Sprache. Macht. Geschlecht.

Verena Hofstätter & Jessica Albrecht

Wenn Geschlecht stört

oder: Judith Butler besser verstehen

15.04.2026 89 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge sprechen wir über Sprache, Macht und Geschlecht bei Judith Butler und diskutieren zentrale Begriffe wie Diskurs, Iterabilität, Performativität und Handlungsmacht sowie die Frage, wie Subjekte durch normative Ordnungen hervorgebracht werden. Außerdem geht es darum, warum Butlers Texte als schwer verständlich gelten und welche Rolle Materialität in deren Theorie spielt.

In dieser Folge sprechen wir über Sprache, Macht und Geschlecht ;) – und darüber, warum es bei Judith Butler nicht darum geht, was Gender ist, sondern was Gender tut.
Ausgehend von Butlers frühen Texten wie Gender Trouble und Bodies That Matter fragen wir: Wie entstehen Geschlecht, Körper und Identität überhaupt? Welche Rolle spielt dieser ominöse “Diskurs” dabei? Und gibt es dann noch Materie?
Wir diskutieren zentrale Begriffe wie Iterabilität, Performativität, und Handlungsmacht, und zeigen, wie Subjekte durch normative Ordnungen hervorgebracht werden.
Außerdem sprechen wir darüber, warum Butler oft als „schwer verständlich“ gilt – und warum genau das Teil deren Projekts ist.
Du wolltest Judith Butler schon immer besser verstehen? Dann ist diese Folge für dich gemacht!

Zum Mitlesen:
  • Butler, Judith (1990) Gender Trouble.
  • Butler, Judith (1993) Bodies that Matter.
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Jessica:

Verena:

Transkript

Es steht irgendwo in Gender Trouble auch genauso drin. Also dass es halt wirklich da ist, wir suchen die ganze Zeit nach dem, was Geschlecht eigentlich ist. Und indem wir die ganze Zeit darüber nachdenken, es performen, es tun, darüber schreiben, darüber streiten, und es wird schon Teil der Kritik sein. Und das ist ja so ein bisschen das, was ich auch schon am Anfang meinte, es geht eben bei Butler gerade nie darum zu verstehen, was Gender wirklich ist, sondern was Gender macht und warum wir überhaupt die Frage stellen, was Gender wirklich ist, warum wir das Interesse daran haben, warum das wichtig ist und wie das funktioniert, dass wir bestimmte Vorstellungen von Gender haben. Und ich glaube, genau das ist dieser springende Punkt. Also ich lese Butler nicht, damit Butler mir was erklärt, sondern ich lese Butler im Sinne der Juissance. Der Text muss mich vollkommen auseinanderreißen und dann wieder neu zusammensetzen. Ansonsten habe ich den Text, sonst habe ich ja gar keine, ich habe sonst gar keinen Zugang zu dem, was Butler schreibt, wenn ich das nicht anerkenne. Und zum anderen, weil eine Wiederholung niemals mit sich selbst identisch sein kann, weil der Kontext sich ja ändert, wird die Bedeutung auch immer ein kleines bisschen verschoben. Also jeder Akt hat das Potenzial, sowohl subversiv als auch normenaffirmierend zu sein. Wie geht es denn nach der Aufnehmpause? Ähm, ich bin müde und excited. Ich bin ehrlich gesagt total aufgeregt. Wollen wir mal ein excitable speech machen? Ja! Ja, ich bin... Noch nicht? Noch nicht, noch nicht. Oh Mann, ey, es ist trotzdem so schwer. Ja, ähm, warum bin ich so aufgeregt? Ich weiß gar nicht, vielleicht bist du auch aufgeregt. Es ist irgendwie die Folge, auf die ich gewartet habe, seitdem wir diesen Podcast angefangen haben. Und ich will eher gerecht werden. Deswegen bin ich auch aufgeregt. Und ich bin doppelt aufgeregt, weil für mich ist das... Habe ich das erzählt? Für mich ist das die Geburtstagsfolge. Ich habe heute Geburtstag. Irina! Warum sagst du sowas nicht, rechtzeitig? Ich wollte das in Überraschung machen. Ich wollte das excitable machen. Ich wollte gerade sagen, Geburtstagsüberraschungen sind doch immer andersrum. Nein, deswegen bin ich wirklich doppelt excited, weil, ja, so wie du sagst, wir wollen natürlich dem Thema heute gerecht werden. Und das ist halt schon auch, ja, ich glaube für uns beide gerade ziemlich wichtig, dass wir das selber noch einmal aufrollen und aufarbeiten. Ich glaube, es wird eh in der Folge danach rauskommen, dass wir wahrscheinlich einen, nicht den gleichen Zugang wieder mal haben zu... Worum geht es eigentlich heute? Haben wir das erwähnt? Haben wir gesagt, warum wir excited sind? Ich kann den Dreh nochmal ummachen. Verena, du hast erst jetzt Geburtstag, weil wir jetzt erst drüber gesprochen haben. Oh, das stimmt. Das stimmt. Ich vergesse, meine Geburtstage vergesse ich sowieso immer, wenn nicht die Leute mich daran erinnern würden. Aber das liegt glaube ich daran, dass ich ein selbstverständliches Zeitgefühl habe. Und ich habe mir jetzt auch angewöhnt, nicht mehr zu sagen, wie alt ich werde, sondern wie alt ich mich fühle. Weil ich bin offenbar in einem Alter, wo ich, wenn ich morgens aufstehe um 6 Uhr, 17 bin und abends, wenn ich schlafe und gehe, 82. Also wenn sich das averaged, fühle ich mich ungefähr 29. Nicht die meiste Zeit. Was ich nicht so schlecht finde. Wollte ich gerade sagen. Ja. Es gibt schlimmere Alter, die man sich fühlen kann. Genau, aber trotzdem, happy birthday. Danke. Ich habe gewartet bis heute, stimmt. Okay. Gut. Worum geht es heute? Worum geht es heute? Es geht um, also wir haben es ja eigentlich schon in den letzten beiden Folgen angekündigt. Stimmt. Genau. Weil worum ging es in den letzten beiden Folgen? Fangen wir mal so rum an. Wir haben eine lange Anlaufbahn. Wie heißt denn das? Es fängt schon gut an heute. Wir hatten nämlich zwei Folgen schon eigentlich, die diese Folge jetzt vorbereitet hat. Und zwar haben wir angefangen, über Judith Butler zu reden. über Judith Butler in der Gegenwart zu reden. Und zwar haben wir mit deren letztem Buch eigentlich angefangen, das 2024 rausgekommen ist, nämlich Who is afraid of gender? Und da haben wir uns gefragt, was passiert, wenn Gender nicht mehr als analytischer Begriff quasi ist oder als analytischer Begriff verwendet wird, sondern als politischer Begriff, als politischer Kampfbegriff. Und da haben wir Who is afraid of gender quasi so als Intervention gelesen in einen globalen Anti-Gender-Diskurs, also als Analyse von diesem Anti-Gender-Diskurs, der eben sehr stark mit Angst arbeitet. Und Butler geht in diesem Buch ja darum zu zeigen, es geht eigentlich in diesem Anti-Gender-Diskurs nicht darum, was Gender ist, sondern darum, was Gender eigentlich politisch macht oder wozu Gender quasi politisch in der Lage ist zu tun. Weil der Begriff wird da, wir haben das dann Schreckgespenst genannt, dass Kritik delegitimiert, demokratische Debatten blockiert, autoritäre Politik stabilisiert. Das heißt, wir haben gesehen, Anti-Gender richtet sich am Ende gar nicht nur gegen Gender, sondern eigentlich gegen Kritik an sich. Also gegen diese Möglichkeit, Ordnungen in Frage zu stellen. Ja, so. Und heute? Du hast das Stichwort, nicht das, was Gender ist, sondern das, was Gender macht, war eigentlich die perfekte Überwachung. Ich meine, heute wollen wir uns eigentlich anschauen, oder? Warum Gender das überhaupt kann. Also warum sollte Gender das können, Ordnungen in Frage zu stellen, oder? Das ist so ein bisschen. Das ist das magische Wörtchen. Das ist das Tollensis. Ja, genau. Und das ist genau das Tollensis. Das kann man auch vor, den letzten Mal. Genau, genau, genau. Genau, ich wollte kurz sagen, falls der Hund ab und zu mal bellt, dann liegt das daran, weil wir Handwerker im Hausflur haben und sie nicht checkt, dass das kein Besuch ist. Und dann will sie Hallo sagen und dann kommen die aber nicht hoch und dann ist sie sehr verwirrt. Ist doch süß. Ja, schon, aber auch laut. Also nicht wundern. Genau, richtig. Wir springen jetzt heute zurück in die Vergangenheit und schauen uns eben nicht das neueste Buch von Butler an, sondern die beiden bekanntesten ersten Bücher. Das waren natürlich nicht die ersten Bücher, weil Butler's Doktorarbeit war das erste Buch. Aber das gucken wir uns nicht an. Das ist zu viel. Das wäre zu viel, genau. Ja, genau, sondern die ersten beiden irgendwie auch zusammenhängenden Bücher, wo wir, glaube ich, ein bisschen größeren, naja, was heißt ein bisschen größeren Schwerpunkt aufs erste Buch haben, die kann man ja nicht trennen. Die Sprache ist von Gender Trouble von 1990 und Body Start Matter von 1993. Auf Deutsch jeweils das Unbehagen der Geschlechter oder Körper von Gewicht. Ich habe ja schon mal gesagt, dass ich die Übersetzung nicht besonders gut finde. Also ich finde halt einfach Body Start Matter so eine schöne Formulierung im Englischen, weil diese Doppeldeutigkeit drin ist von Matter im Sinne von Bedeutung haben und aber auch Gewicht haben, also Gewicht haben, gewichtig sein und daher Bedeutung haben und gleichzeitig aber auch Materie sein. Materie sein, ja. Genau, darum geht es, ja. Das ist die Verbindung zwischen Bedeutung und Materie. Und Gender Trouble ist natürlich irgendwie auch was