Das A in Asexualität: Fehlt da was?
oder: was Asexualität über unsere sexuellen Normen sichtbar macht
14.10.2026 80 min
Zusammenfassung & Show Notes
Was fehlt eigentlich, wenn jemand wenig oder keine sexuelle Anziehung erlebt – und warum wird daraus so schnell ein Mangel? Wir setzen die Ace-Brille auf Foucaults Sexualitätsdispositiv und sprechen über compulsory sexuality, Pathologisierung, epistemische Ungerechtigkeit und die Frage, ob Asexualität in die Kategorie „sexuelle Orientierung“ passt – oder diese Kategorie gerade ins Wanken bringt.
Was genau bezeichnet eigentlich das A in Asexualität?
Ausgehend von Foucaults Sexualitätsdispositiv fragen wir, was passiert, wenn wenig oder keine sexuelle Anziehung auf eine Gesellschaft trifft, in der Sexualität als selbstverständlicher Bestandteil des Menschseins gilt. Dafür unterscheiden wir zunächst sexuelle Anziehung, Libido, körperliche Erregung, sexuelles Verhalten und romantische Anziehung – und schauen uns an, wie Ace-Communities neue Begriffe für Erfahrungen entwickelt haben, die sonst leicht zusammeneinanderfallen.
Dann geht es um Diagnostik und Pathologisierung, Desexualisierung, compulsory sexuality und Sexusociety, um hermeneutische und testimoniale Ungerechtigkeit und schließlich um die Frage, was Asexualität gewinnt – und was sie übernimmt –, wenn sie als sexuelle Orientierung verstanden wird.
Und am Ende fragen wir mit Sara Ahmed: Ist Asexualität queer? Oder liegt das queere Potenzial einer Ace-Perspektive gerade darin, die Kategorien zu desorientieren, mit denen wir Sexualität, Identität und Beziehungen ordnen?
Hinweis: Im Zusammenhang mit epistemischer Ungerechtigkeit sprechen wir in der Folge auch über sexualisierte Gewalt gegen asexuelle Personen.
Zum Mitlesen:
- Karen Cuthbert (2022) Asexuality and epistemic injustice: a genderr perspective, Journal of Gender Studies, 31:7, 840-851, DOI: 10.1080/09589236.2021.1966399
- Kristina Gupta (2015) Compulsory Sexuality: Evaluating an Emerging Concept, Signs: Journal of Women in Culture and Society 2015, vol. 41, no. 1.
- Angela Chen, ACE, What asexuality reveals about desire, society, and the meaning of sex, Boston: Beacon Press.
- KJ Cerankowski and Megan Milks (2024), Asexualities, Feminist and Queer Perspectives, London: Routledge.
- Eunjung Kim (2011) Asexuality in disability narratives, Sexualities, 14(4), 479—493.
- C.D. Chasin (2019). Asexuality and the re/construction of sexual orientation. In B. L. Simula, J. E. Sumerau, & A. Miller (Eds.), Expanding the rainbow: Exploring the relationships of bi+, polyamorous, kinky, ace, intersex, and trans people (pp. 209-219). Boston, MA: Brill Sense. DOI: 10.1163/9789004414105_017
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Jessica:
Verena:
Transkript
To be human is to be sexual.
Und das tut weiterhin, und das finde ich noch mit am problematischsten,
Bisexualität total pathologisieren als überzogene Form von Sexualität.
Und das ist wichtig, weil eine gesellschaftliche Sexualordnung
nicht jeden Körper auf dieselbe Weise als sexuell behandeln muss, unter Anführungszeichen.
Das heißt, sie kann manche Menschen dazu drängen, sich als sexuelle Subjekte zu verstehen,
während sie anderen genau diese sexuelle Subjektposition abspricht.
Also nur wenn wir eine Gesellschaft haben, die davon ausgeht, dass alle Sexualität haben,
kann man überhaupt erst darüber nachdenken, in welcher Art und Weise kann man
ein Nichtvorhandenseil von Sexualität als Sexualität beschreiben.
Und genau deshalb können ja auch so Selbstbeschreibungen wie zum Beispiel
bieromantisch-asexuell sinnvoll sein, weil diese beiden Begriffe einfach grundlegend andere Fragen beantworten.
Wir sind gerade drauf gekommen, ich kann nach der langen Pause noch zählen.
Drei abwärts.
Anscheinend, weil wir ja rekorden jetzt.
Das ist der Beweis.
Das ist immer mein Test, ob ich funktioniere, ob die Zahlen noch funktionieren.
Wir sind ja für uns zurück aus einer ziemlich langen Pause.
Gott sei Dank funktioniert das mit dem Aufnehmen noch so halbwegs.
Aber wir haben uns gedacht, wir beginnen heute mit einer etwas längeren Recap
von unserer letzten Folge, nicht weil wir denken, dass ihr sie braucht.
Weil die letzte Folge ist ja eigentlich nur zwei Wochen her.
Aber weil wir sie für die heutige Folge brauchen werden.
Deswegen, Jessica, vielleicht gleich an dich.
Gibt es irgendwas aus unserer letzten Folge, das dir ganz besonders in Erinnerung geblieben ist?
Irgendwas, was du mitgenommen hast?
Beziehungsweise wir brauchen den Recap, damit wir uns daran erinnern, was in der letzten Folge war.
Also ich glaube, es ging um einen Theoretiker, der ja schon in der allerersten Folge und danach immer wieder vorgekommen ist.
Nämlich Michel Foucault und nochmal expliziter um seine Theorien zu Sexualität.
Und für mich ist er geblieben bzw. wieder aufgefrischt worden in der Vorbereitung für die nächste Folge.
Das ist bei Foucault, also was man ja von Foucault so ein bisschen populär immer mitnimmt,
ist sowas wie ja, Homosexualität und auch Heterosexualität, die wurden im 19. Jahrhundert erfunden.
Und so ja, jein, nur weil man halt das im Kopf hat, was Foucault unter Sexualität versteht.
Und damit meint er eben nicht eine bestimmte Form von Begehren oder eine bestimmte Form von Praxis,
sondern eine bestimmte Form von Sprechen über dieses Begehren und Praxis.
Und damit halt auch eine bestimmte Form der Identifizierung damit.
Ja, super.
Das wäre für mich das Wichtigste.
Ja, also das ist im Prinzip, das was du jetzt zusammengefasst hast, ist sein Konzept der Sexualität, oder?
Also da haben wir gesagt, das nennt er ein historisches Dispositiv oder so ein Begriff, den man auch mit Foucault verbindet, oder?
Also das definiert er als ein großes Oberflächennetz, so ein bisschen, in dem die Stimulierung von Körpern,
die Intensivierung von Lüsten, die Anreizung zum Diskurs, die Herausbildung besonderer Wissensformen
und auch die Verstärkung von Kontrollen und Widerständen miteinander verknüpft sind.
Also das ist ein bisschen so seine Liste, die er da verwendet in dem ersten Band von Sexualität und Wahrheit,
den wir letztes Mal gelesen haben.
Und all das passiert durch Strategien von Wissen und Macht.
Also das ist auch immer verknüpft bei ihm, Wissen und Macht.
Das heißt, genauso wie du gesagt hast, Sexualität ist bei Foucault keine verborgene Realität im Inneren des Menschen,
sondern entsteht eben historisch in einem Gefüge, das Körper, Lüste, Wissen, Sprache, gesellschaftliche Regulierung miteinander verbindet.
Ganz kurz, also es ist nicht das, was Orte Lord mit der Rude knallt.
Nein.
Genau, das gibt es ja davon.
Absolut nicht, genau.
Jetzt kommt der springende Punkt, ja, Foucault ist, also das Ganze, dieses Sexualitätsdispositiv,
das hängt bei Foucault mit seinem Machtbegriff zusammen.
Also bei Foucault ist ja Macht nicht nur etwas, das verbietet, sondern auch produziert.
Also es produziert es, also die Macht produziert Wissen, Kategorien, Normen und eben auch Weisen, sich selbst zu verstehen.
Das wird heute nochmal wichtig werden.
Und deshalb untersucht Foucault ja auch zum Beispiel, du hast auch schon gesagt, ja, die Entstehung des Homosexuellen als so eigene Spezies, sagt er da.
Untersucht er, untersucht er, untersucht auch diese ganze Kampagne und Panik um kindliche Masturbation.
Also es werden einfach sexuelle Handlungen zunehmend untersucht, sagt er, sie werden klassifiziert und als Hinweise darauf gelesen, was für ein Mensch jemand ist.
Und innerhalb dieses Prozesses, und jetzt geht es nämlich noch weiter, jetzt haben wir diese Sexualität geklärt, ja, innerhalb dieses Prozesses entsteht aber noch eine weitere Vorstellung.
Nämlich hinter diesen unterschiedlichen Körpern, Funktionen, Empfingungen, Lüsten, Verhaltensweisen, müsste ja etwas liegen, dass das alles zusammenhält und erklärt.
Und das eben dann bei Lüsex, also dem Sex bei Foucault, den nennt Foucault allerdings eine künstliche Einheit aus anatomischen Elementen, biologischen Funktionen, Verhaltensweisen, Empfindungen und Lüsten.
Wieder Foucaults Lüste.
Und das Dispositiv verbindet diese unterschiedlichen Dinge, also zunächst miteinander und erzeugt dann daraus die Vorstellung eines zugrunde liegenden Sex.
Und anschließend erscheint dann dieser Sex so, als wäre er selbst die Ursache.
Also quasi als inneres Prinzip, das unsere Körperlüste und Begehren erklärt.
Das heißt, das Dispositiv erzeugt genau das, was es anschließend zu entdecken verspricht.
Ein bisschen der Zirkelschluss.
Und weil dieser Sex als verborgene Wahrheit des Individuums erscheint, wird eben Selbsterkenntnis dann zunehmend auch zur Suche nach der eigenen sexuellen Wahrheit.
Also Foucault nennt Lösex einen imaginären Punkt, über den wir Zugang zur eigenen Intelligibilität, zum Körper und zur Identität erhalten sollen.
Und deshalb ist bei Foucault auch diese ganze Sache mit der Befreiung sehr kompliziert.
Also Foucault warnt ja am Ende dieses ersten Bandes davor zu glauben, ein Ja zum Sex bedeutet automatisch ein Nein zur Macht.
