Worüber man nicht sprechen kann...
darüber müssen Jessica und Verena einen Podcast machen
03.06.2025 59 min
Zusammenfassung & Show Notes
In der ersten Folge von Sprache. Macht. Geschlecht. lernen sich Jessica und Verena besser kennen. Und ihr erfahrt, was Jessicas Lieblingsfarbe ist und ob Verena Koriander mag. Außerdem geht es heute um die zentralen Begriffe, über die wir uns in diesem Podcast unterhalten werden: Sprache, Macht und Geschlecht.
In der ersten Folge von Sprache. Macht. Geschlecht. lernen sich Jessica und Verena besser kennen. Und ihr erfahrt, was Jessicas Lieblingsfarbe ist und ob Verena Koriander mag. Außerdem geht es heute um die zentralen Begriffe, über die wir uns in diesem Podcast unterhalten werden: Sprache, Macht und Geschlecht.
Timestamps:
(0:06:55) - (Wir) lerne(n) uns kennen: Zwei Wahrheiten und eine Lüge
(0:15:13) - Wie es zu unserem Podcast-Motto kam
(00:22:16) - Ludwig Wittgenstein und Sprache
(00:32:40) - Michel Foucault und Macht
(00:39:31) - Judith Butler und Geschlecht
(0:48:25) - Internationale Entwicklungen und reaktionäre Positionen
(0:50:00) - Ziel des Podcasts und Vorschau auf kommende Themen
Folge uns gern im Netz!
Jessica: Instagram | Blog | Substack
Verena: Instagram | Blog | Newsletter
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Transkript
Wenn Sprechen jetzt wie Spielen ist, wer macht dann die Spielregeln?
Ich habe so Angst, dass ich total falsch daneben liege, aber das ist auch nicht schlimm.
Wahrscheinlich eines der berühmtesten Zitate der Philosophiegeschichte und eigentlich mehr als nur falsch.
Wir leben in einer sozialen Welt und lernen etwas über Geschlecht und dann gucken wir uns Körper an und die fallen entweder in einen Raster oder die fallen außerhalb des Rasters.
Willkommen bei Sprache, Macht, Geschlecht.
Mein Name ist Verena und ich werde heute gemeinsam mit meiner lieben Kollegin Jessica hier über genau diese drei Dinge im Titel sprechen, nämlich Sprache, Macht und Geschlecht.
Mehr noch, wir haben glaube ich irgendwie auch das Gefühl, dass wir sogar wieder mehr über diese Dinge sprechen müssen, obwohl oder wahrscheinlich gerade weil man heute vielerorts fast nicht mehr darüber sprechen darf.
Ja, weil wenn es um Sprache geht, fällt garantiert irgendwann das Wort Sprachpolizei, oder?
Und wenn es um Macht geht, dann schimpft garantiert irgendwer über eine linke oder akademische Elite und bei Geschlecht, okay, bei Geschlecht fange ich lieber erst gar nicht an, von Genderwahn bis zu Feminazis ist da mittlerweile wirklich alles dabei.
Wir, also die Jessica und ich, wir sind aber weder Sprachpolizei noch irgendeine Elite noch Genne-Fanatikerinnen.
Wer sind wir dann, Jessica? Magst du dich vielleicht einmal kurz vorstellen?
Hallo, ja genau, ich bin Jessica, genau. Ich würde gar nicht sagen, dass wir nicht so eine Elite sind.
Ich glaube, wir versuchen nur, uns nicht selbst als Elite zu konzipieren und damit halt auch nicht aus einer bestimmten Position heraus zu sprechen, die wir vormunden, sondern wir wollen das gerade durchbrechen.
Obwohl wir natürlich gesellschaftlich schon irgendwie Teil einer Elite sind, aber das kann man ja auch nicht ändern, das kann man nur versuchen, wirklich ein bisschen aufzubrechen.
Genau, genau, deswegen, genau zu mir, ich bin deswegen Teil einer Elite, vor allem deswegen, weil ich einen Doktortitel habe, nämlich im Fach Religionswissenschaft.
Ich habe Religionswissenschaft und Südasienstudien studiert in Heidelberg damals und dann habe ich Geschlechtergeschichte im Master studiert in Schottland und so kam dann quasi mein Genderschwerpunkt mit dazu, obwohl der natürlich schon vorher da war, aber genau da dann quasi nochmal fachlich sich gezeigt hat.
Und dann habe ich beides, also die Geschlechtergeschichte und die Religionswissenschaft zusammengenommen für meine Doktorarbeit, in der ich über Mädchenschulen, vor allem elitäre Mädchenschulen auf Sri Lanka, zu denen habe ich geforscht, genau, und zwar so ab der Zeit 1880, also späte Kolonialzeit und postkoloniale Zeit in Sri Lanka.
Genau, und wer bist du so?
Wer bin ich so? Ich bin viele. Ich bin, zumindest professionell bin ich Romanistin und Sprachwissenschaftlerin. Ich habe in Wien studiert und in Montreal. Ich habe meine Dissertation dann in Sprachwissenschaft gemacht zur Minderheitensprach und Politik in Österreich.
Ich arbeite aber zur Zeit in Wien selbstständig als DAF-DATZ-Trainerin, auch als Lerncoach und mache auch Workshops und Fortbildungen eigentlich in den Bereichen geschlechterbewusste Kommunikation und Mehrsprachigkeit.
Also das sind so irgendwie meine zwei Hauptthemen momentan. Ich bin schon auch als Wissenschaftskommunikatorin da hier und da mal auf Instagram aktiv, überall sonst eigentlich nicht.
Genau, so haben wir uns ja auch kennengelernt.
Ja, so haben wir uns kennengelernt, nämlich genau. Wobei, jetzt bin ich, also mittlerweile bin ich schon ein bisschen Insta oder überhaupt Social Media müde, muss ich sagen.
Ja, sehr.
Genau, deswegen sind wir jetzt eigentlich auch wieder hier beim Podcasten, glaube ich. Ich habe ja auch ein zweites Podcast-Projekt, Wissenschaftssprache.
Das liegt momentan ein bisschen auf Eis, aber wer weiß, wo es hingeht in der Zukunft.
Aber ja, genau. Ich habe momentan, konzentriere ich mich eher auf den Blog in der Wissenschaftskommunikation.
Da geht es auch gerade zur Zeit sehr viel um geschlechterbewusste Kommunikation.
Aber gerade Blog und Podcast, also genau das, was wir jetzt hier machen, das eignet sich einfach besser dafür, für Deep Dives, die wir beide gerne haben, oder?
Ja, genau.
Genau, das war das Schwierige an Social Media.
Ja, ja, total.
Und wenn du gerade schon über deinen Podcast gesprochen hast, muss ich natürlich meinen, der heißt nämlich auch sehr ähnlich, Geschlecht macht Wissen.
Ich glaube, wir haben einfach unsere beiden Podcast-Namen gemischt mit Wissen, was eigentlich gar nicht so schlecht ist, weil es ist ja eine Mischung aus uns beiden.
Stimmt, stimmt.
Genau. Wir werden das, glaube ich, am Ende der Folge dann sowieso auch nochmal ausführlich sagen.
Aber natürlich alle Links zu uns online, wie ihr uns finden könnt, werden wir dann auch in den Show Notes sicherlich dalassen, oder?
Genau.
Super.
Super.
So, das war jetzt äußerst langweilig.
Sehr professionell haben wir das gemacht.
Ich hoffe nicht.
Ja, wir haben das sehr professionell gemacht, aber halt auch ein bisschen langweilig.
Ich habe mir gedacht, ja, heute in dieser Einstiegsfolge soll es ja eigentlich in erster Linie natürlich darum gehen, dass ihr da draußen nicht nur jetzt den Podcast ein bisschen besser kennenlernt und auch uns als Hosts ein bisschen besser kennenlernt,
sondern schon auch uns irgendwie als ganz normale Menschen.
Also habe ich mir gedacht, wir fangen...
Die sitzen nämlich hinter den Mikros, diese normalen Menschen.
