Nachttanz mit Kory

Gespräche zwischen Seele, Schatten und Menschsein

(S1 E9) Psychic Detectives – zwischen Wahrnehmung, Wahrheit und Beweis

10.01.2026 80 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge setze ich mich mit dem Phänomen sogenannter Psychic Detectives auseinander – Menschen, die behaupten, über intuitive oder mediale Wahrnehmung Hinweise zu Kriminalfällen zu erhalten. Ausgangspunkt ist die Frage, warum dieses Thema so stark polarisiert und weshalb es sich so hartnäckig im kulturellen Raum hält, obwohl es wissenschaftlich hoch umstritten ist.
Ich spreche über die Grenzen empirischer Beweisbarkeit, über wissenschaftliches Gatekeeping und darüber, warum manche Phänomene weniger wegen ihrer Inhalte abgelehnt werden als wegen der Fragen, die sie aufwerfen. Anhand der australischen Psychic Detective Debbie Malone betrachte ich exemplarisch, wie Selbstbeschreibung, öffentliche Wahrnehmung und belegbare Wirksamkeit auseinanderfallen können.
Diese Folge ist keine Einladung zu glauben, sondern eine Einladung, differenziert hinzuschauen und Fragen auszuhalten, wo es keine einfachen Antworten gibt.

Mehr zu Kory: www.nachttanz.net 

In dieser Folge setze ich mich mit dem Phänomen sogenannter Psychic Detectives auseinander – Menschen, die behaupten, über intuitive oder mediale Wahrnehmung Hinweise zu Kriminalfällen zu erhalten. Ausgangspunkt ist die Frage, warum dieses Thema so stark polarisiert und weshalb es sich so hartnäckig im kulturellen Raum hält, obwohl es wissenschaftlich hoch umstritten ist.
Ich spreche über die Grenzen empirischer Beweisbarkeit, über wissenschaftliches Gatekeeping und darüber, warum manche Phänomene weniger wegen ihrer Inhalte abgelehnt werden als wegen der Fragen, die sie aufwerfen. Anhand der australischen Psychic Detective Debbie Malone betrachte ich exemplarisch, wie Selbstbeschreibung, öffentliche Wahrnehmung und belegbare Wirksamkeit auseinanderfallen können.
Diese Folge ist keine Einladung zu glauben – sondern eine Einladung, differenziert hinzuschauen und Fragen auszuhalten, wo es keine einfachen Antworten gibt.


Themen der Folge
  • Psychic Detectives: Begriffsklärung und Einordnung
  • Wissenschaftliche Skepsis vs. epistemische Grenzen (epistemisch bedeutet: auf das Wissen bezogen, d.h. wie Wissen entsteht, geprüft wird und was als Wissen gilt).
  • True-Crime-Formate mit paranormalem Ansatz
  • Debbie Malone als Fallstudie
  • Gibt es belegbare „Treffer“ – und warum sind sie so schwer sichtbar?


 Mehr über Nachttanz & zu Kory: 
Auch wenn Social Media wahrlich NICHT mein Zuhause ist, findest du auch hier ein paar Spuren meiner Arbeit: 
 
Music: “Land of Wonders” by Turpak, licensed via Artlist (artlist.io)


Kurz im Podcast erwähnt: 
The Telepathy Tapes ist ein dokumentarischer Podcast von Ky Dickens, der ungewöhnliche Formen von Bewusstsein, Kommunikation und angeblicher telepathischer Verbindung erkundet – in der ersten Staffel mit dem Fokus auf nicht sprechende Menschen mit Autismus, die telepathisch kommunizieren, und darüber hinaus auf weitere Phänomene jenseits sprachlicher Verständigung.



Bücher von Debbie Malone
  • Never Alone : Autobiografische Darstellung ihres Weges vom Skeptizismus zur medien Arbeit.
  • Clues from Beyond: Beschreibung ihrer Arbeit als Psychic Detective und ausgewählter Fälle aus ihrer Perspektive.


Podcast- & Audio-Interviews mit Debbie Malone

(Auswahl, in denen sie selbst über ihre Arbeit spricht)

  • Spirit Sisters – The Podcast The Psychic Detective – Debbie Malone : Längeres Interview zu ihrem Lebensweg, ihrer Wahrnehmung und ihrer Arbeit.
  • No Filter Podcast : Gespräch über ihre Tätigkeit als „psychic investigator“ und öffentliche Reaktionen darauf. 
  • Psychic Detective: Sensing Murder with Debbie Malone 
  • Awakening to More : Gespräch über mediale Wahrnehmung und ihre Rolle in Cold Cases.
(Hinweis: O-Töne aus diesen Podcasts sind urheberrechtlich geschützt; in dieser Folge werden Inhalte paraphrasiert und eingeordnet.)


TV-Formate & kultureller Kontext
  • Sensing Murder (Australien / Neuseeland) Reality-TV-Reihe, in der psychische Medien zu ungelösten Kriminalfällen befragt werden.
  • Psychic Detectives / Psychic Investigators (USA) Dokumentarisch angelegte Serie über angebliche psychische Hinweise in Ermittlungen.

Diese Formate bewegen sich zwischen True Crime, Reality-TV und Paranormal-Unterhaltung und prägen maßgeblich die öffentliche Wahrnehmung des Themas.

