Queer Phenomenology
oder: Orientierung, Raum und "straight" lines
18.02.2026 76 min
Zusammenfassung & Show Notes
„Sexuelle Orientierung“ klingt wie eine Identitätskategorie. Aber was, wenn Orientierung wörtlich gemeint ist – als Ausrichtung im Raum? In dieser Folge denken wir mit Sara Ahmed darüber nach, wie Körper Linien folgen, wie „straight“ zur Norm wird – und warum Desorientierung politisches Potenzial hat.
Was ist „sexuelle Orientierung“ eigentlich? Eine Identitätskategorie? Ein Label? Eine Eigenschaft?
In dieser Folge lesen wir Sara Ahmeds Queer Phenomenology: Orientations, Objects, Others als radikale Verschiebung: Weg von Orientierung als Identität – hin zu Orientierung als verkörpertem Ausgerichtetsein in der Welt.
Ausgehend von der klassischen Phänomenologie (Husserl, Heidegger, Merleau-Ponty) fragen wir:
- Wie entsteht Welt überhaupt?
- Von wo aus erscheint sie?
- Und wem erscheint sie als „nah“, „selbstverständlich“, „gerade“?
Husserl beschreibt den Leib als „Nullpunkt der Orientierung“ – das „Hier“, von dem aus Dinge sichtbar werden. Merleau-Ponty versteht den Körper als body-subject: als leibliche Perspektive, durch die Nähe, Ferne und Handlungsmöglichkeiten überhaupt erst Sinn bekommen. Heidegger erinnert daran, dass wir uns immer schon in einer vertrauten Welt bewegen – entlang von Gewohnheiten und Praktiken.
Ahmed nimmt diese Einsichten auf – und verschiebt sie politisch. Denn wenn Orientierung bedeutet, dass Körper auf bestimmte Dinge ausgerichtet sind, dann ist diese Ausrichtung nicht neutral. Sie folgt Linien. Historischen Linien. Sozialen Linien. Normativen Linien.
„Straight“ bedeutet dann nicht nur heterosexuell – sondern gerade. Eine Linie, die vorgibt, wie sich Körper bewegen sollen. Welche Beziehungen selbstverständlich sind. Welche Zukunft plausibel erscheint.
Queere Orientierung heißt, diese Linie nicht zu nehmen. Nicht nur im Sinne eines anderen Begehrens – sondern im Sinne eines anderen Weltbezugs. Andere Räume werden begehrbar. Andere Körper werden sichtbar. Andere Zukunft wird vorstellbar.
Wir sprechen darüber,
- wie der Schreibtisch bei Husserl unsichtbare Räume produziert
- wie Habitualität (Gewohnheit) Welt stabilisiert
- wie Städte auf bestimmte Körper ausgerichtet sind
- und warum Desorientierung kein Defizit, sondern eine Möglichkeit ist.
Queerness erscheint hier als räumliche und soziale Desorientierung: als ein anderes Wenden, Drehen, Sich-Hin-Bewegen.
Und vielleicht ist genau das politisch.
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Jessica:
Verena:
Transkript
Genau, auf jeden Fall immer, wenn ich das Buch nochmal aufschlage, werde ich wieder daran erinnert, dass Orientierung von Orientpunkt kommt.
Ehrlich gesagt, Merleau-Pontis-Phänomenologie ist ja eigentlich voller queerer Effekte und queerer Körper.
Jessica hat mich vorgewarnt, ich darf nicht so viel über Merleau-Pontis sprechen, aber wir müssen halt leider, wenn wir über leibliche Erfahrungen sprechen.
Er als Philosoph, wo fängt man an, über die Welt nachzudenken? Bei sich. Oder beziehungsweise das, was einem am nächsten ist.
Und am nächsten ist er halt erstens Philosoph, das heißt, er sitzt am Schreibtisch. Am besten noch neben einem Glas Wein, aber darüber schreibt er nicht.
Aber sie sagt eben, nein, im Gegenteil. Genau dieser Moment, der eben sichtbar macht, wie Weltordnungen hergestellt werden, der ist jetzt auch politisch wichtig.
Das geht um eine Linie, um eine gerade Linie und auf Englisch wäre das ja the straight line und mit straight meint sie wirklich eben auch straight im Sinne von heterosexuell und nicht queer.
Okay, little John, der wird dann irgendwann wieder der große John und der große John, der hat ja eine Frau heiratet und einen little John bekommen.
Und man wird quasi in diese Linie hineingezogen.
Ganz schön noch ein Zitat, wo sie sagt, Moments of Disorientation are vital.
They are bodily experiences that throw the world up or throw the body from its ground.
Disorientation as a bodily feeling can be unsettling.
It can shatter one's sense of confidence in the ground or one's belief that the ground on which we reside can support the actions that make a life feel livable.
Hat geklappt, wir nehmen wieder auf.
Ich bin schon wieder ganz draußen.
Wie nimmt man auf? Wie nimmt man einen Podcast auf, Jessica?
Ja, total. Also wenn man das nicht wöchentlich macht, dann ist die Übung raus.
Das ist die Übung raus, ja.
Nein, das kommt erst später. Übung kommt erst später in der Folge.
Wir machen heute.
Du wolltest zu schnell einsteigen.
Sorry, ich konnte es nicht erwarten.
Aber ich wollte auch schnell einsteigen. Das passt eigentlich eh ganz gut.
Nämlich ganz nach dem Motto von unserem Folgentitel heute machen wir nicht direkt geradeaus hinein in unsere Folge,
sondern machen so ein bisschen einen Detour und schauen uns an, wie wir eigentlich zu dieser Folge gekommen sind.
Weil wir haben ja beim letzten Mal, worüber haben wir denn da gesprochen?
Vielleicht kannst du da ein paar Worte sagen, damit wir da einen Anschluss haben.
Genau, wir haben letztes Mal über ganz viele verschiedene Arten Intersektionalität zu betrachten gesprochen.
Genau, und zwar angefangen bei verschiedenen Geschichten, wie intersektionales Denken entstanden ist.
Und sei es über Black Feminism hin zu Queeren Feminismus oder aber auch Global South Feminism.
Und dann genau über die Standardtheorie, würde ich mal sagen, von Kimberly Crenshaw,
hin zu auch Kritiken daran, Weiterdenken und wie es heute produktiv immer noch genutzt wird.
Und welche Probleme aber auch institutionell damit verbunden sind, zum Beispiel, dass man, wenn man quasi sagt,
wir als Institution, wir sind ja intersektional, dass das dann meistens auf den Schultern von schwarzen Frauen
oder halt von nicht weißen Frauen ausgetragen wird, je nachdem welchem Kontext,
dass die dann quasi dafür herhalten müssen, dass die Institution wirklich intersektional ist und so ein Aussehen gestellt werden.
Und das Spannende ist, das ist eigentlich eine gute Überleitung zu der Denkerin, bei der wir heute wieder gelandet sind.
Weil wir hatten ja schon in der ersten Folge zu, Spoiler, Trommelwirbel, zu Sarah Ahmed,
hatten wir ja kurz über institutionellen Rassismus gesprochen.
Und das ist, glaube ich, auch der Linke darüber sprechen wir heute nicht,
aber wir mussten letztes Mal schon wieder an Sarah Ahmed denken.
Und wenn wir immer gerne an Sarah Ahmed denken, denken wir heute weiter an Sarah Ahmed.
Genau, so ist es.
Und wir werden also heute, also du hast jetzt gesagt, wir haben jetzt viel letztes Mal über Strukturen und Ordnungen
und so weiter gesprochen mit der Intersektionalität.
Und heute möchten wir eigentlich zuerst mal kurz so auf die Sprache schauen.
Also eigentlich geht es nicht um Sprache heute, eigentlich geht es heute um Raum.
Auch wieder ein bisschen Spoiler.
Aber zuerst müssen wir ein bisschen auf die Sprache schauen, damit wir verstehen, wie wir in diesen Raum eigentlich kommen.
Raum kann man noch nicht von Sprache trennen.
Was redest du denn da?
Genau.
Okay, wir spoilern heute einfach viel zu viel.
Wir können eigentlich schon wieder aufhören.
Wir haben eigentlich alles Wichtige schon gesagt.
Aber was ich eigentlich, worauf ich hinaus wollte, ist, dass wir ja bei Intersektionalität,
haben wir, glaube ich, auch letztes Mal ein bisschen schon so erwähnt,
da geht es ja im Grunde zuerst einmal immer um all diese Diskriminierungsdimensionen, sage ich jetzt mal.
Also, ich weiß nicht, Geschlecht, Race, Alter, Ability und so weiter.
Und wenn wir uns dann nach diesen Dimensionen beschreiben, dann können wir zum Beispiel sagen,
ich bin eine Frau, ich bin weiß, ich bin Ende 30, ich bin Neurodivirgend etc.
Und genauso machen wir das eigentlich auch bei Sexualität.
Also, wir können sagen, ich bin bi, ich bin ace, ich bin lesbisch, ich bin hetero und so weiter.
Und das nennen wir dann gemeinhin sexuelle Orientierung.
Also, ich glaube, wenn ich jetzt den Begriff sexuelle Orientierung verwende,
dann ist allen klar, was ich damit meine, auch weil ich jetzt ein paar Beispiele gegeben habe.
Aber vielleicht sollten wir uns, bevor wir in die Folge einsteigen, uns erstmal fragen,
warum sagen wir denn eigentlich sexuelle Orientierung?
Also, woher kommt dieser Sprachgebrauch, dass wir bei Sexualität von Orientierung sprechen?
Das ist gar nicht so einfach zu beantworten.
Deswegen machen wir es gleich am Anfang.
Genau, weil es ja zwei Geschichten hat.
Also, wir denken ja sowieso immer, dass, also wir nicht in diesem Podcast, ganz klar,
und alle, die uns schon länger zuhören, auch nicht mehr.
Aber in der Gesellschaft denkt man, dass von sexueller Orientierung zu sprechen schon immer so war.
Ja, weil man halt, also das ist ja auch was, was einfach da ist.
Und Menschen haben einen sexuellen Orientierungspunkt aus Ende.
Und das war immer so und wird immer so sein.