anderes als das Unbehagen der Geschlechter, aber so. Ja, kommen wir auch noch. Die Störung des Geschlechterseins. Das liegt ja natürlich auch ein bisschen blöd. Das wäre nicht so ein catchy Titel gewesen. Nee. Vor allem auf Deutsch, wenn wir Freud gewohnt sind. Eben, genau. Also ich weiß nicht, ob diese Zitation von Freud, die da drin ist, so gut ist, aber sie hat zumindest was gemacht in der Redaktion. Ja, ja, ja, ja. Genau, also es geht um die ersten beiden Bücher oder wie ich die Überschrift genannt habe vor diesem Teil, Feminismus kompliziert gemacht. Ja, genau. Ja, genau. Das finde ich aber eine super Überschrift. Aber du sagst, weil du sagst, erste beiden Bücher. Ich meine, erste beiden bekannten Bücher, skandalösen Bücher, sozusagen so. Aber, und ich fand das schon lustig, damals, wie du das auf Insta geschrieben hast, ja, weil es bei mir ja genau gleich war. Ja, ja, aber du hast dir gesagt, du hast Gender Trouble eigentlich, bevor wir jetzt diese Folge vorbereitet haben, noch gar nicht gelesen gehabt. Warum nicht? Warum nicht? Warum hast du dieses Buch nicht gelesen? Warum tue ich immer so? Sonst hätte ich alle Watt, habe ich ja gelesen. Ja, kannst du nicht mal Gender Trouble gelesen? Ja, genau. Ich habe das Buch vor drei Wochen bestellt und vor zwei Wochen das erste Mal aufgemacht. Genau, der Februar 2026 war der Moment, in dem ich Gender Trouble zum ersten Mal las. Genau, also der Grund ist, ehrlich gesagt, relativ einfacher. Ich habe ja schon mal in dem Podcast hier erzählt, dass ich früher in so einem Lesekreis war. Wo wir einige Texte gelesen haben, was ich gesagt habe, dass mir das ja viel geholfen hat, wirklich, wie ich an Texte rangehe. Und auch etwas auf eine ganz andere Basis geschaffen hat, auch neben dem Studium. Und ich bin in den Lesekreis dazugekommen und da gab es immer Montagabend einen, was ist der feministische Lesekreis? Also da haben wir feministische Texte gelesen. Und ich bin in dem Semester dazugekommen, als die Leute Gender Trouble schon im Semester davor gelesen hatten und dann Body Start Matter gelesen haben. Und das wäre natürlich die einfache Antwort, dass ich deswegen einfach mit Body Start Matter angefangen habe. Der Grund, warum ich aber Gender Trouble nie aufgeschlagen habe, war, dass aus zwei Gründen. In dem Lesekreis waren die Leute, oh, letztes Semester war so kompliziert, niemand hat was verstanden. Wir versuchen es jetzt nochmal mit Body Start Matter, vielleicht erklärt das ja mal. Und dann dachte ich mir, ja gut, warum muss ich mir dann das kompliziertere Buch antun, wenn ich Body Start Matter gelesen habe. Ja. Du bist in die Falle getappt. Ja, voll. Richtig, richtig. Genau, deswegen dachte ich, diese Geschichte. Und weil Butler ja schon sagt, dass Body Start Matter eigentlich auch deswegen geschrieben wurde, um bestimmte Fragezeichen oder nicht eindrückliche Formulierungen anders zu schreiben. Und nochmal vor allem sich über Materie Gedanken zu machen. Und damit so ein paar Missverständnisse in Anführungszeichen. Also immer, wenn ich heute über Verstehen oder Missverstehen oder Richtig oder Falsch spreche, müsst ihr euch das in Anführungszeichen vorstellen. Weil es gibt natürlich kein richtiges Verstehen. Aber der Einfachheit halber sage ich nicht nur in Anführungszeichen dazu. Genau, also so ein Missverstehen, das entstanden ist, das so ein bisschen aufzunehmen, produktiv weiterzudenken und ein paar Missverständnisse zu klären. Und dann dachte ich mir, gut, wenn da Missverständnisse drin sind in Gender Trouble, muss ich das auch nicht lesen. Genau. Genau. Und dann hast du ein paar Jahre gewartet. Ich bin voll in die Falle getappt. Ein paar Jahre gewartet. Ja, genau. Nee, länger. Ich war, das war 2017, also so neun Jahre. Also vor neun Jahren habe ich vor dem Alter zum ersten Mal in der Hand gehabt. Ja. Genau, vor neun Jahren, ja. Und jetzt Gender Trouble. Genau, und das Spannende ist, dass sich das ja, du sagst, das ist ja in die Falle getappt, weil es ist ja eine Erfahrung, die sich bei ganz vielen Leuten irgendwie deckt. Und die auch irgendwie immer so weitererzählt wird. Also ich habe auch, als wir jetzt auf Instagram in unseren Storys darüber berichtet hatten, habe ich eine Nachricht bekommen von einer Person, die wirklich sehr viele feministische Theorie und Bücher liest. Und wirklich sehr, sehr belesen ist. Und die Person hat trotzdem gesagt, boah, also Gender Trouble fand ich einfach wirklich schwierig geschrieben. Aha. Hm, genau. Aber wir haben eh auch schon mal darüber gesprochen. Wir haben es kurz, glaube ich, erwähnt. Oder es hängt, glaube ich, auch davon ab, in welcher Sprache man liest. Ein bisschen. Oder vielleicht sogar sehr. Also das weiß ich jetzt nicht, welche Sprache die kommentierende Person da gewählt hat. Also das könnte natürlich auch zusätzlich da rein liegen. Genau, aber würdest du sagen, ich finde ja, dass Butlers deutsche Übersetzungen richtig schlecht sind. Ja. Nicht bei der Titel. Also wenn man versucht, es sich einfach zu machen und auf Deutsch liest, glaube ich, macht man es sich bei Butlers schwieriger als umgekehrt. Also zumindest bei den alten Büchern, alles bis zur 1000. Ja. Ja. Also alles inklusive Undoing Gender, beziehungsweise die Macht der Geschlechternorm, was um 2000 herum rausgekommen ist. Und danach wird es einfacher. Auch die deutschen Übersetzungen sind danach wesentlich besser. Ja, weil wir da zugelernt haben. Ja, genau. Leute haben so ein bisschen, okay, warte, machen wir das jetzt besser. Genau, aber es ist halt wirklich, manchmal sind, also wenn auf Englisch da kurze Sätze stehen, die eine Zeile lang sind, machen die in der deutschen Übersetzung teilweise wirklich so sechs, sieben Zeilen draus. Und dadurch wird es einfach unnötig kompliziert. Und, unnötig kompliziert, gutes Stichwort. Gehen wir zum komplizierten Feminismus? Ja, genau. Aber ich habe noch ein schönes Zitat aus der Einführung von Body Stub Matter, wo ich nämlich gesagt habe, dass es ja darum geht mit dem, also dass Butler das sehr quasi neu schreiben wollte. Ich zitiere, dieser Text, also Body Stub Matter, dient in Teilen einem Neudenken von einigen Teilen aus Gender-Trobe, die für Verwirrung gesorgt haben. Aber auch als Versuch, weiter über die Wirkungsweisen der heterosexuellen Hegemonie in der Erschaffung von sexuellen und politischen Materien nachzudenken. Genau. Und das ist was, was wir so ein bisschen im Kopf haben sollen, weil wir springen ja beide so ein bisschen zwischen Gender Trouble und Body Stub Matter heute. Und für Leute, die es nachlesen wollen, wenn man mehr was zu Performativität lernen will, ist Gender Trouble das richtige Buch? Und wenn man mehr was zu Materialität lernen will, ist Body Stub Matter das richtige Buch? Das ist die Zauberformel. Genau. Es ist natürlich beides in beidem drin, aber es sind halt auch wirklich, genau, sehr anspruchsvolle 180-Seiten-Bufe. Und da sind 180 Seiten, also ich lese kein Buch so langsam wie Butler, also aus einer feministischen Art heraus jetzt. Genau, natürlich lese ich Lacour jetzt langsamer als Butler. Ja, oh Gott, ja. Aber jetzt quasi im feministischen Diskurs gesehen, ja. Aber Body Stub Matter, nur kurz als Einführung, weil wir noch im Einführungsteil sind, ist nicht das einzige Buch oder nicht der einzige Text, den Butler in den 90ern geschrieben hat, um Gender Trouble zu erweitern. Es gibt noch ganz viele Texte zu den, also vor allem The Psychic Life of Power wäre ein Buch, das sich nach den psychischen inneren Auswirkungen und deren Relation zu Performativitätstheorie Fragen stellt. Und es gibt mehrere so quasi, also Gender Trouble sozusagen als Ausgangstext und dann in verschiedene Richtungen gedacht, so muss man die Texte auch einordnen in den 90er Jahren. Ja. Genau, bevor dann eben Undoing Gender kam, was irgendwie nochmal alles zusammengebracht hat und seitdem geht es weniger deutlich dezidiert nur um Gender by Butler. Ja. Aber was heißt denn jetzt eigentlich dieses Falschverstehen und ist dieses Falsch nicht vielleicht eigentlich nur eine Reaktion auf die Art und Weise, wie geschrieben wurde? Genau, und ich hatte ja schon einen Teil dazu auf Instagram auch gepostet, weil das bei mir auch einige, naja, interessante Gedanken geöffnet hat zu, wie wir überhaupt Wissenschaft verstehen. Ja. Und klar, wir haben jetzt in den letzten Folgen auch ganz viel über Kritik und über Verfestigung von Bedeutung als ein ideologisches Projekt gesprochen und Kritik ist, dass das irgendwie auflockert. Und in die Richtung geht auch das, was Butler hier zu sagen hat. Und deswegen habe ich jetzt ein längeres Zitat. Das ist aus dem, was heißt nochmal Preface auf Deutsch? Den einführenden Worten? Vorwort. Ja, genau. Aus dem Vorwort von Gender Trouble, aber aus einer späteren Edition, das ist in der 1999er Version, gibt es zwei Vorwörter. Eben das Originale und