So wird ein Land vom Internet getrennt
Irans Internetabschaltung und ein Blick auf Europa
15.01.2026 50 min
Zusammenfassung & Show Notes
Stellt euch vor, morgen wäre auf einmal das Internet weg. Und zwar nicht nur für euch, sondern im ganzen Land. Genau das passiert gerade im Iran, weil das Regime dort eine Kommunikation nach innen und nach außen verhindern will. Wir blicken technisch auf die Abschaltung und gehen der Frage nach, ob das so auch in Europa möglich wäre.
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Transkript
Silicon Weekly, der Tech-Podcast mit den wichtigsten News der Woche.
Für dich eingeordnet von Elli, Stella und Caspar.
Hallo und herzlich willkommen zur zweiten Folge Silicon Weekly in diesem Jahr, 2026 und im Januar.
Ich bin wie immer nicht alleine, ich bin Elli und ich habe mitgebracht,
einmal mit blauem Pullover.
Haben wir nicht beide blauem Pullover, ich bin dunkelblau, Stella ist hellblau.
Ja, mit hellblauem Pullover.
Achso, okay, gut, dann bin ich nicht gemeint.
Und Caspar, es ist kein Pullover bei dir. Ich glaube, es ist ein Trikot. Es ist ein Hoodie.
Es ist ein Trikot-Hoodie.
Also, Moment, ich versuch's nochmal.
Von einem Football-Team.
Mit einem hellblauen Pullover und sehr speziellen Ansichten über Pullover und Trikots.
Es ist schwer zu erkennen, hier digital zugeschaltet. Hallo, ich bin Stella.
Hallo. Und was ist das für ein Hoodie-Trikot, Caspar?
Das ist ein Seattle Seahawks-Pulli und der sieht ein bisschen aus wie ein Trikot,
weil er nämlich riesige Nummern drauf hat und auch auf den Schultern.
Man sieht es dann nur, wenn ich mich so ein bisschen zur Seite und jetzt kriegt
ihr Raumklang von mir noch mit. Da ist nämlich dann der Kapuzen-Pulli dran.
Ihr merkt schon, wir sind zu dritt, wir sind einander wieder zugeschaltet,
auch wenn wir alle in Hannover sitzen, wo es mittlerweile nicht mehr ganz so
viel Schnee hat, sondern eher ein bisschen glatt ist. Seid ihr schon hingefallen?
Nee, ich bin jetzt aber froh, dass der Matsch so langsam weg ist.
Also gerade der Weg zur Bahn zu mir war jetzt, also zur Stadtbahn war jetzt
sehr ungeräumt und das hatte sich jetzt in so einem Schneematschrei grau-braun
verwandelt und das ist jetzt zum Glück langsam weg.
Ich liebe Schnee. Ich war rodeln. Ich war so rodeln, dass bei meinem Schlitten
eine Leiste gebrochen ist. Es hat sich gelohnt. Es war ein Fest.
Und ja, natürlich, das mit dem Matsch, es sieht jetzt auch nicht mehr so schön
aus. Aber wenn man die Möglichkeit hat, rodeln zu gehen, das war schon klasse.
Ja, ich war ein bisschen perplex, wie schlecht Hannover, ich möchte jetzt nicht
sagen Niedersachsen, weil ich habe nur Hannover erlebt, wie schlecht Hannover mit Schnee klarkommt.
Aber ich habe auch einen Schneemann gebaut und so und habe das ausgekostet, dass da Schnee war.
Von daher, aber ich bin jetzt auch happy, wenn das wieder vorbei ist für jetzt erst mal.
Ja, und ähnlich wie der Zustand des Schnees hier ist auch ein bisschen die Weltlage
grau, nicht besonders ansehnlich.
Aber wir versuchen uns da mit euch jetzt durchzukämpfen in dieser Folge.
Haben ein paar Sachen mit dabei. es gibt einen Input, es gibt Updates und natürlich
die gute Nachricht am Ende,
Die auch einen sehr düsteren Einstieg hat. Aber trotzdem, wir machen das gemeinsam. Sie endet gut.
Am Ende wird alles gut.
Ich habe ein buntes Potpourri aus Updates mitgebracht.
Zwei sind von mir, eines ist nicht von mir. Wir starten mal rein mit diesem Blumenstrauß.
Update.
Ich habe euch was mitgebracht von ChatGPT.
Naja, du hast eine Ankündigung für uns eher mitgebracht. Also ausprobieren kann
ich es noch nicht. Was ist passiert?
Außer du, ich glaube so über irgendwie VPN und sowas könntest du wahrscheinlich ausprobieren.
Aber es hat sich was getan im Bereich KI und KI-Chatbots.
Und zwar nicht nur bei OpenAI, also bei ChatGPT, sondern auch noch bei Claude von Entropic.
Das sind eben Claude und ChatGPT, zwei Chatbots.
Und die Firmen dahinter, Entropic und OpenAI, die haben jetzt einen neuen Weg
eingeschlagen, so ein bisschen, und sagen, hey, wir legen einen neuen Fokuspunkt
auf das Thema Gesundheit.
So, warum sprechen wir nur im Update kurz drüber? Weil das Ganze bis jetzt noch
nicht in die EU kommen wird.
Ist auch deswegen relevant, weil in den USA ist ja das Gesundheitssystem so
ein bisschen anders. Da geht es sehr viel darum, was man sich als Einzelperson auch leisten kann.
Und da ist es irgendwo auch naheliegend, dass man so ein KI-Tool dann vielleicht
eher mal nutzt, um quasi niedrigschwellig sich schon mal Beratung zu holen,
wenn man nicht direkt zum Arzt gehen möchte und dann die Rechnung dafür zahlen möchte.
Elli, ich glaube, du musst uns doch einmal verraten, was man überhaupt mit den
KI-Chatbots machen können soll in Zukunft.
Richtig. Also ich habe ja schon gesagt, es geht in Richtung Gesundheit. Die Idee ist folgende.
Und zwar sollen Symptome, Arztberichte, Diagnosen und Befunde in der
den jeweiligen Gesundheitsanwendungen in Chat-TPT-Health und in Cloud-for-Life-Sciences gesammelt werden.
Also man speist da alles ein, was man so hat an medizinischen Daten.
Und dann sollen diese Daten ausgewertet werden.
Ich gehe jetzt nicht ins Detail, wie, aber da geht es auch darum,
dass zum Beispiel auf Wissenschaftsdatenbanken zugegriffen wird.
Und das Ganze soll dann eben in Gesundheitsempfehlungen enden.
Also dass man vom Chatbot, der sich deine ganzen Daten angeschaut hat,
dann die Empfehlung bekommt, du könntest mal dein rechtes Knie ein bisschen
mehr trainieren, wenn du sagst, du hast linksdauernd Schmerzen.
Also jetzt rein hypothetisch, bitte nehmt das nicht als Rat für euer Knietraining oder so.
Aber Elli hat gesagt.
Ja, also das ist quasi so die Idee.
Man wirft alles rein, was man
hat an medizinischen Daten und am Ende kommt dann eine Empfehlung raus.
Wie gesagt, anderes Gesundheitssystem, da nochmal wichtiger.
Was ich ganz spannend finde an sich ist die Aussage von OpenAI und auch von
Entropic, dass diese Daten, die da eingespeist werden, nicht ins allgemeine
Trainingsmaterial fließen.
Das ist erstmal für jetzt. Kann natürlich sich immer noch ändern oder die Firmen
arbeiten zum Beispiel mit Versicherungen zusammen oder sowas.
All sowas ist in Zukunft denkbar.
