Das Wörtchen "queer"
oder: Was uns die Geschichte des Wortes queer über den Zustand unserer Welt verrät
13.08.2025 75 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge geht es um die Geschichte des Begriffs „queer“ – von seiner abwertenden Bedeutung im 19. Jahrhundert bis zur Umdeutung im Aktivismus der 1980er Jahre. Jessica und Verena diskutieren Judith Butlers Theorie der Performativität und Zitation und beleuchten die koloniale Geschichte von „queer“. Ein Highlight ist die Umdeutung zu „cuír“ in Südamerika als Zeichen der Veränderung durch Übersetzung. Ein spannender Blick auf die vielen Facetten von „queer“.
In dieser Folge sprechen Jessica und Verena über die Geschichte des Begriffs „queer“ und die Herausforderungen dessen Übersetzung. „Queer“ - seit dem 19. Jahrhundert als Abwertung für nicht-heterosexuelle Menschen genutzt - wurde es seit den 1980er Jahren im Aktivismus umgedeutet. Außerdem wird diesmal noch einmal explizit über Judith Butlers Theorie der Performativität und der Zitation gesprochen.
Besonderes Highlight der Folge und für viele Zuhörende vielleicht unbekannt ist die koloniale Geschichte von „queer“, die immer auch mit eigenen Ausschlüssen versehen ist und deshalb auch manchmal zu Ablehnung in postkolonialen Kontexten führt.
Außerdem schauen wir uns an, was im südamerikanischen Kontext aus “queer” geworden ist: nämlich “cuír” - als Zeichen der Veränderung durch Übersetzung.
Alles in allem geht es in dieser Folge um so vieles, was wir schon in vorherigen Folgen besprochen haben - nur eben anhand des Wörtchens “queer”.
Hier findest du mehr Informationen:
- zur Geschichte von “queer” im Westen: https://webarchive.nationalarchives.gov.uk/ukgwa/20250613152359/https://blog.nationalarchives.gov.uk/queer-history-a-history-of-queer/
- zum Thema Cuír: https://cuiramericas.org/publications/
- das Buch, das Jessica erwähnt hat: Ruvalcaba, Héctor Domínguez. Translating the Queer. Body Politics and Transnational Conversations. London: Bloomsbury Academic, 2016.
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Folge uns gern im Netz!
Jessica:
Verena:
Transkript
Jetzt kommt endlich der Punkt, auf den wir so lange gewartet haben. Wir dürfen nochmal ausführlich über Dude's Butler sprechen.
Dass das Wort Queer eben nicht nur eine Bedeutung hat.
Es will nicht eine Perspektive sein, sondern eben eine bestimmte Haltung des Störens und des Unklarmachens.
Das Wort Queer ist nicht nur eine Identität, sondern vielmehr eine Haltung und hat sehr viel mit Systemkritik zu tun.
Jemanden fremd zu bezeichnen, das immer finde ich problematisch.
Verena, ich glaube, wir sollten demnächst später anfangen mit dem Aufnehmen.
Oder wir etablieren einfach diese Praxis der akademischen Viertelstunde und dann passt es auch wieder.
Ja, das ist gar keine so schlechte Idee. Für alle, die zuhören, wir treffen uns um Punkt 8 Uhr und wir haben es noch nie geschafft, uns um Punkt 8 Uhr zu treffen.
Na, wir treffen uns um Punkt 8 Uhr. Das steht so im Kalender.
Das ist vollkommen richtig, also kann es gar nicht anders sein.
Aber es kommt halt immer irgendwas dazwischen. Also es ist schon sehr praktisch.
Ich weiß nicht, gibt es das bei dir auch? Also bei uns gab es das damals noch.
Also wir hatten sehr, sehr viele Lehrveranstaltungen, die immer später angefangen haben.
Doch, also total. Ich finde es total witzig. Ich bin ja hier in einem internationalen Kontext und es sind ja trotzdem die CT, also KUM Tempore.
Also mit der Viertelstunde und die Leute, die aus dem Ausland kommen, sind die ersten drei Wochen einfach nur verwirrt.
Ja, ja. Das kann ich mir vorstellen.
Aber ich war auch verwirrt, weil dadurch, dass ich ja zwei Studien gemacht habe, parallel, und ich auch immer meine Stundenpläne quasi aufeinander abstimmen habe müssen.
Und die Sprachwissenschaft hat das wirklich so gemacht. Also die hat quasi 9 Uhr angegeben, aber es war vor 9.15 Uhr niemand da.
Und die Romanistik hat das aber nicht mehr so gemacht, beziehungsweise schon, aber die hat dann gleich 9.15 Uhr ins Vorlesungsverzeichnis geschrieben.
Also es, ja genau. Und dann war ich immer total, also dann war ich auch nicht sicher, okay, bedeutet das jetzt?
Ja, also ich bin immer, also ich bin oft zu spät gekommen. Ich bin oft auch zu spät gekommen oder einfach viel zu früh im Lehrsaal gesessen.
Oh Mann.
Ziemlich viel Zeitverschwendung, so ein Studium.
Das Zitat darf man nicht aus dem Kontext reißen.
Nope.
Okay, jetzt wissen zumindest alle, wie früh es bei uns noch ist und dass unsere Gehirne noch nicht ganz wach sind.
Genau, entschuldigen. Also etwaige Missgeschicke und langsame Sätze, wenn wir denken müssen.
Liegen an der Urteil.
Genau, nur an der Urteil.
Genau.
All right. Apropos, wir werfen wieder mal das Gehirn an. Was haben wir letztes Mal besprochen? Das war deine Folge letztes Mal.
Ja, gute Idee. Machen wir einen kurzen Recap. Letztes Mal ist es bei uns gegangen ums Übersetzen. Und zwar ums Übersetzen als politischer Praxis, haben wir da gesagt.
Das heißt, wir haben ein bisschen so über die Unübersetzbarkeit unter Anführungszeichen bei der Reda gesprochen. Und dass das bei ihm aber eigentlich nur bedeutet, dass Übersetzen jetzt nicht Bedeutung reproduziert, sondern produziert.
Also was Produktives ist. Und wir haben auch gesehen, dass Sprache immer auch vielstimmig ist. Das heißt, dass die Sprache, also die Begriffe, die Texte, die wir verwenden, immer auch in sich gespeichert haben, wie sie entstanden sind, wer sie wie, wo, warum und wann zuerst verwendet hat, in welchen Texten und Diskurstraditionen sie verwendet werden und so weiter.
Und das haben wir dann auch an ein paar Beispielen uns noch angeschaut am französischen Justiz, haben wir das gemacht und am englischen Gender.
Und wir haben dann am Schluss auch noch geredet über das Übersetzen in der Wissenschaft. Konkret, und da hast du uns dann noch ein bisschen was erzählt über feministische Perspektiven auf Übersetzung,
die jetzt das Übersetzen als solidarische, verantwortliche, vor allem als emancipatorische Praxis sehen.
Genau, also es war eine ziemlich lange Folge, wenn ich mich richtig erinnere.
Und at this point, alle unsere Folgen sind lang.
Ja, aber die war gar nicht extrem lang.
Aber ich finde auch, es ist einfach eine gute Basis einfach für das, worüber wir heute sprechen werden, oder?
Ja, total. Also ich finde sowieso, alle unsere Folgen ergeben sich total dynamisch, komisch.
Und wir planen immer nur so eine Woche im Voraus, die Themen wollte ich immer anmerken.
Also genau, es ist ein sehr, sehr dynamischer, lebendiger Auswahl an Themen.
Ja, Auswahl und Austausch, ja. Und vielleicht ist das aber auch der Grund, warum es so gut funktioniert.
Klop auf Holz, mal schauen.
Wahrscheinlich.
Genau, womit wollen wir denn heute anschließen?
Ja, genau.
Ja, genau, heute lassen wir nämlich, wie angekündigt, nicht nur, also ich nehme nicht nur Bezug auf letzte Woche,
sondern irgendwie auch auf alles Mögliche, was wir in den letzten vier Folgen, genau, heute ist die fünfte,
die vielleicht zu vier Folgen schon besprochen haben, und zwar anhand des Wörtchens Queer.
Das Wörtchen Queer, das klingt ein bisschen, das klingt so niedlich.
Ja, ne? Ich habe es extra so gesagt, weil irgendwie dieses Wort hat so viel Bedeutung
und eigentlich ist es ja nur ein Wort mit fünf Buchstaben.
Stimmt.
Heute, heute mit fünf Buchstaben, genau.
Richtig, genau, da kommen wir gleich dazu.
Also, ich weiß nicht, wie viele Menschen das wissen, also Queer bedeutet ja heute sowas
wie sexuell oder geschlechtlich nicht konform, aber da reden wir später nochmal drüber.
Aber das ist ja eine sehr, sehr kurze Geschichte, seitdem dieses Wort diese Bedeutung hat
und seitdem es auch in vielen verschiedenen und vielen Kontexten überhaupt positiv bewertet ist.
Was für eine Geschichte von Queer hast du denn im Kopf?
Im Kopf, ich habe einiges im Kopf, ich habe aber auch einiges nochmal nachgeschaut extra jetzt vor der Folge.
Vor allem, was wirklich die Ursprünge vom Wort selber, Queer, angeht.
Also, die sind nämlich nicht vollkommen, die sind nämlich nicht vollkommen geklärt.
Also, es gibt Wörterbücher, zum Beispiel der Duden macht das, die gehen davon aus,
dass das Wort mit dem heutigen deutschen Wort Queer verwandt sein könnte.