Die normalen Menschen, genau.
Das muss man ja immer wieder sagen im Internet heutzutage, dass da manchmal noch echte Menschen dahinter sitzen.
Richtig.
Genau.
Keine KI.
Kennst du das Spiel, Jessica?
Kennst du das Spiel Zwei Wahrheiten und eine Lüge?
Ja, ich kenne das.
Ich bin kein großer Fan, aber für dich...
Ich auch nicht.
Ich auch nicht.
Ich bin so...
Das ist noch meine Trainerinnen-Mentalität hier.
Das ist immer so der Einstieg bei mir in die Deutschkurse.
Egal, wir machen das, damit unsere ZuhörerInnen ein bisschen was zu mitraten haben, gleich am Anfang der Folge.
Das Spiel funktioniert ziemlich easy.
Also ich werde jetzt der Jessica drei Dinge über mich verraten und die Jessica muss dann rausfinden, welche der drei Dinge gelogen war.
Jessica, bist du bereit?
Darf ich dir verraten, wer ich so bin?
Ganz normal?
Okay.
Uiuiui, ich habe so Angst, dass ich total falsch daneben liege, aber das ist auch nicht schlimm.
Wir müssen vielleicht dazu sagen, wir haben uns darauf überhaupt nicht vorbereitet.
Das heißt, es ist wirklich spontan jetzt bei uns beiden.
Okay, Jessica, meine drei Dinge.
Nummer eins.
Ich wollte früher Architektin werden.
Nummer zwei.
Ich lese nicht gern.
Und Nummer drei.
Ich liebe Koriander.
Also, das ist fast schon zu einfach, glaube ich.
Aber weißt du was?
Also ich glaube, dass das Zweite, dass du nicht gerne liest, eine Lüge ist.
Das hoffe ich zumindest.
Weil ansonsten hast du viel zu viele Bücher in deinem Zuhause stehen.
Aber weißt du, was sehr witzig ist?
Ich wollte früher auch Architektin werden.
Wirklich?
Das stimmt doch tatsächlich.
Also das erste, das stimmt doch tatsächlich.
Da liegst du richtig.
Wolltest du so sehr Architektin werden, dass du sogar angefangen hast, Architektur zu studieren?
Nee, ich hatte dann, nee, das nicht.
Ich habe aber ein Praktikum in den Sommerferien mal in der 10. Klasse gemacht für vier Wochen bei einem Architekten.
Genau.
Also ich war auch quasi reingeteast, habe ich schon auch.
Genau.
Ich habe auch ein Semester reingeteast und dann habe ich gewechselt auf Sprachwissenschaft.
Genau.
Schön.
Okay, haben wir noch was gefunden, was wir gemeinsam haben. Sehr schön.
Ja, Architektin wird es wirklich werden, das stimmt.
Aber Jessica, ich muss dich enttäuschen.
Es ist leider der Koreaner, der falsch ist.
Im Gegenteil.
Bist du eine, die das auch als Seife schmeckt?
Ja, also eine Katastrophe.
Also Koreaner geht für mich gar nicht.
Also ich kann es nicht mal, wenn wir gemeinsam essen, kann ich es nicht mal riechen am Tisch.
Das stimmt, ich glaube, ich weiß, was du sagen willst.
Genau, also desto öfter man das isst, desto besser soll es werden.
Ja, das ist wie mit dem Bier, oder? Das hat man mir schon ganz oft gesagt.
Das hat auch nie funktioniert.
Also für Alkohol will ich jetzt gar nichts sagen, da sollten wir lieber in einem Podcast nicht drüber reden.
Aber mit dem Koriander, die haben das anscheinend sogar wissenschaftlich festgestellt.
Aber natürlich, wenn es so schlimmer ist am Anfang, ist es so weniger.
Aber windet man sich überhaupt erst mit dieser, keine Ahnung, wie man es sagen will, Koriandertherapie anzufangen.
Anzufangen, stimmt, genau.
Ich habe das immer, ich kenne das nur für Kinder.
Oder man sagt, 17 Mal muss man was probieren, um wirklich zu wissen, ob es einem schmeckt oder nicht.
Wie sagst du das deinen Kindern?
Dann wird die Zahl ja ein bisschen kleiner.
Nein, aber genau, okay, sagen wir so, momentan liebe ich Koriander noch nicht.
Also es ist wirklich Aussage 2, ich lese nicht gern.
Ich muss das immer dazu sagen, also okay, ich muss vielleicht auch differenzieren.
Als Kind, glaube ich, habe ich sehr, sehr gern gelesen und einfach alles Mögliche gelesen, ständig noch gelesen.
Ich glaube, da habe ich auch diese Geschichten und so gebraucht, einfach so ein bisschen als Vorbilder.
Und heute ist es irgendwie total umgekehrt.
Also Romane geht zum Beispiel überhaupt gar nicht.
Also da muss ich mich wirklich überwinden und mich hinsetzen und sagen, okay, ich habe jetzt 20 Minuten Zeit.
Was machst du jetzt? Liest du was? Nein.
Also das ist immer, also das ist ganz, ganz schlimm.
Ich kann mich irgendwie nicht zum Lesen bringen.
Ich habe aber tatsächlich viele Bücher zu Hause.
Und das liegt aber daran, dass das meistens halt, keine Ahnung, es sind halt theoretische Bücher, es sind Lehrbücher, es ist halt etwas.
Und das ist für mich dann nicht wirklich Lesen, um zu entspannen, um quasi in eine andere Welt abzutauchen, um irgendwie fremde Leute kennenzulernen,
sondern es ist eher halt, ich arbeite am Text, oder?
Ich arbeite mit den Ideen, ich arbeite mit den Theorien.
Und da differenziere ich halt einfach sehr stark, glaube ich.
Das Lesen, um etwas durchzuarbeiten und das Lesen zum Entspannen, das sind für mich zwei ganz verschiedene Dinge.
Keine Ahnung.
Wie ist das bei dir?
Spannend, ja.
Ja, ich habe natürlich so wie die meisten, wenn man dann so Geisteswissenschaften studiert und ganz viel liest, aufgehört weniger,
also ganz viel wissenschaftlich liest, aufgehört, Romane und so zu lesen.
Aber ich habe immer so Phasen, das ist genauso wie bei mir mit einem Hobby wie zum Beispiel Stricken.
Ich habe das immer beides so viermal im Jahr und dann, keine Ahnung, habe ich einen Roman an einem Tag oder zwei Tagen durchgelesen,
je nachdem, ob er 200 oder 500 Seiten hat.
Und dann habe ich wieder drei Monate Pause.
Aber ich kann das noch quasi wirklich für einen Tag so richtig hineinversinken.
Aber das ist total phasenbedingt bei mir.
Ja, das kenne ich aber auch, ja.
Okay, gut.
Aber du hast es fast erraten, Jessica.
Fast hast du mich ertappt.
Fast, na gut.
Okay, ich bin dran.
Jetzt, okay.
Okay, okay, pfuh, okay.
Also, die erste Sache über mich.
Wenn alle Stricke reißen, würde ich nach Sri Lanka auswandern.
Das zweite, meine Lieblingsfarbe ist pink.
Und das dritte, ich war schon auf fünf Kontinenten.
Puh, ich habe eine starke Vermutung.
Ich bin aber nicht, ich bin auch nicht hundertprozentig sicher.
Also, mein erster Tipp ist, dass Nummer eins richtig ist.
Mein zweiter Tipp ist, dass, okay, ich war schon auf fünf Kontinenten.
Egal, ich sage, deine Lieblingsfarbe ist nicht pink.
Ach, da muss ich dich leider enttäuschen.
Oh nein.
Aber ich wusste, dass pink so eine schöne kleine Falle ist.
Und ich dachte mir, es passt sehr gut zu unserem Thema.
Bestimmt, bestimmt.
Genau, aber bei mir vielleicht eine kleine Geschichte dazu.
Es ist ganz anders als bei den meisten anderen weiblich gelesenen Personen.
