Tiere, Menschen, Technik
oder: mit Haraway Verantwortung und Beziehung neu denken
01.07.2026 63 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge sprechen Jessica und Verena über Donna Haraway. Ausgangspunkt sind Haraways Ideen zu "Companion Species", Verwandtschaft und Beziehungen, die weit über Menschen hinausgehen. Wir besprechen, was wir von Hundetraining über Liebe, Macht und Verantwortung lernen, warum „bedingungslose Liebe“ keine so harmlose Vorstellung ist und was es bedeutet, in einer kaputten Welt in diesem Problemen zu bleiben.
In dieser Folge sprechen Jessica und Verena über Donna Haraway. Ausgangspunkt sind Haraways Ideen zu Companion Species, Verwandtschaft und Beziehungen, die weit über Menschen hinausgehen. Wir besprechen, was wir von Hundetraining über Liebe, Macht und Verantwortung lernen, warum „bedingungslose Liebe“ keine so harmlose Vorstellung ist und was es bedeutet, in einer kaputten Welt in diesem Problemen zu bleiben.
In dieser Folge von Sprache Macht Geschlecht geht es um Donna Haraway und ihre Vorschläge, Beziehungen, Familie und Verantwortung anders zu denken. Wir sprechen darüber, warum Haraway sagt, dass wir nie einfach als einzelne, fertige Individuen existieren, sondern immer mit anderen werden: mit Menschen, Hunden, Bakterien, Pflanzen, Technologien, Landschaften und anderen Tieren. Ausgangspunkt ist ihre Idee der companion species – der Begleitspezies.
In dieser Folge von Sprache Macht Geschlecht geht es um Donna Haraway und ihre Vorschläge, Beziehungen, Familie und Verantwortung anders zu denken. Wir sprechen darüber, warum Haraway sagt, dass wir nie einfach als einzelne, fertige Individuen existieren, sondern immer mit anderen werden: mit Menschen, Hunden, Bakterien, Pflanzen, Technologien, Landschaften und anderen Tieren. Ausgangspunkt ist ihre Idee der companion species – der Begleitspezies.
Dabei geht es auch um die sehr konkrete Frage, was Hunde eigentlich für uns sind: Familienmitglieder, Kinderersatz, Trainingspartner*innen, Projektionsflächen oder eigenständige Gegenüber? Warum kritisiert Haraway die Idee „bedingungsloser Liebe“? Und was hat Hundetraining mit Aufmerksamkeit, Macht, gegenseitigem Lernen und queerer Theorie zu tun?
Wir fragen außerdem, warum die Grenze zwischen „Haustieren“ und „Nutztieren“ nie nur eine harmlose oder natürliche Grenze ist. Sie hängt mit Fleischkonsum, kolonialen Vorstellungen, Rassismus und der Frage zusammen, welche Tiere wir lieben, essen oder schützen.
Zum Schluss gehen wir von Haraways früherem Companion Species Manifesto zu Staying with the Trouble: Was heißt es, Verwandtschaft aktiv herzustellen? Warum gibt es keine unschuldige Position außerhalb von Klimakrise, Kapitalismus, Kolonialismus und Speziesgewalt? Und was könnte das für unser Verhältnis zu KI bedeuten?
Texte und Autor*innen, über die wir sprechen:
- Donna Haraway, The Companion Species Manifesto (2003)
- Donna Haraway, Staying with the Trouble: Making Kin in the Chthulucene (2016)
- N. Katherine Hayles, Technosymbiosis: Figuring (Out) Our Relations to AI (2023)
Wie immer freuen wir uns über eure Gedanken: Mit wem oder was macht ihr Verwandtschaft? Welche Beziehungen tragen euch – und welche Abhängigkeiten bleiben im Alltag oft unsichtbar?
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Folge uns gern im Netz!
Folge uns gern im Netz!
Jessica:
Verena:
Transkript
Und das heißt, die kleinste Einheit ist eben nicht das Individuum, sondern die kleinste Einheit ist die Beziehung.
Und das hilft uns vielleicht auch nochmal anders, über Familiennormativitäten, Geschlechtsnormativitäten etc. nachzudecken, Sexualitätsnormativitäten.
Also nicht fliehen, nicht reinigen, nicht vereinfachen, sondern genau in diesen widersprüchlichen Beziehungen Verantwortung übernehmen.
Und Verantwortung ist halt wirklich ein zentraler Punkt bei ihr, weil das genau das ist, was wenn wir so tun, als hätten wir keine Beziehung, als wären wir nicht das Produkt von Beziehungsarbeit, nur dann können wir so tun, als hätten wir keine Verantwortung anderen Liebewesen, anderen Entitäten, anderen Dingen gegenüber.
Die Frage ist, glaube ich, halt auch, und ich glaube, das ist vielleicht auch einfacher zu verstehen, wie sollst du weiterhin Verantwortung tragen, wenn du krank bist?
Also ich meine, Verantwortung bedeutet ja auch, ich muss für meinen eigenen Körper sorgen, um weiterhin verantwortlich zu bleiben.
Wir alle sind nicht diese autonomen Subjekte, von denen wir uns immer halten, sondern wir sind immer in Beziehung, ineinander reagieren und eingebettet in dieses Spiel aus Liebe, Macht und Verantwortung.
Hallo Verena.
Hallo Jessica.
Es ist unser zweites Podcast-Lebensjahr, hat angefangen.
Hat angefangen.
Stimmt.
Stimmt, wir sind jetzt schon zwei.
Naja, wir sind im zweiten Lebensjahr, wir sind eins.
Na, wir sind eins.
Ach, fang nicht an mit Zahlen.
Oh Gott, das ist viel zu früh.
Es ist zu früh.
Ich hatte noch nicht meinen Kaffee.
Das ist ein großer Fehler.
Sprache ist schon schwierig, fang nicht mit Zahlen an.
Und dann nehmen wir einen Podcast auf, der heute sogar nicht...
Ideale Voraussetzungen, super.
Wunderbar.
Apropos Podcast und apropos ein Jahr.
Wir sprechen ja ganz viel über Menschen und Theorien.
Aber, kleine Fangfrage am Anfang, weil du weißt natürlich, worum es geht.
Aber über was sprechen wir eigentlich in dem Podcast fast genauso viel?
Ich wollte gerade sagen, kein Kaffee, viel zu früh und einen Kater, den ich in Schach halten muss.
Aber momentan, momentan schläft er.
Ich glaube, wir reden sehr viel über Tiere, oder?
Die den Podcast gerne mitgestalten möchten.
Auf ihre Art und Weise.
Von umgeschmissenen Lampen hin bis Dingen, die nicht gegessen werden sollen in der Wohnung.
Ja, genau.
Zum Kontext.
Mein Noch-Welpe hat gerade an was geklappert und ich dachte, es wäre eine Pflanze.
Es war nur ihr echtes Essen.
Wir haben eh schon mal drüber gesprochen.
Nur eines unserer Tiere ist auf unserem Cover momentan, oder?
Das stimmt, weil ich so ein schönes Bild mit Lucy habe.
Ja, genau.
Geht es heute um Tiere?
Ein bisschen.
Ich wollte gerade noch sagen, vielleicht seht ihr ja heute, wir werden wahrscheinlich nicht direkt das Cover ändern,
aber vielleicht sind ja ein paar mehr Tierbilder auf den Instagram-Folien, die euch vielleicht zu diesem Podcast heute geführt haben.
Das wissen wir noch nicht.
Genau, ja, das Witzige ist ja, dass wir dauernd über diese Tiere reden, aber dass wir ja deren ganz häufig, was sie denn so tun, dann doch wieder rausschneiden.
Naja, auf jeden Fall.
Genau, es geht um Hunde, manchmal geht es um Katzen.
Was, wenn ich sagen würde, dass es eine Theoretikerin gibt, die sogar sagen würde, Hunde sind wirklich von Bedeutung,
beziehungsweise benutzt sie da Matter, so wie bei Butler, also von Gewicht.
Und zwar, weil es sie gibt, nur damit wir mit ihnen zusammenlehnen können.
Mhm, mhm, mhm, mhm.
Genau.
