Sprache, quo vadis?
oder: Sprachtheorien von der Antike bis zur Gegenwart
02.07.2025 63 min
Zusammenfassung & Show Notes
Was hat Geschlecht mit Sprache zu tun? Warum sprechen Theoretiker*innen wie Judith Butler so viel über Sprache? Und vielleicht: Weiß Butler etwas über Sprache, was wir nicht wissen? In dieser Folge finden wir es heraus. Verena nimmt uns mit mit auf eine Zeitreise in die Sprachtheorien von der Antike bis in die Gegenwart. So, buckle up! It's going to be a long - ähm fun! - ride!
Warum sprechen Theoretiker*innen wie Judith Butler so viel über Sprache? Was hat denn Sprache mit Geschlecht zu tun? Weiß Butler vielleicht etwas über Sprache, was wir nicht wissen? In dieser Folge finden wir es heraus. Verena nimmt uns mit mit auf eine Zeitreise in die Sprachtheorien von der Antike bis in die Gegenwart. So, buckle up! It's going to be a long - ähm fun! - ride!
John L. Austin (1955) : How to to things with words
Judith Butler (1990) : Gender Trouble
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Judith Butler (1990) : Gender Trouble
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Transkript
Ich verspreche, oh Gott, ganz viele Versprechen heute in dieser Folge, gefährlich.
Wir haben von Austin gelernt, du tust hier gerade etwas.
Es gab ja damals einen anderen großen Denker, der sehr wohl erkannt hat, dass der gebrauchte Sprache unheimlich wichtig ist.
Und dieser Denker heißt?
Wir haben ja da so eine Person, die unseren Podcast ziemlich ausmacht.
Ja.
Ja, dann war es mal wieder Ludwig Wittgenstein.
Mir kommt vor, es ist immer Ludwig Wittgenstein.
Das 19. Jahrhundert sind definitiv the darkest ages für die Sprachwissenschaft.
Alles, was ich mir in meinem Kopf vorstelle, kann ich irgendwie nur begreiflich machen und mit anderen Menschen irgendwie in Kontakt treten über Sprache.
Dann steigen wir jetzt ein, ganz cheesy, in unsere imaginäre Zeitmaschine und reisen zurück in...
Herzlich willkommen zurück bei Sprache Macht Geschlecht.
Mein Name ist Verena.
Und hier ist Jessica.
Hier ist Jessica, genau.
Jessica ist natürlich auch da.
Mir ist gerade aufgefallen, Jessica, wir haben noch immer kein Intro.
Stimmt, aber es wird immer mehr zu einem, was wir hier sagen.
Ja.
Ist es schlimm, dass wir kein Intro haben oder vielleicht wird sich das noch automatisch irgendwie ergeben?
Ich komme mir immer so komisch vor, ich weiß nie, was ich sagen soll am Anfang.
Ach, ich glaube, wir reden so viel über Sprache, wir müssen ja auch noch über ein Intro sprechen.
Stimmt auch wieder, stimmt auch wieder.
Wir werden heute eh, glaube ich, einfach gleich ohne viel Blabla am Anfang einsteigen müssen,
weil ich habe diesmal leider nicht so viel Zeit gehabt, die Folge vorzubereiten.
Deswegen ist meine Stichwortliste auch noch ziemlich, ziemlich lang heute.
Mal schauen, wie weit wir kommen.
Nein, wir kommen, wir kommen auf jeden Fall durch.
Wir sind uns aber auch durchaus bewusst, dass wir hier im Podcast doch mitunter sehr komplizierte Themen
auch besprechen, sehr theoretische Konzepte haben.
Deswegen haben wir uns gedacht, wir starten jede Folge so ein bisschen mit einem kurzen Recap
von der letzten Folge, einfach nur um noch einmal so die wichtigsten Stichpunkte jedes Themas
zusammenzusammeln irgendwie und letztes Mal hat uns da die Jessica etwas über die Unterscheidung
von Sex und Gender erzählt.
Magst du vielleicht kurz selber zusammenfassen, worüber wir da so alles gesprochen haben?
Ja, sehr gerne. Ich weiß das ja, ich müsste es ja auf jeden Fall eigentlich noch ganz gut wissen.
Genau, also es ging um, wie du schon gesagt hast, um die Unterscheidung von Sex und Gender,
also den beiden englischen Worten, aber mehr noch als um die Unterscheidung,
ging es darum, wie sich ihre Bedeutung und ihre Beziehung zueinander im 20. Jahrhundert so verändert hat.
Und zwar sowohl in Naturwissenschaften, als auch dann in den Geistes- und Kulturwissenschaften,
die dann diese Unterscheidung übernommen haben und dann wiederum auch auf zum Beispiel
den feministischen Diskurs außerhalb der Uni gewirkt haben.
Und diesmal gehe ich vielleicht ganz kurz in einem kleinen Recap zeitlich richtig vor,
als ich von der Vergangenheit in die Gegenwart und nicht durcheinander wie in der Folge.
Genau, der erste, der quasi diese Unterscheidung in die Wissenschaft gebracht hat,
war nämlich der, wie heißt das denn das nochmal, Sexologe um sich hat,
dann glaube ich war er, John Mani, der vor allem mit Intersex-Personen gearbeitet hat
und eben gesagt hat, okay, Sex ist viel zu fluide, um da irgendwas Spezifisches dran festzumachen
und deswegen brauchen wir Gender, um das zu spezifizieren, um wirklich dieses binäre Ideal zu erschaffen.
Und er hat dann quasi Gender in die Wissenschaft reingebracht, weil Sex als Bezeichnung,
die gab es schon vorher. Und das hat dann eben, wie hieß die denn jetzt nochmal, Anne Oakley,
ja genau, Anne Oakley hat das übernommen, Anfang der 70er und hat dann gesagt,
okay, es gibt, also hat es dann genau umgedreht und gesagt, okay, Sex ist die biologische Grundkonstante
und Gender ist so das, was wir, was wir machen und das ist auch das, was wir verändern können
und was wir uns jetzt quasi auch als Feministinnen und als Sozialwissenschaftler anschauen können,
dann kam Gail Rubin, die dieses Sex-Gender-System konzipiert hat und das quasi auch nochmal
auf so einer sehr theoretischen Ebene fundiert hat, was ich gerade gesagt habe.
Genau, und dann 15 Jahre später, nachdem dann eben diese Unterscheidung so ziemlich stark
in den gesellschaftlichen Diskurs eingegangen ist, kam dann Judith Butler und hat gesagt,
nee, nee, nee, so einfach ist das nicht. Es ist nicht so, dass nur Gender fluide und veränderbar
und in den Kulturen anders ist, sondern unsere Wahrnehmung von Sex, also von dem, was wir
als biologische Grundkonstante wahrnehmen, ist durch Sprache und durch Kultur und damit auch
von Gender geprägt. Genau.
Genau, genau. Und das ist auch dann der Punkt eigentlich, wo wir heute einsteigen wollen mit
unserer Folge Sprache. Sprache spielt in der Geschlechterforschung einfach eine zentrale Rolle.
Da bleibt jetzt nur die Frage eigentlich, was ist Sprache eigentlich? Warum wird in den
Gender Studies überhaupt so viel über Sprache gesprochen? Viele KritikerInnen, sie dürfen
Butler ja vor, hier aus einer Mücke einen Elefanten zu machen irgendwie, Sprache da eine
Funktion zuzuschreiben, die sie gar nicht hat, nach dem Motto, ja, mit Sprache lösen wir
unsere Probleme nicht. Warum klingt Butlers Geschlechtertheorie für viele so radikal? Das
ist vielleicht die zentrale Frage, die wir heute während der Folge so ein bisschen im Kopf
behalten wollen, weiß Butler vielleicht etwas über Sprache, was wir nicht wissen.