Ich habe nämlich pink, bis ich 14 war, gehasst wie die Pels.
Weil ich das eben total nervig fand, dass irgendwie alle Mädchensachen in pink sind.
Und dass alle anderen Mädchen um mich rum total pink vernaht sind.
Und genau, deswegen habe ich diese Farbe einfach nie anziehen wollen.
Ich wollte nichts in Rosa haben.
Ich muss dazu sagen, also eher so ein schönes Rosa als Pink, aber klingt ein bisschen knalliger.
Genau, aber dann habe ich den Film natürlich blond gesehen, mit 14, 15.
Oh.
Und genau, und seitdem lebe ich pink.
Wie wir alle, oder?
Seitdem wollte ich auch Jura studieren.
Genau, also ich wollte wegen...
Ach super.
Ja, genau, wegen Ligeli Blond, genau, habe ich auch Jura angefangen zu studieren.
Super, super.
Und hatte auch so rosa Puschelstifte und alles.
Mittlerweile ist es besser, aber es gab so Phasen, da war wirklich mein Handy, mein iPod,
alle meine Ordner, es war alles in pink.
Mittlerweile ist es nur noch so, was weiß ich, mein Reisekoffer und so.
Und ich ziehe auch mittlerweile Klamotten in verschiedenen Farben an.
Das stimmt, das stimmt.
Genau.
Ja, cool.
Also die Lüge, um das nochmal rauszustellen, die Lüge war, ich war noch nicht auf fünf
Kontinenten.
Auf wie vielen warst du?
Nur auf vier, okay.
Auf nur vier.
Genau, aber natürlich auch, also Europa zählt natürlich dazu, ja, das ist immer einer.
Genau, und dann einmal war ich als Kind im Urlaub in Kenia, in Afrika.
Genau, also für diese beiden Sachen kann ich nichts.
Und die anderen beiden Sachen waren ja auch eher arbeitsverbunden, also halt ich war ja
in den USA, ein Kontinent, und dann war ich in Sri Lanka eben.
Das sind vier.
Das sind vier.
Noch.
Das ist wie beim Koriander.
Genau, ich war noch nicht in Amerika und nicht auf Australien.
Genau, irgendwann, wenn du dann mal nach Australien fliegst, werde ich auch Koriander
probieren.
Okay, okay.
Deal.
Deal.
Okay, okay, cool.
Ja, also, naja, zumindest, ja, fast hätten wir es beide erraten, oder?
Mhm.
Okay.
Das waren auch beides ziemliche tricky questions.
Ja, wir haben es doch, wir haben es nicht so einfach gemacht.
Wir haben es versucht, einfach zu machen, oder?
Aber irgendwie hat es nicht geklappt.
Okay, na gut, Jessica, habe ich dir eigentlich schon mal erzählt, wie ich auf unser Podcast-Motto
gekommen bin, beziehungsweise auf unser Podcast-Cover?
Nein, du hast mir nur den Link geteilt und ich habe gesagt, ja, das ist total toll, aber
das hast du nicht erzählt, wie es passiert ist.
Genau, genau, wir haben da nie drüber geredet, glaube ich, aber vielleicht kurze Zusammenfassung
für alle, die nicht dabei waren.
Die Jessica und ich, wir haben ja, oh Gott, wir haben schon vor langer, langer Zeit haben
wir beschlossen, glaube ich, diesen Podcast gemeinsam zu machen.
Ich weiß nicht, war das im letzten Herbst?
Ja, ich glaube.
Ja, genau, wir haben das erste Mal letztes Jahr noch drüber gesprochen und so richtig
konkret wurde es dann Anfang Februar, glaube ich.
Stimmt, stimmt, weil ich kann mich nicht mehr erinnern, ob es letzten Herbst oder letzten
Sommer schon war, also es ist sehr, sehr lange her.
Ja, irgendwann letztes Jahr.
Genau, wie das Leben schon spielt, war halt bis jetzt nie wirklich der richtige Zeitpunkt,
dann damit anzufangen.
Naja, um ehrlich zu sein, die Jessica hat schon, die Jessica hat eine richtig gute
Ausrede, weil die hatte ja vor kurzem da eine Buch-Deadline, eine ganz wichtige, richtig
spannende, ich denke, da wirst du uns ja auch in den nächsten Episoden ein bisschen mehr
davon erzählen, oder?
Bestimmt, das wird auf jeden Fall vorkommen.
Genau, meine Ausrede ist leider nicht ganz so, ganz so fancy, es war einfach immer viel
los, Punkt.
So wie das Leben halt spielt.
Ja, wie das Leben so spielt, ja.
Und wie das Leben so spielt, habe ich dann ein richtig schlechtes Gewissen bekommen, weil
ich noch immer nichts gemacht habe für diesen Podcast.
Und dann habe ich mir gedacht, okay, Verena, fang mal klein an, mach mal ein Podcast-Cover.
Und für alle, die mich noch nicht kennen oder die noch nie irgendwo bei mir auf Instagram
waren, ich habe die Dinge gern schön.
Aber jetzt kommt vielleicht etwas, was für alle vielleicht neu ist, dieses Schönmachen
und Anführungszeichen, das ist für mich keine, ich weiß nicht, keine Kür, irgendwie
quasi die Cherry on top, wenn alles fertig ist.
Das Schönmachen, das ist tatsächlich bei mir integraler Bestandteil meines Arbeitsprozesses.
Das heißt, jedes Mal, keine Ahnung, wenn ich irgendwas theoretisch ausarbeiten muss, wenn
ich mir überlegen muss, wie kommuniziere ich das, wenn ich was schreiben muss, dann brauche
ich einfach diese kreativen Phasen zwischendurch irgendwie, um im Prozess weiterzukommen.
Und diesmal war es einfach genauso.
Ich habe mit etwas angefangen, was auf den ersten Blick vollkommen nebensächlich ist.
Ja, den Cover-Design halt.
Und dann habe ich mich so lange damit herumgespielt, bis ich dann irgendwann an einem Punkt war, an
dem ich nicht mehr weitergekommen bin.
Und dann bin ich erst zurück zu den Themen gegangen.
So wirklich tief rein, in den Theorien dahinter, immer wieder hin und her, von den Theorien
zum Cover.
Und dann habe ich mich gefragt, okay, stopp, was fehlt hier?
Also wirklich erst einmal nur so vom visuell-ästhetischen Eindruck.
Ja, irgendwas hat da nicht gepasst am Screen.
Und dann ich so, okay, was fehlt denn mir?
Ja, was ist es denn eigentlich, was wir kommunizieren möchten?
Ja, okay, Sprache, Macht, Geschlecht, das hatten wir schon.
Aber wir wollen ja diese Begriffe eben nicht einfach so stehen lassen.
Wir wollen sie nicht einfach so akzeptieren.
Wir wollen sie ja kritisch hinterfragen.
Wir wollen sie auseinandernehmen und so schauen, woraus sie tatsächlich bestehen.
Wortwörtlich in ihre Bestandteile zerlegen.
Und dann habe ich das also gemacht.
Ich habe die Wörter also tatsächlich in ihre Bestandteile zerlegt, in ihre Silben.
Dann habe ich sie auch noch auf den Kopf gestellt, warum nicht?
Und von da an ist wirklich alles ganz schnell gegangen.
Kennst du das Gefühl, wenn ein Gedanke, okay, jetzt halten mich alle wahrscheinlich
für verrückt, aber kennst du das Gefühl, wenn sich ein Gedanke irgendwie im Kopf so in
sich selbst zurückkrümmt irgendwie, wenn plötzlich alles Sinn ergibt, oder?
Ja, ja, total.
Also ich halte überhaupt nicht für verrückt, mir geht es genauso.
Okay, gut.
Das hatte ich.
Das war der Moment.
Den Moment hatte ich und plötzlich war einfach dieser rote Faden da.
Es war der theoretische Boden da.
Es war ein Ziel da.
Worüber man nicht sprechen kann, darüber darf man einfach nicht schweigen.