Also wenn schon die Aufforderung, unsere sexuelle Wahrheit zu entdecken, sie auszusprechen und zu befreien, Teil dieses Dispositivs sind, sagt er,
dann kann sexuelle Selbstentdeckung ja nicht automatisch Befreiung bedeuten.
Und da sind wir dann mehr oder weniger beim letzten Mal stehen geblieben.
Also um noch vielleicht nochmal den historischen Kontext so darzustellen.
Foucault schreibt das ja in den 70ern, 80ern.
Und in der Zeit, in der ja gerade, und deswegen schreibt er ja auch das mit, ist quasi ja zum Sex in Form von Befreiung,
in der ja gerade auch, gerade auch in der Gay- und Lesbien-Szene die Formen von BDSM besonders en vogue waren,
und Foucault ja auch Teil davon war, zu sagen, okay, wir haben eine Möglichkeit, außerhalb von der heterosexuellen Norm,
die das halt nicht machen, weil es halt die Norm überhaupt nicht zuneckt,
bestimmte Formen von Sexualität auszukosten, durchzuspielen.
Aber das ist nur in dem Moment quasi ein Weg zur Wahrheit,
sofern es halt eben nicht eine Verstärkung der Norm ist.
Also ab dem Punkt, wo jemand sagen würde,
schwule Männer haben immer BDSM-Sex,
ab da würde Foucault sagen, ja genau dann ist es eine Unterstützung von Macht,
genau dann ist es nicht mehr der Weg dahin.
Genau, und genau da würde ich heute gerne einsteigen, das passt gut,
weil ich habe nämlich gedacht, so, wenn Sexualität jetzt offenbar das Problem ist,
dann ist vielleicht Asexualität die Lösung.
Also die Frage einfach umdrehen, zu fragen,
könnten wir nicht einfach Nein zur Macht sagen, indem wir Nein zum Sex sagen?
Würde da dann Foucault Ja sagen oder nicht?
Jessica lacht schon.
Ah, lachen, wir sind doch nicht am Ende der Folge.
Ich weiß, sorry.
Aber finde ich interessant, weil wir hatten ja vor einem paar,
ah, jetzt ist es schon einige Monate her, weil wir ja Pause hatten,
da hatten wir mal einen Kommentar zu einer unserer Folgen,
die Folgen, in der es um Gossip ging.
Und darum, da ging es in dem Kommentar darum,
dass eine Ace-Perspektive, also eine Perspektive aus den Asexuality-Studies
dabei wahrscheinlich sehr hilfreich wäre auf dieses Thema.
Und weil ich ja der Meinung bin, dass eine Ace-Perspektive
ja auch bei erstaunlich vielen Dingen auf der Welt eigentlich hilfreich sein könnte,
nicht nur bei Gossip, wollen wir das heute machen.
Ja, wir setzen mal unsere Ace-Brille auf und richten sie auf Foucaults Sexualitäts-Dispositiv.
Das heißt, wir fragen uns, kann uns eine Ace-Perspektive hier weiterhelfen?
Oder vielleicht genauer, ja, von wo aus müssen wir denn diese Perspektive einnehmen,
um nicht in die von Foucault beschriebene Selbstbefreiungsfalle zu tappen.
Aber vielleicht beginnen wir mit ein paar Worten zur Asexualität allgemein.
Was genau bezeichnet denn dieses A vor Sexualität?
Nicht.
Das Latein für nicht.
Und was ist denn jetzt nicht?
Ja, das ist die Frage.
Das wollen wir heute rausfinden.
Also warum das nicht Sexualität heißt.
Diese Identitätskategorie an Sexualität, die ist ja noch relativ jung
im Vergleich zu anderen Identitätskategorien.
Die hat sich auch stark, weil sie eben noch so jung ist,
sehr stark über Online-Aktivismus eigentlich auch herausgebildet.
Und da war ganz besonders wichtig, damals Anfang der 2000er Jahre,
die Gründung des Asexual Visibility and Education Network,
also kurz AVEN, 2001 war das damals.
Also okay, so jung auch nicht, aber für mich halt jung.
Also geschichtlich gesehen, zur Geschichte kommen wir nächste Folge.
Aber dort ist eben auch eine Definition entstanden,
die bis heute sehr verbreitet ist.
Also Kurzfassung, eine asexuelle Person ist eine Person,
die keine sexuelle Anziehung erlebt.
Aber diese Definition war nie so wirklich die einzige innerhalb der Community.
Jacinthe Floch zum Beispiel übernimmt da eine breitere Formulierung
von CJ Delusio Jason.
Er heißt, asexuell sind Menschen, die wenig oder keine sexuelle Anziehung erleben
und oder sich selbst als asexuell identifizieren.
Also das ist schon mal was anderes.
Und außerdem wird Asexualität ja auch als Spektrum verstanden.
Soll heißen, da gibt es dann zum Beispiel Begriffe wie Grey Asexual,
mit denen man Menschen oder mit denen sich Menschen beschreiben können,
die nur selten oder schwach sexuelle Anziehung erleben.
Oder zum Beispiel Demisexual.
Das bezieht sich auf Menschen, die die sexuelle Anziehung erst dann erleben,
wenn bereits eine enge emotionale Bindung entstanden ist.
Genau. Oder andersrum.
Freer sexuell, wenn du quasi eine Bindung hast
und dann hast du weniger verlangen.
Das Gegenteil davon.
Also und so weiter, könnten wir sagen.
Also wir könnten da diese Mikrolabels oder diese kleineren Labels
unter dem Umbrella-Label asexuell dann noch vervielfältigen.
Und worauf wir vielleicht auch noch hinweisen sollten,
ist, dass das asexuelle Spektrum ganz eng verbunden ist
mit dem aromantischen Spektrum.
Also aromantisch bezeichnet parallel zu asexuell wenig oder keine romantische Anziehung.
Und damit haben wir auch schon eine erste wichtige Unterscheidung eigentlich.
Also romantische und sexuelle Anziehungen müssen nicht zusammenfallen.
Oh.
Und das wird später noch wichtig.
Vielleicht zuerst noch ein bisschen weiter.
Es gibt eine weitere grundlegende Unterscheidung.
Ist auch, sexuelle Anziehung ist nicht dasselbe wie Sexualtrieb.
Das sollte eigentlich logisch sein.
Aber ich glaube, es ist nicht logisch.
Das schreibt zum Beispiel, also nicht nur, aber unter anderem Angela Chen.
Also eine Wissenschaftsjournalistin, Autorin.
ist selbst auch Teil der ACE-Community.
Und die hat ein Buch geschrieben.
ACE heißt das.
Und in dem sie eben, sehr empfehlenswert übrigens für alle, die sich da...
Er fließt sich wirklich sehr leicht.
Ja, weil sie sich so leicht liest.
Also ich fand das super.
Und dort verbindet sie nämlich Forschung mit Interviews und Wissen aus den ACE-Communities selber.
Und sie schreibt da eben, ja, mit Libido oder Sexualtrieb ist eben das Bedürfnis nach sexueller Befriedigung gemeint.
Und dieses Bedürfnis muss nicht auf eine bestimmte andere Person gerichtet sein.
Bei sexueller Anziehung ist das anders.
Die hat immer ein Gegenüber.
Aber keines von beiden ist dasselbe wie körperliche Erregung.
Das ist wieder was anderes.
Das heißt, ein Körper kann sexuell erregt sein, ohne dass diese Erregung bedeutet, dass sich eine Person sexuell zu einer anderen hingezogen fühlt.
Und dann haben wir sexuelles Verhalten.
Das ist nochmal was anderes.
Also Beispiele, ACE-Personen können masturbieren, ACE-Personen können Sex haben, ACE-Personen können Sex genießen.
Aber nichts davon sagt für sich genommen, ob sie sexuelle Anziehung erleben, wann und wie viel.
Und dann kommt halt auch noch die Frage dazu, welche Art von Anziehung wir überhaupt meinen.
Weil ACE- und ARROW-Communities unterscheiden häufig zwischen unterschiedlichen Arten von Anziehung.
Also wir hatten jetzt schon sexuelle Anziehung, romantische Anziehung.
Aber dann könnten wir auch noch sagen, es gibt ästhetische Anziehung, sinnliche, intellektuelle, platonische Anziehung und so weiter.
Und das wird oft mit dem Begriff Split Attraction bezeichnet oder darunter zusammengefasst.
Und da geht es jetzt nicht darum, dass jeder Mensch seine Gefühle dazwingend in diese Kategorien zerlegen muss.
Oder vielleicht sogar auch sollte, aber darauf kommen wir später nochmal zurück.
Aber analytisch kann eben diese Unterscheidung sehr hilfreich sein.
Weil wenn ich jemanden schön finde, muss das deshalb nicht heißen, dass ich mit dieser Person Sex will.
Oder wenn ich körperliche Nähe suche, dann muss das weder sexuelle noch romantische Anziehung bedeuten.
Und wenn ich mich romantisch zu Menschen eines beflimmten Geschlechts hingezogen fühle,
dann sagt das noch nicht automatisch irgendwas darüber aus, ob ich sexuelle Anziehung zu ihnen erlebe.
Und genau deshalb können ja auch so Selbstbeschreibungen wie zum Beispiel bieromantisch asexuell sinnvoll sein.
Ja, weil diese beiden Begriffe einfach grundlegend andere Fragen beantworten.
Ja, und das Spannende ist, dazu kommen wir ja später noch, dass das hilft, halt auch allgemein anders über Sexualität nachzudenken.
Aber nicht nur über Sexualität, deswegen sage ich es jetzt, sondern auch über andere Formen der Beziehung.
Weil du gerade meintest, ich will körperliche Nähe. Das heißt nicht, dass ich mich hingezogen fühle.
Also das wirft halt einen neuen Blick auf Familie und Freundschaften zum Beispiel.
Also gerade wenn, und das hört man ja ganz häufig von Leuten, die sich in dem Thema schon mehr beschäftigt haben
und vielleicht auch in dem Thema irgendwie aktivistisch unterwegs sind, dass die sagen,
ja, das führt auch zu einer neuen, zu einer neuen Bewertung und vielleicht Balance zwischen verschiedenen Formen von Beziehungen.
Weil man sagt ja, man kann auch mit Freundinnen kuscheln.