Und egal, wie man, naja, also das Phänomen beschreiben will,
die Art und Weise, so darüber zu sprechen, ist relativ neu.
Nämlich nicht mal aus dem 19., sondern aus dem 20. Jahrhundert.
Einmal nicht das 19. Jahrhundert.
Nee, einmal nicht.
Aber die Art und Weise, dass man sagt, Körper orientieren sich wohin, kommt aus dem 19. Jahrhundert.
Das füge ich mal ein, weil das für Sarah Ahmed auch noch wichtig ist.
Nämlich woher überhaupt die Art und Weise kommt zu sagen, man orientiert sich.
Weil das ist, das finde ich sehr, und vergesse ich jedes Mal wieder, wenn ich das Buch,
über das, wir haben auch gar nicht gesagt, über welches Buch wir heute sprechen.
Nein.
Wir machen heute alles, wir machen heute alles ein bisschen queer.
Schön, wie es mir gerade im Satz aufgefallen ist.
Genau.
Super.
Über welches Buch sprechen wir denn eigentlich heute?
Über Sarah Ahmeds Buch, Queer Phänomenology.
Ja, genau.
So, von wann ist das nochmal?
Wenn ich mich richtig erinnere, war das schon 2006, ne?
Ja, 2006, genau.
Jo, genau, auf jeden Fall immer, wenn ich das Buch nochmal aufschlage, werde ich wieder daran erinnert,
dass Orientierung von Orientpunkt kommt.
Ja.
Also quasi, und das ist ja total spannend, also sowohl zu sagen, okay, in unserer Sprachentwicklung
haben wir, dass wir uns wohin ausrichten, immer schon mit einer bestimmten eurozentristischen
Ausrichtung verbunden haben, finde ich sehr spannend.
Und dass da halt wirklich dieses, die, die gerade an der Macht sind, die bestimmen, was
Ausrichtung ist, ja?
Ja, also die bestimmen, was ist der Orient.
Das ist ja, das fand ich ja immer schon so spannend, ich weiß nicht, wem das schon mal
aufgefallen ist, Orient, Occident, Morgenland, Abendland, das ist ja nur aus einer bestimmten
Perspektive sinnvoll.
Und zwar aus einer sehr kleinen, wenn man sich die Weltkugel anschaut.
Ja.
Und dass das aber zur Bezeichnung wurde und dann im Endeffekt eben auch zu einer Bezeichnung
von Orientierung als Ganzes, und das ist ja was, was wir wirklich allumfassend heute im
Sprachgebrauch haben, finde ich schon sehr krass.
Und zeigt aber auch, welche Sprachgeschichte dann auch zum Beispiel sexuelle Orientierung
mit dabei hat, nämlich halt eben auch eine kolonialistische und rassistische Sprachentwicklung, das quasi
da mit drin steckt, woran man halt auch sieht, dass das, wie man über Sexualität nachdenkt,
halt auch in dieses Machtgefüge immer schon eingebettet ist.
Genau, und zur sexuellen Orientierung geht es dann im 20. Jahrhundert mit der aufkommenden
Sexologie wirklich darum zu beschreiben, wohin orientieren sich Körper und weil man eben
davon ausging damals, also genau, man muss eine Sache im 19. Jahrhundert auch neu in
nämlich, dass man davon, das hatten wir ja ganz Anfang, anfangs mal kurz angesprochen,
dass wir irgendwann mal im 19. Jahrhundert angefangen haben, von den Geschlechtern als
zwei binäre Enten nachzudenken und nicht als, was vorher ganz häufig war, also in der westlichen
Geschichte, die Frau als Abkehrung vom Mann, also dass es quasi ein Geschlecht gibt und eine
Veränderung davon, sondern dass es wirklich zwei Geschlechter gibt, das ist ja sehr neu in der
Geschichte der westlichen Menschheit und Orientierung kam dann quasi zu sagen, okay, es gibt diese
zwei Geschlechter und die orientieren sich zueinander, weil sie ja quasi auch komplementär gedacht
werden und wenn sie sich zueinander orientieren, dann ist man heterosexuell, dann orientiert man
sich in Anführungszeichen richtig. Und die andere Orientierung ist auch eine Orientierung, die aber
halt dann homosexuell ist.
Das heißt, also was ich jetzt bei dir raushöre, ist, dass die sexuelle Orientierung eigentlich
immer schon auch diese räumliche Bedeutung in sich getragen hat. Und heute, also mit Sarah
Ahmed, wir haben es eh schon gesagt, wir sprechen über ihr Buch, das sie Queer Phänomenology
genannt hat. Das heißt, wir wollen uns heute eben Identität nicht primär als, oder eigentlich
fast gar nicht, als Identität anschauen, sexuelle Orientierung, sondern wir wollen dieses
Wort Orientierung wortwörtlich nehmen quasi, also aus der Frage nach der Identität eine Frage
des Raums machen. Oder eine Frage der Richtung. Und wir werden auch sehen, eine Frage der Gewohnheit.
Und in diesem Buch, in der Queer Phänomenology, macht Ahmed ja eigentlich genau das, was sie
in den Titeln schreibt. Also sie queert sozusagen Phänomenologie. Also sie schaut sich auf der
einen Seite an, was ist denn an der Phänomenologie selbst, auch wenn es ihr vielleicht nicht bewusst
ist, ist immer schon queer gewesen. Und wie kann sie dann auf der anderen Seite daraus eine
dezidiert queere Phänomenologie machen? Das heißt, die bringt hier auch so ein bisschen zwei
Perspektiven zusammen, die jetzt auf den ersten Blick vielleicht ja nicht unbedingt kompatibel
sind, sage ich jetzt mal. Ja, also Phänomenologie und Queer Theory. Ja, also wir haben auf der
einen Seite die Phänomenologie, die zwar jetzt konkrete, subjektive Erfahrungen in den Mittelpunkt
stellt, aber, dazu werden wir auch später noch kommen, ja, von einem mehr oder weniger, wie
soll ich sagen, universellen, abstrakten Subjekt aus. Ja, also soziale Differenz, wie
wir vorher angesprochen haben, ja, nach Geschlecht, Sexualität, Race und so weiter, einfach kaum
berücksichtigt. Und wir haben auf der anderen Seite die Queer Theory, die genau auf diese
Differenzen fokussiert, also strukturelle gesellschaftliche Ausschlüsse und Machtverhältnisse
analysiert, aber dafür dann wieder diese körperliche, die leibliche Räume, die
Erfahrung des Subjekts so ein bisschen vernachlässigt. Und Achmed sagt jetzt, ja, aber warum
nicht? Also warum sollten wir nicht diese beiden Dinge zusammen denken? Weil, wie gesagt,
die Phänomenologie für sie hat an sich schon sehr viele queere Elemente und gerade die Queer
Theory, die könnte von ihrer Kritik, also für die Kritik an heteronormativen Strukturen
auch so ein bisschen von mehr Subjektivität profitieren.
Aber alles Drei nach, also wir haben heute zwei Teile, die wir machen. Wir schauen uns zuerst
die Queer Theory, also nicht Queer Theory, die Queer Phänomenology an. Oh, ich werde
durcheinander kommen heute die ganze Zeit. Erstens mal wegen Queer und zweitens wegen
Phänomenologie, weil ich kann das Wort nicht aussprechen. Weder auf Englisch noch auf
Deutsch. Das ist auf Deutsch einfacher als auf Englisch.
Nein, das ist auch auf Deutsch nicht einfach. Also ich finde das schrecklich. Schrecklich
ist das Wort einfach. Jetzt sind wir wieder zurück bei der Sprache.
Okay, Teil eins heute. Queer Phänomenology. Also wir schauen uns an, was Achmed da macht.
Und dann Teil zwei gehen wir konkreter ein auf Queer Orientations. Also das, was ziemlich
wahrscheinlich bei uns im folgenden Titel stehen wird.
Also Nummer eins, Queer Phänomenology. Was ist denn eigentlich Phänomenologie? Vielleicht
fangen wir ganz vorne an. Macht ja auch Achmed im Buch, also das erste Kapitel, da geht es
ja wirklich um die Grundlagen, die phänomenologischen Grundlagen, auf denen sie aufbaut.
Phänomenologie. Ganz grob vielleicht lässt sich die über das definieren, was sie für
gewöhnlich so macht, würde ich mal sagen. Also untersuchen, wie Welt quasi aus subjektiver
Perspektive erscheint, würde ich jetzt mal sagen. Also wie Welt von Subjekten wahrgenommen
wird, erlebt wird und mit Bedeutung versehen wird. Und dieses Wahrnehmen oder dieses Erleben,
das wird mit Hilfe von verschiedenen Kategorien, phänomenologischen Werkzeugen sozusagen beschrieben.
Und auf vier davon würde ich heute gerne eingehen, weil sie einfach auch für Achmed wichtig
sind. Das sind die Intentionalität, die Nähe, beziehungsweise das Zuhandensein, werde ich
das dann später nennen. Das ist die Leiblichkeit oder die gelebte Erfahrung und dann noch die
Habitualität. Aber gehen wir auf der Reihe nach durch. Ich habe gesagt, der erste Punkt
ist die Intentionalität. Was soll das bedeuten? Also ganz am Anfang steht immer die Intentionalität,
wenn man über Phänomenologie spricht. Das ist quasi diese phänomenologische Grundidee
so ein bisschen. Also Bewusstsein ist immer auf etwas gerichtet. Das soll heißen, Wahrnehmung
oder wahrnehmen bedeutet, sich Dingen zuzuwenden. Also ich bin immer schon auf etwas ausgerichtet.
Auf das Blatt Papier hier mit unserer Outline, auf meinen Tisch, auf das Zimmer. Und
Husserl, ja, Edmund Husserl, hat das immer gerne, also diese Intentionalität, immer gern
am Beispiel seines eigenen Schreibtischs beschrieben. Was hat es denn mit Husserls Schreibtisch
auf sich? Kannst du da ein paar Worte dazu sagen?
