KlimaKlartext mit Prof. Dr. Claudia Kemfert

Frankfurter Rundschau

#8 AMOC-Kollaps: Was Europa droht

29.05.2026 48 min

Zusammenfassung & Show Notes

Was passiert, wenn die große Atlantikströmung schwächelt? In dieser Folge von KlimaKlartext, dem Podcast der Frankfurter Rundschau zur Klima- und Energiepolitik, spricht Kristin Langen mit Prof. Dr. Claudia Kemfert über die AMOC – die Atlantische Meridionale Umwälzströmung – und die Frage, warum ihr möglicher Kipppunkt auch für Europa und Deutschland so relevant ist.


Die Folge erklärt, wie die AMOC funktioniert, welche Rolle der Golfstrom spielt und warum das Abschmelzen des Grönlandeises die Stabilität der Strömung gefährden kann. Außerdem geht es um neue Studien, die vor einer deutlichen Abschwächung warnen, um die Frage, ob Europa trotz globaler Erwärmung kältere Winter erleben könnte – und warum das nichts mit Hollywood-Szenarien wie The Day After Tomorrow zu tun hat.


Ein Schwerpunkt liegt auf den sicherheitspolitischen Folgen: Der Bundesnachrichtendienst und andere Institutionen beschäftigen sich inzwischen mit Klimarisiken, weil ein AMOC-Kollaps Auswirkungen auf Infrastruktur, Versorgung, Landwirtschaft, Migration, Meeresspiegel und politische Stabilität haben könnte. Kemfert fordert, dass Europa und Deutschland diese Risiken ernster nehmen und konkrete Stresstests durchführen.


Außerdem ordnet Claudia Kemfert die aktuelle deutsche Klimapolitik ein. Thema sind der Expertenrat für Klimafragen, die Lücke bei den Emissionszielen und die Frage, ob die Bundesregierung ihre Klimaziele zu optimistisch bewertet. Zum Schluss geht es um Klimaangst, Handlungsmöglichkeiten und die Debatte um das frühere Worst-Case-Klimaszenario RCP 8.5.


Themen der Folge:

AMOC und Golfstrom: Was ist der Unterschied?
 Warum Grönlandeis die Atlantikströmung schwächen kann
 Welche Folgen ein AMOC-Kipppunkt für Europa hätte
 Warum Klimarisiken auch Sicherheitsrisiken sind
 Welche Rolle BND, Bundesregierung und Klimarisikoanalysen spielen
 Warum Kemfert AMOC-Stresstests für Deutschland fordert
 Weshalb Geoengineering keine einfache Lösung ist
 Was gegen Klimaangst helfen kann
 Warum jedes Zehntelgrad zählt

 Fragen, Hinweise oder Themenvorschläge gerne an: podcast@klimaklartext.de


Quellen:
Die wichtigsten Quellen und weiterführenden Links zur Folge:


Transkript

KlimaKlartext, der Podcast zur Klima-und Energiepolitik, klar, verständlich, faktenbasiert. Mit Prof. Dr. Claudia Kemfert. Eine Überschreitung des AMOC-Kipppunktes und ein beginnender Kollaps zur Mitte des Jahrhunderts sind möglich. Die Folgen für soziale, politische, ökonomische und technische Systeme in darauf folgenden Jahrzehnten wären enorm. Diese Warnung kommt nicht von Klimaaktivisten, nicht aus der Politik, sondern vom Deutschen Geheimdienst, dem Bundesnachrichtendienst BND. Und mit AMOC ist hier kein AMOC -Lauf, keine unkontrollierte menschliche Gewalt gemeint, sondern ein gewaltiges Strömungssystem im Atlantik, das warme Luft nach Europa bringt und hier für mildes Klima sorgt. Nun warnen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, dass durch die Klimakrise diese Strömung abschwächen oder sogar abbrechen könnte und welche Folgen das für Europa und Deutschland hätte, wie wahrscheinlich ein Kollaps der AMOC ist und ob ein 80 km langer Damm quer durch die Behringstraße helfen könnte. Das ist unser Thema in der neuen Folge Klima -Klartext, der Podcast der Frankfurter Rundschau zur Energie-und Klimapolitik mit Prof. Dr. Claudia Kemfert. Ich bin Kristin Langenen, freie Klima-und Wirtschaftsjournalistin und freue mich euch durch diesen Podcast zu begleiten. Hallo Frau Kemfert, schön Sie wieder zu sehen. Ja hallo, freut mich auch. Wir wollen heute über was sprechen, was im ersten Moment sich sehr kontraintuitiv anfühlt, wenn durch die Klimakrise Europa sich nicht überhitzt, sondern eher abkühlt. Das Ganze liegt an einem Strömungssystem, was warme Luft nach Europa bringt. Ich habe es gerade in der Einleitung gesagt. Und bevor wir da in alle Tiefe reinschauen, müssen wir aber einmal einen Blick auf die aktuelle Klimapolitik werfen. Letzte Woche, am 18. Mai, hat der Sprecher des Umweltministeriums Nikolai Fichtner Folgendes gesagt. Die Emissionen gehen runter. Die Frage ist nur, ob sie schnell genug runtergehen. Und da gibt es, wie es im wissenschaftlichen Diskurs üblich ist, unterschiedliche Annahmen. Ja, gibt es dazu unterschiedliche Annahmen? Ja, ich glaube, die Einordnung dieser Aussage ist ja das, dass das Umweltbundesamt verschiedene Szenarien entwickelt hat, sogenannte Projektionsentwicklungen, und da auch sehr vorsichtig argumentiert. und es als wahrscheinlich ansehen könnte, dass die 65 % Emissionsbinderung bis 2030 eingehalten werden könnten, aber auch da sehr zögerlich ist und sagt, naja, vielleicht landen wir eher so bei 62, irgendwas Prozent, aber nicht ganz bei 65 Prozent. Also da ist immer noch eine Emissionserminderungslücke. Und das ist, glaube ich, hier gemeint, dass es da verschiedene Annahmen gibt. Das wäre auch im wissenschaftlichen Diskurs ganz normal. Aber hier muss man ja sagen, der Expertenrat für Klimafragen hat sich das sehr genau angeguckt und kommt zu einer unterschiedlichen Einschätzung. Ja, und genau dieses Dokument habe ich auch dabei. Es ist der Prüfbericht zur Berechnung der deutschen Treibhausgasemission für das Jahr 2025 und Projektionsdaten 2026. ist letzte Woche veröffentlicht worden vom Expertenrat für Klimafragen und man kann eigentlich zusammenfassen, das Ergebnis ist 6 in 6. Also es ist sozusagen, die Clip -Anziele werden laut dem Expertenrat höchstwahrscheinlich nicht erreicht. Aber vielleicht können Sie noch mal einordnen, wer ist der Expertenrat und was ist auch die zentrale Aussage? Ja, der Expertenrat für Klimafragen ist ein einberufendes wissenschaftliches Gremium. Es sind fünf Wissenschaftlerinnen von unterschiedlichen Disziplinen, die bewerten sollen, wie die aktuelle Klimaschutzpolitik der Bundesregierung aussieht, ob sie im Fahrplan ist oder nicht. Also sozusagen der wissenschaftliche TÜV der deutschen Klimapolitik. Und die sind unabhängig. Es ist ein unabhängiges Gremium, welches ja auch dazu da ist, im Rahmen der Klimaschutzpolitik das einzuordnen. Und das steht ja auch im Klimaschutzgesetz, dass es diesen Expertenrat geben muss, der das überprüfen muss. Und der tut jetzt seine Arbeit und schaut da rein und hat herausgefunden, dass die Annahmen, die die Bundesregierung trifft oder auch die Projektionsdaten wahrscheinlich so nicht