Schmerzenssache – wenn chronische Schmerzen den letzten Nerv rauben

Jürgen Krauß

Ich bin ein otrovertierter Leuchtturm mit Löffel! [S5E1]

19.09.2026 31 min

Zusammenfassung & Show Notes

Ich brauche mal kurz deine Aufmerksamkeit: Ich bin Jürgen und ich mache die Schmerzenssache seit mehr als 7 Jahren. Sie war und ist ein absolutes Leidenschaftsprojekt. Da ich aber – wie du als Chronie vermutlich schon weißt – 2025 aus gesundheitlichen Gründen meinen Job aufgeben musste und mich nun als Selbstständiger durchschlage, muss ich Projekte wie dieses oft gegen bezahlte Kundenaufträge abwägen. Ich will die Schmerzenssache weiterhin und auch weiterhin kostenfrei anbieten; dazu aber muss sie zukünftig einen Teil zum Lebensunterhalt von mir und meiner Familie beitragen. Dafür brauche ich deinen Support – ob direkt finanziell via Steady, als Podcast- oder Newsletter-Abonnent, als Rezensent in den üblichen Podcastverzeichnissen ... 

Vielen Dank für dein Verständnis! You're awesome! 👍⭐🎆 

Und jetzt weiter zur Episode:

Ich bin ein otrovertierter Leuchtturm mit Löffel! [S5E1]

Hi, ich bin Jürgen und ich bin seit mehr als 20 Jahren chronischer Schmerzpatient. Die Schmerzenssache ist mein Podcast über mein Leben. Keine Ratschläge, keine Weisheiten – 100 % echt aus dem Alltag eines Schmerzpatienten.

Was hat es mit dem Löffel auf meinem Arm auf sich? Und was hat er mit dem Motorradhandschuh zu tun? Wieso tut es weh, wenn wir jemanden nicht beim Ballspiel mitmachen lassen? Diese und mehr Fragen wollen wir in dieser Episode über Erkennungszeichen, Anschluss und Zugehörigkeit klären. Viel Spaß!

Quellen

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Und hier das Video zur Folge: Youtube.


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⭐⭐⭐⭐⭐ – Bewertungen helfen mir und diesem Projekt, die Sichtbarkeit zu erhöhen und mehr Menschen in ähnlich herausfordernden Situationen zu erreichen. Nicht, weil ich glaube, dass ich ihnen helfen kann – aber zumindest möchte ich ihnen auf diesem Weg ein ganz, ganz herzliches „Ihr seid nicht allein“ über den Zaun werfen. 

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📜 Das Schmerzmanifest, das in diesem Podcast gelten soll:
  1. Schmerzen sind kein Tabuthema.
  2. Jede und jeder hat das Recht auf den eigenen Schmerz. Vergleichen ist verboten. Wir alle gehen mit Schmerz subjektiv um, das muss respektiert werden.
  3. Ich präsentiere keine Lösungen, nur Erfahrungen und Impulse.
  4. Schmerz definiert mich nicht als Persönlichkeit.