Transkript

Hi, ich bin Kory, die Autorin der Nachtansage und ich freue mich riesig, dass du wieder dabei bist, denn heute möchte ich dich auf eine ganz besondere Reise mitnehmen. Es geht um die Psychic Detectives und meines Wissens gibt es für diesen Begriff keine vernünftige, neutrale Übersetzung im Deutschen. Deswegen bleibe ich bei diesem Begriff Psychic Detective. Wer ist damit gemeint? Damit sind Menschen gemeint, die über nicht-sensorische Wahrnehmung, also zum Beispiel über Intuition, zum Teil auch, weil man sie in Hypnose versetzt hat, oder in ihren eigenen Träumen oder ganz generell in Trance-ähnlichen Zuständen innere Bilder oder körperliche Eindrücke erhalten und damit Hinweise zu Kriminalfällen bekommen. Und sie arbeiten dann nicht als Ermittler im klassischen Sinne, sondern bewegen sich so an einer Grenze zwischen dem, was sie eben wahrnehmen und kriminalistischen Kontext. Und auch wenn offiziell die Polizei. In der Regel sagt, sie arbeiten mit Psychic Detectives nicht zusammen. Ich glaube, in Deutschland ist das auch rechtlich gar nicht möglich, aber im englischsprachigen Ausland ist das ein bisschen anders. Sind sie eben doch eingesetzt worden. Es gibt zum Beispiel eine Reality-True-Crime-TV-Serie, A Sensing Murder, die ursprünglich in Neuseeland und Australien lief und super populär war. Dort wurden bekannte, ungelöste Kriminalfälle bearbeitet und mehrere von diesen Psychic Detectives oder Psychic Mediums, auch dafür gibt es ja keine richtige deutsche Übersetzung, wurden eingeladen und sie sollten ihre Eindrücke teilen, um mögliche Ermittlungsansätze zu gewinnen. Aber vorher erhielten sie keine, das ist auch interessant. Polizeilichen Ermittlungsdaten. Also das heißt, Die wurden zum Beispiel an bestimmte Orte geführt, hatten dann bestimmte Eindrücke, manchmal auch so Formen von Visionen oder inneren Bildern, die dann auftauchten oder sie haben Gegenstände der Verstorbenen oder Verschwundenen in die Hand genommen und bekamen darüber Eindrücke und Bilder. So und diese Folge, äh diese Folge, nein diese Serie Sensing Murder, da hatte jede Folge quasi zwei Elemente. Einmal gab es die rekonstruierte Darstellung des Falls und die Reaktion der Psychic Mediums oder Psychic Detectives, die über das Leben der Opfer oder den Tathergang berichteten. Also quasi so ein bisschen, erinnert mich irgendwie an Aktenzeichen XY ungelöst, wenn du das noch kennst hier, und dann aber kombiniert mit Psychic Mediums, die Eindrücke erhielten und die teilten. Und diese Show Sensing Murder lief über mehrere Staffeln und wurde auch in verschiedene Länder verkauft, also auch außerhalb von Australien und Neuseeland, weil das wohl ein Format war, das neugierig machte, denn letzten Endes ist es True Crime trifft auf das Paranormale. Und hier wurden verschiedene Ebenen miteinander verbunden. Emotionale Geschichten waren ja ungelöste Fälle, kriminalistische Elemente und die mystische Ebene und das alles wurde miteinander verbunden. Und das war wohl ganz spannend für ein breites Publikum, auch wenn natürlich die Ergebnisse wissenschaftlich umstritten blieben. Ich habe ein Buch von einem dieser Psychic Mediums. Sie nennt sich Debbie Malone. Sie ist eine Australierin und das Buch von ihr, das heißt Clues from Beyond – True Crime Stories from a Real Life Psychic Detective. Das habe ich hier im Bücherregal stehen, schon länger, schon seit Jahren. Und ich fand es sehr faszinierend zu lesen. Und in meinem Buch nach Tanschattenwelten in Kapitel 5, das du jetzt nächste Woche tatsächlich endlich hören wirst, und auch in dem nachfolgenden Kapitel 6. Wird dieses Thema Psychic Detectives auch aufgegriffen. Denn es geht um Zaylas Fähigkeiten diesbezüglich. Denn vielleicht erinnerst du dich, dass ja die kleine Nell spurlos verschwunden war und dass die verzweifelten Eltern Zaylas Angebot zu helfen angenommen haben. Und mehr dazu wirst du dann erfahren, und zwar aus der Sicht ihrer australischen Familie in Kapitel 5, also Sailors australischer Familie, die sich das Video, das von ihr und ihrem Vater auf YouTube hochgeladen wurde, angucken. Und das war ja das YouTube-Video, von dem der Professor sich einen Durchbruch, also Sailors Vater, sich einen Durchbruch zur Akzeptanz paranormaler Fähigkeiten versprochen hatte und das ja auch schon mein Antagonist, der entlassene Investmentbanker Marrock, sich angesehen hatte und davon recht fasziniert war. Und ja, wie das hier weitergeht, erfährst du in der nächsten oder übernächsten Folge. Aber zunächst würde ich gerne einmal erzählen. Eine Basis zum Thema Psychic Detectives liegen, bevor ich dann übernächste Woche in die Lesung von Kapitel 5 und 6 einsteige. Es kann sein, dass vorher noch eine andere Folge folgt, weil ich einen Termin habe mit einem solchen Medium, aber da geht es nicht um Kriminalistik oder Arbeit von Detektiven. Ja, hat damit gar nichts zu tun, aber ich will nicht zu viel verraten, weil ich will erstmal sehen, wie das läuft und wenn es gut läuft, wenn da interessante Sachen rauskommen, dann werde ich das teilen und da der Termin nächste Woche schon ist, kann es sein, dass ich tatsächlich da noch eine Podcast-Folge vorschiebe, bevor ich dann tatsächlich in Kapitel 5 und 6 von Nachtans Schattenwelten einsteige und mich dieses Themas widme, der Psychic Detectives. Aber es ist im Fünf und Sechs nur ein Teil der Story, des Plots. Aber es ist ein interessanter Teil. Also aber bevor wir damit einsteigen, geht es erstmal so ein bisschen darum, eine Basis zu legen. Gerade wenn du dich vielleicht mit dem Thema überhaupt noch nie beschäftigt hast. So, Debbie Malone habe ich ja eben schon erwähnt und sie ist eben ein Australian Psychic Detective, hat mehrere Bücher veröffentlicht und eben auch unter anderem das von mir eben erwähnte Clues from Beyond. Und darin beschreibt sie sehr ausführlich ihren eigenen Weg von einer schweren persönlichen Krise und sechs oder sieben Nahtoderfahrungen bis hin zu der Überzeugung, über mediale Wahrnehmungen Zugang zu Informationen aus der geistigen Welt zu haben. Ich habe mir vorhin noch mal ein Podcast-Interview mit ihr angehört aus der Reihe Spirit Sisters. Ich werde das auch alles verlinken, wenn ich das nicht vergesse. Das ist aber immer alles englischsprachig. Also ich habe bisher nichts deutschsprachiges dazu finden können, was ich verwerten könnte. Und da hat sie auch gesagt, dass sie sich also diese Art von Karriere in Anführungsstrichen mit Sicherheit nicht selbst gewünscht hat, also dass es ihr sozusagen in den Schoß gefallen, und das ist auch nichts, was einfach für sie war. Sie schildert also ihre ganze Arbeit als emotional extrem belastend. Und in dem Buch haben wir halt verschiedene, ja, bekannte Fälle, an denen sie mitgewirkt hat und sie schildert eben, dass sie die Gewaltverbrechen, die dort stattgefunden haben, dann in inneren Bildern oder in körperlichen Empfindungen oder über Visionen wahrnimmt. Und zwar aus verschiedenen Perspektiven, teils aus der Perspektive der Opfer, manchmal auch aus der Perspektive der Täter oder als beobachtende Instanz. Und an irgendeiner Stelle hatte sie sich auch mal in die Hypnose versetzen lassen und hatte dann einen noch intensiveren Zugang zur. Ich meine, es war zur Petita-Perspektive oder es kann auch sein, dass die Opferperspektive war, ich bin mir jetzt tatsächlich nicht mehr ganz sicher, aber sie hatte auf jeden Fall sehr viel wahrnehmen können in dem Zusammenhang. Was sie aber nicht können und das können sie ja alle nicht, also nur weil man einen Zugang in die geistige Welt hat, wie auch immer der geartet ist, ist man nicht plötzlich allwissend und das ist bei diesen Psychic Detectives eben auch ganz ganz klar. Also sie beschreibt ihre Arbeit als emotional extrem belastend und betont ihm zugleich, dass sie sich nicht als jemand versteht, der Kriminalfälle löst. Vielmehr sieht sie sich als so eine Art ergänzende Ressource. Sie kann Hinweise liefern, aus denen sich neue Ermittlungsansätze ergeben. Ja, und natürlich, klar, wie gesagt, wissenschaftlich schwierig, logisch, weil das sind ihre eigenen, das ist ihre