eintreten. Es sind ja auch aktuelle Entwicklungen noch gar nicht mit rein gerechnet. Und es ist vielleicht auch unwahrscheinlich, dass das so eintritt, was man sich hier vorgenommen hat. Also Setzen 6 vielleicht ein bisschen schön gerechnet, muss man an der Stelle sagen. Und das sagt der Experanrat sehr deutlich. Also es gibt da große, große Warnsignale und auch sehr unterschiedliche Einschätzungen. Also im Unterschied zur Bundesregierung, die das ja sehr positiv bewertet, sagt der Experanrat, das ist zu optimistisch gesehen und die sehen das eben anders. Und die Frage ist ja dabei, wie ordnet man die politischen Instrumente ein, die es jetzt in der Vergangenheit, aber vor allem jetzt für die Zukunft geplant sind. Also deswegen spricht Nikolai Fichtner auch von dieser Unsicherheit, weil es geht sozusagen um Projektionsdaten für die Zukunft und man weiß halt nicht genau, wie viele Emissionen werden jetzt vermindert durch die aktuellen politischen Instrumente. Ja, also es sind Szenarien, das ist ganz klar des Umweltbundesamtes, anhand der die Bundesregierung abschätzt, sind wir da auf dem Pfad oder sind wir eben aber ganz so unsicher und ganz so eine Meinungsvielfalt, wie jetzt hier dargestellt ist, so ist es dann eben doch nicht. Man weiß ja schon, was aktuell stattfindet. Man weiß auch, was die Bundesregierung jetzt macht, obwohl man deutlich sagen muss, die aktuellen Maßnahmen, die die Bundesregierung plant, die sind weder in dem Expertenratseinordnung, Einschätzungsgutachten drin, noch in den Projektionsdaten. Also das ändert nochmal alles, aber man weiß, auf welchem Pfad man ist. Und da hat man in der Vergangenheit schon immer festgestellt im Bereich Verkehr und Wärme ist man überhaupt nicht auf dem Pfad. Das kann auch nicht überkompensiert werden. Diese Emissionsminderungslücke kann nicht überkompensiert werden durch Maßnahmen im Energiesektor oder im Industriebereich, wo man ja eher auf einem Pfad ist, aber jetzt vielleicht auch dann wieder wegkommt. Weil die jetzigen Maßnahmen, die ja getroffen werden, wir haben in den vergangenen Folgen ja schon drüber gesprochen, Gebäudemodernisierungsgesetz, das Netzpaket, das EEG, da gibt es ja viele Stolpersteine jetzt, die kommen. Und wenn die alle so umgesetzt werden, dann wird man ja mit dem Ausbaufad der erneuerbaren Energien so nicht mehr vorankommen. Und das ist dann etwas, was sich dann widerspiegelt in den Entwicklungen, dass die Emissionsminderungslücke eher vielleicht noch größer wird. Und das sagt auch der Expertenrat für Klimafragen. Ja, also das erwähnt er ja sogar ganz explizit hier, das finde ich wirklich interessant, dass sozusagen diese ganzen Daten eigentlich nur auf den politischen Instrumenten basieren, die bis Ende Juli 2025 in Kraft getreten sind und alles, was jetzt seitdem kam, ist noch gar nicht berücksichtigt. Also hier wird konkret das Beutel -Modernisierungsgesetz erwähnt, wir haben Folge 5 und 6, wenn ich richtig bin, ausführlich darüber gesprochen, EEG, Sie haben es gerade gesagt. Das heißt, wenn jetzt diese ganzen neuen Gesetze noch kommen, diese verschiedenen Sachen, die da gerade in der Diskussion sind, dann ist es noch unwahrscheinlicher, die Klimaziele zu erreichen, also minus 65 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 2019. Ja, es wird immer schwerer, wenn man jetzt diese Maßnahmen, die jetzt eher noch dazu oder da sind, um die erneuerbaren Energien auszubremsen, also zumindest in ihrem Wachstum zu beschränken und eher noch fossiles Erdgas sowohl im Stromsektor als auch im Heizbereich einzuführen oder zu verlängern, dann wird es immer schwerer. Dann wird man sowohl im Gebäudebereich. Die Klimaziele nicht zu erfüllen, das ist sowieso im höchsten Maße unwahrscheinlich, aber auch nicht im Verkehrsbereich. Da will man jetzt ein bisschen gegensteuern, das reicht aber auch gar nicht. Aber im Stromsektor, da hatte man ja gehofft, mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien kann man noch viel überkompensieren an Emissionsminderungszielen. Aber das wird ja unwahrscheinlich. Also wenn man die jetzt ausbremst, die erneuerbaren Energien, kann man auch nichts mehr überkompensieren. Und das ist das Hauptproblem, sodass sich dem Expertenrat uneingeschränkt zustimme. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass die Klimaziele erreicht werden können. Es wird auch extrem schön gerechnet, wo man da immer sagen muss, es ist noch der Stand vom letzten Jahr. Aber wenn man das Aktuelle noch mit reinrechnet, müsste auch die Bundesregierung sehr viel mehr gegensteuern. Und das tut sie nicht. Also da hat der Umweltminister offensichtlich einen sehr schweren Stand in der Regierung, sich da durchzusetzen gegenüber anderen, die dann doch sehr fossillastige Entscheidungen treffen. Und jetzt klingen diese ganzen Klimaziele, diese ganzen Zahlen, es klingt immer alles so abstrakt. Aber wir wollen uns ein Beispiel anschauen, was ganz konkret zeigt, wenn man diese Klimaziele ignoriert, dann können Kipppunkte erreicht werden. Also Kipppunkt kann man sich irgendwie so vorstellen, wie so der Tisch wackelt, ich leg hier diese Fernbedienung hin und dann fällt, kippt sie runter, liegt auf dem Boden und wird nicht von alleine wieder auf den Tisch zurückkommen, auch wenn der Tisch aufhört zu wackeln. Meistens ist es ein Wasserglas, aber das tun wir hier besser nicht, weil dann ist es kaputt und wir haben kein Wasser mehr. Aber üblicherweise schmeißt irgendjemand ein Wasserglas runter und dann ist es kaputt. Das kann man sehr anschaulich erklären. Genau, dann ist es auch egal, ob der Tisch weiter kippelt oder nicht, es wird nicht wieder zurückkommen, die Tasse ist einmal runtergefallen. Und einer dieser Kipppunkte ist die AMOC. AMOC mit C, nicht mit K. die Atlantische Meriodionale Umwelströmung. Und was es damit genau Aufsicht hat, das erfahrt ihr hier. Die Atlantic Meridional Overturning Circulation, kurz AMOC, ist ein riesiges Strömungssystem im Atlantik. Dazu gehört auch der Golfstrom. Vereinfacht gesagt, die AMOC bringt warmes Wasser aus den Tropen nach Norden. Dort kühlt es ab, sinkt in die Tiefe und fließt als kaltes Wasser wieder Richtung Süden. So verteilt sie enorme Wärmemengen und sorgt mit dafür, dass Europa ein vergleichsweise mildes Klima hat. Durch den menschgemachten Klimawandel könnte diese Strömung schwächer werden. Die Debatte darüber hat sich zuletzt verschärft, weil mehrere aktuelle Studien darauf hindeuten, dass die AMOC empfindlicher auf die Erderwärmung reagieren könnte als lange angenommen. Ein