Für alle, die nicht wissen, über welche Theoretikerin ich spreche,
weil vielleicht hat man ja das Buch schon mal in den Händen gehabt.
Ich vor dieser Folge nicht.
Heute geht es endlich auch mal um Donna Haraway.
Und spezifisch, weil wir können ja wieder mal nicht alles machen,
spezifisch, wir versuchen es, aber wir gehen sehen.
Es geht spezifisch um die Frage, wie wir Familie und Verwandtschaft, also Kindship in ihren Worten,
anders denken und anders machen können.
Und dafür habe ich mir vor allem zwei Bücher rausgesucht.
Das eine habe ich als Buch im Regal stehen.
Das ist das Neueste von 2016, Staying with the Trouble.
Und das andere, von dem wusste ich eben nicht, dass das existiert.
Das ist der Companion Species Manifesto von 2003.
Das ist eine kürze Version von dem, was danach dann auch noch kam.
Und da geht es ganz viel um Hunde.
Perfekt.
Ja, aber Verena, willst du uns erstmal was über Donna Haraway sagen?
Ja, ist spannend.
Vielleicht ganz kurz zur Einordnung.
Also Donna Haraway ist 1944 geboren und hat zuerst eigentlich, gut, hört man jetzt vielleicht schon an den Büchern,
die du ausgesucht hast, Zoologie studiert.
Daneben aber auch schon Philosophie und englische Literatur.
Und dann hat sie 1972, gleiches Anfang der 70er, hat sie dann an der Yale University in Biologie promoviert.
Das heißt, Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften sind so bei ihr von Anfang an immer schon präsent gewesen,
da gewesen, haben ihre Ausbildung quasi geprägt.
Ja, und das ist bei ihr auch ganz wichtig.
Sie ist dann irgendwie bei mehreren Stationen dann nach Kalifornien gekommen,
also an die University of California gekommen, in den 80ern, frühen 80ern.
Und dort hat sie dann in so einem interdisziplinären Fachbereich, ja, History of Consciousness, gearbeitet.
Später auch dann in den Feminist Studies, um sie so ein bisschen zu verorten.
Und sie hat sich beschäftigt, immer wieder auch mit Wissenschafts- und Technikforschung.
Ganz viel feministischer Theorie, postkolonialer Theorie auch, der Geschichte des biologischen Wissens.
Ja, so ein bisschen diese Wurzeln.
Und überhaupt einfach auch den Beziehungen zwischen Menschen, Tieren, anderen Tieren.
Und später dann auch, also ganz, ganz später auch eigentlich mit, wie soll ich sagen, Landschaften.
Nein, also auch dem Umfeld, der Umwelt und dem Umfeld dieser Wesen quasi, die da bevölkern.
Und ich fand eigentlich total interessant auch, wie sie angefangen hat, zu publizieren und zu forschen.
Weil das war auch ihr erstes Buch, ich glaube, das war ihre Dissertation, das war die Promotionsschrift, wenn ich mich richtig erinnere.
Das war Crystals, Fabrics and Fields, wo sie untersucht hat, mit welchen Bildern und Metaphern die Entwicklungsbiologie arbeitet.
Ja, eigentlich, da merkt man schon diesen interdisziplinären Zugang auch.
Und dann hat sie auch später dann in Primate Visions, hat sie dann auch, da sieht man das noch stärker,
da hat sie gezeigt, dass wissenschaftliche Forschung, wissenschaftliche Erzählungen über Primaten
gleichzeitig Vorstellungen über Geschlecht, Race, Familie, Nation, menschliche Natur hervorgebracht haben.
Und ich glaube, so sollten wir sie uns auch vorstellen, immer ein bisschen disziplinenübergreifend, überschreitend, verwischend.
Ich weiß jetzt gar nicht, welches Verb da das Beste ist.
Aber wir werden uns heute eben die beiden Bücher, die du ausgewählt hast, das sind unter Anführungszeichen neuerere.
Also das sind dann von, weiß ich nicht, früher 2000er, beziehungsweise 2010er Bücher.
Genau, man kennt Harvey ja wahrscheinlich, also wenn man sie kennt und nicht so gut kennt,
dann kennt man sie wahrscheinlich über das Cyborg-Manifesto.
Ja, absolut.
Genau, da werde ich später noch einen Satz dazu sagen.
Genau, das ist heute leider nicht der Vorkurs, aber wir mussten uns halt ein bisschen zügeln.
Ja, genau, ja, apropos, also es ist nicht nur disziplinenübergreifend, ich finde, sie schreibt auch sehr sprunghaft.
Ja, stilübergreifend, ne?
Ja, genau.
Und deswegen finde ich es aber auch fair, dass ich sie mir auch genauso aneigne.
Sehr eklektisch.
Also im Sinne von, neben das, was mich zum Nachdenken anregt, weil ich auch nicht finde, dass ihre Bücher so geschrieben sind,
als dass sie von vorne bis hinten gelesen werden sollen.
Teilweise in dem, gerade in dem Staying of the Trouble hat sie sogar in der Einleitung, glaube ich, reingeschrieben,
dass man diese Kapitel einzeln und durcheinander lesen können und davon so ein bisschen wie eine andere Person,
über die wir in der nächsten Folge ganz kurz mal sprechen, glaube ich.
Genau, wir gehen jetzt, es wird alles ein bisschen komplizierter, aber das, ja, vielleicht auch nochmal zu sagen,
also sowohl, dass wir uns natürlich Sachen rausgreifen, aber auch, dass wir in so einer Podcast-Folge machen,
halt ja wirklich echt immer nur einen spezifischen Blickwinkel auf wirklich sehr, sehr viel haben
und das dadurch halt auch framen und das ist immer so, aber es ist auch wichtig, das mal wieder zu sagen.
Zu sagen.
So, ich komme zu Companion Species Manifesto von 2003.
Die Grundüberlegung von dem Buch und das ist, glaube ich, auch die Basis von dem, was ich eigentlich heute sagen will,
ist, erst mal geht es bei ihr nicht um, wie wir sind, sondern um, wie wir werden.
Und zwar werden wir nicht alleine, sondern wir werden mit anderen.
Und diese anderen sind eben nicht nur Menschen, sondern auch Hunde, Bakterien, Pflanzen, Technologien, Landschaften, hast du schon gesagt,
mit denen wir konstant in der gemeinsamen Geschichte verwickelt sind.
Ein Zitat, das einzige kurze englische Zitat heute,
We are constitutively Companion Species.
Also das Companion Species Manifesto geht halt nicht darum zu sagen,
so Companion wäre ja das Begleitspezies, ja, also Spezien in Begleitung, im Miteinander.
Also es geht quasi nicht um diese Spezies, die mit uns sind, sondern eigentlich um zu sagen,
nee, wir sind das, wir sind immer Miteinander, wir sind in Begleitung.
Genau, das heißt, Menschen sind nicht fertige Individuen, die dann irgendwie Beziehungen eingehen,
sondern wir entstehen in Beziehungen.
Und bei Haraway geht es ja wirklich viel auch um, also sowohl eine feministische Ebene,
als auch eine tier- und ökologieethische Ebene.
Aber das ist so radikal, weshalb wir das ja auch jetzt, ja, halt auch angeschlossen haben an die Art und Weise,
okay, wir denken Familie, wir denken Geschlecht, Sexualität etc.
Aus diesen Überlegungen ist ja jetzt auch der Folgenwunsch für uns entstanden,
weil es ja wirklich was Radikales ist.
Also nicht, dass es gibt quasi Menschen und dann gehen Menschen Beziehungen ein,
miteinander mit Katzen, Hunden,
sondern es gibt uns gar nicht außerhalb dieser Beziehung.
Und das heißt, die kleinste Einheit ist eben nicht das Individuum,
sondern die kleinste Einheit ist die Beziehung.
Und das hilft uns vielleicht auch nochmal anders über Familiennormativitäten,
Geschlechtsnormativitäten etc. nachzudenken.
Selbstverhältnisnormativitäten.
Genau, dann hierdurch wird auch ein bisschen oder ziemlich stark,
also man könnte das auch so lesen,
als dass die klassische Vorstellung von Familie in Zwanken geraten könnte.