Und dann wird das auch bedeuten, dass die eine gemeinsame indoeuropäische Wurzel haben.
Also, das so viel bedeutet hat wie reiben eigentlich oder so ein bisschen so drehend reiben, irgendwie drehend durchbohren.
Aber wie gesagt, das ist eine Theorie und nicht alle sind sich da einig.
Das ist meistens so bei der Rekonstruktion von Sprachen oder früheren Sprachformen.
Aber von dort würden dann eben auch andere Wörter kommen in anderen indoeuropäischen Sprachen,
jetzt zum Beispiel im Lateinischen.
Ja, Torquere heißt dort oder hat dort geheißen drehen.
Oder im Griechischen haben wir auch Attraktos für Spindel zum Beispiel.
Die kommen dann alle von derselben Wurzel.
Es gibt aber auch Sprachen, wie zum Beispiel jetzt das Schwedische oder auch das Altenglische,
wo das Wort mit der Bedeutung zornig auftaucht.
Also, da haben wir schon ein bisschen eine Bedeutungsverschiebung hier drinnen.
Und gerade das Englische, das ist dann auch für die weitere Entwicklung von Queer irgendwie,
also diese Wortgeschichte im Englischen ist dann ganz relevant.
Weil wir haben dann im Neuenglischen oder eigentlich schon im Frühneuenglischen,
da wird Queer, also wirklich auch schon in dieser Form, Queer, mit den fünf Buchstaben,
als Adjektiv zuerst, seit dem frühen 16. Jahrhundert eigentlich schon aufgezeichnet
und hat dort eben lange Zeit einfach sowas geheißen wie seltsam, schräg, verrückt,
eigentlich auch nur krank, also irgendwas, was aus der Norm fällt auf jeden Fall.
Ja, und in manchen englischen Dialekten oder Sprachen, jetzt vor allem in Irland, in Schottland,
da wird Queer im alltäglichen Sprachglaub auch bis heute noch in dieser ursprünglichen Bedeutung auch verwendet.
Überall sonst allerdings kommt es dann im Laufe des 19. Jahrhunderts,
also spätes 19. Jahrhundert, dann zu einem Bedeutungswandel.
Ja, Queer wird dann zu einem Schimpfwort gegen schwule Männer
oder allgemein eigentlich gegen alle, die irgendwie von der heterosexuellen Norm abweichen,
aber hauptsächlich Männer.
Das ist vielleicht ein Thema für eine eigene Folge, warum das so ist,
warum sich das hauptsächlich auf Männer bezieht.
Also ziemlich lange hatten wir da einfach eine sehr verletzende, sehr abweitende Bedeutung von Queer
und dass das genau im 19. Jahrhundert stattfindet, ist sicherlich kein Zufall.
Damals mit der Industrialisierung und mit dem Erstarken des Bürgertums,
damals hat sich eben auch eine normative Ordnung von Geschlecht und Sexualität durchgesetzt,
die auf Zweigeschlechtlichkeit beruht hat.
Die hat auf Heterosexualität beruht, auf Monogamie, auf Reproduktion,
quasi die Geburtsstunde von dem, was wir heute heteronormative Gesellschaftsordnung nennen würden.
Wo einfach Abweichungen davon, von dieser Heteronormativität ja zunehmend als unnatürlich,
als krankhaft auch oder moralisch verwerflich interpretiert worden sind.
Und letztes Mal haben wir am Schluss dann noch gesagt,
wir würden Foucault irgendwie vergessen oder vielleicht gar nicht unterbringen können in unseren nächsten Folgen.
Aber das ist eigentlich genau das, was Foucault ja in seiner Geschichte der Sexualität beschreibt.
Oder wie Sexualität damals einfach nicht mehr nur unterdrückt worden ist,
sondern eigentlich im Gegenteil ganz genau beobachtet worden ist, klassifiziert worden ist,
wo Homosexualität nicht mehr jetzt nur eine verbotene Handlung war,
sondern zu einer nicht weniger verbotenen Identität geworden ist.
Und durch die Abwertung, durch diesen Ausschluss,
ich muss ja das Außen benennen können,
mit dem ich meine eigene Identität stabilisieren kann.
Oh Gott, jetzt bin ich glaube ich schon in fünf verschiedenen anderen Folgen.
Wir machen wieder die Kurve zurück zu Queer.
Also in diesem gesellschaftlichen Kontext, in diesem 19. Jahrhundert,
da ist Queer im englischen Sprachraum dann eben umgedeutet worden.
In einem kulturellen Kontext, in dem eben nicht Heterosexualität als abartig oder gefährlich gilt.
Da bietet sich Queer ja regelrecht an,
als abwertendes Etikett für homosexuelle Menschen oder homosexuelle Männer verwendet zu werden.
Und dieses Etikett hat dann natürlich dazu gedient,
sie aus dem, was als normal gegolten hat, auszuschließen, sie zu stigmatisieren.
Und zwar jetzt nicht nur moralisch, sondern wirklich auch sozial, medizinisch, rechtlich.
Und dann vielleicht einen größeren Jump, so ungefähr ein Jahrhundert später,
in den späten 1980er, 90er Jahren.
Da ist dann Queer von queeren Aktivistinnen und auch von TheoretikerInnen bewusst
wieder zurückgeholt worden und positiv umgeweitet worden,
quasi Resignifikation.
So nach dem Motto irgendwie, ja okay, wenn ihr uns sowieso so nennt,
dann machen wir was Eigenes draus.
Also jetzt auf der einen Seite eben als Sammelbegriff für
nicht-heteronormative Identitäten,
aber auch für eine politische Haltung.
Es geht schon so in die Richtung analytische Verwendung von Queer,
aber dazu werde ich jetzt gar nicht so viel sagen,
da werden wir eh später nochmal darauf zurückkommen.
Also Queer ist jetzt, in den späten 80ern, frühen 90ern,
steht für eine Perspektive, die nicht jetzt nur sagt,
es gibt viele Geschlechter und Sexualitäten,
sondern es ist wirklich auch eine Haltung,
die die Ordnung an sich, also der verschiedenen Geschlechter,
der Sexualitäten, also diese Ordnung an sich in Frage stellt.
Also nicht nur jetzt einfach eine neue Kategorie,
oder wenn überhaupt, sondern wirklich so ein Störfaktor,
irgendein Dazwischen, ein Unbehagen,
haben wir auch letztes Mal gehabt,
ein Unbehagen mit diesen Schubladen,
quasi eine Kritik an den Bestehenden.
Identitätskategorien, genau.
Aber vielleicht zum Schluss jetzt noch,
was mir auch wichtig ist, vielleicht dazu zu sagen,
gleichzeitig ist das Wort natürlich nicht für alle
so dieser Safe Space, wenn ich das jetzt einmal so sagen kann,
weil eben diese Geschichte da ist als Beleidigung.
Und deswegen ist es halt nicht für alle positiv besetzt,
dass manche sagen, ich bin lesbisch, ich bin trans,
aber nicht alle sagen, ja, ich bin deswegen auch queer.
Ja, und das ist natürlich genauso legitim,
ja, keine Frage, darum geht es ja auch gar nicht.
Ja, es soll einfach nur heißen,
solche Aneignungsprozesse,
und queer ist halt dafür sicherlich ein perfektes Beispiel,
die laufen nie reibungslos ab, ja,
das heißt, die sind nie vollständig abgeschlossen,
weil, das haben wir auch schon letztes Mal gehört,
bei der Vielstimmigkeit, ja,
diese Begriffsgeschichte, die ein Begriff wie queer hat,
die kann nie vollständig ausgelöscht oder ersetzt werden,
da bleibt immer ein gewisser Rest,
immer irgendwas bleibt hängen.
Ja, aber genau, deswegen würde ich sagen,
daraus ist dann eben queer,
so wie wir das heute kennen,
und zwar in all den Spannungsfeldern,
in denen sich es befindet,
ja, dann auch entstanden, ja,
als machtkritische,
politische Selbstbezeichnung
für nicht-heterosexuelle
oder nicht-heteronormative
vielleicht Menschen,
und eben als analytische Kategorien
in späteren Queer Studies,
Queer Theories
oder eben auch angrenzenden Feldern.
Genau.
Was habe ich vergessen?
Ich habe mir jetzt gerade,
du bist gerade voll der Gedanke durch den Kopf gegangen,
den werde ich gleich noch beursachen,
deswegen war ich so,
ich bin gerade noch so mitten im Gedanke,
genau, nee, aber genau,
also alles, was du gesagt hast,
zu, wie sich Begriffe verändern,
was übrig bleibt und so weiter,
das schauen wir uns auf jeden Fall
in der Folge noch an.
Sehr gut.
Der Gedanke, den ich hatte,
ich weiß nicht,
weil du gesagt hast,
es gibt Menschen,
die das, die zwar sagen werden,
ich bin lesbisch, aber nicht queer,
ist die erste Person,
die mir in den Kopf gegangen ist,
natürlich aus einem ganz anderen Kontext,
als den du beschrieben hast,
ist die deutsche in der Schweiz
lebende Kanzlerkandidatin der AfD,
Alice Weidel.
Ah, ja.
Genau, die ja selbst in einer lesbischen Beziehung
witzigerweise mit einer Sri Lankanerin lebt,
also berührt sehr stark meine Forschung.
Und halt, genau,
viele andere Sachen,
die eigentlich ihrem Wahlprogramm
und dem, was für das ihre Partei steht,
eigentlich total konträr entgegensteht,
aber die bezeichnet sich ja mit Absicht
auch nicht als queer.