Stellt sich heraus, Spoiler Alert, also alle Ohren zu halten, die es nicht wissen wollen,
ja und nein. Das klingt jetzt wenig hilfreich als Antwort, ich weiß, ist es auch nicht, aber
ich verspreche, ich komme am Ende nochmal zurück auf die Frage. Aber bevor wir ganz tief
einsteigen, eine kleine Frage zum Aufwärmen an dich, Jessica, was würdest du denn sagen,
was ist Sprache? Also für mich ist es erstmal schwierig zu sagen, weil ich habe natürlich
eine eigene Vorstellung davon und dann bin ich natürlich total geprägt von, was ich in
meiner wissenschaftlichen Laufbahn davon gelernt habe, aber wir reden ja auch noch eh nochmal,
denke ich heute darüber, warum ich selbst in der Religionswissenschaft nicht drum herumkomme,
über Sprache nachzudenken. Aber so ganz einfach, wenn ich das jetzt, keine Ahnung, ich sage jetzt mal,
wenn ich das meiner Mama erklären will, was ich unter Sprache verstehe, dann würde ich sagen,
Sprache ist das Medium, über das wir miteinander im Austausch und Kommunikation stehen. Und damit meine
ich, dass alles, was ich mir in meinem Kopf vorstelle, kann ich irgendwie nur begreiflich machen und mit
anderen Menschen irgendwie in Kontakt treten, über Sprache. Und deswegen ist Sprache jetzt auch nicht
nur, was ich hinschreibe oder was ich spreche, sondern irgendwie dieses ganze System, das wir
brauchen, um uns kommunizierbar zu machen.
Ja, super. Und das Spannende ist jetzt, nicht nur du, Jessica, das Spannende ist, fast alle haben eine
Antwort auf diese Frage. Also ich bin mir sicher, wenn wir deine Mama fragen würden, dann hätte sie auch
eine Antwort für uns. Vielleicht wäre es nicht genau die gleiche wie deine, aber sie hätte sicher eine
Antwort drauf, weil wir Sprache ja ständig im Einsatz haben quasi. Wir benutzen Sprache ständig, sie wirkt
für uns so selbstverständlich, dass wir uns selten jetzt einfach zurücklehnen und uns fragen, was passiert
denn da eigentlich, wenn ich spreche? Nein. Und trotzdem, trotzdem fast alle haben eine bestimmte
Vorstellung davon, was Sprache ist oder sein sollte, zumindest. In der Sprachwissenschaft nennen wir das dann
Alltagstheorien von Sprache. Zum Beispiel, weiß nicht, die Idee, dass Sprache Wirklichkeit spiegelt. Das wäre zum
Beispiel eine solche Alltagstheorie. Oder dass es bei Sprache vor allem um Grammatik geht, dass Sprache
quasi das Regelsystem ist, das uns erlaubt, unter Anführungszeichen korrekt zu sprechen. Oder zum Beispiel
auch, dass Sprache Identität ausdrückt, beziehungsweise dass Sprache Teil unserer Identität irgendwie ist. Das sind
alles keine falschen Ideen, unter Anführungszeichen, aber eben auch keine vollständigen. Und das ist der
Punkt. Sprache ist nicht nur Mittel zur Kommunikation oder Ausdruck von Persönlichkeit oder Kultur, sondern
gleichzeitig auch, keine Ahnung, soziale Praxis, Machtmittel, Wissensspeicher, you name it. Sprache ist
immer alles gleichzeitig. Und für uns heute auch ganz wichtig, Sprache hat eine Geschichte. Jetzt nicht
nur in dem Sinn, dass sie sich verändert, Stichwort Sprachwandel, sondern auch in dem Sinn, dass sich
unsere Vorstellungen von Sprache immer wieder ändern. Und das liegt daran, weil ja, alle Begriffe kommen
irgendwo her. Das haben wir ja letztes Mal schon von dir gelernt, Jessica. So ist es eben auch beim Begriff
Sprache selbst. Und genau das wollen wir uns heute ein bisschen genauer anschauen. Also zum einen, warum spielt
denn Sprache in den Gender Studies und eigentlich auch in anderen Kulturen, Geisteswissenschaften eine so
zentrale Rolle? Und zum anderen, wie kann uns die Geschichte bei der Antwort auf diese Frage helfen?
Okay. Bist du bereit? Immer? Immer. Okay. Dann steigen wir jetzt ein, ganz cheesy, in unsere imaginäre
Zeitmaschine und reisen zurück in die Antike, natürlich. Ja, wir starten, wie könnte es anders sein, bei Platon.
Für Platon war Sprache nicht bloß Mittel der Verständigung, sondern Abbild einer höheren, quasi
ewigen Wirklichkeit. Also er hat das genannt, die Welt der Ideen. Das heißt, er hat die These aufgestellt,
dass es für jedes Ding einen richtigen Namen unter Anführungszeichen gebe. Also ein Wort, das das wahre
Wesen dieses Dings irgendwie zum Ausdruck bringt. Sprache ist hier also, Mimesis heißt das, quasi ein
Spiegel des Seins. Kommt dir diese Idee von Sprache als Abbild der Wirklichkeit irgendwie bekannt vor, Jessica?
Du meinst abseits von Platon? Abseits von Platon, genau.
Weil Platon macht mir auch was. Also es ist natürlich auch nicht ganz weg, denke ich mal, obwohl die Antike schon ein bisschen weg ist.
Und ich glaube, wir haben ja da so eine Person, die unseren Podcast ziemlich ausmacht.
Damit meine ich Wittgenstein, aber natürlich nicht der Späte, sondern der Frühe, von dem wir uns ja eigentlich ein bisschen abgrenzen, oder?
Genau, genau. Ludwig Wittgenstein hat diese Idee in seiner Art und Weise, sagen wir mal so, wieder aufgenommen.
Aber bei Wittgenstein sind wir noch nicht. Wir bleiben zuerst noch ein bisschen in der Antike, und zwar bei Aristoteles.
Aristoteles geht nämlich einen großen Schritt weiter als Platon, weil Aristoteles ist Sprache kein bloßes Abbild der Ideenwelt,
sondern ein Werkzeug zur begrifflichen Ordnung. Das heißt, ein Mittel, mit dem Menschen quasi ihre Wahrnehmungen,
ihre Gedanken strukturieren und kategorisieren können. Sprache ist für Aristoteles auch das entscheidende Kriterium.
Für menschliche Rationalität und soziales Zusammenleben. Mit anderen Worten, Sprache bringt für Aristoteles Ordnung in das,
was sonst bloß chaotische Wahrnehmung wäre quasi.
Bedeutung liegt bei ihm also nicht hinter der sinnlichen, hinter der erfahrbaren Welt, sondern entsteht erst im Denken über die Welt.
Und das ist schon damals eine ganz wichtige Einsicht und etwas, was wir uns auch für später gleich schon mal mitnehmen wollen.
Wir denken uns jetzt ein paar Jahrhunderte vorwärts gleich in der Geschichte, nämlich ins Mittelalter.
The Dark Ages sozusagen. Niemand weiß so wirklich, was damals so alles abgegangen ist.
Aber wir wissen, im Mittelalter ändert sich zumindest die Perspektive auf Sprache.
Jetzt dominiert die Vorstellung der Sprache etwas Gottgegebenes sei oder Sprache ist nicht mehr,
wie bei Aristoteles noch, das Menschlichste, alles Menschliche sozusagen.
Das, was den Menschen ausmacht, zum Menschen macht und Ordnung quasi so in seine Welt bringt.