wichtiger Grund ist das Abschmelzen des Grönlandeises. Dadurch gelangt mehr Süßwasser in den Nordatlantik. Süßwasser ist leichter als salziges Wasser und je geringer der Salzgehalt, desto schwerer sinken die Wassermassen ab. Genau dieses Absinken ist entscheidend für die Stabilität der AMOC. Messungen und Klimamodelle zeigen schon länger Hinweise auf eine Abschwächung. Umstritten ist aber, wie stark dieser Effekt tatsächlich ist und ob und wann ein sogenannter Kipppunkt erreicht wird. Gemeint ist der Moment, an dem sich die Strömung plötzlich stark verändert oder weitgehend zusammenbricht. Einige Forschende warnen, dass das noch in diesem Jahrhundert passieren könnte. Andere halten das derzeit nicht für ausreichend belegt. Die Folgen wären massiv. Modellrechnungen deuten darauf hin, dass die Wintertemperaturen in Europa innerhalb weniger Jahrzehnte im Schnitt um etwa 5 bis 15 Grad sinken könnten. In Norwegen teilweise sogar um bis zu 30 Grad. Im Sommer würde vor allem in Südeuropa die Trockenheit zunehmen. Auch in Südamerika, Indien und Westafrika könnten sich Monsungürtel verschieben. Im Nordatlantik könnte der Meeresspiegel zusätzlich um rund einen halben Meter steigen. Deshalb gilt die AMOC als eine der wichtigsten möglichen Kipppunkte im Klimasystem der Erde. Politisch hat bisher vor allem Island reagiert und einen möglichen Zusammenbruch der Atlantikströmung offiziell als nationale Sicherheitsbedrohung eingestuft. In Deutschland beschäftigt sich unter anderem der Bundesnachrichtendienst BND mit dem Thema, weil mögliche Folgen auch für die Sicherheit Deutschlands relevant wären. Eins der wichtigsten Kipppunkte im Klimasystem, die AMOC -Strömung. Haben Sie das Gefühl, das ist mittlerweile in der Debatte angekommen oder eigentlich noch nicht entsprechend berücksichtigt? Ich finde nicht, dass es schon angekommen ist. Das ist weder in der öffentlichen Debatte so richtig da, noch wird das politisch zumindest nicht öffentlich diskutiert. Auch weitestgehend igno - habe ich so den Eindruck. Und ja, es wurde darüber berichtet, auch in Fachzeitschriften oder auch in den Leitmedien. Aber so richtig wahrgenommen in der öffentlichen Debatte habe ich den Eindruck, es ist überhaupt gar nicht. Und das entspricht nicht der Dringlichkeit des Problems. Denn es handelt sich hier um einen sehr, sehr wichtigen Kipppunkt, den man nicht ignorieren darf oder sollte. Weil wenn das Klima da kippt, dann haben wir ungeahnte Auswirkungen. Und das ist auch das, was wir meinen, mit dem Wasserglas. Es ist da nicht so, dass man hinterher denkt, ja, das passiert dann alles so wie dargestellt. Es kann alles Mögliche passieren. Und keiner weiß genau, was. Und das macht das Ganze sehr unsicher, klar. Aber was ganz sicher ist, ist, dass es irreversibel ist. Das heißt, wir können es nicht wieder zurückdrehen, wenn das Klima kippt. dann sind die Folgeeffekte da und die zukünftigen Generationen müssen damit leider, leider leben. Deswegen müssen wir alles dafür tun, das zu verhindern und die Diskussion, finde ich, führen wir gar nicht. Und genau deswegen machen wir es zum Thema heute hier bei Klimaklar -Text. Und schauen auch mal ein bisschen genauer hin. Wir haben gerade im Einspieler gesagt, der Golfstrom ist ein Teil der AMOC. Der Golfstrom wird den meisten Menschen Begriff sein. Wenn man fragt, wie kommt warme Luft nach Europa, werden die meisten Leute sagen, naja, Golfstrom bringt halt warme Luft. Wie hängen jetzt AMOC und Golfstrom zusammen? Sind das zwei unterschiedliche Systeme? Genau, ja, die sind unterschiedlich, werden häufig in den Medien gleichgesetzt. Das ist ja auch was ähnliches, aber der Golfstrom kommt eben vom Golf von Mexiko rüber hier nach Europa und ist hier verantwortlich für das milde Klima, ist aber nur ein Teil des AMOC. AMOC ist ein größeres System, das ist eine riesige Umwälzpumpe, die kommt auch aus der Region hierher nach Europa. Aber dieses kühlere Wasser wird dann wieder zurückgespült nach in den Süden der Welt und diese riesige Umwälzpumpe, davon ist der Golfstrom ein Teil, aber er ist nicht der Dominante, sondern er kann auch abschwächen, aber er wird in erster Linie auch getrieben von Winden und das ist anders als beim AMOC, der getrieben wird durch diese riesige Umwälzpumpe im Wasser, was ja gerade beschrieben wurde, dann beeinträchtigt werden kann durch das Abschmelzen des Eises und dann die Wassermassen, die dann da reinkommen und diese ganze Umwälzpumpe zum Erliegen bringen oder zumindest abschmelzen und der Golfstrom ist ein Teil davon und der ist auch dafür zuständig, dass wir hier mildere Wind haben und der kann auch sich abschwächen, aber der würde auch rein theoretisch bleiben, wenn AMOC zusammenbricht, ist nur ein Teil. Können Sie das nochmal genauer erklären? Wir haben es in groben Zügen gerade gehört, aber welche Rolle spielt Salz, spielt Temperatur, spielt dann entsprechend höherer CO2 -Gehalt in der Atmosphäre? Also das, was ich verstanden habe, ist, es gibt Wasser, was sozusagen warm nach Norden strömt, was dann absinkt und wieder zurückströmt. Und das ist sozusagen diese große Umwälzpumpe. Genau, genau. Die ist es. Aber jetzt, wenn CO2 in der Atmosphäre ist, erwärmt sich die globale Oberflächentemperatur. Dadurch kann das Grönländische als Eis schmelzen und dadurch kommt mehr Süßwasser in diese Umwälzpumpe rein. Und das führt dazu, dass dieses Süßwasser leichter als Salzwasser, dass dieses Salzwasser, was eigentlich wieder zurückfließt, weniger stark fließen kann oder sogar ganz abbrechen kann. Das heißt, diese Umwälzpumpe kann durch die Klimaerwärmung sich zumindest abschmelzen oder abändern oder sogar ganz zum Erliegen kommen mit ungeahnten Erfolgen fürs Klima. Aber was ganz sicher ist. dass wir wissen, schon jetzt, dass die Zusammensetzung des Wassers sich schon verändert hat durch die globale Oberflächentemperatur und durch das Abschmelzen des grönländischen Eises, welches jetzt schon dazu geführt hat, dass die Zusammensetzung sich verändert. Man misste also schon höhere Temperaturen und das hat dann gravierende Auswirkungen. Also wenn diese Rückstrom irgendwann, der kühlere Rückstrom des salzigen Gehaltes, salzhaltigen Wassers dann nicht mehr so stattfindet in den Süden, dann spricht man davon, dass diese Umwälzpumpe beeinträchtigt wird. Und das ist der wesentliche Zusammenhang. Mit Sicherheit noch ganz viele andere Komponenten, die auch eine Rolle spielen, wie Winde, Niederschläge und so weiter, die dann Unsicherheitsfaktoren sind. Aber dieser grobe