Nachttanz mit Kory

Gespräche zwischen Seele, Schatten und Menschsein

(S1 E2) Der Herbst, der nie unschuldig war – Thanksgiving & Pocahontas

… und die Geschichten, die uns nie erzählt wurden.

22.11.2025 26 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge spreche ich über Thanksgiving, über die wahre Geschichte hinter dem Mythos, über Pocahontas – und über das, was uns in Schulbüchern meist nie erzählt wird: eingeschleppte Krankheiten, politische Bündnisse aus Not, gebrochene Versprechen und die systematische Auslöschung ganzer Lebenswelten.
Dabei geht es auch um unser kollektives Gedächtnis und um die Frage, warum Nationen sich Geschichten erzählen, die leichter zu ertragen sind als die Wahrheit und warum es vielleicht Zeit ist, genauer hinzusehen.
Eine persönliche, literarische und zugleich historische Reise in die Schatten eines wunderschönen Herbstes.

Diese Episode ist anders als viele andere. Ich lese einen kurzen Text, der aus meinem noch unveröffentlichten dritten Band von Nachttanz hervorgegangen ist und sich zu einem eigenständigen Essay entwickelt hat.

Ausgangspunkt ist eine Szene im amerikanischen Herbst. Goldene Blätter. Weiches Licht. Und doch liegt unter dieser Schönheit eine andere Wahrheit. Eine Geschichte, die selten erzählt wird.

Ich spreche über Thanksgiving und darüber, was geschieht, wenn man den vertrauten Mythos vom „friedlichen Erntedankfest“ genauer betrachtet. Über die Wampanoag und die Pilgrims. Über eingeschleppte Krankheiten, Landraub, Verrat und Kriege. Über den „National Day of Mourning“, den viele indigene Menschen bis heute am gleichen Tag begehen.

Ich spreche über Pocahontas – nicht als Disney-Figur, sondern als Matoaka, Tochter von Wahunsenacah, gefangen zwischen zwei Welten. Über John Smith und John Rolfe. Über Christianity, Umbenennung, Ausbeutung, Symbolisierung. Und darüber, wie aus einem jungen Menschen ein Mythos gemacht wurde – damit das größere Narrativ weiter bestehen konnte.

Doch es geht in dieser Folge um mehr als historische Fakten.
Es geht um kollektive Erinnerung. Um Verdrängung. Um das Bedürfnis von Nationen, sich selbst in einem besseren Licht zu sehen. Und um die stille Frage:
Was passiert, wenn wir beginnen, uns selbst ehrlich zuzuhören?

Diese Folge ist Teil meines Nachttanz-Universums und gleichzeitig ein eigenständiger, politisch-spiritueller Text über Wahrheit, Trauma, Geschichte und die Möglichkeit von Heilung durch Erinnerung.


  • Ursprungstext aus Nachttanz – Band 3
  • Thanksgiving: Mythos vs Realität
  • Wampanoag, Pilgrims & eingeschleppte Krankheiten
  • King Philip’s War & koloniale Gewalt
  • Pocahontas = Matoaka / Amonute / Rebecca
  • Wahunsenacah & die Powhatan-Konföderation
  • John Smith vs. Legende
  • John Rolfe & Tabak / Kolonialökonomie
  • National Day of Mourning
  • Kollektive Erinnerung & verdrängte Geschichte
  • Frauenkörper als Träger historischer Narrative
  • Warum Nationen sich selbst „neu erzählen“