Und ich glaube, ja, das war dann auch der Moment, wo ich dann dir das Cover das
erste Mal gezeigt habe.
Wo ich gesagt habe, Jessica, geht das so?
Ich glaube, so wie du auch schon gesagt hast vorher, wir waren uns dann eigentlich
schon ziemlich schnell einig.
Ja, das ist das Cover und dieses, wie soll ich sagen, dieses halbe Zitat.
Ja, genau, dieses Motto, dieses halbe Zitat von, okay, wir verraten noch nicht, von wem
das halbe Zitat ist, kommt eh später dann noch.
Bisher ist das nur unser Motto.
Unser Motto.
Von einem unserer Lieblingsphilosophen.
Kann man das so sagen?
Ja.
Ist in der Top Ten.
Ist in der Top Ten, oder?
Ja, schon.
Aber dieses halbe Zitat, das wird unser Motto, haben wir dann gesagt, weil es für uns einfach
auch eine Haltung beschreibt, die in der aktuellen weltpolitischen Lage einfach unheimlich wichtig
geworden ist.
Ich möchte heute noch gar nicht so sehr ins Detail gehen.
Die letzten Monate waren, glaube ich, hart genug.
Die USA haben gewählt, Österreich hat gewählt, Deutschland hat gewählt.
Wir wissen alle, wie diese Wahlen ausgegangen sind.
Mit diesem Rechtsruck, den wir zurzeit in Europa erleben, in Amerika erleben, kommt auch ein
enormer antifeministischer, antiqueerer, antigenderistischer Backlash, sagt man oft.
Viele Rechte, die sich Frauen, die sich queere Menschen in, ich würde sagen, im vergangenen
Jahrhundert, erkämpft haben, die werden nach und nach aufgeweicht oder einfach wieder
zurückgenommen.
Ja, und der Raum, der Raum des Sagbaren wird Schritt für Schritt bis zum Unseglichen quasi
ausgeweitet.
Stichwort Your Body, Our Choice.
Und genau an diesem Punkt, dort wo Rechte, Rhetorik, autoritäre Politik und Geschlecht sich
überschneiden, genau an diesem Punkt wollen wir bei uns im Podcast auch ansetzen.
Stimmt das so?
Genau.
Ja, kann man so sagen.
Genau.
Geboren aus aktuellen Umständen, aber auch grundsätzlich einfach relevant und wichtig.
Und wir haben uns gedacht, in dieser ersten Folge hier stellen wir euch mal kurz unsere
drei Hauptthemen vor, um euch schon nochmal ein bisschen so darauf vorzubereiten, was in
Zukunft so alles auf euch zukommen wird, weil, ob ihr es glaubt oder nicht, wir haben nicht
nur ein schönes Cover, sondern auch ein ganz schön dichtes Programm, würde ich sagen.
Sollen wir anfangen?
Ja, wo fangen wir an?
Auf jeden Fall.
Am Anfang am besten?
Wo sonst?
Immer.
Immer.
1921, at the dawn of time, nein, natürlich nicht.
Im Ernst, aber ich meine, der Erste Weltkrieg, okay, der Erste Weltkrieg hat schon irgendwie
die politischen Grenzen natürlich in Europa nachhaltig verändert, verschoben.
In Österreich wird trotzdem bereits über den Anschluss ans Deutsche Reich abgestimmt, warum
auch nicht, ohne Konsequenzen, Gott sei Dank damals noch, aber immerhin.
Und, was passiert noch?
Ludwig Wittgenstein schreibt in seinem berühmten Traktatus Logico Philosophicus, die Grenzen
meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.
Und ich möchte fast sagen, wahrscheinlich eines der berühmtesten Zitate der Philosophiegeschichte,
weiß nicht.
Und eigentlich mehr als nur falsch, muss man vielleicht auch dazu sagen.
Keine Sorge, Wittgenstein hat das später auch selbst eingesehen, aber damals eben, als
er den Traktat noch geschrieben hat, ist er halt eben noch von einer reinen Abbildtheorie
von Sprache ausgegangen.
Das heißt, Sprache, hat er gesagt, hat eine inhärente, eine inhärent-logische Struktur.
Das heißt, wenn ich Sprache richtig anwende, dann kann ich mit ihr die Realität ganz einfach
abbilden.
Punkt.
Alles andere, also alles, was eben nicht Realität ist, hat er gesagt, das muss sich außen vor
lassen.
Kurz, Sprache hat ihre Grenzen und gewisse Dinge können wir halt eben nicht in Worte fassen.
Für Wittgenstein waren das damals so Dinge wie, weiß nicht, alles Metaphysische, Religion,
Spiritualität, Ethik, Moral, diese Dinge.
Und am Ende seines Traktats ist er dann eben zum Schluss gekommen, worüber man nicht sprechen
kann, darüber muss man schweigen.
Kommt es euch schon bekannt vor?
Ja, wir haben Wittgensteins Zitat allerdings ein bisschen umgedreht, weil wenn wir uns jetzt
aktuelle politische Entwicklungen anschauen, dann sehen wir, welche Konsequenzen eigentlich
eine solche Sprachauffassung haben kann, wenn sie zur Grundlage autoritärer Geschlechterpolitiken
gemacht wird.
Wir sehen das an der Verfassungsänderung in Ungarn, wo in Zukunft nur mehr die beiden
Geschlechter Mann und Frau rechtlich anerkannt werden.
Und wir sehen das auch in den USA, wo Forschungsgelder gestrichen werden, genauso wie Begriffe wie
Gender und Geschlecht aus Regierungsdokumenten.
Wir sehen das in Großbritannien, wo nur mehr Menschen mit bestimmten Geschlechtsmerkmalen
als Frau unter Anführungszeichen gelten.
Wir sehen also, Sprache ist nie unschuldig.
Sonst würde sie hier ja in diesem Beispiel nicht so aggressiv reglementiert werden.
Sprache transportiert immer auch gesellschaftliches Wissen und was wir wissen, das existiert.
Und das heißt, wenn ich in einer Gesellschaft regulieren möchte, was gewusst werden soll,
beziehungsweise was existieren darf, dann setze ich zuerst an Sprache an.
Wobei, das hat schließlich auch dann Wittgenstein irgendwann eingesehen.
Jahre nach seinem Traktat hat er nämlich noch eine andere Sprachaufassung entwickelt.
Beziehungsweise ich würde sagen, er hat seine erste Auffassung einfach kritisch, radikal
kritisch weiterentwickelt.
Weil im Grunde wollte er ja eigentlich immer nur eine Antwort auf eine einzige Frage finden.
Nämlich, wie entsteht Bedeutung?
Und genau das ist eigentlich auch für Jessica und für mich die erste große Frage hier im Podcast.
Was bedeuten denn Wörter wie Frau, Trans, Geschlecht, Gender?
Woher kommen diese Bedeutungen?
Wir wollen, glaube ich, einfach dafür sensibilisieren, dass Wörter eben nicht das bedeuten, was sie bezeichnen,
so wie Abbilder, sondern dass Bedeutung immer gesellschaftlich ausgehandelt wird.
Statt eine logische Struktur in der Sprache zu suchen, hat Wittgenstein
Sprache dann in seinem Spätwerk als soziale Praxis gesehen.
Das heißt, er schreibt, ah, das auch ist ein Zitat, die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache.
Kurz, Sprechen tun wir immer in konkreten sozialen Kontexten, oder?
Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben.
Sprachspiele hat er das genannt, dieses Sprechen in sozialen Kontexten.
Das heißt, Sprechen läuft ab wie Spielen, hat er gesagt und jeder Kontext stellt ein eigenes Spiel dar
und wenn ich mitspielen möchte, dann muss ich die Spielregeln lernen.
Für ihn ist also die Sprache nicht nur eine Form des Handelns, sondern immer auch ein Speicher historischer Normen,
Gesellschaftsordnungen, Erfahrungen, die eben über diese Regeln weitergegeben werden.
