ReDICo: The Podcast for Digital Interculturality

The ReDICo Research Co-operative
Since 11/2024 15 episodes

S3E6 Nachhaltig digital: Warum Open Source Schulen stärkt und wie der Einstieg gelingt

2026-03-30 36 min

Description & Show Notes

In dieser Folge spricht Luisa Conti mit der Medienpädagogin Jessica Wawrzyniak über den Stand der Schuldigitalisierung in Deutschland. Im Zentrum steht die Frage, warum sich viele Schulen für Systeme großer Technologieunternehmen entschieden haben und welche Folgen diese Entscheidungen bis heute haben. Reflektiert wird dabei auch über Datenschutz und seine Bedeutung für schulische Digitalisierungsprozesse sowie über aktuelle Herausforderungen, die damit einhergehen.

Die Folge richtet den Blick zugleich auf Alternativen zu proprietären Plattformen und einseitigen technologischen Abhängigkeiten, etwa auf Open-Source-Lösungen, offene Dateiformate und Open Educational Resources. Sie zeigt, dass Veränderung zwar kein leichter, aber ein gangbarer Weg ist. Vorgestellt werden unter anderem Meta-Plattformen, die Schulen bei der Auswahl geeigneter Tools unterstützen können, ebenso wie Communities von Lehrkräften, die sich gegenseitig in Fragen des Digitalen im Unterricht und in der Schulentwicklung begleiten.

Darüber hinaus geht es um weitere zentrale Themen einer nachhaltigen Digitalisierung an Schulen, etwa um tragfähige IT-Strukturen, Fortbildungen und Medienkonzepte als Grundlage zukunftsfähiger Schulentwicklung. Deutlich wird: Digitale Bildung braucht mehr als technische Ausstattung – sie braucht Orientierung, Unterstützung und langfristig tragfähige Konzepte.


Quellen: 

Weitere Informationen zu ReDICo und dem ReDICo Centre for Digital Interculturality Studies finden Sie unter: www.redico.eu 

Um dem ReDICo-Hub beizutreten, gehen Sie auf: https://hub.redico.eu 

Besuchen Sie den YouTube-Kanal von ReDICo: https://www.youtube.com/@DigInterculture 

Weitere Informationen zur Arbeit von Jessica Wawrzyniak finden Sie unter https://www.medien-wawrzyniak.info/

Hier geht es zur E-Learning-Plattform KIDS4ALLL: https://learn.kids4alll.eu

Die genauen Links zu den jeweiligen StrateDie-Kurzvideos und Lerneinheiten finden Sie hier:
https://www.gw.uni-jena.de/28402/stratedie


Weitere Plattformen:

