ReDICo: The Podcast for Digital Interculturality

The ReDICo Research Co-operative
Since 11/2024 15 episodes

S3E2 Lernen in der Postdigitalität: Was Schüler:innen heute brauchen

2026-03-30 37 min

Description & Show Notes

In dieser Folge des ReDICo-Podcasts spricht PD Dr. Luisa Conti mit Prof. Dr. Birgit Spies über die Frage, wie Schule gestaltet sein sollte, um den Bedürfnissen heutiger Schüler:innen gerecht zu werden. Wie verändern Social Media, Künstliche Intelligenz, aber auch die wachsende Unsicherheit das Aufwachsen junger Menschen, und was bedeutet das für Bildung?

Birgit Spies plädiert dafür, Schule als einen sicheren Lern- und Begegnungsort zu gestalten: mit Raum für Fehler, persönliche Entwicklung, kritisches Denken und echte Partizipation. Digitale Medien haben dabei einen echten Mehrwert, wenn sie das Lernen unterstützen, ohne Beziehung, Menschlichkeit und gemeinsames Lernen zu verdrängen.

Anhand konkreter Beispiele, etwa aus Dänemark oder aus schulischen Medienprojekten, wird gezeigt, wie Partizipation, projektbasiertes Lernen und kreative Prüfungsformate gelingen können. Digitale Werkzeuge eröffnen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Mitgestaltung, wenn sie bewusst eingesetzt werden und klaren pädagogischen Zielen folgen.

Zum Abschluss formuliert Birgit Spies ein klares Plädoyer: Schulen sollten Digitalisierung vom Menschen her denken und Schüler:innen als aktive Mitgestaltende ernst nehmen, während politische Entscheidungsträger:innen stärker auf die Bedürfnisse vor Ort hören sollten. Ziel ist eine Schule, die ein sicherer Lern- und Begegnungsort bleibt und jungen Menschen Orientierung in einer komplexen, digitalisierten Lebenswelt bietet.

Quellen: 

Weitere Informationen zu ReDICo und dem ReDICo-Zentrum für digitale Interkulturalitätsstudien finden Sie unter: www.redico.eu 

Um dem ReDICo-Hub beizutreten, gehen Sie auf: https://hub.redico.eu 
Besuchen Sie den YouTube-Kanal von ReDICo: https://www.youtube.com/@DigInterculture 

Weitere Informationen zur Arbeit von Prof. Dr. Brigit Spies sowie ihren Podcast „Strandgespräche“ finden Sie unter: https://www.prof-birgit-spies.de 


Die benannten Veröffentlichungen: 

Hier geht es zur E-Learning-Plattform KIDS4ALLL: https://learn.kids4alll.eu
Die genauen Links zu den jeweiligen StrateDie-Kurzvideos und Lerneinheiten finden Sie hier:
https://www.gw.uni-jena.de/28402/stratedie