Und das ist für uns auch im Podcast ganz spannend, dieses Verständnis, weil dieses Sprachverständnis hier,
das wird auch heute wieder von der modernen Gender Linguistik vertreten.
Sprache heißt, dort ist nie neutral, sie beschreibt nicht einfach Wirklichkeit,
sondern bringt diese Wirklichkeit Äußerung um Äußerung erst hervor.
Und je öfter wir eben eine bestimmte Äußerung hören, je öfter eine bestimmte Äußerung fällt,
desto normaler, desto natürlicher kommt sie uns vor.
Ein Beispiel, ich sage also nicht, das ist eine Frau, weil die Person, über die ich spreche, eine Frau ist,
sondern weil ich von anderen Mitgliedern meiner Sprach- und Kulturgemeinschaft gelernt habe,
dass man Menschen bei uns, die bestimmte anatomische Merkmale haben,
die bestimmte soziale Rollen erfüllen und denen eine bestimmte reproduktive Funktion zugeschrieben wird,
einfach Frau genannt wird.
Kurz, Sprache erzeugt eben nicht Abbildungen, sondern gesellschaftliche Beziehungen, Rollen, Ordnungen,
sie strukturiert quasi unser Zusammenleben.
Darf ich kurz dazu was sagen?
Ich finde nämlich immer, nee, nee, das war wunderbar erklärt.
Ich finde es ja sowieso schön, dass wir uns quasi, dass wir quasi den frühen Wittgenstein zitieren
und aber beim Späten stehen.
Das zeigt ja eben auch, wie sich genau nicht eine Sprache,
sondern auch Philosophie und das Denken über Sprache wandelt.
Und das ist eigentlich wunderbar abgedeckt jetzt in unserem Motto.
Genau, ich finde, das Beispiel mit Geschlecht ist natürlich das, über das wir reden, weil wir über Geschlecht reden.
Ich finde es nur so witzig, dass den meisten Leuten das bei so, also gerade Leute, die das schwergreifend machen können,
die sehr fest auch sozusagen an bestimmten sozialen Kategorien von Geschlecht hängen, dass es da schwieriger ist.
Aber bei anderen Wörtern, wie zum Beispiel einem Tisch, da würden die meisten Leute mitgehen.
Also ich weiß nicht, wenn ich als Baby geboren werde, dass ein Tisch ein Tisch ist.
Ich weiß das eben nur, weil, keine Ahnung, mein Papa immer gesagt hat, keine Ahnung, hier auf dem Tisch essen wir.
Das ist der Tisch.
Und deswegen sehe ich alles, was wie ein Tisch ausschaut in meinem Kopf, erkenne ich als Tisch und nicht als Hocker oder als Kleiderständer oder was auch immer.
Genau. Und das ist eigentlich mit jedem Wort so. Es gibt nur manche Worte, die haben irgendwie mehr Bedeutung
und die sind dadurch auch mit mehr politischer Relevanz verbunden als ein Tisch oder ein Ball.
Ja. Ich kenne das noch aus, also wo bei uns die Kinder noch kleiner waren und aus dem Kindergarten,
dass dann sehr oft überall Papas waren, aber von allen Kindern oder überall Mamas,
weil alle weiblich gelesenen Personen, die eher ausgeschaut haben wie die eigene Mama, waren dann Mama.
Also auch für das fremde Kind quasi. Und alle männlich gelesenen Personen, die eher ausgeschaut haben wie der eigene Papa, waren dann Papas.
Also genau. Das zeigt genau, was du gesagt hast, wie wir Sprache lernen.
Total. Bei meinem Neffen das Gleiche. Also wir haben den Eltern, wir haben einen Hund, der heißt Tinker.
Und man zeigt auf den Hund und sagt Tinker und jetzt nennt er jeden Hund Tinker. Also genau das.
Ja, genau.
Ja, also Wittgenstein auf jeden Fall für uns eine wichtige Inspiration und wichtige Quelle.
Also nicht nur vom späten Sprachverständnis her, sondern genauso, wie du gesagt hast,
einfach auch als Vorbild, dass man die eigenen Auffassungen und die eigenen Überzeugungen quasi,
ja, weil er war schon sehr, sehr überzeugt, oder, von seiner ersten Theorie.
Wittgenstein war immer sehr von sich überzeugt, sagen wir es mal so.
Genau.
Und das finde ich dann aber auch sehr spannend, dass gerade so eine Persönlichkeit dann auch in der Lage ist,
später zu sagen, okay, na, da habe ich irgendwas, da bin ich irgendwo falsch abgebogen,
ich muss mir das nochmal anschauen.
Also ein richtiges Vorbild.
Aber, ja, meine Frage ist jetzt, oder eigentlich unsere Frage, wenn Sprechen jetzt wie Spielen ist,
wer macht dann die Spielregeln?
Oder anders, wer hat die Macht, wenn wir das ein bisschen umformulieren,
wer hat die Macht, Bedeutung im Sprachgebrauch festzulegen?
Und, wenn Bedeutung nur im Gebrauch entsteht und nicht an irgendwelche Realitäten geknüpft ist,
können wir sie dann ändern?
Und wenn ja, wer kann?
Genau das ist unsere zweite große Frage, oder?
Ja, wer hat die Macht?
Beziehungsweise, was ist denn eigentlich Macht?
Genau.
Und was bedeutet das, wenn wir sagen, Sprache ist Macht?
Das hören wir ja auch ganz oft, ne?
Okay, Jessica, kurze Frage an dich.
Wer Macht sagt, muss auch was sagen?
Hm, schwierige Frage.
Nein, gar nicht.
Bei Macht ist natürlich mein erster Gedanke immer Michel Foucault.
Natürlich.
Genau, also bei Macht denken wir sofort an Michel Foucault.
Für Foucault war ja, Macht eben nicht etwas, was eine Person oder eine Institution nur besitzt oder ausübt,
quasi wie ein König,
sondern etwas, was irgendwie überall ist.
Ja, und zwar nicht im Sinne von einer Überwältigung,
sondern eben als Produkt von sozialen Beziehungen.
Er hat, er macht mal definiert, Zitat,
als die Macht ist nicht etwas, was man erwirbt, wegnimmt, teilt, was man bewahrt oder verliert.
Die Macht ist etwas, was sich von unzähligen Punkten aus im Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen vollzieht.
Ja, und genau das ist für uns auch im Podcast ganz wichtig.
Nehmen wir wieder den Geschlechterdiskurs her.
Es gibt keine Instanz, keinen König quasi, der die Macht besitzt, über das Geschlecht von uns allen zu entscheiden.
Wir haben also das Gefühl, dass es einfach da ist, wie eine natürliche Tatsache,
dass wir alle ein Geschlecht haben, dass wir alle ein Geschlecht besitzen.
Nur die Sache ist die, Geschlecht ist eben nicht gleich Geschlecht.
Das merken wir, wenn wir unser westliches, zweigeschlechtliches System mit Systemen aus anderen Kulturen vergleichen.
Das merken wir aber auch, wenn wir unsere heutige Vorstellung von Geschlecht mit Vorstellungen von früher vergleichen zum Beispiel.
Wie wir Geschlecht konzipieren, hängt eben sehr stark davon ab, wo wir leben, wann wir leben und in welchen gesellschaftlichen Kreisen wir uns bewegen.
Unser diskursives Umfeld, also, keine Ahnung, die Familien, in denen wir aufwachsen,
die Lehrbücher, die wir lesen, die YouTube-Videos, die wir uns anschauen,
die Krankenhäuser, in die wir gehen, die Formulare, die wir ausfüllen,
die Leute, mit denen wir uns unterhalten, all das, was in diesen sozialen Räumen gesagt wird, gemacht wird,
das beeinflusst unser Verständnis von Geschlecht.
Und genau das ist auch für Foucault eben der springende Punkt.
Macht, damit sie wirkt, muss nicht zwingen.
Es reicht, unter Anführungszeichen, es reicht, wenn sie normiert.
Eine bestimmte Geschlechterordnung muss nicht mit Gewalt durchgesetzt werden.