Nein, nein, nein, nein. Denn was war denn am Anfang dieser Welt?
Am Anfang, so steht es zumindest im Johannes-Evangelium, am Anfang war das Wort.
Und wem gehört dieses Wort? Richtig, Gott natürlich.
Sprache war damals nicht mehr einfach ein menschliches Werkzeug, sondern eben Teil eines göttlichen Plans.
Wir haben uns Sprache, könnten wir sagen, nicht selbst ausgedacht, sondern nur von Gott geliehen, um ihm über diese Sprache näher zu kommen.
Volkssprachen allerdings wurden damals auf diesem Weg zu Gott eher als hinderlich angesehen, also abgewertet in dieser Zeit.
Die einzige Sprache, zu der man mehr oder weniger zumindest zugetraut hat, zwischen Mensch und Gott zu vermitteln, war Latein.
Das heißt, eine Sprache, die dann von der Kirche auch als heilige Sprache angesehen wurde.
Wobei der Kirchenvater Augustinus hat damals schon darauf hingewiesen, dass uns Sprache zwar auf die Wahrheit hinweisen kann,
aber verstehen können wir sie nur durch innere Einsicht.
Also praktisch erst wieder nur durch Gott selbst.
Das heißt, Sprache ist hilfreich für uns, aber sie ist nicht allmächtig.
Kurz im Mittelalter, wenn wir noch einmal kurz zusammenfassen vielleicht,
dient Sprache nicht mehr primär der Erkenntnis der Welt,
sondern sie dient der Offenbarung Gottes.
Mit der Renaissance, wenn wir jetzt ein bisschen weiter gehen schon,
verändert sich der Blick auf Sprache dann nochmal.
Ich glaube, Jessica, wenn ich mich richtig erinnere, du sprichst Französisch, oder?
Ehrlich gesagt nicht.
Hattest du Französisch in der Schule?
Nee, ich hatte Spanisch, Latein und Spanisch.
Okay.
Aber was ist denn deine Frage?
Vielleicht kann ich sie trotzdem mal ansehen.
Ja, wie wird denn Renaissance in Spanisch ausgedrückt?
Boah, das weiß ich nicht.
Ich hätte nur drei aus Spanisch.
Aber es ist eine Frage, ob ich weiß, was Renaissance hat.
Ja, genau.
Ja, aber dafür brauchte ich kein Französisch, das habe ich in Geschichte gelernt.
Okay, ja.
Magst du uns sagen, was Renaissance heißt?
Genau, also wenn ich es richtig im Kopf habe, dann Wiedergeburt.
Ja, genau.
Renaissance heißt auf Französisch Geburt, das heißt Renaissance heißt Wiedergeburt.
Wiedergeburt wovon, könnten wir jetzt vielleicht noch fragen im Anschluss.
Wiedergeburt der Antike natürlich, da waren wir heute schon mal.
Also alles wieder auf Anfang.
Nein, nicht ganz, nicht ganz.
Wobei schon mit der Wiedereintdeckung der Antike rückt schon wieder der Mensch,
der Mensch selbst stärker ins Zentrum, die menschliche Kunst, menschliche Kultur
und damit eben auch die vielen verschiedenen Sprachen, die Menschen nur mal so sprechen.
Das heißt, die Verherrlichung des Lateins, die wird abgelöst in dieser Zeit von der Erforschung
und der Aufwertung, diesmal Erfolgssprachen.
Und auch ganz wichtig in der Renaissance, da wird dieser blinde Glaube quasi an die religiöse Deutungshoheit stark kritisiert.
Es wurde kritisiert, dass die Kirche alles Wissen praktisch durch ihre eigenen Filter,
durch ihre eigenen Interpretationen laufen lässt.
Was jetzt wichtig ist in der Renaissance, das sind selbstständiges Recherchieren,
Stichwort Ad Fontes, also zurück zu den Quellen wollte man damals unbedingt.
Was auch wichtig war, war das Reflektieren, das selbstständige Reflektieren,
und zwar in verschiedenen Sprachen und nicht nur auf Latein.
Dazu werden dann eben auch Sprachen oder die Vorläufer zumindest davon,
wie Italienisch, Französisch, Deutsch zum Beispiel standardisiert.
Das ist ein ganz wichtiger Schritt.
In der frühen Neuzeit entstehen da auch schon die ersten Grammatiken, die ersten Wörterbücher.
Das heißt, wir können wirklich sagen, mit der Renaissance beginnt da ein neues Kapitel.
Sprache wird zum Ausdruck einer menschenzentrierten Weltsicht.
Und genau das bereitet dann im Anschluss eigentlich auch den Boden für die großen sprachphilosophischen Debatten der Aufklärung.
Wir befinden uns ja jetzt schon um 1700 herum.
Da wächst eine große Sorge, wenn wir uns zurückerinnern, was wir vorhin gesagt haben.
Wenn jetzt Sprache nicht mehr göttlich ist, wenn es keine einzig wahre heilige Sprache gibt,
wie können wir dann sicher sein, dass wir wirklich verstehen?
Ich sprache jetzt wirklich ein verlässliches Mittel der Erkenntnis.
Ein Mittel, das ich einsetzen kann, um mich zu bilden.
Zum Beispiel.
Oder ich sprache einfach doch nur ein willkürliches System von Lauten.
Das ist eine wichtige Frage.
Das ist eine wichtige Frage.
Und das hat sich die Aufklärung gestellt.
Die Aufklärung beginnt jetzt, Sprache radikal zu hinterfragen.
Wir sprechen hier jetzt, habe ich gerade auch schon erwähnt, grob vom 18. Jahrhundert.
In der Aufklärung wird Sprache zum Instrument rationaler Kommunikation.
Philosophen wie John Locke zum Beispiel betonen, ja, Wörter sind tatsächlich nur willkürliche Zeichen.
Aber egal, wichtig ist einfach nur, dass wir diese Willkür irgendwie in den Griff kriegen.
Und das heißt, Sprache soll ja schließlich nicht mehr verwirren, sie soll aufklären.
An dieser Zeit wird also fleißig weitergearbeitet an Wörterbüchern, Grammatiken, wissenschaftlichen Terminologien.
In Frankreich entstehen Projekte wie die berühmte Enzyklopädie.
Sprache wird gezähmt, strukturiert, funktionalisiert.
Man streitet sich regelrecht darum, welche Sprache nun die rationalste sei.
True story.
Lange Story, also nicht für heute.
Aber das waren genau die Debatten damals.
Sprache wird in der Aufklärung mehr denn je mit Kontrolle verbunden, mit Organisation, mit Ordnung, Regelhaftigkeit.
Gleichzeitig aber entwickelt sich damals auch eine intensive Sprachkritik.
Darin lässt sich jetzt vielleicht auch sehr gut zeigen, dass die Sprachtheorien in den einzelnen Epochen,
die ich jetzt so eingeteilt habe, keineswegs natürlich einheitlich waren.
Auch wenn sich das bei mir jetzt ein bisschen so anhört, weil ich versuche, einen möglichst knappen Überblick über die zentralen Argumentationslinien zu geben.
Aber genauso wie heute waren sich die Leute auch damals schon uneinig darüber, was Sprache ist und warum sie überhaupt gibt.
Und Rousseau ist da ein gutes Beispiel für eine dieser kritischen Stimmen.
Der hat sich gegen den aufklärerischen Fokus der Rationalität gestellt.
Und zumindest was Sprache angeht, hat er zwischen einer poetischen und einer politischen Sprache unterschieden.
In der poetischen Sprache, da hat er die ursprünglichere Sprache gesehen.
Quasi eine Sprache, die mit unseren menschlichen Gefühlen und Affekten verbunden ist.