eigene, ja, Selbstdarstellung klingt jetzt schlecht, also klingt so negativ, aber die Darstellung, ihre eigene Darstellung sozusagen der Ereignisse, das ist natürlich durch einen subjektiven, persönlichen Filter alles gelaufen. Aber das macht es nicht unbedingt nicht wahr. Also die Aussagen, die sie trifft, ersetzen keine polizeiliche Ermittlungsarbeit. Aber sie sind relevant. Also all das, was sie auch in ihren Büchern über sich sagen, was man auch nicht alles unabhängig prüfen kann, Sie sind relevant, weil sie zeigen, wie sie sich selbst positioniert und mit welchem Selbstverständnis sie auftritt. Ich habe jetzt diverse Interviews von ihr gehört, wie gesagt ihr Buch auch gelesen und ich halte sie für tatsächlich jemanden, der kein Selbstdarsteller ist, sondern für jemanden, der diese Arbeit authentisch macht und mit dem oder allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, also authentisch und authentisch. Wahrhaftig. Ich glaube, das sind so zwei Bereiche und es ist wie gesagt überhaupt keine einfache Arbeit. Also gerade, wenn man da so ein bisschen einstiegt, weil man wirklich in so ein negatives Feld auch gerät und auch sehen muss, dass man sich entsprechend schützt. Dazu erzählt sie auch einiges in ihren Podcast-Interviews, also in den Folgen, in denen sie interviewt wurde. Ja, und jetzt geht es in meiner Folge hier jetzt auch gar nicht so sehr darum, alle ihre Darstellung jetzt zum Beispiel zu bestätigen oder zu widerlegen, sondern es geht vielmehr darum, alles in so einen größeren Zusammenhang einzuordnen. So zwischen Wissenschaft, Skepsis, Grenzphänomenen und der Frage, wie wir als Gesellschaft mit Erfahrungen umgehen, die sich weder eindeutig beweisen noch eindeutig verwerfen lassen. So, und ich habe diese Folge jetzt mal in sechs Teile geteilt. Ich fange also gleich an mit Teil 1, warum ich dieses Thema nicht loslässe. Dann folgt Teil 2, Wissenschaft, Wahrheit und ihre Grenzen. Da geht es um die Paradigmen, um das Gatekeeping und warum manche Fragen gar nicht erst gestellt werden dürfen. In Teil 3 geht es um Psychic Detectives als Brennglas, was sie versprechen, warum sie faszinieren und warum sie so umstritten sind. Und im Teil 4 möchte ich mich dann nochmal etwas intensiver Debbie Malone widmen, wer sie ist, was sie behauptet, was belegbar ist und was offen bleibt. Und im fünften Teil gehe ich der Frage nach, gibt es überhaupt echt Treffer? Ähm... Dort berichte ich über Grenzfälle und warum Treffer auch so schwer sichtbar werden. Und Teil 6, da geht es darum, was offen bleibt. Ich ziehe ein paar Vergleiche mit der Reinkarnationsforschung und der NDE-Forschung, also der Nahtoderfahrung mit Death Experience Forschung. Und was wir ehrlich sagen können, was wir noch nicht wissen und warum. Offensein oder ja überhaupt Offenheit für diese Dinge nicht bedeutet, naiv zu sein. Okay, Teil 1, warum mich dieses Thema nicht loslässt. Es gibt einfach Themen, die lassen sich klar einordnen. Man kann sie prüfen, man kann sie verwerfen, man kann sie abhacken. So, Thema durch, auf zum nächsten. Und dann gibt es Themen, die tun genau das nicht. Und das finde ich interessant. Sie bleiben, ja, diese Themen. Und nicht, weil sie jetzt unbedingt immer so wahnsinnig spektakulär sind, sondern weil sie an etwas rühren, das einfach nicht sauber in unsere gängigen Kategorien passt. Und ja, Psychic Detectives, das ist genau so ein Thema. Also ich bin dem Begriff, ja, habe ich ja schon gesagt, über englischsprachige Medien und das erste Mal begegnet über Bücher, Interviews. Und ja, es sind eben Menschen, die behaupten, mithilfe von Intuition, Visionen oder medialen Fähigkeiten Hinweise zu Verbrechen zu liefern. Ja, und das löst natürlich bei vielen von uns sofort eine klare Reaktion aus, ganz oft Ablehnung, wahrscheinlich noch häufiger Spott, manchmal auch sowas wie Ärger. Und das sind übrigens auch genau die Reaktionen der Menschen, die dir auch in Kapitel 5 dann begegnen werden, wenn in diesem YouTube-Video, dass Zayla und ihr Vater hochgeladen haben, dass er in die Welt hinausgehen durfte. Wenn darüber also berichtet wird, seitens der australischen Familie vonund die sich dann die Kommentare durchlesen unter diesem Video. So, und Ablehnung und Sport, ja, ich kann es zu einem Teil verstehen, denn ich war auch nicht immer so offen wie jetzt und rund um dieses ganze Feld natürlich, dieses Feld Psychic Abilities, Alles, was außerhalb unseres Materialismus oder des materialistischen Weltbildes liegt, gibt es halt unglaublich viel Unsinn, Selbstinszenierung und Dinge, die man aus gutem Grund kritisch sehen muss. und trotzdem. Es ist überall auch immer so ein Kern vorhanden an Dingen, die man eben nicht einfach so wegrationalisieren kann und die unglaublich spannend sind, wenn man sich damit mal mit offenem Geist beschäftigt. Ja und das ist eben dann jetzt auch so die Frage, so ein bisschen natürlich haben Psychic Detectives recht, so ein bisschen auch soll man überhaupt daran glauben, aber viel wichtiger wäre die Frage, was passiert eigentlich mit Phänomenen in unserer Gesellschaft, die weder eindeutig belegbar, noch eindeutig widerlegbar sind. Denn wenn man mal ganz ehrlich hinschaut, dann ist unsere westliche Wissenskultur extrem gut darin, mit zwei Zuständen umzugehen. Wahr oder falsch, belegt oder widerlegt, seriös oder humbug. Und das ist natürlich... Etwas, das hervorragend für Bereiche wie Technik und Physik und Recht funktionieren, zum Teil auch für die Medizin, aber es funktioniert deutlich schlechter für Grenzphänomene, also für Erfahrungen und Beobachtungen, die sich eben nicht standardisieren lassen. So und hier beginnt mein Interesse. Ich habe mich in den letzten Jahren ja immer wieder mit Themen beschäftigt, die in diese Grauzone fallen. Mit Nahtoderfahrung, mit Reinkarnationsforschung, mit ungewöhnlichen Bewusstseinszuständen, mit telepathischen Phänomenen bei autistischen Kindern. Superspannend, Telepathy Tapes. Wenn du da ein Interesse dran hast, hörst du ja noch, das gibt es noch für Englisch. Unglaublich interessant. Hypnoseberichte, ja, ist auch so ein spannendes Thema. Und all diese Dinge ähneln sich auf einer gewissen Ebene erstaunlich, unabhängig davon, ob man jetzt komplett an ihre Erklärung glaubt oder nicht. In all diesen Bereichen begegnet mir immer dasselbe Muster. Es gibt zu viele konsistente Berichte, um sie einfach als Fantasie abzutun. Und gleichzeitig fehlen uns die Werkzeuge, um sie so zu untersuchen, dass sie den klassischen wissenschaftlichen Standards vollständig genügen. Und das ist ein Spannungsfeld, das schnell emotional wird. Und auf der einen Seite stehen dann Menschen, die alles jenseits des Materialismus sofort abwerten, auf der anderen Seite Menschen, die jede Kritik als Verdrängung oder Unterdrückung der Wahrheit interpretieren und beides hilft irgendwie nicht weiter. Mir geht es in diesem Podcast ganz bestimmt nicht darum, eine verschwörerische Gegenwissenschaft aufzubauen. Ich habe kein Interesse an Geheimmächten, unterdrückten Wahrheiten oder einem Weg gegen sie-Narrativ. Was mich interessiert, ist etwas Nüchterneres und gleichzeitig Schwierigeres, die Frage nach den Grenzen unseres Erkenntnissystems. Denn, ja, wissenschaftlich nicht belegbar ist ja kein Synonym für unmöglich, das bedeutet ja nicht dasselbe. Wissenschaftlich nicht belegbar bedeutet ja erst einmal nur, wir haben derzeit eben keine Methode, um diese Phänomene so zu untersuchen, dass sie reproduzierbar, messbar und allgemein akzeptiert sind. Das ist ein methodischer Befund und kein metaphysisches Urteil. Und wenn man sich die Geschichte der Wissenschaft anschaut, dann sieht man immer wieder, dass genau an diesen Rändern, also dort wo die Anomalien auftauchen, Bewegung entsteht. Nicht immer, nicht automatisch, aber oft genug, um zumindest vorsichtig zu sein mit vorschnellen Urteilen. Und hier kommen die Psychic Detectives ins Spiel. Nicht, weil sie unbedingt die überzeugendsten Vertreter dieser Grenzbereiche wären, sondern weil sie wie ein Brennglas wirken. An ihnen lassen sich eine ganze Reihe an Fragen bündeln. Wie gehen Polizei und