Was fehlt dir, um gehört zu werden?
oder: wenn Wissen nicht zählt - epistemische Ungerechtigkeit nach Miranda Fricker
21.01.2026 64 min
Zusammenfassung & Show Notes
Wem glauben wir – und wem nicht? In dieser Folge sprechen wir über epistemische Ungerechtigkeit nach Miranda Fricker, über verkörpertes Wissen, Sprachlosigkeit und die politische Kraft des Zuhörens.
Was passiert, wenn du die Wahrheit sagst – aber dir niemand glaubt? Oder wenn du fühlst, dass etwas nicht stimmt – aber dir die Worte fehlen, um es auszudrücken?
In dieser Folge sprechen wir über epistemische Ungerechtigkeit, ein Konzept der Philosophin Miranda Fricker, das erklärt, wie soziale Machtverhältnisse unsere Vorstellungen von Wissen, Glaubwürdigkeit und Erkenntnis prägen. Wir erklären die beiden Formen epistemischen Unrechts – ohne akademisches Vokabular, aber mit vielen Beispielen:
- Was heißt es, systematisch nicht geglaubt zu werden?
- Was passiert, wenn Sprache fehlt, um eine Erfahrung überhaupt sagbar zu machen?
- Und wie hängt das mit Körper, Identität und Macht zusammen?
Wir sprechen über testimonial injustice, hermeneutical injustice und situiertes Wissen – über das Zusammenspiel von Fricker, Lorde, Standpunkttheorie und feministischer Erkenntniskritik. Und wir fragen: Was braucht es, damit Menschen nicht nur sprechen dürfen – sondern auch gehört werden können?
Drei Begriffe aus Folge 17, die du mitnehmen kannst:
- Testimonial injustice – wenn Aussagen entwertet werden, weil sie aus bestimmten Körpern kommen
- Hermeneutical injustice – wenn Erfahrungen unsagbar bleiben, weil die Sprache fehlt
- Situiertes Wissen – weil Erkenntnis nie neutral, sondern immer verortet ist
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Folge uns gern im Netz!
Folge uns gern im Netz!
Jessica:
Verena:
Transkript
Als sie Tom darauf anspricht, als sie ihn danach fragt, was antwortet der Tom?
Tom sagt zu ihr, March, there is female intuition and then there are facts.
Wessen Erfahrung gilt überhaupt als Evidenz? Und auch, was davon wird als Theorie anerkannt?
Und das ist ja gerade auch in der feministischen Theorie besonders wichtig, wenn man sagt, okay, was ist denn jetzt eigentlich Theorie?
Oder noch mehr, noch einen Schritt davor eigentlich, wenn man sagt, was ist denn philosophische Theorie?
Und auf einmal kommen Frauen und sagen, ja, aber XXY, wenn wir so und so schreiben, wenn wir so und so sprechen, wenn wir so und so denken, das ist auch Theorie.
Und die Männer sagen, nee, das ist aber keine Theorie, weil ihr benutzt nicht diese und jene Worte.
Vielleicht ist es auch schon das, was wir von Lorde mitnehmen können.
Also nicht, das Erotische ist Wissen und deswegen politisch, sondern umgekehrt, das Erotische ist politisch und deswegen Wissen.
Zum einen geht es darum, mit diesem Blick auf Standpoint Theory zu sagen, dass verschiedene Erfahrungen und damit auch verschiedene Arten Wissen zu produzieren,
als theoretische Quellen produktiv ernst genommen werden sollen, gleichzeitig aber ohne sie zu essentialisieren.
Also was wir bräuchten, sagt sie, wäre sowas wie ein Virtuous Heerer.
Also ZuhörerInnen, die sich jetzt nicht nur als passiven Teil der Kommunikation verstehen,
ZuhörerInnen, die bereit sind, ihr eigenes Zuhören quasi zu hinterfragen.
Die erkennen, dass epistemisches Vertrauen immer auch davon abhängt, wer diese Person ist
und wie diese Person eben in der Gesellschaft, in der wir leben, behandelt wird.
Technik funktioniert, Kata ist am Balkon.
Ist immer gut.
Er hat sich heute selber ausgesperrt.
Wir haben also hoffentlich ein bisschen weniger, ein paar weniger Lampenunfälle heute als beim letzten Mal.
Mal schauen.
Ja, dann sieht man, ob wir Sommer- oder Winterfolgen aufnehmen.
Ob der Kater drinnen oder draußen.
Wobei, also ich weiß nicht, entweder hat es sich jetzt ein dickes Fell wachsen lassen
oder es liegt wirklich an den Temperaturen, weil momentan ist es doch wieder ganz schön warm geworden bei uns in Wien.
Ja, jetzt sitzt er draußen und starrt mich an und fragt sich, warum ich ihn anstarr.
Aber wir hatten ja, ich hatte ja schon große Panik heute in der Früh, als ich angefangen habe zu arbeiten.
Es sind plötzlich drei, drei Vögel bei uns in den Balkonen geflogen.
Und das ist schon, das ist schon ein Kunststück, weil wir haben ja so ein Katzengitter.
Also die müssen ja durch diese Katzengitter so durchtauchen, durch dieses Netz.
Und dann waren drei plötzlich herinnen und er war draußen.
Und ich habe mir schon gedacht, oh mein Gott, das könnte schlimm ausgehen.
Aber er ist Gott sei Dank alt und faul.
Und hat keinen dieser Vögel versucht zu fangen.
Und sie konnten wieder sich nach draußen retten.
Okay.
Gut für alle.
Ja, gut für alle.
Okay, wir nutzen einfach die Gunst der Stunde, Jessica, und fangen gleich an.
Jetzt von der Kata noch brav draußen liegt.
Vielleicht wollen wir als Einstieg in die Folge heute kurz, wie immer, mal schauen, was wir letzte Folge gemacht haben.
Kannst du dich noch erinnern?
Ja, kann ich.
So ein bisschen.
Das Spannende ist, ich versuche es gerade schon fast zu verdrängen, weil das Thema auch in dem Buch vorgekommen ist,
dass ich gestern an den Verlag geschickt habe und dann, weißt du, wenn man was abschickt,
eine Arbeit, dann ist es einfach weg.
Aber ich gebe jetzt einfach mein Bestes.
Ja.
Genau.
Wir haben nämlich über die wunderbare Audrey Lorde gesprochen.
Mhm.
Genau.
Angefangen mit ihrem Leben.
Und dann auf drei besondere Theorieaspekte sind wir eingegangen.
Oder vier sogar.
Vor allem im Leben war mir auch besonders wichtig, den Religionsaspekt zu betonen,
weil das ja schon auch ihre feministische Emanzipation und aber auch Abgrenzung von bestimmten patriarchalen Normen
sehr stark geprägt hat.
Und dann sind wir darauf eingegangen, wie man Audrey Lorde vielleicht als Vordenkerin
der sogenannten Intersextionalitätstheorie denken kann.
Also Intersextionalität, bevor es den Begriff gab, wie Audrey Lorde vielleicht dann auch
Differenzen zwischen Frauen und zwischen emanzipativen Strugglen sieht.
Und eigentlich auch ganz stark, was für eine Kritikerin sie von weißem Feminismus ist.
Und das haben wir uns dann nochmal explizit angeguckt mit dem ganz berühmten Satz
The Masters Tools will never dismantle the Masters House, was das eigentlich bedeutet
und auch wie wichtig das eigentlich vor allem für so einen Anti-White-Feminism ist.
Also dass es weniger eigentlich gegen die patriarchale Struktur geht,
sondern gegen die Frauen, die diese patriarchale Struktur nutzen, um sich selbst zu bevorteilen.
Das ist ja was, das meiner Meinung nach ganz häufig ausgeblendet wird.
Und deswegen haben wir das besprochen.
Und dann hast du uns noch was über den Gebrauch der Erotik erzählt.
Genau.
Das war dann das Ende der letzten Folge.
Da haben wir über die Erotik gesprochen, aber nicht so, wie man es vielleicht erwarten würde,
alltagssprachlich, sondern eben als Quelle von Wissen.