Naja, da hast du ziemlich gut angefangen. So wie du auf das Blatt Papier unserer Folge
schaust. Und beschreibt Husserl eben auch, dass, naja, aus der philosophischen Perspektive
eher als Philosoph, ne, wo fängt man an, über die Welt nachzudenken? Bei sich. Oder
beziehungsweise das, was einem am nächsten ist. Ja. Und am nächsten ist er halt, er ist
ein Philosoph, das heißt, er sitzt am Schreibtisch. Am besten noch neben einem Glas Wein, aber
darüber schreibt er nicht. Ich stelle mir immer so eine Tasse Tee vor. Ich weiß nicht.
Genau, also auf jeden Fall sitzt er am Schreibtisch, er hat einen Stift in der Hand, ein Papier vor
sich, er schreibt und denkt. Und das, was um ihn rum ist, beeinflusst quasi dadurch natürlich
auch, über was er schreibt und was er denkt. Weil wenn er einen Bleistift hat, macht er
was anderes vielleicht, wie wenn er einen Kugelschreiber hat, sozusagen. Genau. Und das heißt, es gibt
sozusagen was in der direkten Reichweite. Und das, also du hast es vorhin mit dem Blatt Papier
geschrieben, das Blatt Papier schaut quasi dich an und du schaust das Blatt Papier an und
deswegen entsteht eine Verbindung zwischen euch beiden. Und das ist das, was er so ein bisschen
mit der Intentionalität meint. Also dass du nicht einfach im Raum bist und wahllos die
Dinge, also quasi die Eindrücke auf dich eintreffen, sondern dass dein Bewusstsein auf etwas gerichtet
ist. Also quasi eine Intention hat, was es sich anschaut. Und in dem Fall zum Beispiel das
Blatt Papier. Und andere Dinge, keine Ahnung, zum Beispiel der Lichtschalter an der Wand ist
komplett außerhalb deines Bewusstseins. Ja, weil du darauf nicht gerichtet bist. Du bist nur
darauf gerichtet, wenn du das Licht anmachen willst. Ja. Genau. Soll ich das kritisieren
oder machen wir da später was? Wir können vielleicht gleich kritisieren. Einfach so wie
Achmed es ja auch macht im Kapitel. Weil sie sagt ja, also du hast jetzt den Lichtschalter
als Beispiel gebracht für Dinge, die jetzt vielleicht nicht in seiner Intention liegen, quasi jetzt
nicht bewusst angeschaut werden in seiner philosophischen Arbeit. Nicht in, aber während seiner oder weiß
ich nicht. Na schon. Also für die Phänomologie ist es beides. Also nicht nur während der Arbeit,
sondern es ist wirklich. Seine Arbeit besteht darin, Dinge anzuschauen und zu sagen, wie wirken
die auf mich? Ja. Und was hat das für mich für eine Bedeutung? Ja. Der Lichtschalter hat in dem
Beispiel eben weniger Bedeutung für ihn oder dem Lichtschalter misst er eben keine oder eben, so wie er
sagt, ja nur so eine periphere Bedeutung zu. Er weiß natürlich, dass der Lichtschalter da ist, aber für
seine philosophische Arbeit ist er jetzt mal nicht relevant. Und jetzt der nächste Schritt ist, er sagt das
ja nicht nur über den Lichtschalter. Ja, also es sind auch andere Dinge in der Peripherie. Ja, auch zum Beispiel
Bücher, die vielleicht auf seinem Schreibtisch liegen, aber die jetzt gerade mit der Tätigkeit, mit dem
Denken, das er jetzt gerade tut, um es schlecht auszudrücken, nichts zu tun haben. Die sind zwar auch Teil des
Schreibtisches in dem Fall, aber nicht eben seiner Tätigkeit. Und dann das ganze Mobiliar rundherum hat
noch weniger zu tun mit dem. Und er sagt, natürlich weiß er das auch draußen vor dem Fenster, zum Beispiel
im Garten ist, wo die Kinder spielen. Ja, er weiß, dass das alles da ist. Aber es hat für seine Arbeit quasi
keine Relevanz. Und ich glaube, da ist jetzt der Punkt, wo Ahmed reinkommt und so ein bisschen sagt,
ja genau, da möchte ich gerne was dazu sagen.
Vielleicht haben die Leute schon rausgehört mit deinem Kinderbeispiel.
Also was hat denn Ahmed zu sagen zu dieser Szene?
Naja, also hauptsächlich ist das, also wie ich es gerade beschrieben habe, wenn da sitzt
ja so ein Husserl mit seinem Glas Wein. Aber damit er da sitzen und denken kann, ja, damit
er ein weißes Blatt Papier vor seiner Knauze hat und damit er das mit gefülltem Magen
machen kann, damit er das mit einem gefüllten Glas Wein machen kann, müssen um ihn rum Dinge
passiert sein. Also das Wein muss dahin gekommen sein. Er muss vielleicht alle vier Stunden
muss das Essen zu ihm gelangen, damit er weiter denken kann. Und darüber denkt er natürlich
nicht nach. Und warum er darüber nicht nachdenkt, ist, weil er ein weißer Mann ist.
Genau, also es ist schon in der Art, wie er da sitzt und was um ihn rum liegt und welche
Sachen er denken kann, ist schon abhängig davon, welche Rolle oder welche Position er in der
Gesellschaft hat. Also dass er überhaupt an einem Tisch sitzen kann und denken kann, ist
eine ganz andere Perspektive wie die von seiner Frau. Zum Beispiel. Die ja eben das im
radikalsten Sinne nicht machen kann, aber wenn sie zum Beispiel die acht Stunden am Tag
die sie irgendwie im Haushalt macht, über sowas nachdenkt, dann ist halt da nicht das Blatt Papier
vor ihr oder die Bücher neben ihrem Schreibtisch, sondern da ist dann halt der Kochlöffel in der
Hand, den sie sich anschaut, während er im Kopftopf rumrüllt. Genau. Also was Ahmed damit eigentlich
sagt oder sagen möchte, ist, dass dieser vermeintlich neutrale Wahrnehmungsraum immer
schon strukturiert ist. Ja, also bereits sozial und geschlechtlich vorstrukturiert ist eigentlich. Ja, also diese
phänomenologische Szene selbst, ja, die liest sie schon als eine Orientierungsszene. Ja, also sie, also diese
diese Szene privilegiert, so wie du gesagt hast, bestimmte Körper, bestimmte Tätigkeiten, bestimmte
Räume und blendet andere aus. Ja. Und damit beginnt Ahmed jetzt die Phänomenologie zu
queeren, ja. Indem sie einfach einen anderen Blick hat, indem sie halt schaut, okay, was liegt denn
hinter, hinter, hinter diesem Hustl mit dem Weingas in der Hand, ja. Das, was er, was hinter seinem
Rücken liegt, ja. Die Küche, der Waschraum, die Kinder, etc. Ja. Also da schaut sie, da schaut sie
hin, eben um zu zeigen, dass auch Intentionalität und dieser Nullpunkt, von dem Hustl ja immer
spricht, also dieser Nullpunkt, von dem aus sich für mich Dinge als vorne, hinten, rechts, links,
nah, fern darstellen, ja, dass der auch immer schon situiert ist, ja. Und das bringt mich jetzt auch
gleich so ein bisschen in den nächsten Punkt, ja, nah, fern. Es geht jetzt auch immer viel um Nähe in
der Phänomenologie, um dieses Zuhandensein, wie ich das vorher genannt habe, ja, ready to hand, glaube ich,
ist das immer übersetzt auf Englisch. Da denken wir jetzt an einen anderen, an einen anderen
phänomenologischen Denker, ja, Heidegger, der hat darauf hingewiesen, ja, immer, dass die Dinge, ja, also wir
haben jetzt vom Bleistift, vom Kuli, vom Blatt Papier gesprochen, ja, dass diese Dinge ja in erster
Linie für uns, dass wir diese Dinge als Werkzeuge erleben. Also ein Tisch ist nicht ein Tisch, sondern ein
Tisch kann ein S-Tisch sein, ein Arbeitstisch, ein Nähtisch, was auch immer, ja, also seine Bedeutung ergibt
sich für uns aus der Tätigkeit, für die wir ihn verwenden. Und wenn wir jetzt eben etwas über seinen
Werkzeugcharakter definieren, dann ist das Ding für uns nicht nur vorhanden, also existiert in der
Welt quasi, sondern zu handen. Ja, und wenn uns etwas zu handen ist, sagt Heidegger, ja, dann verschwindet
es beinahe aus unserem Bewusstsein. Ja, es geht quasi in unserer Tätigkeit auf, in dem Vollzug der
Handlung geht das auf, ja, und erst wenn es mal nicht funktioniert, ja, wenn dieser Hammer kaputt geht,
zum Beispiel, ja, dann tritt dieses Werkzeug als bloßes unter Anführungszeichen Objekt
hervor. Also dann wird uns klar, okay, oh, das war ja nur ein Stück Holz und Eisen oder was auch
immer, Hammer, Hämmer, was auch immer sind. Und Ahmed nutzt jetzt auch dieses Werkzeugdenken, um zu zeigen,
okay, wir haben ein Beispiel nachher dafür, ja, also um zu zeigen, dass Dinge auch zu, so wie sie es
nennt, ja, heterosexuellen Objekten werden können, die dann quasi so ein heterosexuelles Feld bilden,
das im Hintergrund wirkt. Und das Beispiel, an das ich denke, ich weiß nicht, ob du an dasselbe Beispiel
längst, ich hoffe, ich denke an Achmeds Esstisch zu Hause bei ihrer Familie. Und zwar nicht diesen
alltäglichen Esstisch in der Küche, an dem die Familie jeden Tag isst, weil man essen muss, sondern
diesen, den schönen Esstisch im Esszimmer. Weißt du, welchen Esstisch ich meine? Ja, ich weiß, welchen Esstisch
du meinst. Kannst du uns diesen Esstisch mal beschreiben oder sagen, wie Achmed uns den
beschreibt? Naja, dieser Esstische, wie du es gerade gesagt hast, ist ja ein schöner Esstisch. Das heißt,
der ist, also erstmal hat der eine bestimmte Funktion, nämlich, das ist da, wo die Gäste und Gästinnen
sitzen, wenn sie eingeladen werden. Und sei es irgendwie Freundinnen, Familien, die zu Besuch kommen,
etc. Und deswegen ist das ja auch ein Tisch, wo halt eine bestimmte Form der, naja, der Einrichtung
da ist, ja. Das heißt, der Tisch hat Stühle dann im bestimmten Ort stehen, ja. Und der ist aber auch
in dem Raum drin, in dem der schön hergerichtet ist, der Deko hat, ja. Und unter Deko fallen ja zum Beispiel
auch Bilder an der Wand. Und was ist auf diesen Bildern drauf? Genau, das ist eben der Punkt. In
Sarah-Ahmeds Familie sind in diesen Bildern natürlich Bilder von ihr, ihrer Frau und ihren
Kindern, was mit dem Raum macht, ja. Also wenn da jemand reinkommt, tritt man in einen Raum ein,
der in dem halt quasi nicht die heterosexuelle Kleinfamilie abgebildet ist, was vielleicht in einem
anderen Haus so wäre, ja. Und dadurch, dass da zum Beispiel auch nicht, was weiß ich, Mann und
Frau, Ehefrau und Ehemann einen bestimmten Platz an dem Tisch haben, weil es keinen Ehemann gibt, ist
auch der Tisch anders eingeordnet. Und fühlt sich dadurch auch anders an, wenn Leute in diesen Raum
gehen, um da zu essen, ja. Das heißt, was sie ehrlich damit sagen will, ist, dass ihr Tisch, der für sie ja
quasi Teil ihres Familienalltags ist, ja, auch schon sozusagen angepasst ist an ihr Leben und auch nicht
neutral, ja. Genau, wäre das halt bei anderen Familien auch so. Das ist ein bisschen schwierig zu sagen, weil das ja eigentlich schon eine
Verqueerung ist, deswegen tue ich mich gerade ein bisschen schönes zu beschreiben.