das von 1999 und das ist aus 1999, jetzt von neun Jahren, nachdem das Buch zum ersten Mal erschienen ist. Ich zitiere. Sowohl Kritikerinnen und Kritiker als auch Freundinnen und Freunde von Gender Trouble haben auf die Schwierigkeit seines Zils hingewiesen. Es ist zweifellos seltsam und für manche frustrierend, ein Buch zu finden, das sich nicht leicht konsumieren lässt und dennoch nach akademischen Maßstäben als populär gilt. Die Überraschung darüber ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass wir das Lesepublikum unterschätzen. Seine Fähigkeiten sind verlangen, komplexe und herausfordernde Texte zu lesen, wenn die Komplexität nicht selbstzweckhaft ist. Wenn die Herausforderung im Dienst dessen steht, als selbstverständlich angenommene Wahrheiten in Frage zu stellen, wenn eben diese Selbstverständlichkeiten tatsächlich unterdrückend sind. Ich habe einen kurzen Einschub, es geht noch weiter, aber da sieht man schon, dass Butler ja wirklich das Publikum ernst nimmt und sagt, wenn ihr wirklich nachdenken wollt, dann gebe ich euch auch einen Text, um mit dem Text einfach wirklich nachzudenken. Und mache es nicht extra einfach nur, um es euch einfach und mir einfach zu machen. Und es deutet auch schon mal an, dass es ja wirklich darum geht, Wahrheiten in Frage zu stellen. Und wenn es einfach mehr, dann würde man Wahrheiten nicht in Frage stellen. Weiter. Zitat, ich denke, dass Stil ein kompliziertes Terrain ist und keines, das wir einseitig wählen oder kontrollieren. Entsprechend den Zwecken, die wir bewusst verfolgen. Gewiss kann man Stile einüben, aber die Stile, die einem zur Verfügung stehen, sind nicht vollständig eine Frage der Wahl. Zudem sind weder Grammatik noch Stil politisch neutral. Die Regeln zu lernen, die verständliche Rede bestimmen, bedeutet eine Einübung in normalisierte Sprache, wobei der Preis der Nichtanpassung der Verlust von Verständlichkeit selbst ist. Wie Drusilla Cornell in der Tradition Adornos erinnert, ist an gesunden Menschenverstand nichts radikal. Es wäre ein Fehler zu glauben, dass die überlieferte Grammatik das beste Vehikel sei, um radikale Ansichten auszudrücken. Angesichts der Beschränkungen, die Grammatik dem Denken auferlegt, ja dem Denkbaren selbst. Doch Formulierungen, die die Grammatik verdrehen oder implizit die Subjektprädikatstruktur propositionaler Bedeutung in Frage stellen, sind für manche eindeutig irritierend. Sie erzeugen mehr Arbeit für ihre Leserinnen und Leser und manchmal fühlen sich diese durch solche Anforderungen angegriffen. Ist die Beschwerde derjenigen, die sich daran stoßen, eine legitime Forderung nach klarer Rede? Oder entspringt sie einer Konsumerwartung an das intellektuelle Leben? Lässt sich vielleicht ein Wert aus solchen Erfahrungen in sprachlicher Schwierigkeit gewinnen? Wenn das, was wir für selbstverständlich halten, durch grammatische Normen naturalisiert wird, dann wird eine Veränderung auf der grundlegendsten epistemischen Ebene teilweise dadurch vollzogen, dass eben jene Grammatik gestritten wird, in der diese Selbstverständlichkeiten gegeben sind. Was sind deine Gedanken dazu? Ja, ich musste beim Lesen, ich muss an zwei Sachen denken, zweieinhalb. Das Erste, was mir eingefallen ist, ist dieses Regeln lernen, von dem da die Rede ist. Das erinnert mich so an dieses Zitat, das ich lange hängen gehabt habe bei mir im Büro damals noch, als ich halt, du weißt, vor Corona hatte, wo ich noch ein Büro hatte und da eben quasi für meine SchülerInnen, die da reinkommen, gleich das Erste, was sie gesehen haben, wenn sie zu mir zum Deutschkurs kommen, ist das Zitat von Picasso, kennst du das? Picasso ist jetzt nicht unser super tolles feministisches Vorbild, aber das Zitat finde ich gut. Wo er sagt, also auf Englisch heißt dann, Learn the rules like a pro, so that you can break them like an artist. Und ich finde, das passt einfach so als Denkanstoß jetzt zu dem, was Butler da schreibt, so gut. Und das hat mich dann wieder denken lassen an das, was wir, boah, wir haben schon so viele Folgen, ich weiß nicht mehr, in welcher Folge das war, aber in irgendeiner Folge haben wir über Deleuze und Garderie gesprochen, die von dieser minoritären Literatur sprechen. Bei Anseldur, glaube ich. Bei Anseldur, genau, weil da haben wir doch auch gesprochen, weil, genau, ja, das macht Sinn, weil da haben wir doch auch dann drüber gesprochen, also sie machen das ja bei Kafka und in seiner Literatur quasi, ich weiß jetzt, hier geht es um akademische Literatur und nicht um Literatur, aber ich finde, es ist schon eine Parallele da, weil wenn man sich überlegt, ja, was ist denn, was ist denn ihrer Meinung nach minoritäre Literatur, also sie meinen quasi Literatur, ein Schreiben, das eine Sprache von innen heraus irritiert, also jetzt nicht einfach nur neue Inhalte in diese Sprache bringt, sondern wirklich die bestehende Grammatik quasi irritiert und stört, diese Grammatik brüchig macht. Und das ist, glaube ich, dann das, was Butler hier beschreibt als das, was die LeserInnen, warte, da kommt jetzt kein deutscher Schatz raus, also das, was, wodurch sich, sorry, jetzt kommt es, so, wodurch sich die LeserInnen dann angegriffen fühlen. Also nicht durch die, primär durch die Inhalte, sondern zuerst mal schon durch die Grammatik, zuerst schon mal durch die Sprache an sich. Und ich glaube, das ist das, worauf da in dieser Preface, oder in dem Vorwort Bezug genommen wird. Das heißt, und ich finde das halt jetzt in dem Lichte quasi, auch dann jetzt nicht wirklich, es wäre unfair zu sagen, das ist quasi akademische Arroganz oder sonst irgendwas, oder zu versuchen, quasi eine hochphilosophische Sprache da zu entwickeln, sondern das ist, genauso wie ich jetzt schon vorher gesagt habe, bei Who's Afraid of Gender, das ist nicht nur pure, reine, wie soll ich sagen, Analyse quasi, die Dinge, sondern das ist wirklich eine Art von Intervention. Und zwar schon auf der Ebene der Sprache quasi diese eine, und ja, natürlich, und ich glaube, da wäre Butler ja die erste Person, die da zustimmen würde, nicht jede Irritation ist auch wirklich produktiv. Manchmal ist es halt einfach blöd formuliert, oder manchmal ist es zu kompliziert, das kann schon sein. Aber, so wie Butler sagt, wenn das Denkbare, wir werden heute darauf rückkommen, nehme ich an, wenn das Denkbare durch sprachliche Normen begrenzt ist, dann kann halt eine Verschiebung dieser Normen auf sprachlicher Ebene selbst schon Teil der Kritik sein. Also, so interpretiere ich quasi diese, also das, was jetzt hier als Stil beschrieben wird. Ich glaube nicht, dass es eben, ich glaube, dass das Wort Stil hier vielleicht ein bisschen misleading ist. Weil es ist nicht Stil, es ist nicht, weil ich es so haben will, weil es so schön klingt oder akademisch klingt oder glaubwürdig eher, sondern eine Intervention, Punkt aus. Genau, also der Verweis auf Stil, also ich habe diesen einen Satz, fand ich auch so schön, gewiss kann man Stile einüben, aber die Stile, die einem zur Verfügung stehen, sind nicht vollständig eine Frage der Wahl. Und das zeigt ja auch das. Also natürlich ist auch so ein Eingeständnis mit, hey, ich habe 20 Jahre in der Philosophie-Departement auf der Welt überall, ich kann mich nicht entscheiden, auf einmal anders zu schreiben. Und es hätte lange gedauert, anders zu schreiben. Und das Buch war ein wissenschaftliches Buch, das für ein bestimmtes Publikum in genau dieser Sphäre geschrieben wurde. Warum sollte ich lernen, anders zu schreiben? Das ist die eine Sache. Und deswegen vermischt sich genau Stil halt wirklich mit diesem, wie wird geschrieben, im Sinne von, also welche Worte werden benutzt und wird damit vielleicht einmal eine Kontinuität zu einer bestimmten Philosophie-Tradition hergestellt, um auch darin und in anderen Diskursen wirklich verschiedene Dinge aufzuzeigen, indem man Sprache und wie sie sonst funktioniert durchbricht. Also mir ging es nur darum, einfach zu sagen, glaube ich, dass das Wort Stil oft im Alltagsgebrauch so sehr auf individuelle Freiheit quasi, oder was ich meine, dass man sagt, okay, diese Person hat einen bestimmten Stil, einen bestimmten Sprechstil, einen bestimmten Schreibstil, aber genauso wie du es jetzt gesagt hast, ich glaube, das war der springende Punkt, Stil ist ja eigentlich in dem Sinn, wie es jetzt hier gebraucht wird und eigentlich sollten wir es auch sonst immer so verstehen, eine Norm, das ist es. Also es ist ja nicht, man ist nicht frei darin, Stile zu wählen. Ja, genau. Genau, zwei Gedanken, die ich noch hatte, ist ein kurzer dazu, ist, dass ich jetzt endlich das perfekte Zitat gefunden habe, um es Leuten zu zeigen, die mir immer sagen, Butler schreibt zu kompliziert und deswegen kann man sich nicht mit deren Argument auseinandersetzen. Maybe you didn't get the argument at all. Nee, aber auch, also allgemein, ich meine, ich