Transcript

Hallo und herzlich willkommen beim Redico Podcast für Digital Interculturality. Ich bin Luisa Conti, Leiterin des Centres for Digital Interculturality Studies an der Friedrich-Schiller Universität Jena. Unser Interessengebiet ist an der Schnittstelle zwischen gesellschaftlichem Wandel und Digitalisierung. Das hier ist die dritte Staffel und widmet sich dem strategischen Einsatz digitaler Medien in der Schule. Sie wird im Rahmen des Projektes StrateDie (strategische Digitalisierung für eine inklusive Schulentwicklung) durchgeführt. Das Projekt wird im Rahmen des Programms Lernen:digital, vielleicht haben Sie schon davon gehört, im Verbund Schule digital – demokratisch und wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Als Gast haben wir heute, und das freut mich wirklich sehr, Birgit Spies, Diplom-Ingenieurin, ganz spannendes Profil, und Professorin für Bildung und Digitalisierung an der Hochschule Fresenius. Sie arbeitet auch praxisnah als Keynote-Speakerin, Beraterin, Trainerin zu Themen rund um Digitalisierung und Bildung. Sie ist Herausgeberin des Open Access Journals Bildung Mensch Medien und betreibt auch einen Wissenschaftspodcast selbst. Der Titel ist Strandgespräche. Also wenn Sie am Ende dieses Podcasts mehr von ihr hören wollen, wissen Sie wo. Liebe Frau Spies, es freut mich sehr, dass Sie da sind. Herzlich willkommen. Vielen Dank, Frau Conti. Schön, dass ich hier sein kann. Danke. Liebe Frau Spies, ich habe Sie nicht durch den Podcast kennengelernt, sondern durch einen Aufsatz, und zwar Ihr Aufsatz, der wie folgt betitelt ist: Lernort Schule, Bildung in einer digitalisierten Welt. Dieser Aufsatz wurde in dem Band veröffentlicht “Serious Games undGamification in der schulischen Bildung”. Und das fand ich ganz spannend, weil für mich eine wichtige Frage ist, wie können wir Schüler:innen erreichen? So schreiben sie auf ihrer Website “Digitalisierung und Bildung passen zusammen, wenn sie aber vom Menschen ausgehend gedacht werden”. Und so ist meine Frage, ich spüre dann also einen Gap, so eine Distanz zwischen der Lebenswelt der heutigen Schüler:innen und die Schule selbst. Mir scheint, dass zwei verschiedene Geschwindigkeiten da sind. Einerseits haben wir die Gesellschaft, die sich unheimlich schnell verändert, und Institutionen wie die Schule, die natürlich ganz andere Zeiten haben. Dann wir müssen Schritt nach Schritt gehen. Jetzt meine zentrale Frage oder meine erste Frage ist, aber da startet eigentlich alles, ist, wer sind eigentlich Schüler:innen heute in diese postdigitale Gesellschaft? Sie haben die wichtigen, spannenden Themen schon angesprochen. Sie haben das wunderbare Wort genannt “strategische Digitalisierung” Ich glaube, es ist der Digitalisierung ein Stück weit innewohnend, dass sie schnelllebig ist, dass alles ganz effektiv sein soll, dass alles ganz effizient sein soll. Auf der anderen Seite haben wir das Thema Bildung und Lernen, was auch Zeit braucht. Und jetzt treffen wirklich zwei Welten aufeinander. Und auf der einen Seite finde ich es gar nicht so schlecht, dass die Schule tatsächlich sich auch Zeit nimmt und sich auch Zeit lässt. Irgendwann müsste man dann doch auch mal zu Ergebnissen kommen, müsste dann vielleicht die eine oder andere Forschung berücksichtigen und schauen, wie kriegen wir denn diese beiden Welten zusammen? Jetzt haben Sie gefragt. wer sind denn Schülerinnen und Schüler heute? Ich denke, dass sich so wie unser Alltag und unser Leben die Schüler auch schon wirklich über die Jahrzehnte verändert haben. Unsere Schule war anders als die der Kinder heute und als die der Kinder, die jetzt vielleicht gerade auf die Welt kommen. Die Gesellschaft verändert sich. Also wir sind eigentlich immer in einer Veränderung. Und ich denke, was wirklich schwierig ist, ist wenn man so aufso einem, ja, wenn man so beharrt darauf, dass Dinge so funktionieren sollten, wie sie vielleicht schon immer funktioniert haben. Etwas, was gut und für sinnvoll befunden wurde, eben zum Beispiel diese Einrichtung der Schule, kann sich ja nur dann durchsetzen, wenn sie es auch schafft, sich zu erneuern. Und jetzt müssen wir wirklich schauen, wie sind denn die Schülerinnen und Schüler heute? Wir können ganz klassisch anfangen bei der Mediennutzung. Dafür gibt es viele Studien, die Kinder - und Medienstudie, also die KIM-Studie oder auch die Jugend- und Medienstudie, die JIM-Studie, die geben da ja die klassischen Aussagen. jedes Jahr. Und man kann eigentlich sehen, dass die Kinder bis zum Alter von 12, 13 Jahren weniger als die Hälfte besitzen ein Smartphone. Sie spielen viel mit Freunden. Und wenn sie Medien nutzen, dann weil es langweilig ist. Da kann man drüber nachdenken, warum ist es ihnen langweilig? Haben Sie vielleicht zu wenig Aufgaben, fühlen sich zu wenig eingebunden in einer Gemeinschaft. Aber auch weil sie sich einsam fühlen, das finde ich auch interessant. Und weil sie vielleicht was Spannendes erleben wollen. Insgesamt ist die Smartphone-Nutzung noch unter drei Stunden. Was sehr, sehr viel ist, aber sie beträgt noch unter drei Stunden. Jetzt kann man wirklich