicht auch politisch man versprochen hat, das Heißungsgesetz
zu ändern, hat man ja jetzt irgendwas gemacht. Das ist nicht
durchdacht. Das macht auch wenig Sinn. Ja, deutliche Worte von
Peter Paul Thoma, Obermeister bei der Änderung Sanitär, Heiz und
Klima aus Frankfurt. Und das, worüber er spricht, sind die
Eckpunkte zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz. Die Debatte
darüber geht in die nächste Runde. Und der Krieg im Iran und die
dadurch steigenden Energiepreise gießen im wahrsten Sinne des
Wortes nochmal ordentlich Öl ins Feuer.
Zwischen Wasserstoff, Biogas und Fernwärme. Wie sieht sie aus?
Die neue Freiheit im Heizungskeller? Unser Thema in der neuen
Folge Klimaklartext, der Podcast der Frankfurter Rundschau zur
Energie - und Klimapolitik mit Prof. Dr. Claudia Kemfert. Ich bin
Christine Langen, Klima - und Wirtschaftsjournalistin, und am
Ende jeden Monat vertiefe ich ein energie - und klimapolitisches
Thema mit der Expertin auf dem Gebiet Prof. Dr. Claudia Kemfert.
Hallo Frau Kemfert, schön, dass Sie da sind. Hallo, danke, dass
ich da sein darf, freu mich. Es ist noch gar nicht so lange her,
dass wir uns das letzte Mal gesehen haben. Und seitdem hat sich
die Welt aber ganz schön weiter gedreht. Es gibt einen nächsten
Krieg, im Iran ist Krieg. Und das hat alle möglichen Folgen für
die Menschen im Iran vor Ort, vor allem für die Nachbarländer.
aber auch ökonomische Folgen und insbesondere, wenn wir aufs
Energiethema schauen. Und zum Einstieg hören wir deswegen direkt
mal den Chef des Bundeskartellamts Andreas Mund am Dienstag
letzte Woche. Aber was man ja wirklich sagen kann, ist, dass die
Preise in Deutschland extrem volatil sind und zappeln. Im
Durchschnitt meldet eine Tankstelle pro Tag 20
Preisveränderungen, in der Spitze sind es 50. Ja, die Preise an
den Tankstellen zappeln. Jetzt heißt es gleichzeitig immer
wieder, das Öl und Gas ist in Deutschland eigentlich gar nicht
knapp durch den Krieg, anders als jetzt in Asien, zumindest
bisher. Mal sehen, was da noch passiert.
sondern die Tankstellen handeln einfach jetzt schon in
Vorausschau sozusagen, weil sie höhere Preise erwarten. Kann man
das so zusammenfassen und so sagen oder wie ist da die Situation?
Ja, es ist tatsächlich so. Öl ist nicht knapp, gerade bei uns
nicht. Wir importieren Öl nicht so gut, gar nicht aus dem Nahen
Osten. Das heißt, wir bekommen ausreichend Öl, aber die
Mineralölkonzerne preisen sehr hohe Kosten ein, weil der Ölpreis
auf den internationalen Märkten stark nach oben geht und auch
noch weiter steigt und die Mineralölkonzerne kontrollieren die
gesamte Wertschöpfungskette von der Ölförderung, Raffinerien bis
eben auch hin zu dem Endkunden im Tankstellenbereich. Und da gibt
es hohe Margen einzustreichen. Das kennen wir schon aus der
letzten Energiekrise. Das heißt, da ist das Bundeskartellamt auch
wirklich gefragt, entsprechend drauf zu schauen und mehr Macht zu
bekommen, um da auch zu reagieren.
Jetzt hat Greenpeace genau dazu Zahlen geliefert, unter der
Leitung von Energieexperten Steffen Buchold hat Greenpeace eine
Studie veröffentlicht, die zeigt, dass oil -Konzerne in
Deutschland seit Beginn des Iran -Kriegs 21 Millionen Euro
täglich zusätzlich verdienen. Und zum Beispiel die SPD -Chefin
Bärbel Bas fordert deswegen ja auch eine Übergewinnsteuer, das
tun mittlerweile auch andere Politiker. Was würden Sie sagen,
braucht es jetzt so eine Übergewinnsteuer? Also man sieht ja
schon, dass die Krisengewinne sehr hoch sind oder die sogenannten
Übergewinne, gerade weil die Mineralölkonzerne in einem
sogenannten oligopolistischen Markt sind. Das heißt, sie
kontrollieren einen Großteil des Marktes und haben nicht
ausreichend Wettbewerb.
Und die Margen sind hoch, also ich meine 21 Millionen Euro pro
Tag. Jetzt kann man darüber debattieren, wie hoch ist der Gewinn
wirklich. Aber gerade im Dieselmarkt zeigen sich sehr hohe Margen
und auch sehr hohe Preissprünge. Und das ist schon sehr
auffällig. Das kennen wir auch aus der letzten Krise. Also da
würde ich schon empfehlen, genau hinzuschauen, das Kartellarm zu
stärken, auch bei einer Übergewinnsteuer, sich das genau
anzuschauen. Das hat man letztes Mal ja schon gemacht bei der
letzten Energiekrise. Es war nicht so ganz leicht. Es ist
juristisch nicht so ganz leicht, steuerrechtlich nicht ganz so
leicht. Aber trotzdem sollte man das machen, finde ich auch, und
auch prüfen und wenn es geht, auch umsetzen. Sie sagen genauer
anschauen. Das heißt, sind Sie für eine Übergewinnsteuer oder
noch sozusagen verhalten? Grundsätzlich finde ich es der richtige
Weg, weil es auch richtig ist, dass diese hohen Margen nicht bei
den Mineralölkonzernen verbleiben in der Größenordnung, um die es
hier geht. In dem Fall die Krise führt ja dazu, dass die Ölpreise
auf den internationalen Märkten...
stark ansteigen. Aber die Konzerne selber ja gar nicht so viel
dazu beigetragen haben, dass sie jetzt so hohe Kosten haben.
Sondern im Gegenteil, die Marschen steigen, die Gewinne
explodieren. Und da sollte man durchaus etwas von abschöpfen
durch eine solche Übergewinnsteuer. Ich bin deshalb zu verhalten,
weil ich aus der letzten Krise weiß, wie schwierig das umzusetzen
ist. Und die Steuerjuristen, die sind da sehr, sehr vorsichtig.
Manche Juristen sagen, das ist verfassungsrechtlich nicht ganz
leicht. Andere sagen, okay, wenn es geht und wenn man es machen
kann, bin ich dafür. Jetzt haben Sie gerade das Kartellamt schon
angesprochen. Genau das ist das, was ja jetzt auch politisch
geplant ist. Dass die Preise nur noch einmal am Tag erhöht werden
dürfen und dass Ölkonzerne eine Preiserhöhung begründen müssen.
Umgekehrte Beweislast nennt man das.
Und ich habe gelesen, dass es diese umgekehrte Beweislast auch
schon im Strom - und Gasmarkt gibt. Würden Sie sagen, das
funktioniert da gut und ist das ein Vorbild, was auch für den
Mineralübelbereich gelten könnte? Ja, also ich finde es richtig,
dass man sich da dem Strom - und Gasmarkt zum Vorbild nimmt. Da
ist es ja nach § 41 ENWG -Energiewirtschaftsgesetz auch sinnvoll
und notwendig, dass die Konzerne begründen, warum sie
Preiserhöhungen machen. Und das ist für die Kunden auch sehr viel
transparenter und das diszipliniert vor allen Dingen. Und da hat
man auch mehr Wettbewerb, aber hier wäre es schon auch sinnvoll.