Denn Familie ist immer eine bestimmte Form von Beziehung,
die gemacht wird, die wiederholt wird, geregelt wird, idealisiert wird
und manchmal eben auch gewaltvoll durchgesetzt wird.
Und ohne so eine Art von Beziehung wie Familie sind wir als Menschen nicht denkbar.
Aber sie ist halt eben nicht einfach da,
sondern das entsteht immer gleichzeitig und zusammen.
Dann würde ich jetzt gerne über Hunde sprechen.
Und das Problem ist,
das ist ein total schwieriger Teil für mich bei der Folge.
Also ich freue mich total drauf,
weil ich ganz viel über meine Hunde sprechen kann.
Aber genau deswegen, weil ich mich freue,
sagt Harroway, das ist eigentlich problematisch.
Harroway verbietet mir meine Hunde als meine Kinder zu bezeichnen.
Wie ich gerade schon gesagt habe,
ich nutze ja schon öfter diese Familiensprache,
um meine Hunde zu bezeichnen.
Also ich sage meine Kinder,
beziehungsweise ich sage, ich bin die Mama.
Ich sage, sie gehen am Wochenende zu den Großeltern,
zu Tante und Onkel.
Oder auch der Hund von meinen Eltern ist dann die große Schwester.
Genau.
Und gleichzeitig gibt es natürlich auch immer wieder diese Gespräche
mit Bekannten und Freundinnen,
wo halt kleine Kinder mit den Hunden verglichen werden,
dass gesagt wird, ah, du hast keine Ahnung.
Also ich mache das meistens nicht,
weil man da sehr stark in Festschnäpfchen treten kann
bei Menscheneltern.
Aber ich mache das dann,
wenn die das schon selbst angesprochen haben.
Ja, ja, klar.
Genau.
Also auch so etwas zu sagen wie,
ja, wenn die dann sagen,
ja, das ist ja genauso wie bei uns zu Hause.
Ist es ja auch, um ehrlich zu sein.
Ja, ja.
Also ich muss mich um Hundesitting kümmern,
ich muss ans Essen und ans Trinken denken,
ich muss mehr an Beschäftigung.
Ich kann mich nicht einfach hinsetzen und einen Podcast aufnehmen,
ohne zu gucken, ob dieser Hund da hinten nicht aus Versehen gerade was ist
und sich damit selber umbringt.
So.
Genau.
Und darüber spricht Haraway eben auch,
dass es eben diese Companion Animals,
also diese Begleittiere gibt,
die in bestimmten Gesellschaften,
das ist ja nicht überall auf der Welt so
und das wird auch nochmal wichtig werden,
so dargestellt werden,
als dass da so eine wirklich familiäre
und meistens Mutter-Kind-Beziehung
darauf projiziert wird.
Oder Elternkinder,
einfach Mutterkinder sozusagen.
Und das ist genau das,
um das jetzt vorneweg zu stellen,
ist nicht das,
wo sie mit ihrem Manifesto hin will,
sondern dass sie sie mit dem Manifesto kritisieren will.
Denn es ist nämlich nicht das,
was sie sich jetzt neue Formen von Verwandtschaft vorstellt.
Denn wenn das so passiert,
wenn man dann so spricht,
werden Hunde nicht in ihrer Art und Weise,
wie sie uns formen, ernst genommen,
sondern sie erscheinen immer nur als Erweiterung von einem selbst.
Also man inkorporiert sie in die eigene Selbstdarstellung,
in das eigene Selbstnarrativ,
in die eigene Identität.
Und das,
und sie sagt,
also das ist genauso wie bei Kindern,
dazu komme ich gleich noch,
und das liegt nämlich daran,
dass in Hunde,
mehr als in Katzen,
deswegen ist das auch das Beispiel,
das sie nimmt,
dass in Hunde oft
diese sogenannte bedingungslose Liebe
hineingelesen wird.
Das ist ja ganz häufig der große Unterschied
zwischen Hunde und Katzen.
Ja, Katzen brauchen einen nicht,
Hunde schon.
Und wenn man nach Hause kommt,
dann sind die Katzen so,
oh, du bist auch wieder da.
Und die Hunde sind so über allemaßen glücklich.
Und das ist natürlich,
ja,
evolutionsbedingt etwas,
was wir Hunden antrainiert haben,
dass sie das machen.
Das ist also auf keinen Fall
eine bedingungslose Liebe,
weil sie hatte die Bedingung,
und dass wir sie so machen.
Genau,
aber unabhängig davon,
bedingungslose Liebe,
was denkst du,
könnte daran ein Problem sein?
Naja,
einerseits schon mal auch das,
was du jetzt gerade angesprochen hast,
ja,
das ist,
nein,
nicht bedingungslos,
sondern antrainiert,
nein,
hast du jetzt gerade gesagt,
ja,
also,
dass der Hund
wird ja häufig auch so ein bisschen
so zum Spiegel
menschlicher Bedürfnisse.
Also ich meine,
wenn wir jetzt sagen,
wir stellen uns jetzt vor,
ja,
keine Ahnung,
Beziehungen zu Menschen
können halt einfach
manchmal anstrengend sein
als andere Menschen,
ja,
die können auch manchmal
widersprüchlich sein,
ja,
es kann schwierig sein,
aber dann komme ich nach Hause
und habe das Gefühl,
der Hund nimmt mich genauso an,
wie ich bin,
oder?
Und damit wird der Hund
eben dann danach beurteilt,
was er für uns leistet,
oder?
Emotional.
Für den Menschen leisten kann,
ja.
Also ich glaube,
das ist der eine Punkt,
wo ich denke,
dass das problematisch sein kann
und vielleicht auch,
du hast das mit der Familiensprache
angesprochen,
oder?
Also,
dass du quasi dann sagst,
Kinder für die Hunde
oder halt Tante und Onkel
halt für deine Verwandten,
genau,
ja,
dadurch wird ja dann auch,
ich glaube,
Haraway nennt den Begriff
Significant Otherness,
oder?
Also da,
wo sie meint,
dass eben eine,
dass man durch diese Sprache
dann die Andersheit
des Hundes
eigentlich ausblendet
und ihn in bekannte
menschliche Rollen steckt,
nein?
so gesagt,
also dann als,
als quasi,
es klingt jetzt auch hart,
ja,
aber als Kind quasi einsetzt
und dann die Rolle
eines Kindes gibt
und sie meint aber,
dass diese,
dass diese,
mit Significant Otherness,
dass eine bedeutende Beziehung
eben nicht dadurch entsteht,
dass wir uns gleich sind
oder,
dass mir der andere gleicht
oder meinen Erwartungen entspricht,
sondern,
dass die Andersheit,
wie der Unteranfang sagt,
jetzt Gewicht erhält
oder behält,
ja.
Also ich glaube,
das sind so diese,
diese großen,
großen Gefahren vielleicht,
nicht die einzigen sicherlich,
aber das,
was mir jetzt einfällt,
ja.
Ja,
nee,
richtig gut
und sie geht eben noch
einen Schritt weiter,
genau das,
was du gesagt hast
und sagt das aber nicht nur
missbräuchlich Hunden gegenüber,
sondern auch den Kindern gegenüber.
Ja,
ja,
genau,
vor allem.
Denn man benutzt ja den Verweis
auf die Kinder,
weil man quasi das Gleiche
hineinlesen will wie in sie
mit der bedingungslosen Liebe,
genau und das verschleiert eben,
dass es diese bedingungslose Liebe
halt gar nicht gibt,
sondern dass die immer ein Effekt
von Beziehungen und Beziehungsarbeit ist
und dazu gehört auch Gebären.
Also Gebären ist ja eine Form
von Beziehung schaffen.
Und Arbeit.
Genau.
Exakt.
Also nur mal das nochmal,
also das hilft uns auch nochmal,
glaube ich,
anders über diese Natürlichkeit,
über die wir in den letzten Folgen
es gibt dann immer,
den Mensch gibt es in Beziehungen
und dann gibt es nicht
natürliche Beziehungen
und unnatürliche Beziehungen.
Und sei es jetzt mit Natur
oder mit dem Computer,
das sind beides Formen von Beziehungen.