Und auf der anderen Seite hat er die spätere politische Sprache gesehen, die erst mit dem Aufkommen von Staat und vom Gesetz entsteht.
Und die diese Natürlichkeit der früheren poetischen Sprache durch gezielte Rhetorik verdreht, verzerrt und dann eben als Instrument der Täuschung und der gesellschaftlichen Herrschaft eingesetzt werden kann.
Also das ist das, was er kritisiert hat und kritisieren wollte damit.
Aber wie dem auch sei, gegen Ende der Aufklärung werden diese skeptischen Stimmen immer lauter.
Denn je mehr man versucht, Sprache auf rationale Art und Weise zu ordnen, desto klarer wird auch eigentlich, sie entzieht sich dieser Ordnung ständig.
Ständig. Sprache ist vieldeutig, Sprache ist emotional, Sprache ist historisch veränderbar.
Und damit sind wir dann eigentlich auch schon mitten in der Romantik.
In der Romantik, die wendet sich gegen diesen Rationalismus der Aufklärung.
Statt Sprache jetzt als klares, einheitliches und eindeutiges Kommunikationsmittel zu begreifen, wird Sprache jetzt in ihrer Vielfalt diskutiert.
Ein wichtiger Name in diesem Zusammenhang ist Johann Gottfried Herder, der war einer der Ersten, der Sprache jetzt nicht nur als quasi überzeitliches Mittel der Verständigung oder Vermittlung begriffen hat,
sondern als kulturelles und historisches Phänomen.
Für ihn war Sprache Ausdruck des sogenannten Volksgeistes, unter Anfangszeichen.
Für Herder war Sprache also eng mit der spezifischen Erfahrungswelt eines Volkes verbunden.
Sie bringt das Denken, das Fühlen, die Weltsicht einer Gemeinschaft quasi zum Ausdruck.
Das bedeutet jetzt aber auch, dass für Herder kann es keine neutrale oder universelle Sprache geben.
Jede Sprache ist für ihn an konkrete Lebensbedingungen geknüpft, in denen sie entsteht und die sie wiederum prägt, indem sie das Denken der SprecherInnen beeinflusst.
Wilhelm von Humboldt greift viele der Ideen von Herder auf, geht aber dann noch einen entscheidenden Schritt weiter.
Für ihn, für Humboldt, ist Sprache nicht nur Ausdruck einer bereits vorhandenen Weltsicht, sondern ein aktiver Prozess.
Das heißt, ein Prozess, durch den diese Weltsicht überhaupt erst entsteht.
Sprache bei Humboldt ist ein schöpferisches Prinzip sozusagen.
Sie drückt nicht nur Gedanken aus, sondern sie erzeugt sie erst.
Er spricht davon, dass Sprache nicht das Werk, sondern die Tätigkeit, die Tätigkeit ist.
Ein fortlaufender Prozess, also durch den Wirklichkeit überhaupt erst begriffen werden kann und gestaltet werden kann.
Also Sprache bei Humboldt ist quasi der Rahmen, in dem sich Welt überhaupt zeigt, könnte man sagen.
Aber im 19. Jahrhundert passiert ganz schön viel.
Das Jahrhundert der Romantik war nicht nur das Jahrhundert des Gefühls und des Geistes.
Es war auch das Jahrhundert der Nationalstaaten.
Und Sprache hat dabei eine entscheidende Rolle gespielt.
In ganz Europa entsteht damals nämlich die Idee, dass eine Nation nicht nur eine politische Einheit ist, sondern auch eine kulturelle.
Und ein zentraler Bestandteil dieser kulturellen Einheit war natürlich die Sprache.
Also nicht natürlich, aber heute würden wir davon ausgehen, dass es natürlich ist.
Genau, weil es so in unseren Köpfen verankert ist.
Das ist eben die Zeit, in der Sprache regelrecht zum Identitätsanker geworden ist.
Eine gemeinsame Sprache, hat man damals gesagt, soll das Volk, jetzt im doppelten Sinne, als kulturelle Gemeinschaft, aber eben auch als politische Gemeinschaft zusammenhalten.
Eine gemeinsame Sprache soll Unterschiede ausgleichen, eine gemeinsame Sprache soll Zugehörigkeit stiften, also alles Mögliche.
Eine Sprache wird in dieser Phase explizit politisch gemacht, nicht mehr nur als Ausdruck dieser Volksseele, wie sie Herder genannt hat,
sondern wirklich auch als Werkzeug, um ein nationales Wir zu schaffen und damit natürlich gleichzeitig auch ein anderes zu schaffen, ein Außen zu schaffen, ein Fremdes zu markieren.
Und genau in diesem Klima, also in dieser Zeit, in der Sprache zum nationalen Projekt wird, mehr oder weniger,
und überall in Europa die Frage gestellt wird, wer eigentlich dazugehört und wer nicht,
genau in dieser Zeit entsteht auch die Sprachwissenschaft.
Wer genau zugehört hat bis jetzt, wir haben jetzt schon fast, weiß nicht, 2000 Jahre Sprachtheorie hinter uns.
Mehr, mehr.
Und mehr, ja.
Platon war ja vor der...
Genau, Platon war ja schon sehr früh.
Und wir haben noch immer nichts von der Sprachwissenschaft zum Thema Sprache gehört.
Das liegt natürlich daran, dass sich erst im 19. Jahrhundert eine eigene Wissenschaft mit Sprache beschäftigt.
Diese erste Sprachwissenschaft sozusagen, diese historisch vergleichende Linguistik, war das damals, die übernimmt.
Auf der einen Seite dieses romantische Verständnis von Sprache und Sprachenvielfalt.
Sie will aber diese verschiedenen Sprachen und ihre Geschichten vor allem mit sehr, sehr strengen naturwissenschaftlichen Methoden systematisch beschreiben.
Das heißt, sie versteht, also diese frühe Linguistik versteht Sprache als ein wirklich organisches, naturhaftes System,
das sich im Laufe der Zeit verändert.
Vergleichbar wirklich mit biologischen Organismen.
Und was macht man dann da?
Man verfolgt Lautwandelprozesse, man rekonstruiert Sprachfamilien, formuliert Lautgesetze.
Also wirklich auch so, wie man Naturgesetze formuliert hat.
Das heißt, die Betrachtung von Sprache ist ab diesem Zeitpunkt offiziell Wissenschaft geworden.
Aber leider mit verheerenden Folgen, weil die historisch vergleichende Linguistik des 19. Jahrhunderts und noch ein bisschen danach
war eng mit dem kolonialen Denken ihrer Zeit verflochten, verknüpft.
Wir haben das letztes Mal schon angesprochen, die Produktion von Wissen vollzieht sich einfach nicht im luftleeren Raum,
sondern die ist immer an gesamtgesellschaftliche Diskurse über die untersuchten Phänomene verbunden.
Da ist die Sprachwissenschaft natürlich keine Ausnahme.
Im Gegenteil, ich würde sogar sagen, dass die Sprachwissenschaft hier wirklich ein Paradebeispiel für die gefährlichen Effekte dieser Art von Verschränkung ist.
Die Klassifikationen, die damals gemacht wurden in der Sprachwissenschaft, die Klassifikationen von Sprachfamilien hier vor allem,
die wurden eben nicht nur als wissenschaftliche Erkenntnisse verstanden, sondern auch politisch instrumentalisiert, sehr stark.
Sprachverwandtschaften wurden damals genutzt, um vermeintliche kulturelle oder zivilisatorische Überlegenheit zu behaupten.
Die Linguistik ist damals quasi zur Legitimationsbasis schlechthin geworden für koloniale Machtansprüche.