Denn diese umgekehrte Beweislast bringt auch die Konzerne in die
Not, zu erklären, wo jetzt die hohen Kostensteigerungen
tatsächlich stattfinden. Und das halte ich für sinnvoll, ja.
werden wahrscheinlich auch viele Menschen begrüßen, die täglich
mit dem Auto fahren und noch kein E -Auto haben. Noch kein E
-Auto haben, die auf Benzin und Diesel angewiesen sind. Vor allen
Dingen, Benzin steigt exorbitant hoch, weil man da auch einen
sehr engen Markt hat und die Preisgewinne oder die Margen da
extrem hoch nach oben gegangen sind. Und die begrüßen es
natürlich, wenn man Aufsicht hat oder mehr Transparenz hat. Aber
ich plädiere auch dafür, zu entlasten. Also jetzt nicht nur auf
die Preise zu schauen, sondern vor allen Dingen die Menschen,
Niedrigeinkommensbezieher zu entlasten, durch beispielsweise
endlich die Auszahlung des Klimagelds bzw. Energiegeld,
insbesondere für Niedrigeinkommensbezieher, damit diese Menschen
auch eine Entlastung bekommen, die jetzt aufgrund dieser hohen
Preise überproportional belastet sind.
Politisch wird die Entlastung ja gerade eher über die
Pendlerpauschale diskutiert, aber... Das ist wieder die nächste
umweltschädliche Subvention, die problematisch ist. Also besser
über ein Klimageld, besser über ein Energiegeld. Für niedrige
Einkommensbezieher besser das 9 -Euro -Ticket wieder einführen.
Das hat bei der letzten Energiekrise auch gut funktioniert. Oder
das Deutschlandticket einfach billiger machen, den Nahverkehr
stärken, den ÖPNV bezahlbar machen. Diese Dinge sind sinnvoll, um
die Menschen wirklich auch zu befähigen, dass sie nachhaltig
mobil unterwegs sind, ohne so stark von dem Benzin und diesen
Preisen abhängig zu sein. Sie haben gerade gesagt, es gab schon
so eine Krise. Die gab es von ein paar Jahren ausgelöst durch den
Krieg in der Ukraine. Aber auch schon in den 70er -Jahren hatten
wir Ölkrisen. Und unter anderem darüber schreiben Sie in Ihrem
neuen Buch. Kurzschluss heißt es...
Und ich würde gerne eine Stelle daraus vorlesen, die direkt in
der Einleitung ist. Und zwar schreiben Sie, ein prägender
Kurzschluss zeigt sich in den Ölkrisen der 1970er Jahre. Als
Lieferungen ausblieben und Preise explodierten, wurde schlagartig
sichtbar, wie abhängig Deutschland vom Öl geworden war. Die
politische Reaktion, kurzfristig autofreie Sonntage, um die
Nachfrage zu reduzieren, doch statt dauerhaft auf Öl zu
verzichten, etwa durch alternative Antriebe oder
Elektromobilität, und den Verbrauch zu senken, stieg er im
Zeitverlauf wieder an. Und dann schreiben Sie ein paar Sätze
später, der Denkfehler bestand darin, Energie auf die einzelne
Kelle Öl zu reduzieren, statt fossile Energien als System zu
begreifen.
Wenn Sie jetzt auf die Situation heute schauen, ist das für Sie
so eine Art Déjà -vu -Moment, in dem es ähnliche politische
Reaktionen gibt? Oder würden Sie sagen, da hat sich schon einiges
verändert seit den 70er Jahren? Also ich habe andauernd Déjà -vu
-Momente, gerade wenn es um die energiepolitischen Kurzschlüsse
geht. Denn auch in der letzten Energiekrise war es ja schon so,
dass man einfach fehlerhafte Entscheidungen getroffen hat. Man
versucht das Problem zu lösen mit dem eigentlichen Problem, womit
es angefangen hat, nämlich mit den fossilen Energien, die als
System problematisch sind. Und bei der letzten Energiekrise
hatten wir eine Gaskrise, da hat man dann noch mehr Infrastruktur
ausgebaut. Und beim Öl aus den 70er Jahren, ja, da hat man auch
was gelernt. Es gab autofreie Sonntage, es wurde ein bisschen
gespart. Aber grundsätzlich gesehen sind wir danach noch
abhängiger von Öl geworden, als wir es vorher schon waren.
Heute ist es etwas anders. Wir haben eine Palette an Alternativen
vor uns liegen, die man damals noch nicht so hatte mit dem E
-Mobil, mit der nachhaltigen Mobilität, mit auch dem
Schienenverkehr, den wir stärken können, oder alternative
Kraftstoffe, die wir jetzt auch im Flugverkehr einsetzen können
und so weiter. Da ist eine lange Liste an Möglichkeiten da, die
wir aber auch schon lange kennen und die wir aufgrund von
energiepolitischen Fehlentscheidungen einfach nicht ins System
gelassen haben oder immer noch nicht richtig reinlassen. Und das
sollte man ändern, da sollte man wirklich den Hebel umlegen,
weggehen von fossile Energie, weil nur das senkt dauerhaft die
Kosten, nur das bringt uns raus aus den fossilen Abhängigkeiten.
Ich nenne es Fossilokratie, die jetzt auch geostrategisch
hochproblematisch sind, aus den Machtverhältnissen, nur dann
können wir Frieden stärken und uns auch unabhängig machen von
eben diesen ganzen Kletten und Griffen, in denen wir drin sind.
Und diese Abhängigkeit von fossilen Energien, die Sie jetzt
gerade auch noch mal beschrieben haben, die zeigt sich ja nicht
nur an der Tankstelle gerade, sondern die zeigt sich ja auch am
Heizungsbereich. Und das führt dann vielleicht auch eine gute
Überleitung auf das Thema Gebäudemodernisierungsgesetz. Wir haben
in der letzten Folge intensiv über das Gebäudeenergigesetz
gesprochen. Da lagen die Eckpunkte für das neue
Gebäudemodernisierungsgesetz noch nicht vor. Jetzt haben wir sie.
Ich habe sie auch noch mal ausgedruckt und mitgebracht, dass wir
noch mal sozusagen ganz detailliert reinschauen können. Was sind
die wichtigsten Punkte für Sie, wenn Sie auf diese Eckpunkte
schauen, gerade auch mit dem Blick auf die Abhängigkeit von
fossilen Bürostoffen? Also die wichtigsten Eckpunkte gerade von
diesem Gebäudemodernisierungsgesetz sind die, dass man weggeht
von dieser 65 Prozent erneuerbaren Energienlogik hin zu einer
sogenannten Bio -Treppe, also wo man einen Anteil von Bioenergie
ins Gasnetz reinbringen will oder Biomethan oder Biogas, Bioöl
wird es teilweise sogar genannt. Und das ist eine vollständig
andere Logik, als man vor...
hatte, wo man doch auch eher einen Anreiz hatte, wegzugehen von
Öl - und Gasheizung hin zum Beispiel zur energetischen Sanierung
und Wärmepumpe. Und jetzt ist es so, dass ein sogenanntes Fenster
bleibt, in dem man auch in den fossilen Heizsystem drin bleibt
und dann einfach eine Biomassequote oder Biogasquote hinzugeführt
wird, die uns dann angeblich Vorteile bringen sollten. Das
Gegenteil ist aber leider richtig. Aber diese Logik steckt da so
ein bisschen hinter. Obwohl, wenn man genau reinschaut, steht ja
noch nicht mehr genau drin, wie hoch die Bio -Anteile sein
sollen. Das ist ja eher so ein Eckpunktepapier. Auch auf
Nachfrage konnte die Regierung nicht richtig sagen, wie sie eben
auf diese Zahlen gekommen ist. Also da ist doch noch einiges
offen und das kritisieren wir auch sehr stark.
Da ist noch einiges offen und genau deswegen sollte ja jetzt
eigentlich vor Ostern noch ein Referentenentwurf vorliegen, der
genau diese Fragen klärt. Da reist jetzt gerade die Regierung
schon wieder so ein bisschen ihre eigene Frist. Jetzt soll es
kurz nach Ostern kommen. Aber klar ist, bisher gilt weiterhin das
Gebäudeenergiegesetz, das alte Gesetz, das sind ja nur Eckpunkte.