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Transkript

Hi, ich bin der Jürgen, das ist meine Schmerzenssache und ich freue mich, dass ihr mir die Treue gehalten habt, auch nach der Sommerpause. Und ich melde mich zurück in die fünfte Staffel. Herzlich willkommen im neuen Format. Herzlich willkommen in einem etwas neuen, aufgehübschten Format. Und bevor ich mit der eigentlichen Folge loslege, ein bisschen Hausmeisterei, ein kleiner Schwank aus meinem Leben. Ich war sehr fleißig in den letzten Wochen. Ich habe ganz, ganz viel geschrieben. Das Buch, das ich aus diesem Podcast heraus schreibe, das hat jetzt einen Titel. Der wird heute eingeloggt. Der wird heute dingfest gemacht. Dann wird er angemeldet. Und sobald er angemeldet ist, werde ich ihn verraten. Bis dahin müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden. Auch das Schreiben dauert noch ein bisschen. Ich habe jetzt vielleicht, naja, ich habe jetzt so einen Meilenstein kurz vor der Nase. Ich habe einmal alles niedergeschrieben und jetzt muss ich dann durchjäten, schleifen. Ich muss mich mit meiner Verlegerin auseinandersetzen. Schöne Grüße. Ich muss mit dem Lektor mich auseinandersetzen. Auch schöne Grüße. Und dann kommt da hoffentlich ein spannendes Ding dabei raus. Und ich hoffe, dass ihr das alle, ja, ich hoffe, dass ihr das alle lesen wollt und dass ihr das lesen werdet. Und wenn ihr da Bock drauf habt, dann am besten machen wir es so. Ich habe eine Steady-Seite. Steady ist eine Plattform, auf der man ganz easy und unkompliziert unabhängige Medienschaffende, und da würde ich mich jetzt einfach mal dazuzählen, unterstützen kann. Ihr könnt mir da folgen, das heißt, ihr kriegt dann einen regelmäßigen Newsletter von mir. Alle zwei Wochen kommt das Wunschschreiben, immer abwechselnd mit den Podcast-Episoden, das ist soweit der Plan. Und da halte ich euch so ein bisschen auf dem Laufenden, was bei mir gerade los ist, was in meinem Kopf gerade los ist, was in meinem Rücken gerade los ist. Was in meinem Buch gerade los ist, was sonst noch ansteht. Da kriegt ihr wahrscheinlich so die tagesaktuellsten Neuigkeiten rund um die Schmerzensache mit. Und da werdet ihr sicher dann auch erfahren, wenn das Buch soweit ist, wenn man das Buch vielleicht auch mal irgendwann vorbestellen kann. Und ich lasse mir auf jeden Fall auch noch was einfallen für die Leute, die mir jetzt dann schon Monate vorher folgen, um sich für mein Buchprojekt zu interessieren, dass die, wenn die möchten, vielleicht dann sich zum Start ein Buch mit Widmung oder eins mit Autogramm oder dass man, ich weiß nicht, vielleicht mal guckt, ob es in der Nähe dann eine Lesung geben kann oder so. Also für die lasse ich mir auf jeden Fall irgendwas einfallen, weil ich mich da ganz herzlich natürlich dafür bedanken will. Und ich weiß schon, dass ein, zwei, drei von euch da auf jeden Fall ganz neujährig sind und da dabei sind. Und gerade für die freut es mich ganz besonders, wenn ich dann denen auch einen ganz persönlichen Dank mit in so ein Buch schreiben darf. Genau, also folgt mir auf Steady. Das kostet erstmal nichts. Ihr könnt euch dort aber auch entschließen, mich zu unterstützen. Da gibt es jetzt nicht wahnsinnig viel als Gegenleistung, weil mir ist wichtig, dass es die Schmerzenssache kostenfrei und uneingeschränkt für alle immer gibt. Von daher finde ich es blöd, dann irgendwie Inhalte zu machen, die vielleicht hinter einer Paywall sind oder die nur zahlenden Mitgliedern zur Verfügung stehen. Das möchte ich gerne vermeiden. Von daher, wenn ihr mir Geld geben möchtet, wenn ihr euch das leisten könnt, wenn ihr euch das wirklich auch leisten wollt, dann macht das. Kein Zwang, kein Druck. Und es gibt dann vielleicht schon mal ein kleines Goodie hier und da oder ich melde mich mal bei euch. Aber es gibt jetzt nicht die große Gegenleistung. Aber das läuft alles ganz easy über Steady. Ihr könnt mich alternativ auch über podmerch.de unterstützen. Das ist mein eigener Merchandise-Shop. Da versuche ich möglichst viele coole, unabhängige Podcasts zusammenzukriegen, und für die oder mit denen zusammen Merch zu ihren Podcasts zu verkaufen. T-Shirts, Hoodies, da gibt es kleine Leinwände, da gibt es Tassen. Also alles, was man so braucht, um seine Liebe zu einem Podcast auf der Brust zu tragen oder auf dem Kopf oder woanders. Ähm, also da könnt ihr mir auch gerne, da könnt ihr mich gerne unterstützen und vor allem freue ich mich wie ein Schnitzel, wenn jemand so ein Shirt von meinem Podcast trägt oder ein, ein, ähm, ich hab da schöne, ähm. Beschissen, danke der Nachfrage, Hoodies und Shirts, die finde