mal schauen, wie lang so ein Tag ist: Schule und Schlaf ziehen wir ab und dann bleibt nicht sehr viel für andere Sachen über. In dem Moment aber, wo der Smartphone-Konsum stark ansteigt, wenn die Kinder also über 12, 13 sind, bis zu 19 Jahren, dann wird es eher kritischer. Also wir haben viereinhalb Stunden Smartphone-Nutzung, das ist sehr, sehr viel. Wir müssen uns überlegen, das ist ein Durchschnitt, also da haben auch einige Schülerinnen und Schüler deutlich mehr. Inzwischen verwenden fast drei Viertel aller Schülerinnen und Schüler KI als Hausaufgabenhilfe. Und man hält die Ergebnisse auch für vertrauenswürdig, also man vertraut dem Digitalen. Und es gibt doch erstmal gar keinen Grund, dem zu misstrauen, weil man ja so aufgewachsen ist. Jetzt ist es aber, denke ich, auch eine Aufgabe der Schule, da so ein bisschen genauer hinzuschauen. Also auf der einen Seite haben wir Kinder – Das lässt sich auch wirklich durch eine große Zahl von Studien zeigen–, die ihr Leben vielleicht auch als langweilig erleben, einsam sind, die aber auch schon Konzentrationsstörungen aufweisen, die von den Eltern, da sind die Eltern ganz stark gefragt, auch an so einer digitalen Nabelschnur gehalten werden, also mit Tracking-Armbändern, das gibt es jetzt bei Grundschülern vermehrt, dass sie wie Postpakete getrackt werden, Schüler höchst verunsichert und ängstlich sind. Wir haben auf der anderen Seite aber auch die jungen Menschen, die sehr, sehr leistungsorientiert sind und vor allem an sich selber sehr, sehr stark arbeiten, also sich digital vermessen hinsichtlich Ernährung, Schlaf, Fitness. Und wir haben aber auch die jungen Menschen, die zunehmend wieder engagiert sind und Dinge verändern wollen. Also wir haben von bis die ganze Bandbreite und natürlich alles dazwischen. Man kann es ein bisschen kurz machen, man kann sagen, vielleicht diese Selbstverständlichkeit mit der ich zumindest noch in die Schule gegangen bin und ich weiß nicht, wie es bei Ihnen war, dem Leben zu vertrauen und darauf zu hoffen, dass es irgendwie gut wird und dass ich in der Schule das lerne, was ich brauche, um auch gut durchs Leben zu kommen, die weicht tatsächlich. Die ist nicht mehr in großem Maße vorhanden. Die Schüler fühlen sich zum Teil schon erschöpft, bevor sie wirklich im Leben angekommen sind und das sehe ich wirklich als sehr, sehr kritisch an. Sie haben jetzt die Stunden benannt, die durchschnittlich so Schüler:innen am Handy oder an die Medien hängen sozusagen. Da ist mir diese typische Diskussion eingefallen: Ah dann, sie sind so viel an den Medien, dann sollen sie in der Schule endlich Raum, Freiheit ohne die Medien zu haben. Nein, aber gerade deswegen, weil sie so gewohnt sind an Medien, sollten sie auch in der Schule damit arbeiten. Jetzt natürlich ist wahrscheinlich weder die eine oder die andere, was sagen Sie? Ich denke, in der Schule sollte man ganz klar schauen, was hilft. Was hilft, mein Lernziel zu erreichen. Wenn Digitales eine Hilfe ist, zum Beispiel in naturwissenschaftlichen Sachen, dann kann ich das doch durchaus nutzen. Und es steht auch dem nichts im Wege, kleine digitale Apps zu benutzen, die vielleicht den Unterricht so ein bisschen auflockern, die ihn vielleicht spannender machen, vielleicht mal Abfragen zu machen, gemeinsame Spiele zu machen. Dem steht nichts im Wege, wenn das Lernen nach wie vor möglich ist. Eine Sache, die aus meiner Sicht glaube ich zu wenig gesehen wird, ist, dass Lernen, so wie das Leben, ein gemeinsamer Prozess ist. Die Digitalisierung wird auch deshalb so ein bisschen forciert, weil wir meinen, wir könnten Schüler und Schülerinnen individuell fördern, das zu lernen, es stärker auf sie zuschneiden. Das kann man natürlich machen, das kann ein guter Lehrer aber auch, aber dabei gerät die Gemeinschaft aus dem Blick. Lernen heißt auch, gemeinsam zu lernen, Lernen heißt auch, sich gemeinsam zu unterstützen, gemeinsam aus Fehlern zu lernen und gemeinsam zu wachsen. Also Lernen ist auch mehr etwas, was auch an Menschen hängt und auch ganz viel am Lehrer und das sollten wir auf keinen Fall auslagern. Also immer dann, wenn das Digitale hilft’s, ein unterrichtliches Ziel zu erreichen, ja warum nicht? Aber, und ich glaube, die Aufgabe haben wir auch noch nicht richtig verstanden, wir sollten eine verantwortungsvolle Digitalisierung betreiben. Wir haben das eingangs schon gesagt, ich habe das selber auch so formuliert, wir müssen es vom Menschen aus denken. Was braucht der jeweilige Schüler, die jeweilige Schülerin jetzt in diesem Moment? Und dann kann es durchaus sein, dass es Bereiche gibt, in denen wir sagen, hier möchten wir keine digitalen Geräte einsetzen, weil es jetzt wichtig ist, dass du soziale Signale interpretieren lernst, dass du lernst, gut zu sprechen, dass du lernst, wie wir mit Regeln umgehen. All diese Sachen brauchen aus meiner Sicht erstmal nichts Digitales. Dann wiederum, man begibt sich in andere Bereiche, wo man sagt, jawohl, wir müssen uns mit, und das wollen wir auch, ich glaube, das bestreitet auch gar niemand ernsthaft, mit dem Digitalen und den Medien auseinandersetzen, weil