Und am 1. Juli greift auch das alte Gebäudeenergiegesetz. Dann
müssen Kommunen ab 100 .000 Einwohner dürfen dann keine
Gasheizung mehr eingebaut werden. Ja, maßgeblich sind die
kommunalen Wärmepläne und da ist es ja vorgesehen. Also einmal
2026, aber dann noch die kleineren Kommunen bis 2028. Aber genau
das ist maßgeblich. Das steht erst mal so. Aber diese sogenannte
Biotreppe
Die soll ja kommen dann als Ersatz zum herkömmlichen
Gebäudeenergiegesetz oder Heißungsgesetz oder jetzt heißt es
Gebäude -Modernisierungsgesetz. Und diese Bio -Treppe ist
deswegen so problematisch, weil wir nicht unendlich Biomasse zur
Verfügung haben. Die Flächen sind knapp, es tritt auch zur
Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion und wir damit enorme
Preissprünge erwarten müssten werden, wenn das so umgesetzt und
Biomasse ist insofern auch knapp, weil wir es eigentlich nutzen
müssten in anderen Bereichen, nämlich zur Stromproduktion und
auch für die Industrie. Genau, in die Biomasse will ich gleich
noch mal detaillierter reinschauen, nur erstmal die Frage, also
noch gilt ja dieses alte Gesetz, jetzt steht hier in den neuen
Eckpunkten, künftig können neben der Wärmepumpe, Fernwärme und so
weiter auch Gas - und
eigentlich ab 1. Juli gilt das alte Gesetz noch, dass nichts mehr
eingebaut werden darf. Das heißt, die Regierung muss jetzt
richtig Dampf machen, muss jetzt sozusagen schnell neue
gesetzliche Regelungen vorlegen oder es gilt, das alte und Öl und
Gas darf nicht mehr eingebaut werden? Ja, also sie versuchen es
jetzt ja so schnell wie möglich dann umzusetzen, damit diese
Fristen eingehalten werden. Genau, das ist keine Frage. Für wie
realistisch halten Sie das? Ja, grundsätzlich ist das machbar.
Der politische Druck ist natürlich sehr, sehr hoch und man steht
auch in der Ansicht, das entsprechend erreichen zu müssen.
Juristisch ist das nicht ganz leicht. Da wird man sehen, ob das
tatsächlich so machbar ist, aber wesentlich ist die
Ausgestaltung, wie man es jetzt wirklich hinbekommen will und
diese sogenannte Biotreppe und Biomasseverordnung und das, was
man da ja umsetzen will, ist nicht so trivial, wie es aussieht.
Und da wird man Details liefern müssen, die man so noch nicht
kennt offensichtlich und deswegen ist es schwierig oder auch
fraglich, ob man es wirklich schaffen kann bis zum 1. Juli.
Ja, und wenn man es nicht schafft, ist ja, also das ist jetzt
keine direkt energiepolitische Frage, eigentlich eher eine
demokratietheoretische. Also was macht es mit dem Vertrauen der
Menschen, sich auf was einzustellen? Dann wird gesagt, wir
schaffen es ab. Und jetzt sind alle immer noch weiterhin in der
Schwebe. Ja, das Vertrauen der Menschen ist ja nachhaltig
erschüttert. Das ist ja erstmal schon durch diese ganze
Heizungsdebatte voll erschüttert, weil man in der Vergangenheit
ja schon diese unsägliche Heizungsverbotsdebatte hat oder
Heizhammer. Und jetzt nicht Heizhammer. Jetzt nennt man es
irgendwie anders. Und das alles hat schon Vertrauen erschüttert.
Und es wird jetzt nicht besser, gerade wenn man auch nicht
schneller wird. Oder so umsetzt, wie man es eigentlich
verspricht. Und wenn dann noch so komische Signale kommen, so
nach dem Motto, ihr könnt alles so lassen, wie bisher, die Leute
verstehen doch, das setzt mit den hohen Preisen durch Öl und Gas,
also enorme Kosten auf die Menschen zukommen, CO2 -Preise steigen
und dann noch diese Biomassequote, die enorm teuer ist.
Also da kommen gigantische Kostensteigerungen auf die Leute zu,
das erschüttert Vertrauen. Kann man eigentlich, egal wie,
trotzdem einfach nur hoffen, dass die Regierung in der Hinsicht
ihre eigene Frist hält und wirklich im juni einen Gesetz vorlegt,
damit es dann wieder Orientierung gibt? Ja, Orientierung schon,
weil die Verunsicherung ist natürlich da. Aber ehrlich gesagt,
das was man da jetzt vor hat, da wäre ich nicht traurig, wenn man
es nie schaffen würde, weil es so schlecht ist oder weil es auch
wirklich mit der Biomasseverordnung so hoch problematisch ist,
denn man schafft ja damit wirklich hohe Kosten für die Leute. Wir
haben uns das im Rahmen einer aktuellen Studie angeschaut und
diese Biomasse steht nicht in dem Umfang zur Verfügung. Sie ist
knapp, sie hat Flächenkonkurrenz, sie schafft auch Konkurrenz zur
Ernährungssicherheit und die Kosten sind enorm hoch. Und den
Leuten das so zuzumuten, finde ich schon echt.
Schwierig. Sie würden wirklich hoffen, dass es keine gesetzliche
Regelung gibt? Naja, also diese gesetzliche Regelung, also wenn
man schon gesetzlich regiert, ich hätte gut leben können mit dem
alten Gesetz. Das habe ich immer gesagt und da bleibe ich auch
bei. Ich habe damals sogar das Gesetz immer öffentlich
verteidigt, aber die Regierung, das hätte er eigentlich machen
müssen, weil es gut ist. Es war nie schlecht, es wurde
verunglümpft durch diese unsägliche, heidsame Debatte. Man hätte
an einigen Stellen was verbessern können, was die Förderung von
energetischer Verschlechterung angeht, aber das, was man da jetzt
vorhat, ist eine deutliche Verschlechterung. Da bin ich nicht
glücklich mit. Ja, gut, aber es ist die Frage, wie man jetzt
damit umgeht. Also weil jetzt gibt es diese Ankündigungen, wenn
jetzt sozusagen dann plötzlich doch das Alte gilt, ist es dann
die Frage, was das da mit dem Vertrauen macht. Ich war ja jetzt
ja mehr in meiner Welt, wo ich denke, ich könnte mir was
wünschen, dann würde ich sagen, lassen wir es. Und das hätte ich
aber von Anfang an gesagt, lasst diese ganze Diskussion und hört
auf, den Leuten irgendwas einzureden, was es nie geben kann. Und
jetzt kommen noch Dinge, die wirklich schwierig sind. Und
deswegen ja.
Geht das denn in die falsche Richtung? Und vor allem das
Spannende ist ja, dass man das Gefühl hat, die Kommunen sind
eigentlich schon weiter als das, was die Bundesregierung plant.
Also wir haben in der zweiten Folge ja unter anderem Alexandra
Halkenhäuser gesprochen, die vom Energieversorger in Mannheim
ist. Und in Mannheim unter anderem, wie auch in vielen anderen
Kommunen, gibt es ja Pläne, das Gasnetz langfristig
zurückzubauen. Also viele Kommunen wollen in wenigen Jahren
klimaneutral sein. Genau. Ja. Und dafür werden ja die Pläne auch
erarbeitet. Und die Kommunen sind schon teilweise relativ weit.
Augsburg, Mannheim, wir kennen einige, die jetzt schon anfangen,
rückzubauen bzw. die Leute zu informieren, das Gasnetz wird in
dem Umfang nicht mehr gebraucht. Das ist auch ehrlich, das sollte
man auch transparent kommunizieren.
weil es immer teurer wird für diejenigen, die noch dranbleiben.