Switching.software (englischsprachig): https://switching.software 

WirLernenOnline: https://wirlernenonline.de 

Mundo Bildungsmediathek: https://mundo.schule 

EduCheck: Prüfung digitaler Bildungsmedien: https://educheck.schule 

Transcript

Hallo und herzlich willkommen bei ReDICo Podcast for Digital Interculturality. Dieser Wissenschaftspodcast wird präsentiert vom ReDICo Centre for Digital Interculturality Studies der Universität Jena. Unser Interessengebiet ist an der Schnittstelle zwischen gesellschaftlichem Wandel und Digitalisierung. Ich bin Luisa Conti, Leitung des Centres, aber auch des Forschungsprojektes StrateDie – Strategische Digitalisierung für eine inklusive Schulentwicklung. Dieses Projekt, das Projekt StrateDie, wird im Rahmen des Programms des Bundes lernen:digital im Verbund SchuDiDe, Schule digital demokratisch, realisiert. Das wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Diese dritte Staffel des ReDICo Podcasts ist eine Kooperation des ReDICo Centres mit dem Projekt StrateDie und widmet sich dem strategischen Einsatz digitaler Medien in der Schule. Zu Gast ist heute Jessica Wawrzyniak, Medienpädagogin, die lange bei Digitalcourage e.V. tätig war und jetzt an der GMK, Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, arbeitet, sowie als freiberufliche Referentin, Autorin und unter anderem Datenschutzbeauftragte aktiv ist. Vielen Dank, Jessica Wawrzyniak, dass Sie da sind. Dankeschön für die Einladung. Ich habe Jessica Wawrzyniak kennengelernt bei einem Elternabend, eigentlich. Ich war ganz beeindruckt von ihrer Kompetenz in Bezug auf Datensicherheit. Deswegen habe ich entschieden Jessica Wawrzyniak hier einzuladen bei uns heute, weil ich fand es total wichtig, in diesem Podcast Raum zu schaffen für ein Thema, das super wichtig ist. Und zwar, wie schaffen wir Digitalisierung in der Schule voranzubringen, in eine nachhaltigen Art? Zuerst wollen wir uns anschauen, wie der Ist-Zustand ist, und dann wollen wir gucken, wie sollte es aber sein und wie können wir dahin gehen. Wie können wir nachhaltige Lösungen planen, die sicher und auch ethisch sind für alle. Dann würde ich gleich mit einer allgemeinen Frage starten und zwar, wo stehen Schulen heute in Deutschland bei der Digitalisierung und welche Entscheidungen seitens der bildungspolitischen Entscheidungsträger:innen, also die berühmte Policy Makers, aber auch welche Entscheidungen seitens der Schulleitungen haben uns dahin geführt? Ist eine breite Frage, aber es dient einfach die Skizzierung eines Zustandes. Ja, ich fange mal etwas bissig an. Ich würde sagen, unsere Digitalisierung an Schulen ist im Moment noch ähnlich wie vor 20 Jahren, nur mit mehr Geräten. Das vielleicht mal so zum Einstieg. Es gab viele, viele Entscheidungen auf dem Weg dahin. Also wir müssen uns klar vor Augen halten, dass die Corona-Pandemie natürlich ganz entscheidend dabei war, zu überlegen, in welche Richtung steuern wir die Digitalisierung an Schulen? Welche Entscheidungen treffen wir? Welche Programme setzen wir ein und welche Geräte? Weil plötzlich die Notwendigkeit da war, dass digitaler Unterricht stattfinden musste. Das hatte es ja vorher so nicht gegeben. Wenn es digitalen Unterricht gab, dann in ganz kleinem Maße, in ganz wenigen Situationen und plötzlich musste eine flächendeckende Lösung her. Also würde man sagen, jetzt okay, die Entscheidungen, die während der Corona-Pandemie getroffen wurden, die wurden mit heißer Nadel gestrickt, die wurden schnell übers Knie gebrochen und man hat einfach überlegt, wie kommt man jetzt klar, wie kriegt man jetzt Fernunterricht hin, wie kriegt man digitalen Unterricht hin, damit die Schülerinnen und Schüler nicht abgehängt werden. Das wäre so eigentlich der erste Gedanke, aber wir müssen uns auch vor Augen halten, dass wir wirklich seit 20 Jahren einen Modernisierungsstau an Schulen auch hatten. Das heißt also, in dieser Situation zu sein und sich plötzlich überlegen zu müssen, was machen wir jetzt, hätte so gesehen auch gar nicht stattfinden müssen. Hätte man sich vorher auf den Weg gemacht. Und meine Erfahrung hat damals gezeigt, noch vor Corona, dass ganz wenige Schulen sich auf den Weg gemacht haben und überlegt haben, wir müssten doch mal, wenn die ganze Welt sich digitalisiert, müssten wir doch auch mal das Bildungssystem und unsere Schule digitalisieren. Ganz wenige haben sich auf den Weg gemacht und überlegt, wie kann man das digital souverän machen, wie kann man das datenschutzfreundlich, wie kann man das IT-sicher machen. Aber der allergrößte Teil hat sich darüber eben nicht so tiefgehende Gedanken gemacht und war dann eben in dieser Situation, wo alles zusammenbrach, sehr überfordert und angehalten, wirklich schnell eine funktionierende Lösung zu finden. Das ist so ein Zusammenspiel aus Faktoren, der uns dahin gebracht hat, wo wir jetzt im Moment sind. Wir haben jetzt eine Lage, wo die Geräteaustattung an Schulen sich verbessert hat. Das ist auch auf den DigitalPakt Schule zurückzuführen, zu