wir die im täglichen Leben haben. Da können wir durchaus nachfragen, was sind zum Beispiel Geschäftsmodelle hinter Social Media, was passiert mit den Daten im Chat. Vielleicht auch wirklich es kombinieren zwischen dem klassischen Lernen, so will ich es mal nennen, und den digitalen Möglichkeiten. Ich kann Schülerzeitungen machen, die kann ich auch digital publizieren. Ich kann Podcasts machen, so wie wir das jetzt machen. Es gibt wunderbare Podcast-Projekte mit Hörgeschichten für Schülerinnen und Schüler, die sich intensiv mit dem Thema KI z.B. auseinandersetzen oder auch mit dem, was sie im Leben erreichen wollen. Da kann ich ganz, ganz viel machen. Mein Wunsch wäre es eigentlich, wenn wir ein Stückchen weiter eine Selbstverständlichkeit haben. Es gibt einen Raum, wo wir sagen, hier möchten wir – wirklich durchdacht und definiert – keine digitalen Geräte haben, weil es uns wichtig ist, dass wir Menschlichkeit, Soziales fördern, Sprache fördern, ja, also allein wenn wir überlegen, dass inzwischen wir vermehrt Sprachstörungen haben, dass ein Viertel der Grundschüler nicht ausreichend lesen kann. Also wir haben da auch ganz, ganz viel Nachholbedarf und der ist vielleicht auch zum Stück dem starken Medienkonsum geschuldet, ja. Aber es ist das eine und wir können aber auch das andere sagen: Lass uns doch schauen, wo können wir sinnvoll Medien integrieren? Also so eine Verbindung schaffen und das aber bewusst machen. Also einmal Medien als Hilfsmittel, digitales, aber auch als Unterrichtsgegenstand. Das große Thema KI, was wir jetzt gerade haben, da kann man nicht nur sagen, Mensch toll, mach das mal alles, da muss man auch schon mal sagen, dass ein Großteil der Sachen ja falsch ist, dass die Dinge in der generativen KI auf Wahrscheinlichkeiten beruhen. Und ich muss es lernen, die Dinge zu hinterfragen. Das ist auch wichtig. Ich finde es ist eine Aufgabe der Schule, dafür zu sorgen, dass wir einen guten Wissensstand haben. Denn um eine KI einzusetzen, brauche ich mehr Wissen. Denn wie soll ich sonst beurteilen, ob das, was daraus kommt, richtig oder falsch ist? Dafür muss ich ein Fachgebiet kennen. Aktuelle Themen, ne? Auch wie schafft man, dass die Motivation zum Lernen nicht verloren geht, wenn eine Maschine da ist, die eigentlich alles kann? Genau, das ist eine ganz wichtige Frage. Was sollen wir überhaupt noch lernen? Warum sollen wir lernen? Und da könnte ich mir vorstellen, dass das auch so ein Grund ist, warum Schüler jetzt schon in ganz jungen Jahren sehr, sehr erschöpft sind. Es gibt vielleicht gar nicht mehr viel zu tun für sie. Es gibt nicht mehr viel zu lernen. Es ist alles irgendwie da. Ich muss nur noch die Fähigkeit haben oder ja, Fähigkeit vielleicht, das zu finden und das irgendwie so zu formulieren, dass es ein anderer versteht oder für mich anzuwenden. Aber was bleibt dann für mich noch übrig? Und da können wir so auf die klassischen Entwicklungsaufgaben von Schülern und von Jugendlichen schauen. Ich glaube, da hat die Schule auch noch ganz viele Möglichkeiten, wie sie stark werden kann. Schule muss nicht nur Wissen beibringen, sondern muss auch so eine Schülerpersönlichkeit entwickeln. Das heißt wirklich, ja, diesen jungen Menschen auch stark machen, dass er in sich ruhen kann, dass er lernt, mit seinen eigenen Emotionen umzugehen, im sozialen Gefüge sich zurückzunehmen, aber auch seine eigene Meinung zu sagen. Wir reden auch oft davon, dass die Kinder vielleicht nicht mehr so stark kritisch sind. Das muss man aber lernen. Das muss ich immer wieder in jeder Unterrichtsstunde sagen: „Schau doch mal, wie kommst du jetzt zu diesem Urteil? Wie begründest du das? Was kann man daran vielleicht auch anders sehen?“ Und das sind so unsere Aufgaben, die wir auch in der Schule haben. Ja, es klingt nach diesen Querschnittkompetenzen, die total wichtig sind, wie z .B. kritisches Denken. Aber auch Kommunikation, Zusammenarbeit, Kreativität. Und da resonieren bei mir noch Ihre Wörter von vorhin, als Sie auch von diesem Mangel an Vertrauen gesprochen haben und das auch zusammen, in demselben Moment auch angesprochen haben, wie das Fehlen von einem Miteinander. Für mich ist die Frage, gibt es Platz dafür in der Schule heute? Also natürlich gibt es nicht der Schule. Ja, es gibt ganz viele verschiedene Schulen. Aber haben Sie da gute Beispiele oder schlechte Beispiele, worüber wir reflektieren können? Also inwiefern diese wichtigen Kompetenzen für das Miteinander tatsächlich gelernt werden? Jetzt ist jede Schule ja ihr eigener Mikrokosmos und es hängt ja auch immer von den Menschen ab, die in der Schule arbeiten, was man dann dort machen kann und was man nicht machen kann. Ich kenne viele gute Beispiele aus Dänemark, die Schule sowieso deutlich anders sehen als wir, die von Anfang an anfangen, in der Gemeinschaft zu lernen. Da gibt es dann Klassen, zum Beispiel eine erste und zweite, die zusammen viel unterrichtet werden, auch eine dritte und vierte. Und das zieht sich auch durch, nachher bis zum Schulende. Es gibt Paten in den Klassen, sodass man sich Ältere für Jüngere eine Patenschaft übernehmen