Justiz mit ungewöhnlichen Hinweisen um? Was gilt als verwertbare Information? Wo beginnt Interpretation? Wo endet Beweis? Und warum gibt es so viele Geschichten über angebliche Treffer, aber so wenige sauber dokumentierte Fälle? Ich habe mich halt gefragt, ob man dieses Thema einmal ganz anders angehen kann. Nicht als Glaubensfrage, nicht als Enthüllung, sondern als aufgeklärte Erkundung eines problematischen, aber total faszinierenden Feldes. Mit klarer Unterscheidung zwischen dem, was wir wissen, dem, was wir vermuten und dem, was offen bleibt. Und diese Folge ist ein Versuch, dies zu tun. Ich werde im Verlauf dieser Episode verschiedene Ebenen miteinander verbinden, persönliche Fragen, wissenschaftliche Perspektiven, konkrete Fallanalysen, Unter anderem eben, wie vorhin schon angedeutet, eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem australischen Psychic Detective Debbie Malone und immer wieder auch den Vergleich mit anderen Grenzfeldern wie Reinkarnations- oder Nahtoderfahrungsforschung. Nicht um alles gleichzusetzen, sondern um Unterschiede sichtbar zu machen. Und wenn du jetzt zuhörst, musst du mir nicht zustimmen. Du musst auch nichts glauben. Was ich mir wünsche, ist etwas ganz anderes. Die Bereitschaft, die Fragen auszuhalten, ohne sie vorschnell zu schließen oder abzuschießen. Denn vielleicht ist genau da in dieser Bereitschaft, Fragen auszuhalten und unterschiedliche Realitäten, unterschiedliche auch kontroverse Dinge auszuhalten, genau der Punkt, an dem Erkenntnis beginnt. Teil 2 Wissenschaft, Wahrheit und ihre Grenzen, Um zu verstehen, warum Themen wie Psychic Detectives so schnell emotional aufgeladen sind, muss man einen Schritt zurücktreten. Und zwar vielleicht gar nicht so sehr zu den Phänomenen selbst, sondern zu der Art und Weise, wie wir im Westen Wissen organisieren. Denn vieles von dem, was wir heute für selbstverständlich halten, etwa was als seriös gilt und was nicht, ist ja kein Naturgesetz. Es ist das Ergebnis eines ganz bestimmten wissenschaftlichen Paradigmas. Und ein Paradigma ist vereinfacht gesagt ein gemeinsamer Rahmen. Das sind Annahmen darüber, was existiert, wie man es untersuchen kann und welche Fragen überhaupt sinnvoll sind. Und in der modernen westlichen Wissenschaft ist dieses Paradigma weitgehend materialistisch geprägt. Das bedeutet, wirklich real ist nur was messbar ist, was sich wiederholen, quantifizieren und kontrollieren lässt. Das hat enorme Fortschritte ermöglicht, keine Frage, ohne dieses Paradigma gäbe es keine moderne Medizin, keine Technik, keine Raumfahrt und es wäre auch absurd, das alles kleinzureden, aber jedes Paradigma hat blinde Flecken und genau dort wird es, finde ich, interessant. Und ein klassischer Satz in diesem Zusammenhang lautet, das ist wissenschaftlich nicht belebbar, das hören wir so häufig. Es wird oft so verstanden, als wäre damit etwas endgültig erledigt. Aber streng genommen sagt dieser Satz doch nur eines. Mit den derzeit anerkannten Methoden können wir dieses Phänomen nicht verlässlich untersuchen oder bestätigen. Ich wiederhole das nochmal, dass es wissenschaftlich nicht belegbar bedeutet, doch eigentlich nur mit den derzeit anerkannten Methoden können wir dieses Phänomen nicht verlässlich untersuchen oder bestätigen, mehr nicht. Das ist dann eben auch kein methodisches Urteil, sondern ein ontologisches. Es sagt also nichts darüber aus, ob etwas existiert oder nicht. Es sagt nur etwas darüber aus, was unser Instrumentarium leisten kann und was es noch nicht leisten kann. In der Wissenschaftsgeschichte gibt es viele Beispiele dafür, dass Dinge lange als unmöglich galten, weil sie eben nicht ins Paradigma passen. Meteoriten etwa wurden im 18. Jahrhundert von führenden Wissenschaftlern für Aberglauben gehalten. Steine, die vom Himmel fallen? Unmöglich. Erst als sich die Beweise häuften, musste das Paradigma angepasst werden und nicht umgekehrt. Der Philosoph Thomas Kuhn hat diesen Prozess beschrieben. Wissenschaft entwickelt sich nicht linear, sondern in Phasen. Lange Zeit arbeitet sie innerhalb eines Rahmens. Dann werden Anomalien ignoriert, weginterpretiert oder an den Rand geschoben. Und erst wenn sie zu zahlreich oder zu störend werden, kommt es zu einem Paradigmenwechsel. Und wichtig ist, Anomalien werden eigentlich nie sofort ernst genommen. Sie gelten zunächst als Fehler, als Ausnahmen, als Kuriositäten und genau hier befinden sich viele Grenzphänomene heute. Ein weiterer Punkt ist das, was man oft als Gatekeeping bezeichnet. Dafür gibt es auch nicht so wirklich ein gutes deutsches Wort. Im Prinzip ist das so eine wissenschaftliche Zugangssteuerung. Das klingt schnell nach Absicht oder Machtmissbrauch, ist aber oft vielleicht viel banaler, denn Forschung kostet Geld, Karrieren hängen an Reputation und wer sich mit Themen beschäftigt, die als unseriös gelten, riskiert Förderung, riskiert Stellen, riskiert Glaubwürdigkeit. Und das führt dazu, dass bestimmte Fragen gar nicht erst gestellt werden. Das kann, muss aber kein böser Plan sein, es kann auch einfach ein systemischer Effekt sein. Wenn jemand heute offen zum Beispiel zu Telepathie, Reinkarnation oder medialen Wahrnehmungen forschen will, bewegt er oder sie sich automatisch am Rand des akademischen Feldes. Und selbst dann, wenn die Methodik sauber ist. Namen wie z.B. Rupert Sheldrake, Dean Radin oder früher Ian Stevenson, die ich alle drei ja schon in vorangegangenen Podcast-Folgen genannt habe, zeigen, dass er deutlich, ihre Arbeiten werden nicht primär inhaltlich widerlegt, sondern häufig ignoriert oder als nicht anschlussfähig klassifiziert. Und hier entsteht dann ein Missverständnis, das ganz viel Schaden anrichtet. Skepsis wird mit Ablehnung verwechselt und Ablehnung mit Wissenschaftlichkeit. Dabei ist echte Skepsis eigentlich offen und das ist so wichtig. Echte Skepsis sagt, ich weiß es nicht, zeig mir die Daten. Und dogmatische Ablehnung sagt, das kann nicht sein, egal welche Daten du bringst. Und da ist ein riesiger Unterschied zwischen diesen beiden Haltungen und gerade diese letzte überwiegt ganz häufig bei allen Dingen, die... Ja eben nicht ins System passen. Also diese Haltung, das kann nicht sein, egal welche Daten du bringst. Ein weiterer Punkt ist die Art der Phänomene selbst. Viele Grenzerfahrungen sind einmalig, sie sind subjektiv, sie sind kontextabhängig. Sie lassen sich eben nicht beliebig reproduzieren, so wie die Wissenschaft das fordert. Aber Reproduzierbarkeit ist nun mal eine Kernanforderung moderner Wissenschaft. Das ist ja auch sinnvoll, aber es bedeutet eben auch, dass singuläre Ereignisse, also Dinge, die einmalig stattfinden, strukturell benachteiligt sind. Ein Mordfall wird nur einmal begangen. Ein Nahtoderlebnis passiert in einer konkreten Situation. Eine intuitive Wahrnehmung ist an einen bestimmten Moment gebunden. Man kann sie nicht einfach wiederholen wie ein chemisches Experiment. Und genau das macht sie wissenschaftlich so unglaublich schwer greifbar, aber eben nicht automatisch irrelevant. Und hier liegt ein weiterer wichtiger Punkt. Wissenschaft ist hervorragend darin, Muster zu erkennen, aber super schlecht darin, mit Einzelfällen umzugehen. Und trotzdem wissen wir aus anderen Bereichen, etwa der Medizin oder der Psychologie, dass Einzelfälle manchmal Hinweise auf etwas Größeres geben können. Wenn wir nun also auf Psychic Detectives schauen, dann treffen mehrere problematische Ebenen aufeinander. Ein stark umstrittenes Feld, viele unseriöse Akteure, wenige saubere Dokumentationen und gleichzeitig ein Erkenntnissystem, das auf genau diese Art von Phänomenen total schlecht vorbereitet ist. Und das erklärt, warum die Reaktion oft so scharf auffällt, ausfällt. Ja, Psychic Detectives wirken wie ein Angriff auf ein Fundament. Wenn Informationen nicht nur über Sinne und Messgeräte zugänglich wären, sondern auf andere Weise, dann würde das zentrale Annahmen erschüttern. Nicht nur in der Kriminalistik, sondern in unserem gesamten Weltbild. Und klar, Skepsis ist berechtigt, immer und überall und gerade auch in diesem Feld, aber Skepsis wird