einem großen Teil, nicht ausschließlich, aber zu einem großen Teil. Das war ein Projekt, ein Bundesprojekt, ein Förderprogramm, wo eben Geld zur Verfügung gestellt wurde, damit Schulen sich digital ausstatten können und auf dieser Seite eben Gelder zur Verfügung gestellt bekommen. Allerdings ist das eben auch sehr übers Knie gebrochen worden und auch da hat man sich nicht so viele Gedanken gemacht. Es war zwar verpflichtend, das Ganze mit einem Medienkonzept zu begründen, das heißt, niemand hat einfach Geräte bekommen ohne ein Medienkonzept. Aber auch die waren natürlich sehr schnell erstellt, ohne große Gremienarbeit dahinter, ohne dass sich viele Menschen aus verschiedenen Ebenen zusammengesetzt haben, zumindest an den meisten Stellen. Ja, also ich spreche jetzt etwas verallgemeinert. Natürlich gibt es auch Schulen, die super unterwegs waren und sich total viele Gedanken gemacht haben, aber eben nicht im Ganzen, also nicht der Großteil. Und nur die Geräte anzuschaffen, schafft noch lange, lange, lange keine digitale Bildung. Welche falsche Entscheidungen haben dann Schulen getroffen, deine Meinung nach, und wie kann man da wieder raus? Also meiner Meinung nach haben Schulen sich für Systeme entschieden, die nicht digital souverän sind, weil sie schnell zur Verfügung standen. Das sind die ganzen Geräte und Plattformen der Big Player. Das sind die großen Big-Tech-Unternehmen, Microsoft, Apple, ganz vorne voran. Und das Problem ist, dass an dieser Stelle eben Fahrtabhängigkeiten entstehen. Ganz große Fahrtabhängigkeiten in der Ausstattung und allem, was dann danach erfolgt. Die Möglichkeiten, in ein anderes System zu wechseln, sind im Schulsystem einfach nicht so gegeben. Die Schulen, die Mühlen an Schulen mahlen wirklich sehr langsam. Das heißt also jetzt eine Entscheidung, die vor fünf, sechs Jahren während der Corona-Pandemie getroffen wurde, kann jetzt immer noch nicht, auch fünf, sechs Jahre später, immer noch nicht wieder ausgebügelt werden. Das wird noch, ich weiß es nicht, das ist so eine persönliche Prognose, noch mal fünf bis zehn Jahre dauern, bis sich überhaupt irgendwas bewegt an der Stelle, einfach weil bürokratische Prozesse dazwischen stehen, weil viele Personen und viele Entscheidungsträger:innen miteinander interagieren müssen. Sie müssen sich austauschen, sie müssen sich gemeinsam auf einen Weg machen. Und dass wir in Deutschland ein Bildungssystem haben, das von den Ländern getragen wird, also länderspezifische Bildungssysteme, macht das Ganze natürlich unheimlich kompliziert, fürs ganze Land eine gemeinsame Lösung zu finden. Dadurch, dass eben auf Geräte und Programme gesetzt wurde, die proprietär sind, also geschlossen, nicht von außen einsehbar im Gegensatz zu Open Source Programmen, haben sich ja eben diese Log-in-Effekte eingestellt, die auch die Nutzer:innen an dieses System binden. Das heißt, selbst wenn sie Lust dazu hätten, die Zeit dazu hätten, die Energie dazu hätten, sich auf einen guten Weg zu machen und sich von diesen Plattformen zu lösen, landeseigene Programme zu nutzen oder einfach freie Software zu nutzen, selbst dann ist es schwierig, dahin zu wechseln. Einfach, weil es Kompatibilitätsprobleme gibt, die Kostenstruktur ist der absolute Wahnsinn. Man muss sich wirklich alles neu anlernen. Das heißt, die Lehrkräfte müssen neu geschult werden, einfach nur, weil nicht von vornherein mitbedacht wurde, eine allgemeine und grundlegende Medienkompetenz auch bei Lehrkräften und Schulleitungen zu schaffen, den Umgang mit digitalen Geräten, sondern zugespitzt auf ein ganz bestimmtes System. Und das macht es dann schwierig, davon wieder loszukommen. Sollen wir lieber sein lassen oder gibt es realistische Schritte, die gemacht werden können? Natürlich sollte nicht die Digitalisierung sein gelassen werden, ist ja klar. Also die ganze Welt digitalisiert sich und natürlich muss das Bildungssystem mitziehen. Nein, es geht aber darum, mit Köpfchen daran zu gehen, mit einem Konzept daran zu gehen, sich zu überlegen, muss wirklich alles immer digitalisiert werden oder sind unsere analogen Lösungen an manchen Stellen auch noch völlig in Ordnung? Es muss natürlich ein Backup-Plan sozusagen gestellt werden. Sollten wir mal wieder eine Pandemie haben, sollte es mal wieder absolut notwendig sein, Fernunterricht und digitale Bildung oder digitalen Unterricht machen zu müssen, dann muss es natürlich eine Möglichkeit geben, auf die man dann kurzfristig zurückgreifen kann. Trotzdem stellt sich die Frage, muss im Bildungsalltag, im Schulalltag immer alles digitalisiert werden und wenn ja, oder wenn man das einfach gerne möchte? Dann muss man sich überlegen, welche Wege man wählt, welche Programme, welche Geräte. Und da kann es dann zum Beispiel helfen, um nicht in solche Abhängigkeiten von großen Anbietern zu fallen, die dann eben günstige Angebote auch machen, dass man generell mit freien Formaten arbeitet, mit freien Inhalten. Dass man also Inhalte erstellt, die nicht nur auf einer