Also als Wissen, das nicht unbedingt jetzt in Büchern stehen muss oder kann.
Wissen, das, so wie Lord sagt, aus dem Körper kommt, aus Erfahrung, könnte man vielleicht auch sagen.
Also für Lord ist dieses Wissen nicht nur, wie soll ich sagen, wahrhaftig,
weil es so ein bisschen aus unserem tiefsten Inneren kommt.
Ja, darauf kommen wir heute eh nochmal zurück, sondern weil dieses Wissen für sie einfach auch sehr machtvoll ist und transformativ ist.
Ja, also weil es nachhaltige Veränderung ermöglichen kann, sagt sie.
Okay. Jetzt ist die Frage, was passiert aber, wenn genau dieses Wissen nicht zählt?
Also was passiert, wenn ich was spüre und niemand glaubt mir?
Oder wenn ich was erlebt habe, aber mir fehlen die Begriffe, um davon zu erzählen?
Genau, dann landen wir bei Miranda Fricker und in unserer heutigen Folge.
Und zwar bei einer Frage, die uns eigentlich jetzt durch alle bisherigen Folgen so ein bisschen auch schon begleitet hat.
Wir haben sie ja halt nur noch nie so im Detail besprochen, wie wir das heute gerne machen möchten.
Nämlich die Frage, wer darf wissen und warum dürfen das nicht alle?
Oder anders gefragt, wie nennt man das, wenn jetzt manchen Menschen einfach grundsätzlich weniger geglaubt wird?
Miranda Fricker nennt das nämlich epistemische Ungerechtigkeit.
Also darum wird es heute in der Folge gehen.
Also Fricker sagt zuerst einmal, wir dürfen Wissen jetzt nicht nur als Produkt betrachten,
also irgendwas, was nach einem Denkprozess dann rauskommt und dich schön fein säuberlich in ein Buch schreiben kann,
sondern wir müssen Wissen als Praxis sehen.
Also wir müssen es als Praxis sehen, die in soziale Beziehungen immer eingebettet ist
und immer auch von gesellschaftlicher und diskursiver Macht durchzogen ist.
Das Wissen ist bei ihr nicht nur eine kognitive Angelegenheit,
sondern auch eine ethische Angelegenheit.
Und genau so nennt sie nämlich auch ihr Buch, in dem sie dieses Konzept der epistemischen Ungerechtigkeit auch entwickelt.
Es ist schon ein bisschen älter, ich glaube 2007, wenn ich mich richtig erinnere, ist das rausgekommen.
Das hat sie genannt, Epistemic Injustice, Power and the Ethics of Knowing.
Und darin verbindet sie eben eine Erkenntnistheorie auf der einen Seite mit Sozialphilosophie
und sie stellt dort eben die These auf, Menschen erfahren Unrecht, sagt sie,
nicht nur, weil sie unterdrückt werden oder ausgeschlossen werden,
sondern weil sie als Wissenssubjekte nicht ernst genommen werden.
Kurz, weil man ihnen nicht glaubt.
Und das nennt sie eben epistemische Ungerechtigkeit.
Und davon unterscheidet sie eben zwei Hauptformeln, sage ich jetzt mal.
Auf der einen Seite sagt sie, gibt es Testimonial Injustice,
also wenn jemandem weniger geglaubt wird, weil sie zum Beispiel zu einer bestimmten sozialen Gruppe gehört.
Und auf der anderen Seite nennt sie Hermeneutical Injustice,
also wenn jemand gar keine Begriffe hat, um das eigene Erleben auszudrücken,
weil diese Begriffe gesellschaftlich fehlen oder eben noch nicht gesellschaftlich verankert sind.
Beide Formen, sagt sie, verhindern, und zwar verhindern systematisch,
dass erstens Menschen ihr Wissen mitteilen können
und zweitens sie untergraben dabei auch das Vertrauen in die eigene Erkenntnisfähigkeit dieser Menschen.
Aber auf das kommen wir auch noch später mal genauer zurück.
Schauen wir uns vielleicht zuerst mal diese beiden Formen nochmal ein bisschen genauer an
von epistemischer Ungerechtigkeit.
Also ich habe gesagt vorher, Testimonial Injustice,
das bedeutet, jemand sagt, was potenziell Wahres,
zumindest was Wichtiges, was Relevantes, aber man glaubt dieser Person nicht.
Und dabei geht es für Fricker eigentlich gar nicht um den Inhalt der Aussage,
sondern es geht um die Person selbst.
Das heißt, was diese Glaubwürdigkeit der Person untergräbt,
ist ein soziales Vorurteil gegen die Person aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit.
Das heißt, die Person wird entweder erst gar nicht gefragt,
weil ihre Sichtweise ja sowieso schon als irrelevant markiert ist,
bevor sie geäußert werden kann,
oder die Person darf zwar sprechen in der Situation,
aber die Aussage zählt dann einfach nicht.
Und sie hat da ein ganz berühmtes Beispiel,
auf das sie im Buch auch in Detail eingeht für Testimonial Injustice.
Das stammt aus einem Film, oder eigentlich aus einem Roman,
der zu einem Film gemacht worden ist.
Nämlich nennt sie da die Figur Marge Sherwood aus The Talented Mystery Plea.
Kennst du den Film?
Das ist schon ein älterer Film.
Da gibt es eine Szene,
es ist eigentlich egal, was im Film passiert,
es geht nur um diese eine Szene, die sie da rausgreift.
Da gibt es eine Szene, in der Marge,
diesen Tom Ripley aus dem Titel,
verdächtigt ihren Freund Dickie ermordet zu haben.
Und die Sache ist die, sie hat natürlich recht,
Spoiler,
für alle, die den Film vielleicht noch anschauen wollen,
aber sie hat natürlich recht damit.
Ich muss dazu sagen,
weil sonst funktioniert meine Lage mit.
Aber das Entscheidende ist jetzt,
als sie Tom darauf anspricht,
als sie ihn danach fragt,
was antwortet da Tom?
Tom sagt zu ihr,
March, there is female intuition,
and then there are facts.
Also ein einziger Satz,
der ausreicht,
um March hier in dieser Szene
ihre Glaubwürdigkeit abzusprechen.
Und nicht,
was sie sagt,
zählt in dieser Situation,
sondern wer sie ist.
Sie ist eine Frau,
sie ist in dieser Situation emotional,
sie ist eifersüchtig,
und ihr Verdacht
wird hier
zur Einbildung,
sage ich jetzt mal.
Also ihr Wissen
wird
zur Intuition.
Und das,
was March hier in dieser Szene
passiert,
das ist für Fricka
eigentlich der Kern
von Testimonial Injustice.
Also wenn jemand
nicht geglaubt wird,
nicht wegen des Inhalts,
sondern wegen sozialer Vorannahmen
über die Person.
Jetzt ist es aber so,
Testimonial Injustice
kommt natürlich nicht
nur im Film vor,
oder im Roman,
schön wäre es.
Wir kennen das alle
auch aus dem Alltag.
Man findet
Testimonial Injustice
überall dort,
wo Menschen
weniger geglaubt wird,
weil sie sich
in einer marginalisierten,
in einer unterdrückten
Position
befinden.
Ich weiß nicht,
sollen wir vielleicht
einmal ein paar
Beispiele sammeln?
Fallen dir Beispiele ein
aus dem
Alltag dafür?
Ja, ich glaube schon ein paar.
Ich würde vorne anstellen,
dass es aber, glaube ich,
total viele Überschneidungen
zwischen Testimonial
und Hermeneutical Injustice
gibt.
Absolut.
Vielleicht wird das
mit den Beispielen auch klar.
Also zum Beispiel denke ich an,
weil du ja gerade auch schon
das Beispiel von
quasi von
Nicht-Ernst-Nehmen
von Frauen gesagt hast,
da fällt mir zum Beispiel
der ganze medizinische
Sektor ein.
Also wenn Frauen
zum Arzt gehen,
ist ja ganz oft gesagt,
das ist nur Stress.