ich auch ganz, ganz cool und wenn ihr uns sowas in der freien Wildbahn mir mal begegnet, also da werde ich euch auf jeden Fall dann auf mindestens ein Kalt- oder Warmgetränk eurer Wahl einladen, weil das finde ich tatsächlich ganz großartig. So, und es gibt noch einen Weg, wie ihr mich unterstützen könnt, den möchte ich nicht vergessen. Die Sichtbarkeit für so einen Podcast und Hörbarkeit ist für so einen Podcast wahnsinnig wichtig. Also wo auch immer ihr das gerade seht oder hört, lasst ein Like da, lasst ein Abo da, schreibt vielleicht einen Kommentar oder eine Bewertung. Das hilft mir wahnsinnig, damit ich mit der Schmerzensache noch mehr Leute erreichen kann. Schmerzpatienten fühlen sich oft sehr einsam und isoliert und da arbeite ich gerne, gerne dagegen an, das wisst ihr. Und umso besser funktioniert es, umso mehr Leute über die Schmerzenssache reden, die weiterempfehlen und mit dazu beitragen, dass das Ding ein bisschen sichtbarer, hörbarer wird. Also, so könnt ihr mir helfen. Das würde mich sehr ehren, das würde mich sehr freuen. Und dann kann ich weiter diese Inhalte für mich und für euch machen. Cool. So, können wir jetzt rein starten in das Thema für heute. Also ich habe für heute was dabei und zwar habe ich einen Löffel und einen Lederhandschuh. Könnt ihr euch mal überlegen, was die gemeinsam haben, was es damit auf sich hat, das erkläre ich gleich. Ich möchte aber anfangen mit einer Feststellung. Und zwar kennt ihr vielleicht auch so Menschen, die komplett alleine klarkommen, die komplett alleine ihr Leben auf die Kette kriegen, die einen super geregelten Tagesablauf haben, die, total ordentlich aufgeräumt, strukturiert sind, die alles im Griff haben, obwohl sie komplett alleine sind. Ich halte solche Menschen für Soziopathen. Ich glaube, das ist nicht die Art. Wie die Affen gewollt hätten, das für uns zu entwickeln. Also ich verstehe solche Menschen einfach nicht. Ich bin sehr weit weg von solchen Menschen. Ich funktioniere alleine überhaupt nicht. Und ich glaube, dass ich damit der Mehrheit angehöre. Also der Mensch ist ein soziales Wesen, da gibt es ganz viele wissenschaftliche Materialien dazu. Wir sind eine Spezies, die sich paart, die sich nur zusammen weiterentwickeln kann. Von daher glaube ich, dass wir nicht dazu gedacht sind, alleine zu sein. Und warum erzähle ich euch das? Naja, weil ich durch meine Arbeit mit euch, mit mir, mit diesen Inhalten, mit Schmerztherapien, mit dem Thema Schmerz, habe ich gelernt, dass ganz, ganz viele für sich alleine leiden. Also viele fühlen sich isoliert von ihrer Krankheit, durch ihre Krankheit. Die werden nicht verstanden von ihrer Umwelt. Chronischen Schmerz sieht man in der Regel nicht. Das heißt, die Leute werden oft nicht ganz ernst genommen im Arbeitsumfeld, im Familienumfeld, da wo man eigentlich sich darauf verlassen wollen würde, dass die Menschen hinter einem stehen und einen unterstützen und einem den Rücken stärken. Gerade da kommt es immer wieder vor, dass Leute sich vernachlässigt und nicht gesehen und nicht verstanden fühlen. Und es gibt einige wissenschaftliche Studien, da packe ich euch gerne ein paar Links in die Shownotes, aber es gibt einige wissenschaftliche Studien, die zeigen. Dass soziale Isolation oder Ausgrenzung die gleiche biologische Reaktion im Kopf, im Körper verursacht wie Schmerz. Also es läuft tatsächlich, das ist der Satz, den ich dazu gelesen habe, es läuft über die gleiche Hardware bei uns im Gehirn. Also die gleichen Neuronen, die gleichen Synapsen, die gleichen Leiterbahnen, die gleichen Rezeptoren. Also es ist das Gleiche. Also das haben die im MRT untersucht. Die gleichen Hirnregionen springen an. Also das ist untersucht, soziale Ausgrenzung hat eine ähnliche Auswirkung auf unseren Körper wie echter Schmerz, wie echtes Schmerzempfinden. Ich würde es hier nicht gleichsetzen. Ich würde nicht sagen, soziale Ausgrenzung ist gleich Schmerz. Aber soziale Ausgrenzung begünstigt sicherlich Schmerz, wenn es die gleichen Bereiche in unserem Kopf stimuliert. Sie haben auch tatsächlich mal einen Gegenversuch gemacht. Sie haben Leute mit Limeskummer Paracetamol verabreicht und auch da hat sich gezeigt, die Effekte wurden abgeschwächt durch die Schmerzmedikation und auch das zeigt, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen Gefühlslage, gerade in Bezug auf Beziehung, auf Menschen, auf unsere Umwelt und Schmerzen. Und das Fazit, das ich daraus ziehe, ist, Isolation ist ein immenser Faktor, wenn es um Schmerzempfinden geht. Und ich glaube, gerade chronisch Schmerzkranke, die da empfindlich sind, die leiden doppelt unter sozialer