Also die sehr verkürzte und falsche Logik damals war, wer die höher entwickelte Sprache spricht, unter Anführungszeichen,
der war auch Teil einer höher entwickelten Kultur, wieder unter Anführungszeichen alles.
Genau. Und diese scheinbar objektiven, also scheinbar objektiven Einteilungen, die haben eben die Hierarchien geschaffen,
unterstützt, die dann auch rassistische und eurozentrische Ideologien der damaligen Kolonialmächte gestützt haben.
Genau. Aber das ist wirklich eine Geschichte, die wir uns, glaube ich, auch für eine andere Folge aufheben können.
Ich glaube, einen Großteil davon reden wir sogar nächste Woche drüber.
Können wir sogar nächste Woche drüber reden.
Aber wer bis jetzt zumindest gedacht hat, dass das Mittelalter wären irgendwie die einzigen Dark Ages gewesen,
nein, das 19. Jahrhundert sind definitiv the darkest ages für die Sprachwissenschaft.
Je nach Perspektive.
Genau. Aber trotz all dieser politischen Verwirrungen, Verirrungen, möchte ich fast sagen,
leistet die historisch vergleichende Sprachwissenschaft damals natürlich was Großes.
Sie begründet die Linguistik als eigenständige Disziplin. Das ist ja an sich nichts Schlechtes.
Aber man muss vielleicht auch dazu sagen, sie vereignet den Blick auf Sprache damals auch sehr stark.
Sie reduziert quasi Sprache auf Lautwandel, auf grammatische Systeme, auf genealogische Stammbäume.
Und was dabei natürlich aus dem Blick gerät, ist Sprache als Handlung.
Sprache als soziale und politische Praxis.
Und genau dort knüpfen dann im 20. Jahrhundert neuere Denkmodelle an.
Vielleicht nur ganz kurz zur Erklärung.
Ich werde diesen letzten Abschnitt für heute, glaube ich, relativ kurz halten.
Nicht um euch zu ärgern, weil ich weiß, jetzt wird es so richtig spannend.
Sondern erstens mal mit Blick auf die Zeit.
Und zweitens, weil es sich ab hier wirklich auszahlt, glaube ich, zu jedem einzelnen Schritt,
zu jeder einzelnen Etappe irgendwie eine ausführlichere Folge, eine eigene Folge zu machen,
wo wir dann ganz viel Zeit haben werden, hoffentlich, um uns die Positionen und die Forschung
und die Menschen dahinter einfach im Detail anzuschauen.
Wir stehen jetzt also mittlerweile an der Schwelle zur Moderne.
Dort, wo es eigentlich für uns auch im Podcast beginnt, so richtig interessant zu werden,
wenn es um Sprache geht.
Die Frage wird ab jetzt nicht mehr lauten, was sagt Sprache über die Welt,
sondern wie macht Sprache Welt?
Oder anders, wenn jetzt Sprache nicht nur abbildet,
und vieles davon haben wir heute auch schon gehört,
wenn Sprache auch normiert, wenn Sprache definiert, wenn Sprache ausgrenzt, wenn sie erschafft,
wie müssen wir dann über Sprache sprechen?
An diesem Punkt verändert sich die Sicht auf die Sprache grundlegend, würde ich sagen.
Und zwar jetzt nicht nur ein bisschen, sondern radikal.
Dieser Abbildungscharakter von Sprache, der rückt endgültig in den Hintergrund.
Stattdessen beginnt man Sprache verstärkt zuerst als System zu verstehen
und dann später als soziale Praxis zu verstehen.
Und das ist dann der Moment, an dem das moderne Nachdenken über Sprache beginnt.
Und wo genau beginnt das alles?
In?
Ja, in der Schweiz.
Witzig.
Also im frühen 20. Jahrhundert war das,
formuliert dort in der Schweiz, der Linguist Ferdinand de Saussure,
eine der folgenreichsten Sprachtheorien bis heute, würde ich sagen.
Also Saussure sagt, stark verkürzt natürlich jetzt,
dass Bedeutung nicht durch Bezug zur Realität entsteht,
sondern durch Differenz innerhalb eines sprachlichen Systems.
Das heißt, Sprache ist kein Spiel der Welt quasi,
sondern ein in sich geschlossenes Zeichensystem.
Und da spielt sich alles ab.
Keine Ahnung, ein Beispiel,
ein Hund bedeutet nicht Hund,
weil er nach Hund aussieht,
sondern weil er nicht Katze, Fisch oder Vogel ist.
Die Bedeutungen stehen also in Unterscheidungen
und nicht in Abbildverhältnissen.
Und damit, mit dieser Idee,
bewegt sich Saussure doch sehr, sehr weit weg von zwei Dingen eigentlich.
Erstens von dieser romantischen Idee,
dass Sprache quasi ein Ausdruck von Gefühlen oder von Kultur ist.
Und zweitens aber auch weg von diesem Diachronen,
von diesem historischen Zugang
der historisch vergleichenden Sprachwissenschaft,
die ja eigentlich immer nur in die Vergangenheit schaut
und die Sprache quasi als natürlich gewachsenes System untersucht.
Und das, was Saussure eben macht,
das würden wir heute Strukturalismus nennen.
Also dieses Denken in Boxen,
das Denken in Systeme
und diese strukturalistische Sicht,
die wird dann in den Jahrzehnten nach Saussure
sogar auf viele andere Bereiche übertragen.
Also so einflussreich war damals diese neue Perspektive.
Wir haben den Strukturalismus auch in der Anthropologie zum Beispiel.
Wir haben den auch in der Literatur ganz stark
oder in der Psychoanalyse.
Also wirklich ein einflussreicher Perspektivenwechsel damals.
Und etwas, was für Saussure auch sehr wichtig war
und wofür er auch sehr berühmt ist heute noch,
ist, dass er klar zwischen zwei Dingen unterschieden hat.
Er hat auf der einen Seite gehabt die Lange,
das heißt das sogenannte Sprachsystem
und auf der anderen Seite hat er die Parol,
also den Sprachgebrauch.
Zwischen diesen beiden Dingen hat er sehr klar unterschieden,
aber, Bummer,
er hat sich dann eigentlich immer nur mit dem Sprachsystem beschäftigt.
Also diesen tatsächlichen Sprachgebrauch,
den fand er irgendwie nicht so wichtig
oder auch nicht so interessant.
Keine Ahnung, wo da die Henne und das Ei ist.
Wie dem auch sei,
er hat immer nur auf das Sprachsystem geschaut.
Es gab aber,
wir sind ja jetzt schon im frühen 20. Jahrhundert,
es gab ja damals einen anderen großen Denker,
der sehr wohl erkannt hat,
dass der Gebrauch der Sprache unheimlich wichtig ist
und der Sprachstruktur allein einfach nicht ausreicht,
um zu erklären,
wie Bedeutung zustande kommt.
Und dieser Denker heißt,
Jessica?
War das der Gleiche, der gesagt hat,
es gibt keine Geheimsprache?
Ja, kann ich Privatsprache, gell?
Das ist nicht für mich?
Privatsprache, genau.
Sorry.
Ja, Privatsprache.
Ja, dann war es mal wieder Ludwig Wittgenstein.
Immer.
Mir kommt vor,
es ist immer Ludwig Wittgenstein.
Genau.
Oder Butler.
Oder Butler.
Genau.
Nein, diesmal ist es wirklich Ludwig Wittgenstein.
Wir sind jetzt endlich bei Wittgenstein.
Oder genauer gesagt,
du hast es eh schon vorher auch erwähnt,
wir sind jetzt beim späten Wittgenstein.
Weil anfangs war Wittgenstein ja doch noch ein Vertreter,
zumindest einer Spielart,
dieser antiken Abbildtheorie.