Plattform funktionieren, sondern offene Formate haben. Dass dieses ganze Material, das für den Unterricht genutzt wird, eben auf verschiedenen Plattformen auch eingesetzt werden kann, und man nicht am Ende an eine gebunden ist. Und was ganz wichtig ist, um irgendwie den Fuß zu fassen in dieser Digitalisierung von Schulen, ist, dass IT-Kräfte eingesetzt werden. Das ist ein massives Problem. Bevor wir dahingehen, das ist ein ganz wichtiger Punkt, möchte ich klären, wenn du von freien Formaten sprichst, sprichst du von Open Source Software zum Beispiel oder Open Educational Resources, bin ich richtig? Genau, das ist auf der Seite der Software, spreche ich genau davon, von freier Software und bei dem Material von Open Educational Resources. Und da eben auch diese Formate, also dass man zum Beispiel nicht die Microsoft Office Doc Version benutzt, sondern dass man beispielsweise LibreOffice einsetzt, also eine freie Software, mit dem ein freies Format erzeugt wird und das sich dann in andere Formate, in andere Plattformen einfügen lässt, damit man da an der Stelle dann nicht wieder zu … Kompatibilitätsproblemen kommt, dadurch dass dann eben eine Doc-Datei, nur weil sie von Microsoft ist, woanders nicht richtig geöffnet werden kann oder sich das ganze Format dann wieder zerschießt. Und das sollte man von Anfang an mitdenken. Genau, weil du gesagt hast, einmal, dass man sich dran gewohnt an ein bestimmtes Angebot, ist es schwierig den Weg zu ändern. Und das möchte ich, weil es klingt tragisch und ist es auch, sicherlich, aber es gibt auch Ways Out, also Wege, die man tatsächlich wieder oder neu zu einem nachhaltigeren Weg führen. Ich bin so ein Optimist und ich denke, wenn Leute das wirklich wollen, schaffen sie das auch, aber oft fehlt wirklich an diese Orientierung, welche sind die Schritte, die ich brauche, welche sind die Schritte, die gemacht werden können, deswegen wäre es total hilfreich, denke ich, wenn du was dazu sagen könntest. Ja, ich bin an der Stelle auch relativ optimistisch, ich glaube einfach nur, dass es noch etwas länger dauert. Es ist nichts, was wir über Nacht erreichen werden, es wird auch nichts sein, was wir nächsten Monat oder nächstes Jahr erreichen werden. Aber grundsätzlich denke ich auch, alle haben die Möglichkeit, wenn sie sich jetzt auf den Weg machen und auch ihre Kräfte zusammen bündeln in der Sache, sich schlau machen, sich informieren, dass man noch umlenken kann. Man kann immer umlenken. Und eine Möglichkeit, um überhaupt eine Basis dafür zu schaffen, ist, Programme auszuwählen, wo zum Beispiel die Datenoperabilität sichergestellt ist, sodass Daten später auch exportiert werden können und in andere Programme eingespeist werden können. Weil wenn man etwas wechseln möchte, dann fragt man sich immer, ja, und was machen wir jetzt mit den Daten, die da drin sind? Da sind doch unsere ganzen Lehrmaterialien drin, da sind doch die ganzen Daten der Schülerinnen und Schüler drin. Wie kriegen wir das denn jetzt in das andere System? Also, wenn man das von Anfang an mitdenkt, dann ist eben später ein Wechsel auch einfacher. Dann sollte natürlich Kompetenz im gesamten System aufgebaut werden. Also... man braucht IT-Kräfte und man braucht regionale Support-Strukturen, dass man sich eben nicht erst mal, dass man nicht in den USA anrufen muss, weil man ein Software-Problem hat, sondern dass eben vielleicht zwei Orte weiter oder meinetwegen drei Orte weiter oder eben mit einer deutschen Telefon-Hotline, die schnell reagiert, verschiedene Probleme auch lösen kann und die Lehrkräfte müssen systematisch fortgebildet werden und nicht angepasst auf ein Produkt, dass sie nur mit Apple-Geräten umgehen können, dass sie nur mit Microsoft umgehen können, sondern ganz grundlegende digitale Kompetenzen müssen aufgebaut werden. Und auch das kann natürlich nicht über Nacht entstehen. Das muss wiederkehrend passieren. So muss aber die ganze Fläche an Lehrkräften fortgebildet werden und da darf dann aber auch nicht so etwas zählen wie, ach ich bin jetzt kurz vor der Rente, für mich lohnt sich das nicht mehr. Das kann dann nicht sein, es muss dann wirklich an alle herangetragen werden und digitale Bildung muss von allen in diesem System unterstützt werden. Ein weiterer Punkt ist eben, Geräte gehen ja auch kaputt und alle paar Jahre müssen neue Geräte angeschafft werden. Das ist jetzt auch schon der Fall, manchmal viel zu früh, sodass das Ganze überhaupt gar nicht nachhaltig ist, beispielsweise weil Betriebssysteme veralten und Geräte, diese nicht mehr auffangen können. Aber bei jedem Gerätezyklus, den man dann hat und das passiert alle paar Jahre, muss man ernsthaft über einen Wechsel nachdenken. Und dann sollte man nicht überrascht sein in dem Moment, ach, jetzt werden unsere Geräte bald wieder alt, jetzt fangen wir an, darüber nachzudenken, wie wir vielleicht die Geräte wechseln können, sondern das muss vorher passieren. Denn im Schulalltag ist es einfach so, dass man plötzlich keine Zeit hat. Das passiert