Finde ich aber gut, dass du das jetzt erwähnt hast, weil du gesagt hast, ja, schon ein bisschen
verqueeren, ja. Weil sie kontrastiert das ja mit dem Esstisch
zu Hause, also in ihrer Herkunftsfamilie,
sage ich jetzt mal, ja, um jetzt den Begriff zu verwenden, ja.
Weil die ist schon, also da hat sie gesagt,
und weil du jetzt auch gesagt hast, ihr Esstisch, ihr jetziger ist nicht neutral eingerichtet, ja, das ist ja vielleicht ein wichtiger, ein wichtiger Begriff.
Der Esstisch zu Hause früher war auch, ja, so eingerichtet, es war so ein schöner Tisch, ja, an dem, an dem, an dem, an dem Leute bewirtet werden können, der, der schön hergerichtet wird, der immer eine Tischdecke hat,
an dem eben auch diese Familienbille an der Wand hängen, die aber sehr anders
ausgesehen haben, weil da waren natürlich, ja, die Kinder, die Töchter,
aber immer dieses heterosexuelle Paar, das irgendwie so
in Mittelpunkt steht. Und sie sagt deswegen Mittelpunkt, weil da nicht einfach
Schnappschüsse von, weiß ich nicht, letzten Samstag hängen, sondern da hängen dann die Hochzeitsfotos.
Ja, diese Familienurlaube und so weiter. Also da, wo das
dieses heterosexuelle Paar, dieses Zentrum der heterosexuellen Familie ist,
so, jetzt haben wir ein neues Wort, das ich nicht aussprechen kann.
Okay, und dann sagt sie auch, das wäre zum Beispiel so ein heterosexuelles Objekt für sie,
das quasi dort so ein bisschen, unter Anführungszeichen, im Hintergrund hängt,
ja, aber diesen ganzen Esstisch quasi zum Zentrum, ja, dieser heterosexuellen Familie macht.
Und dann steht auf dem Sideboard, keine Ahnung, sagt sie dann, ich weiß nicht, was das war,
ein Fondue-Set oder irgendwas, was halt niemand braucht im ganzen Leben,
aber was man halt typischerweise sagt.
Auch wenn sie setzt da.
Aber sie sagt, niemand verwendet dieses Ding, aber das steht die ganze Zeit da,
weil das war mal ein Hochzeitsgeschenk, ja, quasi so ein Symbol für diese
heterosexuelle Verpaarung quasi.
Und sie steht da einfach so on display in diesem Esszimmer.
Ja, und das Wichtige und Spannende ist ja, dass niemand in der Familie aufgefallen ist außer ihr.
Und das ist ja der Punkt.
Und deswegen sage ich, es ist so toll, dass du das jetzt vorher gebracht hast
mit ihrem jetzigen, quasi ihrer jetzigen Erfahrung, ja,
weil jetzt haben wir das Gefühl, wir müssten dazu sagen,
ja, sie verqueert das ja schon so ein bisschen, diese Erfahrung, die sie gemacht hat,
quasi als junges Sarah, ja.
Aber das ist ja deswegen, weil ich gerade gesagt habe, ja,
diese Dinge, die da an der Wand hängen in einem heterosexuellen Feld,
in einem heterosexuellen Esszimmer, ja,
die verschwimmen so ein bisschen als Deko in den Hintergrund
und fallen normalerweise nicht auf.
Außer dir fällt es auf.
Ja, das ist eine springende Punkt, oder?
Und das zeigt halt auch schon,
dass nicht nur die, wie die Sachen angeordnet sind,
jetzt bei Husserl zum Beispiel,
immer schon nicht neutral sind
und dann irgendwie hingekommen,
sondern dass auch die Wahrnehmung
total davon abhängig ist.
Weil das, was bei Husserl quasi Vordergrund und Hintergrund ist,
so wie bei ihm halt genauso auch,
dass er halt nicht sieht,
dass seine Frau im Hintergrund in der Küche steht, ja.
So sehen halt heterosexuelle Paare,
die halt exakt das gleiche Familienleben führen,
auch nicht, dass da irgendwie halt,
also denen fällt nicht besonders auf,
dass da jetzt eine bestimmte Form der Heterosexualität abgebildet ist.
Genau.
Weil das auch in den Hintergrund der Wahrnehmung rückt,
weil es normal ist.
Ja, und das führt uns jetzt auch schon
in diese nächsten,
also diese letzten beiden Kategorien,
die wir jetzt noch brauchen,
um zu verstehen,
was Ahmed jetzt mit Queer Phänomenology meint, ja,
Erfahrung,
ist in der Phänomenologie ganz eng verknüpft
mit dieser Trennung,
dieser klassischen Trennung eigentlich,
ja, zwischen Körper und Leib.
Also in der Phänomenologie wird das immer
nicht nur begrifflich getrennt,
ja, sondern kategorisch getrennt,
also ich,
wir können ja nicht im Detail
heute auf diese Trennung eingehen,
aber so ganz kurz zusammengefasst, ja,
kurzer Merksatz, ja,
der Leib,
nein, fangen wir an mit dem Körper,
der Körper wird verstanden
als dieser biologische Körper,
also als Objekt in der Welt
und der Leib wird verstanden
als erlebender Körper,
als Subjekt in der Welt.
Subjekt in der Welt,
Leib,
der nicht nur biologische Funktionen
ausführt,
also eigentlich gar nicht,
das ist ja der biologische Körper, ja,
also Atmen, Verdauen, etc.,
sondern die Welt sinnlich wahrnimmt,
ja,
also da kommt die Wahrnehmung ins Spiel,
dieser Welt Bedeutung gibt
und auch in ihr handeln kann,
je nach Möglichkeit, ja,
und jetzt ganz kurz Jessica,
Jessica hat mich vorgewarnt,
ich darf nicht über so viel
über Merleau-Ponty sprechen,
aber wir müssen halt leider,
wenn wir über leibliche Erfahrungen sprechen,
kommt Merleau-Ponty her
und radikalisiert diese Trennung jetzt, ja,
also eigentlich besser gesagt,
er versucht diese Trennung praktisch aufzuheben,
und das ist ja das,
was er macht, ja,
also für ihn ist der Leib
jetzt kein Objekt unter Objekten im Raum,
also nicht einfach ein anderes Objekt,
sondern der Leib selbst
ist der Zugang zu dieser Welt,
ja, zu diesem Raum,
quasi wie eine Schnittstelle zur Außenwelt,
ja, und dadurch verschwimmt,
und das ist jetzt auch ganz wichtig,
dadurch verschwimmt,
da muss man jetzt ein bisschen mitdenken,
dadurch verschwimmt nämlich auch,
indem er diesen Leibkörper verschwimmen lässt,
verschwimmt bei ihm auch diese strikte Trennung
zwischen Körper und Raum,
also der Leib,
dieser erlebende Körper,
der tritt, sagt er,
mit dem Raum in Kontakt,
der breitet sich nach seinen Möglichkeiten
und nach seinen Fähigkeiten
in den Raum aus,
ja, also der richtet sich den Raum ein,
bewohnt den Raum,
macht den Raum quasi unter Anführungszeichen
zu Hause
durch
seine Bewegungen,
durch sein Berühren
und auch sein Berührtwerden,
ja,
weil der Leib ist ja immer beides,
ja, also ich kann,
also ich kann Körperleib,
ja,
ich kann damit etwas berühren
und werde aber auch selbst berührt dadurch,
ja,
durch die Ausrichtung
meines,
meines Leibes,
das heißt,
bei
das Bild
der Welt,
sondern wirklich
ein aktives
in der Welt sein,
ja,
also der Leib ist das Subjekt
der Wahrnehmung
und nicht
nur ein Objekt,
das passiv,
quasi Eindrücke,
Sinneseindrücke
empfängt,
ja,
und dieser Gedanke,
der hat jetzt großen Einfluss
auf,
auf,
auf Ahmed auch,
weil er eben
unser Verständnis
von Orientierung
eigentlich fundamental
erweitert,
aber wenn wir uns das so überlegen,
ja,
ähm,
was passiert hier?