Und auch wenn es Stress ist,
ist es ja nicht nur Stress.
Oder zum Beispiel auch
das, was du selbst
letzte Folge
im medizinischen Bereich
mit Geburt
und Kinderkriegen gesagt hast,
das passt ja auch
da ganz gut rein.
Oder aber auch,
also wenn wir uns
andere
Marginalisierungssachen anschauen
in Bezug auf
Armut zum Beispiel,
wenn wir uns so Sachen
wie in Deutschland
Bürgergelddebatte
anschauen oder
also sowas wie
wer kann denn
überhaupt sagen,
was irgendwie
genau wie sich
so ein Leben anfühlt.
Oder auch,
wenn dann
keine Ahnung,
wenn man zum Beispiel
vor Gericht ist
und dann wird
der Person,
keine Ahnung
zum Beispiel Obdachlos
ist,
jetzt nicht geglaubt,
wenn die irgendwie
gesagt,
ich wurde beklaut
und man wurde beklaut
von der Person,
die irgendwie
eine schöne Rolex
unträgt.
Das ist ein markantestes
Beispiel.
Aber das kann man sich
ja wirklich sehr gut
vorstellen und
gibt es sehr häufig,
dass dann eben
der Person mit
einem marginalisierteren
Background
in jeglicher Hinsicht
weniger geglaubt wird
in das Begründungsverfahren
zum Beispiel.
Und dass ja auch
Anwälte trainiert sind
auf so soziales
Kapital quasi
das auszuschlagen,
wenn sie ihre Leute
verteidigen zum Beispiel.
Das sind andersrum gesehen
und damit halt natürlich
immer wieder
Ungerechtigkeit
gegenüber den anderen
Personen herstellen.
Fähnen dir noch
Sachen ein?
Keine Ahnung.
Marginalisierte Positionen
jeglicher Art.
Also das ist vielleicht
auch ganz wichtig.
Also ich habe jetzt
ein Beispiel gebracht
mit March,
einer Frau,
weil es natürlich auch
bei uns
ganz stark darum geht.
Aber es geht
also gerade vor Gericht,
also so wie du gesagt hast,
Klassismus,
aber auch Rassismus
sind da ja
Marginalisierungsdimensionen,
die da eine große Rolle spielen.
Also eine große Rolle spielen
auch auf den Ausgang
von Gerichtsurteilen zum Beispiel.
Auch das macht Fricka ja im Buch
und spricht ja auch genau das an,
was mir auch auffällt.
Also nicht nur persönlich,
sondern auch gesellschaftlich.
Also immer wieder
ableistische
und vor allem
neurotypische
Sichtweisen
oder Perspektiven,
die ganz alltäglich sind.
Also es geht nicht darum,
dass irgendwas jetzt,
dass man jetzt entscheiden muss,
wer jetzt quasi,
wem was gestohlen hat,
sondern einfach nur
der Alltag
wird einfach erschwert
dadurch,
dass manche Perspektiven
so sehr nicht ernst genommen
werden,
dass sie quasi auch nicht
als Wissen zählen.
So, ich muss ganz kurz
meinen Kater reinlassen,
weil jetzt dreht er durch.
So, jetzt haben wir
wieder Besuch.
Der hat kein marginalisiertes Wissen,
der kriegt immer...
Na, der lässt sich nicht marginalisieren.
Kater haben Macht.
Kater müsste man sein,
das stimmt.
Ja, als Hund,
obwohl sie sich mittlerweile auch...
Muss mich nur angucken
und ich weiß,
welches Leckerl ich sie will.
Mir ist auch ein Beispiel
eingefallen.
Ja.
Genau, also,
weil du ja auch...
Kätze.
Weil du Ableism gesagt hättest,
natürlich auch der ganze
Bereich von Adultismus,
also, dass die Stimmen
von Kindern in jeglicher
Hinsicht nicht ernst genommen
werden.
Ja.
Und also muss man wirklich
vom Kleinsten in der Familie
irgendwie bis hin wirklich zu...
Wenn irgendeine Form von
Gewalt oder so passiert,
ja, dass das Kindern einfach
nicht geglaubt wird,
weil es sind ja nur Kinder,
die...
Also, keine Ahnung.
Deren Fantasie kommt wieder
über sie drüber oder so,
ne?
Ja.
Ja.
Und das ist vielleicht auch
eine gute Überleitung jetzt
zur zweiten Form
von epistemischer Ungerechtigkeit,
weil wir gesagt haben,
diese beiden Formen
kommen nicht nur getrennt
vor im Alltag,
sondern sehr oft auch
in Überschneidung,
weil was sagt Fricka,
es gibt noch eine zweite Form,
eine weitere,
zumindest eine zweite Form,
also bei ihr,
von epistemischer Ungerechtigkeit
und zwar eine,
die fast noch schwerer
zu erkennen ist,
weil sie noch tiefer liegt,
ja, nämlich auf der Ebene
der Sprache selbst
und zwar nennt sie das eben
hermeneutische Ungerechtigkeit
und die passiert eben nicht,
wenn dir jemand nicht glaubt,
sondern wenn du gar nicht weißt,
wie du etwas sagen sollst.
Ja, also wenn dir die Begriffe fehlen,
deine Erfahrung ist quasi,
könnte man sagen,
im kollektiven Bedeutungsraum
sozusagen nicht vorgesehen.
Ja.
Und Fricka nennt das,
also diese Leerstelle
in der gemeinsamen Sprache,
das nennt sie
Hermeneutical Lacuna
und diese Leerstelle
entsteht halt immer dort,
wo bestimmte Gruppen
systematisch
von der Produktion
gesellschaftlicher Bedeutung
ausgeschlossen sind.
Ja, und das kann jetzt sein
aus rassistischen Gründen,
evilistischen Gründen
oder auch adultistischen Gründen.
Ja, also wenn ich einem Kind
nicht glaube
und es nicht sprechen lasse,
dann hat dieses Kind
auch überhaupt keine Möglichkeit,
sich quasi einzubringen
in die Produktion
gesellschaftlicher Bedeutung.
Also dazu beizutragen.
Und Fricka,
um zu zeigen,
wie diese,
wie Hermeneutical Injustice
im Alltag wirkt,
und wir werden sehen,
dass das auch schon
ein gutes Beispiel dafür ist,
dass eben diese beiden,
diese beiden Ungerechtigkeiten
ineinander greifen.
Ja, aber sie schildert da
das Beispiel von Camita Wood,
die Mitte der 1970er
damals Sekretärin war
an der Cornell University
und dort regelmäßig
von ihrem Professor,
für den sie gearbeitet hat,
sexuell belästigt worden ist,
also sowohl verbal
als auch körperlich.
Und diese Erfahrung
belastet sie natürlich
nicht nur psychisch so stark,
sondern macht sie auch
physisch krank
und deswegen beantragt sie
eben eine interne Versetzung.
Die wird aber auch abgelehnt.
Was macht sie?
Sie kündigt also,
beantragt Arbeitslosengeld.
Das wird auch abgelehnt,
weil sie damals auf die Frage,
warum sie gekündigt hat,
keine zufriedenstellte Antwort hat.
Also für das,
was ihr passiert ist,
gab es 1974 in den USA
noch keinen Begriff.
Also das,
was sie am Arbeitsamt beschreibt,
wird noch nicht als
sexuelle Belästigung gehört,
weil dieses Wort
sexuelle Belästigung
damals noch nicht existiert.
Also ihre Erfahrung
wird aus der damaligen Sicht
individualisiert,
quasi zu ihrem persönlichen Problem gemacht,
weil es dieses kollektive Bewusstsein
für das strukturelle Problem
von sexueller Belästigung
am Arbeitsplatz
beziehungsweise überall sonst auch
einfach noch nicht gibt.
Und erst dann Monate später,
als sie in einem feministischen Kollektiv
andere Frauen,
Hintergrundmusik habe ich schon gesagt,
sie kommt dann eben Monate später
in so ein feministisches Kollektiv,
wo dann sie eben andere Frauen
trifft, die ähnliche Erfahrungen
gemacht haben.