Mechanismus, das ist der, um den es hier geht. Ja, man kann sich vorstellen, dass das Wasser wie so verschiedene Schichten hat, in die dann sozusagen das nach unten sinkt. Genau. Jetzt ist letzten Monaten eine Studie erschienen von der Universität in Bordeaux, die zu dem Schluss kommt, dass sich AMOC schneller abschwächt, als bisher vermutet. Und die sagen, bis Ende des Jahrhunderts könnte die Strömung um 50 bis 65 Prozent nachlassen. Letztes Jahr, im August, ist eine andere Studie erschienen, an der unter anderem Stefan Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung beteiligt war. Und die kommt zu dem Ergebnis, dass bei den aktuellen Emissionen das Risiko eines AMOC -Kollapses, also wirklich Abbruch, bei über 50 Prozent liegt und selbst bei niedrigen Emissionen, also Einhaltung Pariser Klimaziel, was ja eigentlich kaum noch wirklich realistisch erreichbar scheint, immer noch bei 25 Prozent liegt. Wahnsinnszahlen. Ja, wovon ist man bisher ausgegangen? Wie seriös sind diese Studien? Wie ordnen Sie das ein? Ja, also es sind wissenschaftliche Studien, erschienen in Fachpublikationen insofern seriös, weil sie werden begutachtet von anderen Fachexperten, sonst würden sie da nicht erscheinen. Und die Modelle, die da im Hintergrund sind, sind Klimamodelle, die man schon seit Jahrzehnten anwendet. Aber es sind auch Beobachtungsdaten von diesen Meerestemperaturen, die man jetzt ja schon messen kann. Noch nicht so lange, dass man eben so ganz definitive Aussagen machen kann, aber dennoch misst, dass es da Veränderungen gibt. Und diese Studie fasst das genau zusammen, dass die Wahrscheinlichkeit immer größer wird, je mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt. Je höher die Temperaturen in den globalen Oberflächentemperaturen sein werden, je mehr Eis auch abschmilzt, grönländisches Eis, desto gravierender die Folgen. Und man geht davon aus, dass es wahrscheinlich noch schneller geht oder auch zumindest gravierender wird. Das klingt immer so weit weg, 2.100, da muss man ja jetzt noch nicht zuhören, aber man muss verstehen, dass das CO2 ja kumuliert in der Atmosphäre ist. Das heißt, alles das, was wir heute schon erleben an Klimawandel, wir sind ja schon drin, ist dafür zuständig, ist das CO2 aus der Vergangenheit der letzten Jahrzehnte. Und es bleibt dann in der Atmosphäre alles das, was wir jetzt noch rein emittieren. Und das führt eben zu diesen Kaskadeneffekten, zu den Klimawirkungen ungeahnten Ausmaßes. Und wenn diese Umwälzpumpe abschwächt und auch mit den entsprechenden Wahrscheinlichkeiten, hat das gravierende Auswirkungen auf unser gesamtes Klimasystem. Und ich finde, 2.100 klingt so eine riesige Zahl, aber eigentlich so weit weg, also das sind ja auch nur noch 75 Jahre, 74 Jahre. Richtig, ja. Ich denke immer, wenn ich kleine Kinder sehe, Bagi, die von mir her geschoben werden, wenn ich die sehe, denke ich immer, die erleben das volle Programm. Weil die sind diejenigen, die damit alt werden mit den Zuständen. Und um die geht es ja auch. Um die müssen wir uns kümmern, damit diese schlimmen Auswirkungen nicht stattfinden. Kriege ich direkt Gänsehaut. Ja, weil es geht mir immer so. Ich kriege ja immer Gänsehaut, wenn ich ganz kleine Kinder sehe, weil ich immer denke, ey, ey, ey, denen dürfen wir das nicht antun, so. Und deswegen muss man verstehen, das ist nicht irgendwas, was irgendwann kommt. Wir sind mittendrin, das schaukelt sich im Moment auf und je mehr CO2 in die Atmosphäre kommt, desto schlimmer wird es, deswegen sind die Klimaforscher ja auch so deutlich in ihrer Sprache. Jedes Zehntelgrad zählt, jedes CO2, was nicht in die Atmosphäre kommt, ist gut und richtig. Jetzt konkret auf die AMOCströmung bezogen, gehört zur Wahrheit ja auch, dass nicht alle Forschenden die Einschätzung teilen, dass der Kollaps jetzt kurz bevorsteht. Im Deutschlandfunk wird beispielsweise Gerrit Lohmann vom Alfred -Wigner -Institut zitiert, der auf so stabilisierende Effekte hinweist wie die Feuchtigkeit in der Atmosphäre zum Beispiel. Ja, heißt, dass man weiß es einfach nicht genau, was jetzt passiert in den letzten Jahren, Jahrzehnten. Also das heißt nicht, man weiß nichts, aber man hat Indikatoren, die man heute schon sehr ernst nehmen muss. Und das ist der normale wissenschaftliche Diskurs, dass es da auch Einschätzungen gibt, die sagen, naja, guck doch nochmal, wir haben auch noch Winde, die eine Rolle spielen, die Zirkulation, wo noch andere Faktoren auch noch mit hineinkommen oder Niederschläge und so weiter. Das ist unsicher, das weiß man noch nicht so genau. Und da gibt es dann auch am Ende unterschiedliche Einschätzungen in der Folgewirkung, das ist ganz normal. Es gibt keine komplett ablehnende Einschätzung, dass gesagt wird, sowas kann gar nicht stattfinden oder der Klimawandel findet so nicht statt und solche Punkte kann es gar nicht geben, sondern es gibt eine Einschätzung, wie intensiv es da auftreten kann und welche Wirkungen da tatsächlich eine Rolle spielen, die dann auch zu schlimmeren Wirkungen führen können. Aber das ist auch nochmal deutlich zu machen, ich finde es gut, dass man da auch sieht, es gibt verschiedene wissenschaftliche Einschätzungen. So funktioniert Wissenschaft, es geht ja auch immer darum zu prüfen, auf welchem Pfad ist man da und macht das Sinn, was man da rausgefunden hat. Aber die Klimamodelle zeigen es deutlich, die aktuellen Beobachtungen auch schon. Aber die Frage ist... Wann es eintritt, wie intensiv es eintritt, welche Folgewirkungen es hat, und das sind die offenen Fragen, um die sich jetzt die Wissenschaft ja auch kümmert. Und es wird mal weiter gemessen und je mehr Messdaten man auch hat und schon jetzt sieht, dass das Meer sich so stark schon erwärmt oder es Veränderungen gibt in der Zirkulation, die man aktuell schon messen kann, desto eher wird man da auch eine präzisere Einschätzung bekommen können. Genau diese Folgen würden mich auch noch mal interessieren. Wir haben in dem Einspieler eben schon gehört, ja es wird kühler, aber also was heißt das genau? Ich denke den meisten ist der Film The Day After Tomorrow ein Begriff, zumindest vermutlich mehr Menschen als AMOC ein Begriff ist. Der Film kam 2004 raus, ein bekannter Katastrophenfilm, in dem es um die Folgen des Klimawandels geht. und auch ein möglicher Zusammenbruch des Golfstrums thematisiert wird, und in dem Film bricht dann eine Eiszeit aus. Ist das sozusagen die Folge, um die es geht? Also heißt das Kollaps gleich Eiszeit? Nein. Das ist Hollywood. Ich finde den Film toll. Also ich habe