sage das immer zum Spaß, aber so ein bisschen ernst ist schon gemeint, dass mir halt noch nicht wirklich eine richtig gute Kritik von Butler untergekommen ist, weil ich das Gefühl habe, wenn Butler kritisiert wird, dann ist das auf einer ganz anderen Ebene. Und klar gibt es Kritik und die ist dann, keine Ahnung, zum Beispiel in dem einen Buch, das Butler zusammen mit Slavoj Žižek und Ernesto Laklau schreibt, ja, zu Universalismus und Partikularität, da sind die auch nicht einer Meinung, aber die sind zu, also im Vergleich sind sie zu 99 Prozent einer Meinung und denken dann über das letzte Fitzgerald hier nach und es ist wirklich keine Kritik an deren Denken im Grundsätzlichen, sondern wirklich, da geht es um feinste, minimale, philosophische Abzweigungen ganz am Ende. Und, genau, ich sage immer zum Spaß, also man muss mir, also mir ist einfach noch keine Kritik untergelaufen, die Butler wirklich verstanden hätte. Ja, auch weil ich natürlich nicht alles kenne, was da draußen ist, aber weil ich wirklich das Gefühl habe, dass teilweise nach so 40 Prozent des Versuches zu verstehen abgebrochen wurde und dann eine Kritik formuliert wurde und 40 Prozent ist schon gut bemessen, manchmal schon viel früher. Ja, das erinnert mich so dran, okay, zwar erinnert mich noch an was, aber es erinnert mich so an, also vielleicht liegt es daran, dass auch der Text an sich, ja, dieser, also der, ja, die Intention des Textes, nein, das, so weit will ich nicht gehen, aber die Unterscheidung von, bei Barth oder bei Roland Barth zwischen einem Plaisir du Text und Juissance du Text und ich glaube, genau das ist dieser springende Punkt, also ich lese Butler nicht, damit Butler mir was erklärt, sondern ich lese Butler im Sinne der Juissance, der Text muss mich vollkommen auseinanderreißen und dann wieder neu zusammensetzen, ansonsten habe ich den Text, sonst habe ich ja gar keine, ich habe sonst gar keinen Zugang zu dem, was Butler schreibt, wenn ich das nicht anerkenne. Du lest ja auch Texte nicht, weil es dir Spaß macht. Nein, das lese ich nicht gerne. Das sage ich immer. Das kann ich jetzt jedes Mal sagen, Ja, also ich lese Texte eher, weil es mir dann Spaß macht, so ja, genau, ja, genau und dann unterstreiche ich, unterstreiche ich, mache Haken hin und was auch immer und am Ende schaue ich mir die Seite an und denke mir so, zieht sich genauso aus wie vorher, weil überall Dinge markiert. Aber ich finde es danach leichter wieder. Du, deswegen, deswegen habe ich meine 100.000 Farben, wo die Leute immer da sagen, okay, was brauchst du? 70.000 Textmarker, na, deswegen, damit der Text nicht dann nachher gleich auch schaut wie vorher. Nee, mit mehr als Bleistift traue ich mich nicht. Da reinzumalen. Ja, genau. Einen, bevor wir zu weit abdriften. Okay, gut. Dein Stichwort bei Deleuze und Guattari zu Kafka war wichtig. Ich habe Kafka natürlich jetzt aus der Butler-Folge vollkommen rausgehalten, aber zumindest ein kurzer Verweis finde ich wichtig, weil wir ja in der ersten Folge, in der letzten Doppelfolge kurz über Anti-Judaismus gesprochen haben in der Kritik der Philosophie-Tradition, Antisemitismus. Und sowohl bei Deleuze und Guattari als auch allgemeinem Post-Strukturalismus als auch insbesondere bei Butler ist eine Rezeption von Kafka zentral. Und dann sage ich mir, ja gut, sag mal nochmal, Butler hat kompliziert geschrieben und hat dann Kafka verlegt. Ich lese gerade alle Briefe von Kafka. Oh Gott. Ein paar Gruppen. Weißt du, ich habe mich gestapelt, bist du so groß wie ich. So hoch wie ich. Wir waren auch letztes Jahr im Kafka-Museum in Prag und das war auch sehr spannend. Ich habe ja drei oder zwei, ich weiß schon gar nicht mehr, ich glaube drei Seminare, Online-Seminare bei Butler gehabt über die European Graduate School. Und eins war auch dezidiert zu Kafka und da ist mir das erst so richtig klar geworden. Und jetzt habe ich, als ich Gender Trouble aufgeschlagen habe, es überall gelesen. Und eben das, was, also ganz minimal kurz, um es richtig kompliziert zu machen und danach wird die Folge einfacher, also Before the Law. Und das ist auch das, was Derrida sich immer anschaut bei Kafka. Und deswegen, also Butler steht da in der Derrida-Tradition und dann aber nochmal zurück zu Benjamin, zu Skulem und dann zu Kafka. Also jüdische Kabbalah und jüdischer Mystizismus und wie dieser eben eine bestimmte Philosophie-Tradition beeinflusst hat. Und bei Vor dem Gesetz geht es halt darum, so ganz grob gesagt, es gibt eine Person, die steht so vor den Toren des Gesetzes und will halt irgendwie wissen, was der Urteilspruch dahinter ist. Und weil sie diese Türen aber nicht öffnen, die Person aber in ständiger Erwartung ist, schafft sie sich quasi in Bezug zu diesem imaginierten, was danach kommt, schon selbst ein Urteil und selbst die Regeln. die Zeit nach dem, was Geschlecht eigentlich ist und indem wir die ganze Zeit darüber nachdenken, es performen, es tun, darüber schreiben, darüber streiten, schaffen wir Geschlecht eigentlich. So. Sehr gut. Ich habe gerade gesagt, jetzt sind wir eigentlich schon bei den Begrifflichkeiten. Ich meinte gerade auch, dass die Folge jetzt leichter wird und zwar nicht, weil wir jetzt keine schwierigen Begriffe mehr benutzen, sondern weil wir sie versuchen zu erklären. Richtig. Aber wir dachten uns, bevor wir, ja, also die Frage ist halt, wie teilt man zwei Bücher in ein oder zwei Podcast-Folgen auf? Und wir dachten uns eher, wir nehmen wichtige Aspekte und Begriffe davon raus. Und daran sieht man auch eigentlich gleich wieder, dass Butler nicht einfach nur, und das hatte ich ja schon ganz am Anfang in der ersten Doppelfolge gesagt, dass Butler aus vielen verschiedenen Traditionen schöpft und sie kreativ neu zusammenbringt. Und das ist zum einen natürlich die Psychoanalyse, die wir auch hier wieder ausklammern werden, auch wenn wir immer wieder darauf verweisen werden in der heutigen Folge. Dann die sogenannte französische Philosophie, also der Post-Strukturalismus, also Foucault, Derrida, Altissère, aber auch feministische Theorie, in dem Fall auch wirklich französische feministische Theorie, also Monique Wittig, Julia Christopher, Louis-Erikarey und andere. Und das Spannende ist eben, dass Butler's Buch das erste ist, das wirklich diese französisch-feministische Theorie mit der französisch- Produktion und da nennt Butler dezidiert auch Stuart Hall. Und hier verweise ich nochmal auf unsere Toll-Folge zu Stuart Hall. Das ist, ja, ich finde es einfach auch schön, wenn man sieht, dass die Leute, die man toll findet, sich gegenseitig toll finden. Ja, wie wäre das nochmal? Man erkennt die Personen, mit denen man kann. Ja. Ich habe auch nur mal, also ich finde es immer, ich liebe es ja wirklich, also ich habe mir angewöhnt, bei allen Büchern, ich lese wirklich die Danksagung und das Vorwort zu lesen, weil man das so viel mehr fast lernt, als was in den Texten steht. Und zwar wirklich um dieses, was es um diesen Text herum passiert. Und ich habe ja zum Beispiel letzte Woche, nee, nicht mehr, boah, als wir über Kritik gesprochen haben, ging es ganz am Ende um Joe und Scott, um diese Genderhistorikerin. Und ich habe jetzt wieder gelesen und ich weiß ja, dass Butler und Scott sich jetzt auch in den späten Werken immer zitieren. Und die haben aber in den 80er Jahren zusammen in einem Zentrum gearbeitet. Und auch in den 90er Jahren, in den 90er Jahren dann Bucher zusammen rausgegeben. Was ich gar nicht wusste, was jetzt auch wieder durch Gender Trouble mir erst sozusagen gezeigt wurde. Aber ja, also genau, also es ist jetzt nicht verwunderlich, dass wir sie in einer Folge gehabt haben. So, wir kommen zum ersten Wort. Das kennen wir eigentlich schon. Und zwar? Nämlich Genealogie. Ja, das kennen wir. Das kennen wir. Dann können wir das zweite Mal. Nee, also genau. Du hast gesagt, du wolltest es einfacher machen. Also du musst es jetzt schon erklären. Genau. Wir machen es nochmal einfacher und basst uns bei Genealogie. Nee, ich habe auch hier ein Zitat von Butler herausgesucht, nämlich aus dem Vorwort, dem Originalvorwort von Gender Trouble von 1990, wo es nämlich auch grundsätzlich darum, also um den Blickwinkel einfach des Buches geht. Ich zitiere, die grundlegenden Kategorien Sex, Gender und Begehren, also Sex, habe ich jetzt so gelassen auf Englisch, da muss ich jetzt quasi Sexualität und biologisches Geschlecht dabei denken. Also Sex, Gender und Begehren als Effekte einer bestimmten Formation von Macht aufzudecken, bedarf einer bestimmten Form der kritischen Untersuchung, die Foucault, Nietzsche reformulierend, als Genealogie bezeichnet. Eine genealogische Kritik weigert sich nach den Ursprüngen von Gender, einer inneren Wahrheit des weiblichen Begehrens oder einer eigenen oder authentischen sexuellen Identität zu suchen. Stattdessen untersucht die Genealogie die