Also der Ansicht,
dass Sprache in der Lage ist,
sofern sie logisch strukturiert ist zumindest,
dass dann Sprache in der Lage ist,
die Wirklichkeit abzubilden.
In seinem Spätwerk allerdings
kehrt er diesen anfänglichen Gedanken völlig um.
Er erkennt,
dass Sprache jetzt nicht durch logische Struktur funktioniert,
sondern durch Gebrauch.
Ja, wir müssen Sprache erst gebrauchen,
damit sie überhaupt zu ihrer Struktur kommt.
Was ein Wort bedeutet,
zeigt sich für ihn daran,
wie es verwendet wird.
Ja, in ganz konkreten sozialen Situationen,
die er eben Sprachspiele nennt,
Sprechen ist für ihn also nicht nur abbilden,
sondern Handeln,
ein Spiel quasi,
ein Spiel mit Regeln,
die wir erst durch die Teilnahme an diesem Spiel erlernen.
Ja, und genau an diesem Punkt
setzt dann der nächste große Paradigmenwechsel ein,
der uns nun endlich auch wieder zurück
zu Judith Butler bringt
und deren Geschlechtertheorie.
Und das ist der große
Linguistic Turn.
Jessica, magst du vielleicht ein paar Worte
zum Linguistic Turn sagen?
Also vielleicht,
was der Linguistic Turn war
und vielleicht auch schon so ein bisschen,
warum er für unser Verständnis von Geschlecht so wichtig ist?
Okay, ich kann es ja mal versuchen.
Also vielleicht erst mal,
weil du hast ja schon gesagt,
dass der Linguistic Turn ein Paradigmenwechsel war.
Vielleicht erst mal ganz kurz,
was das heißt.
Also es ist ja so,
dass verschiedene Wissenschaften,
egal ob es jetzt in welchen Disziplinen sie sind,
sie haben so eine bestimmte Art und Weise,
sich die Welt anzuschauen
und was sie sich anschauen.
Und ich habe ja vorhin auch schon mal gesagt,
dass selbst ich in der Religionswissenschaft
mir irgendwie immer Sprache anschauen musste.
Und es liegt nicht nur daran,
dass wir auch von den beginnenden Sprachwissenschaftlern
des 19. Jahrhunderts beeinflusst waren,
sondern eben auch,
dass wir von so Sachen wie dem Linguistic Turn
beeinflusst waren.
Das heißt,
das war,
was das alle Wissenschaften betrifft.
Und zwar grundsätzlich in der Art und Weise,
wie man denn forscht.
Also nicht mehr nur Sprache ist ein Teil,
was wir uns vielleicht angucken können,
weil es ein Teil von Kultur ist,
sondern der Linguistic Turn ganz spezifisch hat gesagt,
wir können nur über Sprache selbst Zugang
überhaupt zu unserem Untersuchungsgegenstand haben.
Das heißt,
wir sind selbst auch Teil von dem,
was wir eigentlich untersuchen wollen
und können da auch nicht drüber hinweg
und müssen erst mal ganz grundsätzlich auch
uns anschauen,
was ist Sprache,
wie macht Sprache,
wie hängt Sprache
mit unserer Wahrnehmung der Welt zusammen,
um aber dann erst mal überhaupt
zu unserem Gegenstand zu kommen.
Genau.
Das heißt,
Sprache formt unser Denken,
unsere Wahrnehmung
und damit auch unser Wissen über die Welt
und damit auch ganz spezifisch
in jeder einzelnen Disziplin,
wie zum Beispiel mein Wissen über Religion
ist durch Sprache geformt
oder mein Wissen über Geschlecht,
wenn wir dann über Geschlecht irgendwann sprechen,
ist durch Sprache geformt.
Genau.
Und vielleicht in ganz kurz würde ich sagen,
der Linguistic Turnbit ist quasi das Gleiche,
wenn wir es auf Geschlecht anwenden,
was der Titel von unserem Podcast ist.
Sprache macht Geschlecht,
aber nicht im Sinne von Macht,
im Sinne von Power,
sondern Macht einfach im Sinne von machen.
Also Sprache macht Geschlecht
ist so ein bisschen das,
was der Linguistic Turn
auf Geschlecht bezeichnet.
Das ist schön ausgedrückt.
Aber Sprache macht Geschlecht
klingt einfach besser als Podcast-Titel,
als Linguistic Turn.
Ja, ein bisschen.
Genau.
Ja, super.
Das heißt,
wenn ich jetzt nochmal kurz zusammenfasse,
was du gesagt hast,
Sprache,
sagst du,
ist damit
nicht länger
nur Gegenstand
von Philosophie,
von Forschung,
sondern
wirklich ihre Voraussetzung.
Das heißt,
die Beschäftigung
mit Sprache
ist kein Selbstzweck
mehr
oder ein interessantes
Nebenthema,
sondern wirklich die Voraussetzung
dafür,
dass überhaupt Wissenschaft
betrieben werden kann.
Frei nach dem Motto
ohne Sprache,
rien ne va plus.
Schade Marmelade,
könnten wir jetzt fast sagen,
für die Sprachwissenschaft
jetzt,
weil,
jetzt haben wir gerade gehört,
sie hat sich gerade erst
als wissenschaftliche Disziplin
da irgendwie etabliert,
ein bisschen holprig
zugegebenermaßen,
aber immerhin.
Und schon gehört
ihr Gegenstand
eigentlich gar nicht mehr
ihr allein,
oder?
Wie dem auch sei,
einer der herausragendsten
Beiträge vielleicht
zum Linguistic Turn
ist sicherlich
die sogenannte
Sprechakt-Theorie
von John Austin
und John Searle
in den 60ern.
Diese Sprechakt-Theorie,
die ist gleichzeitig
würde ich fast sagen
Folge
und
Katalysator
irgendwie
für diesen
Paradigmenwechsel
und der Grund dafür
ist ein ganz schon
revolutionärer Aspekt
einfach
dieser
Sprach-Theorie
und zwar
sagen die Autoren
hier,
Sprechen
ist Handeln
und
ganz wichtiger Zusatz
dieses Handeln
ist aktiv
an der Gestaltung
unserer sozialen
Realität
beteiligt.
Das bedeutet,
Sprechen
beschreibt
nicht nur,
sondern tut
auch etwas
und zwar
jetzt nicht nur
mit meinem
Verständnis
von Welt,
wie das
bei
Humboldt
noch war
oder
mit der
Herstellung
von Bedeutung
wie bei
Frankenstein,
sondern wirklich
tatsächlich
im
gesellschaftlichen
Miteinander,
im
gesellschaftlichen
Leben.
Beispiel,
wenn
meine Kinder
sagen,
so wie jeden Tag,
wir räumen
das Zimmer
später auf,
versprochen,
dann
weiß ich nicht,
ob sie die
Wahrheit sagen
oder lügen,
aber das ist
jetzt nicht
das Thema,
aber was sie
hier machen,
sie machen
mit dieser
Äußerung
ein Versprechen.
Die
Äußerung
selbst
ist
das
Versprechen.
Vorher
war das
Versprechen
nicht da
und jetzt
ist es
da.
Sagen
ist also
in diesem
Fall
tun,
herstellen.
So,
und jetzt
wisst ihr
sicher auch
schon,
was ich
als nächstes
sagen werde,
worauf ich
damit hinaus will.
Genau,
Butler,
ich habe
versprochen,
ich habe
versprochen,
ich kriege
heute noch
die Kurve.
Butler
überträgt
diese Idee,
also diese
Idee der
Sprechakte
dann in den
1990er Jahren
auf den
Bereich
Geschlecht.