Man braucht dafür nicht nur die eine romantische Partnerperson oder so.
Und dass es halt wirklich insgesamt auf unser Verhältnis mit Menschen einen anderen Blick eröffnet
und nicht nur auf Sexualität ist an der Stelle vielleicht noch wichtig.
Total.
Und vor allem, worauf ja auch Jen im Buch immer wieder hinweist, ist,
das sind ja jetzt, also alle Dinge, die ich bis jetzt gesagt habe,
also wir sind mit der Folge noch nicht fertig, aber bis jetzt, glaube ich, ist jetzt noch nichts gefallen
oder kein Begriff gefallen, der nicht irgendwie verständlich gewesen wäre
oder den wir nicht auch sonst im Alltag eigentlich verwenden.
Also auch wenn es nicht um Asexualität geht, das meine ich.
Und da schreibt sie auch, also wenn es, sie schreibt dann zu diesem differenzierteren Vokabular,
das eben in den Ace Communities oder in den Studies verwendet wird,
da schreibt sie, Aces didn't discover these experiences,
we merely paid attention and try to better describe them.
Also für den Rest der Folge müssen wir also einfach mehrere Dinge, glaube ich, auseinanderhalten.
Zum einen eben sexuelle Anziehung, dann Libido, körperliche Erregung,
sexuelles Verhalten, romantische Anziehung oder andere Arten von Anziehung
und Beziehung, so wie du jetzt auch schon gesagt hast.
Diese Dinge können gemeinsam auftreten, sie müssen es aber nicht.
Und Ess-Erfahrungen machen einfach diese Trennlinie besonders deutlich sichtbar.
Und wo wir jetzt gerade bei Sichtbarkeit sind, über wie viele Menschen sprechen wir denn?
Über wie viele Menschen sprechen wir eigentlich?
Weil offenbar ist das ja immer eine ganz wichtige Frage, diese Frage nach dem Vichy,
wenn es darum geht, über Dinge oder Menschen zu sprechen, die aus der Norm fallen.
Weil wo kämen wir denn dahin?
Würde jetzt mein Papa sagen.
Vielleicht sagt dir dieses berühmte 1% was, weißt du, woher diese Zahl stand?
Also ich kann dir nicht sagen, oder die Zahl stand, das kannst du dir bestimmt gleich sagen.
Ich kann dir aber sagen, dass ich nicht glaube, dass es nur 1% sind.
Und zwar deshalb, weil die Frage ist ja, was fragen wir Menschen?
Und gerade bei was, wo man nicht weiß, was es ist, oder ob man vielleicht dazugehört oder nicht.
Also ich glaube nicht, dass alle Menschen, die gegebenenfalls Teil davon werden,
dann überhaupt wissen, was sie antworten sollen.
Also allein deshalb.
Wenn es jetzt was anderes wäre, keine Ahnung, was du braunen Haare,
dann ist es, glaube ich, viel einfacher, dann eine Befragung zu machen.
Also ich weiß nicht, wenn ich meine Kinder frage, welche Haarfarbe sie haben, wissen sie es auch nicht.
Ja, okay, gut. Ausnahmestätigte, die Regeln.
Siehst du.
Aber ja, das ist im Prinzip eh das Fazit von dieser ganzen Zahlenfrage.
Ich bin überhaupt kein großer Fan von Zahlen.
Ich bin nicht der Meinung, dass man Menschen oder irgendwelche Eigenschaften zählen kann von Menschen.
Aber dieses, ja.
Ja, vor allem, also ich finde auch eine Prozent,
ich finde, eine Prozent klingt immer auch viel weniger.
Deswegen sage ich das immer, wenn ich mit Leuten, keine Ahnung,
es geht ja manchmal auch bei sowas wie Intersexuellität,
intergeschlechtlich, boah, deutsche, schwierige Sprache.
Dass ich, wenn ich dann, keine Ahnung, zum Beispiel,
wenn ich auch mit meinem Vater wieder anspreche,
wenn ich mit ihm rede, wenn ich dann sage,
eine Person unter 100 klingt nach so viel mehr wie einem Prozent.
Vielleicht das auch nochmal im Kopf zu hatten,
selbst wenn ein Prozent jetzt vielleicht auch wenig klingt,
das ist eine Person unter 100.
Das ist in drei Schulklassen auch eine Person.
Ja, ja, ja, genau.
Und trotzdem, um nochmal zurückzukommen auf die ein Prozent,
ja, und trotzdem wird diese Zahl immer wieder reproduziert.
Ja, also die wird immer wieder zitiert.
Und vielleicht kurz zur Geschichte, wo sie herkommt.
Die stammt von Anthony Bogart,
der damals 2004 Daten ausgewertet hat,
aus einer britischen Zufallsstichprobe
mit mehr als 18.000 Personen damals.
Und dort haben eben genau, also nicht genau,
1,05 Prozent, glaube ich, waren das,
der folgenden Aussage zugestimmt.
Und zwar hat die Aussage gelautet,
I have never felt sexually attracted to anyone at all.
Und daraus, aus dieser Information,
wird dann in der Breite häufig,
ein Prozent der Menschen ist asexuell.
Aber genau das hat die Studie ja nicht gefragt.
Richtig.
Und vor allem, wenn ihr jetzt aufgepasst hättet,
wüsstet ihr, dass das nur in diesen,
wenn dann überhaupt nur die ganz engste Definition ist.
Ja, genau.
Genau.
Und das heißt, die Studie,
also die Studie, die Studie hat überhaupt nichts gefragt.
Das war einfach eine Zufallsstichprobe.
Und da wurde eben nach einer bestimmten Erfahrung
sexueller Anziehung gefragt
und nicht nach asexueller Identität.
Das ist mal Punkt Nummer eins.
Man sieht das auch ganz gut im Vergleich
mit einer neuseeländischen Studie von 2017,
wenn ich mich richtig erinnere,
war die, dort hat die Frage nämlich wirklich gelautet,
How would you describe your sexual orientation?
Und das war eine offene Frage.
Das heißt, die Leute durften da wirklich reinschreiben,
was sie für richtig gehalten haben.
Und da haben dann 0,4 Prozent der Antwortenden
sich als asexuell bezeichnet.
Aber wiederum, das ist halt eine,
da kommt es dann halt drauf an,
wie ich asexuell definiere,
hatten wir schon oben.
Und ob ich weiß, was es ist.
Genau.
Also da fangen ja viele Dinge zusammen,
aber man sieht,
es gibt eben eine große Spannweite hier.
Und vor allem kommt es ja auch immer darauf an
und hängt immer davon ab,
wonach wir fragen
und welche Kategorien wir dafür verwenden.
Und das ist halt jetzt für unsere Folge
mal wichtiger als irgendeine einzelne Prozentzahl.
Aber gut, wir haben also bis jetzt
Asexualität vor allem mit Begriffen beschrieben,
die in Ace-Communities entwickelt worden sind,
um unterschiedliche Erfahrungen auseinanderhalten zu können.
Die nächste Frage wäre jetzt,
was passiert, wenn diese Erfahrungen von außen
in wissenschaftliche Modelle eingeordnet werden?
Weil dort begegnet ja wenig
oder fehlende sexuelle Anziehung
nicht unbedingt einfach,
also wird nicht als mögliche Variante
menschlicher Erfahrung eingestuft automatisch,
sondern sie trifft auf Modelle,
in denen sexuelles Verlangen
bereits vorausgesetzt wird.
Und genau das untersucht
zum Beispiel Jacinthe Floch,
die untersucht,
wie Sexologie und Psychiatrie
Nicht-Sexualität,
sag ich jetzt mal,
innerhalb ihrer eigenen Modelle
verständlich machen
und sie dabei immer wieder
als Mangel oder Störung fassen.
Und da beginnt Flo mit der Aussage,
die uns jetzt nach Foucault
eigentlich nicht mehr sonderlich überraschen sollte.
Sie schreibt,
Also Flo argumentiert,
dass Sexologie und Psychiatrie
historisch mit
diagnostischen Instrumenten
gearbeitet haben,
die davon ausgehen,
dass sexuelles Verlangen existiert,
dass es eine gesunde Sexualität gibt
und dass geeignete Verfahren
diese freilegen können.
Und geringes oder fehlendes Begehren
oder Verlangen
in der Terminologie
kann in diesem Zusammenhang
eben zu einem Hinweis
auf eine Störung werden.
Und die dahinterstehende Annahme
lässt sich sogar noch
sehr viel kürzer
in sieben deutschen Worten,
nein, englischen,
Entschuldigung,
und ich habe die englische Definition
in sieben englischen Worten ausgedrücken
und zwar
To be human
is to be sexual.
Also und die Geschichte
der Diagnostik
Ja, genau.
Menschsein
ist sexuell sein.
Aha, das erste Mal
das Deutsch kürzer ist.
Ja, das ist auch
ein Staunenlöscher, oder?
Aber die Geschichte
der Diagnostik
zeigt das eben auch sehr deutlich.
In der dritten Ausgabe
des amerikanischen
Diagnostik
and Statistical Manual
of Mental Disorders,
also kurz DSM,
die da rausgekommen ist
1980,
die hat eine Diagnose enthalten
namens
Inhibited Sexual Desire,
also übersetzt so viel
wie gehemmtes sexuelles Verhalten,
Verhalten, Verlangen, Entschuldigung.
Und die Bezeichnung
setzt ja schon genau das
voraus,
nämlich dass sexuelles Verlangen
eigentlich vorhanden ist
und einfach nur
gehemmt ist.
Und daraus ist dann
1987
die
Hypoactive Sexual Desire
Disorder geworden,
also auf Deutsch
sexuelle Appetenzstörung,
heißt das bis heute immer noch,
oder umgangssprachlich
Libidoverlust.
In weiterer Folge
konnte eine sexuelle
identifiziert werden,
wenn
fehlende
oder deutlich
verminderte
sexuelle Fantasien
oder fehlendes
Verlangen
nach sexueller
Aktivität
mit erheblichem
Leistungsdruck
Leidensdruck
oder zwischenmenschlichen
Schwierigkeiten
verbunden
sind.
Also Leistungsdruck
ist jetzt nicht so
fern von
Ich weiß nicht,
du mein Kopf
wird gerade mal.
Aber ja.
Ich bin der Versprecher.
Apropos,
bei Freude ist genau das
auch schon.