da schon ein paar Mal geguckt, kann man nur empfehlen, aber das ist Hollywood. Das passiert so nicht. Aber was passieren kann, ist, dass es in Europa deutlich kältere Winter geben kann. Weniger Niederschläge, Trockenheit, damit auch Wasserknappheit, Wassermangel und auch Verteilungsprobleme, die stärker auftreten können, weil einfach weniger Niederschläge da sind und dann die Trockenheit zunimmt. Aber eben auch sehr viel kältere Winter. Aber das heißt nicht, dass es insgesamt die globale Erwärmung nicht vorwärts geht. Die geht trotzdem voran. Es wird überall wärmer, aber es kann auch sein, dass es dann im Winter deutlich stärkere oder kältere Winter geben kann, gerade in Nordeuropa, weil eben diese Wärmepumpe, ich nenne sie jetzt einfach mal so ein bisschen. sich abschwächt oder sogar ganz zum Erliegen kommt. Die Effekte können auftreten. Da weiß man nicht genau, wann und wie und in welcher Größenordnung, aber solche Effekte sind möglich. Also keine Eiszeit, sondern kühlere Durchschnittstemperaturen. Ja, und auch jetzt nicht wie im Film. Ich weiß nicht, ob jemand die Szene kennt, wo dann irgendwie auf einmal diese Warnsignale an den Monitoren kommen und auf einmal gibt es so eine riesen Eisfläche über ganz New York. Das ist ja Hollywood, sieht toll aus. Schöne Effekte finde ich. Aber darüber muss man sich jetzt keine Sorgen machen, schon gar nicht, dass so eine super Eiszeit kommt. Der Klimawandel geht ja weiter voran. Und wir haben eine globale Erwärmung mit den anderen Kipppunkten, die auch noch überall auf der Welt kommen. Wenn Sie jetzt sagen, die Klimaerwärmung geht eigentlich weiter voran. Nicht eigentlich, sie geht voran. Okay, sie geht weiter voran. Gleichzeitig haben wir jetzt dieses Szenario von es wird kühler in Europa, gleicht sich das dann in irgendeiner Form aus? Also kann man jetzt fast in Europa sagen... ist doch super, wenn es eigentlich heißer wird und dann da kühler. Und dann haben wir hier sozusagen die perfekte Durchschnittstemperatur. Leider nein. Es wäre schön, wenn man irgendwas gegenrechnen könnte so. Und dann wird es am Ende irgendwie eine moderate Temperaturentwicklung. Leider nein. Es sind immer extrem Ausschläge, die stattfinden können. Wir können auch sehr heiße Sommer in Europa bekommen. Vor allen Dingen die Wasserknapper, die wir aktuell schon merken, die Trockenheit für die Landwirtschaft oder auch Verteilungskonflikte, die jetzt ja schon in Südeuropa auftreten. Solche Effekte werden gravierender werden oder auch schlimmer werden. Aber es kann dann auch Ausschläge geben für sehr kalte Winter, was nicht heißt, dass es hier dann automatisch dann immer kalt ist und dann sich irgendwie die Temperatur global ausgleicht. So funktioniert das nicht. sondern die globale Erwärmung geht voran mit allen Folgeeffekten, die wir heute schon kennen und auch wissen, inklusive eines solchen Kipp -Punkts. Es gibt ja noch verschiedene andere Kipp -Punkte, die auch stattfinden können, wenn wir nicht gegensteuern und es schaffen, dass die CO2 -Emissionen schneller sinken. Ich habe vor der Aufnahme mit Andreas Oschlies gesprochen. Er ist Professor für Marine Biogeochemische Modellierung an der Universität Kiel. Er hat jetzt im Januar eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass die Tiefenwassererneuerung im Nordatlantik sich in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich verlangsamt hat. Das ist ja genau das, worüber wir gesprochen haben, dass das Wasser absinkt, für diese Umwälzpumpe. Er hat untersucht, dass dieses Wasser, was in den Tiefen ist, älter wird. Also, dass es sozusagen nicht mehr entsprechend absinkt, sondern da länger Was auch ein Indikator ist, dieses AMOX, weil das der Teil dieser Umwälzpumpe ist. Und insofern kann man daran auch erkennen, dass es da Indikatoren gibt, wo man sich von verschiedenen Seiten annähert, das zu bestätigen. Genau. Das ist ein Hinweis auf die Abschwächung dieser AMOX -Strümmung. Und er sagt zu der ganzen Diskussion um den möglichen Kollaps Folgendes. Und ich glaube, wenn man zu sehr diesen Kollaps der AMOX betont, könnte man umgekehrt denken, solange es nicht kollabiert ist, macht das ja auch alles nichts. Und dieser Schluss wäre grundfalsch. Und wir dürfen uns jetzt nicht zurücklegen und sagen, es ist kein Problem, noch ist da nichts passiert oder vielleicht auch erst in 100 Jahren. Nein, denn alle Schäden, die summieren sich auf. Und genauso wie auch im Tiefenozean jetzt der Sauerstoff abnimmt. Das ist ein messbares Signal, was die Ökosysteme jetzt unter Stress setzt. Und dass die, die jetzt dort umziehen müssen oder auch sterben, weil sie nicht schnell genug wegschwimmen können, die sind halt heute betroffen und da ist es nicht erst passiert, wenn die AMOC irgendwann kollabiert. Ja, wir haben gerade über Hollywood und die Katastrophen -Szenarien gesprochen. Würden Sie denen zustimmen, dass man sich nicht so stark auf diese Katastrophen -Szenarien auf 2100 und so konzentrieren sollte? Ja, also ich stürme Ihnen da uneingeschränkt zu. Das klingt dann ja so ein bisschen so. Das ist immer schwierig in der Kommunikation. Wenn man dann Katastrophen -Szenario hat, dann starren nur noch alle auf dieses Katastrophen -Szenario. Ich stürme Ihnen da völlig zu. Das wäre dann Lähmen. Das bringt dann ja auch nur Angst und wieder keine Reaktion, sondern man muss auf das Aktuelle gucken. Was können wir aktuell tun? Und was müssen wir tun? Ich finde es interessant, dass es da Indikatoren gibt, auch dieses Sauerstoffgehalt, dass es jetzt schon abstirbt. Und was er auch gesagt hat, ist, die Ökosysteme ja jetzt schon leiden, wir müssen uns jetzt drum kümmern. Wir sehen so viele Indikatoren der Klimaschäden weltweit und das ist eines davon und Meerespiegelanstieg. Die Landwirtschaft wird leiden, auch durch die Trockenheit. Es gibt dann ja viele, viele Komponenten, die wir heute schon merken und mit denen wir schon aktuell umgehen, die schon Teil des Klimastresses sind, in dem wir drin sind. Also insofern würde ich dazu stimmen, ja, wir dürfen jetzt nicht irgendwo wie ein Kaninchen auf die Schlange irgendwann gucken und denken, da haben wir noch Zeit, wir haben keine Zeit mehr. Wir müssen halt schnell handeln. Ja und vor allem habe ich das Gefühl, wenn man sich so auf dieses Katastrophen -Szenario konzentriert, dann beginnt auch diese ganze Debatte um die Wahrscheinlichkeiten. Also wie wahrscheinlich ist es jetzt, dass die Katastrophe eintritt oder nicht eintritt? Was ja auch mal so ein bisschen absurd ist, also wenn es jetzt irgendwie um eine Autobahnbrücke geht und das heißt, es gibt eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass die einstürzt, dann würde trotzdem niemand mehr über diese Autobahnbrücke fahren. Aber trotzdem, wir fokussieren uns bei dieser ganzen AMOC -Tippe. auf das Katastrophen -Szenario und dadurch diskutieren wir, wie wahrscheinlich ist jetzt das tatsächlich Eintritt. Aber vielleicht ist das eigentlich gar nicht die relevante Frage. Ja, und das ist nicht die relevante Frage. Und die Klimawissenschaft sagt uns, wir haben im Grunde genommen mit diesen Wahrscheinlichkeiten, dass es sehr, sehr gravierend wird. Also ich vergleiche, ich nehme nicht das Brückenszenario, ich vergleiche es immer mit dem Flugzeug -Szenario. Wie wahrscheinlich wäre es, dass Sie in ein Flugzeug einsteigen, wo der Pilot an der Gangway Ihnen sagt, dieses Flugzeug wird mit einer 95 -prozentigen Wahrscheinlichkeit abstürzen? Willen Sie einsteigen? Nein. Ich auch nicht. Ich bei 80? 