Ja.
Genau.
Und eine Form von Beziehung
mit Hunden ist ja Training.
Mhm.
Mit Kindern auch.
Ich kann immer bei Hunden sprechen.
Ich glaube,
wir machen alles falsch
in dieser Folge.
Aber gut, egal.
Naja,
also ich spreche jetzt mal
nur für mich
und für das Buch von Haraway.
Ja.
Genau.
Ich habe ja zwei Hunde.
Sie wissen die meisten Menschen
da draußen schon.
Einen Dreijährigen.
Eine Dreijährige.
Eine Dreijährige.
Ich muss gerne.
Und eine genderqueeres Baby.
Nächsten neun Monate alt.
und komme jetzt bald in die Pubertät.
Naja, auf jeden Fall
ist dieses erste Hundejahr
ja vor allem von ganz viel Training
mit ganz viel Training verbunden.
Und auch Hundetraining an sich.
Das ist ja so ein ganzer Absatzmarkt.
Also ich weiß nicht,
ob das in Österreich auswirkt.
Es gibt ja tausend Fernsehsendungen.
Also in Deutschland gibt es ja
vor allem diesen Rütter,
den Hundeprofi.
Also ich finde den auch super sympathisch
und ich schaue das manchmal auch
bei meinen Eltern im Fernsehen an.
Aber es gibt ja wirklich
im deutschsprachigen Fernsehen
fast jeden Abend
irgendeine Hunde- und Tiersendung,
wo irgendwelche Trainingssachen
gezeigt werden.
Und irgendwelche Dog Academies
online auf YouTube,
wo man das abonnieren kann
und was auch immer.
Und allein in Erlangen
gibt es fünf Hunde Schuhe,
wo ich wohne.
Aber.
Genau.
Und wir haben natürlich auch
Trainerinnen etc.
Aber das Spannende ist
und mir wird das natürlich
auch auf Instagram
vorgeschlagen etc.
Und ich glaube,
dass das gerade auf YouTube
und Social Media
auch deshalb so gut funktioniert,
weil es bei dem Training
immer um Beziehungen geht.
Und dass da eine Beziehung
gezeigt und aufgebaut wird.
Und wenn das in dem Video
zum Beispiel auf Social Media
gezeigt wird,
ist das ja genau das,
was den Algorithmus fördert.
Dann entzählt eine Beziehung
zwischen dem Trainer
und dem Hund
und damit halt auch
zu der Person,
die das anschaut.
Und dadurch entsteht
so eine Verknüpfung
und eben dieses,
man schaut das immer wieder an
und fördert damit
den Algorithmus.
Aber das mal am Rande,
das ist vielleicht
ein anderer Punkt.
Bei Training
geht es bei Haraway
darum zu sehen,
es geht nicht darum
zu sagen,
ich bin Mensch,
ich sage,
was du tun sollst
und dann macht der Hund das.
Weil ich kann meinem Hund
so oft jetzt sagen
und er wird sich nicht hinsetzen,
wenn ich ihm nicht sage,
was es ist.
Also ich kann ja erst
das Kommando
zum Wiedererkennen geben,
wenn der Hund schon
die Aktion macht,
die ich von ihm will.
Das heißt,
es braucht erstmal Aufmerksamkeit,
es braucht ein
Aufeinander achten
und lernen,
was die andere
Entität kommunizieren will.
Das heißt,
Training ist,
Kommunikation ist
Beziehungsarbeit
und funktionierendes Training
ist der Effekt davon,
dass man eine gute Beziehung
zueinander aufgebaut hat.
Und das Spannende ist,
dass sich in diesem
Trainingsbeispiel auch schon zeigt,
dass sich da
Verantwortung und Macht,
aber auch Liebe
schon miteinander verschränken.
Keine Ahnung.
Also zum Beispiel,
es geht darum,
ich gebe dem Hund
positive Belohnungen,
Leckerli,
wird als
positiver
Beziehungsaspekt
wahrgenommen,
aber gleichzeitig ist das
immer eingewoben darin,
dass ich dem das ja nur gebe,
wenn ich denke,
der Hund hat das richtig gemacht
und damit auch wieder in Macht.
Aha.
Genau.
Und
wenn man das jetzt eben auf,
nicht nur auf
ich trainiere meinen Hund,
sondern auf Beziehungen
im Allgemeinen erweitert,
dann kann man das eben auch
feministisch und
vielleicht auch queer lesen,
denn
wir alle sind nicht
diese autonomen Subjekte,
von denen wir uns immer halten,
sondern wir sind immer
in Beziehung,
ineinander reagieren
und eingebettet
in dieses Spiel aus
Liebe, Macht und Verantwortung.
Mhm.
Genau.
Und das Spannende ist,
dass durch Training
dann eben eine Beziehung
entsteht
und durch dieses Training,
weil wir Hunde trainieren,
entwerben sie erst
zu unseren Beziehungstieren.
Ja.
Und genau so
wird durch das Training,
in Anführungszeichen,
also den Beziehungsaufbau
mit Menschen,
werden sie erst
zu unseren Kinds,
zu unseren Verwandtschaftspersonen,
zu FreundInnen,
etc.,
ArbeitskollegInnen.
Und
eine kurze Geschichte,
mein
Großvater,
mütterlicherseits,
den ich nie kennengelernt habe,
die waren,
also die Family
von meiner Mutter,
hat früher
auf Bauernhöfen ausgeholfen
und mein Großvater
war dann irgendwann mal,
boah,
jetzt weiß ich es nicht mehr,
ob er,
also ich glaube,
er hatte irgendwie
dann so einen kleinen
Schweinbauernhof
und er glaube,
ich glaube,
er hat sie nicht selber
geschlachtet,
aber zum Schlachter gefahren,
schon irgendwie
fünf Jahre
in seinem Leben
und dann gab es aber
ein Schwein.
Dieses ein Schwein,
mit dem hat er
eine Beziehung aufgebaut.
Das sieht man immer
hinterherlaufen,
dem hat er einen Namen gegeben,
der hat genauso viele
Tricks gekonnt,
wie der Hund her.
Und
dann war es natürlich
schon auch so,
wie man
aus dem
bekannten Film,
wie heißt der nochmal,
dieses Schweinchenfilm?
Weißt du,
und das bringt mich
zu einem anderen Punkt,
der bei Haraway
besonders wichtig ist,
dass es gibt ja
einen Unterschied
zwischen Companion-Tieren,
Beziehungstieren
und allen anderen Tieren,
nämlich die einen
isst man und die anderen
nicht.
Oder man wird von
den einen gegessen
und von den anderen
normalerweise nicht.
Genau,
oder wenn quasi
ein Hund aggressiv wird
und jemand beißt,
dann ist quasi
was schiefgelaufen
bzw. wenn der Hund
krank oder der Mensch
war irgendwie problematisch,
der den erzogen hat.
Also bei manchen Tieren
nimmt man an,
dass man sie essen kann,
sie einen essen können,
je nachdem,
ob man der Predator ist
oder sie.
Und die Companion-Tiere,
da ist das automatisch
niemals Teil der Art
und Weise,
wie wir die Beziehung
zu dem Tier denken können.
Und das hat dann
in der Geschichte eben,
ich habe ja vorhin mal gesagt,
dass das nicht
in allen Kulturen
der Hund eine gleiche
Form von Beziehungstier ist.
Und genau das hat dann
dazu geführt,
dass andere Kulturen
genau deshalb
im Zuge des Kolonialismus
abgewertet wurden.
Weil diese,
und manchmal stimmte das,
manchmal nicht,
vermeintlich vielleicht auch
Also man kennt ja
dieses klassische Klischee
von in China
essen sie Hunde und Katzen.
Um diesen wirklich
schlechten Rassismus
hier noch mal kurz
zu wiederholen
und zu zeigen,
was Harrowell damit meint.
Also wir bewerten
andere Menschen,
andere Kulturen danach,
wie sie mit bestimmten
Tieren umgehen.
Weil das für uns
komplett natürlich ist,
dass man Hunde
nicht essen darf.
Und das,
obwohl wir
der größte Produzent
von Hühnchenmassentierhaltung,
also wir in Deutschland
jetzt,
sind auf der ganzen Welt.