Und da tun sich diese Frauen eben zusammen
und beginnen dann gemeinsam
nach einem Begriff zu suchen,
der ihre
persönlichen Erfahrungen,
aber geteilten Erfahrungen
beschreiben kann.
Und plötzlich wird dann das,
was sie zuerst alle
nur individuell
erlebt haben,
auch kollektiv
sagbar.
Sexuelle Belästigung
ist das, was uns passiert ist.
Wir nennen das jetzt so.
Und Fricker nennt das,
was diese Frauen da gemacht haben,
einen Akt kollektiver
hermeneutischer Reparatur.
Das heißt,
ein fehlender Begriff
wird
geschaffen,
aber jetzt nicht von oben,
von außen,
von Expertinnen,
sondern von den Betroffenen selbst.
Und mit diesem Begriff
entsteht zuerst mal
natürlich Sichtbarkeit,
weil ich erkennen kann,
was passiert ist
und wo die Gemeinsamkeiten liegen.
Ich schaffe damit auch
Verstehbarkeit,
weil ich es ja dann
kommunizieren kann
über diesen Begriff.
Und das ermöglicht dann
in weiterer Folge
auch politischen Widerstand.
Das heißt,
hermeneutische Ungerechtigkeit
heißt also nicht einfach,
ich finde gerade nicht
die richtigen Worte,
sondern
die richtigen Worte
existieren
noch gar nicht.
Weil meine Erfahrung
ja in der Gesellschaft
keine epistemische Relevanz hat.
Das soll heißen,
meine Erfahrung
wird nicht
als Grundlage
für das Schaffen
von neuen Wissen
herangezogen.
Mir sind zwei Beispiele
noch eingefallen dazu.
Also direkt darauf folgend
eigentlich zu deinem Beispiel
ist ja die Entstehungsgeschichte
vom Wort Intersektionalität
auch.
Also gerade wenn man sagt,
okay man hat jetzt
das Wort Sexual Harassment,
dann hat man quasi
eine bestimmte Form
von Diskriminierung
ja abgedeckt
und dann gab es aber halt
Formen von Diskriminierung,
die man trotzdem noch nicht
beschreiben konnte,
vor allem auch nicht juristisch
und deswegen hat Crenshaw
ja den Begriff
Intersektionalität
überhaupt erst erfinden müssen,
damit eben
es verbalisiert werden kann.
Und dann ist mir
noch ein anderes Beispiel
eingefallen
und das ist,
wenn man auch
historisch genau das
halt sehen kann,
das ist halt
Transgeschlechtlichkeit
und Non-Binarität,
weil, also
das ist ja das Spannende
auch, wenn man sich
dann eben die Geschichte
anschaut, dass man sieht,
okay, da gab es halt
Begriffe nicht,
okay, wie geht man damit
jetzt auch historisch um
und das ist ja genau
dieses wirklich
eindeutige Zusammenkommen
von Menschen,
die aufgrund ihrer
Subjektposition
marginalisiert sind
und deswegen
deren Wissen
und Erfahrung
halt nicht
als wahr
angenommen wird
und eben gleichzeitig
bevor es halt
Wörter wie Trans gab
einfach auch nicht
eine Möglichkeit hatten,
sich irgendwie
auszudrücken
genau
und irgendwie auch
zu identifizieren
also gerade
wenn es halt nur
also wenn es halt
eine Gesellschaft gibt
in der man
wenn es zum einen
nur Mann und Frau gibt
und zum anderen
du nur das
wo du gegebenenfalls
Anführungszeichen
geboren bist
genau
dann hast du ja
keine Möglichkeit
dich irgendwie
anders zu positionieren
zu identifizieren
genau
absolut
ja
und ich denke auch
dass man
also das
am Beispiel
das Fricker gibt
mit sexuellen Belästigung
dass man das auch hier
ganz gut sieht
wie das ineinander greift
ja aber natürlich
geht es nicht nur darum
dass sie
keinen Begriff
dafür gehabt hat
das wäre ja auch wieder
lächerlich anzunehmen
dass ich quasi nur
über Erfahrungen
sprechen kann
wenn ich
die richtigen
unter Anführungszeichen
Begriffe
habe
ja
es hätte ja auch schon
gereicht
wenn irgendjemand
ihr
an der Universität
oder
am Arbeitsamt
glaubt
dass das
was sie erfahren hat
egal wie sie es nennt
ja
belastend für sie ist
und ein
ein legitimer
Grund zu kündigen ist
aber dafür muss halt
das gesellschaftliche
Bewusstsein nah sein
ja
und halt deswegen
ja
was lernen wir daraus
darauf wollte ich
vorhin
zurück
ja
Sprache
ja
macht
Erfahrung
nicht nur
beschreibbar
es geht nicht darum
dass ich beschreiben kann
was
ich erfahre
wie
wie ich mich
sehe
wie ich die Welt
wahrnehme
sondern sie macht
diese Erfahrung
überhaupt erst real
und zwar real
im Sinne von
zu etwas
wovon die anderen
sofort ein Bild haben
wenn ich davon spreche
ja
also sofort verstehen
was ich meine
ja
und genau deshalb
ist ja auch
dieses
dieses finden
neue Begriffe
entweder
für mich selbst
als Subjekt
ja
oder für die Erfahrungen
die ich mache
dieses schaffen
neue Begriffe
und dann auch
das Teilen
dieser Begriffe
nicht einfach
jetzt nur
kreativ
quasi sprachliche
Spielerei
weil Sprache halt
so funktioniert
ja
sondern
ist halt
radikal politisch
ja
und ich
ich denke
mit diesem
Stichpunkt
da würde ich
jetzt gern
vielleicht
an diese
theoretische
Einführung
ja
theoretische
Einführung
jetzt mal
kurz abgeschlossen
ich würde
jetzt vielleicht
gern
einen kurzen
Exkurs
anschließen
daran
und zwar
zu dem
was wir
letztes Mal
in der Folge
zu OG Lord
schon haben
anklingen lassen
ja
und was jetzt
auch wieder
auch so ein
Unbehagen
anklingen
lassen
ja
mit dem
was
Lord
erotisches
Wissen
nennt
beziehungsweise
mit dem
was Lord
als den
Ursprung
dieses
Wissens
beschreibt
nämlich
den
deepest
place
within us
hat sie das
genannt
ja
weil
das
was bei
Lord
jetzt da
noch
ein
können wir
glaube ich
mit
Fricker
jetzt
probieren
systematisch
analytisch
fassbar
zu machen
ich probiere mal
weil
das
das Problem
ist
ein Wissen
das nicht
argumentiert
werden muss
weil es
sich ja
nur
zeigt
quasi
ja nur
rührt
irgendwo
da in uns
drin
das steht
in unserer
Gesellschaft
mal
prinzipiell
unter
Generalverdacht
ja also
sei es
jetzt
weil es
nicht
unter
Anführungszeichen
vernünftig
genug
ist
rational
genug
ist
oder
sei es
weil
so wie
wir
das
letzte
Woche
auch
angesprochen
haben
zu
sehr
auf
einen
vermeintlich
inneren
quasi
natürlichen
Kern
ja
ja
also
eine
Identität
die
uns
vorsprachlich
oder
oder
vordiskursiv
irgendwie
zugänglich
wäre
ja
im Sinne
von
nicht
immer
schon
von
gesellschaftlicher
diskursiver
Macht
doch
zogen
aber
so
glaube ich
dürfen
wir
laut
gar
nicht
lesen
oder
wir
also wer zu
körperlich
spricht
ist
unprofessionell
wer von
Lust
von
Wut
von
Schmerz
von
Freude
spricht
gilt
als
subjektiv
als
voreingenommen
als
emotional
und
damit
gleichzeitig
als
epistemisch
nicht
vertrauenswürdig
weil ja
Emotionalität
wir erinnern uns
zurück an
March
im Film
Emotionalität
sag ich jetzt
einmal
spätestens seit
der französischen
Aufklärung
zum Gegenteil
von
Rationalität
erklärt
worden ist
oder
wenn wir nochmal
mit
Laclau sprechen
das radikale
Außen
das andere
zur
Rationalität
sein soll
und das
ist ja eigentlich
genau der
Kern epistemischer
Ungerechtigkeit
Körper
die als
zu
emotional
zu irrational
zu
voreingenommen
gelesen werden
weil
sie
ganz spezifische
Erfahrungen
machen
gemacht haben
weil sie
weiblich sind
of color
gender nonkonform
etc.