Du hast jetzt gesagt, EU erstmal nicht. Meine Vermutung ist,
und das ist jetzt eine reine Vermutung, wir haben ja den EU-AI-Act und der gibt
ja KI-Anbietern gewisse Dinge vor
und da ist natürlich auch besonders der Gesundheitsbereich mit so einem,
ich möchte nicht von Hürden sprechen, ich möchte eher sagen,
der ist besonders reguliert, weil er natürlich ein sehr, sehr sensibler Bereich ist.
Wir reden hier über hochsensible Daten, über personenbezogene Daten,
die, wenn sie in falsche Hände kommen oder damit irgendwas passiert,
natürlich hochsensibel sind oder wären und deswegen guckt die EU da sehr drauf
und ich kann mir vorstellen, dass die Anbieter OpenAI und Claude,
beziehungsweise Anthropic in dem Fall, dann einfach sagen, okay,
das ist ein großer Hustle für uns,
das lassen wir vielleicht erstmal, wir gucken jetzt erstmal,
wie es in den USA funktioniert damit, ob die Leute das auch annehmen und vielleicht
räumen wir es dann irgendwann mal in der EU aus.
Und das ist im Tech-Bereich ja üblich, dass man mit der EU und Gesundheitsdaten
dann erstmal noch so ein bisschen wartet.
Genau, aktuell sagen sowohl Entropic als auch OpenAI, dass ihr Angebot den US-Datenschutzstandards
für Gesundheitsdaten entspricht.
Wie gesagt, EU ist noch ganz weit weg.
Ich habe mal überlegt, ob ich das machen würde. Also theoretisch kann man sich
solche Sachen, könnte man sich ja selber auch schon bauen.
Man kann ja zum Beispiel bei OpenAI mit Chat-GPT, kann man sich selber so kleine,
Bots bauen, so kleine Helfer bauen. Man hätte sich das auch schon so zusammenklamüsern können.
Jetzt gibt es eben die offizielle Anwendung ChatGPT Health.
Ich bin sehr vorsichtig, was so Gesundheitsdaten angeht. Deswegen,
ich hätte es jetzt nicht gemacht. Könnt ihr ja mal für euch selber überlegen,
ob ihr das spannend findet oder nicht.
Ja, aber wir sprechen dann im Zweifel nochmal drüber, wenn das ein bisschen
größer wird oder auch für die EU relevant.
Genauso machen wir das und jetzt machen wir einen ganz harten Themenschwenk.
Also wir verabschieden uns jetzt von der Gesundheit und gucken oft das Thema Autobauer.
Oder genauso gesagt um autonomes Fahren. Es geht nämlich um Mercedes.
Ja, und eins haben sie doch gemeinsam, die beiden Themen. Es geht immer um Daten,
weil auch fürs autonome Fahren braucht man ganz viel Daten.
Allerdings nicht vom Körper, sondern von der Umgebung.
Genau, also. Aber was macht denn jetzt Mercedes? Also der Autobauer,
der stellt Ende Januar eine neue Luxus-Limusäne von der S-Klasse vor.
Und das Besondere dabei, die hat diesmal kein autonomes Fahren mehr auf SAE Level 3.
Das ist so eine internationale Skala für autonomes Fahren und SAE,
was ich wahrscheinlich eigentlich englisch aussprechen müsste,
steht für Society of Automotive Engineers.
Und die haben eben festgelegt, das ist ein Zusammenschluss zum Beispiel auch
von Autobauern, dass es sechs Level gibt und ab Level 3 gilt das Ganze halt
auch als autonomes Fahren.
Und Mercedes hatte 2021 als erster Autobauer in Deutschland für die Autobahn
eine Sonderzulassung für das Level
3, haben sich damit so ein bisschen die Vorreiterrolle eigentlich geholt.
Und das Besondere ist jetzt eben, dass sie bei dieser neuen Variante nicht mehr
auf Level 3 gehen, sondern sich auf Assistenzsysteme fokussieren,
das heißt maximal Level 2, die quasi das Autofahren unterstützen.
Jetzt war das ja was, worauf Mercedes erstmal auch in diesem Luxusbereich eben
gesetzt hat. Warum entscheidet man sich denn jetzt dagegen?
Zwei Gründe. Das eine, es kostet mehr, hohe Produktionskosten und das andere.
Was mache ich denn mit den hohen Kosten, wenn es offensichtlich nicht so im Markt angenommen wird?
Das heißt, hohe Kosten treffen auf geringe Nachfrage und so kam dann wohl die
Entscheidung zustande.
Aber das System soll trotzdem weiterentwickelt werden, soll wohl auch in Zukunft
wieder angeboten werden.
Aber der Fokus, der liegt jetzt eben auf diesen Fahrassistenten.
Es gibt ein drittes Update und damit auch letztes Update für diese Sendung.
Und das geht diesmal um GROC, nicht direkt um Elon Musk, aber um GROC.
Grog ist der KI-Chatbot von X.
Früher mal Twitter und jetzt ahnt ihr, warum es in Richtung Edelmask geht.
Er hat das ja aufgekauft und da gab es ein Update am ersten Weihnachtsfeiertag.
Und dieses Update sorgt für einige Probleme, weil ihm so ein bisschen die moralischen Filter fehlen.
Die KI ist in dem Fall eine Sprach-KI,
aber sie hat eben auch Bildgenerierungsmöglichkeiten oder Fähigkeiten.
Yes, und was passiert, wenn man die Menschheit auf eine KI loslässt,
mit der man Bilder generieren, verändern kann und wo es keinerlei Filter gibt?
Richtig, es entstehen unfassbar viele Gewaltdarstellungen, sexuelle Darstellungen
und weil eben Grog auch fast quasi ohne Filter ist,
werden auch sexualisierte Darstellungen von Minderjährigen gebaut.
Dann sowas in Richtung Hakenkreuze, KZ-Häftlinge, alles.
Ja, was man sich vorstellen kann, wurde dort generiert.
Genau. Ja, diese Funktion wird rege genutzt, nicht nur, aber eben auch,
um massenhaft sexualisierte Nacktdarstellungen von Frauen und Minderjährigen zu erstellen.
Und da kriegen Gott sei Dank nicht nur wir einen Würgereiz, sondern auch diverse
juristische Institutionen.
Wir hatten das letzte Woche, hatten wir eben nur angekratzt,
dass es diese Funktion gibt jetzt bei GROG.
Und jetzt haben wir das Update.
Es haben sich nämlich einige Institutionen geäußert. Wir fangen mal in Deutschland an.
Die deutsche Justizministerin Hubig, die hat sich sehr entsetzt geäußert.
Und in der Koalition wird aktuell auch an einem Gesetz zum Schutz vor digitaler Gewalt gearbeitet.
Aber noch nichts Genaues weiß man. Mal gucken, wann da dann irgendwas rumkommt.
Von der EU und Ursula von der Leyen gab es auch Kritik und die Androhung von
Konsequenzen, wenn nicht in den USA schon Konsequenzen gezogen werden.
Danach sieht es aktuell aber tatsächlich nicht aus.
Dementsprechend mal schauen, ob die EU sich dann einschaltet.
Einen Schritt weiter ist die britische Medienaufsichtbehörde umgegangen, unter anderem.
Die haben nämlich Ermittlungen gegen X eingeleitet, wegen der sexualisierten
Darstellung von Minderjährigen und auch in Frankreich ermittelt die Justiz mittlerweile.
In Indonesien und in Malaysia wurde Grog derweil komplett gesperrt und auch
Malaysia hat eine Klage angekündigt.
Also zumindest da gibt es entsprechende Empörung und teilweise eben auch hoffentlich
vielleicht mal gucken, juristische Konsequenzen.