Ausgegrenztheit. Ausgegrenztheit, Ausgrenzbarkeit, Ausgrenzung. Unter sozialer Ausgrenzung. Also ich habe noch einen Haufen anderen Studien dazu. Also ihr merkt vielleicht, ich bin gerade tief im Recherchemodus. Da wird es auch ein ausführliches Kapitel in meinem Buch dazu geben. Ich habe da einiges noch zusammengetragen. Es gibt eine Studie aus Japan, die zeigt, dass Einsamkeit und Schmerz empfinden, dass das zusammenhängt. Es gibt Metastudien. Es gibt Studien, die untersucht haben, dass stabile soziale Beziehungen. Das Stablichkeitsrisiko senken. Also jemand in einer stabilen sozialen Beziehung hat eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit ins Alter, gemessen an einer Vergleichsgruppe. Also da hängt tatsächlich, da ist was dran. Das ist wissenschaftlich sehr gut untersucht. Den Roseto-Effekt gibt es noch. Den Roseto-Effekt, das ist so ein Aussiedlerdorf von Italienern in den USA. Und da haben die festgestellt, die trinken alle Rotwein wie blöd. Die rauchen, die arbeiten ganz viel. Die ernähren sich nicht besonders gesund und trotzdem werden die Menschen sehr, sehr alt und bleiben sehr lange sehr gesund. Und das haben sie untersucht, haben versucht herauszufinden, warum ist das so? Und das ist, weil die eine sehr, sehr starke, sehr, sehr enge Gemeinschaft haben. Also gerade Auswanderer in einem fremden Land neigen dazu, sich zusammenzutun. Nicht alle, aber es gibt immer so Anhäufungen. Und da haben die herausgefunden, dass gerade in diesem Dorf, in Roseto, deswegen heißt es auch der Roseto-Effekt, dass da das besonders ausgeprägt ist. Dass die besonders nah aneinander gerückt sind, sozial, und dass die trotz ungesunder Lebensweise sehr, sehr gesund waren. Witzig ist, als ich das dann, die haben dieses Dorf weiter untersucht, ich weiß nicht mehr genau, wann diese Studie war, aber das ist schon einige Dekaden her. Und sie haben dieses Dorf weiter im Auge behalten. Und je mehr sich die Einwohner, an den amerikanischen Standard-Lebensstil angepasst haben, desto mehr hat sich dieser Effekt abgeschwächt. Also desto ungesünder wurden die, desto eher sind die gestorben. Also das konnte man deutlich feststellen. Die haben das noch mehrere Jahre bis Jahrzehnte besucht, dieses Torf. Und haben so die Entwicklung über die Zeit beobachtet und festgestellt, also je mehr sich der Lebensstil und das Sozialverhalten und je mehr sich das an den amerikanischen Standard angleicht, desto weniger messbar waren da irgendwelche Effekte bezüglich der Gesundheit oder desto mehr sind die auch in den Normalbereich von Sterblichkeit und Krankheit und Gesundheit gerückt. Total spannende Studie, total spannender Effekt. Kann man sicherlich auch wieder ganz viel daran rumkritisieren wie in allen Studien, aber die Menge an Studien, die ich tatsächlich zu dem Effekt oder die ich rund um das Thema soziale Bindung, Stabilität gefunden habe, die ist schon ziemlich bemerkenswert. Und ich würde das gerne auch noch mit anekdotischer Evidenz anreichern. Ich glaube, wir können uns alle noch daran erinnern, als wir hier im Lockdown waren vor einigen Jahren und uns wirklich von außen und von außen nicht abgegrenzt haben. Jetzt habe ich noch das Glück, in einer Doppelhaushälfte zu wohnen. Ihr seht ein bisschen was davon, wo ich, mit drei weiteren großartigen Menschen zusammenleben durfte, also nicht allein war, nicht auf mich gestellt war und wo trotzdem aber jeder seinen eigenen Bereich hatte und man sich ein bisschen aus dem Weg gehen konnte mit einem eigenen Garten, mit einem Balkon. Also wir hatten eine sehr, sehr luxuriöse Lockdown-Situation und trotzdem haben wir gespürt, dass das was mit uns macht und wie wir uns von außen abgrenzen, wie das zu. Ich will nicht sagen depressiver Stimmung, aber wie wir einen Schritt in die Richtung depressiver Stimmung gemacht haben, alle innerlich, wie anstrengend das war. Und für manche Menschen ist das Dauerzustand und das darf man nicht vergessen. Und dass das Auswirkungen auf ein Schmerzempfinden haben kann, ist für mich mittlerweile super wahrscheinlich, super naheliegend. Und witzigerweise bin ich nach Corona ganz viel wieder rausgegangen, habe mich extra unter Menschen gewagt, bin ins Büro gefahren, auch wenn ich nicht gemusst hätte. Ich bin auf Veranstaltungen gegangen, die mich schon auch interessiert haben, aber wo ich mir sonst nicht die Mühe gemacht hätte, da hinzugehen. Und auf diesen ganzen Veranstaltungen... Ist mir eins ausgefallen, das ist jetzt so ein persönliches Ding. Früher war ich sehr extrovertiert, gerade so als ich Abitur gemacht habe, war ich ganz, ganz offen, bin auf jede Party, war