Oh mein Gott.
Ja.
Wir bleiben heute mal
an der Oberfläche.
Also dieser Leidensdruck,
der wurde da quasi
hinzugefügt
und der bleibt auch
bis heute.
Das neue
DSM,
also DSM 5
hat dann den
diagnostischen Rahmen
2013 nochmal verändert.
Diese Klausel
mit dem Leidensdruck,
die bleibt,
aber berücksichtigt
wird in den
Diagnose-Kriterien
seitdem eben auch
zum ersten Mal
die Selbstidentifikation
als asexuell.
Aber,
jetzt kommt ein Aber,
sowohl der Leidensdruck
als auch die
Selbstidentifikation
lösen das
zugrunde liegende
Problem nicht.
Also Flor
weist schon selber
darauf hin,
dass eben
Leidensdruck
natürlich auch
durch gesellschaftliche
oder kulturelle
Bedingungen
geprägt sein kann.
Das heißt,
eine Person kann
unter geringem
oder fehlendem
sexuellen Verlangen
leiden,
weil
Beziehungen,
Erwartungen
oder soziale
Reaktionen
eben dieses
Erleben
schwierig machen.
Und
Chasing
kritisiert
dann deshalb
auch die
Abgrenzung
zwischen
einer
auf der einen
Seite
lebenslangen
stabilen
und nicht
pathologischen
Asexualität
und auf der anderen
Seite
einem geringen
sexuellen
Verlangen,
das bei
Leidensdruck
als behandlungsbedürftig
als behandlungsbedürftige
Störung gilt.
Weil
Dauer- und
Leidensdruck
können schließlich
unabhängig
voneinander
variieren
eigentlich.
Jemand kann
lebenslang
wenig oder
kein sexuelles
Verlangen
erleben
und darunter
leiden
und eine
andere Person
kann später
ihr sexuelles
Verlangen
verlieren
und mit
dieser
Veränderung
eigentlich
vollkommen
zufrieden
sein.
Also
diese
Grenze
zwischen
legitimer
Identität
und
behandlungsbedürftiger
Störung
lässt sich
deshalb nicht
einfach aus
diesen beiden
Kategorien
oder Kriterien
muss man
eigentlich sagen
ableiten.
Weil
dass etwas
fehlt
ist
jetzt vielleicht
auch ganz
wichtig
ist
zunächst
einmal nur
eine
Beschreibung
aber
dass dieses
Fehlen
ein
Mangel
ist
das
setzt
bereits
eine
Norm
voraus
nach der
es
eigentlich
vorhanden
sein
sollte.
Dazu kommt
werden wir
später
nochmal
drauf
zurückkommen
sowieso
aber
diese
Ausnahme
unter
Anführungszeichen
Asexualität
die wurde
nicht
auf die
gleiche
Weise
Disorder
oder
Arousal
Disorder
und da
schließt
diese
Selbstidentifikation
als
Asexuell
diese
Diagnose
nur dann
aus
wenn das
fehlende
Verlangen
lebenslang
besteht
und
bei
Männern
bei der
es die
Male
Hypoactive
Sexual
Desire
Disorder
gibt
gibt es
diese
Voraussetzung
nicht
also
ich kann
Asexuell
sagen
ich muss
aber
nicht
beweisen
dass die
lebenslang
bestanden
hat
schon
auf
diesen
Unterschied
ich sage
jetzt mal
Gender
Unterschied
kommen wir
später
nochmal
zurück
aber
so steht
es
darf ich mich
dann später
nochmal
aufregen
wenn du dich
aufregen
möchtest
musst du es
jetzt
machen
weil ich
brauche
noch
eine
weitere
Unterscheidung
bevor wir
zum nächsten
Punkt
übergehen
können
nee
ich sammle
das am Ende
ich wollte gerade
sagen
ich habe noch
mehr
du kannst
schon mal
die Liste
ich wollte gerade
sagen
ich schreibe
mal mit
du kannst
für Prozesse
durch die
unter anderem
behinderte
Menschen
als nicht
sexuell
positioniert
werden
und ihnen
sexuelle
Subjektivität
abgesprochen
wird
und sie
formuliert
das sehr
deutlich
sagt
stereotypical
ascriptions
of
asexuality
sagt sie
da
is
to disabled
people
should not
be
conflated
with
asexuality
as an
embodiment
and
subjectivity
also von anderen
als nicht
sexuell
positioniert
zu werden
heißt
das ist
was anderes
als
asexualität
selbst
zu erleben
und sich
als asexuell
zu identifizieren
sollte ja
eigentlich auch
klar sein
aber es ist
spannend
wo es halt
nicht anscheinend
klar ist
weil wenn man
sich das
weiterdenkt
bei der
desexualisierung
marginalisierter
gruppen
geht es
eigentlich
um die
frage
wer
überhaupt
als
vollständig
menschlich
gelten
darf
weil
wenn wir
jetzt alles
zusammen nehmen
was wir
jetzt schon
wissen
wenn
sexualität
als
selbstverständlicher
bestandteil des
menschseins
gilt
dann kann
natürlich
der
ausschluss
aus
sexualität
zugleich
ein
ausschluss
aus der
kategorie
des
normalen
menschen
sein
und umgekehrt
umgekehrt
kann sexualität
dann dazu dienen
marginalisierten
gruppen
normalität
und menschlichkeit
zuzuschreiben
oder das heißt
behinderte
oder ältere
menschen
zum beispiel
auch können
in bestimmten
diskursen
geriatrie
zum beispiel
gerade
dadurch
humanisiert
werden
dass sie
wieder
unter anführungszeichen
als sexuelle
subjekte
dargestellt
werden
und das ist
wichtig
weil eine
geschlechtliche
oder eine
gesellschaftliche
sexualordnung
nicht jeden
körper
auf dieselbe
weise
als sexuell
behandeln
muss
unter anführungszeichen
sie kann
manche
menschen
dazu drängen
sich als sexuelle
subjekte
zu verstehen
während sie
anderen
genau diese
sexuelle
subjektposition
abspricht
quasi
und damit
haben wir
jetzt zwei
dinge
gesehen
die auf
den ersten
blick
widersprüchlich
wirken
auf der einen
Seite
kann eben
geringes
und fehlendes
sexuelles
verlangen
als Mangel
oder Störung
erscheinen
und muss
therapiert
werden
und auf der
anderen Seite
können bestimmte
Menschen oder
Gruppen
gerade dadurch
marginalisiert
werden
dass sie eben
als nicht
sexuell
gelten
aber beides
ergibt wieder
Sinn
wenn Sexualität
ja selbst
zu einem
Maßstab
dafür geworden
ist
sollen
oder whatever
sondern es geht
darum
wer
auf welche
Weise
als sexuelles
Subjekt
gelten soll
und welche
Formen von
Sexualität
oder von
Nicht-Sexualität
dabei als
normal
anerkannt
werden
und dieses
größere
Gefüge
diese Struktur
versucht
dann unter anderem
der Begriff
compulsory
Sexuality
zu beschreiben
Jessica
Woran erinnert
dich dieser
Begriff
Ich wollte gerade
sagen
da muss man
aufpassen
dass man
sich nicht
verspricht
dass man
Compulsory
Heterosexuality
automatisch
sagt
Genau
wir hatten
ja schon
eine Folge
drüber
zu
Compulsory
Heterosexuality
mit
Agent Rich
wo wir
das noch
mit
Butler
kontrastiert
hatten
die Norm
ist
und dass
dadurch
aber
alles
in dieser
Gesellschaft
auch
danach
ausgelegt
ist
also
dass
Beziehungen
nach
Heterosexualität
ausgelegt
sind
dass
Familien
nach
Heterosexualität
ausgelegt
etc.