Und das ist ja
das Verkruxte.
Und das liegt daran,
dass wir in Beziehung
entstehen.
Ja.
Und genau diesen Punkt,
den sieht man ja
heute noch.
Also ich sage nur,
Trump und
Ohio, Cleveland,
The Eatin' the Dogs,
The Eatin' the Cats,
genau dieser Mythos
zieht sich ja
augenscheinlich
bis heute in der
Abwertung
und der vermeintlichen,
also der Abwertung
durch vermeintliche
Praktiken bestimmter
Kulturen.
Die in dem Fall ja
auch eine Verschwörung
ist, aber genau
deswegen funktioniert,
weil wir es
gelernt haben,
dass Zivilisation
gleichbedeutend ist
in Anführungszeichen
mit
man hat
bestimmte Tiere
als Haustiere.
Mhm.
Ja.
Dann gehe ich mal
einen Schritt weiter
und
bringe jetzt auch
das neuere Buch
Staying with the Trouble
mit rein.
Haraway geht dann
von Companion Animal,
also den
Beziehungsbegleittieren
zu Companion Species,
also Begleitspezien.
Denn es geht ja hier
nicht nur um Tiere,
sondern es geht eben
auch um Pflanzen,
um Mikroben,
um Landschaften,
Technologien.
Also alles
davon ist mit uns
und Teil von uns
und eine ständige
Beziehungsarbeit mit uns.
Und so heißt die
Bakterien,
die auf unserer Nase
liegen.
Die Frage ist also
bei ihr immer nicht,
was ist der Mensch,
sondern mit wem
und mit was
wird der Mensch.
Und in
Staying with the Trouble
geht es dann eben darum,
wie wir dieses
Making Kin,
also die Herstellung
von Verwandtschaft,
denken können.
Und was das
mit Verantwortung
zu tun hat.
Denn laut ihr
sind wir verantwortlich
dafür,
welche Beziehungen
wir pflegen
und welche Verbindungen
wir überhaupt
anerkennen als solche.
Also normalerweise
denkt man nicht
darüber nach,
dass man mit den
Bakterien auf der Nase
eine Beziehung eingeht.
Und damit eben auch,
welche Abhängigkeiten
wir vielleicht verdrängen
und dadurch
bestimmte Lebensformen
unmöglich machen.
Und sei es auch nur,
dass wir abhängig davon sind,
dass unsere Darmbakterien
funktionieren,
damit wir überhaupt
überleben können.
Und zwar wirklich
literally.
Und dass wir aber
bestimmte Verbindungen,
bestimmte Verantwortlichkeiten
verdrängen,
führt dann eben auch dazu,
dass wir jetzt
in der Klimakrise sind.
Kurz zum Titel
von dem Buch
Staying with the Trouble.
Trouble hatten wir ja schon
auch bei Jenna
Trouble
und auch bei
Sarah Achmed.
Und zwar haben
die es ja vor allem
als Beunruhigung
Troubling
gelesen
und
damit die Beunruhigung
auch als
politisches Ziel
gelesen.
Und bei
Haraway
ist die Perspektive
ein bisschen anders.
Aus ihrer Perspektive
leben wir schon
in einer
getroubled,
einer beunruhigten,
einer unruhigen,
in einer beschädigten
uns da halt nicht
herausdenken.
Wir können nicht raus
aus dieser beschädigten Welt,
weil die ist deswegen
beschädigt,
weil wir in Beziehung
zu ihr sind,
weil Beziehungen
nicht einfach funktionieren,
weil Beziehungen
komplex und durch
Macht durchzogen sind.
Und es gibt keine
unschuldige Position
außerhalb davon,
außerhalb von
Kapitalismus,
von Kolonialismus,
von Klimakrise,
Speziesgewalt,
von Geschlechterordnung.
Und dieses
Staying with the Trouble,
also eben
in der Beunruhigung
bleiben,
im Problem bleiben,
sagt eben,
das Ziel ist es nicht
nach Lösungen
zu suchen,
sondern genau
bei diesen
Verwicklungen,
bei diesem Ärger,
bei der Schwierigkeit
zu bleiben.
Also nicht fliehen,
nicht reinigen,
nicht vereinfachen,
sondern genau
in diesen
widersprüchlichen
Beziehungen
Verantwortung übernehmen.
Und Verantwortung
ist halt wirklich
ein zentraler Punkt
bei ihr,
weil,
das habe ich ja
vorhin schon gesagt,
dass genau das ist,
was,
wenn wir so tun,
als hätten wir
keine Beziehung,
als wären wir nicht
das Produkt
von Beziehungsarbeit,
nur dann können wir
so tun,
als hätten wir
keine Verantwortung
anderen Lebewesen,
anderen Entitäten,
anderen Dingen
gegenüber.
Ja.
Und dann sind sich
Butler und Henry
doch nochmal
wieder sehr nahe,
denn die Dinge
sind bei beiden
nicht einfach so,
wie sie vermeintlich
einfach so sind,
sondern eben
immer Effekte
von Aushandlungen,
von Beziehungen
und auch davon,
wie wir bestimmten
Dingen
und was für eine Bedeutung
sie für uns haben.
Ja.
Puh,
das war eine
Mini-Kurz-Zusammenfassung
von Haraway.
Was hat das jetzt,
ist ja gut.
Verena,
was hat das jetzt
mit Queerness zu tun?
Beziehungsweise
wir haben ja
bei Queer
auch schon ganz oft
mit Sarah,
also wir sind ja
auch auf diese Folge gekommen,
weil wir über
Lines etc.
Hast du ein paar
Gedanken dazu?
Stimmt,
ich wollte dich gerade
sagen,
Achmed,
ja.
Gerade die
Straightening Lines,
weil
du gesagt hast,
jetzt am Schluss,
ja,
die Dinge sind nicht so,
wie sie sind
oder wie sie aussehen,
ja,
vielleicht.
Und Achmed
macht das ja,
also wenn,
wenn Achmed,
wir haben damals,
wo wir
über
Queer
Phenomenology
gesprochen haben,
oder,
da haben wir gesagt,
da geht es ja
bei ihr
darum,
zu fragen,
worauf Körper
ausgerichtet sind,
ja,
über diese
Straightening Lines,
ja,
also was für sie
erreichbar wird,
welche Wege
quasi ihnen
offen stehen
und dass
diese
diese Lines,
die uns
ohne zu fragen
und ohne drüber
nachzudenken
offen stehen
quasi,
ja,
dann
Verwandtschaftslinien
sind
eigentlich,
ja,
also dass das
Familie
quasi Bedeutung
erhält,
weil sie
quasi wie so
ein Stammbaum
aufgebaut werden muss
und alles,
was dann quer
dazu verläuft,
quasi passt dann
nicht in dieses
Bild
und Haraway
wird jetzt
aber
fragen
mit
wem
Lebewesen
überhaupt
jetzt zu dem
werden,
was sie sind.
Also nicht quasi,
dass ich schon dieser
Körper bin,
der auf diesen
Linien steht
und sich nicht
ausrichten kann,
sondern
quasi das
weg von diesem
Gedanken,
dass wir
überhaupt,
haben wir
jetzt,
ich hatte eh
schon auch
gesagt,
abgeschlossene
Individuen
sind und
dann in
Beziehung
treten,
sondern dass
wir quasi
immer auch,
dass wir
uns an diesen,
dass wir erst
innerhalb dieser
Beziehungen und
innerhalb dieser
Räume und
innerhalb dieser
Infrastrukturen,
vielleicht drücke ich
Link hin zu
Butler dann auch.
Ich glaube,
wir werden nächste
Folge danach ein
bisschen mehr
drüber reden,
ja,
aber das,
was ich jetzt
ausdrücken möchte,
ist,
was Haraway
dann auch
meint
mit
Making
With,
oder?