immer ganz, ganz viel unterwegs, ganz viel mit Menschen. Und ich habe mich immer mehr zurückgezogen über die Jahre danach und ich habe immer gedacht, das liegt an meiner Krankheit. Und als ich jetzt unter Leute dann, als ich nach Corona wieder verstärkt unter Leute gegangen bin, ist mir aufgefallen, dass ich zwar die Nähe von Leuten suche und brauche und auf solche Veranstaltungen will und mich da, reinwerfen will, dass ich dann trotzdem über den Abend aber immer wieder mich so an den Rand, ja nicht gedrängt, aber an den Rand begeben habe, so ganz natürlich. Und irgendwann war ich immer in so ein bisschen dieser beobachtenden Rolle außen vor, habe gemerkt, dass es mich super anstrengt, mich wieder auf Leute, mich wieder rein zu begeben, mich auf Leute wieder einzulassen und habe dann oft auch so ein bisschen schnell die Flucht ergriffen. Und ich habe immer gedacht, das bin ich, weil ich Schmerzpatient bin, weil mir einfach die Energie ausgeht. Jetzt habe ich gelernt, es gibt auf der Skala zwischen Introvertiertheit und Extrovertiertheit gibt es auch die Otrovertiertheit. Das ist genau der Mittelpunkt zwischen Introvertiert und Extrovertiert. Und das sind Menschen, und da zähle ich mich, seit ich das Wort kenne, erzähle ich mich da hundert Prozent dazu. Otrovertierte sind Menschen, die zwar soziale Nähe suchen und brauchen und sich unter Leute begeben, die aber ganz oft dann auch sich da so ein bisschen an den Rand, stellen, andere in den Vortritt lassen, sich zwar auf Smalltalk einlassen, aber selten selber welchen initiieren, selber wenig aktiv dann auf Menschen zugehen. Aber trotzdem das Genießen in so einer Veranstaltung zu sein und, die einfach wahnsinnig viel Energie brauchen, um sich ganz darauf einzulassen, sich ganz viel mit Menschen einzulassen und seit ich gemerkt habe, hey, Moment mal, es gibt ganz andere da draußen, die genauso sind, die genauso ticken. Seitdem fühle ich mich verstanden, seitdem fühle ich mich der Gruppe zugehörig, und seitdem habe ich gemerkt, dass das etwas normal ist. Das ist eine Schublade, und wenn es eine Schublade gibt, dann muss es da mehr geben, dann ist das normal. Und das bin gar nicht ich der Schmerzkranke, das ist gar nicht meine Schmerzkrankheit, sondern ich bin introvertiert. Ich bin einfach so. Und andere sind auch so und das ist okay und das muss man zulassen. Und in dem Moment, wo ich es erkannt habe, habe ich angefangen, das zuzulassen. Und das war ein großer Meinstein für mich. Das war ein ganz großer Durchbruch. Hallo, ich bin Jürgen, ich bin otrovertiert. Und es gibt ganz viele Prominente, die auch otrovertiert sind. Einstein war otrovertiert, Frieda Kahlo war otrovertiert, Franz Kafka war otrovertiert. Also ja, alles ein bisschen crazy Typen, die vielleicht, vielleicht ist die automatierte Gruppe eine kleinere oder eine nicht so auffällige. Deswegen wirken die Leute so ein bisschen verrückt und nicht angepasst. Aber ich versichere euch, die sind normal. Die sind so normal wie, okay, vielleicht sind sie nicht normal, aber die sind auf jeden Fall ein Teil der Gesellschaft und die gibt es und die sind nicht normal. Kein Randphänomen. Es ist ein Randphänomen, aber kein Einzelfänomen. Ihr wisst, was ich meine und warum das wichtig ist. Also ich habe gemerkt, hey. Jetzt mal ganz platt gesagt, mal unter uns, ganz platt, wenn ich auf Veranstaltungen bin oder wenn ich neue Leute kennenlerne, ich tue mich super schwer, aus die Leute zuzugehen, die Leute anzusprechen, keine Ahnung, was da mit mir kaputt ist. Ich tue mich nicht so schwer, wenn jemand anders auf mich zukommt und Smalltalk mit mir macht, das kann ich, das ist gut, das funktioniert und meistens denke ich mir hinterher, oh, warum bin ich nicht zu ihm hin und habe ihn angesprochen. Also es ist eigentlich was Positives. Und ich habe aber gemerkt, dass da eine Barrikade in mir ist. Und deswegen habe ich einen Trick für mich entdeckt, den ich instinktiv, den mache ich schon ganz lang. Und ich habe das aber nie so ganz hinterfragt oder zugeordnet. Aber jetzt habe ich es verstanden. Und zwar... Ich habe schon mal die Worte hier benutzt, ich bin gern ein Leuchtturm. Ich bin gern der Leuchtturm für die Schmerzkrankheit. Weil wenn ich in einem Raum stehe und die Leute wissen, hey, das ist der Schmerzkranke, dann können die zu mir herkommen und können mit mir über Schmerzkrankheit reden. Und ich muss nicht durch einen Raum voll fremder Menschen gehen und sagen, hey, bist du zufällig auch schmerzkrank? Hey, hast du irgendwie Bock, mit mir über Schmerzkrankheit zu reden? Hey, geht es dir auch so beschissen heute wie mir? Also