Es reicht, wenn ich das, was ich im Diskurs über Geschlecht sagen kann, kontrolliere.
Denn über das, was dann im Diskurs als wahr gilt, als erstrebenswert oder als normal gilt,
über das kontrolliert sich dann quasi die Bevölkerung selbst.
Wie in einem Sprachspiel quasi, wenn sich, also nur mit sehr viel weitreichenderen,
mit sehr viel weitreichenderen gesellschaftlichen Konsequenzen einfach.
Wir lernen die Regeln des Geschlechterspiels, sage ich jetzt einmal,
und fühlen uns dann in unserer vordefinierten Rolle sicher,
auch wenn wir vielleicht schlechte Karten am Anfang bekommen haben.
Wir haben das Gefühl, solange ich mich an die Regeln halte,
darf ich zumindest noch mitspielen.
Genau, dieses Gefühl ist aber oft gefährlich,
denn wenn für uns irgendwas natürlich wird,
wenn uns etwas natürlich vorkommt, normal vorkommt,
dann hören wir in der Regel auf, darüber zu sprechen.
Wir hören auf, es zu hinterfragen.
Wir hören auf, diese kleinen, trügerischen Gefühle,
die wir hin und wieder haben, auf die Probe zu stellen.
Wir hören auf, zu schauen, ob das, was wir kennen oder,
nein, wir schauen gar nicht mehr, ob das, was wir zu kennen glauben,
nicht eigentlich auch anders sein kann.
Foucault selbst macht das ja für alle möglichen Randgruppen, oder?
Ja, für Kriminelle, für sexuelle Minderheiten, für psychisch Kranke
und sein großer Verdienst, glaube ich, einfach für die Sozialwissenschaften allgemein
besteht darin, dass er gezeigt hat, dass all diese vermeintlichen Identitäten,
also Kriminelle, Homosexuelle, Wahnsinnige, natürlich alles unter Anführungszeichen,
dass diese Identitäten eigentlich gar keine sind.
Also, dass das Wort, zum Beispiel homosexuell,
nicht einfach eine innere Wahrheit über uns selbst widerspiegelt
oder zum Ausdruck bringt, sondern dass die Kategorie Homosexuelle
erst im Diskurs selbst erzeugt und stabilisiert wird.
Und zwar über die Produktion von Wissen über jene Menschen
und jene Handlungen, die man dann später homosexuell nennen wird.
In der Medizin, in der Psychiatrie, im Recht, in den Medien und so weiter.
Foucault nennt das produktive Macht.
Das heißt, verschiedene Diskurse entscheiden darüber,
wer als gesund oder krank gilt, wer als normal oder anders gilt
und formen damit immer auch das Selbstverständnis
der betroffenen Personen.
Wenn wir aber jetzt genau an diesem Punkt
des Foucault'schen Machtzyklus, sage ich jetzt mal,
aufhören würden zu denken,
ja, natürlich, dann haben wir eben das Gefühl,
dass Frau sein oder homosexuell sein
irgendwie fixer Bestandteil unserer Identität ist
und deswegen gar nicht in Frage steht.
Aber Foucault's produktive Theorie von Macht und Diskurs
hilft uns jetzt eben auch zu verstehen,
dass Geschlecht nicht einfach da ist,
sondern dass auch Geschlecht ständig gemacht wird
durch unser kollektives Sprechen,
durch unser kollektives Handeln.
Und damit werden wir eigentlich auch schon
bei der dritten großen Frage angelangt,
Was lässt sich denn heute über Geschlecht sagen?
Wer produziert dieses Wissen?
Wer verbreitet dieses Wissen?
Wer konsumiert dieses Wissen?
Und wie können wir vielleicht als Subjekte
in diesem Macht-, Wissen-, Diskurs über Geschlecht
auch anders denken?
Ein wichtiger Aspekt, glaube ich,
in Foucaults produktivem Machtverständnis
ist nämlich, dass wir uns den Normen,
gerade weil sie im Diskurs eben produziert werden,
auch widersetzen können, oder?
Das heißt, diese Idee,
dass Geschlecht kein vorsoziales Faktum ist irgendwie,
sondern ein Effekt historisch situierter
und machtdurchsetzter Diskurse,
die sich verändern lassen,
die sich doch kreuzen lassen.
Genau, das war ja auch in gewisser Weise
der Startschuss irgendwie für die modernen
Queer- und Genderstudies eigentlich.
Vielleicht, weil das Wort gerade fällt,
vielleicht nur ein kurzer Hinweis an dieser Stelle.
Ich denke, wir werden eh dazu mal
eine ausführliche Folge machen.
Aber, kurzer Hinweis für heute.
Ich glaube, es ist vermutlich eh vielen von euch
schon aufgefallen da draußen.
Wir verwenden hier im Podcast bewusst das Wort
Geschlecht und nicht Gender.
Jessica, magst du vielleicht kurz erklären, warum?
Sehr, sehr gerne.
Ich muss natürlich aufpassen,
dass ich da jetzt auch nicht zu viel
in verschiedenen Sachen abdrifte,
weil wir wirklich noch was für andere Folgen
auch verwahren wollen.
Genau, also, denn es wird auf jeden Fall
eine Folge über die Geschichte
von dem Begriff Geschlecht
und eigentlich auch,
beziehungsweise im Englischen,
Sex and Gender geben.
Als auch natürlich, hoffentlich,
eine ganze Folge nur über Judith Butler,
damit Jessica ganz glücklich ist.
Genau, also der Punkt ist nämlich,
im Deutschen ist es echt schön,
dass wir ein Wort haben,
das eigentlich beides bezeichnet.
Denn es ist ja so vielen Leuten
das wahrscheinlich bekannt,
dass es im englischsprachigen
feministischen Diskurs
so die Unterscheidung gibt
zwischen Sex und Gender,
was im Deutschen häufig
als biologisches Geschlecht
und soziales Geschlecht
übersetzt wird.
Aber diese beiden Begriffe,
biologisches Geschlecht
und soziales Geschlecht,
funktionieren an sich schon gar nicht.
Denn die bestimmen gar nicht wirklich,
wo die Grenzen sind.
Also wir wissen ja,
es gibt eigentlich biologisches Geschlecht
gar nicht in der Hinsicht,
wie wir uns das vorstellen.
Es ist viel fluider, viel weiter
und auch von der jeweiligen Zeit,
in der darüber gesprochen wird,
total abhängig,
was darunter gefasst wird.
Und das Gleiche bei sozialem Geschlecht
heißt ja nicht nur,
dass es im sozialen Raum geschaffen wird,
sondern eben auch heißt,
wie Menschen sich fühlen etc.
Und das führt eben im Englischen
häufig auch zu Problemen,
gerade wenn es dann um Diskurse
von Transgender eben geht.
Es war natürlich so,
dass das einen emanzipatorischen
Mehrwert hatte.
Also in einer Zeit,
in der Frauen gesagt wurde,
ihr seid als Frau geboren,
ihr habt ein reproduktives Organ
und ihr müsst Kinder bekommen,
war es natürlich emanzipativ zu sagen,
nee, das ist zwar unser Sex,
also unser biologisches Geschlecht,
also dass wir zum Beispiel
jetzt eine Gebärmutter haben,
aber dass wir damit Kinder bekommen müssen
und was das dann heißt,
wenn wir Kinder bekommen,
also dass wir zu Hause bleiben müssen,
dass wir nicht arbeiten sollen etc.,
das sind alles gesellschaftliche Markierungen.
Also Gender, das soziale Geschlecht.
Das war dieser grundemanzipative Moment.
Und daraus kam aber dann die Vorstellung,
dass es halt trotzdem so eine Basis
vom meist als zweigeschlechtlichen
biologischen Grundriss gibt
und darauf aufbauend gibt es dann
Gender, das soziale Geschlecht.
Und dann kam eben Judith Butler,
vor Butler auch schon andere Menschen,
aber Butler hat das dann in deren zwei Büchern
das Unbehagen der Geschlechter
und Körper vom Gewicht
ziemlich ausdrücklich gemacht.