Also dieses
Herstellen,
dieses
Hervorbringen,
dieses gemeinsame
Hervorbringen
quasi
bezeichnet sie
damit und ich
glaube,
dadurch könnte man
dann auch
wegkommen von
dieser Idee,
dass Biologie
quasi eine
automatische
Ordnung oder
eine automatische
Rangordnung
oder sowas
vorgibt
und dann wäre
eben dieses
Queer
Kinship
vielleicht etwas
nicht,
wäre dann nicht
die Frage,
wovon ich
abstamme,
sondern die
Frage mit wem
und wodurch
dann wieder
jetzt,
so wie du auch
gesagt hast,
ja,
welche Verantwortung
dann aus
dieser gemeinsamen
Geschichte
vielleicht
entsteht,
ja.
Genau,
ja,
also jetzt auch,
das ist eben so
gesagt,
das ist für mich
der Punkt
auch zentral zu
sagen,
es gibt ja
eine bestimmte
Ordnung,
die vorgegeben
wird,
die bestimmte
Familienkonstrukte
vorgibt,
also
in der Nation
und in der
heterosexuellen
Norm ist die
Kleinfamilie einfach
sozusagen die
Verwandtschaft,
die Familie,
die es
geben soll,
muss,
die
vorgegeben
ist,
während ja,
also und dann
sagt Ahmed
natürlich,
ja gut,
es ist halt
eine bestimmte
Art und Weise,
in denen uns
die Gesellschaft
hinbiegt,
zu denken,
das sei natürlich
und daran
aufzugehen
und dann
gibt es eben
Körper,
die sich
sträuben
und eben
wieder
streben
und gleichzeitig
mit
Teraway
kommt eben
noch so
eine andere
oder viel
weitere
Perspektive
für mich
drauf,
zu sagen,
nee,
also selbst
wenn wir
bleiben wir
mal,
wir gehen
gleich
im nächsten
letzten Punkt
nochmal auf
Technik,
aber bleiben
wir mal
bei der Natur,
selbst wenn wir
sagen würden,
es sei natürlich
Mutter,
Vater,
Kind zu sein,
weil so
flanzeln wir
uns halt fort,
genauso natürlich
ist es,
um wieder auf
meine Bakterien
auf der Nase
zu kommen,
ist es,
Bakterien
auf der Nase
zu haben,
genauso natürlich
ist es,
Salat zu essen,
das ist auch ein
Lebewesen,
mit dem wir
in Beziehung
stehen und
warum,
oder es gibt,
also es ist ja
ein kultureller,
historisch gewachsener
Grund,
warum wir eben
bestimmte Beziehungen
privilegieren und ihnen
mehr Bedeutung
und mehr Verantwortung
zu müssen
und genau das
ermöglicht,
ermöglicht dieser
Hoveraway-Blick
zu sagen,
okay,
von dieser Vielzahl
an Beziehungen,
die wir eingehen,
hat sich eine
bestimmte
Fokussierung
historisch
herausgebildet
und dazu
gehören viele
Sachen
und vor allem
aber auch
ganz viel
Macht.
Genau
und
Queering wäre
in dem Fall
auch für mich
unterhalb dieser
Normen hinaus,
also wessen Leben
macht mein Leben
möglich und
umgekehrt
weißt du was
da?
Genau,
also queeres
Kinship
wäre es auch
zu sagen,
ich lebe
vegan,
weil
genau,
spannenderweise,
jetzt
ich bin ja,
es gibt ja,
ich lebe ja,
ich oute mich
hier mal
einer
was vermeintlich
deshalb,
weil ich
einfach
das meiste
vegane Essen
nicht vertrage,
weil ich kein
pflanzliches
Eiweiß vertrage
und mit
Haraway
gedacht,
kann ich
ja wohl
so,
kann ich
da trotzdem
Verantwortung
übernehmen,
weil ich
vernehme ja auch
Verantwortung
für mein
Überleben
und dazu
gehört,
dass ja
eben auch
das mein
Magen-Darm-Trag
funktioniert
und damit
aber auch
die Bakterien
in meinem
Magen-Darm-Trag
ne,
also
das klingt
jetzt
pauschal
abgesprochen,
aber es ist
ja schon
so,
dass wir
dass da
auch
eine
und man
liest
Haraway
sehr gerne
in einem
da komme ich
auch gleich
nochmal drauf
aus einer
ökologischen
Ethik
heraus,
aber
mit Haraway
kann man
eigentlich
nicht
dem
Individuum
die einzelne
Verantwortung
für bestimmte
Entscheidungen
geben,
weil es
ja dieses
Individuum
gar nicht
gibt,
außerhalb
der Beziehung
also man
kann gar
nicht
sagen,
du musst
jetzt
Verantwortung
dafür
übernehmen,
dass du
Schweinefleisch
isst
oder du
übernimmst
keine
Verantwortung,
weil du
Schweinefleisch
isst,
aber einen
Hund
zu Hause
hast,
das wäre
ja so
eine
einfache
Konsequenz
aus dieser
Unterschied
zwischen
Companion
Animals
und
nicht
Companion
Animals,
sondern
genau das
kann man
aber es
geht
eben
um
die
Frage
nach
dem
Individuum
und der
Verantwortung
jetzt
spezifisch.
Ja,
die Frage
ist glaube ich
halt auch
und ich glaube
das ist
vielleicht
auch
einfacher
zu verstehen,
wie sollst
du weiterhin
Verantwortung
tragen,
wenn du
krank
bist?
Also ich
meine
Verantwortung
bedeutet ja
auch,
ich muss
für meinen
eigenen
Körper
sorgen,
um
weiterhin
verantwortlich
zu bleiben.
Also ich glaube
das,
vielleicht kann
man es auch
so sehen
und dann
ist es
also jetzt
nicht als
Ausrede,
sondern einfach
okay,
that's how it is like.
Also den Satz
dürfen wir zwar
nicht sagen,
aber ja.
Ja,
there is no
dead activist
oder there is
no user
dead activist
also zu sagen,
man kann sich
verausgaben
in seinem
Aktivismus,
aber wenn das
halt nicht
sustainable,
nicht
regenerativ,
nicht
dableibend
ist,
dann ist dem
Aktivismus
auch nicht
geholfen,
weil am Ende
gibt es dann
die aktivistische
Person nicht
mehr,
die auch
noch
wirklich
was
verändern
könnte.
Und dazu
gehört es
halt eben
auch,
was weiß ich,
80 Stunden
in der Woche
zu arbeiten,
sich zu
vorausgaben
und ein Burnout
zu haben,
dann kann man
die Welt
auch nicht
mehr mit retten.
Und da sind
wir wieder
bei Selfcare
und Audre Lorde.
Schöne Runde
in der Woche
wir circle
heute
back and forth.
Es ist schön,
wenn man langsam
wieder auf Dinge
verweisen kann
und nicht sagen,
da reden wir
irgendwann mal
drüber,
sondern wir
haben ja schon
drüber gesprochen.
Vielleicht
sind wir doch
schon zwei
und nicht
nur eins.
Vielleicht
hatte ich
recht.
Innerlich
ganz toll.
Na schau,
das habe ich
mal am Anfang.
Nicht,
weil ich
nicht rechnen
kann.
Apropos
Rechnen,
gute Überleitung.
Ach,
Königin
der Überleitung
heute.
Rechnen
tun ja auch
Computer.
Und ich hatte
ja gesagt,
ich will noch mal
kurz über
Cyborg sprechen,
aber auch
vor allem,
weil es ja
jetzt
nochmal sehr
aktuell wird
mit
einen kleinen
Artikel-Text
von der
Autorin
Catherine Hales,
wird auch
verlinkt,
den ich mir
kurz angeschaut
habe,
weil sie
da nämlich
die alten
Sachen von
Haraway
zum Cyborg,
die ich
gleich
nochmal kurz
erklären werde,
mit KI
zusammendenkt
und das
ist jetzt
sozusagen,
also dieser
Hales-Text
ist so ein
bisschen
jetzt
die
Basis
geworden
für wie
man
Haraway
in diesem
neuen
Zeitalter
denken
kann.
Und der
Titel
von dem
Text
von
Hales
heißt
auch
Technosymbiosis
Figuring
out
our
relations
to
AI.
Also
Technosymbiose,
wie wir
die Beziehungen
dafür nochmal kurz
zurück zum
Cyborg.