das ist eine ziemlich anstrengende Vorstellung. Wenn aber die Leute mein Branding kennen, wenn die Leute die Schmerzensache kennen, wenn die Leute wissen, ich bin ein Painfluencer, dann kommen die zu mir und reden mit mir über Schmerzen, über meine Situation, über ihre Situation. Sie öffnen sich. Also ich will dann ja gar nicht unbedingt über mich nur reden, aber ich mache den Leuten quasi ein Gesprächsangebot, ohne dass ich ihnen aktiv ein Gesprächsangebot mache. Und das ist was, das mache ich super gerne. Wie gesagt, ich habe mir das noch nie so richtig vor Augen geführt. Ich mache das auch als Podcaster. Also in der regionalen Bubble, in der ich unterwegs bin, bin ich der mit den Podcasts. Manchmal bin ich auch der mit den guten Texten. Das ist das, was mich dann besonders freut. Aber die Leute merken sich eher, hey, das ist der Typ mit den Podcasts. Und das ist okay. hey, deswegen kommen Leute zu mir und erzählen mir von ihren Podcast-Ideen, von ihren Podcast-Projekten, von Podcasts, die sie neulich gehört haben. Sie fragen mich, wie es gerade beim Podcasten läuft. Sie sagen mir, hey, dazu müsste man mal einen Podcast machen. Und ich habe ganz oft ganz spannende Gespräche, die mit irgendwas zum Thema Podcast beginnen. Und das ist cool. Also das ist ein Gesprächsangebot, das ich mache, ohne es aktiv zu machen. Einfach, weil ich mich zeige zu meinem Thema Podcast. Und man kann das auch so ein bisschen, ich werfe die Angel aus, kann man vielleicht so ein bisschen sagen. Und das ist super wichtig, weil das gibt es, wahrscheinlich gibt es das in jeder Subkultur, in jeder Gruppe, gibt es irgendwie was, mit dem man sich identifiziert, zu genau diesem Zweck. Es gibt Erkennungsmerkmale, es gibt Geheimzeichen, es gibt Geheimgruß, es gibt Symbole, es gibt Markenlogos. Gibt es ja auch zu genau solchen Zwecken, damit Leute sich gegenseitig in dieser Markenkleidung sehen und irgendwie eine Gemeinsamkeit spüren oder fühlen. Und das gibt es bei so vielen Dingen. Deswegen habe ich hier auch diese zwei Dinge. Fangen wir mal damit an, das ist mein Motorradhandschuh. Und ich weiß nicht, Motorradfahrer wissen das hundertprozentig, Nicht-Motorradfahrer wissen das vielleicht nicht, denen ist das vielleicht noch nie aufgefallen, aber, Als Motorradfahrer muss man sich nicht auf der Straße gegenseitig ein Erkennungszeichen geben, weil man erkennt sich. Wer auf dem Motorrad sitzt, gehört dazu. Und trotzdem, und das finde ich super wertschätzend und super cool, wann immer sich zwei Motorradfahrer auf der Straße begegnen, jeder auf seinem Motorrad in entgegengesetzten Richtungen und sich passieren, dann streckt jeder von den beiden die linke Hand aus, meistens so mit zwei Fingern. Und strecke die so seitlich vom Lenker weg. Manche strecken sie ein bisschen höher, manche strecken sie ein bisschen runter, manche machen die ganze Hand. Das bedeutet aber alles im Prinzip das Gleiche. Der Original-Gruß ist, soweit ich es weiß, hier so zwei Finger der linken Hand, ein bisschen unterhalb vom Lenker so rausgestreckt zur Fahrbahnmitte. Wenn man an einem anderen Motorrad vorbeikommt, ist einfach ein Zeichen von, hey, wir beide sind Teil der gleichen Gruppe und Bro, das respektiere ich, und schön, dass es dich gibt. Ja, also das ist vielleicht, die meisten machen sich nicht so viel Gedanken. Die meisten winken, ah, da kommt ein Motorradfahrer und. Cool ist an der Tankstelle oder am Rastplatz oder wo man dann vielleicht manchmal aufeinander trifft, da ist es dann auch wieder so, dass die Leute gar nicht so unbedingt einfach easy ins Gespräch kommen, obwohl sie der gleichen Gruppe angehören. Also es geht schon leichter, als wenn man da einfach nur so als Fußgänger vorbeiläuft, aber sich auf der Straße zu begegnen, fahrend und kurz grüßen, da sind sich alle kurz für einen Moment ganz, ganz nah und eins. Und es gibt wirklich nur ganz, ganz wenige, die das nicht machen. Manchmal macht man es nicht aus Sicherheitsgründen. Das respektiere ich total. Also nie die Hand vom Lenker nehmen, wenn es nicht absolut sicher ist. Aber manche machen es einfach nicht, weil sie das nicht gut finden oder nicht gewohnt sind oder wie auch immer. Und die gehören dann halt nicht zur Gruppe der coolen Motorradfahrenden. Ich mache natürlich auch Frauen, also es ist kein Männerding. Sorry, wenn ich jetzt nur die männliche Form verwendet habe. Natürlich ist das ein Ding unter den Motorradfahren, denn wenn man so eine Kombi und Helm und das alles anhat, dann kann man sowieso keinen Unterschied im Geschlecht erkennen. Und das ist auch gut so und richtig so. Und ich kenne auch keinen