50? 30? Gar nicht. Okay. Ich auch nicht. Aber es gibt vielleicht welche, die sagen, gut, zwei Prozent interessiert mich nicht. Aber da sind wir schon drüber weg, über diese zwei Prozent. Also wir sind ja schon mitten in dem Klimawandel drin und das muss man heute schon begreifen, dass es uns noch nicht gelungen ist, die schlimmsten Wirkungen wirklich zu reduzieren, sondern das wird jetzt kommen, was wir in den letzten Jahrzehnten schon anderen Emissionen verursacht haben. Aber deswegen ist es so wichtig, dass man gegensteuert und alles dafür tut, dass die Emissionen weiter sinken, damit die Wahrscheinlichkeiten sich immer mehr reduzieren und dann nicht auf 95 Prozent gehen, sondern deutlich geringer. Jetzt kann es trotzdem gerade in der politischen Kommunikation sinnvoll sein, sich auf so einzelne Szenarien auch zu konzentrieren. Island zum Beispiel hat den möglichen Zusammenbruch der AMOC als nationale Sicherheitsbedrohung definiert. Würden Sie sagen, das wäre ein eigentlich sinnvoller Schritt auch für Deutschland? Also ich würde eher dafür plädieren, dass man einen europäischen Kontext wählt. Also Island ist da ein gutes Vorbild, aber man muss es jetzt nicht eins zu eins umsetzen, sondern Europa sollte hier und muss reagieren, weil es eine europäische Bedrohung ist. Und die Sicherheitsanforderungen, die dafür notwendig sind, sollte man auch europäisch koordinieren. Aber in Deutschland müssen die Sicherheitsbehörden beginnen, sich damit auseinanderzusetzen, was es bedeutet, die Stresszests und auch die ganzen Auswirkungen, die diese Risikoanalyse hat. Weil man jetzt dieses Diagnoseinstrument hat, aber noch nicht die Schritte, die man dafür braucht. Das sollte schon eingeführt werden und auch in Deutschland umgesetzt werden. Da sind wir verantwortlich oder muss auch noch einiges passieren. Ich habe genau die gleiche Frage den Pressesprecher des Bundesumweltministeriums, Stephan Haufe, gefragt. Und er sagt Folgendes. Die Sicherheitsstrategie bei uns ist so angelegt, dass immer alle Klimarisiken, die da sind, oder starke Veränderungen durch den Klimawandel, die eben eintreten könnten, immer mitgedacht werden müssen und immer kontinuierlich analysiert werden müssen. Das sieht einerseits die National -Sicherheitsstrategie vor und das sieht andererseits das Kritisch -Dach -Gesetz vor. sowohl im gesetzlichen Rahmen wie auch in der Strategie der Bundesregierung ist diese konsequente Überdurchsicht aller Risiken immer wieder aktuell zu halten vorgesehen. Deswegen im Jahr 2027 eine neue Klimarisikoanalyse, die dann auch stärker auf das Phänomen der Umwälzpumpe eingehen wird und eben auch mögliche Auswirkungen versucht zu beschreiben. Also im Jahr 2027 soll in der nationalen Klimarisikoanalyse die AMOC stärker berücksichtigt werden. Können Sie nochmal einordnen, was ist diese Klimarisikoanalyse, wie sinnvoll ist die? Ist sie am Ende einfach nur so ein Papiertiger oder ist das tatsächlich ein sinnvolles politisches Instrument, wo es einen Unterschied macht, auch ob die AMOC da jetzt erwähnt wird oder nicht? Also erstmal ist es ein Diagnoseinstrument und dafür ist es auch gut, dass man auch weiß, welche Risiken sind da, welche Bedrohungen haben wir aktuell, da gibt es ja eine Menge. auf die wir uns da im Moment einstellen müssen. Aber wenn es nur ein Papiertiger ist oder einfach nur auf dem Papier ist und keine politischen Rückschlüsse daraus gezogen werden, wird es dann letztendlich zu einem Papiertiger. Und das sollte man auf jeden Fall vermeiden. Also wir brauchen politische Schlüsse daraus, politische Schritte in Richtung Küstenschutz, in Richtung Information. Die Menschen müssen ja informiert werden. Wir brauchen Vorbereitung, Anpassung, Klimaanpassung ist zu nennen. Nicht nur die Klimapolitik, sondern auch entsprechend die Anpassung auf allen Bereichen. In jeglicher politischer Entscheidung muss eine solche Risikoanalyse mit einfließen. Denken wir an die Landwirtschaftspolitik, denken wir an Ernährung, an Energie und auch die kritische Infrastruktur. Es können ja überall dann auch Auswirkungen auftreten und darauf müssen wir uns vorbereiten und auch entsprechende Stresstests machen, die ein solches Szenario durchdeklinieren. und es auch dann nicht ignorieren bei den nächsten politischen Entscheidungen. Und da bin ich mir nicht so sicher, dass das wirklich so konsequent berücksichtigt wird in dieser Risikoanalyse oder Risikobewertung, sondern wir brauchen politische Rückschlüsse daraus und die fehlen im Moment. Also es ist eigentlich nichts Bindendes, sondern es ist mehr einfach eine Analyse als Grundlage für dann politische Entscheidungen. Ja, es ist so eine Art Diagnose -Instrument, so würde ich es beschreiben. Aber man muss daraus natürlich entsprechende Handlungen ableiten und die auch politisch festlegen, auch in die Gesetze mit einfließen lassen und das ist im Moment nicht der Fall. Jetzt haben Sie gerade Anpassung gesagt, ich meine auf diese Szenarien, auf die wir gesprochen haben, bei so einem wirklichen Amakorlaubs, wie soll man sich darauf vorbereiten? Also wir müssen den Stress erst mal durchdeklinieren. Also das ist auf jeden Fall wichtig, dass wir erst mal Klimaschutzpolitik sowieso machen, aber die Anpassung bedeutet, Küstenschutz entsprechend vorbereiten, dann die Energieversorgung, die ja auch darauf ausgelegt werden muss, zum Beispiel für die kalten Winter, dass das durchdekliniert wird, aber auch, dass die Menschen entsprechend versorgt werden. Es können ja, wenn diese Wirkungen auftreten, dann auch Lieferkettenprobleme