Ja, so eine Sperre, das leitet fast schon über zum Input, aber da sind wir noch
nicht, wäre aber vielleicht an der Stelle mal angemessen.
Vorher kommt etwas, was ein WTF ist und eigentlich wäre Grog ja auch fast schon
was gewesen, aber wir haben ein anderes schönes WTF für euch gefunden.
Ich würde euch ja rein theoretisch fragen, ob ihr schon mal einen KI-Text generiert
habt und den als euren eigenen ausgegeben habt, weil es ist eine schöne Überleitung.
Aber ich hoffe, wirklich, dass ihr es noch nie gemacht habt.
Nachdem wir alle drei Texte irgendwie beruflich machen, glaube ich,
haben wir da so ein gewisses Ehrgefühl für.
Aber ich würde lügen, wenn ich nicht schon das eine oder andere Mal überlegt
hätte, beziehungsweise auch ausprobiert hätte, was passiert denn,
wenn ich so ein Anschreiben oder so zum Beispiel,
was würde mir ChatGPT da ausspucken?
Meistens war es dann so, dass ich gesagt habe, mir kann ich selber besser.
Aber ich habe schon ein bisschen ausprobiert, das zumindest.
Ja, ich muss gestehen, ich glaube, würde ich jetzt nochmal einen Uniabschluss
machen, würde ich eher in Versuchung geraten, zumindest gewisse Teile.
Ich hasse wissenschaftliches Schreiben.
Ich habe meine Abschlüsse gemacht, da gab es das alles noch nicht.
Dementsprechend musste ich das alles noch selber schreiben.
Wie gesagt, ich würde zumindest in Versuchung geraten, aber es geht nicht um
uns, sondern es geht um jemand anderen, dem das vielleicht so ein bisschen passiert sein könnte.
Ein sehr abschreckendes Beispiel. Und Caspar, ich finde die Überleitung ganz
hervorragend an der Stelle, weil da geht es ja auch so ein bisschen natürlich
um Studien, tiefer gehende Berichte.
Ist jetzt vielleicht nicht unbedingt eine Uni-Hausarbeit, aber genauso was,
wo man eigentlich doch schon genauestens wissen sollte, worüber man da geschrieben
hat, weil vielleicht entweder der Erstprüfer nochmal nachfragt,
was man sich da eigentlich zusammenklamüsert hat.
Oder auf die Fußnoten mal klickt oder solche Dinge.
Genau, zu Recht.
Genau. Worum geht's? Es geht um die EU-Cybersicherheitsagentur Enisa, oder Enisa, Enisa, ne?
Ja.
Ja, genau.
Wir einigen uns darauf.
Die hat nämlich in einem Bericht zu Hacker-Bedrohung, den sie verfasst hat,
künstliche Intelligenz eingesetzt.
Und das ist, ja, kann man jetzt von halten, was man will, aber sie hat es nicht
unbedingt auf eine gute Art getan.
Also in dem Bericht, da ging es ja darum, dass beim KI-Einsatz auch Fehler passieren
können und da Risiken mit verbunden werden.
Das wäre ja jetzt doch sehr unangenehm, wenn dann in dem Bericht tatsächlich
auch durch KI Fehler passiert wären.
Ja, das wäre sehr unangenehm. Deswegen haben sich IT-SicherheitsforscherInnen,
die nichts mit der Enneiser zu tun haben, das mal angeguckt,
nämlich genauer gesagt vom Institut für Internetsicherheit der Westfälischen Hochschule.
Die haben diesen Bericht genau untersucht und dabei haben sie festgestellt,
in mindestens zwei Berichten von der Enneiser wurde KI eingesetzt,
ohne dass das kenntlich gemacht wurde.
Und zu dem Thema Fehler in dem Bericht waren unter anderem 26 von knapp 500
Fußnoten fehlerhaft, also knapp 5 Prozent.
Und diese Fußnoten waren insofern fehlerhaft, dass die Links,
die da drin waren, die waren nicht aufrufbar.
Die führten zu Fehlermeldungen oder verwiesen auf Inhalte, die es nicht gibt.
Also waren so diese typischen, wenn ihr vielleicht mal mit KI einen Text generiert
habt und der euch Quellen angegeben hat. Viele von denen sind oft halluziniert
und das ist wohl hier in diesem Fall dann wohl leider auch so passiert.
Professor Christian Dietrich und der IT-Sicherheitsforscher Raphael Springer,
die haben das untersucht und genauer angeguckt und Dietrich sagt dann als Zitat,
man hätte nur einmal draufklicken müssen auf diese Links, dann wäre einem das aufgefallen.
Ihn machten unschlüssige Textstellen zuerst stutzig und dann hat er beim Nachprüfen
der Primärquelle oder er wollte die Primärquelle danach gucken und da stieß
er dann halt eben auf diese Fehlermeldungen.
Also wir fassen nochmal zusammen. Eine öffentliche Behörde mit dem Auftrag,
verlässliche und nachvollziehbare Berichte zu liefern,
hat einen Bericht geliefert, in dem vor KI gewarnt wird und in dem gleichzeitig
durch KI-Einsatz Fehler passiert sind.
Richtig.
Vielleicht sollte das so eine Art Lehrstück auf höherer Ebene sein.
Also quasi den Bericht auch gleich als Beispiel zu nehmen, wenn man das jetzt
ganz verworren nehmen möchte.
Aber übrigens die Elisa … Du hättest Pressesprecherin von Enisa werden sollen.
Ganz sicher nicht.
Wäre fast eine bessere Antwort gewesen als die, die sie dann gegeben haben.
Und zu der kommen wir ja auch gleich, aber vielleicht ist auch noch einfach
so als Randnotiz wichtig zu
wissen, die Behörde hat ein jährliches Budget von rund 27 Millionen Euro,
aber offensichtlich beim Korrekturlesen dann an den falschen Stellen gespart,
wenn man einfach mit einem Klick auf eine Primärquelle schon rausfindet,
dass da was nicht stimmt.
Also immerhin haben sie ja so ein bisschen Verantwortung übernommen am Ende
des Tages für das, was da passiert ist.
Sie haben auf Anfrage bestätigt, es hätte, Zitat, Mängel gegeben und sie würden
eben die Verantwortung dafür übernehmen,
es sei zu menschlichen Fehlern gekommen und KI sei nur für kleinere redaktionelle
Überarbeitung genutzt worden.
Dabei seien ursprünglich korrekte Links verändert worden.
Ja, ist der menschliche Fehler jetzt, dass KI eingesetzt wurde?
Oder dass man am Ende noch nicht nochmal über die KI-Überarbeitungen drüber geguckt hat?
Das kann natürlich sein. Ja, ja, ja, ja. Herr Neiser betont,
und da gebe ich Ihnen natürlich auch recht, dass die inhaltlichen Aussagen des
Berichts insgesamt trotz der Fehler weiter invalide seien. Das mag auch sein.
Nichtsdestotrotz haben sich ja trotzdem damit ein ziemliches Ei ins Nest gelegt,
das man hätte verhindern können.
Und sie sagen auch, die fehlerhaften Stellen wurden natürlich nachträglich korrigiert.
Naja, das Kind ist im Brunnen gefallen, um noch ein Sprichwort von mir zu geben.
Ich würde zum Ende des Ganzen noch eines raushauen. Wer den Schaden hat,
braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Ach, Stella, hast du auch noch ein Sprichwort?