werden im Prozess
gemeinsamer
Bedeutungsproduktion
marginalisiert
also nicht nur
sozial
marginalisiert
also von
bestimmten
gesellschaftlichen
Orten
ausgeschlossen
sondern auch
epistemisch
also ihre
Perspektiven
werden
nicht berücksichtigt
wenn es darum geht
diese gesellschaftlichen
Orte
überhaupt
erst zu
gestalten
Afrika
sagt ja
wenn Menschen
in bestimmten
Positionen
sprechen
dann
wird
ihr Wissen
systematisch
abgewertet
also das
was sie
sagen
ist nicht
per se
und genau
da
treffen sich
jetzt
Lord und
Fricker
und ich glaube
so müssen wir
auch das
Erotische
bei Lord
lesen
weil
Lord
hat gespürt
sie hat
gelebt
sie hat
formuliert
was
wir mit
Fricker
jetzt
begrifflich
aufschlüsseln
können
dass nicht
nur
Inhalte
sondern
eben auch
ganze
des Wissens
ganz oben
das
Rationale
das
Kontrollierte
das
und Anführungszeichen
neutrale
Denken
und ganz unten
das Gespürte
das Relationale
das Lustvolle
Wissen
und Wissen
bedeutet jetzt
in diesem Fall
nicht gleich Wahrheit
hatten wir schon mal
weil diese
Wissensformen
sind nicht
deswegen
so
hierarchisiert
weil
wir halt
bestimmte
Formen
von Wissen
besser finden
als andere
sondern
weil sie
auf ganz
bestimmte
Subjekte
verweisen
die ja
ebenfalls
in einer
solchen
Hierarchie
organisiert
sind
wir haben
den jungen
weißen
Abletisman
ganz oben
und alles was
in einem
klassischen
binären
system
als
Gegenteil
davon gilt
oder
den zweiggeschlechtlichen
Rahmen
überhaupt
sprengt
ganz unten
vielleicht ist es
also das
was wir von Lord
mitnehmen können
also nicht
das Erotische
ist
Wissen
und deswegen
politisch
sondern
umgekehrt
das Erotische
ist politisch
und deswegen
Wissen
also quasi den
Spieß umkehren
wieder raus
zoomen aus dem
einzelnen Körper
und fragen
warum
war es
den Lord
so wichtig
das Wissen
aus dem Körper
also aus dem
weiblichen
schwarzen
lesbischen Körper
so zu betonen
weil nicht
vielleicht nicht
weil sie darin
ihr tiefstes
unhintergehbares
selbst erkennen
wollte
oder konnte
sondern
weil sie ihren
Körper über
den sie
von anderen
wahrgenommen
wird
als
an dem
epistemische
Ungerechtigkeit
beginnt
also wir müssen
Lords
Erotik
glaube ich
gar nicht
als
natürliche
unhintergehbare
Identität
lesen
sondern können
sie lesen
als
epistemische
kollektive
Verantwortung
auch
dann
den Mut
haben
zu sprechen
wenn uns
aufgrund
unseres
Körpers
und damit
meine ich
unseres
Aussehens
unserer
Gruppenzugehörigkeit
unserer Art
zu sprechen
zu kommunizieren
nicht geklappt
wird
also ich weiß
nicht
macht das Sinn
total
ich finde das
total gut
das sind die
Gedanken
die
ich hatte
letzte Woche
die sind
noch nicht
ausgereift
aber ich habe
versucht
unser
Unbehagen
irgendwie
ein bisschen
vielleicht nicht
beziehungsweise
dieses
Unbehagen
also ich mache
ja also
gerade bei
Menschen wie
Orte Lord
gerne
Charity
Reading
und ich glaube
das Unbehagen
muss ja auch
nicht schlecht
sein
sondern
das wäre
auch eine
gute
Überleitung
zu unserem
nächsten
Punkt
heute
wir haben
ja auch
ein bestimmtes
Unbehagen
weil wir
ja nicht
niemals
aus der
Position
sprechen
können
aus der
Orte Lord
spricht
und wir
deswegen
wahrscheinlich
auch
naja
allein
Unbehagen
davon
bekommen
weil sie
einfach
wirklich
andere
Dinge
sagt
die
nicht
zu unserem
Leben
ganz
passen
das ist ja
ganz logisch
ich bin ja
schon fertig
mit meinem
Punkt
du hast
nein
du kannst
gerne
ich finde
das ist
jetzt
ein perfekter
Punkt
da überzuleiten
genau
es geht
nämlich
passend
zur
epistemischen
Ungerechtigkeit
muss es
auch
irgendwie
um
die
Standpoint Theory
gehen
also die
Standpunkt
Theorie
weil
ich glaube
ohne die
hätte
Fricka
das
auch
gar nicht
das war ja
30-20 Jahre
vorher
genau
und die
Standpoint Theories
Grundidee
ist
das was ich
schon gesagt
habe
und was
wir jetzt
eigentlich auch
immer schon
impliziert
eigentlich
haben
dass
Wissen
immer
situiert
ist
das heißt
es gibt
kein
universales
Wissen
und auch
Wissenschaft
und auch
die
Naturwissenschaften
situiert
standpunktbezogen
und abhängig
von den
Subjekten
die dieses
Wissen
erschaffen
und
immer wenn es
universelle
Ansprüche
gibt
da sind wir
auch wieder
bei
LaClaude
und verschleiert
es halt
dass es
eigentlich
immer in
einem
historischen
Kontext
eingebettet
ist
und
eben
nicht
für
davon
ist
Sandra
Harding
die
hat
mehrere
Bücher
auch
dazu
geschrieben
wie
sie
dann
eben
diese
Erkenntnisse
aus den
sozialen
und
Geisteswissenschaften
dann auf die
Naturwissenschaften
überträgt
und vor allem
historisch auch
zeigt
wie
bestimmte
Formen
von Wissen
auch in den
Naturwissenschaften
durch
Standortgebundenheit
entstanden sind
also
wen das
interessiert
gerne
da
nachlesen
ich habe
auch
spannend
ich musste
auch
vorhin
dran
denken
bei
deinem
Beispiel
aus
dem
Film
mit
dem
das
kann sie
ja gar
nicht
wissen
es
gibt
bei
Sandra
Harding
in dem
einen
Warte
ich muss
kurz
schneiden
so
ich habe
den ersten
Artikel
gelesen
habe
und da
schreibt
sie
auch
nochmal
das
Kernelement
von
Standpunkt
Theorie
nämlich
sie macht
das Beispiel
man muss
sich
vorstellen
man lebt
in einem
Haus
in dem
eine reiche
weiße
Familie
Bedienstete
die da
arbeitet
und in
dem
Haus
passiert
ein
Kriminalfall
und dann
kommt
der
Detektiv
und befragt
alle
Leute
und
natürlich
manche
Leute
befragt
er
nicht
nämlich
das
Dienstmädchen
und
das
obwohl
das
Dienstmädchen
dadurch
dass
sie
Dienstmädchen
ist
Zugriff
zu
bestimmten
Bereichen
dieses
Hauses
hat
das
andere
nicht
haben
dazu
gehört
zum
Beispiel
der
Müll
und
im
Müll
liegen
Beweise
so
das ist
diese
fiktive
Geschichte
und
das
ist
aber
so
der
Ausgangspunkt
dass
also
bei
hervorrufen
und begünstigen
kann
oder
dafür
genutzt
werden
kann
eben
weil
sie
aufgrund
ihrer
marginalisierten
Position
sowohl
diese
marginalisierte
Position
erblicken
und erfahren
können
als auch
weil sie
sich
immer
zur
hegemonialen
Macht
und zur
Gesellschaft
verhalten
müssen
auch lernen
müssen
das
Wissen
dieser
Gesellschaft
zu
kennen
und
sich
darin
zu
bewegen
und
austraten
zu
können