politischen Interessen etwas als Ursprung oder als Grund zu bezeichnen, was eigentlich der Effekt von Institutionen, Praktiken und Diskursen ist. Und das ist ja so ein bisschen das, was ich auch schon am Anfang meinte, es geht eben bei Butler gerade nie darum, zu verstehen, was Gender möglich ist, sondern was Gender macht und warum wir überhaupt die Frage stellen, was Gender wirklich ist, warum wir das Interesse daran haben, warum das wichtig ist und wie das funktioniert, dass wir bestimmte Vorstellungen von Gender haben. Ja. Ja. Dann kommen wir genau zu diesen Wörtern, die ich gerade genannt habe. Sex, Gender und Sexualität. Wir hatten da mal so eine Folge, ich glaube, das war die zweite. Ja. Da haben wir auch schon über diese Worte gesprochen. Kannst du da nochmal eine Mini-Feedback, nicht Feedback, Recap geben. Mini-Recap. Ein Recap. Ein Feedback hast du auch. Ein Mini-Recap zu, na, herzlich, Gayle Rubin, nehme ich an, oder? Genau. Also da haben wir, das hatten wir in der zweiten Folge, weil das war Mitte der 70er, ne, also das, in dem, the traffic in women, da fragt ja Rubin eigentlich die Frage, die da zentral ist, ist, warum die Unterordnung von Frauen quasi so stabil ist, auch in Gesellschaften, die ja eigentlich sich sonst radikal voneinander unterscheiden. Also warum das quasi global so ein Phänomen ist, also Unterordnung von Frauen. Und da lautet eben die zentrale These, also Rubin spricht dann eben oder entwickelt da diese Idee dieses Sex-Gender-Systems und da ist eben ihre These, dass Frauenunterdrückung nicht biologisch organisiert ist, sondern kulturell. Also, es gibt gesellschaftliche Strukturen wie zum Beispiel Verwandtschaft oder Verwandtschaftsordnungen, Sexualnormen, Heiratsregeln etc., die, die, okay, und jetzt kommt's, die biologischen Unterschiede in soziale Geschlechterrollen übersetzen. Quasi. Das heißt, bei Rubin ist halt Sex und jetzt wieder so, wie du gesagt hast, in der doppelten Bedeutung zu lesen, noch relativ stabil gedacht. Und Gender ist quasi die kulturelle Überbau oder diese Bearbeitung dieses biologischen Materials. Und dieses System, das ganze System ist heterosexuell organisiert. und ich glaube für Butler das vielleicht jetzt so als Überleitung jetzt zu Butler, weil Butler übernimmt ja diese, weil was da passiert ist, Rubin entnaturalisiert quasi dann die Unterdrückung. also das übernimmt Butler, diese Idee übernimmt Butler, aber der geht natürlich da noch einen Schritt weiter, weil wenn Gender kulturell gemacht ist, sozusagen, ja, woher wissen wir dann eigentlich was Sex ist. Also die Frage ist dann, die Frage geht nicht, da geht es nicht um Gender bei Butler mehr in der Rezeption, sondern eigentlich dann die Frage überträgt sich dann auf Sex. Also ist diese Zweiteilung quasi dann in biologische Geschlechter unter Anführungszeichen. Entschuldigung, meine Oma ruft an, weil ich Geburtstag habe. Sie checkt nicht, dass ich ablege. Die ist wirklich schon 82. Nein, die ist schon älter. Okay, wo war ich? Also ja, genau, aber diese Zweiteilung dieses biologischen Geschlechts, ja, das ist dann, das ist die Problematisierung dann. Also können wir das dann nicht eigentlich auch diskursiv rahmen, quasi dann diesen Begriff. Genau, und das Spannende ist ja, also genau das, dass die Idee ja deswegen, also natürlich kann man immer behaupten, ja, wir gucken, also wir kritisieren jetzt halt auch das biologische Geschlecht, aber Butler zeigt ja ganz klar, dass ein ein vorsteller Gedanke bei Gail Rubin drin ist und das ist die Annahme, dass Heterosexualität die Norm ist. Weil es macht ja nur, also bei Gail Rubin ist ja wirklich so, dass Gail Rubin sagt, es gibt geschlechtliche Unterschiede, deshalb haben wir Sex miteinander und weil wir auf bestimmte Art und Weise Sex miteinander haben, entsteht daraus Geschlecht, wie wir das in der Gesellschaft vorfinden. Ganz, ganz simpel. Das ist ein 30 Seiten Text und das war jetzt sehr, sehr simpel, aber die Grundannahme ist ja, aus vergeschlechtlichen Körpern kommt Heterosexualität und das stimmt ja nicht und das war ja also Butler's erster Gedanke, also sowohl aus ihrer Erfahrungen in bestimmten Queeren und LGBTQ Underground Szenen, dass halt Heterosexualität nicht einfach so die Norm ist und dann wirklich zu überlegen, was heißt es, wenn wir jetzt aber trotzdem nicht Homosexualität, Bisexualität etc. als Abweichung von einer Norm sehen, sondern als Potenzial, das uns wirklich hilft, neu über die Idee dieser Norm nachzudenken, woher diese Norm kommt. Also gerade nicht zu sagen, wie, keine Ahnung, jetzt Klaschusfreud und schlechte frühe Psychoanalyse zu sagen, das ist einfach nicht vollentwickelte Heterosexualität und Heterosexualität ist trotzdem das, was der Standard ist und wie denken wir darüber nach, dass es etwas gibt, das nicht der Standard ist, sondern eben auch durch den Impetus von Foucault zu sagen, meine Oma möchte jetzt mal anrufen, ich muss ausschalten. Oh nein. Oder willst du kurz rangehen? Ja. Sie sagt immer nur, ja, ja, hallo, als gut singen du willst, ja, piti baba. Okay, genau, sondern eben darüber nachzudenken, was heißt es überhaupt, wie diese, wie unsere Vorstellung davon, dass etwas Natürliches entsteht. Und das Spannende ist eben, wenn man halt dann nicht davon ausgeht, dass Heterosexualität die Norm ist, dann kommt man mit diesem damaligen radikalen Feminismus nicht mehr mit, ja, wo Gay Rubin in der Tradition steht. Also zu sagen, wir sind heterosexuell, dadurch entsteht ein Machtgefälle und dieses Machtgefälle wird auf Gesellschaft übertragen. Denn dann wären ja alle nicht heterosexuellen Männer und Frauen keine Männer und Frauen in diesem System. Wenn Geschlecht daraus entsteht, dass wir in eine heterosexuelle Matrix eingebettet sind, was ist dann mit den Menschen, die außerhalb dieser heterosexuellen Matrix stehen, sind das dann keine Frauen und keine Männer zum Beispiel. Und das ist so der Beginn von Butlers Hinterfragung. Was passiert ist, wenn wir gerade auch feministisch Theorie machen wollen und feministisch denken wollen und über das Subjekt des Feminismus nachdenken wollen, wenn es sozusagen offensichtlich irgendwie Frauen gibt, die aber nicht in das passen, wie wir Frauen definieren. Ja, ja, ja. Und dann geht es eben weiter so eben, wie gesagt, wie verhält sich die lesbische Frau dazu, ist das keine Frau oder eben auch dann, wie verhält sich Transgeschlechtlichkeit dazu und vor allem Transgeschlechtlichkeit ist nochmal so ein Sprung, weil da zeigt sich eben auch, dass es Geschlechtlichkeit gibt, die deswegen auffällt, weil sie nicht passt, in Anführungszeichen, ohne dass sie aber irgendwie in Sexualität eingebettet ist. Und natürlich gehört da auch eine bestimmte Rezeption dazu, dass zum Beispiel Transfrauen ganz häufig nur als schwule Männer gesehen werden und dass das dann in der Geschlechtskategorie nachdenken aus der Perspektive von Geschlecht als auch aus der Perspektive von Sexualität. Ja, ja. Genau, und da kommen wir eben zu, wie ich gerade schon gesagt habe, zu dem Trouble, den es bei Geschlecht gibt. Also Trouble im Sinne von nicht Unbehagen, sondern Trouble im Sinne von Störungssturung. Also so ein bisschen ist, was Sarah Ahmed ja dann auch unter Trouble weiterdenkt. Genau, es gibt diesen Trouble, den es irgendwie immer schon gibt und der eine stabile, vorgestellte Identität unterläuft. Das ist das, was Subversiv bezeichnet. Und dann kommt eben die Frage, wie verhält sich diese Identität dann zu politischer Repräsentation und Möglichkeiten dieser. Also wie können wir Feminismus weiterdenken, wenn wir gar nicht von der Frau sprechen können. In der Art und Weise, wie wir bisher von der Frau sprechen. Und das Spannende ist, also wir sprechen jetzt ja heute gleich auch nochmal darüber, dass Butler eigentlich weg will von der Vorstellung, dass es sowas wie Identität gibt. Aber gleichzeitig sagt Butler im 1999er Vorwort nochmal kurz, dass es schon wichtig ist, repräsentationale Politik zu machen. Also Anerkennung von bestimmten Identitäten, weil das Überleben sich hat. Also nur, wenn wir zum Beispiel einen Schutz, also nur, wenn wir zum Beispiel wissen, dass es Homosexualität gibt und das auch als Identität definieren können, wir im Gesetz festschreiben, dass eine bestimmte Form der Marginalisierung häufig deswegen eintrifft und sie deswegen schützen. Und das ist aber Ideale, die innerhalb von der Bewegung den Feminismus ablaufen sollten. Das sind sozusagen zwei Stränge. Genau. Das war Sex, Gender, Sexualität. Jetzt kommen wir zum einem der beiden schlimmsten Fremdwörter in Butler's Text. Das andere kommt bei dir vor. Das haben wir irgendwie ein bisschen ausgeblendet und so tun, als wäre es das schwierig. Das stimmt. Bei mir jetzt noch ist es die Iterabilität und das bringt mich wieder zu der Frage, Verena, wann sprechen wir über Derrida? Wenn wir unsere nächste sieben