kann. Man versucht immer, die jungen Menschen in einem Dreier-Schritt zu halten. Also ich habe Ältere, an denen ich mich orientieren kann, wo kann es hingehen, was kann mein nächster Lernschritt sein. Ich habe aber auch Jüngere, für die ich Verantwortung übernehme. Wir haben auch so gemischte Schulen, deutsch-dänisch, und da ist auch so vieles, was so übertragen wird.. Eines Tages kam meine Tochter nach Hause und sagte, ich weiß überhaupt nicht, wofür Lehrer ihr Geld bekommen. Ich sage, was ist denn passiert? Ja, wir müssen unser ganzes Sommerfest selber organisieren. So, ja, genau, ihr macht es genau richtig. Und wir nehmen den Schülern alles ab und wundern uns dann, dass sie ja nichts mehr zu tun haben und unzufrieden sind. Ich kann vielleicht noch ein paar Beispiele aus Dänemark erzählen: Da werden Schülerinnen und Schüler zum Beispiel ganz stark angehalten, miteinander in den Kontakt zu kommen, miteinander zu spielen, auch in den Pausen miteinander zu spielen. Es werden bewusst Spiele gespielt, bei denen alle Altersgruppen mitspielen können. Und es gibt zum Beispiel auch Spielwächter. Das sind Kinder, die schauen, ob Kinder auch mitspielen können und wollen. Wer sich da vielleicht rausnimmt und weil er traurig ist, da wird dann ermuntert, Mensch, spiel doch einfach mit, komm. Hier ist dein Platz, wir würden uns freuen, wenn du mitspielst. Auch wenn Stress entsteht beim Spiel, dann gibt es auch Schülerinnen und Schüler, die immer hinschauen und versuchen, das zu lösen. Also Schülerinnen und Schüler werden ermuntert, ihre Dinge selber in die Hand zu nehmen. Und man sieht das aber auch im dänischen Lehrerkollegium zum Beispiel. Die dänischen Lehrer unterrichten fast immer zusammen, also beide. Und dann kann sich jeder Lehrer auf ein bestimmtes Thema konzentrieren, im Raum schauen, ob die Klassengemeinschaft gut vorankommt miteinander. Sie können sich austauschen. Also auch der Lehrer ist dann nicht der Einzelkämpfer, wie wir ihn hier typischerweise kennen. Das heißt, das Risiko ist auch, dass Medien zu verstärkter Vereinzelung genutzt werden, jeder ist mit seinem eigenen Laptop oder Tablet. Und hingegen soll es eher versucht werden, als Medium fürs Miteinander, für das Zusammenarbeit zu nutzen. Verstehe ich richtig? Ja, so ist das Netz ja auch ursprünglich entstanden: sich zu vernetzen, Dinge zu teilen. Und gerade im schulischen Einsatz erleben wir aber wirklich jetzt das Gegenteil. Es gibt Programme, die Schüler werden davor gesetzt, es kommt am Ende irgendwie eine Punktzahl raus oder eine Zeit, in der sie die Dinge bearbeitet haben. Sie werden komplett auf sich selbst zurückgeworfen. Und das kann nicht richtig sein. Das ist nicht Lernen. Lernen ist immer, ich lerne von anderen Menschen. So werden Kinder ja auch erst groß. Also sie lernen laufen, weil sie sehen, dass andere Menschen laufen. Sie lernen sprechen, weil sie hören, dass andere Menschen sprechen. Wir können übrigens nicht von einem Bildschirm sprechen lernen. Also das funktioniert gar nicht. Also bei kleinen Kindern zumindest nicht. Vielleicht als Erwachsener, wenn ich gelernt habe, zu lernen. Also Lernen ist immer ein Vorbild, was ich erlebe, egal ob uns das jetzt positiv oder negativ erscheint. Und das versuche ich nachzumachen. Und das ist eine ganz starke Motivation. Indem wir das komplett aus digital zurückfahren, hilft uns das nicht. Aber wir können das nehmen, um uns zu vernetzen mit Schülern aus anderen Ländern, aus anderen Klassen, aus anderen Städten, aus anderen Fächern. Wir können unsere Arbeit transparent machen, ein schönes Hörspiel machen, eine schöne Webseite machen, einen Film drehen. So was funktioniert alles wunderbar. Aber dafür braucht man auch eine Schülerpersönlichkeit, die sich gut entwickeln konnte, die mit anderen umgehen kann, die sagen kann, wann es ihm oder ihr nicht gut geht, wann man Hilfe braucht und aber auch ein Stück weit auch sich stolz sein kann und darf und auch soll, aber auch wieder die Gemeinschaft mitreinholt. Und ich glaube, was wirklich bei uns das Problem ist in Deutschland ist, dass wir jungen Menschen zu viel Verantwortung abnehmen, ihnen viel zu wenig zutrauen und vielleicht auch unzufrieden sind, wenn sie das, was wir vorgedacht haben, nicht annehmen. Man kann die Klassensprecher tatsächlich auch wirklich stärken. Welche Regeln geben wir uns in der Klasse? Man kann Schülerparlamente machen. Man kann ganz stark über die all die Fächer arbeiten, die eben Resonanz in uns selbst hervorrufen, also wie Bewegung, Singen, Musizieren, gemeinsames Musizieren. Da entsteht ja so, so viel, was die Schüler voneinander lernen kann. Es entsteht gemeinsam was Neues, was ich alleine nicht schaffen würde. Das Malen dazu, kommt dazu. Und was passiert in der Regel bei uns zuerst, wenn irgendwo ein Stundenausfall ist, das Geld ist knapp: Es fallen diese kreativen Fächer weg. Die bräuchten wir aber, um stark zu sein in diesen anderen Fächern, in den naturwissenschaftlichen Fächern, die mich wieder animieren, Lust zu haben, über Dinge nachzudenken, vielleicht was Neues zu erforschen. Das eine geht ins Andere rein. Wir