Gender
is not,
heißt es da
in Gender
Trouble
that one
does,
an act,
or more
precisely a
sequence
of acts,
a verb
rather than
a noun.
Das heißt,
wenn ich das
jetzt versuche
zu deuten,
dieses Zitat,
wenn wir
also sagen,
das ist eine
Frau,
oder ich bin
ein Mann,
oder was auch
immer,
dann benennen
wir nicht nur,
wir schaffen
damit
soziale
Realität.
Also wir
nennen
eine Person
nicht einfach
nur
Frau,
sondern wir
rufen damit
auch eine ganze
Reihe
ungeschriebener
Regeln
und Normen
auf,
die die Rolle
einer Frau
in unserer
Gesellschaft
festlegen.
Das heißt,
genauso wie
ein Versprechen
festlegt,
wie die
sozialen
AkteurInnen
sich von dem
Moment an,
in dem das
Versprechen
ausgesprochen
wurde,
zu verhalten
haben,
genauso
weiß
ich,
wie ich
mich
verhalten
soll,
wenn ich
eine Frau
oder einen
Mann
vor mir
habe.
Und
vor allem
auch,
ich weiß,
wie sich
diese Person
verhalten
soll oder
sollte.
Das ist
soziale
Realität
oder das
ist damit
gemeint.
Wenn das
Benennen,
das Verwenden
von Sprache
gesellschaftliches
Handeln
ermöglicht
oder verhindert.
Jetzt
Frage im
Anschluss
und zum
Schluss
eigentlich auch,
klingt
diese
Geschlechter
Theorie
jetzt immer
noch
radikal?
Und
wenn ja,
weiß Butler
wirklich etwas
über Sprache,
was wir
nicht
wissen.
Ja und
nein,
habe ich
am Anfang
der Folge
gesagt.
Was
meinst
du,
Jessica?
Na ja,
also wenn wir
uns so ein
bisschen die,
also nach
allem,
was wir
heute gelernt
haben,
ist es
gar nicht
mehr so
ein großer
Sprung.
Genau,
würde ich
schon sagen.
Also ich
habe ja auch
Butler
gelesen
und ich
glaube,
dass das
Spannende
an Butler
ist ja auch,
dass Butler
wirklich auch
diese Geschichte
einmal durchmacht,
sozusagen.
Also in deren
Texten geht Butler
wirklich auch auf
wirklich genau
diese Momente
alle irgendwie
ein und hat
deswegen auch
vielleicht so
ein Überblickswissen,
wie wir es auch
gerade haben,
was einige der
Ja,
total.
Was mich
irgendwie auch
noch mal
so ein bisschen
auf das
Konkrete bringt,
ich würde
vielleicht gleich
mal
so ein bisschen
zusammenfassen,
so ein bisschen
allgemein,
was wir heute
gelernt haben.
Genau,
weil,
und dann noch
eine Sache
am Schluss
nochmal zu Butler
sagen,
weil,
was mir immer
so aufgefallen
ist,
ist so,
wir haben jetzt
natürlich,
es war ein
supergroßer
Abriss
und deswegen
natürlich
ganz viel
Detail nicht
und was ich
aber immer
spannend finde
und vielleicht
nochmal so ein paar
Links zu machen
ist ja dieses,
warum lesen
Leute bestimmte
Leute und sind
von ihnen
beeinflusst,
weil es ist ja
alles kein Zufall
gewesen,
die Leute waren
nicht da und haben
sich einfach
das ausgedacht,
sondern es war ja
meistens so,
sie haben die
Vorgänger,
Vorgängerin gelesen
und hatten dann
aber selbst
eigene Erfahrungen,
die dem
widersprochen haben
und haben das
dann ja quasi
weitergedacht
und da musste ich
jetzt zum Beispiel
auch dran denken,
als du jetzt
über Austin
gesprochen hast
und die
Weichak-Theorie
und ich so,
Herr,
war das,
also für mich
klingt das jetzt
in dieser Folge
gar nicht mehr
so anders
wie der späte
Wittgenstein.
Das liegt vielleicht
daran,
dass sie beide
gleichzeitig
in England
zu der Zeit
waren und sich
auch kannten
und sich
beeinflusst haben
und einfach
diese einfachen
Dinge,
die man auch,
wenn man sich
das so sozusagen
abstrakt anschaut
gar nicht im Kopf
hat,
also vor allem
wenn man es
auch natürlich
nicht weiß
von außerhalb
aber gerade
wenn man sich
so die Ideengeschichte
heißt das ja
wenn man sich
immer nur anguckt
das haben Leute
geschrieben
da fehlt dann
irgendwie das
das echte Leben
und dieses auch
dieses Zufällige
was auch so
Theorien entstehen
mussten
zum Beispiel
und ich glaube
das
hat mich perfekt
wieder dahin gebracht
wo ich hin wollte
weil das Radikale
an Butler
um vielleicht auch
dann eine Frage
aufzunehmen
ist ja nicht
dass Butler
irgendwas über Sprache
sagt
was total
in den Haaren
herbeigezogen ist
wenn man sich
das ja diese
Geschichte anschaut
sondern
das Spannende
an Butler
ist ja
dass Butler
Butler's Name
ist so
allseits bekannt
in der Welt
und die ganzen
anderen Namen
ja nicht so
also Wittgenstein
ich meine
klar Platon
kennen vielleicht
ein paar Menschen
aber Wittgenstein
Austin
also außerhalb
der Wissenschaft
haben das glaube ich
die wenigsten gehört
und das liegt ja genau
daran dass sich Butler
mit einem Thema
beschäftigt
das so
im Kern
unsere Identität
irgendwie ins Wanken
bringt
wie Geschlecht
und deswegen
so bekannt
geworden ist
und zwar eben
genau nicht
weil die
Philosophien
auf die sich Butler
bezieht
so radikal
werden
sondern eben
das Thema
auf das sich Butler
bezieht
schöne Zusammenfassung
und ich bin eigentlich
bei allen Punkten
auf deiner Seite
also ich muss gar nicht
viel hinzufügen
vielleicht auch noch
ganz kurz
ich habe ja gesagt
ja
vielleicht weiß Butler
ein bisschen mehr
über Sprache
als wir das wissen
zumindest
als
ganz
gewöhnliche
SprecherInnen
ja die einfach
Sprache verwenden
jetzt nicht unbedingt
Geschichte
oder Sprachwissenschaft
oder überhaupt
studiert haben
und sich mit Sprache
beschäftigen müssen
den ganzen lieben Tag lang
ja
Sprache
so wie wir sie uns
heute angesehen haben
ist vielen SprecherInnen
einfach nicht
so zugänglich
ja
ich muss nicht
in dieser Tiefe
über Sprache nachdenken
um sie verwenden zu können
das ist ja auch irgendwie
das schöne an Sprache
ja
sie funktioniert
einfach auch so
ja
und deswegen machen es auch
viele nicht
und es ist auch vollkommen normal
auf der anderen Seite
habe ich aber gesagt
nein
und
da schließe ich
mich
quasi dem an
was du vorher gesagt hast
ich habe gesagt
nein
Butler weiß
nicht mehr über
Sprache als wir
eigentlich
weil natürlich auch Butler
nicht im
Luft- und
Theorie
leeren Raum
schreibt
auch Butler
bezieht sich
genauso wie du gesagt hast
auf das was andere
vor denen geschrieben haben
ja Butler
bezieht sich auf
strukturalistische
DenkerInnen
wie Lacan zum Beispiel
ja
wie Wittgenstein
ja
der geht davon aus
ja
dass uns die Natur
und
damit eben auch
der menschliche Körper
ganz im Sinne
des Linguistic Turn
ja
nur in und durch Sprache
zugänglich ist
ja
und wenn wir uns das Ganze
so überlegen
dann ist deren
Geschlechtertheorie eben
kein
kein Hirngespinst
ja
keine falsche