dann alles wieder ganz plötzlich, so wie jedes Jahr ganz plötzlich Weihnachten vor der Tür steht, am 23.12. Große Überraschung. Und genauso ist das mit den Geräten. Die veralten, das weiß man, dass das irgendwann der Fall sein wird und da muss man vorbereitet sein und schon zumindest Überlegungen gemacht haben, was man denn stattdessen vielleicht nutzen kann und möchte. Und jetzt kommen wir darüber, du schon vorhin kurz gesprochen hast, eine Schule ist organisatorisch oft größer als viele Unternehmen, hat aber selten eine echte IT-Abteilung. Wo bricht dieses Modell in der Praxis am meisten und welche Formen von Unterstützung gibt es? Nicht zuletzt, wenn Schulen tatsächlich den Weg der freien Quellen und offenen Software gehen. Du hast gesagt, man muss dran denken, man muss Strukturen haben, man muss Kompetenzen haben. Aber es gibt aber keine IT-Abteilung. Du hast jetzt die Idee angegeben von einer Hotline oder anderen Formen des Support. Welche sind die zum Beispiel? Möchte man eine IT-Abteilung wirklich für eine Schule? Möchte man für einen ganzen Träger? Möchte man für eine ganze Stadt, für ein ganzes Bundesland? Also da gibt es, gut Bundesland wäre jetzt schon wieder zu hoch, aber da gibt es jetzt erstmal verschiedene Abstufungen für die interne IT. Und dann gäbe es aber die Möglichkeit, auf externen Support zurückzugreifen. Und das ist natürlich eine Kosten-Nutzen-Frage, weil externer Support kostet, aber interne IT-Administratorinnen kosten auch. Ganz persönlich bin ich der Meinung, dass Schulen sich eine interne IT-Abteilung aufbauen sollten, denn sie haben nun mal ganz viele Schülerinnen und Schüler und dementsprechend viele Geräte, die betreut werden müssen. Das kann mit einer externen Supportfirma nicht so gut funktionieren, wie das intern ist. Dann werden Probleme aus der Ferne gelöst, es wird Fernwartung gemacht und so weiter. Da ist es viel einfacher, wenn jemand auch mal vorbeikommen kann oder eben auch für einen kleineren Bereich, zum Beispiel nur für eine Schule, zuständig ist. Das muss man sich erstmal überlegen, wie möchte man das gestalten. Aber wenn es darum geht, auch freie Software aufzusetzen, das ist ja die kostengünstigste Variante, wenn man die selber aufsetzt, dann zahlt man vielleicht Hostinggebühren, kann sich aber selber darum kümmern. Dann braucht man auf jeden Fall die interne IT. Wenn man sich dafür entscheidet, Software zu nutzen, die woanders gehostet wird, dann kann man natürlich auch über externe Support-Verträge versuchen, das Ganze zu lösen. Mein Favorit wäre immer, die interne IT aufzubauen. Bei der Beratung, die Sie uns gegeben hatten, fand ich faszinierend das Beispiel von einem Netzwerk, eigentlich von Lehrkräften, die sich auch gegenseitig unterstützen. Also motivierte Menschen, die schauen, inwiefern sie nachhaltige, offene Lösungen für ihre Schule entwickeln und da auf eine Plattform einfach in Kontakt kommen und sich gegenseitig unterstützen. Mögen Sie was dazu sagen? Ja, wovon Sie sprechen, ist das Netzwerk Freie Schulsoftware. Da werden viele verschiedene Programme, freie Programme für Schulen aufgelistet, welche Möglichkeiten es gibt, verschiedene Tools für verschiedene Funktionen. Und da sind jeweils Personen angegeben, die diese Tools bereits in Schulen nutzen und auch bereit wären, Hilfestellung zu leisten. Und das ist ein großes Netzwerk geworden mit über 1000 Eintragungen von Lehrkräften, die da mitmachen und sagen, hey, wenn jemand eine Frage hat und sich nicht sicher ist, sollen wir beispielsweise das Video-Konferenz-Tool BigBlueButton an der Schule einsetzen, statt Zoom oder Microsoft Teams, nur als ein kleines Beispiel. Dann kann man sich eben an eine Reihe von Personen wenden und mal fragen, wie läuft das denn eigentlich bei euch an der Schule? Habt ihr damit Probleme? Was kostet das bei euch? Wer wartet das bei euch? Und da kann man sich dann einen kleinen Eindruck verschaffen. Die Personen, die da mitmachen und mithelfen, die haben auch alle angegeben, an welcher Schule sie sind oder in welchem Ort, in welchem Bundesland sie sind und das kann bei der Orientierung auch helfen. Das heißt also, wer sich da Unterstützung sucht, sollte natürlich am besten erstmal gucken, ist da jemand aus meinem Bundesland oder jemand bei mir in der Region, der das vielleicht schon einsetzt und dementsprechend auch mit den Bestimmungen vor Ort ein bisschen besser vertraut ist. Aber auch wenn es um ganz allgemeine Fragen geht, zum Beispiel, wie funktioniert diese Software, dieses Programm, wofür kann ich es einsetzen, wo gibt es Fallstricke, was funktioniert besonders gut damit, dann kann man sich natürlich an Menschen aus dem ganzen Land wenden. Denn diese Funktionen unterscheiden sich ja erstmal grundsätzlich nicht. Und so ist eben ein Netzwerk entstanden, dass, ja, wo Lehrkräfte anderen Lehrkräften helfen können, was eine ganz wundervolle Sache ist. Die Entscheidung, welche Software eingesetzt werden soll, liegt ja aber nicht bei den Lehrkräften. Die liegt bei den