Wenn man jetzt den Leuten suggeriert, oh, ihr könnt auch noch
eine neue Gasheizung einbauen, das Gasnetz bleibt einfach da,
widerspricht das auch den Zielen, die die einzelnen Kommunen
haben. Das macht mehr Verwirrung, es macht das Ganze teurer und
vor allen Dingen lässt man die Leute in eine Kostenfalle tappen,
weil die Biomasse erst mal nicht in dem Umfang da ist und auch
noch dann irrsinnig teuer wird. Ja, weil ich mich in dem Kontext
frage, gibt es wie so ein Recht aufs Gasnetz, auf die
Gasversagung, sag ich mal. Also wenn jetzt ein Brief vom
Versorger kommt, wir wollen hier das Gasnetz zurückbauen, wir
wollen klimaneutral werden als Kommune, kann ich dann sagen
Moment im Goldbeute -Modalisierungsgesetz stand, ich darf aber
und deswegen habe ich jetzt hier eine neue Gasheizung eingebaut
und habe sozusagen das Recht jetzt auch auf die Gasversorgung?
Nein, es gibt ein Anschluss - und Nutzungsverhältnis mit dem
Gasnetzbetreiber, aber es gibt kein Recht auf ein Gasnetz. Also
wenn der Gasnetzbetreiber das Gasnetz zurückbaut,
Dann ist es so und dann hat man auch kein Netz mehr in dem Sinne,
also dann wird informiert und der Nutzer wird dann auch über den
Gasnetz -Rückbau informiert. Das heißt, es kann durchaus sein,
wenn jemand dann noch eine neue Gasheizung einbaut und dann die
Information bekommt, also wir planen hier den Gasnetz -Rückbau,
dann hat der Gasnetzbetreiber das Recht dazu und man muss sich
darauf einstellen. Das heißt, es ist eigentlich nicht nur eine
Kostenfalle, sondern fast auch eine Versorgungsfalle, je nachdem,
wie die Pläne in den Kommunen sich weiterentwickeln. Genau und
deswegen ist es so wichtig, dass die Kommunen aber auch
frühzeitig informieren, dass sie jetzt nicht sagen, morgen wird
das Gasnetz stehen gelegt, sondern die sagen, wir haben jetzt 20
Jahre Zeit, wir planen das dann und dann und dann und dann müsst
ihr euch darauf einstellen, aber grundsätzlich gesehen ist es
immer gut, man baut jetzt keine neue Gasheizung ein, weil das
kann einfach passieren. Wichtig ist, dass die Menschen sich bei
der Kommune informieren und auch hören, was ist da geplant und
auch eine transparente Kommunikation stattfindet.
Ich habe vor der Sendung mit einem Energieexperten gesprochen und
der meinte, er geht davon aus, dass Gasnetz wird als erstes in so
einen Familienhausgegnen zurückgebaut, also jetzt nicht in der
Städte, sondern außenrum. Und meint, wir laufen da sehenden Auges
auf massive Konflikte zu, da wird es böses Blut geben. Würden Sie
dem zustimmen, da wir eigentlich gerade gesellschaftlich auf so
einen Konflikt zu laufen, der schon absehbar ist? Also das würde
ich jetzt nicht so teilen, weil die Aufgabe der Gasnetzversorger
und auch der Energieanbieter ist, ja, ausreichend zu
kommunizieren und zwar frühzeitig, wie wir das in Augsburg
gesehen haben und auch in Mannheim vorbildlich, frühzeitig zu
sagen, wir haben diese Wärmeplanung vor in der Kommune, die
Energieversorger kommunizieren, die Kommune kommuniziert mit den
Leuten.
und dann auch zeigen, okay, das ist unser Weg, das sind unsere
Alternativen und dann auch Alternativen anbieten, da muss es ein
Nahwärmenetz geben oder Unterstützung für einen Einbau der
Wärmepumpe, Unterstützung für die energetische Sanierung und das
auch sozial abfedern. Deswegen will ich wieder bei meinem
Klimageld, dann wird es dieses böse Blut nicht geben müssen. Aber
hier sind die Akteure gefordert, das vorbildlich zu machen und
einige machen es ja schon sehr gut. Also Kommunikation ist
gefragt und eine langfristige Perspektive. Ja, und Angebote auch.
Also es sind ja viele Kommunen, die jetzt nicht sagen, wir bauen
jetzt das Gasnetz still, wir bauen es zurück, legen es still,
sondern wir haben gleichzeitig einen
Fernwärmeausbauernahwärmenetz und so weiter, da habt ihr die
Möglichkeit, ranzugehen oder wir unterstützen euch beim Anbau
einer Wärmepumpe beispielsweise.
Sie haben es erwähnt, die Idee im neuen
Gebäudemodernisierungsgesetz oder zumindest an den Eckpunkten,
diese grünen Gase, also Biogas und Wasserstoff, mit einzuspeisen.
Wenn ich das richtig verstanden habe, muss jetzt nicht jeder für
sich einen eigenen Tarif abschließen, sondern es wird sozusagen
automatisch für alle, soll Schritt für Schritt im Gasnetz der
Anteil an Biogasen oder Grüngasen, wie auch immer man sie nennt,
erhöht werden. Ich habe mich gefragt, ist das Gasnetz darauf
eigentlich ausgelegt? Also kann das Gasnetz das in diesem Umfang?
Also wenn das Biogas eine ausreichende Qualität hat, ist das
möglich. Und das Biogas ist dann auch gleich, oder Biometan ist
dann auch gleichzeitig ein direktes Substitut zum fossilen
Erdgas. Rein theoretisch geht das. Mit Biogas geht es bis zu 100
Prozent, aber geht es auch mit Wasserstoff?
Bei Wasserstoff ist es wieder technisch etwas anders, eine
Beimischungsquote ist gar kein Problem, aber wenn man dann in
Richtung 100 Prozent gehen würde, braucht es technisch andere
Anforderungen, auch an die Technologie, an die Infrastruktur und
so weiter, da wird es dann eher einen Umbau geben müssen. Das
heißt, man müsste dann fast sozusagen das Gasnetz nachrüsten,
damit es ausgelegt ist, dass da wirklich nichts entweicht und so,
was ja auch wieder massive Investitionen wären. Genau. Aber gut,
lassen Sie uns aufs Biogas schauen. Biogas gibt es ja schon seit
den 1980er Jahren, teilweise schon davor. Jetzt wird es zum Kern
der geplanten Wärmewende plötzlich. Und weil man bei Biomasse,
Biogas, Biomethan, diesen ganzen Begriffen ganz schön
durcheinander kommen kann, hier eine kleine Erinnerung, worum es
dabei eigentlich geht.