genau
die
andere
Person
die
noch
hauptsächlich
auch
mit
Standpoint
Verbindung
gebracht
wird
ist
Donna
Haraway
die
hat
ja
auch
1988
einen
Artikel
geschrieben
der
heißt
situated
knowledges
also
situatives
Wissen
und das
Problem
ist
in
Deutschland
kann man
Wissen
nicht im
Plural
übersetzen
weil
das
ist
nämlich
das
Spannende
sagt
eben
nicht
dass
situated
knowledge
sondern
situated
knowledges
um
nämlich
auch
zu
und
der
ganze
Basis
das habe
ich
vorhin
schon
gesagt
von
der
Standpoint
Theorie
ist
zu fragen
wessen
Erfahrung
das ist
genau das
was wir
bei der
epistemischen
Ungerechtigkeit
haben
wessen
Erfahrung
gilt
überhaupt
als
Evidenz
und
auch
was
davon
wird
als
Theorie
anerkannt
und das
ist
ja
gerade
auch
in
der
feministischen
Theorie
besonders
wichtig
wenn man
sagt
okay
was ist
denn
jetzt
eigentlich
Theorie
oder
noch
mehr
noch
einen
Schritt
davor
eigentlich
was ist
denn
philosophische
Theorie
und
auf einmal
kommen
Frauen
und
sagen
ja
aber
x x y
wenn wir
so und so
schreiben
wenn wir
so und so
sprechen
wenn wir
so und so
denken
das auch
Theorie
und die
Männer
sagen
nee
das ist
aber
keine
Theorie
weil
ihr
benutzt
nicht
diese
und jene
Worte
und
es
lässt sich
so ein
bisschen
institutionsgeschichtlich
zeigen
dass es
dann
eben
auch
das
Momente
gab
wo
zum Beispiel
schwarze
Frauen
gesagt
haben
ja
aber
wir
schreiben
gerne
so
wir
lesen
andere
Sachen
wie
bei
Ordre Lord
zum Beispiel
ich schreibe
auch in
Poesie
ich schreibe
nicht nur
Prosa
und ist
das
jetzt
dann
auch
Theorie
und wird
das
als
Theorie
gesehen
und
jetzt
ist
noch
weil
du
es
ja
auch
noch
mal
von
Audre Lord
gerade
gesagt
hast
auch
hier
bei der
Standpoint
Theorie
geht es
nicht um
den
Essentialismus
sondern
eigentlich
genau
und
ist
immer
in
eine
Praxis
in
Sprechen
in
Handeln
eingebunden
und
jetzt
nochmal
ein
kleiner
Sprung
zu
einer
Person
die
wir
auch
schon
im
Podcast
hatten
nämlich
Sarah
Ahmed
Sarah
Ahmed
hat sich
in
ich hatte
das
in der
Folge
kurz
erwähnt
dass
die
in den
Nullerjahren
hat sie
eine
Bücher
geschrieben
zu
Orientierung
das Wort
hatten wir
auch
das ist
ja bei ihr
auch
so
doppeldeutig
gemeint
ist
sowohl
unter
so einer
phänomenologischen
Perspektive
als auch
so einer
queeren
Perspektive
im Sinne
von
sexueller
Orientierung
und
sie hat
sowohl
einige
Artikel
als auch
in dem
Buch
in
dem
Buch
White
Phänomenology
meine ich
geht es
darum
bei ihr
zu sagen
dass
Whiteness
unter anderem
also noch mehr
als
Cis
Heteropatriarchy
aber Whiteness
quasi
in den
Gesellschaften
des globalen
Ordens
als
Nullpunkt
der Orientierung
existiert
das heißt
Whiteness
strukturiert
von wo aus
gesprochen
und was
gesehen
werden kann
und ist
damit
der
Standpunkt
den man
nicht
sieht
als
Standpunkt
also
der
Standpunkt
der
nicht
als
Standpunkt
erkennbar
ist
so und
jetzt noch mal
was
was hilft
um
Standpoint
Theory
und warum
ist
das
wichtig
also
wie schon
theoretische
Quellen
produktiv
ernst
genommen
werden
sollen
gleichzeitig
aber ohne
sie zu
essentialisieren
und eben
auch anzuerkennen
dass
marginalisierte
Perspektiven
andere
Zugänge
zu
Fragestellungen
eröffnen
und das
ist nämlich
genau
der
Punkt
es wird
ja ganz
häufig
in
Standpoint Theory
darüber diskutiert
also zumindest
von Kritikern
wird ganz
häufig
vorgebracht
gegen so
eine
vereinfachte
Darstellung
von
Standpoint Theory
jetzt ist
dann
epistemic
Privilege
also epistemische
Bevorzugung
wenn man quasi
marginalisiert ist
weil dann weiß man
mehr
man weiß nicht mehr
man ist auch nicht
näher an der
Wahrheit dran
aber man sieht halt
die Ausschlüsse
besser
und das ist
das Privilege
das man quasi hat
und marginalisiert ist
nicht dass man die Welt
insgesamt besser versteht
und dass das eigene
Wissen
besser ist
oder wahrer
sondern dass man
überhaupt erst sieht
wo Ausschlüsse
und Grenzen
gemacht werden
weil man das
in der eigenen
Erfahrung
eben erfährt
eine Sensibilität
für Ausschlüsse hat
also
generell
was mir noch
eingefallen ist
habe ich vorhin
gleich nicht dazu
gesagt
in der
in der Theorie
im Theorie Teil
weil du gesagt hast
Moment
wie hast du gesagt
du hast gesagt
es gibt
dieses Problem
dass
marginalisierte Gruppen
im akademischen Diskurs
in erster Linie
aber
überall sonst auch
nicht
als
dass
das Wissen
das aus diesem
Gruppenstand
nicht als Theorie
anerkannt
wird
dazu
schreibt der
Fricker
Fricker nennt das
glaube ich
also wenn ich es
jetzt richtig
lese
nennt sie das
Epistemic
Objectivation
also
diese
Objektivierung
marginalisierter
Personen
also ich kann
diese
Personen dürfen
sprechen
sie werden
gehört
aber immer nur
als Fälle
als Beispiele
für eine
bestimmte
Perspektive
oder
aber
das was sie
sagen
wird nicht
als Theorie
quasi
gewertet
es muss dann
wieder
überführt werden
in einen
theoretischen
Diskurs
der aber
dann wieder
so wie du
gesagt hast
aus einer
Nullperspektive
stammt
die nicht
als Standpoint
selbst
wahrgenommen
wird
als
unter Anführungszeichen
neutral
und das ist
glaube ich
dann der
springende
Punkt
wo es dann
hakt
also
historisch
genau
also
großes Beispiel
ist natürlich
auch
die
akademische
Differenz
zwischen
dem globalen
Norden
und dem
globalen
Süden
was ja auch
ganz häufig
an alle möglichen
Sozialwissenschaften
als Kritik
innerhalb
derer
vorgebracht
wird
vor allem
eben auch
in der
Anthropologie
dass gesagt wird
okay
der globale
Süden
sind die
Daten
und im
globalen
Norden
werden
diese
Daten
dann
verarbeitet
sehr gut
also nicht
sehr gut
aber
sehr gutes
Beispiel
also
vielleicht
war man
also keine Ahnung
wenn man es jetzt
hier zuhört
ich musste auch
erst lernen
weil man ja
diese Vorstellung hat
okay
Theorie
die wird halt
hier gemacht
also gibt es halt
keine Ahnung
zum Beispiel
Poststrukturalismus
und so weiter
das sind ja
und es macht ja
irgendwie Sinn
das dann auf
andere Kontexte
anzuwenden
aber umgekehrt
gefragt
niemand
geht
also niemand
geht irgendwie
hin
und sagt
ja
also
irgendwelche
buddhistischen
Philosophien
aus dem 17.