problematisch, wenn sie zur Vorentscheidung wird, wenn man nicht mal mehr prüft, sondern reflexartig abfährt. Und in dem dritten Teil des Podcasts werde ich versuchen, gleich sehr sauber zu unterscheiden zwischen Behauptung und Beleg, zwischen was ist plausibel, was ist spekulativ, zwischen dem, was wir kritisch zurückweisen müssen und dem, was zumindest offen bleibt. Und ja, Psychic Detectives sind für sich genommen vielleicht kein Beweis für irgendetwas, aber sie sind ein Symptom, ein Hinweis darauf, dass es Fragen gibt, für die wir noch keine guten Antworten haben und vielleicht oder eigentlich ganz sicher noch nicht die richtigen Werkzeuge. Wenn man verstehen will, warum Psychic Detectives so polarisieren, dann reicht es, nicht sich einzelne Fälle anzuschauen, man muss sich ansehen, was sie verkörpern, für was sie symbolisch stehen und warum sie eine so starke Reaktion auslösen. Psychic Detectives sind gewissermaßen eine Art Brennglas, in ihnen bündeln sich mehrere Spannungen gleichzeitig, zwischen Wissenschaft und Intuition, zwischen Beweis und Erfahrung, zwischen öffentlicher Ordnung und etwas, das sich dieser Ordnung entzieht. Ein Psychic Detective ist, ganz nüchtern beschrieben, eine Person, die behauptet, über nicht-sensorische Wahrnehmung Informationen zu erhalten, die bei der Aufklärung von Verbrechen hilfreich sein könnten. Und das kann sich eben unterschiedlich äußern, wie bereits erwähnt, Visionen von Orten, körperliche Empfindungen beim Berühren von Gegenständen, Träume, innere Bilder oder ein starkes Wissen, das nicht logisch hergeleitet wird. Und wichtig ist ja, dass es eben kein einheitliches Feld, es gibt keine Ausbildung, keinen Standard, keine gemeinsame Methode und das ist dann auch schon eines der Probleme. Denn in diesem offenen Psychic-Detective-Raum tummelt sich alles. Menschen mit ernsthaftem inneren Erleben, Menschen mit guter Intuition und Mustererkennung, und Menschen, die bewusst täuschen, dramatisieren oder sich profilieren wollen. Und das macht das ganze Feld unübersichtlich und anfällig für Missbrauch. Trotzdem bleibt aber die Frage, warum taucht dieses Phänomen immer wieder auf? Warum wenden sich Angehörige von vermissten Fällen, ähm. überhaupt Angehörige von Vermissten an solche Personen selbst dann, wenn sie skeptisch sind. Und warum gibt es dokumentierte Fälle, in denen Polizei zumindest zuhört? Und die Antwort ist oft erschreckend schlicht, weil es keine Alternativen mehr gibt. In ungelösten, Mord- oder vermissten Fällen sind die klassischen Ermittlungswege irgendwann ausgeschöpft. Da verlaufen die Spuren im Sand, Zeugen sind tot oder erinnern sich nicht mehr, Beweise fehlen. Und für Angehörige ist dieser Zustand kaum auszuhalten. Er erzeugt also eine Mischung aus Ohnmacht, Hoffnungslosigkeit und dem Bedürfnis, irgendetwas zu tun. Und Psychic Detectives bieten hier etwas an, das das System eben nicht leisten kann. Bedeutung, Richtung und das Gefühl von Bewegung. Selbst wenn nichts Konkretes dabei herauskommt, entsteht zumindest der Eindruck, dass noch nicht alles verloren ist. Das allein würde aber nicht die Heftigkeit der Ablehnung erklären, die ihnen oft entgegenschlägt. Denn Kritik ist das eine, Spott, Aggression und kategorische Abwertung, mit denen auch Zayla in Kapitel 5 und 6 zu tun haben wird, sind etwas ganz anderes. Ich glaube, das eigentliche Problem ist nicht nur, dass diese Fälle schwer überprüfbar sind, sondern dass sie etwas ganz Grundsätzliches berühren, nämlich die Frage, was wir überhaupt als Wissenschaft akzeptieren. Diese Fälle stellen ja unausgesprochen eine zentrale Annahme in Frage, dass Wissen ... Also sie stellen die Annahme in Frage, dass Wissen ausschließlich über überprüfbare, sinnlich vermittelte Prozesse entsteht. Und wenn jemand behauptet, Informationen über einen Tatort zu erhalten, ohne dort gewesen zu sein, ohne Daten, ohne Zeugen, dann kollidiert das total frontal mit dem Selbstverständnis unserer modernen Erkenntnis. Und zwar nicht nur der Kriminalistik, sondern eben ganz grundsätzlich. Und dann wird die Debatte natürlich schnell moralisch. Psychic Detectives gelten nicht nur als falsch, sondern als gefährlich, als Ausbeuter von Leid, als Störfaktor. Und ja, ja, ja, diese Gefahr existiert, es ist richtig. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen Familien durch falsche Hoffnung zusätzlich belastet wurden. Und das darf man auch nicht kleinreden. Aber gleichzeitig passiert etwas sehr Merkwürdiges. Die Existenz von Missbrauch wird oft benutzt, um jede ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Phänomen von vornherein zu beenden. Als gäbe es nur zwei Optionen, blind zu glauben oder alles verwerfen. Dabei gibt es noch eine dritte Haltung, nüchterne empathische Prüfung. Ein weiterer Aspekt, der selten offen ausgesprochen wird, ist dieser. Psychic Detectives bringen Subjektivität in ein System, das auf Objektivität angewiesen ist. Polizei und Justiz müssen neutral, überprüfbar und rechtssicher sein. Subjektive Eindrücke, selbst wenn sie zutreffen, sind in so einem System wie ein Fremdkörper. Und das erklärt natürlich auch, warum Polizeibehörden offiziell fast immer betonen, dass sie keine Psychic Detectives einsetzen. Ähm... Oder ist auch von vornherein, ich hätte es recherchieren sollen, aber ich bin mir relativ sicher, dass es in Deutschland sogar verboten ist. Ich muss das nochmal nachschauen. Aber im englischsprachigen Raum sieht das eben anders aus. Also offiziell sagt die Polizei, nein, nein, nein, wir setzen keine Psychic Detectives ein. Und gleichzeitig gibt es gut dokumentierte Fälle, in denen Hinweise aus genau diesen Quellen angehört wurden, also von Psychic Detectives. Und das ist auch ein realer Widerspruch. Psychic Detectives bewegen sich in einer Grauzone zwischen offizieller Ablehnung und inoffizieller Hoffnung. Und genau hier wird es super spannend, denn an dieser Stelle zeigt sich etwas Grundsätzliches. Unsere Systeme sind darauf ausgelegt, mit klaren Informationen zu arbeiten. Sie sind schlechteren, mit Unsicherheit umzugehen, aber gerade ungelöste Gewaltverbrechen sind maximale Unsicherheit. Psychic Detectives füllen diese Lücke, nicht unbedingt immer mit Wahrheit, aber mit einem Narrativ, mit einem Angebot, mit dem Angebot Sinn zu erzeugen, wo Sinn fehlt. Und das ist psychologisch nachvollziehbar, aber natürlich auch ein bisschen heikel. In den nächsten Teilen dieses Podcasts heute möchte ich mich, nee nicht möchte ich mich, sondern möchte ich teilweise bewusst differenzieren. Und zwar nicht so sehr zwischen wahr und falsch, sondern zwischen unterschiedlichen Ebenen von Behauptung, Einbindung und Wirkung. Ich möchte mir einmal anschauen, wo Psychic Detectives tatsächlich im System auftauchen, was sie behaupten, was davon standhält, wenn man es ruhig und transparent prüft. Und deshalb ist es sinnvoll, sich jetzt einmal eine konkrete Person anzuschauen. Vielleicht nicht so unbedingt als Stellvertreterin für das ganze Feld, sondern eher wie eine Art Fallstudie. Eine Person, die real existiert, die ich auch schon genannt habe, die öffentlich auftritt, die dokumentiert ist und an der sich all diese Fragen bündeln. Und deswegen geht es gleich in Teil 4 dieser Folge um Debbie Malone. Und vielleicht noch den Zusatz, es geht nicht darum, sie zu entlarven, weil ich glaube, da ist nichts, was ist zu, was man entlarven könnte. Es geht auch nicht darum, sie komplett zu verteidigen, es geht einfach darum, mal genau hinzusehen. Teil 4 Debbie Malone – Eine Fallstudie. Debbie Malone ist Australierin, sie tritt seit vielen Jahren öffentlich als Medium und Psychic Detectives auf und sie hat mehrere Bücher veröffentlicht. Sie gibt Interviews und ist regelmäßig in australischen Medien präsent. Anders als viele anonyme oder rein Internet-basierte Psychic Detectives taucht sie immer wieder im realen, institutionellen Kontext auf, also in Fernsehdokumentation, Zeitungsartikeln und in mindestens einem Fall sogar im Rahmen eines juristischen Vorverfahrens. Allein das macht sie super interessant. Nicht, weil sie jetzt etwas beweist, sondern weil