Und zwar nicht deswegen,
weil sie nicht lesbisch wäre,
weil das sagt sie,
sie lebt in einer Beziehung
mit einer Frau und einer Kinder,
sondern weil sie halt alles,
was an Systemkritik
mit dem Wörtchen queer zusammenhängt,
eben nicht übernehmen will.
Ja, ja, ja.
Und ich finde es dann eigentlich,
weil es wurde ja dann,
also das war so ein Interview
vor circa einem Jahr oder so,
wo sie das gesagt hat
und dann wurde halt von vielen Leuten
und auch aus der Queer & Community gesagt,
nee, du bist aber queer
und ich finde das
eine ziemlich problematische Art.
Also natürlich muss man sich
darüber die Haare raufen,
warum sie das macht, etc.,
aber jemanden fremd zu bezeichnen,
das ist immer, finde ich, problematisch.
Ja, ja, ja, ja.
Egal wen, genau.
Ja, das ist ein gutes Beispiel.
Also jetzt kann ich auch endlich mal,
ich weiß nicht,
ich habe ganz, ganz letztes Jahr
versucht in Worte zu fassen,
was mich in dieser Fremdbezeichnung stört
und ich habe jetzt erst über diesen Twist
ist es mir so gekommen,
deswegen habe ich so nachgedacht.
Ja, aber ich glaube,
der springende Punkt,
um ehrlich zu sein,
und der springende Punkt
für mich jetzt zumindest
an dem, was du gesagt hast,
ist einfach,
dass das Wort queer
eben nicht nur eine Bedeutung hat.
Das queer ist nicht eine Selbstbezeichnung,
das Wort queer ist nicht nur eine Identität,
nämlich gar nicht eigentlich,
sondern vielmehr eine Haltung
und hat sehr viel mit Systemkritik zu tun
und wenn das nicht in das eigene politische Bild,
in die eigene Ideologie passt,
dann macht es total Sinn,
das so zu machen,
aber ja, genau,
es ist immer,
so wie ich gesagt habe,
ja, ich finde,
es ist immer,
es befindet sich,
das Wort befindet sich
und wird sich auch noch sehr, sehr lange
in ganz vielen Spannungsfeldern befinden
und ich finde,
das ist aber auch konstitutiv irgendwie
für den Begriff
oder für das Konzept.
Ach ja.
Na gut,
dann tauchen wir mal,
ich habe noch ein,
zwei Punkte aus der Geschichte,
die ich gerne ergänzen würde,
an denen man auch schon immer sieht,
mit welchen Kämpfen
und mit,
also mit welchen Kämpfen
das Wort queer verbunden ist
und gleichzeitig aber auch,
dass es auch schon immer
so ein bisschen intersektional war.
Genau und zwar gehe ich noch mal
ein bisschen zurück
zu dem Moment,
den du als im späten 19. Jahrhundert
beschrieben hast,
nämlich in das genaue Jahr,
wo man das erste Mal
so eine richtige Bezeichnung
von queer findet
in den Quellen.
Ja.
Das ist nämlich 1894,
also 100 Jahre vor meiner Geburt
und zwar gegenüber Oscar Wilde,
also ich weiß nicht,
wer die Person kennt.
Oscar Wilde war ein irischer Schriftsteller
und der war in einer Beziehung
und im Sexualverkehr
mit dem Sohn
vom Marcus of Queensberry,
nämlich dem Lord Alfred Douglas,
weshalb der Marcus of Queensberry
Oscar Wilde vor Gericht gezerrt hat
und angezeigt hat.
Und in einem Brief
zur selben Zeit
hat der Marcus of Queensberry
dann Oscar Wilde
als Snob Queer bezeichnet,
also Snob und Queer zusammen.
Das heißt,
als einen eingebildeten,
gesellschaftlich überheblichen
und gleichzeitig auch
sexuell abstoßenden Mann.
Das heißt,
diese Bezeichnung,
wie sie das erste Mal auftaucht,
ist schon ein Schimpfwort
sowohl für eine soziale Verachtung
als auch eine homophobe Schimpfung.
Das fand ich so spannend,
weil auch immer dieses
auch heute noch so ein bisschen
mitschwingt,
dass Queers ja irgendwie auch
so eine gebildete linke Elite sein.
Ja, ja, ja.
Und das ist da auch schon mit drin.
Ich fand das super spannend.
Ja, ja, ja.
Genau.
Das ist wirklich lustig.
Ja, total, ne?
Also lustig.
Ja, also die Geschichte
halt schon witzig
und fallend ist
im schlechten Sinne
ja, ich weiß das so.
Ja, vor allem,
weil ich immer so im Hinterkopf,
also ich habe immer so gedacht,
okay,
dass die Verbindung
zwischen Queer
und dieser Überheblichkeit
und dieser akademischen Welt
und dieser Abgehobenheit,
die ist im deutschsprachigen Raum
einfach so stark
aufgrund der Rezeptionsgeschichte
von Queer,
einfach wie das Konzept
dann halt wieder
in den deutschsprachigen Raum
halt gewandert ist.
Ja, aber offenbar
Ja, total.
Aber ich finde es ja
total witzig,
dass jemand,
der selbst ein Marquis ist,
jemand anders als Snob bezeichnet,
das finde ich großartig.
Das ist mir so richtig
englische Drama im Kopf.
Ja, ja.
Wobei, ich glaube,
um ehrlich zu sein,
es gibt noch
einen großen Unterschied
zwischen Marquis
und Systemkritik.
Also vielleicht ist das gemeint.
Ja, genau.
Also es ist ja immer ein bisschen,
ja.
Also wie so oft,
man beschuldigt ja andere
dann immer.
Ja, total.
Also wie war das Spiegelvorhalten?
Genau.
Wie war es mit dem Orientalismus?
Ja, das ist immer,
es kommt immer wieder.
Ja, genau.
Genau.
Genau, kommen wir zurück
nochmal in die Geschichte.
Also das war ja jetzt England
und erst 20 Jahre später
kam das Wort in die USA,
also 1914 herum.
Ja.
Und zwar über Zeitungen,
die das dann übernommen haben
und dann in den,
also weil Zeitungen haben ja auch
schon sehr häufig
transnationalen Austausch gehabt,
indem sie einfach
Geschichten reproduziert haben
und so weiter
und so ist dann das Wort
auch in den amerikanischen Raum
gekommen.
Ja.
Und 1914,
das ist 110 Jahre her,
das ist einfach so kurz.
Ich finde das so krass,
wenn wir uns überlegen,
wie normal uns dieses Wort vorkommt,
dass es in unserem Wortschatz ist,
dass es einfach erst 110 Jahre
so wirklich präsent ist.
Mhm.
Krass.
Genau.
Und dann in den 1930er Jahren,
jetzt wird es nämlich
auch schon spannend,
gab es schon Wörterbücher
in den USA,
die darauf hinweisen,
dass der Begriff queer
zwar,
wenn er von außen
eine Gruppe bezeichnet,
abwertend ist,
aber dass es eine innere Konnotation gibt,
also eine innere Bedeutung,
die das nicht hat,
diese Konnotation.
Also wenn man sich selbst
als queer bezeichnet,
dass es dann nicht
automatisch abwertend ist.
Das war schon in den 1930er Jahren
in Wörterbüchern gestanden.
Ja.
Und zwar zum einen
durch Aktivismus,
vor allem HIV- und Aids-Aktivismus
in den 90ern.
Ja.
Da gab es zum Beispiel
die sogenannte Queer Nation,
also eine Bewegung,
die sich für die Rechte
und Sichtbarkeiten von LGBT
damals noch einsetzte.
Ich will schon immer
das Ganze sagen,
aber damals war das ja nur
viel Wurterbücher.
Gab es so nicht, genau.
Also Lesbian, Gay,
Bisexual and Trans, genau.
Und zusätzlich zu diesem Aktivismus
gab es dann seit Ende der 90er
und frühen Nullerjahre,
also wirklich sehr spät,
die Übernahme in Populärkultur,
also dass es in Fernsehshows
und in Sendungen aufgetaucht ist.
Wie zum Beispiel eben auch
die erste Version von Queer Eye,
die ja 2003 rauskam.
Genau, das heißt,
seitdem bezeichnet,
wie du auch schon gesagt hast,
Queer irgendwie ein Spektrum
von verschiedenen Arten
von sexuell und gender
nicht konformen Identitäten
und ist gleichzeitig eben
so eine politische Sicht
darauf, gegen bestimmte
binäre Sichten von Geschlecht,
aber auch von der binären
Unterscheidung zwischen
homosexuell und heterosexuell
zu argumentieren.
Sehr schön,
sind wir eigentlich fertig
Geschichte, check.
Na ja, jetzt kommen wir
erstmal zum Punkt,
was ist eigentlich Geschichte?
Oh, das wird zu kompliziert.
Geschichte nicht, check.
Geschichte, check.
Aber was ist Geschichte?
Nächstes Wort.
Genau, jetzt kommt endlich
der Punkt,
auf den wir so lange gewartet haben.
Wir dürfen nochmal
ausführlich über Judith Butler sprechen.
Yes.
Genau, aber Butler ist ja
oder gilt als bekannteste
Theoretikerin
von alles,
was mit Queer zu tun hat
und wird eben auch
oft als Gründungsfigur
der Queer Studies gesehen.
Ja.
Weil mit Butler eben auch
diese analytische,
wissenschaftliche Anwendung
des Wortes
aufgetaucht ist.
Mhm.
Und das Spannende ist aber auch,
Butler nutzt das Beispiel
Queer,
das so wie wir es jetzt
auch besprochen haben,
auch um die eigenen
Theorien zu verdeutlichen.