Ich habe kein Sprichwort. Ich habe quasi hier noch so ein bisschen den Downer
zum Abgrund dieser Nachricht, weil klar, wir haben das als WTF,
auch als Schmunzler so gesehen ausgewählt, aber dennoch, das,
was damit wieder ausgelöst wird, nämlich dass auch vielleicht Berichten misstraut
wird, dem man eigentlich trauen sollte und was das also einfach für einen Schaden
generell auch an ja eigentlich wissenschaftlicher Arbeit nimmt,
das finde ich echt fatal und das ist auch nicht das erste Mal, dass sowas passiert.
Da gibt es schon mehrere Beispiele für sowohl bei Unternehmen als auch international bei anderen Behörden.
Dementsprechend, ja, wir haben es ein bisschen mit einem Schmunz da aufbereitet,
aber es ist wirklich ein ernstes Thema, wie insbesondere,
offensichtlich auch Menschen, die eigentlich die Risiken und den Umgang mit
künstlicher Intelligenz einschätzen beziehungsweise richtig machen sollten,
es nicht tun. Das finde ich wahnsinnig erschreckend.
Ja, das ist übrigens auch kein Appell, dass man KI jetzt für solche Dinge gar
nicht mehr einsetzen darf.
Man muss es halt überprüfen und man muss halt immer den berühmten Human in der Lupe halten.
Also jetzt zum Beispiel zum Thema wissenschaftliche Arbeiten.
Es ist meiner Meinung nach durchaus legitim, zum Beispiel eine Primärquelle,
meinetwegen ein 300-seitiges Dokument, sich erstmal zusammenfassen zu lassen
von der KI und zu gucken, ob das sinnvoll ist, da dann selber reinzugucken und
nicht erst die 300 Seiten selber durcharbeiten zu müssen.
Aber sich zum Beispiel auf die Quellen, die die KI angibt, zu verlassen,
das sehen wir an der Stelle, ist keine gute Idee.
Und da auch nicht nochmal genau drüber zu lesen, das war auch keine gute Idee.
Also falls ihr noch studiert oder zur Schule geht oder irgendwo Berichte schreiben
müsst, dann guckt nochmal drauf am Ende, sonst könnte es sehr unangenehm werden.
Ja, klickt die Links zumindest mal an.
Schreibt vielleicht eure Texte auch selbst und nutzt dann einfach KI,
um sie überarbeiten zu lassen.
Also selber denken ist immer noch, auch mit künstlicher Intelligenz,
eine sehr, sehr wichtige Sache.
Und überarbeitet dann aber die Überarbeitung nochmal. Ja.
Naja, so, wir überarbeiten dieses WTF jetzt nicht mehr. Reicht jetzt,
ist jetzt fertig für heute.
Ja.
Und wir hatten letzte Woche ein kleines Update zum Iran tatsächlich.
Das waren nur zwei, drei Sätze letzte Woche.
Diesmal hat es das Ganze in den Input geschafft. Wir gucken auf die Lage im
Iran und auf die Frage, Internet abschalten, was bedeutet das eigentlich,
was passiert da eigentlich gerade.
Also den aktuellen Aufhänger, den wir dafür gewählt haben, Elli,
du hast es ja gerade schon angerissen, ist die Lage im Iran.
Und seit dem 8. Januar 2026 wurde da das Internet weitgehend abgeschaltet.
Für mich persönlich hat das so ein bisschen, das Internet wurde abgeschaltet,
so eine Comicszene im Kopf, da drückt einer einen Knopf und dann ist es weg und so ist es nicht.
Und das wollen wir uns in dieser Episode mal genau angucken.
Was bedeutet eigentlich das Internet abschalten?
Vielleicht kurz zur Einordnung für die Menschen im Iran, die davon betroffen
sind, bedeutet das kaum Kommunikation nach außen,
Und auch gestörte Kommunikation im Inneren. Also auf allen Ebenen sehr schwierig,
Informationen auszutauschen.
Und wichtig ist auch, das ist jetzt kein technischer Unfall,
sondern ein gezieltes Instrument, was das iranische Regime eben gewählt hat.
Insgesamt passiert im Iran gerade wahnsinnig viel, eben gerade auch auf politischer Ebene.
Wir gucken aber, wir beschränken uns heute wirklich auf den technischen Aspekt.
Und wir sagen an dem Punkt mal dazu, Es ist jetzt der 14.
Januar um 19 Uhr. Die Lage im Iran ist wahnsinnig dynamisch.
Deswegen, das ist der Stand, den wir haben.
Wenn ihr die Folge hört und sich schon irgendwas wieder verändert hat,
dann liegt das daran, dass wir einfach jetzt aufnehmen.
Genau. Fragen, die wir uns heute im Input stellen, also die Themen,
mit denen wir uns beschäftigen wollen, ist generell mal die Frage,
wie kann denn ein Staat überhaupt das Internet abschalten?
Warum funktioniert das im Iran so gut? Und kann das in Europa bzw.
Deutschland auch so gut funktionieren?
Da gucken wir wieder mit unserer typischen Silicon Weekly-Brille auf das Thema.
Sella, du hattest jetzt gesagt, du stellst dir da diese Comicszene mit dem Stecker
vor, der da rausgezogen wird bzw. mit dem Knopf, der gedrückt wird.
Aber was heißt denn eigentlich, das Internet wurde am 8.
Januar 2026 weitestgehend abgestellt?
Also jetzt erstmal, wie eingangs gesagt, heißt es eben, dass die Menschen keinen
Zugang ins Internet haben. Das ist wie eine Kommunikationssperre.
Und das wiederum bedeutet also, dass internationale Internetverbindungen fast
vollständig unterbrochen sind.
Globale Dienste wie Messenger, Social Media, aber auch internationale Websites,
die sind einfach nicht erreichbar.
Und teilweise waren oder sind auch Telefonverbindungen gestört.
Es ist wohl noch möglich, Satelliten-TV zu gucken.
Aber es ist generell schwer, einfach verlässliche Informationen gerade aus dem Land zu bekommen.
Wir hatten ja letzte Woche schon kurz über die IT-Firma Cloudflare gesprochen,
die hatte ich da einmal angerissen, weil man da so diesen Einbruch vom Datenverkehr
ganz gut beobachten konnte.
Ab dem 8. Januar abends ist der da stark abgefallen und dann nahezu auf Null
und mittlerweile ist klar, dieser Einbruch war eben nichts, was auf einen technischen
Fehler vermutlich zurückgeht,
sondern der ist bei verschiedenen Netzanbietern zu sehen.
Und damit ist davon auszugehen, dass es eben eine gezielte Aktion und eine staatlich
koordinierte Maßnahme war.
Warum? Weil es einfach sehr unwahrscheinlich ist, dass bei allen Netzanbietern
gleichzeitig das Ganze quasi runterrauscht.
Bei einem technischen Problem wäre vielleicht einer betroffen,
aber wenn das so einfach klumpig quasi passiert, ist das schon ein Hinweis,
dass es eben wirklich eine Sperre gibt.
Es gibt zwar Hinweise auf sogenannte Whitelists, also das sind Zugänge,
die dann trotzdem irgendwie noch durchkommen.
Du hast ja auch gerade gesagt, der Zugriff ist quasi nahezu null,
er ist nicht ganz bei null.
Es gibt also schon noch irgendwie Leute, die so ein bisschen Zugriff auf das Internet haben.
Wer genau das ist, ob das jetzt zum Beispiel die Regierung ist oder ob das Leute
sind, die das irgendwie schaffen zu umgehen, das lässt sich aktuell schwer sagen.
Die Lage ist halt einfach unübersichtlich und genauso wenig wie Infos reingehen,
gehen auch keine Infos so richtig raus.
Genau, du hast jetzt schon gesagt, keine Infos rein, keine Infos raus,
alles irgendwie schwierig.
Und genau das, das hatten wir ja letzte Woche auch schon angerissen,
könnte so ein bisschen Ziel dieser Sperre sein.