Orientierung ist jetzt
nicht mehr
bloß
Position
und Richtung,
sondern
Richtung
und Bewegung,
also nicht mehr nur
Ausrichtung quasi,
sondern wirklich Praxis,
ja,
weil wenn,
wenn,
wenn Orientierung,
wie gesagt,
ja,
dann wird ja Welt
in diesem Kontakt
im Vollzug quasi hergestellt
und nicht einfach nur
vorgefunden,
so wie bei Huston,
der sein Glas Wein vorfindet,
ja,
und Subjekte und Räume,
soll es heißen,
entstehen einfach gemeinsam,
ja,
durch ihre wechselseitige
Ausrichtung.
Darauf kommen wir
gleich nochmal zurück,
ja,
jetzt ist noch ganz wichtig
dieser vierte,
dieser vierte Punkt,
ja,
auf den,
auf den Ahmed auch noch
äh,
eingeht,
weil es ist ja jetzt
nicht so,
dass diese Ausrichtung,
von der wir die ganze Zeit
hier sprechen,
ja,
jedes Mal aufs Neue,
äh,
in bewusst
ausgeführten Handlungen
entsteht,
das heißt,
ich muss mich
nicht jedes Mal
angestrengt
ähm,
drauf fokussieren
oder drüber nachdenken,
wie ich,
äh,
weiß auch nicht,
ja,
nach meiner Wasserflasche
greife und,
und,
und,
und trinke
oder wie ich von zu Hause
zum Kindergarten komme
und wieder zurück,
ja,
also bestimmte Weisen,
sich zu bewegen,
zu greifen,
zu begreifen,
zu sitzen,
zu wohnen,
so,
dass sich
bestimmte Bewegungen,
bestimmte Haltungen,
bestimmte Ausrichtungen
über die Zeit
verfestigen
und in der
phänomenologischen
Tradition
wird das
für gewöhnlich
Sedimentierung
genannt,
als Sedimentierung
beschrieben,
ja,
also der Leib
entwickelt quasi
sowas wie
ein Körperschema,
äh,
jetzt in der
von euch auch
unter dem Begriff
Habitus,
ja,
so hat das
Baudieu
damals
theoretisiert,
also dieses
verkörperte Wissen
soll das sein,
ein verkörpertes
Wissen darum,
wie man sich
in der Welt bewegt,
welche Wege man geht,
wie weit man greift,
welche Objekte
für einen
erreichbar sind,
ja,
und dabei geht's
immer um
Wiederholungen,
also wie wird
etwas selbstverständlich
für uns,
über ganz viele
Wiederholungen,
also wer eine
Bewegung oft
ausführt,
ja,
sei es jetzt
das Schreiben
oder das
Fahrradfahren
oder das
Treppensteigen
oder keine Ahnung,
diese Bewegungen
müssen dann
nicht mehr
bewusst
reflektiert werden,
die Handlungen
werden quasi
wie so eine
zweite Natur
unter Anführungszeichen
und bei Achmed
geht's jetzt
nicht mehr nur
um diese
körperlichen
Gewohnheiten,
Fahrradfahren,
habe ich gesagt,
sondern auch
um sozial
vermittelte
Gewohnheiten,
also es sagt
Räume,
Arbeitsabläufe,
familiäre
Strukturen,
wir hatten das
schon mit dem
Esstisch,
ja,
institutionelle
Erwartungen,
die trainieren
unter Anführungszeichen
den Körper
in bestimmte
Richtungen,
ja,
also manche
Wege
werden dadurch
selbstverständlich
und andere
praktisch
unzugänglich,
ja,
oder müssen
erst erschlossen
werden,
ja,
wie gesagt,
wir haben das
am Esstisch
schon ein bisschen
gesehen,
ein bisschen
angedeutet
und es gibt
jetzt noch
ein anderes
Beispiel,
das sie
zwar erst
ein bisschen
später im
Buch
anspricht,
aber wo ich denke,
dass das jetzt
auch ganz gut
hier hineinpasst,
um das noch einmal
zu erklären,
ja,
das ist auch,
das ist auch,
hat auch mit der
Familie zu tun,
spielt auch am
Esstisch,
alles,
es geht immer
um Tische,
aber ich meine
da das Beispiel,
von dem sie erzählt,
wo ihre beiden
Schwestern
zu Besuch sind
oder sie auf Besuch,
jetzt weiß ich nicht,
auf jeden Fall spielt
sich die ganze Szene
und die Großeltern
sind auch da,
das glaube ich,
die Szene,
Familientreffen halt,
Familientreffen,
ja,
und da vielleicht,
wenn du eh weißt,
worüber ich spreche,
vielleicht kannst du das
wieder erklären,
also worum geht es
da in dieser Szene.
Genau,
ich würde noch einmal
kurz das eine Wort,
das wir jetzt,
oder das sind wir
weggelassen,
das nochmal reinbringen,
weil das doch irgendwie
wichtig ist,
nämlich das mit der
Orientierung.
Das ist heute wichtig,
sprechen wir über
Orientierung?
Ja,
weil genau das,
was du gerade gesagt hast,
mit der Habitualität,
also mit dem Habitualität,
orientiert uns ja in der Welt,
das ist ja der Punkt,
weil sonst macht das Beispiel
nämlich keinen Sinn,
weil ja bei Acht mit dieser
Orientierung,
ich meine,
das kommt später nochmal,
aber das,
die Dinge lassen sich halt
nicht einfach trennen,
aber diese Orientierung ist ja,
also lässt sich die nicht
dass dann quasi wer setzt sich
wohin irgendwie damit
verbunden ist,
was wie halt Heterosexualität
zum Beispiel wirkt.
Und hier ist es eben
dieses Beispiel,
wie ich schon gesagt habe,
mit der Großfamilie
und die treffen sich irgendwie
alle bei,
ich weiß nicht,
ist ja egal,
auf jeden Fall treffen sie
alle irgendwo und da sind
die Großeltern und da sind
halt Achmeds Geschwister
und Neffen,
und dann sitzen die alle am Tisch
und dann sagen die Großeltern
über ihr Enkelkind,
also das sind nämlich zwei Jungs
und die sagen,
hey,
das ist ja wie Little,
also genau,
von anderen Kindern,
Little John und Little Mark
so und dieses Little
bezeichnet eigentlich,
dass sie quasi der Sohn von John
und der Sohn von Mark sind.
Ja,
und das ist ja was,
das kennen wir aus
verschiedenen Familien,
so,
ah,
oh,
die ist ja,
die ist ja,
was weiß ich,
ne kleine,
was weiß ich,
ne kleine Jessica,
ja,
also wenn ich jetzt ein Kind hätte,
so,
ja,
und in der Familie,
die in dieser,
in dieser Art,
wie sie da sitzt,
halt so ist,
wie man sich halt
einen perfekten Stammbaum vorstellt,
nennt man halt so die Großeltern,
aus denen kommen dann Kinder
und aus denen kommen dann Enkelkinder
mit so Strichen dazwischen,
ja,
das wird durch diese Aussprüche,
ey,
this is a little,
what a cute little John
oder what a cute little Mark,
ja,
wird das zementiert,
also diese Linie wird gezogen,
na ja,
und das sage ich deswegen,
weil,
sie sagt ja wirklich,
das geht um eine Linie,
um eine gerade Linie
und auf Englisch wäre das ja
the straight line
und mit straight
meint sie wirklich eben auch
straight im Sinne von heterosexuell,
also nicht queer.
Das heißt,
es wird nicht nur gesagt,
das ist quasi eine direkte Linie
zwischen Vater und Sohn,
was ja,
was,
was sich zum Beispiel
bei Maskulinität wichtig wäre,
sondern aber auch,
es wird gesagt,
oh okay,
little John,
der wird dann irgendwann
wieder große John
und der große John,
der hat ja eine Frau
heiratet und ein little John bekommen
und man wird quasi
in diese Linie
der Familie
in der Reproduktion
und Weitergeben
und Wiederholen
von dem,
was schon war,
eine bestimmte Rolle spielt,
hineingezogen,
ja,
das heißt,
wie man dann quasi wird
und wohin man sich orientiert,
wo man sich auf dieser Linie
wiederfindet,
ist auch nicht einfach da,
sondern ist eine gewachsene Art
und Weise,
sich zu orientieren.
Genau.
Und sie hat da,
oder Sarah Ahmed benutzt da eben
diesen,
oder er verändert den
bekannten Satz
von Simone de Beauvoir,
der ja ist,
one is not born,
but becomes a woman,
also man wird nicht als Frau
geworden,
sondern man wird zu ihr,
sagt Ahmed,
one is not born,
but becomes straight.
Also man ist nicht,
man ist nicht so geboren,
sondern man wird
vergeradet.
Also man wird auf diese Linie gezogen,
in die Linie getrimmt.
Ja, sehr gut.
Also sie nennt das dann auch,
sie nennt das im Buch
Alignment,
oder?
Also dieses,
sie spricht ja auch,
also ich glaube,
das Unterkapitel heißt sogar
becoming straight,
oder?
Also wo sie dann sagt,
im Anschluss an diese Szene,
mit dem Little John
und Little Mark,
da sagt sie,
one can think of such an utterance
as performing the work
of alignment.
Ja.
Und sie sagt dann,
through the utterance,
these not yet,
but to be subjects,
are brought into line
by being given
a future
that is in line
with the family.
Also genau das,
was du gesagt hast,
ja,
with the family line.
Und dann sagt sie,
but what intrigues me here
is how they are kept in line,
often through force,
such that any non-alignment
produces a queer effect.
Und das ist quasi dann
ihr Punkt,
wo sie dann übergeht
und sagt,
weil dieser Little John
oder dieser Little Mark
muss ja quasi
ein
Begehrensobjekt finden,
das es ihm erlaubt,
in der horizontalen Linie
ein Objekt finden,
das es ihm erlaubt,
diese vertikale Linie
fortzuführen.
Also selbst dann
ein großer John
oder ein großer Mark
zu werden,
der dann wieder weitere
Little Johns
und Little Marks
produzieren kann.
Genau.
Und wenn er das nicht
machen würde,
wenn er dieses
Begehrensobjekt
nicht finden kann,
dann produziert er
quasi so einen
Queeren-Effekt.
Das ist das,
was Ahmed sagt.
Also,
diese Familienszene
zeigt auch noch einmal,
dass Orientierung,
so verstanden,
eben nicht nur
so ein momentanes
Zuwenden ist,
sondern wirklich
eine historisch
gewordene
Disposition
des Körpers.