Ja, ja.
Das heißt, Butler nutzt
vor allem in dem zweiten Buch,
also das auf Englisch
Body Start Matter
und auf Deutsch
Körper von Gewicht heißt.
Ja.
In dem Buch nutzt Butler
das Wort Queer,
um zu zeigen,
wie Sprache Identität schafft
und wie aber auch
zu Identitäten
immer Ausschlüsse gehören
und wie Bedeutung
transformiert werden kann.
Ja.
Genau.
Und denke,
deswegen lohnt es sich
an dieser Stelle
auch echt nochmal
in Butlers Theorien
hineinzuschauen.
Wir hatten ja
in der vorherigen Folge
schon mal kurz
über das Prinzip
der Performativität
gesprochen.
Ja.
Also das warst du,
glaube ich, genau.
Also das Geschlecht,
aber auch irgendwie
alles andere,
was unsere Welt
irgendwie ausmacht,
durch wiederholende Akte
geschaffen wird.
Ja.
Und diese Wiederholungen,
die sind sowohl
körperlicher als auch
sprachlicher Art,
denn bei Butler geht das
nicht ohne einander.
Also körperlich ist
immer sprachlich
und sprachlich ist
immer körperlich.
Das ist an die Leute
gerichtet, die sagen,
Butler würde den Körper
nicht beachten.
Das muss ich immer dazu sagen.
Stimmt einfach nichts,
mein Kopf ist da
überall drin.
Ja, ja, ja, ja.
Genau, und Wiederholung
heißt, dass es
gibt etwas,
auf das ich mich berufe,
das vorher schon da war
und ich nutze diese
Bedeutung, um dann
in einem neuen Kontext
wieder Sinn zu schaffen.
Das heißt, in anderen
Worten, eine Wiederholung
ist immer eine Zitation,
immer ein Zitat.
Ja, ja.
Ich habe ein Beispiel,
das jetzt mal wieder
nichts mit Geschlecht zu tun
hat, ich finde,
das illustriert es
meistens besser.
Also zum Beispiel,
wenn ich sage,
der Baum trägt Früchte,
dann ist das Wort Baum
in dem Satz
eine Wiederholung.
Also jedes Wort,
ich nehme jetzt mal
das Beispiel Baum.
Ja.
Das heißt,
das Wörtchen Baum
ist eine Zitation
von einem anderen Kontext,
in dem das Wort Baum
auch schon genutzt wurde.
Und diese Bedeutung,
die wird dann
in den neuen Kontext,
also mit Kontext
meine ich dann
meinen neuen Satz,
der Baum trägt Früchte,
in dem wird das
dann übertragen.
Und genau so
muss Sprache auch
funktionieren,
denn ohne so eine
Übernahme von Bedeutung
würde ja auch
der neue Satz
gar keinen Sinn ergeben.
Ja.
Wenn jetzt Baum
keine vorherige Bedeutung
hätte, dann hätte
der Satz überhaupt
keinen Sinn.
Genau, worauf
bezieht er sich?
Das heißt,
immer wenn wir
vielleicht nur ergänzend,
wenn wir zurückdenken
an die Vielstimmigkeit,
das ist genau das,
was die Vielstimmigkeit
in der Literaturwissenschaft
meint,
dass wir quasi
immer nur andere
Leute zitieren.
Erstmal wenn wir was
sagen,
dann sprechen wir
mit all den Stimmen,
die vorher da waren.
Genau,
und bei Butler
mit der Zitation
wird einfach
nochmal herausgestrichen,
dass das halt immer
eine Wiederholung ist.
Also,
dass quasi nichts
von sich selbst
heraus entsteht,
sondern quasi,
dass wir immer nur zitieren.
dass wir uns immer
auf das beziehen,
was vorher schon gesagt wurde.
Genau,
und dadurch dann
Bedeutung auch
sich aufbauen kann.
Genau,
jetzt kommt es,
aufbauen kann,
ich mache gleich weiter,
denn wenn wir etwas
immer wieder und wieder
zitieren,
dann entsteht der Eindruck,
dass es einfach so ist,
wie es ist.
Ja.
Genau,
also dass es nur
eine Bedeutung
von etwas gibt.
Also immer,
wenn wir sagen,
also immer,
wenn wir Baum
im gleichen Kontext benutzen,
haben wir irgendwann
eine Vorstellung davon,
was ein Baum ist.
Ja.
Und genauso ist es eben
halt auch bei Geschlecht,
das ist Butler's spannende
Analyse,
die eigentlich,
genau,
auch bei jedem anderen,
ich finde es ja so spannend,
wenn man das bei jedem
anderen Wort benutzen würde,
wird sich ein anderes
aufgeben.
Naja,
genau,
und auf jeden Fall
diesen Prozess,
der,
es wird immer wieder zitiert
und es entsteht dann
der Eindruck,
dass es einfach so ist,
das nennt Butler
Sedimentierung von Bedeutung.
Das Wörtchen Sedimentierung
kommt von Sediment,
also verschiedene
Gesteinsschichten,
die immer übereinander
gelegt werden,
bis sie dann fest werden
und zu einem großen
Problem werden
und dann so erscheinen,
als wären sie einfach
natürlich und da,
aber eigentlich sind es
übereinander liegende
und sich gegenseitig
haltende Schichten
von Gestein und Geröll
und von Sand
und was auch immer.
Ja.
Genau,
das heißt,
um so sich da drüber zu legen
und dann auch fest zu werden,
braucht es Macht.
Sedimentierung ist immer
mit Macht verbunden.
Denn um sich zu verfestigen,
muss ja eine bestimmte Art
der Bedeutung
und ein bestimmter Ausschluss,
der dabei immer mitschwingt,
immer wieder genauso
wiederholt werden
und damit immer wieder
die gleiche Bedeutung
und der gleiche Ausschluss
quasi da sind,
braucht es Macht.
Und das ist jetzt eben
spannend,
wenn es dann um Geschlecht geht.
Genau,
und so kommt jetzt
endlich auch mal
Geschichte rein,
weil Butler sagt auch was zu,
was ist eigentlich Geschichte
und warum ist Geschichte wichtig?
Und Geschichte ist eigentlich das,
was Bedeutung schafft
und zwar durch Macht.
Und Geschichte wird eben dann
für Forschung interessant,
wenn es darum geht zu schauen,
wie sich bestimmte Bedeutungen
verfestigt haben
und wie andere Bedeutungen
ausgeschlossen wurden
oder eben wie beim Wörtchen
Queer,
wie sich Bedeutungen
auch ändern können.
Ja.
Denn es ist ja so,
dass durch jede Zitation,
habe ich ja vorhin gesagt,
nimmt man ein Wort
aus einem anderen Kontext
und setzt es
in einen neuen Kontext ein.
Und durch diesen Prozess
des in den neuen Kontext einsetzens,
verändert sich
sowohl dieser neue Kontext
als auch das Wort selbst.
Und so eben auch
mit dem Wort Queer.
So, jetzt kommt die Rückfrage.
Hast du aufgepasst?
Habe ich verstanden.
Genau.
Wenn du es verstanden hast,
dann zeig uns das doch,
indem du nochmal
die Geschichte
von uns des Wörtchens Queer,
die wir vorhin hatten,
versuchst mir,
Butler's Theorie
kurz zu erklären.
Ja, lass uns das versuchen.
Ich bin, um ehrlich zu sein,
ich gehe nochmal zurück.
Vielleicht komme ich nochmal drauf.
Also, wenn wir jetzt versuchen,
die Geschichte von Queer
mit Butler's Theorie
jetzt nochmal zu lesen,
dann geht es ja genau darum,
dass Wörter nie fest
auf eine Bedeutung
quasi festgelegt sind,
sondern dass Bedeutung
durch Wiederholung entsteht,
eben durch das,
was Butler jetzt Zitation nennt.
Das heißt,
Queer
hat mal eine ganz
klare,
abwertende Bedeutung gehabt,
ein Schimpfwort,
19. Jahrhundert.
Aber diese Bedeutung
war nie wirklich stabil.
Das heißt,
sie musste immer
wiederholt werden,
um wirklich zu wirken.
Und genau da setzt
die ja dann eigentlich
auch Veränderung an.
Weil wenn ein Wort
immer wieder wiederholt,
zitiert werden muss,
dann kann es ja auch
anders zitiert werden.
in einem neuen Kontext,
mit einer neuen Absicht.
Und genau das ist ja auch
mit Queer passiert.
Es wurden dann
in queeren Communities
bewusst umgedeutet,
reclaimed quasi,
ironisiert,
politisiert.
Und das ist das,
was Butler
dann auch als Subversion
durch Wiederholung beschreibt.
Das Bedeutung,
sich gerade dann verschiebt,
wenn wir ein Wort
in einem neuen Kontext
verwenden.
Und ich weiß,
okay,
ich muss jetzt trotzdem
nochmal diesen Schlenker machen,
auch wenn Butler
sich theoretisch anders
verortet,
also eher so in der Nähe
zum Poststrukturalismus,
zu Derrida auch.
Ich finde es immer wieder
erstaunlich,
wie schön sich das eigentlich
alles mit Wittgensteins
Sprachspielen
verbinden lässt.
weil Sprachspiele
bezeichnen
ja eigentlich gerade
die Rahmenbedingungen,
in denen Wörter
verwendet werden.
Also ich muss nicht
die Bedeutung
eines Wortes lernen,
sondern wie ich ein Wort
in einem bestimmten Kontext
verwenden kann
oder verwenden darf.
Das heißt,
Verwendung
trumpft Bedeutung quasi.