Schulleitungen und bei den Schulträgern oder beim Land, da gibt es eben verschiedene Abstufungen. Aber auch die haben natürlich die Möglichkeit, sich bei Lehrkräften zu informieren und mal nachzufragen, ihr benutzt das doch schon. Was gibt es da zu beachten? Was ist da besonders gut oder schlecht dran? Es müssen ja nicht nur Lehrkräfte anderen Lehrkräften helfen. Es dürfen ja auch Schulleitungen, diese Nummern wählen und diese Person per E-Mail kontaktieren. Ja super, das fand ich wichtig, das anzusprechen, weil es immer wichtig ist, wenn Menschen sich gegenseitig unterstützen mit ihrer eigenen Expertise. Und in die Richtung geht es aber auch in dem Medienkonzept, denke ich. Zumindest in meinem Vision davon. Also viele Länder verlangen ein Medienkonzept und was ist der Sinn dahinter und wie macht man daraus ein echtes Gemeinschaftsprojekt statt so eine PDF-Datei für die Schublade? Also der Sinn eines Medienkonzepts ist ganz klar, dass man didaktisch herantritt an digitale Bildung. Dass man also in dieses Medienkonzept nicht nur reinschreibt, welche Geräte möchten wir nutzen, sondern wofür nutzen wir sie, wie evaluieren wir das Ganze, wie stellen wir sicher, dass digitale Bildung gewährleistet wird. Wie stellen wir sicher, dass Datensicherheit gewährleistet wird? All solche Überlegungen gehören in ein Medienkonzept rein. Und auch die Überlegungen, wie gehen wir weiter damit um. Also gerade wenn Sie sagen, es soll kein PDF für die Schublade werden, kein Dokument für die Schublade, dann muss man sich überlegen, wie man das im besten im Jahresrhythmus wieder angeht und auch mal guckt ganz ehrlich, was ist denn nicht so gut gelaufen, was müssen wir vielleicht optimieren. Und das ist aber auch die Herausforderung, denn diese Medienkonzepte werden ja im Optimalfall von verschiedenen Stellen erstellt, das heißt die Schulleitung arbeitet mit daran, es arbeiten Lehrkräfte mit daran, vielleicht auch externe Beraterinnen und Berater. Also da sollten so viele interdisziplinäre Menschen wie möglich zusammenkommen, um aus verschiedenen Perspektiven eben zu gucken, wie der Einsatz von Medien an Schulen gestaltet werden kann. So, jetzt ist es aber, wenn man beispielsweise festlegt, dass man das einmal im Jahr sich anschaut, dann ist natürlich die Motivation auch nicht so groß, tatsächlich Fehler zu finden. Oder zu sagen, das hat nicht gut geklappt. Weil dann ist man ja selber wieder in Verantwortung, die ausbügeln zu müssen, sich was Neues zu überlegen, wieder neue Gesetze zu recherchieren, neue Bedingungen. Vielleicht muss man sogar irgendwie das ganze Einwilligungssystem, das an der Schule besteht, neu machen. Das kann ja passieren. Das kann ja eben bei dieser Testung, jährlichen Testung, rauskommen, dass es da eben Schwierigkeiten gibt. Und dann ist man natürlich auch zu geneigt zu sagen, hey, wir gucken uns dieses Medienkonzept an, gucken mal, wie es funktioniert hat und sagen, ja, passt schon. So, das heißt also, wenn man wirklich ein gutes Medienkonzept als Gemeinschaftsprojekt haben will, dann braucht man eben die verschiedenen Menschen, die auch kritisch darauf gucken, die von außen darauf gucken und die sich eben nicht davor scheuen zu sagen, nee, das, was wir hier letztes Jahr erstellt haben, das war wirklich nicht gut und wir machen das jetzt nochmal neu, diese Bereitschaft muss eben da sein. Und da hilft es auch sehr, auf externe Expert:innen zurückzugreifen, die eben diese Sicht von außen auch haben und mal sagen können, hier ist beispielsweise noch Nachbesserungsbedarf. Und dann ist besonders, finde ich, wichtig, dass einerseits Datenschutz, andererseits Pädagogik, aber auch Verwaltung irgendwie zusammenpassen. Und deswegen ist die Frage, ob Sie dazu Anregungen haben. Also erst mal sind diese Dinge wirklich sehr getrennt voneinander zu betrachten und dann wiederum auch gemeinsam. Also um das mal zu erklären, die Verwaltung, die ist erstmal losgelöst von dem, was im Unterricht genutzt wird. Wenn sich die Schule in der Verwaltung digitalisieren möchte, dann hat das erstmal nichts mit den Tools im Unterricht zu tun. Ist aber beides genau gleich wichtig. Im Unterricht ist es dann sehr wichtig, auch den Schülerinnen und Schülern zu erklären, warum man Programme nutzt, wie man sie nutzt. Dass man also Medienkompetenz, digitale Bildung, Datenschutzsensibilität, dass man das alles zum Thema macht mit Jugendlichen, dass man das auch ins Curriculum mit einbaut. Da gibt es schon Ansätze, beispielsweise in NRW haben wir auch den Medienkompetenzrahmen NRW, der eine Vorgabe gibt, welche digitalen Kompetenzen in welchem Bereich vermittelt werden müssen oder wie sie auseinandergenommen werden können und aus diesem Bereich Medienkompetenz wieder in kleine Begrifflichkeiten zerlegt werden kann, sodass man kleine Häppchen in den Unterricht einbauen kann. Sowas muss dann eben zwingend passieren und sowas muss auch in einem Medienkonzept mitgedacht werden und die Verwaltung, wie gesagt, muss aber losgelöst betrachtet