Also der Leib
trägt quasi die Spuren
dessen,
was er tun
durfte,
was er tun sollte,
was er immer schon
getan hat,
auch wenn dieses Tun
eigentlich schon
Generationen vor uns
stattgefunden hat.
Nochmal kurz
zusammengefasst,
Ahmed
beschäftigt sich also
mit Phänomenologie,
weil sie sagt,
politisch betrachten,
immer schon ein
bisschen queer.
Dieser vermeintlich
neutrale Blick auf
Phänomene,
auf Welt,
wie wir sie
wahrnehmen,
wie sie uns
subjektiv erscheint,
wie sie bei Husserls
Schreibtisch erschienen
ist,
ihm selbst,
ist selbst schon
eine Orientierung.
Eine bestimmte
leibliche Erfahrung
von Welt,
in der manche Dinge,
manche Haltungen,
manche Handlungen
zu handeln sind,
quasi in die Nähe
rücken,
gerade weil wir aus
Gewohnheit eben
vergessen haben,
wie sie überhaupt in
diese Welt gekommen
sind.
Also die historischen
und sozialen Bedingungen
dieser Ausrichtung
zu diesen Dingen
und zur Orientierung
quasi unsichtbar
geworden ist.
Das wäre jetzt so
ganz grob ihre
kritische Lektüre
der phänomenologischen
Methode
und auch ein bisschen
so gleichzeitiger
Verständnis von
Orientierung.
So weit,
so kompliziert.
Sorry.
Now to the fun part.
Vielleicht wird es
ein bisschen klarer,
wenn wir jetzt
auch mit
nächster Frage
übergehen.
Was heißt das
jetzt für sexuelle
Orientierung?
Wie kann uns
dieses queer
phänomenologische
Verständnis
von Orientierung
helfen,
Sexualität
als
Phänomen
von
Ausschluss
und Normierung
und Gewohnheit
zu verstehen?
Also wenn wir
nochmal zurückdenken
an das,
was wir am Anfang
über sexuelle
Orientierung
gesagt haben.
Wir haben gesagt,
queer zu sein,
eine queere
sexuelle Orientierung
zu haben,
bedeutet
zuerst einmal
im Sprachgebrauch
nicht heterosexuell
zu sein
oder auf Englisch
nicht straight
zu sein
und nicht
heterosexuell
zu sein
bedeutet
in unserem
modernen
Sexualitätsdiskurs
eben
schief zu liegen.
Quer
oder queer
zu dem,
was als
gerade gilt.
Diese geraden
Stammbaumlinien
vertikal
und horizontal.
Als hätte man
da quasi
kurz die Balance
verloren,
sage ich jetzt mal,
die Orientierung
verloren.
Also queerness
quasi als
queerer Effekt
des Sexualitätsdiskurses.
Denken wir jetzt
vielleicht nochmal
zurück an den
letzten Satz
aus dieser Anekdote
mit Little John
und Little Mark,
mit diesen beiden
Söhnen.
Sie hat gesagt,
Ahmed,
what intrigues me
is how they are
kept in line
such that any
non-alignment
produces
a queer
effect.
Diese queeren
Effekte,
und das ist jetzt
spannend,
die finden wir
nämlich auch
in der
Phänomenologie
selbst.
Also,
um ehrlich zu sein,
Merleau-Pontis-Phänomenologie
ist ja eigentlich
voller
queerer Effekte
und queerer Körper,
queerer Erfahrungen.
Er hat da
ein berühmtes
Gedankenexperiment,
wo man sich
vorstellen soll,
wir stellen uns vor,
wir stehen im Raum
und dann ist ein
Spiegel vor uns,
der in der
Vertikalen
so um
45 Grad
gekippt
ist.
Also,
eine Versuchsperson,
wenn wir in den
Spiegel schauen,
dann haben wir das
Gefühl
einer
Desorientierung.
Alles steht
ein bisschen
schief,
die Wände
neigen sich,
die Gegenstände,
die man fallen lässt,
die fallen
schräg halt.
Aber,
und das ist jetzt
das Spannende,
Merleau-Pontis sagt,
der Körper,
irgendwann,
nach ein paar Minuten,
korrigiert der Körper
diese Abweichung,
richtet die Welt
quasi wieder auf,
damit sie
handhabbar bleibt,
damit wir wieder
agieren können,
handeln können.
Er nennt das
Becoming
Vertical,
wenn ich mich
richtig erinnere.
Also,
dieses Wiederaufrichten,
wo dieser
Queere-Effekt
wieder reguliert
oder korrigiert
wird.
Und
Ahmed
liest jetzt
dieses Experiment
oder liest jetzt
quasi diesen
Queeren-Effekt,
weil er einfach
sichtbar macht,
dass
Geradheit,
also dieses
Being Vertical,
kein Being Vertical,
sondern Becoming Vertical
ist.
Also,
dass Geradheit
kein natürlicher
Zustand ist,
sondern einfach
eine Leistung
des Körpers.
Also,
Orientierung
wird aktiv
hergestellt,
sagt sie.
Und das Abweichende
wird,
wenn möglich,
korrigiert.
Und auch wenn das
jetzt bei
könnten ja
diese beiden
Dinge miteinander
in Verbindung
bringen,
weil das ist
genau der Moment,
dieses Becoming
Vertical,
Becoming Straight,
das ist bei ihr
der Moment,
wo Orientierung
politisch
wird.
Weil wenn die
Wahrnehmung
das Schiefe
automatisch
gerade richtet,
unter Anführungszeichen,
dann tun das ja auch
soziale Ordnungen.
Die tun das selber,
die stabilisieren
bestimmte Linien
und korrigieren dann
das,
was nicht in die
Linien passt.
Und deswegen fragt
sie sich eben,
was passiert,
wenn ein Körper
sich jetzt
anders ausrichtet
als erwartet?
Was,
wenn das Begehren
nicht entlang
dieser
heteronormativen
Linien
verläuft?
Und genau
diese Fragen
beantwortet sie
dann im zweiten
Kapitel
in ihrem Buch.
Ich habe mir gedacht,
für heute,
kurz,
im Schnelldurchlauf,
ich greife einfach
vier Punkte heraus,
die ich
persönlich
aus ihrer
Analyse
mitgenommen habe
und gerne mitnehmen würde.
Ich habe ja schon
zu Jessica gesagt,
ich hatte total
einen Knoten im Kopf
die letzte Woche
bei der Vorbereitung,
weil diese Dinge
so viele andere Dinge,
so viele andere
Wege wieder aufmachen.
Aber das sind jetzt
so diese vier
Formulierungen,
die ich gefunden habe.
Also Nummer eins,
was sagt Ahmed
in diesem Kapitel?
Sie sagt,
Orientierung
ist keine
Identität,
sondern eine Richtung.
Ja, ich glaube,
über das haben wir
jetzt eh schon
lang und breit
gesprochen.
Sie sagt,
Nummer zwei,
heteronormative Welten
entstehen durch
das Ziehen
von
Straight Lines.
Das ist das,
was wir jetzt
am Schluss
angesprochen haben.
Also
diese
Raummetapher
quasi,
beschreibt Ahmed,
dann
heterosexuelle
Normativität
als
Straight Line.
Also
diese
vertikalen,
horizontalen
Linien
quasi in unserem
Stammraum,
das ist die
heterosexuelle
Normativität.
Also wie wir es
bei Little John
und Little Mark
gesehen haben.
Die werden da,
also diese
Ausrichtung,
die wird ihnen
quasi schon
vererbt.
Also indem sie
hineingeboren werden
in diese heterosexuelle
Familie,
indem diese
Bemerkungen
gemacht werden
immer wieder
von rechts
und links,
die werden in den
Stammbaum
hineingeboren,
indem es eben
nur vertikale
und horizontale
Linien gibt.
Sie stammen
quasi in
vertikaler Linie
von ihren
Vätern ab,
müssen also
in horizontaler
Linie eben
Körper finden,
mit denen sie
diese vertikale
Linie wieder
fortführen können.
Und Orientierung
ist damit
auch eben
eine Form
der
Weltherstellung.
Also sie prägt,
welche Möglichkeiten
sichtbar werden
und welche
dann in dieser
Welt nicht
auftauchen.
Also Orientierung
ist in diesem Sinne
kein Merkmal,
das man einfach
besitzt,
im Sinne von
ich bin oder
in diesem Fall
eben du bist,
weil das ist ja
das, was den
Söhnen gesagt wird,
du bist heterosexuell,
sondern es ist ein
Muster der Ausrichtung,
das bestimmt,
welche Körper
für uns
in Frage kommen
und welche
Lebensformen
oder Formen
dann
naheliegend
erscheinen.
Und wenn sich
jetzt einer
von den beiden,
also der
Little John
oder der
Little Mark
entschließen würde,
unter Anführungszeichen,
diese Linie
nicht weiterzugehen,
also sich
ein Begehrensobjekt
zu suchen,
das nicht
in dieser
horizontalen
Linie
liegt,
dann wäre
ihre sexuelle
Orientierung
in dieser Logik
eben
out of
line.
Und dann
fragt sich eben
Ahmed,
ja okay,
aber was bedeutet das?
Was bedeutet das jetzt
für queere Subjekte
out of line
zu sein?
Sie sagt nämlich,
und das ist der dritte
Punkt, den ich mitnehme,
Melo-Bonti,
also sie beschreibt ja
ihre eigene
queere Orientierung
als einen
Prozess der
unter Anführungszeichen
Umorientierung.
Also nicht im Sinne
jetzt von
Conversion,
Therapy,
etc.,
sondern räumlich.
Also sie
sagt,
für sie,
also es ist jetzt
nicht so,
dass sie quasi
vorher
heterosexuell
gewesen wäre
und dann lesbisch
gewesen ist,
sondern weil eben
für sie
Lesbesein
nicht nur
ihr Begehren
betrifft,
sondern ihre
gesamte Erfahrung
des öffentlichen
Raums.
Und
ich würde
da gern
einen
kurzen Abschnitt
auch nochmal
vorlesen
aus dem
Kapitel.