haben so ein bisschen den Menschen einfach nur reduziert auf das Denken, auf das Kognitive und vergessen, dass da so ein ganzer Körper dranhängt und sich alles gegenseitig beeinflusst. Und das ist schade, das ist wirklich sehr, sehr schade. Wir trennen viel zu viel, jetzt auch das Digitale und das Analoge, das versuchen wir gegeneinander auszuspielen, das ist aus meiner Sicht nicht richtig. Einfach zu schauen, wann ist das hilfreich und auch deutlich zu sagen, wo ist das nicht hilfreich. Und wir müssen auch so ein Stück weit auch als Lehrerinnen und Lehrer wieder in die Verantwortung kommen, als Vorbilder wirken mit dem vielen Feuer, was wir ursprünglich mal hatten und hoffentlich auch immer noch haben für unser Fach, die Kinder dafür begeistern und unsere Vorbildfunktion vielleicht nicht an Vorbilder in Social Media abgeben. Das ist spannend, ein wichtiger Punkt. Und Sie sprechen jetzt von der Wichtigkeit, die Verantwortung zu übernehmen seitens den Schüler:innen. Und das heißt also Partizipation, echte Partizipation zu fördern in der Schule, in dem schulischen Alltag. Und ich sehe digitale Medien so, dass sie ein großes Potenzial dafür haben, ein großes Potenzial, damit das Wissen, das jede:r Schüler:in mit sich bringt, auch geteilt wird, aber auch Partizipation im Sinne von Quiz, im Sinne von Beteiligung anderer Form. Haben Sie auch weitere Ideen und weitere Beispiele, die Sie gerne teilen möchten? Zum Beispiel diese Schülerzeitung, die ich schon erwähnt hatte. Das funktioniert sehr gut, wenn man das digital auch umsetzen kann. Man kann Webseiten machen von Schulen. Die können die Schülerinnen und Schüler selbst machen. Sie selber haben ja das Thema Interkulturelles Lernen und Arbeiten und Leben miteinander. Warum kann man nicht Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Kulturen hier zu Wort kommen lassen, interviewen? Man kann Kurzfilme machen. So was passiert. In Medien-Arbeitsgemeinschaften kann man das machen. Das ist überhaupt gar kein Problem. Es bieten auch in vielen Städten... Medienbüros da Unterstützung an und Hilfe an, das lässt sich gut machen. Man kann im naturwissenschaftlichen Unterricht zum Beispiel Kurzvideos über Experimente drehen. Funktioniert auch. Man macht ein Protokoll, warum soll man dazu nicht noch ein Kurzvideo machen und lernt gleichzeitig dabei. Also das Lernen mit den Medien, das wäre mir das Wichtige. Das Medium dann als Mittel zu benutzen. Das heißt vielleicht auch andere Formen der Evaluation. Also dass nicht nur eine schriftliche Klausur ist, zum Beispiel, so eine Prüfung, sondern auch ein Erstellen von einem Video auch eine Profungsform sein könnte? Das kann es durchaus sein. Wenn ich zum Beispiel eine Geschichte schreibe oder ich entwerfe, entwickle ein Hörspiel oder ich entwerfe ein Drehbuch für ein kleines Theaterstück, das wird ja gemacht an den Schulen, dann kann ich das natürlich auch digital abbilden, ich kann dazu Trailer machen, die Schülerinnen und Schüler einladen, ich kann Werbung dafür gestalten. Da lerne ich es auch mit den Programmen umzugehen. Das lässt sich alles wunderbar machen. In der Biologie kann ich über Pflanzen und Tiere wunderbar digital berichten. Ein schönes Beispiel, das ich jetzt gerade selbst auch erlebt hatte, weil ich mit beteiligt war, war in Hamburg eine 8. Klasse, die hat sich mit Social Media auseinandergesetzt und dafür haben sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema beschäftigt, haben sich Fragen überlegt und haben dazu Experten interviewt. Und ich war eine dieser Experten und denen haben sie eine Art Wandzeitung gemacht und haben kleine QR-Codes hinterlegt, so dass die Schüler immer auf die entsprechende Antwort kommen konnten, hatten gleich die Information. Also da gibt es ganz ganz viele Ideen und manchmal kann man vielleicht auch einfach mal ausprobieren, was funktioniert. Ja und da kommen sie in diesem Beispiel ganz viele verschiedene Ansätze zusammen: Das Peer-Learning, das Projektbasiertes Lernen, das Forschendes Lernen, das Experiential-Learning, also das Erfahrungsbasiertes Lernen. Ja, ich denke, wir müssten vielleicht uns über den Begriff Lernen noch so ein bisschen unterhalten, auch über den Begriff Wissen und Bildung. Also auch in der Schule müsste darüber diskutiert werden. In einem Kollegium. Was heißt es denn für uns? Lernen. Was heißt das? Heißt das, es ist jemand, der einen einführt in ein Thema, der einen Vortrag hält, was absolut in Ordnung ist und was auch sehr, sehr gut funktioniert. Wenn man das aber immer macht, ist das vielleicht nicht die Lösung. Heißt Lernen, viel in der Gruppe zu machen. Wo ist da ein Zwischenstück, was kann gut funktionieren? Was heißt für uns Wissen bereitzustellen, Wissen zu prüfen? Auch darüber kann man nachschauen. Also eine gute Variante, die ich immer selbst als Lehrerin auch hilfreich empfunden habe, war, dass man einmal mit einer Basis anfängt, die entweder zum Stück weit die Schüler selbst erarbeitet haben oder die mir auch als Lehrer oder Lehrerin einbringt, dass man dann in Gruppen die Sachen vertieft, dass man sich gegenseitig unterstützt, dass