Also es geht
nicht nur
darum
dass wir
denken
die meisten
Menschen
sind
so
sondern
dass
die Welt
sich
auch
danach
ausrichtet
und
das gleiche
ist
denke ich
dann
für
Compulsory
Sexuality
der Fall
also
dass
Gesellschaft
und
Vorstellungen
wie du es gerade gesagt hast
von wer ist
Mensch
und wer ist
echter
richtiger
Mensch
wer steht
ganz oben
in der Spitze
von Menschsein
dass das
auch nach
sexualisiert
ausgerichtet
wird
also dass
man
Sexualität
hat
und
sexuell
aktiv
ist
genau
obwohl ich
ganz kurz
so sexuell
aktiv
das ist
eigentlich
das Spannende
dass sich
dieses
das
zeigen
wie man
ist
dann ganz
häufig
in dieser
Praxis
zeigt
also
dass es
den meisten
Menschen
ja dann
irgendwie schon
egal ist
ob du
wirklich
was weiß ich
entweder
Gefallen
daran hast
oder
Interesse
daran
hast
solange
du es
dann
wirklich
tust
und
das
trifft
sich
auch
ganz
gut
mit
der
Definition
von
Christina
Gupta
die
beschreibt
Compulsory
Sexuality
nämlich
folgendermaßen
sie sagt
I use
the term
compulsory
sexuality
to describe
the assumption
that all
people
are sexual
and to
describe
the social
norms
and practices
that both
marginalize
various forms
of non-sexuality
such as
a lack
of sexual
desire
and behavior
and compel
people
to experience
themselves
as desiring
subjects
take up
sexual
identities
and engage
in
sexual
activity
also ich glaube
das ist genau
das ein bisschen
was du jetzt
was du auch schon
beschrieben hast
und wichtig
dabei ist
dass eben
Gupta
dieses Konzept
also wie sie
wie sie es
versteht
also Compulsory
Sexuality
soll
nicht einfach
einen äußeren
gesellschaftlichen
Zwang
bezeichnen
der auf
bereits
sexuelle
und asexuelle
Menschen
einwirkt
und wäre ein bisschen
zu essentialistisch
sondern Gupta
denkt das Konzept
ausdrücklich
auch entlang
eines
Foucault'schen
Machtbegriffs
also als ein System
das Sexualität
privilegiert
und nicht Sexualität
marginalisiert
das Verhalten
reguliert
und gleichzeitig
daran beteiligt
ist sexuelle
und nicht
sexuelle
Lebensweisen
überhaupt hervor
zu bringen
das heißt
Compulsory Sexuality
beschreibt
keine Gesellschaft
in der es
überall
und für alle
heißt
sei sexuell
hab Sex
bilde deine
intimsten
und wichtigsten
Beziehungen
mit sexuellen
PartnerInnen
gerade
wie wir gesehen haben
gerade die
Desexualisierung
zeigt warum
dieselbe
Gesellschaft
kann von manchen
Menschen erwarten
sexuelle Subjekte
zu sein
während sie
anderen
genau diese
sexuelle Subjektposition
abspricht
haben wir gesagt
das heißt
sie kann
bestimmte Formen
von Sexualität
normalisieren
und andere
stigmatisieren
soll das einfach
heißen
genau
und das
sieht man
dass das so ist
sieht man
genau an den
Punkten
also genau
an den
Personengruppen
oder Momenten
wo man
wo nicht
diese
dieses
obligatorische
du musst
jetzt
sex haben
gezeigt wird
und das
zeigt sich
wie du schon
gesagt hast
bei
verschiedenen
naja
der Art
und Weise
wie mit
Sexualität
von Menschen
mit Behinderung
umgegangen wird
das zeigt sich
aber auch
bei sowas
wie
Homosexualität
ja
also wir wollen
Teil davon
ist es eben
auch zu sagen
deine Sexualität
ist nicht normal
und deswegen
sollst du sie
nicht draußen
also du sollst
nicht draußen
Händchen halten
sondern nur drinnen
also Sexualität
ist überall
aber eben nicht
bei allen Menschen
gleich
im Sinne von
der gesellschaftlichen
Bewertung
von ist das
jetzt Gute
ist das Schlechte
wirst du überhaupt
als sexueller Teil
der Gesellschaft
gesehen
oder nicht
genau
und deshalb
muss ja auch
das Konzept
also Compulsory
Sexuality
bei Gupta
in eine
breitere
Analyse
eingebettet
werden
also welche
Formen von
Sexualität
und Beziehung
gelten als normal
welche gelten
als gesund
welche als legitim
wer
wird privilegiert
und wer
wird marginalisiert
weil das eigene
Leben eben diesem
Modell
entweder entspricht
oder eben
davon abweicht
das heißt der Begriff
beschreibt eine
gesellschaftliche Ordnung
in der Sexualität
sehr sehr sehr
sehr wichtig
dafür geworden ist
wie ein normaler
Mensch
ein gesunder
Mensch
ein reifer Mensch
oder eine
legitime Beziehung
ausschauen soll
und neben diesem
Begriff
Compulsory Sexuality
gibt es in der
Forschung auch noch
andere Begriffe
die da ausprobiert
werden
andere Konzepte
die eingeführt
werden
die aber eigentlich
eine sehr ähnliche
analytische Arbeit
leisten
ja also
Sex Normative Culture
wurde da mal
vorgeschlagen
Sexual Normativity
oder einfach nur
The Sexual Assumption
ja
Ella
Pschibullow
hat da zum Beispiel
den Begriff
Sex as Society
vorgeschlagen
und definiert dann
den Begriff
as
a society
that is heavily
organized
around the
conviction
that sexuality
is a universal
element
in our lives
and relationships
und sie beschreibt
da vier
Merkmale
also Sex
wird gegenüber
anderen Formen
des Miteinanders
der Berührung
und gemeinsamen
oder gemeinsamen
Aktivitäten
privilegiert
Sexualität
ist
irgendwie zentral
für Selbstkonstitution
und Selbsterkenntnis
Sex
wird mit Gesundheit
verbunden
und
Sex
wird eng
an Paarbeziehung
Liebe
und Intimität
gekoppelt
und deren Gesundheit
also
dass er
genau
gesagt wird
wie
ihr habt nicht mehr
so viel Sex
das ist ja massiv
in eurer Beziehung
ja
also
ich glaube
das ist so ein bisschen
diese Erweiterung
der körperlichen Gesundheit
oder
also
die biologische
körperliche Gesundheit
wird dann auf die
auf die Beziehung
übertragen
also
ganz kurz
nicht richtig
also
Intimkopf
ist ja auch
keine Ahnung
eins von den
Klassifikationen
Dings da
von
depressiver Verstimmung
und Depression
das
vermindertes
vermindertes
Sexualtrieb
so
ja
okay
gut
also
das ist halt
dass es überhaupt
mit bestimmten
Krankheiten
in Verbindung
gesetzt wird
ist ja
immer noch
dann
ja
das sieht man auch
in den Differentialdiagnosen
ja
wenn
quasi
Libidoverlust
im Raum
steht
dann heißt
dass es vielleicht
nur
depressiv
weil die
Beziehung
nicht funktioniert
genau
also
Flor würde da
also Flor hat
Chibillo
dann
deutlich kürzer
zitiert
ja
also was
was bedeutet
dass
Sexualtour
is everywhere
sagt sie
ja
it is within us
it is us
ja
und da sind wir
dann wieder ganz
nah an Foucault
eigentlich schon wieder dran
ja
wenn Sexualität
zu einer Weise wird
in der Menschen
sich selbst
und andere
verstehen soll
dann verschiebt sich
jetzt aber auch
ja
Stichpunkt Verstehen
die Frage
von den Normen
hin zum Wissen
ja
welche Begriffe
stehen uns
überhaupt zur Verfügung
um eine Erfahrung
zu deuten
und wessen
Deutung vor allem
ja
gilt dann
überhaupt
als
als
als
als glaubwürdig
ja
also für Asexualität
bedeutet das ja
wie mache ich
eine Erfahrung
von wenig oder
keiner sexuellen
Anziehung
verständlich
wenn die
verfügbaren
Deutungsmuster
ja bereits
sexuelle
Subjekte
voraussetzen
praktisch
ja
und wer darf
dann entscheiden
was diese
Erfahrung
bedeutet
und da brauchen
wir einen Begriff
den wir auch schon
mal hatten
im Podcast
nämlich
epistemische
Bindung gebracht
haben wir damals
auch gemacht
in der Folge
da steht aber
in einer
sehr viel längeren
Tradition
eigentlich
schwarzen
feministischen
Denkens
ja
über die Frage
wer gehört wird
geglaubt wird
und das
Wissen des Subjekts
anerkannt
wird
und
Fricker hat da
zwischen zwei
Formen
unterschieden
die jetzt auch
für uns heute
wichtig
wichtig sind
ja
Nummer eins
bei hermeneutischer
Ungerechtigkeit
fehlen quasi
gemeinsame Begriffe
oder Deutungsmuster
mit denen Menschen
ihre Erfahrung
verständlich machen können
und diese Lücken
in den Deutungsmustern
entstehen unter
gesellschaftlich
ungleichen
Bedingungen
und genau
hier wird eben
auch dieses
Vokabular
von Ace Communities
interessant
ja
also Begriffe
wie
Asexuell
Aromantisch
Grey
Asexuell
Lemisexuell
und die Unterscheidung
eben von diesen
verschiedenen Formen
von Anziehung
die schaffen
neue Möglichkeiten
Erfahrungen
zu beschreiben
ja
Jen hat das
wieder so
formuliert
ja
New ways to talk
about attraction
means new ways
to think
about attraction
ja
ich würde sagen
das ist ja auch das
zumindest aus meiner
Erfahrung
was die meisten
Menschen
die sich dann
mit dem Thema
auseinandersetzen
und vielleicht
irgendwie Teil
des A-Spektrums
sind als allererste
sagen
es hat mir geholfen
anders über mich
nachzudenken
weil es Worte hatte
die ich halt vorher
nicht hatte
für bestimmte Erfahrungen
genau
und jetzt kommt
das aber
die Begriffe
die Begriffe
reichen
deswegen nicht
weil es gibt noch
sowas wie
testimoniale
Ungerechtigkeit
das heißt
bei dieser Art
von Ungerechtigkeit
kann eine Person
ihre Erfahrungen
durchaus erklären
ihr wird aber
nicht geglaubt
oder die Deutung
wird von anderen
überschrieben
quasi
also wir haben
zwei unterschiedliche
Fragen
wir haben die Frage
kann ich meine
Erfahrungen
verständlich machen
und wir haben die Frage
wird mir geglaubt
wenn ich sage
was sie bedeutet
und da gibt es
eine Studie
von Karen Cuthbert
die würde ich jetzt gerne
noch ein bisschen
vorstellen
kurz vorstellen
die hat genau
diese beiden
Probleme
auf Asexualität
nämlich angewendet
und untersucht
was passiert
wenn Ace-Personen
ihre Erfahrung
benennen
und andere
dann diese Erzählung
umdeuten
vielleicht kurz
zum Einstieg
Jessica
was denkst du
was sind denn da
so die häufigsten
Reaktionen
wenn