Also sie
erzählt da,
wie sie
früher eben
mit einem
Mann
ohne
Nachdenken
in der
Öffentlichkeit
Händchen
gehalten
hat,
zum Beispiel.
Es war
selbstverständlich,
weil es
unmarkiert
war.
Und als sie
aber dasselbe
dann mit
einer Frau
gemacht
hat,
hat sie
die
Wahrnehmung
verschoben.
Plötzlich
hat sie
Blicke
gespürt,
Situationen
analysiert,
Risiken
abgeschätzt.
Also die
Orte,
die vorher
einfach
da waren,
in der
sie sich
als Paar
einfach
ausbreiten
hat können,
sind
zu Orten
geworden,
in denen
plötzlich
alles
unheimlich
präsent
war,
spürbar
war,
weil sie
nicht mehr
reingepasst
hat,
nicht mehr
so wahr
wie die
anderen.
Und sie
schreibt
dann da,
for me,
this has
felt like
inhabiting
a new
body,
as it
puts
something
out of
reach,
that I
didn't
even
notice
when they
were
in
reach.
In a way
my body
now extends
less easily
into space.
I hesitate
as I
notice
what is
in front
of me.
And the
hesitation
does not
stop
there,
but has
redirected
my
bodily
relation
to the
world
and has
even
given
the
world
a new
shape.
Also sie
beschreibt
hier,
dass ihre
queere
Orientierung
eben nicht
nur die
Richtung
ihres
Begehrens
verändert
hat.
Also sie
hat jetzt
ein anderes
Begehrensobjekt
sozusagen,
sondern damit
gleichzeitig
auch der
ganze Raum
um sie
herum,
in dem
sie sich
neu orientiert
und dann
eben dazu
führt,
dass sie
diesen Raum
ganz anders
erlebt,
was dann
wiederum
dazu führt,
wieder zurück
an mehr
Lupunti
denken,
dass auch sie
selbst
sich anders
wahrnimmt.
Also wir
interagieren
mit Räumen
und diese Räume
wirken auf uns
zurück.
Ich will nur
nochmal,
weil ich selber
ja auch immer
verwirrend finde,
man wird ja
jetzt ja super viel
kürzer machen,
als es in
80 Seiten
im Kapitel
beschrieben ist
oder was das ist.
Nur damit nochmal,
weil du es ja auch
gesagt hast,
da geht es nicht
um Conversion,
damit wir das
vielleicht nochmal
aufdröseln,
dass es bei
Ahmed halt
eigentlich darum geht
zu verstehen,
wie können wir
eben nicht
essentialistisch
über die
Verbindung
zwischen
Begehren
und Identität
nachdenken.
Und zwar eben
nicht dieses,
ja okay,
du begehrst halt
der Effekt
von all dem
ist,
was du gerade
beschrieben hast.
Also
weil ich
etwas Bestimmtes
begehre,
verändert sich
mein Handeln
und weil sich
mein Handeln
verändert,
zum Beispiel
ich laufe dann
mit einer Frau
Hähnzchenhalten
durch die Stadt,
werde ich anders
wahrgenommen,
sehe die Stadt
anders,
werde dann
zu jemand anders.
und das ist eben
nicht einfach,
weil mein Begehren
anders ist,
also ich bin nicht
anders als du,
also ich bin nicht
anders als du,
weil ich anderes
Begehren habe,
sondern ich bin
anders als du,
weil die
Mischung aus
Begehren,
aus Handeln,
aus eigener
Wahrnehmung
und wahrgenommen
werden in jedem
Kontext anders ist
und mich zu einer
anderen Person
macht und halt auch
wieder,
und da kommen wir
noch so ein bisschen
zu dem,
was wir bei Butler
schon hatten,
weil Achmed ist
natürlich auch
ganz nah bei Butler
dran,
dass die wiederholte
Handlung ja auch
entscheidend ist,
es geht nicht,
na klar,
dieses das erste Mal
mit einer Frau
Hähnzchenhalten
durch die Stadt
laufen,
ist natürlich
eine krasse
andere veränderte
Wahrnehmung,
aber das
wirkliche
Veränderung
von einem
selbst
und also
quasi das,
was Achmed
als
Becoming
Lesbian
bezeichnet,
ist ja eine
wiederholte
Handlung,
immer wieder
eine Erfahrung,
die auf eine
andere Erfahrung
folgt,
wodurch dann
eine bestimmte,
eine Vorstellung
von Identität
einen jetzt
umerziehen kann,
sondern das ist
genau dieser Punkt,
den sie sagt,
ja natürlich gibt es
diese Straight Lines
und der Versuch
der Gesellschaft
ist ja immer da,
einen Straight
zu machen,
aber es gibt eben
Körper und Menschen
und Subjekte
und Aspekte
vom Leben,
die da nicht
reinpassen,
was daraus
folgt und dass
das dann aber
als auf eine
bestimmte Art und Weise
wahrgenommen wird,
es eben nicht
einfach,
weil Menschen
so sind,
wie sie sind,
im Sinne von
essenzialistische Identität,
sondern weil
der Raum,
in dem sie sind,
bestimmte Linien
zulässt,
nicht zulässt
und dann
bestimmte Lesarten
dieser Linien zulässt
oder nicht zulässt.
Das bringt mich
auch jetzt
super in diesen
vierten Punkt,
den ich mitnehme,
also die Verbindung
zwischen quasi
Identität und Raum
oder Körper und Raum
eben erlebt er.
Zurück bei Melup
und ich darf nicht
über,
ich darf nicht sprechen,
hast du gesagt.
Deswegen kürze ich
das jetzt mal ab.
Also das,
was ich mitnehme hier
ist nämlich
das,
was sie dann am Schluss
so stark betont
und was wir auch,
glaube ich,
jetzt in der Folge
am Schluss
noch stark betonen möchten,
ja,
nämlich diese
queere Desorientierung
nennt sie das,
ja.
Also was passiert,
wenn man aus der Linie fällt?
Ja,
man ist mal
desorientiert,
ja.
Sie macht das
vielleicht auch ganz kurz,
weil man das dann
besser versteht,
an einem,
an einer Anekdote
beschreibt sie das.
schon wieder
am Esstisch,
zurück bei den Tischen.
Alles dreht sich ums Echen,
ich verstehe das,
aber das ist natürlich
auch eine Orientierung.
Aber diesmal steht
der Esstisch,
außerdem ist es nicht
nur einer,
es sind ganz viele Esstische,
damals,
also sie erzählt,
als sie auf Urlaub war
mal in so einem,
wie heißt das auf Deutsch
eigentlich,
Holiday Resort?
Ferienressort.
Ferienressort?
Aha,
sagt man eh Ferienressort.
Also Familienressort,
ja.
Also auf jeden Fall
ist sie mit ihrer Partnerin,
All-Inclusive-Family-Ressort.
So stelle ich mir das jetzt auch vor,
also es sind keine Details
über dieses Ressort,
nur über den Esssaal,
also diesen Esssaal,
sagt man Esssaal?
Okay,
abends,
ja,
beschreibt sie
so eine Situation
der Desorientierung.
Ja,
also da,
weißt du,
welche Szene ich meine?
Ja.
Ja.
Magst du sie erzählen?
Darf ich?
Ja, genau.
Genau,
also man muss sich das vorstellen,
man kommt in so einen Raum rein
und da stehen,
weiß ich nicht,
20,
50 Tische,
schön angeordnet
und was weiß ich,
80% der Tische sind schon voll
und da sitzt halt
Mann und Frau
sich einander gegenüber
mit Googly Eyes,
essen,
sind sie über jeden Essen?
Also schauen sich an
den Googly Eyes
und vielleicht auch
das Essen,
aber auf jeden Fall,
ja,
aber auf jeden Fall
ist da so eine Anordnung,
man kommt rein
und da sitzen die ganzen Männer
und gegenüber sitzen die ganzen Frauen
und erst mal
das ist irgendwie,
also das ist,
der eine Satz ist richtig schön,
da sagt Sarah Ahmed,
das ist ja was,
das sie immer wieder erlebt
und trotzdem ist es immer wieder
aufs Neue verwirrend,
wie kann es so sein,
dass das einfach so eine Ordnung hat?
Also darf ich kurz,
darf ich kurz vorlesen,
was sie schreibt,
weil ich finde das so toll,
ja,
sie schreibt,
ich weiß genau,
was du meinst,
diesen Satz,
of course I know
this image,
sagt sie,
is a familiar one,
after all,
but I am shocked
by the sheer force
of the irregularity
of that,
which is familiar.
Ja,
das schreibt sie.
Also diese Familiarität,
also dieses gewohnte,
dieser gewohnte Anblick,
der schockt sie quasi
mit einer force,
ja,
also sie beschreibt das,
sie beschreibt das sehr schön.
Genau,
ich lese da schon den nächsten Satz,
fand ich auch so schön,
how is it possible,
also wie ist es möglich,
with all that is possible,
also mit allem,
was möglich ist,
that the same form
is repeated again and again,
dass es trotzdem immer
das gleiche ist.
Und das ist ja auch spannend,
wie ist es möglich,
und daher kommt ja diese,
die Frage dann eben auch
nach Politik
und macht mit dran,
wie ist es möglich,
dass,
nachdem alle eigentlich,
rein theoretisch,
alles möglich ist,
dass immer das gleiche da ist.
Ja,
und das Spannende ist dann eben,
also sie beschreibt am Ende,
wie sie sich dann halt hinsetzen,
und diese Mischung ist,
natürlich sind sie ein Pärchen,
und deswegen passt es irgendwie,
weil sie sind jetzt nicht
drei Leute oder so,
die dann befehlten Stuhl,
also das ist ja nicht der Fall,
aber es ist das falsche Pärchen,
und sie unterbrechen damit
die Regelmäßigkeit.
Wenn jemand jetzt in den Raum kommt,
fallen sie sofort auf,
eben weil sie nicht
in genau der gleichen Linie da sitzen,
wie alle anderen,
auch Männern, Weiblein.
Genau, genau, ja.