Dass es natürlich nicht so ist,
dass es gibt eine biologische Tatsache
und daraus folgt sich sozial etwas,
sondern genauso wie wir schon bei Wittgenstein
und eben auch mit Foucault hatten,
wir leben in einer sozialen Welt
und lernen etwas über Geschlecht
und dann gucken wir uns Körper an
und die fallen entweder in einen Raster
oder die fallen außerhalb des Rasters.
Und genauso ist es eben bei Gender und Sex.
Also es ist nicht so,
dass aus Sex Gender folgt,
sondern eher schon,
würde Butler argumentieren,
dass mindestens genauso,
wenn nicht noch mehr,
Sex eigentlich aus Gender folgt.
Und das Tolle ist eben,
im Deutschen müssen wir diese Debatte
gar nicht führen.
Man könnte ja fast sagen,
Judith Butler hätte das zweite Buch
gar nicht schreiben müssen,
und hätte Butler auf Deutsch geschrieben.
Denn das Schöne ist ja,
dass es im deutschen Geschlecht
einfach beides bezeichnet,
wenn man sozial im Viro Geschweck lässt.
Und es ist sowieso,
man muss sowieso so genau
in verschiedenen Diskursen operieren,
dass man sowieso immer einen Zusatz braucht,
dass man immer sagen muss,
ich rede jetzt über diesen Aspekt
oder über jenen.
Aber wenn man über Geschlecht spricht,
Geschlecht ist automatisch immer
sowohl eine soziale Komponente
als auch eine materielle Komponente dabei.
Sagen wir mal,
es fällt jetzt kein besseres Wort an,
aber etwas,
das Aussehen und Wahrnehmung bestimmt, etc.
Diese Komponente sind alle mit dabei,
wenn wir über Geschlecht sprechen.
Ja, sehr schön.
Sehr gut zusammengepasst, finde ich.
Danke.
Du hast dich kurz,
aber nicht zu kurz gehalten.
Perfekt.
Aber wir haben es eh gesagt,
all das,
was jetzt die Jessica
schon ein bisschen so angesprochen hat,
das werden wir in einer eigenen Folge
nochmal vertiefen.
Oder in mehreren.
Oder wahrscheinlich in mehreren, genau.
Ich steige vielleicht gleich
beim Namen Judith Butler ein.
Du hast das jetzt eh schon öfter erwähnt.
Judith Butler hat eben
in den 1990ern Geschlecht
eben als performativen Akt beschrieben.
Das heißt,
Geschlecht ist nicht
eine fixe Eigenschaft
oder ein innerer Wesenskern,
sondern wird erst
durch wiederholte Handlungen
und sprachliche Akte hergestellt.
Kurz,
wir haben
kein Geschlecht,
wir tun es.
Und alles,
was wir tun,
können wir
zumindest theoretisch
auch anders tun.
Butler selbst
hat das damals noch
dieses,
wie soll ich sagen,
dieses subversive Potenzial
der Performativität
zum Beispiel
am Drag
beschrieben,
oder?
Wo stereotype
Geschlechtlichkeit
irgendwie
absichtlich
falsch
unter Anführungszeichen
aufgeführt wird
und dadurch,
dass die
KünstlerInnen
in eine
vermeintlich
falsche
Geschlechterrolle
schlüpfen
weisen sie
auf die
Künstlichkeit
von Geschlecht
hin,
auf die
Gemachtheit
von Geschlecht.
Theoretisch
sind aber solche
Normübertritte
überall
möglich.
Jede noch
so kleine
Umdeutung
oder Abweichung
von der
zweigeschlechtlichen
Norm
ist ein Hinweis
darauf,
dass man
nicht immer
nur
Mann
oder
Frau
sein
muss,
nicht immer
in
heterosexuellen
Beziehungen
leben muss.
Und ja,
in den,
ich sage jetzt mal,
seit den
2000er Jahren,
ich bin da jetzt
sehr grob,
werden
queere Menschen,
queere Erfahrungen,
Lebensweisen
im Alltag
tatsächlich
immer
sichtbarer.
Und hier
kommt dann auch
wieder der gute
alte Diskurs
von Foucault
ins Spiel.
Weil je
offener
unser Umgang
mit Geschlecht
wird,
je sichtbarer
solche
Abweichungen
von der Norm
im Alltag
werden,
desto stärker
geraten dann auch
konservative,
jetzt bin ich zu
freundlich,
ich sage jetzt
genderkritische
rechte Akteure,
ja,
zurückzugewinnen.
Und genau das
passiert heute
ein bisschen
überall
auf der Welt.
Ich habe vorhin
Großbritannien
erwähnt,
Ungarn,
die USA,
das sind jetzt
nur einige wenige
Beispiele,
aber mit der
Entscheidung
über den Status
von Transfrauen
in Großbritannien
und der
Verfassungsänderung
in Ungarn
regulieren die
Regierungen dort
Subjekte
vor dem
jeweiligen
nationalen
Recht
noch erlaubt
sind.
Und mit der
Streichung
von Forschungsgeldern
in den USA
wird versucht,
den wissenschaftlichen
Diskurs
zu kontrollieren.
Gibt es
kein Geld
mehr,
um neues
Wissen
über
Geschlecht
und Geschlechter
Verhältnisse
zu produzieren
und zu
kommunizieren,
schließlich auch,
dass eben
Fragen nach
Sprache
oder
wie wir
über
bestimmte
Dinge
sprechen,
nie wirklich
nur
reine
Sprachfragen
sind,
sondern
immer
an reale,
an materielle
Bedingungen
geknüpft sind.
Und das heißt,
ja,
natürlich
als
SoziolinguistInnen,
als DiskursanalytikerInnen
beschäftigen wir uns
natürlich mit
Sprache
und mit
Sprachgebrauch,
aber eben
nicht als
Selbstzweck,
sondern
um dadurch
auf
gesellschaftliche
Schieflagen
und auf
Unterdrückungsmechanismen
hinzuweisen.
Und
genau das
ist eigentlich
auch das,
was wir
in diesem
Podcast
tun wollen.
Nein,
wir wollen
diesen
aktuellen
Entwicklungen
und
Machtverhältnissen
im
Geschlechterdiskurs
nachgehen.
Wir wollen
vielleicht auch
Alternativen
aufzeigen
zur
heteronormativen
Zweigeschlechtlichkeit
und im besten
Falle
wollen wir auch
euch als
ZuhörerInnen
ja durch
unsere Gespräche,
unsere
Perspektiven
empowern,
empowern eben
Geschlechterhierarchien
herauszufordern
vielleicht auch
und vielleicht
sogar
auch anders
zu gestalten.
Wer weiß.
Let's shoot
for the moon,
oder?
Genau,
man kann ja
hoffen.
Utopien sind
wichtig.
Utopien sind
wichtig,
absolut,
absolut.
Ja,
ich glaube,
das war's
fürs Erste.
Das sind
so im Großen
und Ganzen
die Themen,
die Jessica
und ich,
wir haben
schon mal
angefangen,
so eine kleine
Wunschliste,
sag ich jetzt mal,
für zukünftige
Folgen zu schreiben.
Sollen wir da
schon ein bisschen
verraten,
was da so alles
draufsteht,
Jessica?
Sehr gerne.
Magst du das machen?
Wir haben ja eh schon
ein bisschen
angeteasert.
Das stimmt,
das stimmt.
Genau,
genau.
Also,
wie ihr ja schon
ein bisschen
rausgehört habt,
haben wir ja
verschiedene
Schwerpunkte.
Das kommt
natürlich auch
aus unserem
Studium,
aus unseren
Doppelarbeiten
geschuldet.
Aber das
Schöne ist,
dass wir dadurch
ein sehr,
sehr breites
Feld einfach
abdecken können.
Und ich glaube,
es wird darauf
rauslaufen,
dass du,
Verena,
viel über
Sprache sprechen
wirst,
ich viel über
Kolonialismus
sprechen werde
und dass wir
beide immer wieder
bei Judith Butler
zusammenfinden werden.