Folge Reihe machen, da brauchen wir auch viele. Stimmt. Natürlich, also Iterabilität kann man nicht ohne Derrida, also da kommt ja der Gedanke quasi quasi her. Also auch von, also zuerst, okay, im Französischen gibt es schon das Wort Iteril. Genau. Also im Sinne von wiederholen heißt das. Natürlich kommt das dann wieder vom Lateinischen, also Iterum noch einmal, also noch einmal wiederholen. Aber also der springende Punkt bei Derrida ist ja, es geht um eine strukturelle Wiederholbarkeit eines Zeichens beziehungsweise einer Äußerung. Also nicht nur, dass ich Sachen, also worauf ich hinaus will, dass ich, ich kann nicht nur Sachen wiederholen, sondern Zeichen bei Derrida sind, also erweist darauf hin, dass man Zeichen immer von einem Kontext ablösen kann und dann in einem neuen Kontext verwenden kann, wo sie unter Umständen anders funktionieren. Und das ist glaube ich dann das, was Butler braucht. Genau. Also das ist auch die Idee bei Derrida, also jedes Zeichen genau funktioniert auch nur als Zeichen, weil es wiederholbar ist und damit auch zitierbar. Also indem ich halt Worte neu aneinandersetze, benutze ich ja Worte, die es schon gab und setze hier aber in einen neuen Satz und der Satz funktioniert nur, weil ich zum Beispiel, weil ich das Wort Satz immer wieder wiederhole, wenn ich etwas bezeichnen will, weil sowas ist wie ein Satz. Und Butler weiter das eben aus von einfach nur einem sprachlichen Zeichen hin zu jedem Akt, also jede Art von Äußerung. Und das ist ganz wichtig, weil Butler ja auch immer vorgeworfen wird, das kommen wir ganz am Ende, dass es hier nur um Diskurse und Sprache gehen würde und dass der Körper nicht da wäre, bla bla bla. Aber Butler schreibt die ganze Zeit wirklich immer von Akten und mit Akten meint Butler wirklich jede Art der Äußerung, die kann sprachlich sein, die kann körperlich sein, die kann unabhängig von sprachlichen Systemen sein, etc. Aber es geht darum, dass mit einem bestimmten Akt und der Akt ist immer verkörpert, etwas ausgedrückt wird. Also nochmal zurück zur Iterabilität. Damit wir eine bestimmte Bedeutung von irgendwas haben, braucht es damit bereits bestehende Konventionen und Normen. Denn nur dann gibt es die Möglichkeit, etwas zu zitieren. Also nur indem es einen Satz spricht. Ein blöde Beispiel wieder zu nehmen. Aber das ist dann wichtig, wenn es halt um Geschlecht geht. Also wir können, Geschlecht bekommt nur dann eine Bedeutung, wenn wir es immer wieder zitieren, also zum Beispiel indem wir Frauen Kleider tragen, weil das eingebettet ist in die Konvention, dass Frauen Kleider tragen. Und dann erkennen wir eine bestimmte Person als Frau. Oder gucken dreimal hin, wenn das, was wir als Mann lesen, auf einmal einen Rock trägt. Das ist genau das. Und das Spannende ist, und das kommt bei dir später, wenn du über Handlungsmacht sprichst, nochmal vor, jede Wiederholung macht immer zwei Sachen gleichzeitig. Und das ist auch vom Spektrum dieser zwei Sachen. Zum einen verstärkt es die Bedeutung, verfestigt sie. Und zum anderen, weil eine Wiederholung niemals mit sich selbst identisch sein kann, weil der Kontext sich ja ändert, wird die Bedeutung auch immer ein kleines bisschen verschoben. Also jeder Akt hat das Potenzial, sowohl subversiv als auch normen affirmierend zu sein. So gut, dann kommen wir zum nächsten großen Wort, das wir schon mal genannt haben, heute, nämlich Performativität. Und das Wichtige ist, dass es damit nicht Performance gemeint ist. Es geht nicht darum, etwas zu performieren, in der Hinsicht. Also es geht auf Englisch, es geht um Performativity und nicht Performance. Und das Problem ist, dass Butler selbst vor Gender Trouble einen Text geschrieben hat, also 1988, wo es zwar wirklich um Performativität geht, wo aber das Beispiel ein Theaterstück ist. Und ich glaube, das hat die Leute verwirrt. Verwirrt, ja. Weil jetzt denken wir, dass Gender ein Theaterstück ist und das ist es halt gerade nicht. Es geht nur mit der Analogie darum zu sagen, okay, in einem Theaterstück, da gibt es ein Skript, Es gibt aber auch die Schauspielenden und es gibt das Publikum. Und deswegen ist jedes Theaterstück an jedem Tag, an dem es aufgeführt wird, von jeder Gruppe, die es aufführt, irgendwie immer anders. Und es liegt nicht nur an den Schauspielenden, sondern auch am Publikum. Es liegt an der Bühne, etc. Das ist dieser Kontext. Und trotzdem wird ein bestimmtes Skript, nämlich das Drehbuch, also der Drehbuch auf Theater, immer wieder performiert. Und damit quasi aktualisiert und in die Realität gesetzt. Real gemacht, also zumindest real erfahrbar gemacht. Performativität bedeutet, dass diese Akte, also das Handlungen, Sprechen, Gesten, genau das hervorbringen oder das hervorbringen, was sie ausdrücken oder was sie ergeblich nur ausdrücken. Und da bezieht sich Butler auf JL Austin, den wir auch schon mal angesprochen haben und performative Sprechakte. Und das beste Beispiel dafür ist natürlich, ich erkläre euch zu Mann und Frau und dann ist man verheiratet. Weil, genau, das ist eben ein Sprechakt, der das vollzieht, was er beschreibt. Durch den Sprechakt sind die Personen dann verheiratet. Und Austin sagt auch schon, dass diese Teilung so überhaupt nicht funktioniert, dass es performative und nicht performative Sprechakte geben würde, sondern dass Sprache grundsätzlich so funktioniert und Akte grundsätzlich so funktionieren. Und Butler nutzt das eben, um über Geschlecht nachzudenken. Und vor allem auch um so diese körperliche oder um diese wie Sprache Aktualität schafft und damit auch körperliche Aktualität und Realität schaffen in die poststrukturalistische Debatte einzubringen. Und das Spannende ist, dass durch diese Performativität, also durch das Tun von Geschlecht es immer so erscheint, als gäbe es Geschlecht. Also als sei Geschlecht in sich kohärent. Und zwar deswegen, weil er so getan wird, als ob. Also wenn ich als Frau immer wieder einen Rock trage, tue ich, als sei das vollkommen natürlich, dass ich Frauen immer wieder einen Rock trage. Und als sei das quasi Teil von einer Geschlechtidentität und damit ist es quasi, entsteht Geschlecht erst. Das heißt, es geht um eine Fiktion, die durch die Performativität immer wieder real gemacht wird und die reguliert, was wir als real erkennen und was nicht. Und alles, was nicht so richtig passt, wird dadurch verdeckt. Also zum Beispiel, wenn ich jetzt, warte, kreativ nachdenken, wenn ich als Frau, also wenn ich jetzt, keine Ahnung, als Frau gelesen werde und einen Rock trage, dann verdeckt das vielleicht, dass, weiß ich nicht, bestimmte andere Dinge, die mich halt gerade nicht mit dem Geschlecht identifizieren lassen. Oder wenn man mich auf der Straße sieht, verdeckt das, dass ich zu Hause nur in einem Jogginghaus rumlaufe. Ja. Genau. Das heißt, und das ist der spannende Punkt Nehmen wir eine andere Perspektive ein. Es geht nicht darum, den geschlechtlichen Körper zu verstehen, sondern es geht darum, zu sagen, es gibt den geschlechtlichen Körper in unserer Wahrnehmung, in der Art, wie wir ihn verstehen können, überhaupt nicht außerhalb von den Akten, die ihn konstituieren. Also wie wir gelernt haben, ihn zu lesen, dadurch, wie wir ihn benutzen. Genau. Also das heißt gerade nicht, dass es keinen Körper außerhalb von Diskurs und Sprache gibt, sondern es heißt, dass es ihn für uns als Menschen und wie wir Menschen sind mit Sprache, mit in Macht eingebettet, durch Institutionen, durchgebretscht, dass es den Körper gibt es für uns als Menschen nicht als Körper außerhalb von Performativität. und das heißt, wenn wir denken, dass es so etwas wie Geschlecht wirklich gibt, also eine Essenz von Geschlecht, dann ist es eine retrospektive, nachträgliche Einschreibung und aber eigentlich nur das Produkt von diesen performativen Wiederholungen. Das ist de facto das, was wir auch schon bei Genealogie gelernt haben, nur wirklich nochmal auf den bis jetzt war es kompliziert, jetzt wird es komplizierter. Die Begriffe werden einfacher, aber die Theorie dahinter wird komplizierter. Ja, stimmt. Weil alles das, was du jetzt genannt hast, also Sex, Gender, Unterschied, nicht Unterschied, whatever, Interiabilität, Performativität, das sind so schwierige, das sind durch Begriffe allein schon so schwierig, aber darum geht es halt. Nur die Sache ist die, all das setzt ja noch was Tieferes eigentlich voraus, nämlich eine bestimmte Vorstellung davon, was überhaupt ein Subjekt ist. Also was wir jetzt noch besprechen müssen, ist, was ist denn eigentlich Butler's Subjekttheorie? Na, Anführungszeichen. Weil mit all dem, was wir jetzt auch schon gehört haben, wird wahrscheinlich auch schon klar sein, Butler hat die Subjektfrage, also was ist ein Subjekt quasi, verschoben. Punkt aus. Ja, also jetzt nicht, es geht nicht darum, mehr zu fragen, wer bin ich, sondern darum zu fragen, unter welchen Bedingungen