man schaut, wo kriegt man Hilfe her und dann auch Ergebnisse präsentiert. Da habe ich so einen großen Kanon, den ich an Lernmöglichkeiten einsetzen kann. Und dann auch immer wieder dahin zu kommen zu sagen, ja, an welchen Stellen ermöglichen wir denn jetzt vielleicht Bildung? Also dieses Reflektieren, dieses Zurücktreten, so das, was du getan hast, wo war denn jetzt dein Entwicklungsschritt? Was hast du gelernt? Was hast du jetzt aus diesem Projekt mitgenommen, aus dieser Lernerfahrung? Und vielmehr zu sehen, welche Fortschritte hat ein Schüler gemacht und eine Schülerin, wo haben Dinge geklappt? Und wenn sie nicht geklappt haben, was könntest du beim nächsten Mal besser machen? Und wenn wir vielleicht da so ein Stück weit einen Wechsel hinbekommen, in der Arbeitsweise und am Ende ist es nachher auch in der Denkweise, ich glaube, dann wird Schule auch wieder so ein Stück weit etwas, wo man lieber hingeht, wo man nicht mit zu vielen Bauchschmerzen vielleicht hingeht und wo man nicht nur an einer Note als Mensch gemessen wird, denn das ist ja nicht richtig. Ihre Idee, sich Fragen zu stellen, die total einleuchtend ist, hat mich daran erinnert an Ihrem Artikel. Da auch präsentieren Sie verschiedene Fragen, die das Kollegium sich stellen kann, um die richtige Strategie zu finden. Daher würde ich die Frage anschließen, ob Sie ein Plädoyer haben. Sie können drei verschiedene machen, Sie können nur eine machen, also die drei Gruppen, die ich im Kopf habe, sind die Lehrkräfte, dann haben wir die Schulleitungen und dann haben wir die Policy-Maker, also diejenigen, die wichtige Richtlinien setzen, wodurch wir uns orientieren müssen in unserer Handlung. Ja, da würde ich mich freuen, wenn Sie so eine Art Plädoyer aussprechen könnten. Nehmen Sie sich gerne Zeit, das muss nicht kurz sein. Ja, also Digitalisierung und Schule passen zusammen, wenn sie von Menschen aus gedacht sind. Das haben wir jetzt schon ausgeführt. Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Ja, also die Schule hat verschiedene Aufgaben zu erfüllen und das ist zum einen ein starkes Wissensfundament zu schaffen für die Schülerinnen und Schüler und zum anderen auch die Entwicklung eines stabilen Selbsts, einer Schülerpersönlichkeit zu unterstützen. Das ist die Aufgabe der Schule. Schule muss sich dieser Aufgabe wieder bewusst werden. Da müssen auch Lehrer als Vorbilder rangehen und schauen, an welchen Stellen können wir die Schüler stärken? Können wir sie als Menschen sehen auch und unterstützen, mit all ihren Interessen, mit all ihren Stärken, die sie haben? Und wo können wir noch Dinge verbessern? Was brauchen die Schülerinnen und Schüler von der menschlichen Seite her? Wenn wir an die Digitalisierung in den Schulen selbst denken, ist es aus meiner Sicht wichtig, zu überlegen, was bedeutet es, wenn wir bestimmte Dinge tun? Einfach mal das, was wir machen, zu Ende zu denken. Was bedeutet es in der Konsequenz, wenn wir dieses oder jenes digital machen oder mit KI machen? Denn wenn das Digitale und die KI das Lernen und das Denken ersetzen, dann passt das nicht. Dann kann die Schule ihren Auftrag nicht erfüllen. Also für die Schulen genau zu überlegen, was soll digitalisiert werden und was soll auch nicht digitalisiert werden. Und dazu würde ich das Kollegium jedenfalls auch die Schulleiter einladen, sich wirklich miteinander in den Austausch zu begeben, zu diskutieren. Und ich weiß, dass das nicht einfach ist, weil jeder Fachbereich da seine eigenen Vorstellungen hat. Aber wenn Digitales eingesetzt wird, dann muss es sinnvoll sein, dann muss es begründbar sein und es muss immer daran orientiert sein: Hilft es den Menschen in dieser Entwicklungsphase, hilft es dem Lernziel. Orientierung am Alter, an der Entwicklungsphase und am Ziel. Und für mich gilt, schauen immer erst auf die Pädagogik und die Didaktik und reden dann über Technik, die sinnvoll eingesetzt werden muss. Für die Policymaker: Da würde ich mir wünschen, dass Sie viel, viel stärker in die Schulen gehen, den Schulleitern und den Kolleginnen und Kollegen dort zuhören und Sie wirklich mal fragen, was sie brauchen, sich mit ihren Anordnungen zurückhalten. Denn jede Schule ist ein eigener Mikrokosmos, jede Schule braucht was anderes. Wir haben den Digitalpakt 1 und 2, das war nicht wirklich glücklich. Es wäre hilfreicher, man würde schauen, was brauchen die Schulen vor Ort wirklich, wo können wir euch unterstützen, wo braucht ihr wirklich Fortbildung, wo stellen wir euch vielleicht auch Techniker an die Seite, IT-Kräfte, die euch helfen, wenn ihr Technik einsetzt. Denn nichts ist anstrengender, als wenn man eine gute Planung gemacht hat und dann funktioniert die Technik nicht, wenn man morgens um 8 Uhr in die Schule kommt. Das ist einfach ungünstig. Also viel stärker auf die Schulen selbst eingehen und von dort die Rückmeldung aufnehmen und dann versuchen, das umzusetzen. Ja, und den Schülerinnen und Schülern, denen wünsche ich, dass sie – vielleicht trifft das gar nicht auf alle zu – aber dass sie ihre Freude an der Schule zurückgewinnen oder wiedergewinnen. Unser ganzes Leben