Wie gesagt,
das ist ja
wahrscheinlich
die am meisten
zitierte Theorie
von Haraway,
die wir jetzt
nochmal rausgelassen
haben.
Weil wir gehen
gegen the grain,
keine Beziehungen
annehmen.
Aber ein
kurzes Hauptargument
ist,
dass
eine
Verschmelzung
von Mensch
und Maschine
als
emanzipatorisches
Werkzeug
gesehen
werden
kann.
Also kann,
sage ich,
weil das immer nur
in einer bestimmten
Position,
in einer bestimmten
Situiertheit
so sein kann.
Wodurch
dann,
also durch
diese Verschmelzung,
die kann deswegen
emanzipatorisch
sein,
weil dadurch
gesellschaftliche
Grenzen aufgebrochen
werden können.
Und bei ihr
ging es ganz
spezifisch,
das war ja in den
80ern,
darum,
eine Form von
Feminismus
zu denken,
die sowohl
materialistisch
inspiriert ist,
aber gleichzeitig
halt nicht
essentialistisch
materialistisch
denkt,
weil sie eben
über den
Cyborg geht
und nicht über
die Frau als
Natur
und die
macht ja
Kinder.
Jetzt
kriegen es
schon wieder
und gleichzeitig
aber auch
weggeht
von
einem
Feminismus,
der sich
auf
Identitäten
beruft
und bezieht.
Und sei es
eben,
genau,
und sei es
aus einer
materialistisch,
radikal-feministischen
oder auch
einer
kehl-feministischen
Perspektive,
die sich ja
zu der Zeit
und eigentlich
bis heute,
aber vor allem
Identität.
Können wir nur
Feministinnen
sein,
wenn wir
Frauen sind,
etc.
Und dagegen
spricht sie
sich aus
und jetzt
mit dem,
was wir auch
schon bei den
neueren Texten
gelernt haben,
genauso wenig
wie es ein
Individuum gibt,
gibt es halt
einfach diese
Identität
als solche,
denn das ist
schon ein
Effekt,
ein Produkt
von Beziehungen
und wenn wir
uns nur
darauf berufen
und darauf
im Feminismus
stützen,
dann ist das
limitierend
und eben
nicht die
volle Bandbreite
von dem,
was man
gesellschaftlich,
also wie man
sich
gesellschaftlich
Veränderungen
und die Welt
sehen könnte.
Und diese
Seilbock-Theorie
hat dann eben
die feministische,
posthumanistische
Theorie
ganz stark
beeinflusst.
Schwerenderweise
sieht man wieder,
dass Feminismus
nicht gewonnen hat.
Gibt es
neben dieser
feministischen,
posthumanistischen
Sichtweise,
weil er das,
was wirklich
macht,
bekommen hat,
ein sehr
männlichkeitszentrierter
Transhumanismus,
siehe Silicon Valley
und das ist auch
so ein bisschen
der Unterschied
zwischen
Transhumanismus
und posthumanismus
oder vielleicht
irgendwann nochmal
drüber sprechen können,
wo ich wieder
zurückkomme zu Peter Thiel.
An dieser Stelle
empfehle ich einfach
meine Podcast-Folgen
im anderen Podcast
zu Peter Thiel,
weil da wird
ja ganz häufig
gesagt,
diese Abkehr,
dieses Weg
von
Frauen,
die dann quasi
auch nicht mehr
nötig sind
in einer
technologisierten
Welt,
also wird dann
als antifeministisch
gelesen
und bei Haraway
in der Art und Weise,
wie sie das gesehen hat,
war es genau anders,
um zu sagen,
nee,
weil das wäre ja
wieder eine Limitierung
von Weiblichkeit,
eine Essentialisierung
von Weiblichkeit
und gerade dieses Potenzial,
das daraus erwachsen ist,
ist ein feministisches
Potenzial.
So,
jetzt aber zurück
zu KI.
Also Hales
denkt sozusagen
diese Cyborg-Theorie
von Haraway weiter
und sagt,
okay,
es gibt eine
Verwobenheit
von Mensch
mit Natur,
mit künstlicher Intelligenz
und zwar
vor allem
explizit in der Art und Weise,
wie wir jetzt
in diesem neuen
Zeitader
auch Bedeutung
generieren
und dazu gehört
wirklich
einfach Produktion
von Bedeutung
und von Wissen
durch KI
und das
sollte uns dazu bringen,
diese Verantwortung
auch neu zu denken
und auch die Erschaffung
von Welten
und unsere Verantwortung
darin neu zu denken
und dazu gehört
das vielleicht auch
und das kam ja auch
schon ganz häufig
in irgendwelchen
sehr verkürzten
Zeitungsartikeln
sowas wie
sind wir der KI
gegenüber verantwortlich
oder sie erschaffen haben
können wir sie überhaupt
abstellen
weil wir haben sie
ja zum Leben erweckt
solche Fragen
die man sich dann stellen
kann
die ich mir gar nicht
stellen will
aber die man sich
mit Haraway eben
stellen kann
und ich habe das deshalb
jetzt nochmal gesagt
weil ich
weil wir haben ja jetzt
bei Haraway ganz viel
über Natur
über Tiere gesprochen
über die
nicht darum
die Natur
romantisch zu
verklären
und dafür habe ich
jetzt noch ein Zitat
aus
Staying with the Trouble
rausgesucht
und übersetzt
ich zitiere
im Gegensatz
zu den vorherrschenden
Narrativen
des Anthropozän
und Kapitolozän
Diskurses
also Anthropozän
heißt der Mensch
steht im Mittelpunkt
Kapitolozän
das Kapital
steht im Mittelpunkt
dieser Ära
in der wir leben
im Gegensatz
zu diesen vorherrschenden
Narrativen
sind die Menschen
im Cthulhuzehen
nicht die einzigen
wichtigen Akteure
Cthulhuzehen
ist genau diese Ära
die sie mit diesem Buch
beschreiben will
die nach
Anthropozän
und Kapitolozän
kommt
die Menschen
sind dann nicht
die einzigen
wichtigen Akteure
während alle anderen
Lebewesen
lediglich reagieren können
so wie in den
vorherigen
die Ordnung
wird neu geknüpft
die Menschen
sind Teil der Erde
und mit ihr verbunden
und die biotischen
und abiotischen Kräfte
dieser Erde
stehen im Mittelpunkt
und
ich habe das deswegen
nochmal gesagt
weil diese Lebewesen
biotisch und abiotisch
sind halt eben nicht
nur Dinge
die die vermeintliche Natur
hervorbringt
sondern alles was
dann wiederum
hervorgebracht wird
über alles was
auf dieser Welt ist
ich wäre jetzt
quasi fast fertig
ich habe noch eine
Geschichte zum Fazit
auf die könntest du
da nochmal
reagieren
wenn du willst
und zwar
wir haben ja
über Hunde gesprochen
es gibt ja noch
andere Tiere
auf der Welt
echt
und wie man
wie wir aus der
allerersten Folge wissen
war ich schon öfter
in Sri Lanka
genau
und in Sri Lanka
gibt es natürlich
andere Tiere
die von Bedeutung sind
allen voran Affen
aber um die geht es
jetzt hier nicht
es geht mir jetzt
kurz um Elefanten
denn
Elefanten
sind spannend
in der Hinsicht
dass sie
vor allem eben
indische Elefanten
und in dem Fall
in Sri Lanka
lebende Elefanten
die
leben nicht einfach
so auf dieser Insel
und trotten vor sich hin
sondern die laufen
immer
den gleichen Weg
die laufen
quer durch die Insel
und zwar läuft
die
die eine
Elefantenherde
läuft immer
immer den gleichen Weg
vor und zurück
es gibt quasi unsichtbare Linien
auf dieser Insel
Sri Lanka
wo diese Elefanten
hin und her laufen
und selbst wenn
dann quasi ein Generationenwechsel ist
das wird als Wissen
weitergetragen
und das heißt auch
dass es unsichtbare Linien
in Sri Lanka gibt
die immer wieder
von Elefanten
plattgetreten werden
und dass man da
keine Häuser bauen kann
dass man da
keine Straßen bauen kann
aber das Problem ist
dass das ja teilweise
das passiert ja nicht
alle einmal im Monat
dass die da durchlaufen
sondern es sind teilweise
Jahre, Jahrzehnte
dazwischen