werden. Trotzdem genauso wichtig, weil da landen ja die ganzen, auch ganz viele Daten der Schülerinnen und Schüler und demografische Daten und alles Mögliche. Das sind aber wieder andere Personen, die sich damit befassen müssen. Und jetzt war Thema Datenschutz und das ist so einer der wichtigen Gründe, warum man nicht unbedingt zu proprietäre Software gehen sollte und dass heutzutage es wird immer mehr Menschen offensichtlich, wie wichtig das ist, dass man Kontrolle über die eigenen Daten hat bzw. zumindest sicher damit umgegangen ist und das also auch gewisse Regelungen respektiert werden. Aber trotzdem im Alltag viele erleben Datenschutz als Hürde, ist es auch. Regeln wirken auch je nach Bundesland unterschiedlich und ändern sich gefühlt ständig und das ist auch eine weitere Herausforderung. Aber deswegen finde ich total wichtig mal wieder reinzuschauen, warum ist Datenschutz in Unterricht trotzdem zentral. Es ist sehr zentral, Datenschutz zu vermitteln und dafür zu sensibilisieren, weil man sich vor Augen halten muss, dass nichts mehr weniger digital wird in Zukunft. Es wird alles immer digitaler und Daten sind eben ein Währungsmittel geworden, schon längst. Und das wird nur immer intensiver. Das heißt also, das ist eine Ebene, die man bedenken muss, was kann eigentlich, also was sind meine Daten wert, einmal monetär gesehen, aber auch auf ethischer Weise, was kann eigentlich über mich erfahren werden durch die kleinen Daten, die ich hier und da und dort angebe? Wie kann das zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden und wie können diese Daten missbraucht werden? Und deswegen ist es auch für viele wenig greifbar, weil wenn Daten missbraucht werden oder wenn ich jetzt Daten irgendwo angebe, dann passiert mir in diesem Moment noch nichts. Ich habe dadurch jetzt in diesem Moment noch keinen Schaden. Aber es ist eben wichtig zu vermitteln, welche Schäden dadurch passieren können, wo diese Daten hinfließen können, was damit gemacht werden kann. Und das ist etwas, das von klein auf vermittelt werden muss, nicht nur den Schülerinnen und Schülern, sondern auch den Lehrkräften, den Schulleitungen, damit einfach ein Bewusstsein dafür entsteht, wo digitale Souveränität anfängt und wie wichtig das eben ist. Und da sehe ich aber auch ganz klar die Politik in der Verantwortung, einfach digital souveräne Systeme mehr zu pushen, mehr auf den Weg zu bringen, mehr sichtbarer zu machen, damit man sich später gar nicht mehr die Frage stellen muss, möchte ich das, sondern die Frage nur noch, wie setzen wir das um? Ja und wie setzen wir das so um, dass es auch tatsächlich im Alltag möglich ist und leicht gemacht wird? Daher auch würde ich meine Frage anschließen, was sind Ihre top drei Tipps, damit Schulen datenschutzkonforme Tools finden und einsetzen können? Das wichtigste ist nach Funktionen zu gucken. Also es gibt zum Beispiel keine, ich könnte jetzt keine Tools empfehlen, keine top drei Tools, denn die Frage ist, was braucht die Schule? Worum geht es? Wollen die miteinander kommunizieren? Wollen die miteinander zusammen schreiben? Wollen die miteinander sprechen? Wollen die sich sehen können? Wollen die Dateien austauschen? Da muss einfach erstmal die Funktion geklärt werden. Es müssen erst pädagogische Ziele festgelegt werden, dann kommt die Funktion und dann kommt das Tool sozusagen. Und wichtig ist auch, wenn man sich dann für ein Programm festgelegt hat, entschieden hat, das Ganze in den Systemeinstellungen auch mitzutragen. Also da auch Datenschutzeinstellungen vorzunehmen und diese immer wieder zu evaluieren. Denn es kann mal sein, dass ein Häkchen gefehlt hat. Und schon hat man vielleicht das allerbeste Tool sich ausgesucht. Aber wenn man da eben erlaubt, die Daten der Schüler:innen für KI-Training zu verwenden, jetzt nur ein Beispiel, dann verliert man wieder die Kontrolle darüber. Und genau solche Einstellungsmöglichkeiten sind oft sehr tief versteckt in den Systemen. Das heißt, man muss mit diesem Bewusstsein daran gehen, dass eben die Systeme und die Programme nicht immer bestmöglich eingestellt sind, sondern dass man da selber noch Hand anlegen muss. Also die Tipps sind eigentlich Didaktik vor Technik. Man sollte geprüfte Plattformen verwenden, die schon von Expert:innen angeschaut wurden und auf europäischen Servern sind und eben DSGVO-konform sind und all diese Aspekte und Privacy by Default. Also die Privatsphäre-Einstellung möglichst datensparsam einstellen. Und das Gute auch hier, dass es auch so Plattformen gibt, die solche Tools zum Beispiel empfehlen. Ich weiß nicht, ob Sie dazu auch was sagen wollen? Ja, es gibt eigentlich für jede proprietäre Software ein entsprechendes freies Tool. Es gibt eine Internetseite, die heißt FindMyTool. Da können sich Lehrkräfte umsehen. Es gibt das Netzwerk Freie Schulsoftware, das damals von Digitalcourage gegründet wurde. Da kann man sich umsehen, weil einfach eine große Liste an Möglichkeiten dort schon gegeben ist. Und es gibt auch, die ist allerdings