jemand sagt
er sieht
das Asexual
du hast
bloß noch nicht
den richtigen
gefunden
ja
okay
oder so
du hattest
nur noch
keine
gute
sexuelle
Erfahrung
also
es ist sehr ähnlich
also
so will ich das auch sagen
es ist auch sehr ähnlich
zu
Leuten
die sich nicht
jetzt heterosexuell
identifizieren
ja
genau
also wirklich
also
ganz häufig glaube ich
auch
ja das glaubst du nur
oder
keine Ahnung
du bist nur enttäuscht
weil du keinen Partner
findest
und deswegen
fühlt es sich jetzt besser an
solche Sachen
ja
kann ich mir gut vorstellen
ja
ja
vielleicht
verfangen wir gleich
in der
Mitte
drin an
ja
Kathbert hat nämlich
also das war eine
britische
Studie
da hat
sie
teil
strukturierte
Interviews
geführt
mit
Menschen
die sich
als asexuell
selbst
identifizieren
und
Kathbert hat eben
festgestellt
dass es da einen großen
Unterschied macht
ob man
mit
Männern
beziehungsweise
männlich gelesenen
Menschen spricht
oder mit Frauen
beziehungsweise
weiblich gelesenen
Menschen
sie macht dann nämlich
also sie hat das schon
erfragt
aber
sie macht dann
in der
Interpretation
der Daten
keinen Unterschied
mehr
also sie teilt
das
binär
ein
quasi
weil es darum geht
wie diese Person
von außen gelesen wird
und nicht
dass sie selbst
ja genau
was heißt
bei weiblichen
Teilnehmerinnen
oder eben
Personen
die als
Frauen
gelesen werden
hat sie eben
vier wiederkehrende
Muster
da herausgearbeitet
und das erste
Muster
lautet
jetzt bin ich nicht
mir sicher
ob du das auch
gesagt hast
aber das erste
Muster ist
sie ist einfach
nur romantisch
soll heißen
die Person
sagt sie ist
asexuell
aber
die Reaktion
ordnet sie
in
eine heterosexuelle
romantische
Erzählung ein
das heißt
sie wartet halt
auf den richtigen Mann
ich glaube das hast du schon
gesagt
ja genau
also und sobald
dann die richtige
Beziehung
da ist
dann wird auch
das sexuelle
Verlangen
kommen
das heißt
ihre Aussage
über sich selbst
wird als
unfertige
Version
quasi
einer Geschichte
gehört
die
jemand anders
bereits
kennt
ja genau
besser weiß
und das zweite
Muster
das sie festgestellt hat
ist eigentlich
fast umgekehrt
da sagt eine Frau
sie ist asexuell
sind halt nicht
besonders sexuell
das
und das ist aber tricky
weil
das hört sich fast so an
also die Aussage
hört sich fast so an
als wäre da quasi
die Asexualität
akzeptiert worden
aber gleichzeitig
verschwindet
die Bedeutung
weil Asexualität
löst sich dann
in
so einem
Weiblichkeitsnarrativ
auf
in dem Frauen
von Natur aus
passiv sind
und an Sex
generell wenig
interessiert sein sollen
genau
das sagt halt
weniger was
über die
über Asexualität
als über die
Nein genau
von Geschlecht aus
ja genau
und auch darüber
wie wenig wir eigentlich
als Gesellschaft
über Asexualität
nachdenken
also wenn wir das
quasi für eine
wirkliche Norm halten
aber eigentlich auch
wieder nicht
was heißt das
verschwindet halt
ja
das dritte
passt da gut dazu
ich muss dazu sagen
diese Begriffe
habe ich mir nicht
ausgedacht
die stammen
von Katma
selbst
das dritte Muster
nennt sie
frigide Schlampe
also da wird eben
fehlendes
sexuelles Interesse
mit Kälte
Feindseligkeit
oder auch ganz
gleich
gesetzt
und
diese Aussage
über die eigene
Sexualität
zum vermeintlichen
Fehler im Charakter
der Frau
und
ja weil wieso
ist sie denn auch
nicht verfügbar
also was soll das denn auch
so eine Katastrophe
ich kann sie nur
und das vierte Muster
das vierte Muster
ist besonders
gravierend
ja
da heißt dann
da wird dann
diese Aussage
ich bin asexuell
gelesen
als ich bin
eine Herausforderung
oder
habe ich auch schon gesagt
aber es geht
es geht weiter
nämlich weil
einige Teilnehmer
innen eben
in dieser Studie
haben beschrieben
dass Männer
auf ihre Asexualität
reagiert haben
so als wäre sie
etwas das überwunden
werden müsste
und zwar nicht
von der Frau
selbst
oder von der
Person selbst
sondern vom
Mann
als Gesprächspartner
oder potenziellen
sexuellen Partner
also diese Aussage
ich bin asexuell
wird dann quasi
zur Aufforderung
an den Mann
auf ihre Asexualität
also das Gegenteil
quasi zu beweisen
ja also quasi zu sagen
let me fix that
for you
ja oder
das kann ja nur sein
weil du noch nie
Sex mit mir hattest
ja genau
es war noch nicht
der richtige Sex
ja
genau
und das
verbindet
Kothberg mit
heterosexuellen
Skripten
in denen eben
Männlichkeit
mit aktiver
sexueller
Initiative
verbunden ist
und Weiblichkeit
dann in diesem
dieser Widerstand
dieser weibliche
unter Anführungszeichen
Widerstand
dann selbst
Teil dieses
wie soll ich denn
sagen
Verbends
das ist das falsche Wort
ja Pursuit
sagt Kothberg
in der Studie
werden kann
also der Punkt
ist einfach dann
dass die eigene
Aussage der Person
über die Sexualität
als unverständlich
unglaubwürdig
oder eben nur
vorläufig
behandelt wird
zusammengenommen
jetzt diese vier
Dinge
und das
also dieser
epistemische Prozess
kann Raum
dafür schaffen
dass eben
andere anfangen
zu deuten
was diese Person
wirklich will
und der
gravierende Punkt
vielleicht nur
einen Satz noch
weil er ist nicht
ja
ist wichtig dazu zu sagen
er kann reale
also hat reale Folgen
und zwar nicht nur
psychologisch
sondern durchaus auch
körperlich
drei Interviewpartnerinnen
sind vergewaltigt worden
nachdem sie ihren
Gesprächspartnern
erzählt haben
dass sie asexuell sind
genau
das ist also
was mir echt
spannend
was mir aufgefallen ist
ist dass alle diese
Antwortskripte
so stark
in einem
heterosexuellen
Deutungsschema
verhaftet sind
also keine der
Antworten
oder zumindest
nicht in einer
signifikant
ausschlagenden Menge
war sowas wie
ja vielleicht stehst du
einfach nicht auf Männer
aber auf Frauen
also es hätte ja auch
eine legitime Antwort
sein können
aber natürlich würde das
also
dass es überhaupt gar nicht
in irgendeiner signifikanten Menge
als Antwort da ist
zeigt halt eben auch schon
wie
genau
wie sehr halt
weibliche Sexualität
auf eine bestimmte Art
und Weise gedacht wird
und das
zeigt sich dann eben auch
im extremsten Sinne mit
dass dann halt eben
am Ende mit Gewalt
quasi
versucht wird
genau dieses Schema
durchzuführen
und es funktioniert ja nur
deshalb wenn man überhaupt
denkt
also es muss so sein
und es geht gar nicht anders
und das sieht man auch noch
um das Ganze jetzt
kurz abzukürzen hier
an dieser Studie
ja weil
sie hat natürlich ja auch
mit Männern gesprochen
oder mit Personen
die als Männer gelesen werden
und da hat es
Muster anders ausgeschaut
ja
also auch
bei ihnen war die
Asexualität
die wurde angezweifelt
aber eher
als Deckmantel
für eine andere
verborgene Sexualität
ja da
quasi
bist ja homosexuell
deswegen
das ist quasi
die Zwischenstufe
traust dich nur nicht
das zu machen
ja
das heißt
ja
das ist genau
dieses
dieses
dieses Feld
genau wo wir jetzt gesagt haben
Frauen werden
generell mit Passivität
und Männer
eher mit Aktivität
verbunden
das heißt
selbst wenn sich ein Mann
als asexuell
selbst beschreibt
geht ihm
die aktive
Eigenschaft
nicht verloren
er ist immer noch sexuell
er kann das immer noch
aber er hat halt
einfach noch nicht
ja
sind wir zurück
bei Foucault
und dem Geständnis
er hat sich einfach
noch nicht eingestanden
was seine wahre
Asexualität ist
genau
das heißt
Cuthbergs Fazit
lautet
hermeneutical resources
around Asexuality
exist
but the stories
and subjectivities
fashioned through them
are still
systematically
refused hearing
so ein bisschen
die
die Kurz
die Kurz
Fassung
das heißt
es gibt
Ase
Begriffe
das epistemische
Problem ist aber
nicht gelöst
solange die Erfahrungen
die mit ihnen
beschrieben werden
nicht als glaubwürdiges
Wissen
anerkannt werden
und da komme ich
zum nächsten Punkt
eine der erfolgreichsten
in Anführungszeichen
vielleicht
Möglichkeiten
Asexualität
gesellschaftlich
verständlich zu machen
war
die Einordnung
als sexuelle Orientierung
und da ist jetzt die Frage
ist Asexualität
eine sexuelle Orientierung
mal ganz banal
genau
weil er halt nicht orientiert wird
genau
weil
bevor wir das fragen können
ob Asexualität
eine sexuelle Orientierung
ist müssen wir kurz
nochmal fragen
was die Sekretär
übermacht
wir hatten das glaube ich
in der Folge
zu Sarah Ahmed
und Queer Phenomenology
schon nochmal
da weist der Ahmed
darauf hin
dass auch der Begriff
Sexual Orientation
eine Geschichte hat
klarerweise
also der entsteht
innerhalb der
ganz kurz jetzt
also die Kurzfassung
geht einfach zurück
und hört die Folge
noch einmal an
genau
aber hier geht es eben darum
dass
der entscheidende Punkt
ist
Orientierung
beschreibt irgendwann
nicht mehr nur
wohin
sich quasi
Begehren richtet
sondern wird zu was
was eine Person hat
und dieses Haben
wird zu einer Aussage
darüber
was die Person ist
das ist für heute wichtig
deswegen nennt auch
Jason
sexuelle Orientierung
ein historisch
spezifisches
politisches Konzept
und das ist für
Asexualität jetzt eben
auch wichtig
weil die eigentlich
interessante Frage
ist nicht nur
passt Asexualität
in unsere bestehende
Definition von
sexuelle Orientierung
weil Jason sagt
ausdrücklich
dass diese Frage
allein nicht beantworten kann
ob diese Definition
von Orientierung
überhaupt sinnvoll ist
oder verändert werden
werden sollte