Schon in den 1980er und 90er Jahren haben Landwirtinnen und
Landwirte angefangen, Gülle und andere organische Reste in
einfachen Anlagen zu vergären. Dabei entstand Gas, das sie direkt
nutzen konnten, um Strom und Wärme für den Eigenverbrauch zu
erzeugen. Was damals klein begann, wurde mit der Zeit immer
größer. Mit politischer Förderung und neuen Gesetzen entwickelte
sich daraus ein ganzer Wirtschaftszweig. Vor allem in den 2000er
Jahren gab es einen regelrechten Boom. Aus wenigen Anlagen wurden
innerhalb kurzer Zeit Tausende. Heute liefern Biogasanlagen in
ganz Deutschland Energie für Millionen Haushalte und helfen
dabei, Schwankungen von Wind - und Solarstrom auszugleichen. Aber
was genau steckt eigentlich dahinter? Biomasse ist ein
Sammelbegriff für alles Organische, das man energetisch nutzen
kann. Zum Beispiel Pflanzen, Holz oder Bioabfälle. Wenn diese
Stoffe ohne Sauerstoff vergären, entsteht Biogas. Das besteht zu
einem großen
Teil aus Methan, also dem gleichen Energieträger, der auch in
Erdgas steckt. Wird dieses Biogas weiter gereinigt, entsteht
sogenanntes Biomethan. Das ist fast identisch mit Erdgas und kann
direkt ins Gasnetz eingespeist werden. Während normales Biogas
oft direkt vor Ort in Strom und Wärme umgewandelt wird, kann
Biomethan viel flexibler eingesetzt werden, etwa als Kraftstoff
oder zum Heizen. Trotzdem ist Biogas nicht nur eine
Erfolgsgeschichte. Es gibt auch Kritik. Für den Betrieb vieler
Anlagen werden spezielle Energiepflanzen angebaut, wie
beispielsweise Mais, oft in großen Monokulturen. Das fördert
nicht die Biodiversität in der Landwirtschaft. Zusätzlich kann
das Biomethan entweichen und schadet dann als Treibhausgas dem
Klima. Auch die Kosten sind ein Thema. Biogas ist meist teurer
als Wind oder Solarenergie. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz
sollen Biomethan -Beimischungen verpflichtend werden. Damit
entbrennt eine Debatte über die Potenziale.
Biomethan und Biogas. Klar ist, Biogas kann ein wichtiger
Baustein der Energiewende sein, vor allem, weil es flexibel
einsetzbar ist. Die große Herausforderung ist, es so nachhaltig
und effizient wie möglich zu nutzen. Ja, Biogas kann ein
wichtiger Baustein der Energiewende sein. Würden Sie dem
zustimmen? Also, Biogas kann ein wichtiger Baustein der
Energiewende sein, aber nicht im Heizungsbereich, zumindest nicht
in dem Umfang. Wir brauchen die nachhaltige Biomasse. Es gibt ja
auch viele Biogasanlagen für die Industrie, für die Kraft -Wärme
-Kopplung. Wir brauchen sie auch für die Spitzenlast, gerade in
dunkelflauen Zeiten, wo wenig Wind weht oder wenig Sonne scheint.
Und da ist die nachhaltige Biomasse gut aufgehoben, auch in der
Kombination mit Wärme - und Stromproduktion, aber sie zu
verschwenden jetzt im großen Stil im Heizungsbereich.
halte ich für falsch, schon mal alles da, Alternativen gibt,
nämlich die energetische Sanierung, also erst mal runter mit dem
Bedarf und dann der Einsatz von zum Beispiel Fernwärmenahwärme
oder auch Wärmepumpen und die nachhaltige Biomasse ist dafür zu
kostbar und auch zu teuer. Das ist eine große Kostenfalle, in die
die Leute hier reingetrieben werden, wenn sie beim Gas bleiben.
Biomasse ist kostbar, sagen Sie, und wir haben einige Fragen zu
diesem Thema auch bekommen. Alle, die uns hier gerade zuhören
oder zuschauen, haben es wahrscheinlich mitbekommen. Wir haben in
den letzten Wochen in der Zeitung und auf den Social Media
Kanälen der Frankfurter Rundschau dazu aufgefordert, uns Ihre
Fragen zum Gebäude Modernisierungsgesetz per E -Mail an podcast
.klimaklartext .de zu schicken. Vielen Dank an alle, die das
getan haben. Ich habe alle Mails gelesen und freue mich sehr,
einen Teil der Nachrichten heute hier in der Sendung zu
besprechen.
Und eine Person, die uns geschrieben hat, ist Anna -Maria Hipp
mit folgender Frage. Im Streitgespräch mit Frau Neubauer in der
Wochenzeitung Die Zeit vom 5. März 2026 behauptet der CDU
-Bundestagsabgeordnete Sepp Müller zum Thema grünes Gas, dass
dieses ein großes Potenzial hat und verweist auf eine
Untersuchung der Deutschen Energieagentur mit einer Produktion
von 10 bis 21 Terawattstunden jährlich. Das Deutsche
Biomasseforschungszentrum ginge sogar mit bis zu 76
Terawattstunden im Jahr 2030 aus, die erschlossen werden könnten
und dies wären auf den Gasverbrauch in deutschen Haushalten für
Heizung und Warmwasser circa 30 Prozent.
Was hält denn Frau Kemfert von diesen Aussagen? Ja, was hält denn
Frau Kemffert von diesen Aussagen? Was hält denn Frau Kemfert von
den Aussagen? Genau, also sehr optimistisch. Also grundsätzlich
sind das rein theoretische Zahlen, die man aber nicht eins zu
eins so umsetzen kann. Und man bräuchte eben eine deutliche
Steigerung von den jetzigen Potenzialen. Und wie gesagt, man
bräuchte mehr Flächen, die zur Verfügung stehen müssten. Wir
haben das Potenzial, dass es dann auch Flächenkonkurrenz gibt.
Und dass es zu schade ist, das wirklich im Heißungsbereich
einzusetzen. Also da wäre ich weniger optimistisch. Und vor allen
Dingen ist es sehr teuer. Wir haben uns im Rahmen einer aktuellen
Studie angeschaut. Und da sieht man, dass es mehrere tausend Euro
im Jahr mehr kosten wird, wenn man das macht.
Das ist eine erhebliche Kostensteigerung, gerade für die für die
niedrige Einkommensbezieher. Aber es ist ja ein bisschen die
Frage, wie kommen die Verbände auf diese Zahlen? Also der
Branchenverband Hauptstadtbüro Bioenergie geht davon aus, dass
sich die aktuelle Produktion kurzfristig um mehr als das
Zehnfache erhöhen lässt. Also wie kommen die auf solche
Berechnungen? Wir halten für wie halt realistisch halten sie das?
Also grundsätzlich sind rein theoretische Zahlen. Das ist
durchaus machbar, aber nur mit Energieflanzen. Also es ist
sinnvoller, auf nachhaltige Biomasse zu setzen, auf Reststoffe,
auf Gülle. Und da gibt es Zahlen, die sind dann in einer
Größenordnung, die deutlich geringer sind, aber die auch genutzt
werden sollten. Also ich bin auf keinen Fall gegen nachhaltige
Biomasse. Die Anlagen sind ja auch da. Sie sollten auch weiter
genutzt werden, aber nicht für den Heizungsbereich. Da ist es
eine große Verschwendung.
Also zumindest nicht in dem Umfang, wie diese Bio -Treppe jetzt
hervorsieht. Das sind der größten Ordnung bis zu einer
Verzehnfachung des jetzigen Potenzials. Und das in einem
Heizungsbereich, den wir so viel besser und effizienter nutzen
sollten, mit Alternativen durch Fernwärmen, Nahwärme oder eben
energetische Sanierung Wärmepumpen. Und da die nachhaltige
Biomasse zu verschwenden, beziehungsweise durch Energieflanzen,
Flächenkonkurrenzen zu schaffen, Monokulturen wieder
weiterzuführen. Die Pestizide sind das Problem. Also wir kennen
die Probleme ja aus der Landwirtschaft. Das halte ich nicht für
sinnvoll, weil es auch gerade im Heizungsbereich so viele
Alternativen gibt oder bessere Alternativen gibt.
Wenn ich das richtig gelesen habe, kommen diese Zahlen auch
zustande, weil von so synthetischem Biogas ausgegangen wird.