auftreten oder Handelseffekte, die nicht unterschätzt werden dürfen oder auch die Ernährungssicherheit gefährdet sein. Und das muss man alles durchdeklinieren und das bedeutet letztendlich auch eine Art von Anpassung. Aber die schlimmsten Szenarien, da wird es dann ja eher sehr schwer werden. Aber jetzt geht es ja darum, das meiste zu vermeiden, aber auch überhaupt zu wissen, was bedeutet es dann, wenn jetzt diese Auswirkungen da sind? Wie können wir die Menschen schützen? Wie können wir sie informieren? Wie kann man entsprechend die Vorsorge treffen, damit auch alle? in Rahmen dieser Szenarien versorgt sind. Und das bedarf dann doch einiges mehr als aktuell gemacht wird. Und was mich besonders stört, ist, dass aktuelle politische Entscheidungen einfach diese Risikoberichte überhaupt nicht berücksichtigen aus meiner Sicht. Also weder in der Landwirtschaft noch in der Energieversorgung noch irgendwo anders. Finanzplanung wird das Moment ausreichend berücksichtigt. Also mir scheint es, da hat man andere Risiken, die auch wichtig sind im Moment auf dem Schirm, aber die Klimarisiken werden unterschätzt. In der Politik wird sich bisher wenig damit beschäftigt, in der öffentlichen Debatte auch, wir haben es am Anfang gesagt. Spannend ist, dass sich aber der deutsche Geheimdienst damit beschäftigt. Der Bundesnachrichtendienst der BND, der hat letztes Jahr, 2025, zusammen mit dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung die Nationale Interdisziplinäre Klimarisikoeinschätzung veröffentlicht. Da waren auch noch ein paar andere Institutionen mitbeteiligt. Und dort steht folgendes so. Eine Überschreitung des AMOC-Kipppunktes und ein beginnender Kollaps zur Mitte des Jahrhunderts sind möglich. Die Folgen für soziale, politische, ökonomische und technische Systeme in darauf folgenden Jahrzehnten wären enorm. Sie haben schon angedeutet, wo sozusagen diese ganzen AMOC -Folgen auch sicherheitsrelevant werden. Wundert es Sie, dass der deutsche Geheimdienst sich damit beschäftigt oder dass es sozusagen glasklar für Sie? Ganz klar und es ist auch nicht unbekannt, das gab es auch schon in der Vergangenheit. Klimarisiken sind Sicherheitsrisiken und der Geheimdienst muss sich damit beschäftigen, weil neben Cybergefahren, Terrorismus oder andere Risiken und Bedrohungen, die Klimarisiken eine der wesentlichen Bedrohungen. sind, die Deutschland treffen werden. Deswegen muss man sich darauf vorbereiten und auch Szenarien dafür treffen, weil überall kann es auftreten. Denken wir an Dürren, an Überschwemmungen durch Meeresspiegelanstieg oder auch Wasserknappheit, Migration. All diese Effekte, die auftreten können, sind enorme Sicherheitsbedrohungen für Deutschland, auf die wir uns vorbereiten müssen. Und ich denke, der Geheimdienst hat ja ausreichend Kenntnis, auch durch diese Strategie, die da entwickelt wurde, wo es überall gravierend ist. Und wir sehen ja im Moment schon, was Wasserknappheit und Trockenheit, zum Beispiel auch bei Ernteausfällen oder Lieferkettenproblematiken, die auftreten können, was das für Folgen hat. Und das bedeutet, die Klimarisiken bedeuten genau das, dass es immer intensiver auftreten kann. Deswegen ist es so wichtig, sich darauf vorzubereiten. Um einmal sozusagen den konstruktiven Blick auf das Ganze zu haben. Egal, wir haben gesagt, die Wahrscheinlichkeit ist sehr wichtig. sind ein bisschen egal, egal ob jetzt da das wirklich dieser Kollaps bevorsteht oder nicht, das Ganze ist bedrohlich und es wäre sozusagen gut, das einfach aufzuhalten. Das ist natürlich das Naheliegendste zu sagen, Emissionen runter, mehr erneuerbare Energien, Klimaziele einhalten, so dann sinkt das Risiko von den Kipppunkten, wir haben darüber gesprochen. Jetzt gibt es noch einen anderen Vorschlag oder einen ergänzenden Vorschlag von Forschenden aus Utrecht. Sie hätte also diese Mehrenge, die Russland von Alaska trennt und Asien von Amerika. Was hat es mit diesem Gedankenspiel auf sich? Ja, das ist ein sogenanntes Geoengineering -Projekt, das können wir auch schon aus anderen zusammenhängen, wenn wir denken, die Emissionen kommen nicht schnell genug runter, müssen wir uns irgendwie was ganz Wildes... einfallen lassen. Und das ist es ja, es ist ein enormer Eingriff in die Ökologie, auch ökonomisch Wahnsinn. Aber es würde bedeuten, dass diese Umwälzpumpe nicht auf oder so stark aufgehalten wird, weil man versucht, diesen Einfluss durch das Grönlandeis oder dieses Süßwasser, das da kommt durch das Abschmelzen des Grönlandeises, das versucht man dann aufzuhalten, damit diese Zirkulation weiter stattfinden kann. Aber mit einem enormen Aufwand, der irre aufwendig ist, ökologisch auch ein irrer Aufwand wäre, geopolitisch mal ganz abgesehen, völlig unwahrscheinlich. Nur um es zu verstehen, das Eis würde weiter schmelzen natürlich. Ja, aber man versucht diese Zirkulation, man versucht es aufzuhalten. Und das ist natürlich so genanntes Geoengineering, gern immer mal so Gedankenspiele, wenn man irgendwie nicht weiter weiß, fangen auch manche an, drüber nachzudenken, irgendwelche Spiegel ins All zu hängen oder die Welt weiß anzumalen und solche Dinge. Also gibt es die wildesten Geo... Vorschläge, wo man immer dann versucht, am Ende, wenn nichts mehr geht, irgendwie so was zu machen. Und es ist ein Gedankenspiel. Ich halte es für extrem unwahrscheinlich und darauf sollte man sich auch nicht konzentrieren. Man sollte sich eher darauf konzentrieren, um wirklich konstruktiv zu enden, die Emission zu senken. Jedes zehnte Grad zählt da einfach. Wir müssen alles dafür tun, damit Klimaschutz stattfindet. Und daran anschließend, weil das jetzt so ein heftiges Thema war, was ja auch alle möglichen Ängste auslesen kann. Also Klimaangst ist ein Begriff und wenn man sich jetzt vorstellt, es nicht nur erwärmt sich, sondern es gibt potentiell sehr kalte Winter zusätzlich, Extremwetter nebenzu, Trockenheiten zu, potentiell Stürme, Meeresspiegelanstieg, alles, was wir jetzt aufgezählt haben. Sie haben jetzt schon gesagt, wenn Sie kleine Kinder sehen, so da kriegen sie Gänsehaut. Wie gehen Sie emotional mit solchen Themen um? Ja, und das ist auch ein wichtiger Punkt. Also wir haben auch gerade Kollegen bei mir im Haus, Kolleginnen bei uns im DIW haben rausgefunden, dass die Menschen große Klimasorgen haben, und zwar flächendeckend und vor allen Dingen ältere Menschen bedeutsam Klimasorgen, dass man immer denkt, die sind ja schon alte ungefähr, ist jetzt nicht despektierlich gemeint, aber die haben dann weniger Klimasorgen, aber