Es geht zum einen um Proteste, die ja stattgefunden haben und stattfinden im
Iran, gerade wirtschaftliche Lage und so weiter.
Proteste müssen irgendwie...
Organisiert werden, da braucht es Kommunikation und wenn man die Kommunikation
unterbindet, dann hat man vielleicht die Hoffnung, dass weniger Proteste stattfinden.
Gleichzeitig geht es aber im Zweifel auch oft darum, Bilder, Videos,
Augenzeugenberichte zurückzuhalten, also das Ganze möglichst klein,
die Informationen dazu klein zu halten und am letzten Endes geht es einfach
um einen Kontrollaspekt.
So, jetzt haben wir über den Iran gesprochen und haben auch schon darüber gesprochen,
dass das Internet da abgeschaltet ist.
Jetzt müssen wir aber einmal kurz auf den technischen Aspekt gucken,
wie das denn eigentlich so funktioniert, wie man denn wirklich das Internet abstellen kann.
Und ob es den berühmten großen roten Knopf gibt, Stella, den du angesprochen hast.
Spoiler, es ist ein bisschen komplizierter.
Und ich kann garantieren, ist es wirklich spannend. Und zwar so spannend,
dass ich da gestern dermaßen in ein Rabbit Hole gerutscht bin,
in all diesen Möglichkeiten.
Weil es gibt nicht eine Variante, das Internet zu sperren, in Anführungszeichen,
sondern da gibt es Verschiedenes im technischen Hintergrund.
Also vielleicht, Eddie Caspar, müsst ihr mich dann stoppen, wenn ich hier zu
sehr quasi in die Ausführungen komme.
Ja, ich erkläre mich an der Stelle mal gerne bereit, auch in Anführungszeichen
doofe Fragen zu stellen, damit das wirklich so simpel wie irgendwie möglich wird.
Weil nicht, dass uns ja am Ende komplett der Kopf raucht.
Aber so ein bisschen was lernen können wir ja bestimmt trotzdem.
Also du hast gesagt, vier Möglichkeiten gucken wir uns mal an,
wie Internet kaputt gehen kann.
Ich mache selber manchmal den Witz, ich habe das Internet gelöscht.
Aber wie geht es wirklich?
Ich wollte gerade sagen, hier kommt die Anleitung. Stella, Punkt eins, was muss man machen?
Punkt eins, Elli, du kannst das Internet nicht löschen und die anderen auch nicht da draußen.
Du hast höchstens hier dieses kleine Icon da vielleicht auf deinem Desktop,
den kannst du löschen, aber mehr geht dann auch nicht und dann würdest du trotzdem
noch bei anderen Wegen reinkommen.
Kann ich es ausdrucken?
Du kannst es auch nicht ausdrucken, aber ich glaube so die Grundannahme ist
erstmal, es gibt auch nicht das eine Internet, sondern das Internet ist quasi
erstmal ein Zusammenschluss ganz vieler einzelner Netze, die miteinander kommunizieren
und wo Daten ausgetauscht werden.
Und theoretisch, so ein bisschen was könnte ich ja schon kaputt machen,
wenn ich das wollen würde.
Punkt 1 zumindest klingt noch so, als ob das auch Otto Normal irgendwie mit
einem Upsi oder mit einem gezielten Angriff machen könnte.
Also ich bezweifle jetzt einfach mal, dass mit einem Upsi so ein Otto Normalverbraucher wie du...
Datenkabel beispielsweise gezielt durchtrennt, die teilweise ja auch unterm
Wasser liegen. Ich erinnere mich da nochmal, russische Shuttleflot,
jetzt ganz anderes Thema.
Aber, also Elli, dass dir das mit einem Upsi passiert, ist relativ unwahrscheinlich, hoffe ich.
Ja, okay.
Und bitte auch nicht geplant.
Nee, also Funkmasten deaktivieren oder Kabel durchtrennen, ist quasi die erste Möglichkeit.
Genau, Infrastruktur abschalten. Das bedeutet dann, dass zumindest ein Bereich
offline ist, dass es vielleicht Verzögerungen in den Datenübertragungen gibt.
Also zum Beispiel, wenn wir jetzt gucken, Stromausfall in Berlin vor ein paar
Tagen, da war ja auch nur ein gewisser Bereich der Stadt betroffen.
Jetzt ist Stromnetz nicht gleichzusetzen mit Internet, aber da geht es eben
darum, durch solche Sachen wie Funkmasten abschalten, ist dann ein bestimmter Bereich gesperrt.
Um so ein ganzes Land zu sperren, da müssten aber Staaten dann sehr gezielt vorgehen.
Zum Beispiel mit Punkt Nummer zwei, den du mitgebracht hast,
DNS-Manipulation. Was ist denn DNS?
Jetzt mal ganz vereinfacht gesprochen. Also DNS steht erstmal für Domain-Namensystem
oder Domain-Namensystem.
Stellt es euch mal vor wie ein Telefonbuch. Also, wenn ihr jetzt zum Beispiel
die Adresse von unserer Website eingebt, silicon-weekly.de, dann ist es so,
dass ihr ja auf unsere Website logischerweise kommt. Aber hinterlegt ist diese
Website mit einer IP-Adresse, damit ihr überhaupt zu diesen Daten kommt.
Sprich, es gibt quasi den Namen, den können wir gut eingeben und dahinter gibt es einen Zahlencode.
Und dieses Domain-Namesystem, das funktioniert so ähnlich wie ein Telefonbuch,
was eben die URL, die wir eingeben, übersetzt in diesen Zahlencode,
über den wir dann wirklich an die Website kommen.
Und wenn man das quasi manipuliert, also einfach diesen Austausch zwischen,
hey, das ist der Name und das ist der Code, Dann findet der Computer die Seite
zum Beispiel nicht mehr.
Ergebnis, leere Browserfenster oder eben eine Fehlermeldung.
Okay, Punkt drei kommt schon wieder mit einer Abkürzung. BGP-Routensperren. Was ist BGP?
Ich liebe diese Abkürzung auch. Also, das steht für Border Gateway Protocol
und ich bin mir sehr sicher, diesmal wird es wirklich englisch ausgesprochen.
Ganz vereinfacht gesagt.
Auch Domain Name System wird englisch ausgesprochen.
Aber das könnte man noch sagen. Domain, Name, System.
Du hast das in der deutschen Variante, aber es geht auch. Aber du hast recht,
Border Gateway Protokoll ist eindeutig englisch.
Da gibt es keine Fragen.
Was ist das?
Entschuldigung, ihr habt ja recht.
BGP klingt wie Bundesbehörde für Güterproduktion.
Stellen wir uns vor, ich gebe dir rein theoretisch eine Information weiter und
Elli ist der Vermittler zwischen uns.
Das können wir uns ja mal so vorstellen. So eine Art stille Post.
Und auch im Internet ist es so, da müssen Informationen einfach von A nach B gegeben werden.
Und da besteht die Möglichkeit, dass ich zum Beispiel zwar weiß,
ich will zu Caspar, aber es gibt bestimmte Systeme und Wege,
damit diese Information, weil sie nur über Ellie Caspar erreichen kann,
überhaupt zu dir kommen kann.
Und dafür, das machen wir jetzt die Kurve, steht eben das BGP.
Vereinfacht gesagt ist es nämlich ein Protokoll, was die Wege im Internet bestimmt.
Das heißt, da wo die Daten...
Ganz simpel, lang müssen, das gibt das Ganze vor.