Also, dass das mit Wasserstoff irgendwie noch vervielfältigt wird
oder so. In der Zukunft wird das sicherlich auch noch eine
Maßnahme sein, aber die gehen ja jetzt auch sehr kurzfristig von
einer sehr starken Steigerung aus. Und das ist nur machbar, indem
man jetzt erst mal die aktuelle Biomasse dafür nutzt und dann
noch deutlich erweitert. Und das geht kaum mit nachhaltigen
Reststoffen, sondern dann muss es in Richtung Energiepflanzen
gehen und dann haben wir die Probleme mit der Flächenkonkurrenz
und so weiter. Und das ist theoretisch schon machbar, ist auch
sinnvoll, aber in der Industrie und zu der Stromproduktion im
Residuallastbereich, also da wo wir wirklich Bedarfe haben in den
Spitzenlastzeiten, da brauchen wir es dringend für eine
Vollversorgung aus erneuerbaren Energien. Und beim Heizbereich
ist das reine Verschwendung.
Jetzt sagt Katharina Reichler, naja, wir müssen ja nicht den
ganzen Mais in Deutschland anbauen. Also wir können ja auch aus
der Ukraine zum Beispiel Mais holen. Was halten Sie von diesen
Vorschlägen? Ich meine, das ist ein Land, das gerade im Krieg
ist, aber mal abgesehen davon. Ja, ganz abgesehen davon. Aber wir
haben uns auch die Potenziale angeschaut. Also das ist auch nicht
ohne Weiteres möglich, also ein paar Prozent durchaus, aber nicht
in der Größenordnung, über die wir hier reden. Und auch da läuft
man dann in eine Ernährungskrise hinein, weil dort die
Energieflanz und überhaupt die Biomasse genutzt wird für die
Ernährungssicherheit in ganz vielen Regionen in der Welt. Und das
kann man nicht einfach für Biomasse, für die deutschen
Heizsysteme verschwenden, sage ich mal, einfach nur weil wir
Gasheizungen behalten wollen. Also das ist schon irgendwie krass,
irgendwie falsch.
Sozusagen die Lebensmittelsicherheit der Welt aufs Spiel zu
setzen, würden Sie so überspitzt formulieren? Es wäre sehr
überspitzt, das zu sagen, aber in unserer Studie zeigen wir, dass
die Ernährungssicherheit in Gefahr gerät oder beziehungsweise wir
einfach die Ernährungssicherheit ausspielen gegenüber
Heizungssicherheit oder eine Sicherheit zum Aufrechterhalten
eines fossilen Erdgasheizsystems so vielleicht eher, also nicht
ganz so überspitzt, also man muss schon unterscheiden von dem,
was man da machen kann, aber es ist einfach der völlig falsche
Weg. Jetzt haben wir auch zu dem Thema noch eine zweite Nachricht
bekommen. Norbert Lichtenfeld führt da Dänemark als Beispiel an.
und sagt so, ja, er sieht die Problematik mit den Energieflanzen,
aber warum nicht Bioabfall viel mehr nutzen? Sowohl aus privaten
Haushalten als auch aus der Landwirtschaft könnten wir ja
Bioabfall noch viel mehr in die Biogasanlagen reinschieben. Und
dadurch dann sozusagen etwas überspitzt auch an der Stelle
formuliert, liegt das Potenzial der Energiewende im Bioabfall?
Ja, grundsätzlich absolut richtig. Und das ist auch das, was ich
schon gerade sagte, was diese nachhaltige Biomasse beinhaltet.
Auch Abfall, Reststoffe, Gülle, alles gehört dazu. Und die
Potenziale sind aber nicht so groß, wie man vermuten könnte, um
jetzt ein Heizsystem, was wir heute haben, aufrechtzuerhalten.
Das ist nicht zu vergleichen mit Dänemark. Dänemark ist sehr viel
kleiner, hat auch ein anderes System. Alles auf Fernwärme
ausgerichtet, das haben wir hier nicht.
Und deswegen ist es nicht vergleichbar. Unsere Größenordnungen
sind ganz andere, die wir dann bräuchten für ein solches
Heizsystem bis zu einer Verzehnfachung der Biomassepotenziale.
Und das geht nicht mit Reststoffen und auch nicht mit Abfällen.
Und deswegen braucht man da dann also Pflanzen, Energiepflanzen
im größeren Stil. Und das ist dann wirklich nicht sinnvoll. Jetzt
haben Sie schon sehr deutlich gesagt, also ja, man braucht Biogas
für die Energiewende, vor allem im Stromsektor, vor allem um auch
Schwankungen von Solar und Wind auszugleichen. Aber für den
Wärmesektor würden Sie es nicht empfehlen, wäre es nicht Ihr Weg.
Jetzt ist ja das andere sozusagen grün Gas, was in der Debatte
ist, der Wasserstoff, über den haben wir auch immer wieder schon
in den letzten Folgen mal gesprochen. Aber ein Aspekt zum
Wasserstoff noch. Also es gibt Stadtwerke, wie unter anderem die
Stadtwerke Bonn, die schon jetzt Wasserstoff ausgeschlossen haben
für ihre Wärmeversorgung. Die sagen, im Rahmen der kommunalen
Wärmeplanung soll kein Wasserstoffverteilnetz für private
Haushaltungen, Garzheizungen aufgebaut werden. Wie realistisch
ist das, dass wirklich in den nächsten, ich sag mal fünf Jahren
Wasserstoff eingespeist wird ins Gasnetz in den Kommunen? Also es
ist sehr unrealistisch, weil wir kaum Wasserstoff haben und den
müssten wir erstmal herstellen und den brauchen wir aber in der
Industrie. Auch da wieder die Nutzungskonkurrenz.
Der Wasserstoff wird benötigt, gerade für die Schwerindustrie und
nicht für das Heizsystem. Stadtwerke Bonn sind sehr schlau. Es
gibt noch viele andere, die auch rechnen können. Es lohnt sich
einfach nicht, ein zusätzliches Wasserstoffnetz für den
Heizbereich aufzubauen. Da haben wir andere Alternativen, die
Großwärmepumpe, beispielsweise Flusswärmepumpen oder Nahwärme,
Fernwärmenetze, die man aufbaut. Dann auch mit Abfallstoffen,
Abwärme, all das geht ja und das nutzen ja auch ganz, ganz viele.
Aber nicht Wasserstoff fürs Heizsystem. Das ist auch reine
Verschwendung. Der Wasserstoff, ich bezeichne den ja immer als
Champagner unter den Energieträgern. Und wenn man dann noch damit
duschen will, dann ist das ein lustiges Bild, aber gar nicht so
lustig, weil es irre teuer ist und wirklich sich nicht rechnet.
Also nicht im Heizbereich, sondern in anderen Bereichen brauchen
wir schon und da sollte man es auch ausbauen. Das heißt, neben
dem Thema, dass diese beiden sozusagen Heilsbringer jetzt
eigentlich in der Wärmewende sie sehr kritisch sehen, also sowohl
Biogas als auch Wasserstoff, gibt es ja auch das Kostenthema. Sie
haben jetzt schon mehrmals gesagt die Kostenfalle. Und vor allem
die Frage, was ist mit den steigenden Kosten potenziell für
Mieter und Mieterinnen? Und da hören wir mal kurz rein, was
Katharina Reichel dazu in der RLD im Bericht aus Berlin gesagt
hat. Wir haben die Mieterinteressen sehr wohl im Blick, aber die
Mieter leiden ja in der Zukunft, die Mieter leiden, würden in der
Zukunft leiden, unter hohen CO2 -Preisen.
Ja, die leiden unter hohen CO2 -Preisen, was sagen Sie dazu? Das
greift völlig zu kurz, die Mieterinnen und Mieter leiden unter
fossilen Abhängigkeiten und den hohen Preisen für Öl und Gas, die
jetzt aufgrund der aktuellen Energiekrise der größten, im Übrigen
der größten fossilen Energiekrise, in der wir jemals drin waren.