besteht aus Lernen. Wir werden wahrscheinlich bis zum letzten Tag lernen. Wir kommen gar nicht umhin. Wenn wir nicht lernen, dann bedeutet das Stillstand und dann sind wir unzufrieden und können einfach mit den Gegebenheiten, die uns in der Gesellschaft erwarten, nicht leben. Die Gesellschaft verändert sich, ob wir das wollen oder nicht. Wir leben in einer Zeit, die haben wir uns auchnicht ausgesucht. Und auch in einem Umfeld, das haben wir uns auch nicht ausgesucht, sondern da kann man doch einfach das Beste draus machen. Lernen ist, was wir gemeinsam machen können, sich dort auch Freunde zu suchen, mit denen man zusammen lernen kann, die Klassengemeinschaft stärken, gucken, wo kann man auch über das Digitale, vielleicht mit anderen Schulen in den Austausch kommen, auch kulturell, auch das wäre nochmal ein Beispiel, das ich vorhin gar nicht erwähnt habe, es gibt schöne Beispiele, wo man mit Schülerinnen und Schülern aus anderen Ländern den Sprachunterricht abwechselnd gemeinsam machen kann, also es gibt so, so viele Ideen. Bringt euch ein ins Schülerparlament, in euren Klassen, in den Schulen, das ist eure Schule und wenn man dort 10 oder 12 Jahre verbringt, ist das eine ganze Menge, aber es ist auch viel, viel Zeit, in der man viel, viel lernen kann. Besten Dank, auch danke, dass Sie an die Schüler:innen gedacht haben. Gibt es noch was, was Sie sagen möchten? Schule sollte ein gemeinsamer und ein sicherer Lern- und Begegnungsort sein und dafür müssen aber alle daran gemeinsam arbeiten, das Kollegium, die Schulleiter, die Eltern und auch die Schülerinnen und Schüler, wir müssen und alle Beteiligten müssen auch Lust haben miteinander zu kooperieren und ich glaube dann kann man Stück für Stück ein Unterricht gestalten, in dem Beziehung ganz vorne steht, das ist nämlich die Grundlage dafür, dass Lehren und Lernen gut klappt. Ja, besten Dank Frau Spieß, herzlichen Dank für diesen wunderschönen Podcast, Postcast-Episode. Da gehe ich raus total inspiriert, bestärkt, dass es möglich ist, tatsächlich Schule in einen Ort, wo Lernen Spaß macht, tatsächlich zu behandeln, zu behalten, zu erwarten, zu gestalten. Und auch in einen sicheren Begegnungsort und auch Lernort, das ist auch ganz wichtig, ich werde mich nur auf Lernen einlassen, wenn ich Fehler machen darf, wenn ich keine Fehler machen darf, weil ich dafür vielleicht zur Rechenschaft gezogen werde oder sofort mit einer schlechten Note bestraft werde, dann werde ich versuchen, das zu vermeiden. Also ich gehe gar nicht aus mir raus. Wir kennen als Erwachsene diesen Begriff, komm raus aus deiner Komfortzone. Das mache ich aber erst dann, wenn ich mich sicher fühle. Ich brauche diesen sicheren Raum. Und ein sicherer Lernraum ist ein Raum, in dem ich nicht für Fehler verurteilt werde, in dem ich als Mensch gesehen werde. Und das wäre mir jetzt auch wichtig, in dem das nicht digital aufgezeichnet wird, was ich tue. Wenn das, was ich mache, digital auch Jahre später noch nachvollziehbar ist und die Tendenzen haben wir aktuell, dass man das machen möchte, weil man meint, dann wird Lernen noch effektiver, dann ist das komplett das Gegenteil. Dann werde ich versuchen, alles zu tun, um dieses Programm richtig so gut zu erfüllen und da gut dastehen. Aber ich werde mich nicht entwickeln können. Wir reden so viel von Entfaltung des Menschen. Dafür muss ich ihm auch Gelegenheit geben. Ich glaube, da können wir alle unser eigenes Leben nehmen. Es gab viele Momente, wo wir traurig waren, wo wir gescheitert sind, wo wir uns gefragt haben, mein Gott, wie konnte das passieren? Und es gibt aber auch die anderen Momente. Und dann zu lernen, wieder aufzustehen und zu sagen, jawohl, das lohnt sich, ich habe Menschen, die mir helfen, beim Lernen vorwärts zu kommen. Und das ist was Schönes, wenn ich eine Herausforderung geschafft habe. Das kann Schule leisten und dafür braucht es aber Menschen, die dafür genauso brennen. Besten Dank, besten Dank vom Herzen an Sie, Professorin Birgit Spies. Vielen Dank, Frau Conti, schön, dass ich hier sein konnte. Und vielen Dank auch an alle Zuhörenden. Dann können Sie sich auch die Educasts anschauen sowie die interaktiven Lerneinheiten, die auf der EU-E-Learning-Plattform KIDS4ALLL zugänglich sind. Und diese E-Learning-Plattform, muss ich sagen, richtig passend ist mit den Konzepten, die Sie vorgestellt haben, weil so eine E-Learning-Plattform ist, wo Schüler:innen eingeladen sind, tatsächlich aktiv zu werden, ihre eigene Outputs zu gestalten und sie dann auf der Plattform hochzuladen, damit andere von ihnen lernen können. Und das hat mich resoniert vorhin, als Sie davon gesprochen haben. So, wenn Sie mehr über ReDICo erfahren möchten, besuchen Sie gerne unsere Webseite redico.eu oder folgen Sie uns auf YouTube, LinkedIn, Blue Sky oder Mastodon. Eine weitere Möglichkeit der Vernetzung stellt das Redico Hub, die Plattform für alle, die sich für die Themen unseres Podcasts sowie daran ergänzende Themen interessieren. Also ich bedanke mich und ich wünsche alle einen wunderschönen Tag oder Abend.

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