Also
Wittgenstein sagt ja auch,
die Bedeutung eines Wortes
und wie weiß ich,
wie ein Wort
verwendet werden darf?
Na, ich lerne die Regeln.
Und wenn man jetzt
Sprachspiele
als Regeln
sozialer
Bedeutungsproduktion
versteht,
dann lassen sich
ja die
Zitationen
bei Butler
als
zu gebrauchen,
zu verschieben,
zu unterlaufen.
Das ist in anderen Worten
auch ein Sprachspiel
kann subversiv
gespielt werden.
Und entscheidend
ist einfach,
dass Sprache
kein abgeschlossenes
System ist,
sondern eben
eine dynamische Praxis,
die sich eben
mit den sozialen
Formen
wandelt.
Also
vielleicht nochmal
zurück zu queer.
Also ja,
genau.
Ja,
okay.
Ich finde schon,
ich habe schon so eine Art.
Ich wollte es auf queer
wieder zurückbringen,
weil ich finde es ab.
Wie viele Sachen will ich sagen,
damit ich es nicht vergesse?
Ich bin jetzt mal ruhig,
weil vielleicht machst du jetzt
mal die Zusammenfassung
für uns.
Ne,
ich finde,
du hast es schon super
weil es geht ja um Regeln
und Regeln haben auch wieder
was mit Macht zu tun.
Ja.
Und wer das verschieben will,
also man kann nicht,
das ist genau ein Punkt,
den ich vielleicht auch nochmal
hätte deutlicher machen müssen,
der jetzt gut rauskommt.
Man kann nicht einfach
random
irgendjemand,
der keine Macht im Diskurs hat,
sich einfach ausdenken,
okay,
ich setze jetzt das Wort
in einem anderen Kontext
ein,
dann ist das Wort verändert.
Ne,
das ändert sich insgesamt
nur dann,
wenn diese Veränderung
mit Macht verbunden ist.
Zum Beispiel dadurch,
dass eben so eine Organisation,
wenn wir zu der Queer Nation
zurückkommen,
die wirklich im
medialen Rampenlicht steht,
weil natürlich die Aids
und HIV-Krise
ziemlich präsent damals
waren in den 90ern,
wenn die dann quasi
auch die erste Folge,
wo sie so,
weiß Butler mehr
über Sprache als wir?
Nee,
ja und nein.
Weil natürlich,
Butler zitiert auch,
das finde ich jetzt
einen witzigen Gründen,
weil du gesagt hast,
natürlich ist es bei
Wittgenstein auch schon drin,
weil Butler natürlich auch
Geschichte von Philosophie zitiert
und weiter verändert
und Leid verschiebt,
aber natürlich sehe ich
auf das Beruf,
was vorher schon da war.
Ansonsten würde ja
Wattlers Sprache
im Philosophischen
auch gar keinen Sinn ergeben.
Ja, ja, genau.
So wie der Baum.
Genau.
Und dann habe ich noch
einen dritten Punkt,
der ein bisschen davon weggeht.
Es gibt gerade noch
ein anderes Wörtchen,
das jetzt quasi
mit der Frage
nach den gleichen
machen,
nach ähnlichen Politiken
auch sehr bekannt ist,
dass so eine ähnliche Veränderung
aber genau in die andere
Richtung durchgemacht hat
und das ist ja das Wort
Woke.
Ja, stimmt.
Das ja aus einer
Positivbewertung
in den 60er, 70er Jahren
in der schwarzen
Bürgerrechtsbewegung kommt
und aufgrund
dieser Aneignung
und Claimen
der verschiedenen
rechter und populistischer
politischer Strömungen
und so ist das glaube ich
nicht alles zu vergucken.
Genau, halt umgedeutet
wurde zu was
was Negativen.
Ja, ja.
Ja, und ich finde das
also eigentlich
beide Begriffe
ja sowohl
Queer als auch Woke
zeigen halt ganz
ganz deutlich
finde ich,
dass es eben
dass
es
bei
Macht
eigentlich
in erster Linie
um die
also bei
ich sage jetzt mal
von Bedeutung
im Diskurs geht
Punkt.
Wenn ich den Diskurs
kontrollieren kann
ja
und deswegen
und auch wie
wie unmöglich es ist
eigentlich diese beiden
Dinge voneinander
zu trennen
also ich kann nicht
über Sprache ohne
Macht sprechen
oder ich kann nicht
über Macht ohne
Sprache sprechen
und der Diskurs
ist einfach das
wie man das
theoretisch fassen kann
ja Punkt aus
das klingt immer so
abstrakt
aber es ist einfach
halt nur
eine theoretische
ein theoretisches
Tool
quasi
aber ja
also beide Begriffe
und dann sieht man
und es ist auch gut
dass du jetzt das Beispiel
genannt hast
ja weil es geht
natürlich in alle
also in beide Richtungen
also ich kann
Begriffe aufwerten
ich kann Begriffe abwerten
ich kann Begriffe
also Begriffe verschieben
einfach weiter
und ich rede einfach weiter
und genau
ich ziehe jetzt einfach durch
ich habe vorhin gesagt
dass Butler
als Gründungsfigur
der sogenannten
Queer Studies gesehen wird
und du hast die
Queer Studies ja auch
schon angesprochen
also quasi
die bestimmte
akademische
Blickrichtung
auf alles
auf die Welt
auf die Wissenschaft
auf alles
und vielleicht
das nochmal kurz
weil das ist schon
richtig wichtig
in Bezug auf
was dieses Wörtchen
Queer eigentlich heißt
und genau
was im Rest der Folge
noch passieren
wird
das ich jetzt noch nicht verrate
genau
auf jeden Fall
entstanden eben
die Queer Studies
oder auch die Queer Theory
die Queer Studies
ist ja eher eine Disziplin
die man auch
an Lehrstühlen
sozusagen anhaften kann
und die Queer Theory
ist eher so eine
interdisziplinäre
Anwendbarkeit
von dieser Theorie
genau
das vielleicht
jetzt Unterscheidung
genau
und die beiden
entstanden so
Anfang der
1990er Jahre
in den USA
und zwar aus
den Lesbian
und Gay Studies
heraus
und der Unterschied
zu den Lesbian
und Gay Studies
damals war eben
dass Queer Theory
von genau solchen
poststrukturalistischen
Theorien wie
Judith Butler
beeinflusst war
also dass sie
eine Kritik
an stabilen
Identitätskategorien
wollten
und eine Analyse
von normativen
Machtverhältnissen
und zwar deshalb
um auf diese Art
und Weise eben
Sexualität
Begehren
und Geschlecht
nicht als natürliche
sondern als
historisch
und diskursiv
gewachsenen
Felder zu verstehen
so jetzt
sind wir aber
bei einem Punkt
einem Problem
denn so
dieser eigene Anspruch
der bricht sich
dann wenn es
institutionalisiert wird
also wenn
Queer Theory
zu Queer Studies wird
weil jetzt kommen wir
doch nochmal wieder
zu Foucault
also heute
heute Dapper Auftrag
der hat ja
super viele Bücher
zu verschiedenen
Institutionen geschrieben
also sei es das
das Asylum
das Gefängnis
die Schule
etc. etc.