Das sind die hohen Kostenbelastungen für die Haushalte und um
diese zu entlasten wäre es besser, man zahlt endlich das
Klimageld aus, im Übrigen war das auch mal vorgesehen im Zuge des
Koalitionsvertrages, dass man mit den CO2 -Preisen das Klimageld
auszahlt, weil wir wissen, dass Haushalte,
Niedrigeinkommensoziale überproportional belastet werden durch
CO2 -Preise, aber jetzt auch aktuell durch hohe fossile
Energiepreise und aus dieser Kostenfalle sollte man sie doch
befreien und alle Haushalte, die kein Öl und Gas heizen, zahlen
auch gar keine CO2 -Preise. Also das greift tatsächlich viel zu
kurz, diese Argumentation.
Ja, und es ist auch spannend von der Art der Kommunikation, ne?
Ich hatte neulich mit Menschen aus der Nachbarschaft ein
Gespräch, die auch so waren, zwei ältere Menschen, die waren, ja,
bei uns wird die Gasheizung bald, was machen wir denn, wir
brauchen was Neues. Und dann war ich so, na ja, vielleicht nicht
noch eine Gasheizung, die wird ja auch potenziell teuer. Und dann
waren sie so, ja, warum wird die eigentlich teuer? Das liegt doch
an diesen CO2 -Preisen, oder? Und ja, was sozusagen im so
nachbarschaftlichen Gespräch Klar sind's die CO2 -Preise, die
erst mal es teurer machen. Aber wie Sie sagen, es greift zu kurz,
und da bräuchte es eine politische Kommunikation, die mit dem
Klimageld sozusagen den Leuten das Gefühl gibt, es spiegelt sich
trotzdem anders wieder in meinem eigenen Portemonnaie. Genau, und
das ist dir leider der letzten Regierung schon nicht gelungen.
Dieser ja gerade überhaupt gar nicht, wie wir gesehen haben.
sehr reduziert kommuniziert und alles wieder fokussiert darauf,
zu sagen, der Klimaschutz ist teuer, die CO2 -Preise sind teuer,
obwohl es die Öl - und Gaspreise sind, die im Moment echt
explodieren. Und das muss man den Leuten doch erklären und sagen,
ihr müsst da raus aus dieser Kostenfalle, wir helfen euch dabei,
wir geben euch ein Klimageld, wir helfen euch bei der
energetischen Sanierung, wir helfen dem älteren Ehepaar, das weiß
ich nicht, ob es niedrige Einkommensbezieher waren oder nicht,
aber zumindest einkommensgerechte Unterstützung zum Wandel ihres
Heizsystems, das wären die Antworten der Regierung. Was macht
man? Man lässt die Leute weiter in die fossile Kostenfalle
tappen, verheimlicht.
Öl - und Gaspreissteigerung als Kostengrund und tut so, als wenn
es eine Lösung gibt für Öl - und Gasheizung mit irgendwelchen
Bioöl und Biogas, was wir wissen, was irre teuer ist und wir auch
durchgerechnet haben, mit mehreren tausend Euro Kostenbelastungen
pro Jahr. Und das finde ich schon, muss ich fast sagen, grob
fahrlässig. Nicht in Ordnung. Klare Worte von Frau Kempferd. Ja,
weil beim Heizsystem hat mich schon gestört diese Heizhammer
-Diskussion. Jetzt wollten wir endlich was besser machen und
laufen leider in die nächste Kostenfalle und das muss man schon
deutlich kritisieren. Bleiben wir einmal gedanklich im
städtischen Mietshaus. Ich habe mit Peter -Paul Thoma gesprochen,
Obermeister bei der Endung Sanitärheizung Klima und er sagt
Folgendes.
Das einzige, wo es uns Luft verschafft, ist es wirklich bei den
Gasetagenheizungen, weil wir da tatsächlich ein Problem haben.
Ich will Ihnen das auch mal von den Kosten her mal darstellen,
wenn Sie zehn Wohneinheiten haben und müssen erst mal die
Heizungen zentralisieren, weil Sie ja dezentrale
Gasetagenheizungen haben, müssen Sie erst mal zentralisieren, pro
Wohnung 20 .000 Euro, sind Sie bei 200 .000 Euro und dann kommt
on top entweder der Wärmewärmeanschluss oder die Wärmepumpe, die
dann auch noch mal 60 .000 Euro kostet. Und wenn halt
Bestandsvermieter, die älter sind, die das als Rentner oder
sonstige Vorsorge für sich geplant haben, die kommen da schwer in
die Bredouille und das muss meines Erachtens noch die Politik
auch.
ein bisschen sehen. Würden Sie dem zustimmen, dass da das alte
Gebäudeenergiegesetz blind war auf diesem Fleck Gasetagenheizung?
Also Gasetagenheizung, würde ich sagen, hat ja einen Punkt. Das
ist tatsächlich ein Thema, was man angehen müsste, wo man auch
Lösungen bräuchte und es hätte auch Übergangslösungen geben
können an der Stelle. Aber ich weiß nicht, ob ich Herrn Thoma da
richtig verstanden habe, 60 .000 Euro kostet keine Wärmepumpe, um
das nochmal deutlich zu sagen, nicht, dass da wieder der Eindruck
entsteht, dass eine Wärmepumpe so irre, teuer und gar nicht
bezahlbar ist. Ich glaube, er wollte es anders sagen, aber bei
der Gasetagenheizung muss man tatsächlich Lösungen finden. Das
sehe ich auch so. Das ist auch eine Aufgabe. Aber da muss man
immer vor Ort gucken an das Gebäude. Was kann man energetisch
sanieren? Wärmepumpe kommt nicht überall in Frage. Das ist ganz
klar, auch Großwärmepumpen nicht. Wenn Fernwärmeanschluss möglich
ist, dann schon. Dann gibt es ja Lösungen, aber das ist schon
richtig. Da bräuchte es auch mehr lösungsorientierte Vorschläge
und Erarbeitungen von Konzepten.
Aber das werden auch die Wärmepläne auch mit tun. Also da werden
auch die Kommunen gefragt sein, gerade für solche Quartiere, um
die es dann ja geht, bei diesen großen Miets -Einheiten oder
Großkomplexen, wo dann Gas -Etauschen -Heizungen eingebaut
wurden. Ja, und es wäre vielleicht auch denkbar da, so Art
Härtefallregeln oder Ausnahmeregeln oder sowas einzuführen und so
ein bisschen die Frage, muss man jetzt flächendeckend alles
liberalisieren oder braucht es an der Stelle gezielt sozusagen zu
sagen, okay, im städtischen Innenbereich, wo Gas -Etauschen
-Heizungen sind, da dann Ausnahmeregeln? Natürlich, natürlich und
das wäre auch im letzten Gesetz aber durchaus möglich gewesen,
das auch so zu berücksichtigen und die Flexibilität auch zu
ermöglichen, das ist absolut richtig, ja, und Härtefallregeln zu
haben und andere Übergangsfristen, völlig richtig.
Jetzt ist ja neben der Wärmepumpe oder auch Gasölanschlüssen,
also neben diesen individuellen Lösungen, ist ja das zweite große
Thema eine, ich sag mal, kollektive Lösung, also die
Fernwärmeversorgung. Fernwärme, vielleicht nochmal kurz zwei
Sätze dazu, ist die Idee, nicht jeder hat in seinem Gebäude jetzt
selber eine Gasheizungkeller stehen oder halt eine Wärmepumpe,
sondern es gibt in der Ferne, also etwas weiter entfernt, eine
Wärmeversorgung, die dann alle auf einmal versorgt. Da es dann
über Rohre wird, sozusagen unterirdisch, gut gedämmt, das an die
Haushalte herangetragen. Und diese Fernwärme kann ja aus sehr
unterschiedlichen Energiequellen produziert sein. Also das kann
über Großwärmepumpen, über Solarthermie sein, über Kraft -Wärme
-Kopplung, Mühlverbrennungsanlagen, oft auch so industrielle
Abwärmewürter genutzt.