Genau.
Du hast den Podcast
jetzt perfekt
zusammengefasst.
Genau.
Also,
es wird,
genau,
wie Verena
schon gesagt hat,
ich werde ein bisschen
in Themen gehen,
die auch in dem Buch
behandelt wurden
und vor allem
wird es um
die Geschichte
des Kolonialismus
gehen und um
auch eine Geschichte
der Zweigeschlechtlichkeit,
also wie wir
überhaupt dazu
gekommen sind,
dass wir denken,
es gibt zwei
sich voneinander
grundlegend
unterscheidende
Geschlechter
und was das auch
mit Kolonialismus
und Rassismus
und Klassismus
zu tun haben
könnte
und dann
würde ich gerne
eben auch
in den nächsten
Folgen
nochmal über
diese Sex
und Gender
Unterscheidung
sprechen.
Genau,
und so ein bisschen
diese Geschichte,
die ich vorhin
erzählt habe,
die natürlich
auch sehr kurz war,
so ein bisschen
vergrößern
und ein bisschen
zeigen,
dass das auch
nicht so eine
eine so eine
geradlinige Geschichte
war,
wie ich sie
jetzt dargestellt
habe und die
man einfach
meistens im Kopf
hat und das
führt uns dann
eigentlich auch
zu einem Thema,
an dem ich in den
nächsten Wochen,
Monaten arbeiten
werde,
nämlich dem
aktuellen
Gender-Critical-Diskurs,
also dem Diskurs
von transfeindlichen
Feministinnen
und wie da die
Kategorie von
Frau definiert
wird,
also warum es
überhaupt um
diesen,
was es mit diesem
Begriff Frau
eigentlich auf sich
hat.
Genau,
darüber würde ich
die nächsten Folgen
gerne sprechen.
Ja,
und du so?
Und ich so?
Du hast eh schon
was ganz Wichtiges
angesprochen,
also es wird,
glaube ich,
also wir haben,
zumindest ist es
unser Anspruch,
ja,
wir wollen natürlich
auch schon an
aktuellen
Entwicklungen
dranbleiben,
aber uns ist halt
auch sehr,
sehr wichtig,
dass wir ein
bisschen Begriffsarbeit
betreiben hier,
also ich denke auch,
das wird bei mir
auch ein großer
Fokus sein,
also da auch zu
schauen,
dass bestimmte
entweder theoretische
Begriffe oder eben
Begriffe,
die alltäglich sind
für uns,
noch einmal sich
genauer anzuschauen.
Ich glaube auch,
das haben wir,
glaube ich,
noch gar nicht gesagt,
oder?
Also für alle,
die sich jetzt ein
bisschen gewundert haben,
dass ich so viel rät in
der Folge,
wir haben nämlich auch,
wir haben uns eigentlich
auch gedacht,
dass sich immer eine von
uns auf die konkrete
Folge vorbereitet
und dann auch die
Leitung der Folge
übernimmt,
das war heute eben
ich und wie gesagt,
wir werden uns da auch
dann abwechseln,
das heißt,
das nächste Mal
werdet ihr ganz viel
mehr von Jessica
hören.
Genau,
also wer mich heute
ein bisschen vermisst hat,
kriegt nächstes Mal mehr,
wer gerne dich weiterhören,
der muss halt bis zu
der nächsten Folge machen.
Oder es vielleicht
einfach mal ausprobieren
und gucken,
ob nicht doch beides
gleich gut ist.
Was uns natürlich
sehr freuen würde.
Genau.
Genau.
Genau.
Und ich glaube,
wir haben auch
überlegt,
ob wir vielleicht
zu einzelnen
TheoretikerInnen,
also über drei
haben wir heute
schon ein bisschen
gesprochen,
so ein bisschen
kleine Deep Dives
in ihr
schaffen und ihr Leben
machen wollen
als eigene Folgen.
Ich glaube,
das haben wir auch
noch so geplant,
oder?
Genau.
Sehr gerne,
sehr gerne.
Genau.
Also ich glaube,
die Ideen werden uns
jetzt noch nicht
ausgehen in
naher Zukunft,
glaube ich.
Es wird eher
an der Aufnahme
scheitern.
Ja,
das und auch
einfach sich zu entscheiden,
genau,
was kommt als nächstes,
was habe ich
ja noch mehr Lust.
Wie kann man das
überhaupt in einer Folge
zusammenfassen?
Das ist ja sowieso
so ein großes Problem.
Oh ja.
Genau,
das heißt,
es werden sich auf jeden
Fall auch Sachen
überschneiden,
Sachen öfter vorkommen,
aber das ist ja genau
das Schöne und ich finde,
so kommt man beim Zuhören,
glaube ich,
auch weiter,
wenn man verschiedene Sachen
aus verschiedener Perspektive
hört und wir kommen
natürlich im Gespräch
auch weiter.
Also ich glaube auch,
dass wir,
wir haben das ja auch
noch gar nicht so gesagt,
wir kennen uns ja eigentlich
auch noch gar nicht so gut
und so lang.
Ja genau,
und das ist ja irgendwie
auch ein Experiment für uns
und ich glaube,
desto mehr wir miteinander reden,
desto mehr werden wir
auch auf Themen
und auf Gedanken
und so weiter kommen,
die sich dann eben auch
im Podcast entwickeln.
Absolut,
genau.
Das ist vielleicht
ein guter Stichpunkt,
weil ich glaube,
wir sollten am Schluss
vielleicht noch
kurz unsere
ZuhörerInnen
darauf hinweisen,
dass das natürlich
ein Podcast ist,
den man unterstützen kann.
Also einerseits
natürlich auch,
wenn ihr zuhört
und gerne mit uns
das heißt,
wenn ihr Fragen habt
zu den Folgen
oder zu dem,
was wir gesagt haben,
Anregungen vielleicht
oder vielleicht sogar
Themenvorschläge,
die wir dann aufnehmen können
in unsere etwas chaotische
Wunschliste
im Moment noch,
dann freuen wir uns
natürlich über eine kurze E-Mail
oder auch eine kurze Nachricht
auf Social Media.
Wir werden,
habe ich eh am Anfang schon gesagt,
alle Infos dazu,
wie ihr uns erreichen könnt
oder wie ihr uns
und wo ihr uns sonst noch
überall folgen könnt
online,
in den Shownotes
dann da lassen.
Wir würden uns
auch freuen,
wenn euch gefällt,
was wir hier so vorhaben
und wenn ihr gerne mehr von uns
hören wollt in Zukunft,
wenn ihr uns dabei helft,
diesen Podcast ein bisschen
bekannter zu machen.
Das geht auf Spotify zum Beispiel.
Da könnt ihr
Sprache, Macht, Geschlecht
mit ganz, ganz vielen Sternen bewerten.
Wenn ihr über Apple zuhört,
dann könnt ihr uns dort
auch eine kurze Bewertung schreiben.
Ihr könnt den Podcast
natürlich auch einfach nur abonnieren,
von egal, wo ihr uns zuhört
oder ihn ganz altmodisch
weiterempfehlen.
wenn ihr das Gefühl habt,
da gibt es irgendeine Person
in eurem Leben,
die ihn auch unbedingt,
unbedingt hören möchte.
Genau.
Das war's, glaube ich, jetzt.
Jetzt haben wir es, oder?
Habe ich was vergessen?
Ich glaube nicht.
Ich glaube, wir haben
alles und noch viel mehr
in der ersten Folge abgedeckt.
Alles, was ich vergessen habe,
kommt das nächste Mal.
Richtig.
So und so werden wir immer
nicht so vergesslich bin.
Nein, aber wir werden nie
alles abdecken können, natürlich.
Genau, genau.
Das ist ein gutes Schlusswort, Jessica.
In diesem Sinne,
in Jessicas Sinne,
vielen Dank fürs Zuhören.
Und ja, ich sage,
bis zunächst mal.
Baba.
Bis ganz bald.
Ciao.
Ciao.