Und jetzt stellt euch mal vor, ihr seid vielleicht mit, weiß ich nicht,
irgendeinem Kartendienst unterwegs und plötzlich, ihr wisst leider nicht,
wie ihr an euer Ziel kommt, ohne diese Wegbeschreibung wird das Ganze abgestellt
oder der Weg wird verändert.
Sprich, ihr kommt nicht zum Ziel. Und genau das passiert eben,
wenn man diese BGB-Routen sperrt.
Die können Staaten sperren, rein theoretisch. Dann können nämlich einfach diese
ganzen Netzwerke überhaupt nicht mehr miteinander kommunizieren.
Und die Informationen wissen quasi nicht, wo sie hin müssen. Und sind ganz verloren.
Also wir haben jetzt einmal die DNS-Manipulation. Das heißt,
das Telefonbuch wird quasi manipuliert.
Und da funktioniert irgendwie nichts mehr. Man kommt nicht irgendwo mehr an.
Dann haben wir die BGB-Routen. Das ist quasi die Autobahnsperrung im Internet.
Und jetzt gibt es hier noch den Punkt IP-Adressen blockieren.
Genau. Das ist quasi das Kleinteiligste von den Varianten, die wir hier vorstellen.
Das bedeutet, dass man wirklich gezielt einzelne Webseiten oder Dienste blockiert.
Also wird irgendwie auch eingesetzt, um gezielt Webseiten zu blockieren,
die zum Beispiel verbotene Inhalte verbreiten.
Und eine Variante davon ist einfach zu sagen, okay, das System filtert bestimmte
Stichworte in URLs oder Scann-Webseiteninhalte nach unerwünschten Begriffen
und sperrt dann eben gezielt diese Seiten.
Rein theoretisch, du kannst auch IP-Adressen einzeln sperren,
aber das ist natürlich ein irrer Aufwand.
Das ist jetzt so gesehen von der Logik her nichts, wenn du großflächig etwas
sperren willst, dann sperrst du nicht einzeln die IP-Adressen.
Okay, also diesen Punkt IP-Adressen blockieren, den können wir schon mal von
unserer Bingo-Karte streichen. Der ist wohl nicht passiert im Iran.
Ich gehe auch mal nicht davon aus, dass hier jemand alle Funkmasken deaktiviert
hat oder Kabel durchgeschnitten hat.
Was ist also im Iran tatsächlich gerade passiert?
Der Iran hat technisch eine Besonderheit und zwar diese Infrastruktur,
die Stella gerade sehr gut aufgezählt hat, die ist im Iran sehr stark zentralisiert
und durch das Regime auch kontrolliert, also ganz bewusst.
Und das Ganze ist auch nicht erst seit gestern so, sondern seit 2013 baut der
Iran ganz bewusst an einem nationalen Informationsnetzwerk.
Eine Inspirationsquelle dafür ist unter anderem Chinas Great Firewall.
Die Chinesen bauen ihre Internetstruktur so ein bisschen ähnlich zentralisiert
auf und die Idee dahinter ist, dass das Internet über Gateways,
also Knotenpunkte läuft und die können eben von der Regierung abgeschaltet werden.
Ist so ein bisschen wie diese Routennummer, die Stella gerade erwähnt hat.
Das ist halt quasi so ein großer Knotenpunkt, wo alles drüber läuft und wenn
man den dann ausschaltet, dann ist halt quasi Schicht im Schacht.
Und genau das ist jetzt eben dann vermutlich passiert, dass diese Knoten eben
abgeschaltet wurden und damit
dann halt auch eben landesweit so ein großer Internetausfall passiert,
ohne dass man anfangen muss, einzelne Funkmasten irgendwie lahmzulegen oder
einzelne Webseiten zu sperren, sondern quasi nicht ein großer roter Knopf,
aber dann doch halt ein relativ zentraler Schalter. den man umlegen kann.
Dass das Ganze im Iran also nicht so kompliziert ist, weil es eben ein sehr
zentrales Internet gibt.
Das könnte auch so ein bisschen erklären, warum es nicht das erste Mal ist,
dass das gerade passiert.
Genau, aber bevor wir dazu kommen, vielleicht noch eine Ergänzung.
Also Caspar, du hast es ja indirekt schon gesagt.
Es ist eben so, dass im Iran die Netzbetreiber auch kontrolliert werden,
zum Beispiel, die für diese Gateways zuständig sind.
Also nur um das klar zu haben, nicht die Regierung selbst betreibt diese Knotenpunkte,
sondern sie hat eben einfach Zugriff darauf über die Unternehmen.
Genau und hat halt dafür gesorgt, dass die, dass die so zentrale Knotenpunkte
dort eingerichtet werden, ja.
Elli, du hast es gerade erwähnt, das ist nicht das erste Mal,
dass das Internet weg war.
In dem Ausmaß ist es neu, aber es war schon mal in einer, ich sag mal,
abgeschwächten Version und zwar nach dem Tod von Eina Marsha Amini.
Die ist nämlich im September 2022 im Iran verhaftet worden, wohl aufgrund ihres
Kopftuchs und ist dann in Polizeigewalt gestorben und aufgrund dessen kam es
dann zu Massenprotesten.
Und auch bei diesen Massenprotesten schaltete das Regime dann weite Teile des Internets ab.
Es war dann auch so, dass die EU das Ganze sanktioniert hat danach und hat unter
anderem den damaligen Kommunikationsminister vom Iran und den Chef der Cyberpolizei dann sanktioniert.
Dieses Mal ist das Regime aber halt nochmal eine Stufe weitergegangen,
ich habe es gerade schon gesagt, und hat quasi das gesamte landesinterne Internet
abgeschaltet und lahmgelegt.
Ich erinnere mich dran, ich glaube Stella, wir hatten damals auch schon im Podcast
drüber gesprochen, was da passiert ist nach den Protesten und über diese Abschaltung.
Und auch damals war es schon nicht das erste Mal. Also wenn man zurückguckt,
auch 2019 zum Beispiel gab es schon Internetabschaltungen durch das iranische Regime.
Da muss man jetzt auch dazu sagen, der Iran ist auch nicht das einzige Land,
was sowas macht, sondern zum Beispiel auch auf dem afrikanischen Kontinent gab
es schon Fälle, wo das Internet abgeschaltet worden ist.
Jetzt ist natürlich so ein bisschen die Frage, gibt es Möglichkeiten,
dieses Sperren zu umgehen?
Ja, also eine Möglichkeit, die auch mir persönlich direkt in den Sinn kommen
würde, wäre zum Beispiel VPN.
Ihr kennt das eigentlich, gibt es ganz oft VPN-Werbung.
Das sind Tunnel, wir haben es ja gerade auch schon gesagt, als es um das Thema
ChatGPT und Health ging. So ein VPN-Tunnel könnte man dann einrichten und das
wirkt dann so, wie wenn man im Internet zum Beispiel in den USA surfen würde,
obwohl ich mich hier mit dem Computer verbünde.
Vereinfacht ausgedrückt wird ein Internet-Tunnel in die USA rübergeschickt und
von dort gehe ich dann erst ins Netz.
Das funktioniert auch in vielen Fällen. Zum Beispiel ist es so,
wenn man in China surft, da ist das Internet ja sehr stark kontrolliert und
man zum Beispiel auf Dinge zugreifen möchte, die in China verboten sind.
Dann ist es durchaus möglich, mit einem VPN-Zugang sich zum Beispiel nach Europa
zu begeben, virtuell oder in die USA und dann kann man das aufrufen.
Im Iran funktioniert das leider nicht so richtig.
Unter anderem ist es auch so, dass nämlich die iranische Regierung die Dienste,
die dort angeboten werden, auch kontrolliert.
Da warnt zum Beispiel auch das deutsche Auswärtige Amt vor.