kann ich überhaupt jemand sein? Also weg quasi vom inneren Kern hin zum Kontext, ein bisschen so jetzt einfach, zu einfach wahrscheinlich ausgedrückt. Ja, damit ist auch mit dieser Verschiebung ist auch dieses vertraute Bild weg, dass es zuerst sowas wie ein autonomes Ich gibt, dass dieses Ich da ist, dass dann erst quasi in eine Gesellschaft eintritt, mit der es dann interagiert. Also bei Butler ist es nämlich genau umgekehrt. Also das Subjekt ist nicht der Ursprung, sondern der Effekt. Also ein Effekt von Zuschreibungen und Erwartungen ganz beschlimmter historischer Machtwissenssysteme an menschliche Körper. Also Butler verschiebt, die Subjektfrage und diese Verschiebung verändert aber alles, weil sie jetzt nicht nur Identität neu raumt, sondern auch Politik, Körper und wir werden darauf zurückkommen, später Handlungsmacht. Und ich würde auch gern jetzt tun, wie wir das auch schon die restliche Folge lang gemacht haben, jetzt diese Subjektfrage selbst noch einmal anhand oder vielleicht entlang mehrerer Miteinander verschränkter natürlich Achsen mir gerne anschauen. Also vier davon, es gibt mehr, aber vier davon halte ich für zentral, nämlich Konstitution, Norm, Körper und Agency, also Handlungsmacht oder vielleicht aus Fragen formuliert. Nummer eins, wie wird ein Subjekt hervorgebracht? Zwei, unter welchen Normen wird es dann lesbar? drei, wie schreiben sich diese Normen in Körper ein? Da kommt dann der Körper wieder zurück und Nummer vier, wo entsteht dann innerhalb all dessen, wo entsteht dann überhaupt Handlungsmacht? Gut, wir fangen an mit Konstitution. Was bedeutet das? Was meine ich damit? Butler, vielleicht vorneweg, Butler streicht das Subjekt nicht. Das Subjekt ist immer noch da. Der entzieht aber dem Subjekt, habe ich gesagt, diesen Status des Anfangs. Das heißt, das Subjekt ist kein souveräner Kern mehr, sondern etwas, dass das hervorgebracht wird. Und zwar durch Normen, durch Sprache, durch soziale Ordnungen, die festlegen, wer überhaupt als Subjekt zählen kann, sage ich jetzt mal auf Deutsch. Weil ich glaube, das ist auch eine Übersetzung von Matter, die wir im Kopf haben sollten. Also nicht nur Bedeutung haben, sondern wirklich auch, und ich meine jetzt, wirklich zählen, eins, zwei, drei, in einer Gesellschaft. Und Bata nennt das dann das Ganze Subjektivierung, also diesen Prozess. Und dieser Begriff Subjektivierung hat eine doppelte Bedeutung, absichtlich. Also nicht der Begriff Bedeutungen sind nicht absichtlich, also der Begriff wird nicht absichtlich diese Bedeutung, sondern er wird verwendet, absichtlich, weil er zwei Bedeutungen hat. Nämlich Subjektivierung heißt immer gleichzeitig Unterwerfung und Hervorbringung. Das heißt, wir werden Subjekte, indem wir uns Normen unterwerfen und genau dadurch werden wir handlungsfähig als Subjekt dann, weil es erst innerhalb dieser Normen sowas gibt wie Positionen oder Rollen oder überhaupt Möglichkeiten zu handeln. Und diese Spannung frustriert viele, ich verstehe das, aber diese Spannung löst Butler nicht auf. Im Gegenteil, aber es ist es so, nicht jede Form von Körperlichkeit, nicht jeder Körper wird gleichermaßen in diesen Prozess der Subjektivierung aufgenommen quasi. Und da beginnt jetzt auch schon diese Frage nach dem Außen, die bei Butler eine große Rolle spielt und wir sind auch bei der zweiten Achse, nämlich der Achse der Norm. Weil Subjekt sein ist, wie gesagt, ich habe es auch schon vorhin erwähnt, bei Butler kein bloßes Dasein. Also es geht ums Zählen. Bodhisatt Mathe halt. Also Butler spricht da von Intelligibilität, oh mein Gott, das Wort, soll heißen, ein Subjekt ist nur Subjekt, wenn es innerhalb normativer Raster als kohärent lesbar wird. Und kohärent bedeutet hier, Geschlecht und Begehren in einer ganz bestimmten Kombination gemeinsam auftreten müssen. Das ist das, was Butler eben diese heterosexuelle Matrix nennt. Vielleicht ein bisschen überspitzt dargestellt, aber zuerst muss mal Geschlechter Binarität angenommen werden, dann muss man einen Cis-Körper haben, dann muss man einen entgegengesetz geschlechtlichen Cis-Körper finden, den man so richtig richtig super toll findet, und dann muss man mit diesem anderen Körper gemeinsam Babys machen. Fertig. Das ist die einzig richtige Kombination in dieser Matrix. Das heißt, diese Raster verbinden Sex, Gender oder Geschlecht und begehren in einer scheinbar natürlichen Ordnung. Sie funktionieren nicht, und das ist nicht nur durch Einschluss, also das, was als Kohärenz gilt, sondern eben vor allem auch durch Ausschluss. Und da kommt jetzt dieser zentrale Begriff, den wir leider heute nicht im Detail durchdeklinieren können, aber Wattler bringt da den Begriff der Abjektion ins Spiel. Ich möchte nicht gerne übersetzen, er wird auch eigentlich nicht übersetzt in der deutschen Ausgabe mit gutem Recht. Man könnte sagen, Abjektion heißt so viel wie Verwerfung oder Ausstoßung, manchmal auch Ausschluss, aber Ausschluss ist der allerschlechteste Begriff, glaube ich, den man da verwenden könnte. Vielleicht, wenn ich es erkläre, wird es klarer. Also Abjektion meint nicht einfach Marginalisierung, also nicht einfach nur Ausschluss, sondern bezeichnet wirklich das konstitutive Außen einer Norm. Das heißt, Normen stabilisieren sich, indem sie festlegen, was nicht denkbar ist. Das heißt, nicht einfach nur verboten, so wie, das gibt es, aber das ist halt nicht normal, das steht da irgendwo draußen marginalisiert, sondern das, was so richtig, wirklich richtig abartig absurd ist, also so, dass es überhaupt nicht denkbar ist in meinem Denksystem und damit dann nicht real sein soll, nicht lebbar sein soll. Vielleicht ein paar Beispiele, um das ein bisschen konkreter zu machen. Intergeschlechtliche Körper zum Beispiel erscheinen nicht einfach als Variante von Geschlechtlichkeit, sondern werden historisch als Abartig nicht normal, muss korrigiert werden. Transkörper müssen sich bis heute ihre Realität beweisen, immer unter Beweis stellen. Oder ein drittes Beispiel, nicht reproduktive oder queerer Lebensformen werden nicht bloß einfach anders bewertet, sondern häufig wirklich als unverständlich gerahmt. Im Sinne von was? Du findest jetzt nicht Sex das Geilste auf der Welt? Was bist du von Weirdo? Also es gibt einfach bestimmte Lebensformen, die so sehr nicht heißt, nochmal zurück zur Theorie, das Normale existiert, nur weil ein Außen produziert wird, das absolut nicht zählen darf, aber eben Teil der Norm ist. Also es ist nicht, weil es nicht Teil der Norm ist und deswegen ausgeschlossen ist, sondern konstitutiv bedeutet, ohne dieses Außen gäbe es die ganze Norm nicht. Butler will damit nicht einfach nur mehr Identitäten legitimieren, sondern Identität selbst als Effekt normativer Ordnungen und Ausschlüsse, Objektionen lesen. Das heißt, Queer an sich ist dann weniger ein neues Wir und alle Deklinationen von Queer, sondern eben, du hast es schon erwähnt, wirklich eine Störung derjenigen Bedingungen, unter denen ein Wir überhaupt gebildet werden kann. Und das heißt nicht, dass Sichtbarkeit und Anerkennung sie bleiben unzureichend, solange eben diese Normen, die Subjekte hervorbringen, unangetastet bleiben quasi. Und jetzt machen wir das alles ein bisschen materieller, weil das bleibt jetzt natürlich sehr abstrakt, wenn wir das so sagen, solange wir nicht fragen, wo sich diese Normen denn tatsächlich einschreiben. Und damit sind wir bei der dritten Achse, nämlich beim Körper. Auch ganz wichtig, ich glaube, man kann es nicht oft genug wiederholen, Butler behauptet nicht, Körper sei nur Diskurs. Aber bestreitet, dass Materialität vorpolitisch ist, also unhinterfragt bleiben kann. Und der zentrale Begriff dafür ist eben Materialisierung. Also der Begriff, wegen dem man Körper von Gewicht lesen sollte. Also Körper sind nicht einfach da und werden dann beschrieben, oh hallo ein Mädchen, sondern durch etc. Und das lässt sich wieder ganz besonders an den Beispielen, die ich vorher schon aufgemacht habe, darstellen. Intergeschlechtliche Kinder, Operationen an diesen Kindern werden teilweise immer noch als notwendig unter Anführungszeichen gerahmt, nicht wegen akuter Lebensgefahr oder weil ein bestimmtes Leid vorliegt in diesem Moment, sondern weil Uneindeutigkeit die binäre Norm irritiert. Das heißt, hier wird diese Abjektion, von der ich vorher gesprochen habe, körperlich sedimentiert. Also da ist jetzt der Link zwischen Norm und Körperlichkeit, Materialität. Also wirklich physisch angepasst. Hier wird in den Körper eingegriffen, hier wird Gewalt an Körpern ausgeübt. Und ähnlich ist es bei Transkörpern. Die Frage, ob jemand wirklich Mann oder Frau ist, ist keine biologische Frage eigentlich an sich, sondern eine normative Frage und eben vor allem auch eine Frage der Sicherheit. Weil wer nicht in dieses erwartete Bild passt, irritiert nicht einfach, sondern wird potenziell