es sie von vielen anderen, oder anders, nicht weil es etwas beweist, diese Tatsache, dass sie zum Beispiel in Fernsehdokumentationszeitungsartikeln juristischen Vorverfahren aufgetreten ist, sondern weil es sie von vielen anderen unterscheidet. Debbie Malone beschreibt ihre Arbeit selbst nicht als Ermittlungsarbeit im klassischen Sinne. Sie sagt nicht, ich löse Mordfälle. Sie beschreibt vielmehr, dass sie Eindrücke, Bilder oder körperliche Empfindungen bekommt, wenn sie sich mit einem Fall oder mit persönlichen Gegenständen von Vermissten beschäftigt. Und diese Eindrücke versteht sie als Hinweise, nicht unbedingt als Beweise. Das ist auch ein wichtiger Unterschied, der in der öffentlichen Debatte oft untergeht. In Interviews betont sie immer wieder, dass sie ihre Informationen nicht als Ersatz für Polizeiarbeit versteht, sondern als Ergänzung. Sie beschreibt ihre Rolle als jemand, der Puzzleteile anbietet, nicht als jemand, der das Puzzle zusammensetzt. Und das klingt moderat und es ist es auch. Und gleichzeitig bleibt natürlich die Frage, wie belastbar diese Puzzleteile, die sie anbietet, eigentlich sind. Schaut man sich an, in welchen Kontexten Debbie Malone auftaucht, dann sieht man ein wiederkehrendes Muster. Sie wird nicht von Polizeibehörden offiziell beauftragt, sie wird aber gelegentlich angehört, wenn Angehörige sie hinzuziehen oder wenn Ermittler bereit sind, auch ungewöhnliche Hinweise zumindest zur Kenntnis zu nehmen. Und das vielleicht prominenteste Beispiel dafür ist der Fall Lynette Dawson. Und Lynette Dawson verschwand 1982. Jahrzehntelang galt ihr Fall als ungelöst. Später wurde ihr Ehemann Chris Dawson angeklagt und schließlich verurteilt. Und in diesem langen Ermittlungsprozess trat Debbie Malone im Rahmen eines sogenannten Committal Hearing auf, einem Vorverfahren, in dem geprüft wurde, ob genügend Beweise für eine Anklage vorliegen. Debbie Malone trat also nicht als Zeugin der Anklage auf, ihre Aussagen waren kein Bestandteil der Beweisführung, die letztlich zur Verurteilung führte, das wurde von der Staatsanwaltschaft auch nochmal ausdrücklich klargestellt, dennoch durfte sie aussagen und allein das zeigt, sie wurde nicht einfach als irrelevant abgetan. In ihrer Aussage schilderte sie Eindrücke, die sie Jahre zuvor gehabt hatte, dass Linette tot sei, dass sie sich in der Nähe des früheren Wohnhauses befunden habe, nahe eines großen Felsens, eines Feuerwegs, als Beschreibung, die zwar räumlich grob, aber eben auch nicht völlig blibig waren. Ja, es gibt keine öffentlich belegte Information, dass diese Hinweise zu einem Fund geführt hätten, kein Grab wurde an der beschriebenen Stelle entdeckt, keine Spur konnte darauf zurückgeführt werden und juristisch spielten Debbie Malones Aussagen letztlich keine Rolle. Aber das ist kein Skandal, es ist schlicht die Faktenlage. Neben dem Dawson-Fall taucht Debbie Malone in weiteren Fällen auf, etwa im Zusammenhang mit verschwundenen oder getöteten Frauen in einem dieser Fälle. Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das jetzt richtig ausspreche. Mary Serratis-Joiner, ich bin mir nicht sicher, wird in einem Medienbericht veröffentlicht. Also in einem dieser Fälle wird in einem Medienbericht sogar ein Polizist zitiert, der sagt, Malone habe früh den Eindruck einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Opfer und Ehemann gehabt und später wurde der Ehemann dann auch verurteilt. Das klingt jetzt erstmal wie ein Treffer, aber auch hier gilt die Aussage war nicht spezifisch genug, um als außergewöhnliche Informationsleistung zu gelten. Gewaltsame Auseinandersetzungen sind in solchen Kontexten ja keine seltene Hypothese. Und es handelt sich eher um eine stimmige Einschätzung, vielleicht nicht so sehr um eine präzise Vorhersage. In anderen Fällen, etwa bei den sogenannten Verilla Girls, äußerte Debbie Malone Überzeugung über den möglichen Aufenthaltsort der Körper. Die Polizei hörte zu, gefunden wurde dort allerdings nichts und der Fall blieb ungelöst. Wenn man das alles zusammennimmt, ergibt sich ein total nüchternes Bild. Debbie Malone ist keine Fantasiefigur, sie ist real, sichtbar, dokumentiert, sie wird gehört, Aber es gibt keinen öffentlich belegten Fall, in dem eine konkrete, vorab dokumentierte Aussage von ihr direkt zu einem entscheidenden Ermittlungsdurchbruch geführt hat. Ja, und genau hier wird die Fallstudie interessant, denn sie zeigt, wie leicht zwei Dinge miteinander verwechselt werden, Einbindung und Wirksamkeit. Gehört zu werden ist nicht dasselbe wie Recht zu haben und Recht zu haben ist nicht dasselbe wie einen Fall zu lösen. Debbie Malone bewegt sich da in einer Zwischenzone. Sie ist weder klar widerlegt noch klar bestätigt. Sie liefert Eindrücke, die manchmal stimmig sind, manchmal ins Leere laufen. Sie tut das in einem System, das mit solchen Eindrücken grundsätzlich wenig anfangen kann. Das macht sie nicht zur Heldin, aber es macht sie eben auch nicht zur Betrügerin. Sie ist, und das ist für dieses Thema entscheidend, ein Grenzfall in Person. Ein Beispiel dafür, wie schwierig es ist, zwischen Erfahrung, Interpretation und Beweis zu unterscheiden. Und ein gutes Beispiel dafür, warum die Frage nach echten Treffern so viel komplizierter ist, als sie zunächst klingt. Und ich muss vielleicht noch dazu sagen, also noch anfügen, dass wenn man sich ihre Podcast-Interviews anhört und auch ihre Bücher liest, eigentlich ein dichteres Gesamtbild, also daraus ein dichteres Gesamtbild entsteht. Aber es ist tatsächlich selten so. Dass man mit klaren Beweisen quasi aus einem Kapitel, das man gelesen hat, herausgeht. Aber da ist immer so ein Gefühl von, sie hat definitiv was gewusst und sie hat Dinge zugespielt bekommen. Und in ihrem Buch dokumentiert sie dann auch Fälle, wo sie zum Beispiel eine Vision von einem Mörder, einem Serial-Killer erhalten hat. Also das Bild, das sie gesehen hat, wurde gemalt und sie hat in dem Buch dann das Bild mit der Person, die nachher gefasst wurde, verglichen und die sehen sich unglaublich ähnlich. Also da ist viel mehr Wahres zu finden, als man vielleicht weiß. Erst mal so annimmt. Und ihr ganzes Buch liest sich auch wie ein großes Puzzle. Also man kriegt so ein bisschen Gänsehaut teilweise, wenn man es liest. Es berichtet auch davon, wie sie in Hypnose versetzt wurde und teilweise eben aus der Sicht des Opfers und Dinge wahrgenommen hat und all das, was sie eben erzählt, was sie wahrnehmen kann, es sind halt immer Hinweise gewesen und sie sind irgendwie real und echt genug, um sie nicht einfach zu verwerfen und gleichzeitig scheinen sie in der Mehrheit keinen richtigen Durchbruch erzielt zu haben. Ja, und das passt eben auch so ein bisschen dazu, sagt sie ja selber, sie löst keine Kriminalfälle. Sie gibt Puzzleteile, die helfen können, Dinge zu lösen. Aber sie selbst kann eben diese Fälle nicht lösen, weil sie gar nicht allwissend ist und auch nicht alle Informationen bekommt. Und dann gibt es natürlich auch so ganz generell die Frage, gibt es echte Treffer überhaupt und das wäre der fünfte Teil in diesem Podcast, wenn es all diese Berichte gibt, auch in ihrem Buch, all diese Hinweise, die ich hier jetzt gar nicht so alle aufführen kann und die im Buch auch viel spannender noch rüberkommen. Wissen sie ja irgendwie auch, weil sonst würde man das Buch ja auch nicht lesen wollen. Ja, gibt es dann, Ein paar echte Treffer. Und zwar nicht so im Sinne von ungefähr richtig und auch nicht im Sinne von klingtstimmig im Nachhinein, sondern im Sinne von eine konkrete Information, die vorher geäußert wurde und die nachweislich zu einem entscheidenden Durchbruch geführt hat. Und ja, es gibt, also die einen sagen, es gibt unzählige Treffer und die anderen sagen, es gibt keinen einzigen. Und beides stimmt so nicht und beides greift irgendwie zu kurz. So, ein echter Treffer müsste ja verschiedene Bedingungen erfüllen. Erstens Zeitlichkeit. Die Aussage muss vor dem Fund der Entdeckung oder der Verhaftung erfolgt sein, nicht danach, nicht parallel, nicht rückwirkend angepasst. Das wäre ja wichtig. Zweitens Spezifizität, das war