die haben sehr große Sorgen. Und das muss man ernst nehmen, darüber gibt es auch ausreichend Forschung, psychologische Forschung, wie man auch mit positiver Psychologie da rangehen kann, sich nicht von dieser Angst lehmen lassen. Und das Wichtigste ist. mit Menschen reden, wichtig, das deutlich zu machen, dass man nicht in dieser Angst verfällt. Oder auch Handeln ist besonders wichtig. Und ich bin Wissenschaftlerin, ich habe einen abstrakteren Blick noch auf diese ganze Thematik. Aber es fällt manchmal auch schwer. Ich habe die kleinen Kinder erwähnt, die dann auch entsprechend das erleben werden. Das erinnert mich dann immer daran. Aber man muss eine gewisse Abstraktheit reinbekommen. Also ich jetzt aber auch ins Handeln kommen. Dinge tun, alles was man tut, hilft. Und es ist egal was, egal was man tut. Allein nur darüber sprechen oder Menschen ansprechen oder in der Nachbarschaft versuchen, Dinge umzusetzen, egal was man macht. Jeder kleinste Schritt ist wichtig für die eigene Psyche. Und daran sollte man sich auch orientieren. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das auch viele dann gut einordnen können. Angesichts dieser Größe und dieser Dimension, über die wir jetzt gesprochen haben, scheint das natürlich alles sehr klein, aber das ist ja nochmal ein Unterschied, was tut man für auch psychische Gesundheit und für ein Miteinander und was ist sozusagen dann? Und man darf es nicht unterschätzen. Also jeder einzelne Beitrag, also wenn alle was tun würden, hätten wir das Problem ja gar nicht mehr. Also wenn alle wirklich auf Ökostrom gehen würden und so weiter auf Nachhaltigkeit, dann hätten wir diese Problematik nicht mehr und deswegen zählt schon jeder Beitrag, genau wie jedes Votum, egal wo, auch zählt. Also wir sind ja alle Teil der Lösung, wenn wir es sein wollen. Jetzt haben Sie gerade gesagt, Geoengineering ist nicht der Ansatz, den Sie verfolgen würden, sondern eher die Emissionen so schnell wie möglich runterzubringen. Und das schließt sehr gut an an unsere Rubrik Klima Top und Klima Flop. Und zu dem heutigen Klima Top und Klima Flop muss ich einmal kurz ausholen. Etwa alle sieben Jahre veröffentlicht der Weltklimarat, der IPCC, einen Bericht und fasst den aktuellen Stand der Klimawissenschaft zusammen, der sogenannte IPCC -Bericht. Und da arbeitet er mit verschiedenen Zukunftsszenarien, um abzuschätzen, wie stark sich das Klima je nach globalen Emissionen verändert. Und ein Szenario wurde lange RCP 8.5 genannt und galt so als das extreme Hochemissionsszenario, also das Worst -Case -Szenario eigentlich. Und jetzt kamen diesen Monat die Nachricht, dass das Szenario als zunehmend unrealistisch angesehen wird, weil der Ausbau erneuerbarer Energien und Klimapolitik schneller vorankam als damals angenommen. Also das Szenario wird in zukünftigen Modellen nicht mehr berücksichtigt. Jetzt gibt es Akteure wie Donald Trump, wie teilweise auch die AfD in Deutschland, die das jetzt nutzen, um Klimarisiken insgesamt in Frage zu stellen. Auf der Online -Plattform True Social schrieb Donald Trump zum Beispiel das oberste Klimagremium der Vereinten Nationen, der Weltklimarei, Rat IPCC, habe gerade, Zitat, eingeräumt, dass seine eigenen Projektionen falsch waren, falsch, falsch, falsch. So, ist das jetzt ein Klima -Top, weil die Welt dieses Worst -Case -Szenario nicht mehr braucht oder ein Klimaflop, weil das politisch instrumentalisiert wird? Ja, ich würde sagen, es ist ein Klima -Top und Klimaflop, also top, weil es geschafft wird, dass wir dieses Extremszenario nicht stattfinden lassen werden. Das war ohnehin sehr umstritten bei Klimawissenschaftlerinnen, weil es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir die gesamte Kohle der Welt verbrennen. Dieses Extrem -Extrem -Extrem -Szenario war schon immer sehr umstritten, aber es ist gut, dass wir nicht auf auf diesem Fazit. Es ist aber auch gleichzeitig flopp, weil es instrumentalisiert wird von entsprechenden Akteuren, dass es angeblich alles falsch sei, was wiederum komplette Desinformation ist, weil es ist einfach ein normaler Schritt in der Wissenschaft, wenn Szenarien völlig unplausibel werden, zu sagen, das ist nicht mehr unser Leitszenario, was aber nicht bedeutet, dass wir auf dem richtigen Fazit sind. Wir sind immer noch auf einer globalen Oberflächentemperaturerwärmung von 2,5 bis 3 Grad. Und das hat enorme Kipppunkte zur Folge, die wir heute schon besprochen haben. Es ist überhaupt gar keine Entwarnung. Wir sind immer noch auf einem sehr, sehr gefährlichen Klimafahrt. Und das heißt nicht nur, weil man jetzt ein Extremszenario für unwahrscheinlich hält, dass damit die gesamte Klimawissenschaft sich widerlegt, sondern dass es irgendwie als falsch eingeordnet wird. Das wiederum ist grob falsch. Insofern würde ich sagen, das ist ein Klimaflop, dass man das so macht. sehr schade, denn eigentlich bräuchten wir mehr Information und weniger Desinformation. Und wenn ihr auch einen Klimatop oder einen Klimaflop habt oder ein Thema, wo ihr sagt, das würdet ihr gerne mal eingeordnet haben, ob es ein Klimatop oder Klimaflop für Frau Kemfert ist, dann schreibt uns gerne an podcast.klimaklartext.de und wir lesen alle eure E -Mails und werden dann auch das, was wir hier in der Sendung besprechen können, besprechen. Das war die achte Folge KlimaKlartext, ein Podcast der Frankfurter Rundschau zur Klima-und Energiepolitik. Frau Kemfert, vielen Dank für die verschiedensten Einordnungen heute. Ich bedanke mich. Vielen Dank. Und ihr könnt uns in einem Monat wieder hören und sehen. Immer am Ende eines Monats findet ihr uns überall, wo es Podcast gibt und auf den Seiten der Frankfurter Rundschau. Wenn ihr irgendwelche Fragen, Hinweise, Kommentare habt, ihr kennt unsere Mail -Adresse. Ich wiederhole sie aber gerne nochmal podcast.klimaklartext.de. Und die wichtigsten Quellen dieser Sendung findet ihr in den Show Notes. Falls ihr nicht einen Monat warten wollt, um euch mit standenen Klimathemen zu beschäftigen, dann soll euch noch der Klima -Newsletter der Frankfurter Rundschau ans Herz gelegt. Er erscheint immer freitags und ihr könnt euch ganz unkompliziert auf www.fr.de slash klimaanmelden. Wenn euch die Folge gefallen hat, erzählt gern auch anderen Menschen davon, empfehlt uns weiter. Vor allem abonniert uns bitte. Gerne bei Spotify, Apple Podcasts, YouTube. Das hilft uns sehr, damit noch mehr Menschen von uns und KlimaKlartext erfahren. Und dann hören wir uns Ende Juni wieder. Ich bin Kristin Langenen. Bis dahin macht's gut.