Jahrhundert
die etabliert
sind
irgendwie
in Sri Lanka
die wende ich
jetzt auf
Deutschland an
das macht ja keiner
und genau das
ist ja der Punkt
also
wenn es in beide
Richtungen hingehen würde
gibt es ja kein Problem
genau
ich würde gern
vielleicht
vielleicht jetzt
so als
als Überleitung
mal kurz
eine Recap
machen
was wir
bis jetzt
alles wissen
über
epistemische
Ungerechtigkeit
ich glaube
da müssen wir
eine
10 Folgenstunden
einplanen
damit ich
eine
Recap
mache
ich meine
eigentlich
dazu
was wir
jetzt
in dieser
Folge
über
epistemische
Ungerechtigkeit
gesagt haben
also erstens
haben wir gesagt
sie richtet
sich gegen
Menschen
in ihrer
Rolle
als
Erkenntnis
Subjekte
Punkt
mal ganz kurz
gesagt
zweitens
epistemische
Ungerechtigkeit
führt zu
einer Art
epistemischer
Dysfunktion
also das heißt
sie verzerrt
oder sie verhindert
oder zumindest
erschwert
verstehen
haben wir auch
gehört
und drittens
sie wird
und das hast du
jetzt auch
schön
dargestellt
mit der
Standpunkttheorie
sie wird
durch
soziale
Praktiken
durch
Institutionen
immer wieder
reproduziert
zum Beispiel
durch
Lehrpläne
Lehrbücher
Forschungspraktiken
haben wir
jetzt gehört
und das ist
jetzt so ein
bisschen
die
gesellschaftliche
Ebene
wo wir uns
jetzt bewegt
haben
so ein
bisschen
was ich mich
jetzt aber
fragen möchte
gemeinsam mit
Fricker
weil Fricker
fragt sich das
auch
was heißt das
jetzt für
Individuen
systematisch
nicht gehört zu
werden
was macht es
mit Menschen
wenn ihnen
regelmäßig
epistemische
Unzuverlässigkeit
habe ich das
vorher genannt
zugeschrieben wird
also wenn ihnen
ständig weniger
Glauben
geschenkt wird
weil in ihrem
Buch argumentiert
Fricker ja
dass es uns
langfristig
schaden kann
wenn
immer wieder
an unserer
Glaubwürdigkeit
gezweifelt wird
weil wir
so
nach und nach
das Vertrauen
in uns selbst
als
wissende
Subjekte
verlieren
und die Folge
ist dann oft
ein beschädigtes
Selbstbild
und fehlendes
Vertrauen
in das eigene
Denken
vielleicht nochmal
ein bisschen
umformuliert
also wer ständig
als
emotional
als ungebildet
als irrational
geframed wird
zweifelt
irgendwann
an der eigenen
Urteilskraft
und hört dann
auf über bestimmte
Themen
zu sprechen
also zieht sich
aus dem Diskurs
zurück
Fricker beschreibt
das an einem
zuerst einmal
scheinbar
harmlosen
Beispiel
wie sie sagt
nehmen wir eine Frau
eine Frau die sich
für Politik
interessiert
aber in Gesprächen
regelmäßig unterbrochen
wird
regelmäßig
übergangen wird
nicht weil sie
was Falsches
sagt
sondern weil sie
passt
sag ich jetzt mal
und mit der Zeit
sagt dann Fricker
was macht die Frau
die beginnt sich
selbst weniger
zuzutrauen
ihre Meinung
für irrelevant
zu halten
und genau das
ist dann aber der Punkt
der epistemische
Ungerechtigkeit
ist nicht nur
ein Ausschluss
aus dem
Diskurs
sondern schreibt
sich in uns
ein
in unser Denken
unser Selbstverständnis
in diese Frage
wer bin ich
wenn ich
nicht als
wissendes Subjekt
gelten darf
und was kann ich
denn dann eigentlich
über mich selbst
wissen
wenn ich kein
wissendes Subjekt
sein darf
also wir übernehmen
die Zweifel
die andere an uns
haben und machen
bezieht dann quasi
zu unseren eigenen
oder nochmal zurück
auf die Frage
von vorhin
was heißt es
systematisch
nicht gehört zu werden
es heißt
eigentlich
nicht ganz
sichtbar zu sein
nicht ganz
real
weil
Realität
ist
was wir über sie wissen
und Wissen
haben wir heute gelernt
dürfen eben nicht alle
ja
das
ich hatte gerade noch
einen Gedanken
der uns zu
dem Punkt
den wir vor ein paar
Folgen hatten
zum
antifeminist
Backlash
kurz nochmal bringt
weil
also
aus der Perspektive
kann man ja auch gut
erklären
warum der Verlust
an
ich produziere Wissen
und mein Wissen
ist das Wissen
auch zu einer
Abwehrreaktion
führt
also
das natürlich
also es ist ja
irgendwie klar
dass
das macht
Verlust
mit
Verlustängsten
verbunden
genau
danke
also
dass
das
das herbeibeschwört
aber
dass
es da auch
um Wissen
geht
also
es geht eben
nicht nur
um wirklich
dem
uns
also
nicht nur
Macht
im Sinne von
wer herrscht
über wen
sondern
dass
so kleine
Elemente
wie
meine
Wahrnehmung
ist die
richtige
Wahrnehmung
dazu
auch
gehört
also dass man
das nicht
aus dem
Blick
verliert
wir hatten
das gleich
mit dem
Begriff
der
Kränkung
oder
damals
ja
also dass
es quasi
gar nicht
darum geht
weniger
Macht
im Sinne
auch von
real oder
gesellschaftliche
was auch
immer
Macht
hat
sondern
dass
man
quasi
gekränkt
ist
weil
plötzlich
es
nicht
mehr
heißt
dein
Wissen
ist
quasi
der
Nullpunkt
also
das
vielleicht
um
das
nochmal
zusammenzuführen
mit dem
was
wir
vorhin
gesagt
haben
wir
haben
das
natürlich
auf
allen
Seiten
kann
das
eintreten
also
diese
Kränkung
in der
Subjekt
oder
die
Problematik
in der
Subjekt
Konstitution
genau
und
wenn wir
jetzt
aber
da ist
auch
jemand
gekränkt
der ist
sowieso
immer
gekränkt
weil
ich
ihm
nicht
genug
Leckerlis
gebe
beziehungsweise
die
liegen
jetzt
im
falschen
Zimmer
und da
kommt
er
jetzt
nicht
hinein
weil
wir
haben
17
Türen
aber
es ist so
grausam
für den
Kater
das
Leben
dass
wir
17
Türen
haben
um
in
die
Küche
zu
kommen
und
er
genau
durch
diese
Türen
muss
die
ich
zugemacht
habe
weil
ich
sonst
nicht
aufnehmen
kann
weil
unser
Kühlschrank
so
laut
Wir
sind
schon
bei
meinem
letzten
Punkt
angelangt
heute
weil
wenn wir
jetzt
gesagt
haben
Wissen
dürfen
nicht
alle
und
es
liegt
nicht
daran
dass
dieses
Wissen
falsch
wäre
oder
irrelevant
wäre
sondern
es
liegt
an
dem
wie
wir
Menschen
in
einer
Gesellschaft
wahrnehmen
und
behandeln
und
genau
deswegen
wünscht
sich
jetzt
mir
in
Afrika
was
wünscht
sich
sehr
folgerichtig
eigentlich
in ihrer
Terminologie
epistemische
Gerechtigkeit
und
zwar
geht es
ihr
dabei
jetzt
nicht
so
sehr
ums
sprechen
oder
sprechen
können
so wie
wir
das
bei
Ahmet
oder
bei
Lord
ihr
geht
es
vielmehr
um
die
andere
Seite
der
Kommunikation
es geht
ihr
ums
Zuhören
also
was
wir
bräuchten
sagt
sie
wäre
sowas
wie
ein
virtuous
hearer
also
Zuhörer
die
sich
nicht nur
als
passiven
Teil
der
Kommunikation
verstehen
Zuhörer
die bereit
sind
ihr eigenes
Zuhören
quasi
zu hinterfragen