wir müssen also
zwei Fragen
gleichzeitig stellen
immer auf der einen Seite
was bringt es
Asexualität
als sexuelle
Orientierung
zu verstehen
und auf der anderen Seite
was übernimmt dann
Asexualität
in diesem Schritt
aus diesem Modell
ja
also zunächst einmal
vielleicht
ganz kurz
ja
Intelligibilität
und Legitimität
also diese Kategorie
sexuelle Orientierung
ist historisch
unter anderem
ja
im Kämpfen
wichtig geworden
und später auch
zur Grundlage geworden
von Antidiskriminierungsrecht
und Menschenrechtspolitik
und da weist eben
in diesem Zusammenhang
Jason darauf hin
dass AVEN
diese Definition
die wir vorher genannt haben
die Definition
von Asexualität
ausdrücklich
strategisch
so formuliert hat
dass sie in diesen
rechtlichen
und diskursiven Rahmen
sexuelle Orientierung
passt
das heißt
Asexualität
nämlich eine sexuelle
Orientierung ist
dann kann
wenig oder keine
sexuelle Anziehung
als
legitime Variation
begriffen werden
und nicht eben
als Symptom
als Defizit
oder Störung
das haben wir
beim DSM
gehört
aber da macht
Jason eben
den Unterschied
sehr deutlich
Asexualität
jetzt lediglich
als individuelle
Identität
anzuerkennen
ohne sie
zugleich
als mögliche
Sexualisierung
Orientierung
anzuerkennen
kann eben
weiterhin
die Möglichkeit
offen lassen
zumindest manche
Formen von
Asexualität
medizinisch behandeln
oder heilen
zu wollen
und dann kommt
noch was
dazu
das an
unseren Abschnitt
über
Desexualisierung
vorhin
anschließt
Jason beschreibt
sexuelle Orientierung
als eine Art Box
also sexual orientation
schreibt er
has become
a sort of box
that everyone
is presumed to have
which can be filled
with a number
of different options
but that box
is part of
what it means
to be a person
und wenn diese Box
jetzt bereits
als selbstverständlicher
Bestandteil
einer Person gilt
dann kann es
politisch
riskant sein
zu sagen
asexuelle Menschen
haben eben
keine
sexuelle Orientierung
und gerade
für Gruppen
wie wir vorher
gehört haben
die historisch
desexualisiert
worden sind
kann dann
eine vermeintlich
leere
Box
wieder als Mangel
an vollständiger
Menschlichkeit
gelesen werden
also das ist
ja wohl ein Problem
als auch eine Möglichkeit
aber halt auch
nur deshalb
wegen compulsory
Sexuality
also nur wenn wir
in der Gesellschaft
damit davon ausgeht
dass alle Sexualität
haben
kann man überhaupt
erst darüber nachdenken
in welcher Art
und Weise kann man
ein Nichtvorhandensein
von Sexualität
als Sexualität beschreiben
also eigentlich
wie verquer
ist denn überhaupt
also wenn man es
jetzt mal von der
Perspektive
ich verstehe das total
also aus einer
aktivistischen Perspektive
das hast du ja gerade
alles gesagt
aber wie absurd
ist es denn
etwas
was nicht da ist
mit dem zu schreiben
zu wollen
was vermeintlich
da sein soll
das macht ja gar
keinen Sinn
das heißt
also was haben wir
jetzt gelernt
ja
Asexualität
als Orientierung
zu fassen
kann also
was sehr
Konkretes
und definitiv
auch Positives
leisten
sie gibt
Asexualität
einen anerkannten
Platz
innerhalb
weil
um in dieser
Ordnung
Anerkennung
zu erhalten
muss eben
Asexualität
wie ich vorher
gesagt habe
ja auch
einige
wenn nicht
sogar alle
der Regeln
dieser Ordnung
übernehmen
und eine davon
kennen wir
glaube ich
ganz gut
bekannt als
Born This Way
also Jason zeigt
dass eben
Sexuell
Entschuldigung
wir machen
wir machen
Promo
auf Insta
mit
Also Jason zeigt
dass sexuelle
Orientierung
historisch
besonders gut
als schützenswert
legitimiert werden
hat können
wenn eben
diese
Sexualität
oder was auch immer
als angeboren
tief verankert
und vor allem
unveränderlich
dargestellt
worden ist
und für Asexualität
heißt das
Anerkennung
wird leichter
wenn Asexualität
also lebenslang
und unvereinbar
und unvereinbar
heißt das Wort
erscheint
und
am besten noch
die bestehende
gesellschaftliche Ordnung
möglichst wenig
herausfordert
und da schließt sich
jetzt der Kreis
zu dem DSM
Beispiel
von vorher
bei Frauen
habe ich gesagt
er schützt
bis heute
diese Selbstidentifikation
als asexuell
gerade dann
unverändernd Diagnose
wenn
dieses geringe
sexuelle Verlangen
lebenslang
besteht
also
die Kategorie
also die Orientierung
kann vor
Pathologisierung
schützen
aber dieser Schutz
kann an genau
jene Vorstellungen
von Stabilität
und Unveränderlichkeit
gebunden werden
die dieses Orientierungsmodell
selbst mit hervorgebracht hat
das ist die erste Grenze
und die zweite Grenze
auf die ich heute noch
kommen will
wird sichtbar
wenn wir Asexualität
jetzt tatsächlich
in das vorhandene
Orientierungsschema
eintragen
und mit Schema
meine ich wirklich Schema
nehmen wir das Modell
zum Beispiel
von Michael Storms
kennst du das
dieses
zweiachsige
zweidimensionale
Modell
wo eben
statt einer einzigen
so eine einzige Linie
zwischen
heterosexuell
auf der einen Seite
und homosexuell
auf der anderen Seite
gezogen wird
stattdessen
verwendet Storms
eben
zwei unabhängige Achsen
x-Achse
y-Achse
wo er
auf der einen Achse
heteroerotische
Fantasien aufträgt
und auf der anderen Achse
homoerotische
Fantasien
und dann
bedeuten eben
hohe Werte
auf der einen Achse
und niedrige
auf der anderen Achse
entweder
homo- oder
heteropositionen
heterosexuelle
Positionen
und hohe Werte
auf beiden Achsen
eine bisexuelle
Position
und dann bleibt
aber
ja ja ja
und dann geht's weiter
weil dann bleibt ja
in diesem Modell
in diesem Schema
bleibt ja dann
ein viertes Kacherl über
also ein viertes Quadrant
bleibt dann da über
was machen wir mit dem
da hat dann
Storms
asexuell
hineingeschrieben
das bedeutet dann
niedrige Werte
auf
auf beiden Achsen
allerdings nur
theoretisch
weil in seiner
empirischen Studie
ja überhaupt keine
asexuellen Menschen
teilgenommen haben
aber zumindest
theoretisch
aber zumindest theoretisch
aber alles daran
ist so
so falsch
aber
aufgemacht
und angeguckt
und da direkt so
oh Gott
oh Gott
also das ist
eine Möglichkeit
Asexualität
in einem Platz
innerhalb
dieses
systemsexuelle
Orientierung
einen Platz
zu geben
ja
aber dafür werden
eben
hetero homo
bi und
Asexualität
und das ist jetzt
der springende Punkt
ja
das Schema
ist das eine
ja
das ist der Problem
Möglichkeiten
werden als vier
voneinander
abgegrenzte
Orientierungen
behandelt
ja
die dann
in die dann
letztlich alle
Menschen
eingeordnet werden
können sollen
oder was auch immer
der deutsche
Satz
dafür ist
aber
genau diesen
Viererrahmen
nennt eben
Jason jetzt
sehr sehr sehr
sehr stark
begrenzt
nicht weil es
nur vier
gibt
unter Anführungszeichen
das ist nicht das Problem
sondern
wir lesen das auch
bei Flor
die zeigt
was passiert
wenn man diese Logik
dann tatsächlich
weil das wurde ja dann
gemacht
dieses
Modell
übernommen
in Fragebögen
ja
und da hat sich
dann rausgestellt
dass Ace-Personen
diese
Bezeichnung
asexuell
als Antwort
auf die Frage
nach ihrer
Orientierung
Kombinationen
angegeben
zum Beispiel
haben wir auch schon
vorhin gehabt
die haben dann gesagt
biromantisch
asexuell
oder homoasexuell
und nichts von dem
passt in dieses
Schema
das Problem
liegt also
im Antwortformat
und da sind wir
zurück
bei der Frage
nach der Statistik
wie viele asexuelle
Menschen gibt es
auf der Welt
genau
beziehungsweise
also was mich hier
an dieser Statistik
also an diesem Schema
am meisten aufregt
ist
Bisexualität
weil
also erstens
kann das
also das Thema
ist ja so aufgebaut
nochmal
dass man quasi
wechseln kann
also es ist quasi
ein Spektrum
zwischen asexuell
und sowohl heterosexuell
als auch homosexuell
aber du kannst nie
asexuell und bisexuell
gleichzeitig sein
weil dann bist du
automatisch
wenn du bisexuell bist
immer schon im sexuellen
und weißt du was ich meine
und das
und das tut weiterhin
und das finde ich noch
mit am problematischsten
Bisexualität
total pathologisieren
als überzogene Form
von Sexualität
weil das ja darstellt
dass wir bisexuell
halt einfach
hohe Werte
ja beides hohe Werte
ja genau
also das ist doch
total absurd
sehr absurd
ja genau
ja
und deswegen
ist auch bei Jason
immer
Jason
das ist immer
eine strukturelle Kritik
also nie eine Kritik
an politischer
Nützlichkeit
oder
oder persönlicher
individueller Nützlichkeit
sondern es geht immer
um die
um die
um die Struktur
und auch dann
in weiterer Folge
können wir heute nicht
darauf eingehen
leider ja auch
was das dann
für unsere Beziehungen
in unserem Leben bedeutet
und was hier dann
privilegiert wird
und und und was nicht
ja
aber
der springende Punkt
jetzt um das auch
wieder ein bisschen
abzukürzen
ja
Asexualität kann
über
den
die Kategorie Orientierung
eben einen Platz
bekommen in der Ordnung
aber ohne
dass sich diese Ordnung
selbst wesentlich
verändert
und deswegen
ist vielleicht auch
diese Frage
ja
ist
Asexualität
eine sexuelle
Orientierung
gar nicht wirklich
die
wichtigste
ja
sondern
eher entscheidend
ist immer zu fragen
weil natürlich
in manchen Situationen
kann es
durchaus
hilfreich
und auch
wichtig sein
um sich selbst
zu schützen
diese Definition
zu haben
und deswegen
sollten wir eher
fragen
wem hilft denn
eine bestimmte
Bedeutung
von sexueller Orientierung
und wem schadet sie
und wie
wo wir wieder
bei Butler wären