und was bei ihm
so das Hauptargument
ist
ist dass
Macht
nicht nur
unterdrückend ist
sondern auch
produzierend
das heißt
auf der einen Seite
schafft
Institutionalisierung
Diskurse
es ermöglicht
Sichtbarkeit
es ermöglicht
auch Anerkennung
und Finanzierung
zum Beispiel
eben von Lehrstilen
oder auch von
Forschungsstellen
und die
Queer Studies
als solche
entstehen
oder konnten
nur dann
entstehen
weil sie
auch mit
Macht
verknüpft
waren
und das
Problem
ist aber
die
Kehrseite
der Macht
eine
Verfestigung
von Bedeutung
ist dabei
unvermeidlich
denn
damit
Begriffe
kommunizierbar
werden
und da
gehört auch
ganz basal
dazu
damit
Forschungsmittel
gefördert
werden
können
muss man
ja eine
bestimmte
Bedeutung
von einem
Begriff
haben
auf die
man sich
in einem
Forschungsantrag
berufen kann
oder aber
auch
um
miteinander
disziplinär
und interdisziplinär
zu reden
muss man
wissen
über welche
Sachen
man spricht
genau
und genau
hier steht
daneben
in die Spannung
denn
Queer
will sich
ja
nicht
festlegen
denn
Queer
ist ja
oder will
nicht
eine Identität
sein
sondern
gegen
ein Denken
in verschiedenen
Identitäten
es will
nicht
eine
Perspektive
sein
sondern
eben
eine
bestimmte
Haltung
des
Störens
und des
Unklarmachens
das Problem
ist aber
dass durch
die
Institutionalisierung
eben
die Gefahr
entsteht
dass es
normiert
wird
und deswegen
sieht man
so in den
letzten
35 Jahren
wenn so
dass die
Geschichte
der
Queer
Stylist
immer wieder
Anstöße
und Versuche
Queer
aufzulockern
und zum Beispiel
eher als Praxis
als als Theorie
weil sich
konstant
selbst
zu hinterfragen
öffnet
natürlich auch
öffnet
für Gefahr
das öffnet
für Kritik
und gerade
wenn es doch
ein gesellschaftlich
marginalisierter
Bereich ist
ist das
super gefährlich
ja
ja
mir ist auch
eingefallen
dass es eben
auch diesen
diese Tendenz
gibt
also von
dem
Adjektiv
Queer
oder auch
vom Nomen
aber das Nomen
ist jetzt ein bisschen
so eingeklammert
Richtung
Verb
geht
oder
also
to Queering
in den Vordergrund
zu stellen
um eben
ein bisschen
das
quasi
wieder umzudrehen
oder hier
wieder zurück
zu rudern
aus der
Institutionalisierung
raus
wieder
zu kommen
ja
einschränken
und Dinge
ermöglichen
also ein Adjektiv
bezeichnet
etwas
und wenn wir
aber etwas
gerade nicht
bezeichnen wollen
ist ein Adjektiv
halt vielleicht
auch einfach
problematisch
und ein Verb
das etwas tut
hilft uns halt
das als
Praxis
zu verstehen
so wie ich es
schon gesagt habe
genau
genau
spannend
aber
sonst könnten wir
eigentlich die Folge
deswegen erstmal
die Frage an dich
wärst du jetzt
mit dieser Geschichte
zufrieden
oder fehlt dir
irgendwas
ich bin nie
zufrieden
okay
das ist mal
Punkt 1
Punkt 2
was fehlt mir
genau an dieser
Folge
mir
fehlt
okay
vielleicht ein
bisschen das
was ich auch
vorher schon
angesprochen habe
also wir haben
jetzt eigentlich
nur
über
diesen
englischsprachigen
und vor allem
diesen
angloamerikanischen
und US-amerikanischen
Kontext
eigentlich
geredet
was natürlich Sinn macht
weil wir ja den Begriff
im Deutschen
zumindest
also sowohl
den politischen
als auch den analytischen
ja eben aus
dem US-amerikanischen
Raum übernommen haben
aber
da stellt sich jetzt
natürlich die Frage
wie sieht es
mit dem Rest
der Welt aus
ja
denn
um das nochmal
genau
der Rest der Welt
und aber auch
grundsätzlich
was ist die
Intersektionalität
von Queer
denn
wir haben ja schon gelernt
alles
alles ist irgendwie
intersektional
und
ich finde
wir haben es ja genau
bei der Folge
zu Gender und Sex
ja auch schon gesehen
dass
was ist eigentlich
Gender
so stark
mit Klasse
und Race
verbunden ist
und das ist eben
bei Queer auch
Klasse hatten wir
ja schon am Anfang
mit Oscar Wilde
stimmt
richtig
genau
und jetzt geht es
um Race
und Kolonialismus
wie hätte ich gedacht
genau
deswegen erstmal
nochmal
back into the
history
ganz allgemein
abseits von
dem Wort
Queer
sondern
jetzt geht es
wirklich um
eine Abwertung
von bestimmten
sexuellen Praktiken
ganz allgemein
weil
jetzt ganz abgekürzt
wir müssen da auch
nochmal ausführlich
drüber sprechen
der Kolonialismus
hat
in verschiedenerlei
Hinsicht
ein bestimmtes
binäres
Geschlechtersystem
und eine
Heterosexualität
als Norm
in viele Gebiete
der Welt gebracht
das heißt nicht
das muss ich immer
immer wieder wiederholen
dass das irgendwie
vorher Friede, Freude
Regenbogen
überall auf der Welt
existiert hat
natürlich nicht
aber diese
bestimmte Art
ein Geschlechtesystem
binär zu denken
diese bestimmte Art
was Heterosexualität
ausmacht
das ist ein Produkt
des Kolonialismus
ja
genau
und gleichzeitig
wurden
verschiedene Formen
von Nicht-Heterosexualität
auch
an verschiedenen Orten
immer schon
unterschiedlich bewertet
das heißt
auch eine
Klassifizierung
als Nicht-Norm
als Nicht-Die-Norm
im Sinne von
Nicht-Heterosexuell
war schon
in verschiedener Weise
abgestuft
weil
rassifiziert
das heißt
eine
Nicht-Heterosexualität
von Menschen
aus Afrika
wurde ganz anders
bewertet
wie von Menschen
aus Indien
zum Beispiel
weil sie
in einer
rassifizierten
Hierarchie
im britischen Empire
auch an anderen
Stellen standen
genau
und heute rede ich
mal über was
wo ich mich
eigentlich gar nicht
so doll auskenne
aber ein super
spannender
weil
ja
ich finde es
ein super spannender Ort
und zwar geht es
heute um Südamerika
okay
ja
genau
denn
in Südamerika
haben ganz viele
TheoretikerInnen
und auch KünstlerInnen
und Forschung
in den letzten
Jahrzehnten
gezeigt
dass
eben
die koloniale
Macht von Spanien
und Portugal
die ja dort waren
ja
gerade durch
sexuelle und
vergeschlechtliche
Macht
ausging
das heißt
es ging dabei
nicht nur
aber
vor allem auch
um sexuelle
Gewalt
sondern
damit ist auch
gemeint
dass das
Einführen
dieses
Sex-Gender-Systems
selbst
eine sexuelle
und vergeschlechtliche
Macht ist
ja
aha
mit Sex-Gender-System
ist hiermit
in diesem südamerikanischen
Kontext
der sich ja auch
auf vor allem
spanisch und
portugiesischsprachige
Sachen bezieht
gerade nicht das gemeint
was ich in der zweiten
Folge mit
einander
in einer sexuellen
Beziehung stehen
können
deswegen
viele Leute
im Englischen
dann auch eher
the gender binary
also die
Geschlechterbinarität
dazu sagen
also das ist damit
das gleiche gemeint
genau
ja okay
und in diesem
Zusammenhang gibt es
eben dann natürlich
auch Autorinnen
die sich Gedanken
darüber machen
über die Frage
nach Übersetzung
so wie wir es
letztes Mal
besprochen haben
und die erste Person
aber über die sprechen
wir demnächst
nochmal ausführlich
die einem da
einfallen könnte
ist Gloria
Andal-Dur
ich hatte jetzt
direkt in der
Vorbereitung der
Folge ein Buch
von Hector
Rubai-Caba
im Kopf
das heißt nämlich
genau
Translating the Queer
also die Übersetzung
von Queer
und seine Hauptaussage
die Frage ist
dass
dass das Queer
in Südamerika
das Ergebnis ist
von der Übersetzung
von verschiedenen
Kulturen
also quasi
Queer ist das
was rausgekommen ist
als die
Spanier und die
Portugiesen
nach Südamerika
gekommen sind
und verschiedene
Vorstellungen
von Kultur
übersetzt haben
und die Krux ist
es ist eine Übersetzung
die mit Hilfe
des Gebrauchs
von religiösen
Wertekategorien
und Wörtern
funktioniert hat
zum Beispiel
das Wort Sodomie
also alles was
alles
viele Sachen
viele sexuellen
und geschlechtliche
Praktiken
die in Südamerika
vorgeherrscht haben
wurden
im Zuge
dieses Übersetzens
dann als
Sodomie bezeichnet
und damit
sowohl abgewertet
als auch
klassifiziert
das heißt
es werden
bestimmte Praktiken
und Identitäten
ausgeschlossen
aber sie bestehen
genau durch
diese Bezeichnung
trotzdem weiter
weil sie werden
ja nicht
ausgelöscht
in der Hinsicht
sondern sie werden
als etwas
bestimmtes
klassifiziert
und damit aber
auch erhalten
klassifiziert
genau
wo wir wieder
bei diesem
ganzen
komplexen
Zusammenspiel
von Übersetzung
aus sind
es gibt aber
auch andere
Ansichten
von südamerikanischen
DenkerInnen
und auf die
kommen wir
in dem
letzten
Unterkapitel
im nächsten
dann nochmal
kurz zu sprechen
eine andere
sehr machtvolle
Art
Wörter zu nutzen
ist ja auch
in Gesetzestexten
und
das wissen
vielleicht einige
es waren ja
koloniale
Gesetze
die
das Verbot
von männlicher
Homosexualität
an allen
Orten der Welt
eingeführt haben
beziehungsweise
deren Ausübung
unter Strafe
gestellt haben
und eben auch
teilweise bis heute
wirken
also in Indien
wurde es
vor ein paar
Jahren
aufgelöst
aber in Sri Lanka
ist noch genau
das gleiche Gesetz
das in Indien
Geherrscher
das immer noch
aktuell
zum Beispiel
und wenn man sich
jetzt einfach
die Geschichte
anschaut
das Wort
Queer
wird
das ist das Wort
Queer
haben wir ja vorhin
gesagt
das gibt es
in dieser Art
und Weise
natürlich auch
erst in der
späten Kolonialzeit
auch in England
und in Nordamerika
aber es wird
auch zu dieser Zeit
gar nicht
in die Kolonien
übertragen
also es ist ein Wort
das wirklich
nur im globalen
Norden genutzt wird
was dann auch
dazu führt
dass diese Umdeutung
in den 1980er Jahren
nicht losgelöst ist
von kolonialen
und rassifizierten
Spannungen
genau
also das heißt
Queerness
ist etwas
das eine westliche
Moderne beschreibt
ja
und gerade
in so Sachen
wie
das was
Jaspir
als
Homonationalismus
bezeichnet
heißt das quasi
der
der Westen
ist gut
weil der hat
Queer
und der schützt
Queere Menschen
und alle anderen
und hauptsächlich
islamische Länder
das ist halt
eine Islamkritik
die dann
in diesem
Homonationalismus
drin vorkommt
die schützen