Eine weitere Möglichkeit, die mir dann noch in den Kopf kommt, nennt sich Snowflake.
Ich erinnere mich, Stella, unsere Folge damals hieß Schneeflocken im Oktober, glaube ich.
Aber gucken wir nochmal drauf, was ist Snowflake?
Das ist eine kostenlose Browser-Erweiterung und über die kommen dann quasi die
Nutzenden anonym ins Darknet.
Jetzt muss man so ein bisschen ausholen, wie funktioniert das Ganze.
Also Snowflake hängt mit der Tor-Technologie zusammen. Ich meine,
wir hatten hier auch schon mal eine Folge dazu, da haben wir mal erklärt,
was ist denn dieses Darknet.
Die können wir euch gerne in die Shownotes packen, ganz kurz zur Einordnung.
Wenn wir über das Internet sprechen, meinen wir eigentlich nur einen ganz,
ganz kleinen Teil, sondern den wir eben aktiv nutzen.
Und das Darknet, das gehört quasi auch so gesehen zum Internet.
Wir nutzen es im Alltag nicht, aber es ist eben auch zugänglich.
Und da ist es eben so, dass Snowflake, also diese Tor-Technologie,
quasi eine Anfrage über ganz viele zufällige Server weiterleitet und damit diese
Daten einfach mehrfach verschlüsselt.
Hilft eben, damit Caspar, du hast es ja eben auch schon angesprochen,
Menschen doch irgendwie Zugang zum Internet bekommen.
Die Idee dahinter, so eine Masse an IP-Adressen. Also wenn ich jetzt zum Beispiel
bei meinem Laptop quasi meinen Internetzugang zur Verfügung stelle,
damit den jemand anders nutzen kann, dann machen das vielleicht noch ganz viele andere Leute auch.
Und diese Masse, die kann dann eben nicht blockiert werden. Und deshalb könnte
dann der Zugang zum Internet trotzdem funktionieren.
Jetzt kommt natürlich so eine Frage, die bei dem Begriff Tor-Technologie,
vielleicht aber auch beim Begriff Darknet mal in den Kopf schwirren könnte.
Also ist das denn legal alles?
In Deutschland ist die TOR-Technologie an sich nicht illegal.
Man muss aber dazu sagen, jetzt auf die Idee zu kommen, sich über das TOR-Netzwerk
illegale Sachen zu besorgen, zum Beispiel Sachen runterzuladen,
die Copyright haben oder solche Dinge, das bleibt natürlich trotzdem illegal.
Und ich gehe auch stark davon aus, ich weiß jetzt aber gar nicht,
ich nehme an, dass im Iran solche Technologie auch nicht erlaubt ist.
Genau, aber es ist so, wenn jetzt hier Menschen dieses Snowflake-Plugin nutzen,
das ist nicht illegal, also das ist legal. Ja.
So, Internet, da komme ich ja auch auf die Idee, wenn ich jetzt die staatliche
Infrastruktur oder das Internet im Land nicht nehmen kann, dann kann ich ja
auch einfach auf Starlink und so zugreifen, oder? Stichwort Satelliteninternet.
Das wäre vielleicht eine Alternative, wenn im Iran nicht satellitengestütztes
Internet verboten wäre, weil natürlich hat sich die iranische Regierung auch
gedacht, ja, dieses Türchen machen wir auch nicht auf.
Ja, es ist nicht nur verboten. Starlink wird durch militärische Störsender,
die der Iran einsetzt, tatsächlich sogar auch noch beeinträchtigt.
Wie weit das dann wirklich der Fall ist und ob man damit dann überhaupt nicht
mehr surfen kann, das können wir natürlich auch nicht überprüfen.
Aber es gibt Berichte aus dem Iran, dass Starlink eben nicht zuverlässig funktioniert,
weil eben militärische Störsender, das ist auch ein ganz fürchterliches Wort in einem Podcast,
militärische Störsender eben auf den Frequenzen dann quasi Störsignale senden,
auf denen diese Starlink-Satelliten eigentlich Internet verbreiten.
Ja, aber vollständig abgeschaltet ist es eigentlich nicht. Aber wie gesagt,
es ist nicht zuverlässig und wahrscheinlich schwierig, darüber eine Verbindung aufzubauen.
Wir gucken natürlich immer weiter auf das Thema und wir hatten ja auch schon
erwähnt, 2022 gab es dann EU-Sanktionen.
Mal gucken, ob da noch was kommt. Aber für heute, lasst uns mal noch auf Europa
schauen und so ein bisschen überlegen, könnte sowas hier eigentlich auch passieren?
Theoretisch ja, praktisch sehr unwahrscheinlich.
Zum einen ist es so, Stella, du hast es glaube ich gesagt, die iranische Regierung
hat sehr den Finger auf den Internetprovidern, die dort aktiv sind und kontrolliert die sehr stark.
Das ist in Europa nicht so und unser Internet ist auch deutlich dezentraler organisiert.
Stichwort diese großen Gateways. Es gibt zwar Internetknotenpunkte,
aber die sind zum Beispiel in privater Hand.
Es ist jetzt nicht so, dass zum Beispiel den großen Knotenpunkt in Frankfurt,
dass da zum Beispiel jetzt eine Behörde drauf sitzt oder der Staat oder so.
Deswegen, das ist zum Beispiel schwieriger, da Kontrolle drauf auszuüben und
es gibt viel mehr Anbieter, es gibt viel mehr internationale Verbindungen und
viel mehr Eigentümer, denen das Internet quasi in Anführungszeichen gehört.
Also allein Telefonanbieter bzw.
Internetanbieter haben wir eine ganze Reihe. In Deutschland sowieso ja schon,
in Europa natürlich noch mal mehr.
Und die ganzen Tochterfirmen und alles, was damit zusammenhängt.
Dass da jemand jetzt groß dann direkt zu denen geht und sagt,
jetzt schaltet mal alles ab, das ist sehr viel schwieriger, als das im Iran passiert.
Also den zentralen Knopf, den gibt es hier Gott sei Dank eben nicht.
Aber einzelne Maßnahmen gibt es ja schon auch immer wieder.
Genau, die DNS-Sperren gibt es, die Stella erwähnt hatte, es gibt IP-Blockaden,
es gibt Plattformentfernungen, das passiert dann aber in der Regel,
wir hatten vergangene Woche, war es glaube ich der WTF,
darüber gesprochen, dass das nicht immer so abläuft, wie es ablaufen sollte
in einem Rechtsstaat, nämlich mit einem Prozess, aber in der Regel ist es so,
dass das zum Beispiel auf richterlichen Beschluss passiert und in Ländern,
in denen die Justiz freie ist, ich betone das ganz bewusst so,
hat ja der Staat dann auch keinen Einfluss auf richterliche Beschlüsse.
Dementsprechend ist das eigentlich in Europa aktuell auch noch kein Thema,
dass da Richter irgendwie politisch missbraucht werden, um dann solche Sperren durchzuführen.
Heißt aber eigentlich, der Unterschied an sich ist nicht unbedingt die Technik
und die technischen Möglichkeiten, sondern die politische Kontrolle und das politische System.
Ja, und der Fall Iran zeigt sehr deutlich, das Internet ist Infrastruktur.
Stella, du hast den Stromausfall in Berlin erwähnt. Und das ist zwar kein Internet,
aber es ist auch Infrastruktur und es hat auch gezeigt, was Katastrophen passieren
können, wenn jemand die Infrastruktur angreift und das Internet anzugreifen,
wäre ähnlich katastrophal.