Jetzt die Frage, was ist der Vorteil daran, also an dieser
Fernwärme, und vor allem ist die unbedingt grün, also da ist die
nicht genauso fossil, je nachdem aus welcher Quelle sie sozusagen
kommt. Also in Deutschland ist noch ein Großteil der Fernwärme
fossil lastig, also entweder Gas oder Öl teilweise noch, aber
hauptsächlich Gas, Kraftwärme -Kopplungsanlagen, die da genutzt
werden, und 70 Prozent ist tatsächlich nicht, also ist fossil,
ist nicht nachhaltig. Der Anteil von erneuerbaren Energien oder
nachhaltigen Anlagen muss steigen und wird auch steigen müssen
jetzt im Zuge der Wärmeplanung, aber das ist bisher nicht
automatisch so. Grundsätzlich gesehen ist es aber für die
Fernwärme einfacher, das auf Nachhaltigkeit umzustellen als jetzt
Jedes einzelne Haus, wir haben es ja gerade besprochen, bei
größeren Einheiten in der städtischen Bereich, Quartiere, solche
Fernwärmeanlagen zu haben. Also eine große Stadt in Berlin, wir
sitzen jetzt gerade in Berlin, hat einen großen
Fernwärmeanschluss, das ist ein großer Vorteil, aber es kann auch
Kostennachteile nach sich ziehen. Es ist ein natürliches Monopol,
da steigen oft die Kosten überproportional, die Monopolkommission
guckt auch drauf. Es gibt Berichte, dass man da auch entsprechend
regulieren muss. Es ist nicht automatisch billiger, aber es kann
viele Vorteile haben und vor allen Dingen ist man einproblemlos,
dass man sich nicht um eine Wärmepumpe oder sowas kümmern muss.
Aber es gibt auch keine Pflicht, dass man sich angeschlossen
anschließen lassen muss, das kann jeder selbst entscheiden.
Jetzt haben Sie gerade die Kosten angesprochen, da gibt es ja
tatsächlich sehr unterschiedliche Kosten auch nach der
Verbraucherzentrale bei Fernwärme, wie Sie sagen durch so eine
Monopolstellung unter anderem. Einmal den Bogen zu Anfang der
Sendung, da haben wir über die umgekehrte Beweislast bei
Mineralölkonzernen gesprochen, die gerade in der Diskussion ist.
Würden Sie sagen, sowas bräuchte es auch in der Fernwärme? Also
in der Fernwärme ist man dran bei der Preisaufsicht durch das
Kartellamt, die sind da ja involviert jetzt. Und die
Monopolkommission hat auch empfohlen, dass da mehr Transparenz
hinein muss. Und da ist man in so Mechanismen drin, die halte ich
auch für sinnvoll. Die Fernwärmebetreiber selber haben ja auch
oftmals Kostensteigerungen, die sie deutlich machen und auch
transparent machen und auch darauf bestehen, dass diese
Kostensteigerungen stattfinden müssen. Das muss man genau prüfen
und kann man auch genau prüfen. Und dann sollte man auch
eingreifen, wenn man sieht, da sind die Margen zu hoch. Also das
nicht zu vergleichen mit den Mineralkonzernen von Anfang, die da
ja gigantische Übergewinde im Moment haben.
einstreichen. Das ist bei der Fernwärme nicht der Fall. Und da
muss man aber auch genau hinschauen. Und dadurch, weil es ein
natürliches Monopol ist, ist die Aufsicht so richtig. Es scheint
auch tatsächlich, dass es ja auch ein Punkt, der auch im
Eckpunktepapier genannt ist. Also es scheint, als hatte die
Politik auch ein Auge vor. Da steht ja ziemlich klar, dass eine
für die Fernwärmeversorgungsunternehmen verpflichtende
Preistransparenzplattform eingerichtet werden soll. Absolut
sinnvoll. Das ist was Sinnvolles aus dem Eckpunktepapier. Haben
wir was gefunden am Ende? Ein Top. Jetzt sind wir dieses ganze
Gesetz oder diese ganzen Eckpunkte durchgegangen. Sie haben sehr
deutlich gemacht, dass Sie vieles davon für nicht entsprechend
durchdacht halten.
Gleichzeitig, seit dem Anfang des Krieges jetzt im Iran, sehen
wir, dass der Absatz an Wärmepumpen steigt, dass es ein
steigendes Interesse an Solaranlagen gibt. Also sind sozusagen
die Menschen da pragmatischer als die Politik? Sind wir generell
als Gesellschaft, sage ich mal, da gerade trotz allem auf einem
guten Weg? Also grundsätzlich sind die Menschen ja schlau. Sie
sehen Nachrichten, sie sehen, dass die Preise für Öl und Gas
ansteigen und damit auch deren Kosten. Und wir inmitten einer der
größten fossilen Energiekrise sind, die wir jemals hatten. Und
wir im Zuge dieser Fossilokratie, dass wir ja nur noch um Öl und
Gas kämpfen oder die Länder, die da überfallen werden oder
kriegerische Auseinandersetzungen haben, ist alles
hochproblematisch. Das verstehen die Menschen ja und sehen, dass
es Kostensteigerungen gibt.
Und da dann sich zu entscheiden für eine Solaranlage, für eine
Wärmepumpe, ist ja nur ökonomisch sinnvoll. Und die Menschen
können rechnen und verstehen auch, dass alles damit
zusammenhängt. Das wäre auch die vernünftige Antwort, auch
seitens der Politik das so klar zu kommunizieren und den Menschen
zu helfen, die das nicht selber tun können, den
Niedrigeinkommensbezieher mit Klimageld oder Energiegeld. Das
wären die vernünftigen Lösungen, dann würden wir noch mehr Absatz
haben in die richtige Richtung, weil da genau muss es hingehen.
Und da hoffe ich einfach, dass die Menschen auch schlau bleiben.
Frau Kemfert, das nehme ich als Abschlusswort für dieses Thema
und die Sendung. Vielen Dank für diesen Ritt einmal durch das
Gebäude Modernisierungsgesetz mit auch Einordnungen der
geopolitischen Lage.
Normalerweise würde jetzt unsere Rubrik Top und Flop folgen, aber
das Gefühl war so ein bisschen, wir machen das
Gebäudemodernisierungsgesetz zu einem großen Top und Flop -Thema.
Sie haben selber gesagt, gerade Fernwärme als Top sozusagen da
auf die Preise zu schauen und an vielen anderen Stellen
vielleicht etwas, was eher Richtung Flop geht. Ja, vielen Dank
für diese Einordnungen. Ja, danke, dass ich da sein durfte.
Vielen Dank. Nächste Sendung wollen wir aber gerne wieder einen
Top und Flop haben. Und wenn ihr einen Top oder Flop aus eurer
Gemeinde, eurer Stadt, ein Bundesthema habt, was euch umschreibt,
dann schreibt uns sehr gerne an podcast .klimaklartext .de. Das
war die sechste Folge Klimaklartext, ein Podcast der Frankfurter
Rundschau zur Klima - und Energiepolitik. Vielen Dank an alle,
die uns Nachrichten geschrieben haben und diese Sendung damit so
bereichert haben.
Ihr könnt uns in einem Monat wiederhören und sehen, immer Ende
des Monats findet ihr uns überall, wo es Podcasts gibt und auf
den Seiten der Frankfurter Rundschau. Wenn ihr irgendwelche
Fragen, Hinweise, Kommentare habt, ihr kennt unsere E -Mail
-Adresse, schreibt uns sehr gerne. Und die wichtigsten Quellen
dieser Sendung findet ihr in den Show Notes. Ja, und wenn euch
die Folge gefallen hat, dann abonniert uns auch sehr gerne bei
Spotify, Apple Podcasts oder YouTube. Lasst auch gerne einen
Kommentar da, damit noch mehr Menschen von uns und Klimaklartext
erfahren. Und dann hören wir uns Ende April wieder. Ich bin
Christine Lang. Bis dahin macht's gut.