die erkennen
dass
epistemisches
Vertrauen
also
Vertrauen
in das
was
eine andere
Person
sagt
immer auch
davon abhängt
wer
diese
Person
ist
und
wie
diese
Person
eben
in der
Gesellschaft
in der
ich
lebe
in der
wir
leben
behandelt
wird
genau
hier
setzt
sie
dann
mit
ihrem
Begriff
der
testimonial
justice
an
also
testimonial
justice
bedeutet
eine
aktive
Aufmerksamkeit
zu entwickeln
gegenüber
den
eigenen
Vorurteilen
wenn man
die
soziale
Vorurteile
zum
Beispiel
gegenüber
Geschlecht
Race
Klasse
etc
systematische
Verzerrungen
entstehen
wenn wir
darüber
entscheiden
ob wir
einer anderen
Person
glauben
oder
nicht
und
diese
Verzerrungen
die
gilt es
zu erkennen
und gezielt
auszugleichen
und gezielt
heißt
hier eben
es geht
Person
Position
sondern
gerade weil
sie
systematisch
marginalisiert
werden
und
sie sagt
wenn wir
das schaffen
wenn wir
das schaffen
würden
sagt sie
sensibel
dafür zu sein
das
gesellschaftliche
Machtverhältnisse
das Hören
beeinflussen
dann könnte es
uns vielleicht
gelingen
die Welt
ein bisschen
gerechter
zu deuten
die Frage
ist jetzt
wie gelingt
uns das
praktisch
also wie
gelingt
uns das
in der
Realität
wie schaffen
wir
wie schaffen
wir Räume
in denen
es
epistemisch
sage ich
jetzt mal
gerechter
zugeht
als wir
es
gewohnt
sind
hast du
da
hast du
da
Beispiele
kannst du
dir was
vorstellen
oder
kennst
du
vielleicht
etwas
aus
deinem
Alltag
Arbeitsalltag
ja
also
wirklich
praktisches
Alltagsbeispiel
ist natürlich
nicht
das wäre
ja auch
zu schön
gewesen
jetzt
ja
aber in der
Forschung
gibt es
natürlich
einige
Beispiele
das ist
ja
das was
Ficka hier
sagt
das wurde
ja auch
eben auch
echtes
zuhören
und dazu
gehört
es
dann eben
auch
zu sagen
ja
also
nicht
zu sagen
als
Forschung
Person
du erzählst
mir das
aber ich
analysiere
das
jetzt
und
eigentlich
geht es
doch
darum
eigentlich
ist
doch
dein
Problem
dieses
sondern
halt
eben
wirklich
zuzuhören
und gegebenenfalls
halt auch
durch
feministisches
zuhören
eher
ein
ein
Miteinander
und nicht
eben
die eine
Person
sagt was
und das
dann
Daten
und die
analysiere ich
sondern
eher
im Sinne
von
durch
eine
Praxis
wirklich
das
zuvorkommenden
wohlwollenden
feministischen
zuhören
eine
Situation
auch
zu
schaffen
in der
man
quasi
gemeinsam
auch
woanders
enden kann
wo man
angefangen
hat
also
was wir
daraus lernen
ist
wir haben
noch sehr
viel
zu lernen
noch
sehr viel
miteinander
zu sprechen
und so wie du
jetzt gesagt hast
vor allem
nämlich
zuzuhören
ja
aber ich finde
schon
dass das
Frickheader
einen wichtigen
Punkt
anspricht
weil wir
haben
wir auch
im Podcast
haben eigentlich
die vergangenen
Folgen
immer wieder
darum
es ging
immer wieder
darum
wie kann
ich
mich
mitteilen
wie kann
ich
sprechen
wie kann
ich
trotzdem
sprechen
wie kann
ich
weitermachen
immer aus dieser
Perspektive
heraus
aber
wenn wir
und wir haben
das auch selber
immer wieder
auch glaube ich
betont
es gibt einen
Punkt
wo
alles
weitermachen
gar nicht mehr
sinnvoll ist
oder nicht mehr
zu irgendetwas
führt
wenn wir
gegen eine
Wand
sprechen
oder
genau das
will ja
Fricker hinaus
dass es quasi
auch ein
Umdenken
beim Zuhören
braucht
weil das
Zuhören
natürlich
genauso
politisch
genauso
Macht
durchzogen
ist
wie das
Sprechen
ja
das ist ja schon
ganz Basis
vielleicht bringen
uns das auch
nochmal
eine neue
Folgenidee
irgendwie rein
aber bei
Gayatri
Stüberg
und
Candice
Subalterne
Sprechen
geht es ja
am Ende
Effekt
ist ja das
Fazit
beachten
wenn wir
Sprache
sprechen
ja
ich glaube
aber schon
ich glaube
dass das
allgemein
eine sehr
große
eine sehr
große
Problematik
ist
heute
dieses
Herausnehmen
dieses
weg
subtrahieren
eher
der
ZuhörerInnen
Position
dieses
aktiven
Zuhören
es geht so
oft um
Meinungsfreiheit
und man darf
ja heute
nichts mehr
sagen
und bla bla
aber da wird
ja immer
also
auch da
das wird ja
sowieso immer
gesagt
aber da wird
ja immer
dann auch
gesagt
natürlich
darfst du
sagen
aber du
musst halt
damit
rechnen
dass dir
jemand
zuhört
und dann
dir
widerspricht
ja und
gleichzeitig
in Bezug auf
also auch
auf Social Media
aber nicht
nur die
Verrohung
von Sprache
ist ja
ein Effekt
davon
dass wir uns
nicht mehr
zuhören
dass wir
einfach
alle nur
noch
posaunen
und alle
sprechen
und aber
niemand
bei der
anderen
Person
zuhört
also ich glaube
wir sollten uns
wir sollten uns
vielleicht
in Zirkus
ein bisschen
mehr
aufs Zuhören
konzentrieren
ja zusätzlich
also an dieser Stelle
vielleicht ein großes
Dankeschön
an alle
die uns
hier zuhören
im Podcast
während wir
die ganze Zeit
quasseln
das ist eine wunderbare
Überleitung
ins Auto
Verena
siehst du
ich kriege es auch
genau
weil wir sind
nämlich
exakt bei einer Stunde
wir haben gesagt
wir hören jetzt
heute auf
von einer Stunde
siehst du
ich habe sogar
unseren Lernwecker
hier neben uns
stehen
hätte ich mir
auch stellen können
der hätte dann
gepiepst
der hätte dann
uralaut
so gewimmelt
nach einer Stunde
aber wir haben es
hingekriegt
von allein
das passiert
wenn wir davon ausgehen
nur eine halbe Stunde
zu sprechen
dann sind wir hier
genau
also
Verena hat es ja schon gesagt
vielen Dank an alle
die uns
immer wieder
aufs Neue zuhören
und jetzt
wisst ihr auch
wie man das
als Teil von
feministischer Praxis
verstehen kann
wenn ihr wollt
dass andere Menschen
auch diese tolle
feministische Praxis
machen können
dann
teilt unseren Podcast
dann teilt unsere Beiträge
dann folgt uns
auf Social Media
kommentiert vielleicht
die Folgen
wenn ihr noch
Rückfragen habt
oder Ideen
auch auf Spotify
oder bewertet den Podcast
da wo ihr ihn hört
und genau
ich habe ja gerade schon gesagt
wenn ihr Ideen habt
für neue Folgen
dann schreibt die uns gerne
auf den Plattformen
auf denen ihr uns
erreichen könnt
und ich glaube das war
ich glaube das war es
ich habe es vergessen
war alles dabei
sogar die notwendige
philosophische Tiefe
hast du
ins Outro gepackt
sehr gut
genau
ja in diesem Sinne
vielen Dank
vielen Dank
fürs Zuhören
heute darf ich es sagen
genau
wir hören uns
beim nächsten Mal
und ich sage bis dahin
Tschüss und
Baba
bis zum nächsten Mal
tschau