Und es ist damit halt leider, weil es Infrastruktur ist, auch,
gestaltbar, was positiv wäre, aber es ist auch kontrollierbar und abschaltbar
und für uns heißt das, dass wir uns mit dem Thema digitale Freiheit und solchen
Dingen auch immer wieder beschäftigen
müssen und da auch sehr drauf gucken müssen, was damit passiert,
damit es eben offene Netze bleiben, dezentral bleibt und eben nicht politisch
bestimmt wird und wir dann am Ende da sitzen und dann doch jemand einen großen roten Knopf drückt.
Gutes Schlusswort, Caspar. Aber ich glaube, das, was hängenbleiben muss,
das Internet im Iran funktioniert technisch nicht anders, als das ...
Wie es bei uns ist oder wie es global funktioniert, das ist ja ein globales
System, sonst würde es ja auch nicht in der Form eben laufen.
Und der große Unterschied ist eben die Politik dahinter und die Art,
wie wir als demokratische Gesellschaft zum Beispiel damit umgehen.
Apropos demokratische Gesellschaft. Ja, wir gucken natürlich in den… Wollen wir in die USA gucken?
Im Vorhag machen wir noch dazu einen Schluss. Wir gucken natürlich in den nächsten
Tagen und Wochen auch immer wieder drauf, wie denn auch die demokratischen Gesellschaften
und Staaten dieser Welt mit Blick auf den Iran agieren,
ob es da eben Maßregelungen gibt,
ob es Konsequenzen gibt und so weiter und so fort.
Also wir haben da ein Auge drauf und werden euch da auch updaten,
wenn es irgendwie was Neues gibt.
Vielleicht eine Sache, die mir persönlich noch wichtig ist dabei.
Wir haben uns jetzt wirklich auf diese technische Ebene fokussiert,
weil das ist das, was wir abbilden können. Denn so, wir sind ja keine Nachrichtenredaktion,
haben keine Kontakte in den Iran etc.
Das heißt aber nicht, dass das, was da gerade passiert, für uns nicht relevant
ist oder uns nicht interessiert, sondern das heißt einfach nur,
dass wir uns als JournalistInnen auf den Bereich gerade fokussiert haben,
hier im Podcast, den wir euch erklären können, den wir euch nahe bringen können
und deshalb eben zu dem politischen Hintergrund,
zu dem, was dort gerade im Iran passiert, nicht weiter geäußert haben.
Und ich finde, das ist auch eine gute Überleitung zu unserer guten Nachricht,
denn auch da geht es um ein Thema, was wahnsinnig prekär an sich ist,
im politischen, im menschenrechtlichen Sinne und so weiter.
Aber wir gucken auf den Tech-Aspekt. Wir sind ein Tech-Podcast und damit würde ich sagen,
wir schwenken unser Spotlight in die USA und auf die US-amerikanische Einwanderungsbehörde
ICE und was da so in den letzten Monaten passiert und passiert ist.
Gute Nachricht.
Ihr habt es vermutlich schon mitbekommen, die US-amerikanische Einwanderungsbehörde
ICE, ich spreche das jetzt einmal
aus und dann nicht mehr, Immigration and Customs Enforcement heißt das,
fällt seit Monaten mit umfassend oft willkürlichen Razzien auf.
Die Behörde an sich, die ist nicht neu, die gibt es schon länger oder schon seit vielen Jahren.
Unter US-Präsident Donald Trump ist das Budget aber verdreifacht worden und
ich sag mal so, sie wird für Razzien eingesetzt, die sie vorher glaube ich in
der Form auch nicht gemacht hat und die sind vor allem öffentlichkeitswirksam
und hetzerisch inszeniert.
Das Internet ist voll von Videos darüber.
Im September hat der Supreme Court eine richterliche Anordnung für Südkalifornien
ausgesetzt, die der ICE eigentlich untersagt hat, Menschen schlicht aufgrund
ethischer Merkmale anzuhalten und zu kontrollieren und dann auch festzunehmen.
Das machen die nämlich überwiegenden Teil, sieht man auch in den Videos ganz
oft und damit ist dann eigentlich schon klar, in welche Richtung das geht und
warum diese Behörde gerade so ausgeweitet wurde und was damit gemacht werden soll.
Vor September war eben klar, man darf Menschen nicht nur aufgrund der ethnischen
Merkmale anhalten, kontrollieren, festnehmen.
Jetzt geht das und insgesamt sechsmal sind Berichten zufolge in den letzten
Monaten auch Schüsse bei den Razzien gefallen und vergangene Woche war es dann
eben auch so weit, dass eine Frau bei einer Razzia erschossen wurde.
Jetzt, wo ist der Tech-Bezug und wo ist die gute Nachricht? Ich suche noch hinderingend nach ihr.
Ja, die ICE arbeitet natürlich mit diversen Technologien. Das ist der Tech-Bezug Part 1.
Zum Beispiel werden Smartphones gehackt, überwacht, Daten gesammelt.
Es gibt Überwachungskameras, es gibt Drohnen und so weiter und so fort.
Also alles, womit man irgendwie Menschen nachverfolgen kann,
technisch wird benutzt. Und genau hier versuchen Hacker und Menschenrechtsorganisationen
wie die Electronic Frontier Foundation einzuhaken.
Wie sieht das aus? Wie kann das aussehen? Aktivistinnen legen zum Beispiel Karten
an, die zeigen, wo die EIS Kameras zur Kennzeichenüberwachung positioniert hat
und wo gerade Überwachungsdrohnen fliegen.
Es gibt auch Listen, wo Vorfälle mit der Behörde dokumentiert werden,
wo aufgezählt wird, welche Unternehmen mit der EIS zusammenarbeiten und zum
Beispiel auch, welche Fahrzeuge die Behörden nutzt.
Hackerinnen geben online auch
Tipps und Tricks, wie Menschen ihre persönlichen Daten schützen können.
Das passiert in der Regel nicht, dass Hackerinnen und Hacker das so machen.
Wobei doch, es gibt auch gute Hacker. Das nehme ich zurück.
Das ist ja eine eigene Kategorie sogar. oder in dem Fall machen das die Hackerinnen
und Hacker, die geben dir quasi genau Tipps, wie du dich persönlich davor quasi schützen kannst.
Genau, jetzt hast du es schon angesprochen. Es gibt Hackerinnen,
die legale Tipps geben und Trainings und so weiter.
Aber, und das ist eben die gute Nachricht an der Stelle, der Widerstand bleibt sichtbar.
Und ein Sprecher der Electronic Frontier Foundation hat jetzt in einem Forbes-Interview
gesagt, es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir nicht machtlos sind.
Und es gäbe eben, so sagt er, kleine Wege, Zitat, sich zu schützen und zu wehren.
Also die Technologie und das Internet quasi nicht denen zu überlassen,
die das für ethnische Razzien nutzen.
Ja, gut.
Macht vielleicht auch Hoffnung, wie Menschen auch zusammenhalten und dann vielleicht
darüber auch das Internet sinnvoll nutzen.
Ja, und es zeigt wieder, Technologie kann für gute und für schlechte Dinge eingesetzt werden.
Lass sie uns für gute Dinge einsetzen, ist vielleicht ein schönes Schlusswort.
Ja, stimme ich dir zu. Das war es für diese Woche. Wir sind natürlich nächste
Woche wieder für euch am Start, gucken bis dahin, was so passiert auf der Welt.
Und dann würde ich sagen, wir hören uns nächste Woche wieder.
Bis dahin. Macht's gut. Tschüss.
Tschüss.
Das war's schon wieder für diese Woche. Folgt oder abonniert uns gerne in eurer
Podcast-App und lasst uns dort eine Bewertung da. Das hilft uns sehr.
Bis zum nächsten Mal.
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