weil Bedeutung
ist ja immer
Grenzziehung
und damit hast du
immer Leute
die innerhalb der Bedeutung
sind
die dadurch
einen Vorteil haben
und quasi
immer das Moment
dass Bedeutung
an sich
immer schon
verletzend ist
weil du immer
eine bestimmte
Bedeutung
feststellst
und damit
immer Grenzen
ziehst
bei Butler
und bei Grenzen
genau
und wir sind
am Ende
weil die letzte
Frage
die ich jetzt
noch aufwerfen
will
und eigentlich
dann auch
offen lassen
möchte
ist
was machen wir
mit Grenzen
wir überqueren sie
das heißt
die Frage
ist noch
ist Asexualität
jetzt queer
das ist nämlich
eine andere
Frage als
ist es eine
sexuelle Orientierung
und wenn gar welche
und ich denke
dass wir
vielleicht
um diese Frage
dann
weiter zu denken
auch noch
selbst
in einer doppelten
Lesart
zumindest
lesen können
ja da stecken ja
mindestens zwei
verschiedene Fragen
drinnen
in dieser Frage
wenn nicht sogar mehr
die erste wäre
die Frage nach der
Identität und
Zugehörigkeit
und da gibt es
einfach keine
einheitliche Antwort
ja also manche
Ase-Personen
verstehen sich
als queer
andere
ausdrücklich
nicht
ja so wie
in jeder
Population
also in jeder
und es gibt
auch innerhalb
von Ase-Communities
eben seit langem
Diskussionen
darüber
ob
Asexualität
in die
LGBTQ
jetzt höre ich
hier auf
AI-Plus
ja ich wollte gerade
sagen
wie lange
darf ich jetzt
aufzählen
ja um das nicht
schon zu verraten
Community eben
gehört oder nicht
oder ob
vielleicht
Asexualität
eher mit ihr
politisch
verbündet ist
anstatt Teil
von ihr zu sein
das zeigt auch
das zeigen diese
Community
Surveys immer wieder
ich habe nur Zahlen
von 2020
da haben damals
angegeben
30 oder 31
Prozent
der Befragten
queer
fünf Prozent
für die
romantische
Orientierung
also Asexualität
schreibt weder
automatisch eine
queere Identität
noch eine
bestimmte queere
politische
Position vor
aber sie kann
eben bestehende
Normen
in Frage stellen
allerdings
kann auch
Asexualität
innerhalb
dieser bestehenden
also Beziehungsfamilien
oder Identitätsmodelle
gelebt werden
deswegen ist die zweite
Frage eigentlich
für uns heute
interessanter
nämlich nicht
ist diese Person
queer
oder bin ich
queer
sondern
was kann denn
eine
Aseperspektive
queeren
also
als Verb
zu verwenden
das
das Wort
und da wird dann
wieder Sarah Ahmed
interessant
finde ich
weil
wie hat denn
Sarah Ahmed
damals
Orientierung
oder sexuelle
Orientierung
verstanden
und vor allem
was macht
eine sexuelle
Orientierung
queer
da haben wir
doch auch was
gesagt schon
oder
ja
Ahmed hat ja
Orientierung
selber
wörtlich
genommen
räumlich
quasi
also für sie geht es
aber nicht nur darum
auf wen sich
Begehren richtet
sondern auch darum
welche Wege
bereits davor
gezeichnet sind
diese Straight Lines
welche Körper
oder selbstverständlich
erscheinen
und queere
Orientierung
hat sie gesagt
sind solche
die nicht einfach
mit diesen Linien
übereinstimmen
sie können die Welt
so ein bisschen
so slantwise
schräg
quasi erscheinen
lassen
und andere
Möglichkeiten
sichtbar machen
und am Ende
von dem Buch
Queer Phänomenology
nennt ja Ahmed
auch queere Phänomenologie
ein
Disorientation
Device
oder
es ist eine Weise
das was nicht
in einer Linie bleibt
nicht sofort wieder
gerade zu richten
das hat sie damit gemeint
ja
so ein bisschen
so schief stehen zu lassen
und natürlich
also Ahmed schreibt
nicht über Asexualität
aber wenn wir jetzt
ihre Frage
auf das anwenden
was wir heute gehört haben
dann kann
eine Ace Perspektive
schon genauso
eine disorientierte
Funktion haben
eigentlich
ja also sie fragt
dann nicht nur
wo liegt Asexualität
auf dieser Karte
oder whatever
sexuelle Orientierung
sondern eben auch
warum
ist überhaupt
das die Karte
auf der wir alle
eingeordnet werden
sollen
und dann
kommen wir nochmal
zurück zu
Jacinthe Floch
die schreibt
nämlich
Und das beantwortet
glaube ich
unsere Frage
vom Anfang
ganz gut
über die du so
gelacht hast
ja
können wir
Nein
zur Macht
sagen
indem wir
Nein
zum Sex
sagen
ja Nein
natürlich nicht
also Asexualität
gibt uns
keinen Ort
außerhalb des
Sexualitätsdispositivs
und Floch schreibt
auch
Asexualität
while forced
to exist
and make sense
within sexuality
and sexual society
also fractious
these discourses
und das ist vielleicht
diese queere Bewegung
ja
die mich an Asexualität
so ein bisschen
für diese Folge
und generell einfach
interessiert
ja
nicht außerhalb
der Ordnung
zu stehen
sondern innerhalb
dieser Ordnung
sichtbar zu machen
zu fraction
dass diese Kategorien
halt
und Verbindungen
nicht selbstverständlich
sind
ja
und damit sind wir
wie bei Foucault
heute schließen wir
viele Kreise
ja
seine Frage war ja auch
beim letzten Mal
nicht
welche Sexualität
hat ein Mensch
wirklich
sondern
wie ist Sexualität
sowas geworden
das uns die Wahrheit
über einen Menschen
sagen soll
und die Ace Brille
gibt darauf
keinen Blick von außen
da hilft uns auch
das A nicht
ja
und das gut so
finde ich
ja
weil vielleicht
vielleicht
aber nur ganz vielleicht
bedeutet das A
nicht
dass bei Asexuell
irgendwas fehlt
sondern einfach
dass hier etwas
nicht enorm entspricht
und das ist meiner Meinung nach
dann
schon
irgendwie
ganz schön
queer
zumindest in meiner Definition
ich finde
das Beweis
ist halt
Beweis
in kleinen Falte
das zeigt mal wieder auf
inwiefern die Perspektive
die Foucault
über Sexualität gegeben hat
halt
und auch da wieder weiterhilft
also nicht im Sinne von
das ist der einzig richtige Weg
sondern es zeigt
warum
das hatten wir vorhin
zum Beispiel
wie
also man hat jetzt Begriffe
und man kann das
nutzen
es gibt bestimmte Formen
warum das überhaupt
funktioniert
warum das
sich befreiend anfühlt
ja
ja
ja
sehr gut
also ich weiß nicht
sehr gut
also wir haben jetzt eine ganze Folge
über Asexuellität gemacht
und das war wichtig
und gut
aber es hat jetzt nicht
unsere Probleme gelöst
damn you Foucault
okay
ich glaube nicht
dass es nicht gar nichts genutzt hat
ich glaube
dass es hilft
so wie du vorhin auch schon gesagt hast
diese Perspektive einzunehmen
hilft einfach Dinge zu sehen
die normalerweise untergehen
die normalerweise verschwinden
die normalerweise überhaupt
nicht als Option
oder Möglichkeit auftauchen
weil Menschen einfach nicht
über Asexuellität informiert sind
Punkt aus
also ich glaube
ich glaube allein deswegen
nützt es schon was
also klar
Aufklärungsarbeit funktioniert ja nur durch
reden
sprechen über Dinge
sichtbar machen
und sichtbar werden Dinge
nur wenn man sie bezeichnet
genau
verdammte Sprache
das ist glaube ich
was Flo auch beschreibt hier
ja also
wir müssen halt
wir müssen reden
aber die Begriffe
die wir zur Verfügung haben
müssen ja auch
verständlich bleiben
in der restlichen Gesellschaft
das heißt
ich kann ja quasi
nicht meine Privatsprache
mir ausdenken
und sagen
keine Aufklärungsarbeit
betreiben kann
weil mich niemand versteht
also ich glaube
das ist der
das ist dieses
kleine Gefängnis
in dem wir uns befinden
wir sollten eigentlich
wir hätten eigentlich
niemals
ever
Sprache erfinden sollen
ich glaube
das ist unser großes Problem
tja sorry
da kommen wir jetzt
nach 5000 Jahren
auch nicht mehr raus
ich glaube
wir lassen es einfach mal
für heute
wir lassen das einfach mal
so stehen
und lassen diese Infos
mal sitzen
und wer weiß
vielleicht können wir
in Zukunft mal
falls das irgendwie
interessant sein sollte
für jemanden da draußen
dann zu einzelnen Punkten
die wir heute da
so ein bisschen
so schnell
so drüber geflogen sind
dann noch einmal
extra folgen machen
weil das war so ein bisschen
so ein Überblicks
eine Überblicksfolge heute
das bringt mich
zum Outro
genau
also wenn ihr die Folge
gehört habt
und noch Fragen habt
oder euch aufregen wollt
genau
weil es ihr euch
auch darüber aufregen wollt
das ist eine unterschiedliche
Form von Klass
ja
genau
dann
schreibt uns
entweder
kommentiert ihr
hier auf
Spotify zum Beispiel
wenn ihr auf Spotify hört
oder irgendwo anders
kommentiert
auf Instagram
schreibt uns
auf Social Media
die Sachen sind ja
wie immer verlinkt
und genau das gleiche
könnt ihr sowieso machen
wenn ihr eh
Rückfragen habt
oder wenn ihr
Vorstücke für neue
Folgen habt
wir machen ja jetzt wieder
weiter mit unseren
regelmäßigen Aufnahmen
und grundsätzlich
freuen wir uns
wie gesagt
über jede Unterstützung
wir freuen uns
wenn ihr den Podcast
teilt
und wie ihr wisst
hilft es immer mehr
einfach persönlich
Menschen die Folge
zu schicken
dann sind die Leute
mehr entkleinert
das wirklich anzuhören
und nicht einfach
nur so eine Art
anonyme Hinweis
auf so viel
wir wissen
dass wir da alle
irgendwie einfach
drüber schauen
und nur
in der äußersten
Ausnahme
immer irgendwo
hängen bleiben
leider
genau
also wir freuen uns
über eure Unterstützung
und euren Leitern
Support
und über euch
als Community
und allgemein
würde ich nochmal
kurz sagen
ich finde es richtig
schön
über den Sommer
haben wir glaube ich
auch einzelne neue
HörerInnen bekommen
die jetzt auch Zeit
hatten
uns nachzuhören
und schön
dass ihr vielleicht
jetzt auch schon
sehr schön
supi
sehr gut gemacht
fantastisch
fertig für heute
dann
bis zum nächsten Mal
tschüss
tschau