oder irgendwas
Ideologie
kein Genderwahnsinn
ja
weil wenn wir
beim Sprechen
über Geschlecht
so stark
auf Sprache
selbst fokussieren
dann ist das einfach
eine natürliche
oder besser
eine vollkommen
zulässige Folge
oder Weiterentwicklung
dieser theoretischen
Linien
die sich
in der
westlichen Welt
seit den
1920ern
ja
da so nach und nach
zum politischen
und geisteswissenschaftlichen
Standard
formiert haben
und
that's it
im Westen
nichts Neues
quasi
aber das ist wirklich
eine andere Geschichte
genau
total
wenn man sich
das so im Kopf hat
dann ist halt auch
jedes
also alles was wir quasi heute
so an politischen Bestrebungen
sehen
um die Sprache
festzulegen
und auch Identitäten
festzulegen
sieht man einfach mal
wie radikal
politisch das ist
ja
also
und auch wie
wie weit weg
das eigentlich
sozusagen
von einem
wissenschaftlichen
Konsens ist
den es mal
zumindest mal
gegeben hat
weil
was mich immer
überrascht ist
also ich hab
wie gesagt
die Linguistik
und auch die
anderen Sachen
die haben
meine Wissenschaft
und das was ich gelernt
hab so radikal
beeinflusst
sodass ich immer wieder
erstaunt darüber bin
dass es ja auch
in den Geisteswissenschaften
super viele Menschen gibt
die dann zum Beispiel
Butler ablehnen
also Butler spezifisch
aber zum Beispiel
Austin nicht ablehnen
würden ja
genau
und dann einfach dieses
also wie kann man denn
da den Schritt
zurückgehen
also das ist für mich
dann immer sehr unbegreiflich
und darin sieht man
aber eigentlich
wie politisch
dann nicht
nur
genau
und da würde ich dann
immer
hinzufügen
wollen
dass
ja
Geschlecht ist
politisch
Punkt
aus
und das liegt
sicherlich
zum großen Teil
daran
wie du auch schon gesagt hast
dass das irgendwie
ich bin ein bisschen
kritisch
beim Begriff
Identität
aber das ist auch
etwas für eine andere Folge
aber ich
ich benutze den Begriff
trotzdem oft
weil ich das Gefühl habe
dadurch kann ich
meinen Punkt
besser rüberbringen
aber genau
wir
wir
wir verbinden
Geschlecht einfach sehr stark
mit
unserer Identität
und wenn da irgendwas
ins Wanken
kommt
ja
bei der Vorstellung
über Geschlecht
dann kommt sehr schnell
auch was
bei unserer Vorstellung
über uns selbst
über unsere Identität
ins Wanken
und
ich möchte immer dazu sagen
dass
es bei Sprache
aber genauso ist
dass
oft die Leute
dann
zwar sagen
ja aber Sprache ist ja egal
Sprache ist wurscht
wir können
Sprache können wir
außen vor lassen
aber das kommt dann
meistens eben genau
von den Leuten
denen Sprache eben
überhaupt
nicht egal ist
und nicht jetzt
im Sinne von
darüber
worüber wir
heute gesprochen haben
dass Sprache eben
der Realität
sondern
weil ihnen Sprache
aber das ist im Grunde
beim Begriff
Geschlecht
vielleicht nicht
aber
ja vielleicht auch
aber vor allem
beim Begriff Gender
so
weil Sprache einfach
für etwas steht
auch schon ein bisschen
so ein bisschen
so ein Lehrer
signifikant ist
für Dinge
wie zum Beispiel
habe ich heute auch
kurz erwähnt
schon ja
für Dinge wie zum Beispiel
Zugehörigkeitsgefühl
Nation
Heimat
und so weiter
und das ist etwas
was
was sich eben
seit
der Zeit
der Nationenbildung
damals in Europa
so verfestigt hat
in unseren Köpfen
dass wir das einfach
gar nicht
gar nicht mehr
realisieren
wir nehmen das
gar nicht mehr
so wahr
und ja
aber das wie gesagt
das ist eine
ganz andere Folge
aber ich würde eben
wie Geschlecht
und wenn eben
da diese beiden
Dinge
aufeinandertreffen
dann
dann explodiert es
ja genau
weil dann geht gar nichts mehr
das stimmt
genau
du hast Lehrer
ich vorgeschlagen
das machen wir
das machen wir
ja aber wir sehen
eigentlich jetzt
an dieser Folge
schon
recht gut
langsam
aber sicher
kommen so alle
unsere theoretischen
Schnipsel
die wir da in den ersten
Folgen verteilt haben
irgendwie zusammen
und ich verspreche
oh Gott
ganz viele
versprechen heute
in dieser Folge
gefährlich
also wir haben von
Ostern gelernt
du
du tust hier gerade
etwas
na gut
ich lehne mich
aus dem Fenster
ich verspreche
trotzdem
ich verspreche
das Bild wird
in den kommenden
Folgen
noch sehr viel
klarer werden
aber vorher kommst
erst wieder mal
du dran
Jessica
für das nächste Mal
wirst du wieder
uns eine Folge
vorbereiten
magst du vielleicht
zum Abschluss
noch kurz sagen
worüber du uns
das nächste Mal
erzählen wirst
weißt du das schon
ja ich denke
eigentlich
ja ich weiß das schon
ich weiß das schon
und eigentlich
schließt es nahtlos an
an das was wir
heute gesprochen haben
nur wir gehen
ein bisschen zurück
in die Vergangenheit
also zum Großteil
nämlich genau
in dieses dunkle
19. Jahrhundert
wie du es bezeichnet hast
und schauen uns
eine Sprache
vor allem da
besonders an
und was diese Sprache
nämlich das Englische
auch mit Wissenschaft
und mit Kolonialismus
zu tun hat
also wir vertiefen
eigentlich so ein bisschen
das was du heute gesagt hast
sehr schön
und holen so ein bisschen
die Geschichte mit rein
ein bisschen
genau
echt ein Gegenstand
und nicht so viel Theorie
genau
ja das ist super
das schließt super
super an
an das
was ich heute
gesagt habe
eine konkretere Folge
sehr gut
sehr gut
damit haben wir es
für heute glaube ich
oder
es ist ein bisschen
schon wieder so
auch heute
weil ich wieder nicht weiß
was ich sagen soll
zum Abschluss
wir hatten das heute schon mal
ich weiß nicht
was ich am Anfang
der Folge sagen soll
und ich weiß nicht
was ich am Ende
zum Ende der Folge
ja bitte
kannst du die
kannst du die Folge
für uns abschließen
genau
also
wir freuen uns natürlich
wenn ihr uns unterstützt
und unterstützen könnt ihr uns
auf so viele verschiedene Arten
und Weisen
das ist in diesem Podcast
selbst
den könnt ihr folgen
den könnt ihr bewerten
den könnt ihr teilen
und dann gibt es natürlich
noch Social Media
und wir sind da beide
jeweils separat
und wir würden uns freuen
wenn ihr uns da auch folgt
und uns da auch
weiter empfehlt
und auch ansonsten
vielleicht schaut
was wir ansonsten
so machen
auf Social Media
wir machen ja nicht nur
diesen Podcast
das weite nicht
und alle weiteren Infos
und Verweise
auf das was wir
gesprochen haben
kriegt ihr wie immer
in den Show Notes
in den Show Notes
genau
super
danke
damit sage ich
vielen Dank
für heute
und bis
zum nächsten Mal
tschüss
baba