Also, für sie ist,
also sie ist sich dessen bewusst,
ganz genau bewusst,
sagt sie,
und für sie ist eben auch
dieses Queer-Sein,
eben diese leichte Schiefstellung.
Die eigene Präsenz
wird einfach so stark gespürt
in einem so ausgerichteten Raum,
und das kann,
ja, dieses Bewusstsein,
sagt sie,
das Bewusstsein,
dass da Dinge,
dass da Raum ist,
der sich auf eine bestimmte Art
und Weise anordnet,
ja, das kann eine Form
von Unbehagen auslösen,
ja, und da steigt sie dann ein
und sagt,
dieses Unbehagen,
das sie ja mit der Desorientierung
verknüpft,
ja, das ist nicht unbedingt
etwas Schlechtes.
Also diese Abweichung,
weil das ist es ja schon,
ja, also in dem Sprachgebrauch
muss man schon dazu sagen,
also dadurch,
dass sie immer von Queer
und Abweichung
und Schiefstehen
und Schrägstehen spricht,
ja, wird auch ein bisschen
so reproduziert,
dieser Gedanke,
dass das quasi etwas ist,
was eben nicht normal ist,
oder?
Ja, aber sie sagt eben,
nein, im Gegenteil,
ja, genau dieser Moment,
der eben sichtbar macht,
wie Weltordnungen hergestellt werden,
der ist wichtig,
der ist jetzt auch politisch wichtig,
ja, also der Moment,
wo eben diese gewohnten Linien
nicht greifen,
wenn der spürbar wird,
dass Orientierung sozial gemacht ist,
hergestellt wird,
ja, und da sagt sie dann am Schluss,
ja,
ich finde das einfach,
so als Abschluss vielleicht auch noch
ganz schön noch ein Zitat,
ja, wo sie sagt,
Moments of Disorientation
are vital,
ja,
they are bodily experience
that throw the world up
or throw the body from its ground.
Disorientation as a bodily feeling
can be unsettling
and it can shatter one's sense
of confidence in the ground
or one's belief that the ground
on which we reside
can support the actions
that make a life feel livable.
Genau, also ich würde das nochmal,
damit es auch wirklich deutlich wird,
nochmal kurz in Deutsch drüber sprechen
mit dir.
Genau, also es geht ja
sowohl darum,
woher kommt die Urge,
also der Druck,
der Push,
anders zu leben
und Dinge zu verändern,
ja,
nämlich,
weil man quasi desorientiert ist,
also weil man merkt,
irgendwas stimmt hier nicht,
daraus herkommt das Verlangen,
Verlangen ist ein gutes Wort,
da kommt das Verlangen her,
Dinge zu verändern,
was weiß ich,
und sei es anders zu leben
oder auf die Straße zu gehen
oder sich in eine einsame Hürde
zurückzuziehen,
ja,
aber irgendwas zu verändern.
Und auf der anderen Seite
zeigt es auch,
dass diese immer wiedererkehrenden
Momente der Desorientierung
auch Bestätigung sind
davon,
dass es gut ist,
dass man versucht,
Dinge für sich zu verändern,
dass man sein Leben
ein gutes Leben
für sich herzustellen
und dass es quasi
die Bestätigung
und damit auch so eine Form
von Empowerment sein kann,
dass man diese Desorientierung spürt,
weil man merkt dabei,
dass das ist gut,
weil ich bin auf dem richtigen Weg
für mich,
ich mache das Richtige für mich
und für meine Gruppe
oder was auch immer.
Genau.
Also sie sagt,
also das ist dann eben das,
was sie sagt,
wo queer Phenomenology
einfach auch für queer Politics
nutzbar gemacht werden kann,
weil man,
so wie du gesagt hast,
also erstens mal,
weil man,
weil dadurch einfach theoretisch
auch fassbar wird
oder greifbar wird,
dass Desorientierung
diese normativen Linien
durchbricht,
unterbricht,
ja,
dass auf der anderen Seite,
so wie du auch gesagt hast,
diese queer Objects,
ja,
neue Linien des Begehrens
und der Zugehörigkeit
ermöglichen können,
aber vor allem,
ja,
dass eben Desorientierung
nicht repariert werden muss
oder eigentlich sollte,
ja,
sondern genutzt werden sollte.
Ja,
also dass man nicht quasi
die Welt wieder gerade richten soll,
sofort,
ja,
und nur wenn man
in dieser Schieflage
quasi bleibt,
ja,
ist queere Politik
eigentlich auch,
auch,
auch möglich,
ja,
also das ist vielleicht auch der Grund,
warum viele Dinge,
auch wie sie,
also manchmal,
okay,
manchmal hat sie konkrete Beispiele,
Anekdoten von,
von,
von früher,
aber viele Beispiele,
die sie bringt für,
ja,
aber wie funktioniert das denn jetzt,
was sind denn solche queeren Objekte,
was sind denn,
da hat sie nicht viel,
also eigentlich keine konkreten Beispiele
und das ist aber,
glaube ich,
Absicht,
ne,
weil so,
sobald ich,
sobald ich versuchen würde,
das an Beispielen zu erklären,
dann,
dann,
dann,
dann,
dann,
dann grenze ich ja wieder ein,
dann,
dann,
dann,
dann richte ich mich ja wieder auf bestimmte Dinge aus,
wo,
das möchte sie eben genau nicht machen,
ne,
das möchte sie ja,
genau,
da möchte sie hinaus,
ja,
ja,
also spannender wäre mal,
aber wir haben heute nicht mehr so viel Zeit,
aber da könnt ihr drüber nachdenken,
wie man mit dieser Theorie von Sarah Ahmed zum Beispiel über,
ähm,
äh,
die Homo-Ehe,
oh ja,
ich wollte,
sag ich das Wort,
sag ich das nicht,
nachdenken könnte,
weil das ist ja dieses gerade richten,
nicht gerade richten,
dieses ständige wechseln,
ähm,
und man kann,
glaube ich,
es ist aus sehr vielen Perspektiven ganz unterschiedlich darüber nachdenken,
mit Sarah Ahmed im Hinterkopf,
ja,
es ist eben nicht so einfach,
wie man denken würde,
ja,
weil ja,
also nur ein Minigedanke dazu,
weil man denken könnte ja,
okay,
Heirat von homosexuellen Paaren ist ja quasi eine Straightening,
weil Heirat sich quasi dich in die Bahn bringt,
aber gleichzeitig ja doch nicht,
weil du nie die richtige Bahn bist,
das ist wie das Beispiel mit dem Family Resort,
wo du halt zwar in der Linie sitzt,
aber du unterbrichst die Linie irgendwie,
ja,
und das ist quasi dieses,
dieses Hin und Her,
und dann halt eben auch eine Frage,
okay,
dann halt,
dann kommt es quasi auf die Details an,
wie lebst du dieses Leben,
wie bist du wahrgenommen,
was ist dein Kontext,
drumherum,
etc.,
und zeigt eigentlich,
dass man diese ganze politische Frage eben nicht so einfach beantworten kann.
Sehr gut.
Denkaufgabe,
haben wir das genannt.
Ja, Hausaufgabe.
In einer der früheren Folgen.
Es gibt bei uns in der Schule,
bei unseren Kindern,
es gibt zwei,
es gibt beides,
es gibt Hausaufgabe,
oder Hausübung heißt das bei uns in Österreich,
und Denkaufgabe,
also die Hausaufgabe muss man,
und ich glaube,
der Unterschied ist,
die Hausaufgabe muss man schriftlich machen,
und die Denkaufgabe ist nur zum Denken im Kopf,
und dann muss man sagen,
also ihr könnt das gerne beides machen,
also wer uns gerne,
Überleitung zum Outro,
das ist perfekt.
Ich wollte gerade sagen,
sag mal gerne,
wie man uns diese schriftliche Aufgabe zukommen lassen kann,
wenn man möchte.
Genau.
Das ist perfekt,
das hat man jetzt geplant.
Genau.
Ja, genau,
also ihr könnt das entweder als Denk-
oder als Hausaufgabe sehen.
Wenn ihr es als Hausaufgabe machen wollt,
und was verschriftlichen wollt,
dann könnt ihr uns das sehr gerne mitteilen,
und darüber diskutieren,
und zwar gerne am besten unter dem Post zur Folge,
zur Sendung wollte ich schon sagen,
aber so weit sind wir ja noch nicht.
Unter dem Post zur Folge,
den wir dann schon gepostet haben werden,
wenn ihr den Podcast hier neu hört,
dann freuen wir uns auch sehr,
wenn ihr uns auf Social Media folgt,
davon schreibt verschiedene Kanäle,
die sind immer verlinkt in den Shownotes,
und wir freuen uns natürlich auch außerhalb von Social Media
über jeglichen Support,
und sei es, weil ihr einfach eurer besten Freundin
oder eurer Schwester oder so
diesen Podcast schickt,
damit sie ihn direkt hören können.
Alle Leute, von denen ihr denkt,
dass sie ihn hören müssten,
den könnt ihr ihn gerne schicken.
Und abseits von der Hausaufgabe
freuen wir uns natürlich auch ansonsten über Feedback,
und was auch immer hilft,
den Podcast sichtbarer zu machen,
sind Bewertungen,
sowohl auf Spotify als auch auf Apple Podcasts,
oder auch Kommentare auf Spotify helfen auch.
Genau.
Sehr gut.
Jo, das war's.
Das war's, wir haben's.
Super.
Jetzt haben wir nicht gesagt,
was wir das nächste Mal machen,
das wird jetzt Surprise, oder?
Ja, Surprise,
aber es ist ja noch nicht ganz sicher,
glaube ich.
Ja, genau.
Die Frage ist,
desorientieren wir uns oder orientieren wir uns?
Das ist jetzt die Frage.
Das ist die Frage.
Egal, was wir machen.
Wir erfahrt das beim nächsten Mal.
Genau, egal, was wir machen beim nächsten Mal.
Wir machen irgendwas beim nächsten Mal.
Also, wir freuen uns,
wenn ihr wieder einschaltet.
Super.
Bis dahin, habt eine schöne Zeit.
Du auch, Jessica.
Ich freue mich schon auf die nächste Aufnahme.
Tschüss, bye-bye.
Bis dann.
Tschüss.