gefährdet, weil Uneindeutigkeit in einer binären Ordnung eben nicht einfach als Variation gelesen wird, die irritieren kann, sondern eine Störung wahrgenommen wird. ähnliches passiert bei der Reproduktion. Also diese Gleichung, die wir haben, Frau ist gleich Gebärfähigkeit, die stabilisiert quasi Weiblichkeit. Und wenn jetzt Transmänner schwanger sind oder nicht binäre gebärende Personen da sind, dann destabilisieren sie eben diese Matrix, in der heterosexuellen Matrix. Nicht biologisch, weil auch diese Körper sind gebärfähig. Das ist ja das. Die sind gebärfähig, aber normativ. Also es geht nicht um gleichermaßen als real anerkannt werden. Das heißt Materialität in diesem Sinne ist hierarchisiert. Und Abjektion ist in diesem Zusammenhang, das heißt hier, ein Körper darf nicht einfach sein, sondern Abjekte, Körper müssen sich immer rechtfertigen. Und genau hier wird es dann politisch und wir gehen über zur letzten Achse, weil wenn jetzt manche Körper nur unter Vorbehalt anerkannt werden, dann stellt sich natürlich die Frage, haben sie unter diesen Bedingungen überhaupt Handlungsmacht? Mein Cutter möchte auch Handlungsmacht, er ist ganz aufgeregt, weil ich ganz aufgeregt bin. Ja, man hört es, oder? Mein Hund auch, die muss langsam Pipi. Ja, die Katze möchte meine Hände fangen, weil ich rede immer so viel mit den Händen. Warte, ich muss ihn kurz hören. ist real, aber und jetzt der springende Punkt, ja, nicht souverän. Ja, das heißt, wir handeln nicht von außerhalb irgendwelcher Normen, sondern immer durch diese Normen, indem, jetzt kommt der Begriff zurück von vorher, indem wir sie wiederholen. Ja, also in dem sie zitiert werden, immer wieder aufs Neue aktualisiert werden, sozusagen. Aber, und das ist jetzt der Clou, keine Wiederholung, hast du auch schon gesagt, ist je vollkommen identisch mit dem, was sie zu wiederholen versucht. Ja, und genau darin liegt jetzt für Butler die Möglichkeit der Verschiebung, also die Möglichkeit, Normen zu verschieben, Normen zu verändern, nur ist diese Möglichkeit, und das erkennt Butler an, immer prekär, sehr ungleich verteilt. Und da kommen jetzt wieder meine Objektenkörper quasi ins Spiel. Ein hegemonial gelesener Körper kann Normen variieren, ohne dadurch gleichzeitig seine Verstehbarkeit, also seine Intelligibilität zu verlieren. Aber ein objekt positionierter Körper riskiert dabei immer Anerkennungsverlust, Pathologisierung oder Gewalt oder alles drei. Also ein intergeschlechtlicher Erwachsener jetzt zum Beispiel, um das Beispiel von vorher noch ein bisschen auszuweiten. Ein intergeschlechtlicher Erwachsene, der sich öffentlich gegen Operationen an intergeschlechtlichen Kindern positioniert, resignifiziert quasi seinen eigenen Körper politisch. Aber diese Intervention wird nicht automatisch als Expertise anerkannt. Wir erinnern uns zurück an Miranda Fricker. Diese Aussage und diese Intervention kann gewertet werden. Zum Beispiel als Betroffenheits Argument oder medizinisch delegitimiert werden. Also hier passiert dann eine epistemische Entwertung, weil diese Expertise aus einem Nicht Intelligibilen Körper kommt. Auch das ist auf Englisch oder Deutsch. Ich sage es immer wieder. Deutsch ist eine zu schwierige Sprache. Nein, vor allem Englisch sprechen. Nein, sollten wir nicht. Das zweite Beispiel, das ich hatte, war eine Transperson. die sich bewusst entscheidet gegen eine medizinische Transition zum Beispiel, aber trotzdem rechtliche Anerkennung möchte, verschiebt ja dadurch diese Kopplung, diese automatische Kopplung von Geschlecht und medizinischer Bestätigung Beglaubigung quasi. Aber diese Forderung wird oft einfach zurückgewiesen als nicht ernsthaft oder inkonsequent oder was auch immer. Also da sehen wir das Gleiche nochmal anders ausdekliniert oder bei der Gebärfähigkeit, Stichwort Geburt, eine Person, die sagt, keine Kinder zu wollen oder auch eine transmaskuline schwangere Person, die die Schwangerschaft quasi sichtbar trägt, austrägt das Kind, verschiebt diese Gleichung, die ich vorher genannt habe. Also diese normative Gleichung von Weiblichkeit oder umgekehrt Gebärfähigkeit ist gleich Weiblichkeit. Aber diese Sichtbarkeit wird nicht selbst verständlich als legitime Lebensform anerkannt, sondern kann auch gelesen werden oder wird häufig gelesen als Provokation, als Egoismus oder als Verwirrung im Fall transmaskuliner Personen zum Beispiel. Also Agency, um das nochmal zusammenzufassen, Agency für Objekte Körper bedeutet jetzt nicht einfach, ja, auch die können natürlich handeln, sondern es bedeutet, sie intervenieren in eine Ordnung, die ihre eigene Existenz immer nur unter Vorbehalt anerkennt und die riskieren dabei immer wieder erneut als nicht legitim, als nicht rational, als nicht real markiert zu werden. Das heißt, Agency hat hier nichts mit Souveränität zu tun und auch keine souveräne Selbstsetzung quasi, sondern bleibt immer ein riskantes Handeln unter einfach unsicheren Bedingungen und unsicheren Kontexten und das bedeutet, dass auch nicht jede Wiederholung normativer Zeichen automatisch als Widerstand erkennbar erkannt wird. Ja, das ist vielleicht um das noch ein bisschen zu erweitern. Also wenn zum Beispiel eine Transfrau besonders feminin auftritt, dann kann das als Anpassung gelesen werden durchaus und nicht eben als resignifizierende Praxis oder wenn queere Paare zum Beispiel monogam leben verheiratet sind oder heteronormative Familienformen imitieren sozusagen, dann können die integriert werden, weil sie damit die Matrix an sich also grundsätzlich nicht irritieren oder nicht identitäre Identitäten die quasi als zeitlicher Trend abgetan werden können oder als Phase zum Beispiel ja das heißt manche Verschiebungen werden ignoriert manche werden pathologisiert manche werden überhaupt einfach absorbiert und in diese bestehenden Normen eingepasst sozusagen das heißt Abjekte Körper Handeln nicht auf sicherem Boden sozusagen sondern immer in einem Feld in dem Anerkennung jederzeit auch entzogen werden kann und deswegen ist Agency bei Butler keine heroische Selbstermächtigung quasi sondern immer eine prekäre Praxis und Abjektion verschärft einfach nur diese Prekarität also Agency ist hier nicht nur Wiederholung mit Differenz also immer ein bisschen anders sondern eine Praxis in der sich entscheidet ob diese Differenz überhaupt als legitime Handlung anerkannt wird und nicht als irrtümlich gerahmt wird oder als pathologisch oder irrelevant also ich weiß nicht vielleicht nochmal ganz kurz zusammengefasst was heißt das jetzt alles was bedeutet Butler Subjekt Theorie jetzt für uns bedeutet nicht Befreiung that's it also diese Theorie oder Butler zeigt dass Subjekte nur innerhalb normativer Bedingungen existieren können und dass diese Bedingungen immer auch ein Außen Produzieren und Agency in diesem Kontext bedeutet unter diesen Bedingungen nicht Freiheit von Normen sondern die riskante Möglichkeit sie zu verschieben und vor allem gerade aus diesen Positionen heraus die am Rand der Verstehbarkeit stehen also Butler Subjekt Theorie in a nutshell ist der lässt uns weder das autonome Subjekt noch die Illusion dass wir nichts tun könnten objekt oder nicht so ein bisschen fuck aber ich glaube das ist einfach auch deswegen bleibt diese Theorie politisch wirksam aber unbequem wir sind jetzt halb durch mit dem Skrift deswegen machen wir jetzt nochmal eine kurze Pause also wir machen eine kurze Pause ihr macht zwei Wochen Pause haha es wird doch sie mit meinem Geburtstag wir haben Überraschung ich muss jetzt auch mal ganz dringend mit dem Munde Baby raus deswegen mache ich jetzt ein schnelles Outro und dann merkt euch einfach alles was ihr heute gelernt habt wir wiederholen es am Anfang dann genau weg von diesen abstrakten Überlegungen die wir natürlich auch in Beispielen schon erklärt haben aber was heißt das in bestimmten konkreten genau wenn ihr wollt dass mehr Leute wissen wie man Butler richtig versteht super Einleitung wenn ihr auch denkt dass Butler immer missverstanden wurde und endlich wollt dass alle Menschen eine wunderbare Podcast Folgen dazu hören dann teilt diese und die nächste und die vorherigen Folgen doch unbedingt mit allen Menschen die das gehört haben müssen helft uns zu mehr sichtbarkeit und sowohl das sowohl eben auf Social Media in dem ihr den Beitrag kommentiert und teilt als auch auf den Podcast Plattformen auf denen ihr den Podcast hört indem ihr den Podcast bewertet oder kommentiert auf Spotify zum Beispiel und wenn ihr Rückfragen habt gerade jetzt wo es so richtig kompliziert wird dann könnt ihr uns die immer stellen und wir versuchen sie entweder dann so direkt zu beantworten oder wenn sie ein bisschen größere Fragen dann vielleicht dann auch mal in zukünftige Folgen mit aufzunehmen Genau Zubi Zubi Dann sehen wir uns Bis bald Wir sehen uns bald Oder wie meine Oma sagen will Pitti Baba Pitti Baba Ciao