englischsprachig, beispielsweise die Website switching.software, wo man auch für alle möglichen proprietären Programme eine entsprechend freie Alternative findet. Und es gibt immer wieder kleinere Sammlungen auch im Netz, wo solche Listen zur Verfügung gestellt werden. Aber das sind so die drei Größten, die mir im Moment einfallen, wo man mal gucken kann, was gibt es da eigentlich an Bandbreite. Super, die tun wir in den Show Notes. Dann würde ich jetzt langsam zum Schluss kommen und daher hier die Bitte: Wenn Sie drei konkrete Wünsche frei hätten, was sollten Lehrkräfte beziehungsweise Schulleitungen beziehungsweise Politik oder auch Schulträger ab morgen anders machen, damit digitale Bildung datenschutzfreundlich und nachhaltig gelingt. Ja, es ist erst mal eine große Frage. Ja, Lehrkräfte, Schulleitung und Politik. Also, ich würde sagen, Lehrkräfte sollten sich sofort ab morgen ernsthaft mit dem Thema Datenschutz beschäftigen. Denn sie sind diejenigen, die am Ende mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten, die mit diesen Programmen auch zusammenarbeiten und mit ernsthaft beschäftigen, meine ich, mindestens mal eine Wochenendfortbildung dazu zu machen. Einfach eine Einführung ins Thema Datenschutz, um mal die grundlegenden Vor- und Nachteile, die grundlegenden Gesetze einmal gebündelt mitzukriegen. Dass man einfach weiß, woran man ist, worüber man spricht, was die Basis ist, warum wir das Ganze tun. Um das auch zu entschärfen, weil so kompliziert ist Datenschutz eigentlich gar nicht, wenn man sich wirklich auf die Basics beruft. Wenn man wirklich im Hinterkopf hat, es geht um die informationelle Selbstbestimmung, es geht um den Schutz der eigenen Daten, warum machen wir das Ganze, dann sind die ganzen Bestimmungen, die ganzen Gesetze, die dahinter als Rattenschwanz kommen, gar nicht mehr so kompliziert. Wenn man einfach guckt, worum geht es eigentlich im Kern. Also das sollten Lehrkräfte ab morgen einmal tun. Das wäre so mein Wunsch. Bei Schulleitungen wäre wichtig, IT-Abteilungen einzurichten. Oder Menschen mit IT-Aufgaben zu betreuen, aber im professionellen Rahmen, also dass nicht Lehrkräfte nebenbei sich auch noch um die IT kümmern müssen, dazu haben die gar keine Zeit. Es gibt so viele Herausforderungen im Schulsystem, so viele Themen, die bearbeitet werden müssen, auch ganz andere gesellschaftliche Herausforderungen und strukturelle Herausforderungen, die das Schulsystem treffen. Also da sollten Schulleitungen eben versuchen, auch die einzelnen Lehrkräfte und sich selbst damit zu entlasten, indem sie professionelle Leute einstellen. Das heißt, da wäre die Aufgabe zu gucken, wo kriegt man die Gelder her und wie kann man das einmitten. Das ist auch natürlich bei jeder Schule und in jedem Bundesland ganz anders. Aber da muss man sich auf den Weg machen und das mal eruieren. Und an die Politik hätte ich den Wunsch, digitale Souveränität voranzubringen, sich von den großen Plattformen zu lösen, eigene Konzepte zu entwickeln, eigene freie Software zu entwickeln. Das wird schon anvisiert. Es ist nicht so, dass wir da bei null sind. Aber es fehlt noch ein bisschen der Nachdruck und ich finde es tatsächlich ein wenig unglaubwürdig, wenn Politikerinnen und Politiker sagen, sie pushen digitale Souveränität, sie wollen freie Software voranbringen, aber dann wiederum mit Microsoft beispielsweise die großen gigantischen Verträge und Deals abschließen. Da fehlt einfach ein bisschen die Glaubwürdigkeit und da müsste mehr in Richtung Unabhängigkeit, Unabhängigkeit von den digitalen Monopolen passieren. Aus ganz verschiedenen Gründen. Das betrifft nicht nur die digitale Bildung, das betrifft ja die gesamte Wirtschaft, die gesamte Globalisierung. Also da ist noch viel zu tun. Also der Wunsch an die Politik, sich da besser auf den Weg zu machen und vor allem ehrlicher, authentischer auf den Weg zu machen, als es bisher der Fall ist. Ja, besten Dank. Deswegen fand ich wichtig, so ein Podcast-Episode zu dem Thema zu machen. Ich denke, Sie haben wunderbar gezeigt, wie wichtig das ist und wie die verschiedenen Akteur:innen in den verschiedenen Positionen handeln können. Daher einen herzlichen Dank an Sie, Jessica Wawrzyniak, dafür, dass Sie da waren. Ich bedanke mich auch. Und vielen Dank auch an alle Zuhörenden. Gerne können Sie sich auch die Educasts anschauen, sowie die interaktiven Lerneinheiten. Diese sind auf der EU-E-Learning-Plattform KIDS4ALLL zugänglich. Wenn Sie mehr über ReDICo erfahren möchten, besuchen Sie gerne unsere Webseite redico.eu oder folgen Sie uns auf YouTube, LinkedIn, Blue Sky oder Mastodon. Eine weitere Möglichkeit der Vernetzung stellt das ReDICo Hub, die Plattform für alle, die sich für die Themen unseres Podcasts sowie daran angrenzende Themen interessieren. Natürlich eine nicht-proprietäre Plattform, sondern öffentlich finanziert. Ich bedanke mich also bei allen und ich wünsche Ihnen einen schönen Tag oder Abend noch.

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