Motorradfahrer, keine Motorradfahrerin, die da irgendwie einen Unterschied machen würde. Sorry, wenn ich mich hier um Kopf und Kragen rede. Um Kopf, Kragen und meine Lederhandschuhe. So, das ist jetzt vielleicht nicht das beste Beispiel, weil Motorradfahrer, wie gesagt, sich sowieso erkennen, aber solche Symbole, solche Gesten, solche Ich-Gehöre-dazu-Elemente, das sind Anknüpfungspunkte. Und deswegen habe ich jetzt auch diesen Löffel dabei. Der Löffel ist nämlich ein Symbol, das mal eine amerikanische Schmerzkranke in ihrem Blog als Bild verwendet hat. Also ich habe das schon mal als Eimermetapher gehört, gelernt und auch schon erzählt, oft genug. Es ist aber mit den Löffeln das Gleiche. Die Idee ist, dass jeder Mensch für jeden Tag nur eine begrenzte Anzahl an Löffeln zur Verfügung hat. Und alles, was du tust an dem Tag, kostet dich Löffel. Also das morgens aufstehen und einen Kaffee ziehen, vielleicht einen Löffel, was relativ einfach ist. Jetzt ist acht Stunden zur Arbeit gehen, vielleicht das Äquivalent von 50 Löffeln. Also man kann schon relativ viele von diesen Löffeln haben und gerade als gesunder Mensch hat man eigentlich eine fast unendliche, also für den Alltagsgebrauch fast unendliche Zahl von Löffeln zur Verfügung. Als Schmerzpatient aber ist diese Zahl sehr begrenzt. Also ich würde sagen, wenn 8 Stunden arbeiten 50 Löffel kostet, dann bin ich vielleicht bei 35 Löffeln, die mir so für den Tag zur Verfügung stehen. Und ihr merkt schon, da geht irgendwas nicht auf. Und das ist genau. Unser Problem. Als Schmerzkranke haben wir das Gefühl, dass das Leben einfach nicht genug Löffel für uns bereithält. Und das ist wirklich, das ist das, was mich an dieser Scheiß Schmerzkrankheit am meisten stört. Es sind nicht die Schmerzen, es sind nicht die Tage, an denen ich gar nichts auf die Kette kriege. Es ist so der Standardtag, der einfach nicht genug, also Stunden hat er vielleicht schon genug, aber nicht genug Stunden hat, in denen ich was machen kann. In denen ich, ich habe Bock, was zu reißen, Bock, was produktiv zu sein. Und die Löffel reichen, die Scheißlöffel reichen einfach nicht. So, jetzt finde ich das mit dem Löffel so ein bisschen ein Problem. Denn also erstens haben ganz viele Leute ganz oft einen Löffel in der Hand und deswegen ist es ein scheiß Erkennungszeichen. Jetzt gehe ich mal, keine Ahnung, gehe ich mal zum Essen in ein Restaurant und versuche da mal andere Schmerzkranke zu erkennen, anhand ihrer Löffel keine Chance. Und im Deutschen ist natürlich der Löffel abgeben, ist was, was sehr, sehr negativ konnotiert ist und gerade in Bezug auf die Krankheit ein Minenfeld ist, wo ich sehr, sehr, sehr aufpassen würde. Von daher gefallen mir die Eimer als Bild besser. Aber ich erkenne natürlich an, es gibt eine Bewegung. Es gibt die Spoonies. Also das ist tatsächlich im internationalen Sprachgebrauch kennt man das vielleicht sogar noch mehr als mit den Löffeln. Also von daher sind die Spoonies so eine schmerzkranken Community. Und denen wollte ich mich unbedingt zugehörig fühlen, ohne immer einen Löffel dabei zu haben. Und deswegen habe ich jetzt immer einen Löffel dabei. So, jetzt ist natürlich scheiße für die, die das nicht mit Video sehen, aber ich hatte gerade meinen relativ frisch tätowierten Unterarm in die Kamera, auf dem ein vielleicht, sagen wir mal, 5 cm großer Löffel ist. Und das Schöne ist, den Löffel kann ich nie abgeben. Den habe ich nämlich immer dabei. Deswegen habe ich mir den dann stechen lassen lieber, als ihn in der Hand zu halten. Das fand ich viel besser. Und deswegen fühle ich mich jetzt, also habe ich mich vorher auch, aber jetzt bin ich sichtbar der Spoonie-Community zugeordnet. Und wenn mich jemand trifft irgendwo und diesen Löffel sieht und, das Bedürfnis hat, über eine eigene Schmerzkrankheit zu reden, dann würde ich mich mega freuen, wenn er auf mich zukommt und sagt, hey, du hast doch diesen Löffel auf dem Arm, bedeutet das, was ich denke, dass er bedeutet und dann mit mir darüber redet. Mega. Wenn das funktioniert, dann... Lasse ich mir da noch eine Gabel, noch einen größeren Löffel? Ich weiß es nicht. Aber dann mache ich irgendwas Cooles. Also dann werde ich es auf jeden Fall euch erzählen. So, das mache ich. Wenn mich da jemand anspricht, ich werde es auf jeden Fall hier erzählen, weil das finde ich wirklich mega cool. Vielleicht, und jetzt denke ich gerade so drüber nach und wenn ich es jetzt ausspreche, ist es blöd, weil dann muss ich es machen. Vielleicht werde ich bis zur nächsten Episode in meinen T-Shirt-Shop ein Löffel-T-Shirt einstellen. Schreibt mir mal eine Mail, ob