ein Wort. Die Information muss hinreichend korrekt sein. In der Nähe von Wasser oder ein Mann aus dem Umfeld reicht eben nicht. Also ein Ort, ein markantes Detail, eine überprüfbare Besonderheit, etwas, das nicht einfach geraten werden kann. Der dritte Punkt, der einen Treffer ausmacht, ist Kausalität. Die Information muss tatsächlich dazu geführt haben, dass etwas gefunden oder entdeckt wurde. Nicht zufällig, nicht durch parallele Ermittlungen, sondern quasi als Auslöser. Und viertens, unabhängige Bestätigung wäre notwendig. Idealerweise durch Polizei, Gericht, durch Medien oder dokumentierte Protokolle. Und nicht nur durch die Erzählung der betreffenden Person selbst. Ja, also wenn all diese vier Dinge gegeben sind, dann könnte man von einem echten Treffer sprechen. Und da wird dann eben auch ganz schnell klar, warum es so schwierig ist, belastbare Treffer zu finden. Denn viele Geschichten scheitern ja schon an der ersten Hürde. Aussagen werden erst im Nachhinein bekannt oder sie werden erst nach einem Fund als Treffer überhaupt interpretiert. Andere Aussagen scheitern an der zweiten Hürde, die Aussagen sind zu vage. Und wieder andere scheitern an der dritten. Dritten, selbst wenn dann etwas gefunden wird, lässt sich nicht zeigen, dass der Hinweis eines Psychic Detectives der entscheidende Auslöser war. Und trotzdem gibt es einige Fälle, die immer wieder genannt werden. Und einer davon ist der Fall von Paula Brown aus Australien. Paula Brown verschwand 1996 in Sydney Und einige Tage später wurde ihre Leiche in der Nähe von Port Botany gefunden und in verschiedenen Darstellungen heißt es, ein Psychic namens Philippe Durand, der Durand, wie man es aussprechen will, ich heiße Ursprung Französisch, aber wahrscheinlich jetzt eigentlich Englisch, habe zuvor einen Ort beschrieben, an dem sich der Körper befinde. Und später sei die Leiche weniger als zwei Kilometer von dieser Stelle entfernt gefunden worden und in manchen Versionen der Geschichte wird sogar eine Polizeisprecherin zitiert, die von einer unheimlichen Genauigkeit gesprochen hat. Ja, und das klingt schon mal recht beeindruckend und da lohnt sich auch ein genauerer Blick. Was man also mit Sicherheit sagen kann, Paula Brown wurde tatsächlich ermordet und ihre Leiche wurde gefunden. Das ist gut dokumentiert. Was jedoch nicht sauber dokumentiert ist, ist die Aussage des Psychic Detectives. Es gibt keine öffentlich zugänglich zeitgestempelten Protokolle, keine Polizeimeldung, in der diese Information offiziell festgehalten wurde. Der Fund erfolgte zudem zufällig, nämlich durch einen Lastwagenfahrer und nicht gezielt aufgrund des Hinweises. Das heißt, selbst wenn die Ortsbeschreibung ziemlich genau gestimmt hat, fehlt die Kausalität. Und ohne Kausalität bleibt der Treffer ein Grenzfall, total interessant, irgendwo auch verwirrend, vielleicht irritierend, aber eben in letzter Konsequenz noch nicht beweiskräftig. Und das ist kein Einzelfall. Viele der sogenannten Treffer, die viele Menschen anführen, bewegen sich genau in dieser Zone. Sie sind nah genug, um einen Haufen Fragen aufzuwerfen, auch wenn man das Buch von Debbie Malone liest, aber oft nicht genug, um wirklich als hundertprozentige Belege zu gelten. Und dann kippt die Debatte oft ins Extreme. Für die einen sind solche Fälle der Beweis, dass da etwas dran sein muss, für die anderen sind sie der Beweis, dass alles Einbildung ist. Und beides ist viel zu einfach. Denn Grenzfälle sind genau das, was der Name sagt. Sie liegen an der Grenze, sie fordern unser Denken heraus, ohne es eindeutig zu bestätigen oder zu widerlegen. Und wenn man ehrlich ist, muss man sagen, es gibt derzeit keinen öffentlich belegten Goldstandardfall, in dem ein Psychic Detective nachweislich einen Mordfall allein durch paranormale Informationen gelöst hat. Aber genauso ehrlich muss man sagen, es gibt auch keinen sauberen Beweis dafür, dass alle diese Berichte bloße Fantasie oder Täuschung sind. Dafür sind die Geschichten zu konsistent, zu vielfältig und viel zu hartnäckig. Was wir also vorfinden, ist kein klares Ja, kein klares Nein, sondern ein Feld voller methodischer Probleme. Probleme, die viel weniger mit Betrug zu tun haben, als mit der Art und Weise, wie Wissen dokumentiert wird. Denn echte Ermittlungen sind chaotisch. Hinweise kommen aus vielen Richtungen, sie werden geprüft, verworfen, kombiniert, aber am Ende steht ein Ergebnis und die Geschichte wird im Rückblick geordnet. Dabei verschwinden dann ganz viele Zwischenschritte und besonders solche, die nicht das offizielle Narrativ passen. Das bedeutet nicht, dass Psychic Detectives heimlich Recht haben, aber es bedeutet, dass unser System nicht darauf ausgelegt ist, solche Treffer sichtbar zu machen, selbst wenn sie passieren. Und an diesem Punkt ist es hilfreich, den Blick noch einmal zu weiten, denn es gibt Grenzfelder, in denen die Datenlage deutlich stärker ist, Felder, in denen nicht einzelne spekuläre Treffer im Mittelpunkt stehen, sondern Muster, Wiederholungen und sehr konsistente Berichte. Und da möchte ich im letzten Teil hinschauen, Teil 6, was offen bleibt und warum das okay ist. Ja, ich möchte nochmal einen Schritt zurücktreten, also nicht um das bisher Gesagte zu relativieren, sondern um es in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Denn wenn man sich nur auf Psychic Detectives konzentriert, entsteht leichter Eindruck, es gehe um ein Randphänomen, um ein paar fragwürdige Figuren, ein paar ungeklärte Geschichten oder vielleicht sogar ein paar Hoffnungen, die nicht erfüllt wurden. Aber das wäre viel zu kurz gegriffen, denn die eigentliche Frage, die sich durch all das zieht, lautet ja nicht, gibt es Psychic Detectives, die Recht haben, sondern wie gehen wir mit Erfahrungen um, die sich unserem derzeitigen Erkenntnissystem entziehen? Und um diese Frage fair zu beantworten, lohnt sich der Blick auf andere Grenzfelder, also solche, die deutlich besser untersucht sind als Psychic Detective Fälle und dennoch ähnliche Irritationen hervorrufen. Und ein besonders aufschlussreiches Beispiel, das ich ja auch schon erwähnt hatte, ist das der Reinkarnationsforschung. Der kanadische Psychiater Ian Stevenson hat über Jahrzehnte hinweg mehr als 2000 Fälle von Kindern dokumentiert, die spontan von früheren Leben berichteten. Und seine Arbeit war vorsichtig, akribisch und methodisch ungewöhnlich streng für ein solches Thema. Und er suchte nach überprüfbaren Details, nach Namen, nach Orten, nach Todesumständen und dokumentierte auch die vielen Fälle, die sich nicht bestätigen ließen. Sein Nachfolger Jim Tucker hat diese Arbeit fortgeführt und weiter systematisiert und auch hier gilt, das ist noch kein Beweis für Reinkarnation im metaphysischen Sinn, aber ist eine Indizienlage, die nicht einfach mit Fantasie oder kultureller Prägung erklärt werden kann. Vor allem, weil viele dieser Kinder aus Kulturen stammen, in denen Reinkarnation keine Rolle spielt. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Forschung zu Nahtoderfahrungen. Menschen berichten weltweit von erstaunlich ähnlichen Erfahrungen außer Körperlichkeit, Wahrnehmung trotz fehlender Hirnaktivität klare Struktur nachhaltiger Persönlichkeitsveränderung. Und Forschende wie Bruce Grayson, Sam Pania oder Jeffrey Long haben tausende solcher Berichte gesammelt und analysiert. Und auch hier gilt, es gibt keine abschließende Erklärung, aber es gibt konsistente Muster, die das einfache Modell Halluzination durch ein sterbendes Gehirn auf jeden Fall unvollständig erscheinen lassen. Und dann gibt es noch die PSEI-Forschung, Telepathie-Experimente, Grenzfeldstudien, Untersuchungen zur Präkognition, wie sie früher am Pear Lab in Princeton oder am Institute of Noetic Sciences durchgeführt wurden. Auch hier ist das Bild ambivalent. Die Effekte sind klein, schwer reproduzierbar, methodisch umkämpft, aber sie verschwinden nicht. Über Jahrzehnte hinweg tauchen statistische Abweichungen auf, die sich nicht einfach wegerklären lassen. Und warum ist dieser Vergleich nun wichtig? Weil er zeigt, dass Psychic Detectives nicht isoliert betrachtet werden sollten. Sie sind nicht der stärkste Beleg für irgendetwas, aber sie gehören zu einem größeren Feld von Phänomenen, die alle an derselben Grenze operieren, der Grenze dessen, was wir derzeit messen, erklären und einordnen können. Und im Vergleich... Ja, zum Beispiel der Reinkarnations- oder Nahtodforschung steigen Psychic Detective Fälle tatsächlich etwas schwächer ab. Sie sind stärker von Einzelfällen abhängig, stärker medial verzerrt und auch schlechter dokumentiert. Das macht sie zwar wissenschaftlich problematisch, aber problematisch heißt eben nicht bedeutungslos. Was bleibt also offen? Offen bleibt die Frage nach dem Bewusstsein selbst. Noch immer gibt es keine allgemein akzeptierte Erklärung dafür, wie subjektives Erleben entsteht. Das ist das sogenannte Hard Problem of Consciousness und das ist noch vermeintlich ungelöst. Solange das so ist, sollten wir vielleicht vorsichtig sein mit absoluten Aussagen darüber, was bewusst sein kann und was nicht. Und offen bleibt auch die Frage, ob Information an Raumzeit und Körper gebunden ist oder ob es Formen von nicht lokalem Zugriff gibt, die wir noch nicht verstehen. Und es ist eine Frage, die wird in der Quantenphysik, in der Philosophie des Geistes und in der Bewusstseinsforschung ganz ernsthaft diskutiert. Und offen bleibt schließlich eben auch die Frage, wie viel Unsicherheit wir aushalten können. Denn das ist vielleicht der schwierigste Punkt an diesem ganzen Thema. Es ist unbequem, es nicht hundertprozentig zu wissen. Es ist unbequem, etwas weder bestätigen noch verwerfen zu können. Und unsere Kultur neigt dazu, diese Spannung aufzulesen, lösen, oft vorschnell, entweder durch Glauben oder durch Abwertung. Aber es gibt eben noch eine dritte Möglichkeit, nämlich aushalten. Aushalten, dass es Grenzphänomene gibt. Aushalten, dass nicht jede Erfahrung sofort erklärbar ist, aushalten, dass Wissenschaft ein Prozess ist, kein endgültiges Urteil. Und wenn ich aus dieser Auseinandersetzung mit Psychic Detectives, Grenzforschung und wissenschaftlichen Grenzen etwas mitnehme, dann ist es genau das, Offenheit ist kein Gegensatz zu Skepsis. Und Skepsis ist kein Freibrief für Verengung. Man kann kritisch sein, ohne zynisch zu werden. Man kann offen sein, ohne alles zu glauben. Und man kann sagen, ich weiß es nicht oder ich weiß es nicht genau und genau darin ehrlich bleiben. Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis in dieser Folge, nicht ob Psychic Detectives immer Recht haben oder überhaupt Recht haben, sondern dass die wirklich interessanten Fragen oft dort beginnen, wo einfache Antworten enden. Und vielleicht ist es genau dieser Zwischenraum, den wir wieder ernster nehmen sollten. Am Anfang dieser Folge habe ich kurz skizziert, wie Debbie Malone sich selbst und ihre Arbeit beschreibt, als jemand, der belastende Eindrücke empfängt, der keine Fälle löst, sondern Hinweise liefert und der seine Tätigkeit als Verantwortung versteht, nicht als Sensation. Und wenn man sich das, all das, was wir in dieser Folge betrachtet haben, noch einmal vor Augen führt, dann bleibt genau hier eine Spannung bestehen zwischen dieser Eigendarstellung und dem, was sich öffentlich belegen lässt, zwischen ihrer persönlichen Wahrnehmung und institutioneller Wirksamkeit, zwischen dem, was jemand innerlich erlebt und dem, was unser System verarbeiten kann. Und diese Spannung lässt sich eben nicht einfach auflösen, vielleicht muss sie das auch gar nicht, denn was sich an Debbie Malone und überhaupt an den Psychic Detectives zeigt, ist weniger eine Antwort als eine Frage. Wie gehen wir mit Erfahrungen um, die für die Betroffenen real sind, sich aber nicht in die Formen von Beweis und Nachvollziehbarkeit übersetzen lassen, die unsere Gesellschaft verlangt? Ja, man kann diese Erfahrung voll schnell abwerten, man kann sie unkritisch übernehmen oder man kann, und das war mein Versuch in dieser Folge, dazwischen stehen bleiben. Mit einer gewissen Skepsis, aber ohne Zynismus, mit Offenheit, ohne Naivität und mit dem Eingeständnis, dass es Dinge gibt, die wir noch nicht einordnen können. Wahrscheinlich, weil unsere Modelle einfach nur unvollständig sind. Das hatte ich ja schon Shakespeare so schön in Hamland, der sagt, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als wir uns in unserer Schulweisheit träumen lassen. Und auch in vielen indigenen Kulturen haben wir zum Beispiel eine gewisse Synthese vom sogenannten Normalen und sogenannten Paranormalen und dass diese Trennung, die wir in unserer westlichen Welt, westlich-europäischen Welt und den Ländern durch die europäische Kolonialisierung, vielleicht auch irgendwo europäisch geprägt sind, also aus dieser westlichen Hemisphäre, aus dem Denken heraus. Zu einer Trennung zwischen Normal und Paranormal geführt haben, dass das eben in vielen Kulturen überhaupt nicht haltbar ist, sondern dass es eins ist und das finde ich so unglaublich spannend und interessant und ich glaube auch, dass uns da einfach etwas verloren gegangen ist. Ja, und vielleicht kann man eben einfach noch nicht für alles Antworten liefern. Das versucht auch Nachttanz nicht. Nachttanz versucht oft Dinge aufzunehmen unter dieser Prämisse, was wäre wenn, oder unter der Frage vielmehr, was wäre wenn, was würde es für die Welt nämlich zum Beispiel auch bedeuten, wenn diese ganzen übersinnlichen, paranormalen Dinge, die ja Nachttanz auch aufgeführt werden, wenn die wirklich real sind, wenn unsere alten Kulturen, wenn das alte Wissen recht hat, das hat unglaublich viel Kraft und macht so sehr deutlich, wie unsinnig das Verhalten der Menschheit aktuell auf diesem Planeten ist. Allein, wenn Reinkarnation wahr ist und wenn wir uns entwickeln als Seele, wenn diese Erde ein Schulungsraum ist, und davon bin ich überzeugt, ich kann das nicht letztendlich belegen, aber ich bin davon persönlich überzeugt. Stell dir also vor, ich habe Recht und es ist wirklich so. Wenn die Erde ein Schulungsraum ist und wir immer wieder in einen anderen Körper hineingeboren werden, dann werden Liebe zu leben, egal wie die Umstände sind - das ist ein Satz, der kommt später in Kapitel 6 auch nochmal vor - den sagt Travis zu Zayla, du wirst es wiedererkennen, das ist eine Nachricht, die ich für mich mal gehört habe, nicht nur mal gehört habe, sondern die für mich durchgekommen ist in einer Hypnosesitzung, so klar, Liebe zu leben, egal wie die Umstände sind, das wird zu so einer wichtigen Maxime, weil wir nur durch die Liebe alles auflösen können was in dieser Welt falsch läuft. Die Liebe ist die Antwort. Und die Beatles haben es schon gewusst. All you need is love. Und es ist so. Und das meint natürlich nicht nur die romantische Liebe. Aber wenn du den Blick hebst und aus unserem kleinen 3D-Modell hier unten anfängst auszusteigen, nur mal temporär oder von mir aus auch nur mal als Gedankenexperiment, Und dann erkennst du automatisch, wie wichtig es ist, ja wirklich in der Liebe zu leben. Und das ist gleichzeitig in unseren Körpern eine unglaubliche Herausforderung, auch für mich. Und es gibt so vieles da draußen, was wir mit unseren westlichen Modellen noch nicht beantworten können. Was aber wahr ist, was Grundlagen, wichtige Grundlagen hat, die wahr sind und trotzdem dürfen wir skeptisch bleiben, wir dürfen nicht naiv sein, wir müssen lernen, auch die Spreu von Weizen zu trennen und Realität von Illusionen. Ja, diese Folge wollte keine Antworten liefern, obwohl ein Teil von mir das gerne getan hätte, sondern es ging so ein bisschen um so eine Orientierung. Keine Gewissheiten vielleicht, die kann sie dir nicht liefern, weil wenn ich sage, ich bin von etwas überzeugt, das kann dich natürlich nicht überzeugen. Aber Unterscheidungsfähigkeit liefern oder Methoden zur Unterscheidungsfähigkeit anreißen. Und dieses Eingeständnis ich liefere keine Antworten, sondern versuche ein bisschen Orientierung auch für mich selbst zu finden. Ich liefere keine Gewissheiten, sondern versuche ein bisschen Unterscheidungsfähigkeit zu stärken. Das ist vielleicht genau im Moment das Ehrlichste, was man zu diesen Themen sagen kann.