homosexuelle
Menschen nicht
und die sind
quasi
anti-queer
und andere
Leute
wie zum Beispiel
José Munoz
zeigen
dass auch
im globalen
Norden
das Wort
queer
intersektional
war
also an
weiße
Körper
gebunden
war
also
weiße
queere
Personen
waren
queer
und
queere
Personen
of Color
zum Beispiel
die waren
entweder
ganz unsichtbar
oder
wurden gar nicht
als vollwertig
queer
und Teil
des Kampfes
sozusagen
gesehen
sondern
auf eine gewisse
Art und Weise
rassifiziert
und ethnisiert
das gleiche
ist ja auch
in verschiedenen
anderen
intersektionalen
Kategorien
also
queere Menschen
die eine Behinderung
haben
werden auch
eher als
Menschen
mit Behinderung
eine eigene Folge
oder
was ich halt
spannend finde
vor allem
und warum
ich denke
wir brauchen
da mindestens
noch mal
eine Folge
ist weil
wir ja
eigentlich
am Anfang
jetzt gesagt
haben
queer
hat so
diesen
Anspruch
an sich
selbst
eben
offen
machtkritisch
zu sein
sich auch
so darstellt
und dann
eben
gegen
diese
Institutionalisierung
kämpft
im
globalen
Norden
muss man
jetzt
dazu sagen
und
aber
eigentlich
diese
also
sowohl
Intersektionalität
als auch
eben
koloniale
Geschichte
eben
einfach
zeigt
dass
da noch
sehr
sehr
viel
mehr
mitgedacht
werden
muss
als
allein
diese
Institutionalisierung
okay
diesen Teil
zusammenfassen
das Wort
queer
in sich
ist
Intersektional
und hat
bestimmte
Ausschlüsse
die auf
anderen
Intersektionalen
Kategorien
schießen
und
jetzt kommt
noch ein
anderes
Problem
mit dazu
das ich
unbedingt
angesprochen
haben
will
nämlich
weil
queer
diese
so eine
Verflochtenheit
in
koloniale
und
rassifizierte
Spannungen
hat
genau
aus dem
Grund
kann es
auch
von
konservativen
Kräften
in vielen
Ländern
abgelehnt
werden
und als
fremd
dargestellt
werden
das ist
ja die
Krux
an der
Sache
das ist
natürlich
nicht
bei den
Haaren
herbeigezogen
dass zum Beispiel
wie Putin
sagt
queer
ist was
das aus
dem
Westen
kommt
weil
natürlich
das
Wort
queer
und
das
was
es
bezeichnet
bezeichnet
bestimmte
Menschengruppen
im globalen
Norden
und ist
Teil
dieser
Spannung
das heißt
aber
natürlich
nicht
dass
das
was
queer
bezeichnen
will
und
wenn
sich
Leute
als
queer
bezeichnen
was
sie
damit
ausdrücken
wollen
dass
das
nicht
überall
auf der
Welt
existiert
aber
aufgrund
dessen
weil
es
halt
nicht
einfach
so
eine
reine
und
unbelastete
Kategorie
ist
zu Zeiten
der
Kolonialzeiten
ja
also
dieses
Einführen
von
Gesetzestexten
und
diese
Übersetzung
von
etwas
als
Sodomie
ja
genau
zeigen
dass
das
historisch
genau
das
Gegenteil
von dem
ist
was
die
Leute
sagen
also
das
ist
eine
Einfuhr
aus
dem
Besten
sein
Dinge
müssen
nicht
logisch
sein
um
machtvoll
zu
wirken
und
das
ist
machtvoll
zu
wirken
genau
ich muss
schon
wieder
an
die
Sprachspiele
denken
Entschuldigung
aber
das
heißt
ja
eigentlich
dann
nichts
anderes
es
geht
nicht darum
quasi
die
richtigen
Wörter
zu
finden
sondern
darum
die
Wörter
eigentlich
richtig
zu
verwenden
soll
heißen
das
richtige
Wort
an einem
Ort
muss
nicht
das
richtige
Wort
an einem
anderen
sein
also
das
bringt
mich
dann
auch
vielleicht
so
auf
diesen
Punkt
ja
also
eigentlich
wäre es
hier
wichtig
zu
fragen
oder
überhaupt
nachzudenken
über
vielleicht
eine
andere
Terminologie
beziehungsweise
jetzt einfach
zu fragen
lassen sich
denn
nicht
nicht
westliche
queere
Lebensweisen
oder
Identitäten
auch
anders
sprachlich
fassen
genau
ja
und
was
denkst
du
weiß
ich
nicht
ich
denke
schon
ja
also
ich
denke
also
wenn
wir
da
ja
wir
haben
natürlich
mehrere
Möglichkeiten
oder konkret
zwei
Möglichkeiten
eigentlich
aber
kann
man
queer
quasi
in die
einzelnen
Kontexte
übersetzen
also
sprich
auch
in die
einzelnen
Sprachen
übersetzen
dann
ja
wir
müssen
jetzt
natürlich
ja
sagen
natürlich
kann
man
queer
übersetzen
alles
lässt
sich
übersetzen
ja
also
auch
queer
kann
übersetzt
sein
aber
wie wir
eben
auch
letzte
Woche
auch
schon
besprochen
haben
ja
das
übersetzen
ist
einfach
nie
neutral
es
ist
halt
immer
kein
kein
Beispiel
das
irgendwie
von
weit
her
geholt
ist
aber
sagen
wir
jetzt
für
queer
einfach
seltsam
oder
andersartig
oder
oder
oder
von mir
aus
auch
nicht
norm
konform
oder
sagen
wir
dann
schon
konkreter
ja
nicht
heteronormativ
divers
und
lassen
halt
andere
aus
also
sie
ordnen
das
wort
queer
mehr oder
weniger
in bestehende
kategorien
ein
anstatt
diese
irritation
die
im
begriff
steckt
bestehen
zu
lassen
aber
genau
das
ist
ja
der
eben
dieser
eindeutigkeit
entzieht
oder
entziehen
will
oder
zumindest
immer
diese
tendenz
hat
diesen
impuls
hat
sich
dem
zu
entziehen
das ist
irgendwie
eine
lehrstelle
markiert
eine
spannung
ein
unbehagen
mit
diesen
mit
diesen
bestehenden
kategorien
und
das
lässt
sich
halt
nicht
einfach
übersetzen
ohne
dass
sich
dann
dabei
etwas
verändert
und
das
ist
einfach
der
punkt
also
jede
übersetzung
ist
schließlich
eine
neue
rahmung
ja
und
die
frage
wäre
jetzt
natürlich
okay
wollen
wir
wenn man
das
wirklich
ernst
nimmt
und
mitdenkt
dann
muss
man
fast
der
Meinung
sein
dass
wir
das
wollen
ja
die
frage
ist
jetzt
ja
genau
wie
geht
das
wie
können
wir
bestimmte
aspekte
vielleicht
in den
Hintergrund
rücken
wie
können
wir
andere
hervor
streichen
wie
können
wir
da
ein
bisschen
bewegung
in
queer
bringen
gibt
es
denn
versuche
gibt
es
versuche
queer
zu
übersetzen
ja
also
es
gibt
nämlich
diesen
einen
ganz
spannenden
move
den
ich
vorhin
kurz
angesprochen
habe
in
südamerika
denn
genau
du hast
ja
gesagt
wir
wollen
eigentlich
die
bedeutung
von
queer
verändern
im
Sinne
von
kritisch
hinterfragen
und
ausschlüsse
aufdecken
und
genau
diese
grenzen
vielleicht
verschieben
aber
das
ist
natürlich
super
schwierig
gerade
wenn
man
aus
einer
position
spricht
die
eben
nicht
mit
macht
verbunden
ist
gerade
in
so
einem
globalen
englischsprachigen
Diskurs
und
es
gibt
da
eben
einen
Ansatz
in
südamerika
der
so ein
bisschen
damit
spielt
queer
zu
übernehmen
und
nicht
zu
übernehmen
also
quasi
so eine
Mischung
aus
wir
benutzen
das
Wort
und
bringen
den
neuen
Kontext
aber
wir
genau
dieser
dekolonialen
perspektive
die
ich
beschrieben
habe
und
das
spannende
in
südamerika
ist ja
auch
dass
südamerika
selbst
in
sprachlicher
und
kolonialer
hinsicht
sehr
divers
ist
und
von
sehr
vielen
verschiedenen
intersektionalen
hierarchien
durchzogen
ist
also
vielleicht
noch mal
zum recap
weil
ich finde
man hat
gerade
südamerikanische
kolonialgeschichte
meistens
überhaupt
gar nicht
auf dem
schirm
aber
es ist ja
nicht nur
so
dass
Menschen
aus
Afrika
über die
Sklavenroute
nach
Nordamerika
gebracht
wurden
sondern
auch
Südamerika
und
in
die
Karibik
also
gerade
so
afro
gemischte
identitäten
gibt es
zuhauf
in
ganz
südamerika
und
gleichzeitig
gibt es
auch
natürlich
oder
gab es
vorher
und
gibt
es
immer
noch
eine
indigene
bevölkerung
und
dann
gibt
das
Leute
die
von
Kolonialmächten
abstammen
also
es gibt
drei
sehr
stark
vertretene
ethnische
Gruppen
die
eine
eigene
Geschichte
und
eine
eigene
Verbindung
zu
ihrer
Geschichte
haben
und
teilweise
eben
auch
eigene
sprachliche
und
kulturelle
Identitäten
haben
oder
Dekolonialität
ist halt
auch
nicht
geradlinig
und
einfach
also
eine
Dekolonialisierung
von
indigenen
Gruppen
in
Südamerika
ist
eine
andere
von
der
Dekolonialisierung
als
die
von
schwarzen
Menschen
in Südamerika
und
deswegen
haben
sie
ein
Wort
hergenommen
das
ich spreche es mal
aus
das heißt
queer
klingt
gleich
oder
vermutlich
schreibt man es
anders
also
das schreibt man
nicht
es sind keine
fünf Buchstaben
also
q u e e r
sondern
es sind
vier Buchstaben
und zwar
c u
i mit apostroph
und r
also queer
aber wird genauso
ausgesprochen
und das heißt
dieses
queer
mit c
so wird das
jetzt
also wenn man
drüber spricht
sagen sie mal
queer
mit c
queer
mit c
ist eine
bewusste
Dekolonialisierung
von
queer
mit
q
das heißt
mit
Dekolonialisierung
in diesem
Wort
Sprachspiel
ist gemeint
dass das
Wort
zwar
gleich
klingt
Verstümmelung
ist hier ein
Wort das
mit Absicht
benutzt wird
weil eben
dabei
gleichzeitig
auch auf
diesen
kolonialen
Akte
Zerstörung
hingewiesen
werden soll
der eben
von solchen
Identitäten
in der
Kolonialzeit
stattgefunden
hat
also man
will quasi
in dem
Wort
selbst
dass quasi
eine
okay
my mind
es ist noch
nicht viel
später
als wir
angefangen
haben
ich bin
schon
wieder
fünf
folgen
weiter
aber
jetzt
weiß ich
was wir
unbedingt
auch
noch
in
eine
Folge
packen
müssen
gerade
das
Wort
Verstümmelung
hat
mich
jetzt
drauf
gebracht
der
kann
unser
jetziges
Thema
kommen wir
zurück
zum
Queer
mit
C
Queer
mit
C
ist
auf eine
gewisse Art
und Weise
eine
Neuschöpfung
die aber
die gleichzeitig
auch auf
bestehendes
Bezug
nimmt
und zwar
mit der
Absicht
eben
diesem
eigenen
anderen
Kontext
auch
Rechnung
zu tragen
das heißt
es sollen
gerade
indigene
afrodiasporische
und auch
transfeministische
kämpfe
verknüpft
werden
das heißt
genau
diejenigen
Körper
erzählungen
und
ästhetiken
die eigentlich
im globalen
queeren
diskurs
oft
übersehen
werden
genau
und das heißt
es wird
eigentlich
vor allem
versucht
wie wir
vorhin schon
gesagt
haben
es wird
versucht
mit
Macht
Autorität
zu verschieben
das heißt
anstatt
einfach
Theorien
aus dem
globalen
Norden
zu
adaptieren
zu
transformieren
wird
versucht
mit
diesem
Queer
mit
C
ein
neues
epistemisches
Zentrum
im
globalen
Süden
mit C
will
eben
genau
das
es will
sowohl
im
wissenschaftlichen
Diskurs
sprechen
und
Dinge
aufzeigen
als auch
über die
Wissenschaft
hinaus
mit
verschiedenen
Performance
Künst
Musik
etc.