ich sowas gut fände. Dann mache ich es. Ich hätte Bock auf ein Löffelt-T-Shirt oder eine ganze Kollektion an Löffelt-T-Shirts. Ich habe da glaube ich so, ich glaube ich habe da ein paar Ideen. Okay. Das ist jetzt aber halt nur so ein bisschen, das ist so das, ja, der Aktivismus des kleinen Mannes. Ja, ich leiste hier vielleicht für Einzelpersonen, ein Gesprächsangebot und das ist cool und wichtig und wenn ihr so was, wenn ihr das Bedürfnis habt, so was zu machen, dann macht es. Es gibt auch noch ganz andere Zeichen, von denen ich jetzt auch erst erfahren habe, zum Beispiel das Das grüne Larnyard, also das ist so ein Schlüsselband, das man sich um den Hals hängen kann mit Sonnenblumen drauf, das ist quasi auch das Zeichen für eine unsichtbare Behinderung. Also wenn ihr so jemanden irgendwo seht, am Bahnhof, am Flughafen, mit Taschen, beim Einkaufen, keine Ahnung, dann dürft ihr da gerne mal hingehen und fragen, ob ihr der Person helfen könnt. Weil das sichtbare Zeichen des Larnjards ist an sich schon ein Gesprächsaufforderung oder ein, ich will nicht sagen ein Hilferuf, aber zumindest ein, hey, nehmt mal Rücksicht auf mich und dann ist es wahrscheinlich auch nicht falsch, so eine Person mal anzusprechen und zu fragen, ob man irgendwie ihr das Leben erleichtern kann. Und ich habe fest vor, jetzt mehr auf solche Dinge zu achten. So, aber das ist so der Aktivismus des kleinen Mannes und das ist natürlich, erreiche ich nicht wahnsinnig viele, zumal ich kaum aus dem Haus gehe. Nein, das stimmt nicht, aber nicht mehr so viel wie früher. Und deswegen ist es auch ganz wichtig, dass es professionelle Angebote gibt, für Leute, die eben, ich meine, es ist jetzt nicht praktikabel, wenn man dringenden Redebetarf hat, vielleicht in einer psychischen Krise ist aufgrund seiner Schmerzerkrankung, dann aus dem Haus zu gehen und noch jemanden mit einem Löffeltattoo zu suchen. Das wird wahrscheinlich nicht so gut funktionieren, aber es gibt einen Haufen, Telefonnummern, Internetadressen, die man anrufen kann. Und ganz wichtig, es gibt dann auch so Selbsthilfevereine wie Schmerzlos e.V.. In denen ich auch Mitglied bin, die jetzt leider in meiner Region keine aktive Selbsthilfegruppe haben, aber die in ganz, ganz vielen Städten Deutschlands, aktive Selbsthilfegruppen betreuen und mit denen ich auch zusammen an einem coolen Projekt arbeiten werde, dass wir in Zukunft auch uns virtuell etwas besser austauschen können. Und vielleicht wird es dann auch irgendwann eine Online-Selbsthilfe-Gruppe geben. Das hängt ein bisschen von den Mitgliederzahlen ab des Vereins, habe ich mir sagen lassen. Von daher mache ich gerne jetzt ein bisschen Werbung, für die super Menschen, die dort sich einbringen. Denn es sind ganz herzliche Leute, es ist ein ganz toller Verein. Es ist ganz, ganz wichtig, dass es sowas gibt. Und ich bin sicher, das gibt es auch für andere Krankheiten, da kenne ich es nur nicht. Aber die machen sicherlich nicht weniger gute Arbeit. Aber ich möchte jetzt hier explizit mal ein großes Shoutout zum Schmerzlos e.V. Also Heike, die Vorsitzende, ganz, ganz tolle Frau, hatten wir hier auch schon im Podcast. Und das wird auch nicht das letzte Mal sein, dass ich mit Heike zu tun habe und über Heike rede. Also ich bin großer Fan vom Verein und ihrer Arbeit. Schaut euch das an, wenn ihr betroffen seid. Das ist, ich glaube, 30 Euro im Jahr. Also das kann man sich leisten, auch wenn man sich sonst wenig leisten kann. Also ich will euch ja keine Ratschläge erteilen, aber vielleicht, wenn ihr euch was mitnehmen wollen würdet, Würde ich vorschlagen, nehmt euch mit, es ist wahnsinnig anstrengend, wenn man sein Leben lang oder auch nur eine Zeit seines Lebens, einen Teil seines Lebens mit Suchen verbringt. Also das Gefühl irgendwie…. Noch was finden zu müssen, nicht dazu zu passen, nach was anderem zu suchen, das ist wahnsinnig anstrengend, das kostet wahnsinnig viel Kraft und Energie. Und vielleicht ist es leichter, wenn man einfach ein Angebot macht, sich finden zu lassen. Und das hat mein Leben, also wie gesagt, ich habe das lange schon instinktiv gemacht, aber seit ich es wirklich bewusst mache, hat es mein Leben nochmal komplett verändert. Ich bin viel entspannter, das ist viel, viel leichter geworden und ja, jetzt habe ich halt auch einen Löffel auf dem Mutterarm. Von daher greife ich gerne nochmal das Bild auf. Ich will weiterhin ein Leuchtturm sein, aber jetzt bin ich halt ein Leuchtturm mit einem Löffel. So, und damit schicke ich euch schmerzliche Grüße und wir hören und sehen uns hoffentlich in ungefähr zwei Wochen wieder. Macht's gut. Ciao.