dass die durch eine
bestimmte Linie
durchlaufen
und dann
da stellt sich eben
die Frage
okay wie
wie schafft man denn
ein Leben miteinander
in dieser Beziehung
wenn teilweise das Wissen darüber
oder auch die Bedeutung
die dem zugemessen wird
einfach verschwindet
und
es gibt eben
ein, zwei Orte
die in Sri Lanka
auch genau durch solche Linien führen
und teilweise eben auch Orte
die aufgrund
der
des Displacements
was ist das nochmal auf Deutsch
Verlegung, Verlagerung
also halt aufgrund von
Bürgerkrieg und Tsunami
sind ja ganz viele Dörfer
und
kleine Städte
zerstört worden
weshalb die Menschen
dann eben
neu besiedelt
haben mussten
und teilweise
und teilweise eben auch
von Akteuren
die keine Ahnung davon hatten
wie der UN
wo die Elefanten langlaufen
und eben auch
in so einer Kriegssituation
die Elefanten brauchen
nochmal 15 Jahre
das ist erstmal egal
aber jetzt gibt es eben
neu erschaffene Dörfer
die genau durch so einen
Elefantenweg gehen
und dann ist eben die Frage
wie geht man damit um
und was heißt
Tier- und Naturschutz
auch in diesem Fall
und gerade auch
wenn es darum geht
der Elefant trampelt
vielleicht halt auch
ein Feld zusammen
in dem andere
Tiere und Lebewesen wohnen
und genau diese Fragen
haben wir uns
in der Summer School
gestellt
wo ich 2022
in Sri Lanka war
22
genau
nämlich mit der Frage
was heißt Tierschutz
und ist Tierschutz
und Umweltschutz
wie lokal
und wie unterschiedlich
müssen wir uns erlauben
das auch zu denken
also es gibt eben nicht
die eine Antwort auf alles
also wir hier in Europa
und selbst
selbst in Sri Lanka
war es so ja die Leute
in Kolombo
in der Hauptstadt
ganz andere wirklich
reale Probleme haben
wenn der Elefant vor ihnen steht
genau
und dieses
und das ist auch was
was man mit Harry May
denken kann
also Beziehung
es ist zwar so ein Geflecht
auf der ganzen Welt
diese Beziehungen
die miteinander stehen
aber die sind immer
auch total konkret
und speziell
leben bei den Elefanten
ja
hast du noch
einen Gedanken
zu spannend
ja ne
es gibt auch wunderbar
deswegen ist mir eingefallen
zwei Bücher
und vor allem eins
das heißt
The Elephant Complex
daher hatte ich diese Info
mit den Linien überhaupt
und das ist ein richtig schöner Roman
über Sri Lanka
der eben auch darauf basiert
zu sagen
es gibt diese unsichtbaren Linien
und genauso ist irgendwie
diese Geschichte von Sri Lanka
die ja immer wieder
durch Unruhen durchzehrt ist
läuft irgendwie auf unsichtbaren Linien
die aber auch nie die gleichen sind
weil natürlich
ist in den zehn Jahren
bis der Elefant wieder kommt
was anderes da gewachsen
und damit ist es halt
nicht die gleiche Linie
aber irgendwie halt auch schon
und diese Art des
zyklischen
nicht zyklischen Lebens
und daraus aber auch
in die Frage gestellt
nach wem
richten wir uns aus
und wer oder was
bestimmt überhaupt
Ort und Zeit
und wie wir das
denken können
Finde ich spannend
Finde ich vor allem spannend
weil ich weiß
was unsere nächste Folge ist
und das mich wieder drauf bringt
weil okay
kann halt nicht anders
aber
weil das was du angesprochen hast
mit okay
wie geht man damit um
mit dieser
auf der einen Seite
hast du eine
zentralisierte Macht
die keine Ahnung hat
wie die Peripherie lebt
quasi
und die sich aber
gegenseitig beeinflussen
also
und ein bisschen
so stelle ich mir jetzt
gerade Identität vor
also du hast
quasi eine zentralisierte Macht
die dich da quasi
quasi
zu einem Selbst
oder zu einem Individuum
machen soll
irgendwie
vor allem eben
durch
gesellschaftliche Normen
und so weiter
aber dann hast du
immer eine Grenze
ja
ob das jetzt
die körperliche Grenze ist
die mit der Haut
aufhört
oder eben nicht
das würde mit
Heroids
sehr sehr deutlich
in Frage gestellt werden
ja
oder
oder
oder
wie soll ich jetzt sagen
marginalisierte
Identitäten
auch wenn das jetzt wieder so
die quasi
deine eigene Grenze
deine eigene
identitäre Grenze
wieder aufbrechen
ja
und
die verändert sich
aber immer
wieder
diese Grenze
diese Grenze
bleibt ja nicht fix
die Grenze
verschiebt sich
die Grenze
verwischt
die Grenze
verschwimmt
genau
und wo
wo liegt dann
quasi
wo liegen dann
quasi die Kräfte
dieses
dieses ganze
dieses ganze
Geflecht
quasi
quasi verändern
und von wo aus
änderst du
von dir drinnen aus
oder von der
von der Grenze aus
und wer steht
mit dir an der Grenze
mit wem trittst du
über diese Grenze
in Kontakt
in Beziehung
ok
ja
jetzt sind wir
ganz tief
in philosophischem
Territorium
vielleicht können wir
mal diese
diese Folge
abschließen
versprochen
es wird
wir werden
nächste Folge
weitermachen
damit
genau
war das eine
Aufforderung
für mich
die Folge
zu schließen
dann mach ich das mal
wir haben
es ist glaube ich
eine der kürzesten
Folgen
seit langem
wir haben es
sind keine ganze Stunde
komm drauf an
wie lange du jetzt
noch brauchst
ok
ich mach keine
vier Minuten
ok
ganz ganz
halbschnell
nee Spaß
also
danke fürs Hören
der Folge
bis hierhin
wir freuen uns
wenn ihr auch noch
das Outro hört
denn da erfahrt ihr
wie ihr uns
unterstützen könnt
nämlich
natürlich ganz klassisch
dem Podcast
folgen
ihn weiterempfehlen
auf der Plattform
auf der ihr ihn hört
gegebenenfalls
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hilft
der Plattform
die ihn hostet
die wir
mit der wir
in Beziehung stehen
die uns möglich macht
genau
uns weiterhin
möglich
zu machen
so
und
da gibt es auch noch
andere Plattformen
mit denen wir
in Beziehung stehen
und das ist
Social Media
da haben wir
wahrscheinlich
jetzt schon
den Zeitpunkt
wo ihr das hört
den Beitrag
dazu gepostet
und sind natürlich
auch für euch
erreichbar
und freuen uns
wenn ihr uns
auf einfach
den verschiedenen
Möglichkeiten
die ihr habt
teilt
falls ihr
in irgendwelchen
Institutionen
oder Universitäten
oder sonstigen
Bildungsbetrieben seid
und gerne Flyer
oder sowas hättet
dann meldet euch
doch einfach bei uns
dann können wir
das organisieren
denn so eine
Offline
Weitergabe
hilft meistens
wesentlich
konkreter
und besser
noch als eine
Online Weitergabe
und multipliziert
vielleicht
die
HörerInnen
die wir haben
sodass wir auch
einfach mehr Menschen
mit den Punkten
die wir hier
ansprechen
erreichen
und unsere
Kinschips
verändern können
oh mein Gott
das ist die kreativste
Outro ever
die wir hatten
I'm doing my best
zwei Monate
nicht aufgenommen
und
einfach voll
über die Stränge
beim Auto
sehr schön
aber ja
sehr gut
passt
super
perfekt
das war's
oder hast du noch
einen kreativen
Einfall
nee
das mal nicht
mit dem
was beim nächsten Mal ausschaut
ja
dann sage ich
vielen Dank
vielen Dank
für die heutige Folge
vielen Dank
für all die vielen Hunde
und andere Tiere
ja
und wir hören uns
beim nächsten Mal
genau
bis dann
tschüss
baba
tschüss