zusammenarbeiten
um eben
auch eine neue
Form von
Wissensproduktion
herzustellen
ja
ja
so
willst du
ich wäre jetzt
bei meiner
Zusammenfassung
willst du noch
was sagen
ja
nein
ich glaube
du kannst
zusammenfassen
ich finde
das jetzt
gerade super
spannend
ich muss
noch
es rattert
noch in
meinem
Kopf
sehr gut
ich hoffe
bei allen
Zuhörenden
rattert es
auch im
Kopf
um die
Folge
zusammenzufassen
wir haben
gelernt
Queer
hat
eine
also
Queer
mit
Q
das muss man
jetzt
dazu sagen
das
Queer
der
fünf
Buchstaben
hat
eine
komplexe
Geschichte
und das
in
nicht mal
150
Jahren
ja
und
diese
komplexe
Geschichte
ist noch
weitaus
konfliktiver
als wir
das
im Westen
meistens
denken
also
natürlich
haben wir
eine
konfliktive
Geschichte
im Kopf
die haben wir
ganz am
Anfang
dargestellt
aber sie
ist noch
so viel
komplexer
und konfliktiver
als sie
meistens
erzählt wird
ja
und wir
haben auch
mal wieder
gelernt
dass
Sprache
sehr
stark
mit
Identität
zusammenhängt
und das
zeigt sich
eben auch
bei
Queer
mit
fünf
Buchstaben
das heißt
selbst
wenn es
eigentlich
befreiend
intendiert
ist
kann es
zum Beispiel
in einer
kolonialen
Geschichte
stehen
die
eben
auf
Ausschlüssen
und
Gewalt
basiert
und
diese
Geschichte
trägt
sich
mit
ja
mehr
gelernt
durch
jede
Situation
wird
eben
auch
Geschichte
übernommen
und
das
ist
eben
auch
der
Fall
dass
auch
diese
negativen
Aspekte
nicht nur
das was
du
am Anfang
meint
hast
dass
eben
diese
Abwertung
immer mitgetragen
wird
und es
deswegen
Leute
ablehnen
sondern
es
wird
eben
auch
ein
bestimmter
Ausschluss
mit
tradiert
weshalb
eben
verschiedene
Menschen
auf der
Welt
genau
aus dem
Grund
es
nicht
übernehmen
wollen
ja
und
nochmal
das
was wir
letzte
Woche
gesagt
haben
Übersetzung
ist
immer
ein
hast du
noch was
zu ergänzen
super
Anschluss
nein
super
Anschluss
an
letztes
Mal
also
auch
glaube ich
als
Beispiel
war
das
sehr gut
weil
wir
bei
Queer
eben
diese
Spannungsfelder
haben
oder
es ist
nicht
einfach
ein
alltägliches
Wort
es ist
dass da
wirklich
auch
die
Probleme
dabei
sind
bestimmte
Konzepte
wirklich
auch
allgemein
nutzbar
zu machen
glaube ich
und
ganz
ganz
wichtig
ist
einfach
also
für
mich
jetzt
auch
in
dieser
Zusammenfassung
einfach
auch
der
Hinweis
auf
Ausschlüsse
auf den
Ausschluss
zwischenbezogen
sondern
eben
auch
ganz
allgemein
Bedeutung
müssen wir
einfach
immer
das
ausgeschlossene
mitdenken
und uns
eigentlich
anschauen
was
ausgeschlossen
wird
aber
genau
also
das
wird
mal
eine
Folge
sein
oder
ja
also
Butler
kommt
immer
wieder
vor
ich
ja
ja
ja
nein
Ausschluss
ist jetzt
wirklich
auch
der
springende
Punkt
das war
auch
so
etwas
was
jetzt
für
mich
noch
mal
wichtig
war
um
mich
selber
auch
noch
weiter
damit
zu
eine
Sichtweise
eine
Perspektive
die
überall
sonst
nicht
schaden
würde
wenn wir
sagen
können
ja
okay
aber
Geschlecht
ist
nicht
Geschlecht
Geschlecht
schließt
immer
etwas
aus
wenn ich
das
Wort
verwende
also
ich
glaube
das war
jetzt
gerade
super
wichtig
noch
einmal
da
auch
diesen
kolonialen
Aspekt
und
auch
diese
Perspektive
noch
mal
reinzubringen
mit
queer
mit
C
vor
allem
ja
am
Schluss
super
ja
also
ich
glaube
vielleicht
jetzt haben wir
eh schon
gesagt
über
Ausschlüsse
müssen
wir
sprechen
über
sprechen
das
ist
nämlich
auch
so
ein
Wort
das
ja
im
im
Diskurs
oder
im
Diskurs
in der
Debatte
ja
ums
gendern
immer
wieder
wieder
kommt
und wir
haben
eigentlich
ich weiß
nicht
fünfte
Folge
sechste
Folge
sind wir
jetzt
schon
bei der
sechsten
folge
und wir
haben
noch
gar nie
wirklich
so
über
auch
gender
gerechte
Sprache
also
das
was
viele
glaube ich
verbinden
mit
Sprache
und
Geschlecht
aha
über was
reden
wir
ja
wir
reden
über
das
gendern
nein
eigentlich
nicht
aber
natürlich
vorher
oder
bist du
einverstanden
vorher
müssen wir
vielleicht
also
ich werde
mein
Buch
flicken
und dann
werden wir
über
Stuart
Hall
reden
oder
wollen wir
das
machen
ja
also
ich
habe
jetzt
sieben
Tage
Zeit
mein
Buch
zu
flicken
naja
wie gesagt
du hast
sehr viel
auch
jetzt
so eine
Folge
sein
wird
wo wir
so eine
Crossover
Folge
machen
können
weil
ich
glaube
das
ist
so
eine
Persönlichkeit
die
wirklich
so
also
meinen
Forschungsbereich
und
deinen
so
gut
verbindet
wo wir
auch
ein
bisschen
darüber
sprechen
können
ja
machen
wir
das
okay
auf
jeden
fall
als
nächstes
kommt
Hall
sehr
gut
und
jetzt
kommt
wieder
die
Outro
die
du
machst
weil
genau
warte
ganz
kurz
noch
wir
machen
Stuart
Hall
und
dann
das
vielleicht
auch
ganz gut
weil
das
zusammen
gehört
ich
werde
dann
in
der
übernächsten
Folge
über
Gloria
Perfekt
Perfekt
Ja
Sehr schön
That's the plan
So jetzt das Outro
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weil wir
wissen
Irgendwann
wissen wir
auch nicht mehr
was wir
reden sollen
und wenn
ihr Rückfragen
habt
und wir
Dinge
vielleicht
auch
noch mal
erklären
sollen
dann
macht
das
Jessica
Vielen Dank
Bis zum nächsten Mal
Junge
Baba
Tschüss