Theorien Sozialer Arbeit

Katholische Hochschule NRW
Since 10/2021 18 Episoden

Dieter Röh

15.10.2021 52 min Staffel 1 Episode 10

Dieter Röh (*1971) ist ein deutscher Sozialarbeitswissenschaftler und Gesundheitswissenschaftler. Röh studierte an der Fachhochschule Ostfriesland Praxisorientierte Interdisziplinäre Gesundheitswissenschaft und schloss dieses Studium 2003 mit dem Abschluss Master of Public Health(MPH) ab. 2005 promovierte er zum Dr. phil. an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg mit dem Thema Empowerment als Hilfe zur Lebensbewältigung - Anforderungen an ein integratives Empowermentmodell für die Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen in Zeiten postmoderner Gesellschaftsveränderungen. Röh hat seine handlungstheoretische Konzeption Sozialer Arbeit besonders in seinem Werk Soziale Arbeit, Gerechtigkeit und das gute Leben. Eine Handlungstheorie zur daseinsmächtigen Lebensführung (2013) dargelegt. 

Transkript

Die Episode zum nachlesen.

Ja, Herr Röh, wenn Sie drei Worte wählen sollten, die Sie gut beschreiben oder die Sie charakterisieren, welche drei Worte wären das? Habe ich drüber nachgedacht. Ich würde anfangen mit dem Humanisten Ulrich von Hutten, der hat nämlich einmal gesagt: "Ich bin kein ausgeklügelt' Buch. Ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch." Aber damit sind Sie ja nicht zufrieden. Ich habe mir noch zwei überlegt oder drei überlegt und ich glaube, dass ich einigermaßen empathisch bin, so um Gerechtigkeit bemüht und ich bin ziemlich fleißig. So, das ist, glaube ich, das. Und ich könnte die Reihe fortsetzen, aber ich lasse es mal bei den dreien. Es so sollten ja drei sein. Okay. Gibt es in Ihrem Leben so etwas wie eine Lebensphilosophie? Ja, dass es sozusagen immer eine Möglichkeit gibt, es auch anders zu sehen und anders zu machen oder dass sich das, was ist, nicht erschöpft, indem sozusagen... Oder dass, was es sein kann, sondern dass man mit einem kleinen Dreh es auch anders machen kann, es auch anders sehen kann. Also, ich weiß nicht, vielleicht optimistisch. Das wäre auch vielleicht so eine Eigenschaft. Optimistisch diese Dinge anzugehen, ja. Das ist im Grunde genommen schon alles und wenn ich gleich das mit der Theorie verbinde, dann würde ich sagen, es gibt auch so etwas, dass ich denke, ich versuche mein Leben so gut zu führen wie es irgend geht und muss aber auch in Rechnung stellen, dass bestimmte Dinge nicht unter Kontrolle sind, dass wir als Menschen die nicht unter Kontrolle haben und dass es glückliche oder unglückliche Zufälle gibt, aber dass ich versuche, möglichst mein eigenes Schiff möglichst mit einem Kompass zu führen, zu steuern. Gibt es denn so etwas wie so einen besten Ratschlag, den Sie mal bekommen haben oder irgendwie eine Empfehlung, wo Sie sagen würden, das war ein Ratschlag, den ich auch gerne beherzige, den ich bekommen habe? Ja, das ist einer und ich glaube, den sollten viele SozialarbeiterInnen, also ich bin ja auch Sozialarbeiter, dann auch bekommen, nämlich: "Kümmere dich auch um dich selbst und nicht nur um andere." So, das ist wahr. Das habe ich wiederholt gehört und das ist, glaube ich, etwas, was ich als einen der besten Ratschläge sehe, den ich mal bekommen habe. Wenn wir uns die soziale Arbeit anschauen, da gibt es ja viele, die in diesem Feld tätig sind und die man so kennengelernt hat. Gibt es für Sie so etwas wie ein Vorbild der Sozialen Arbeit? Ja, also in meinem Berufspraktikum oder so jetzt in der Praxis hatte ich schon Kollegen, die mich sehr geprägt haben, aber wenn ich jetzt so an die wissenschaftliche Seite denke, dann hat mich, ich habe in den Neunzigern studiert, insbesondere Silvia Staub-Bernasconi sehr beeindruckt als ich diesen Buchtitel mal las "Vom Ende der Bescheidenheit". Da habe ich gedacht: Genau das ist es. Genau das denke ich auch. Das war ja so die Zeit, wo noch sehr viel gezweifelt wurde an der Sozialen Arbeit und auch Studierende quasi mit diesem Zweifel groß geworden sind und ich weiß noch, dass wir immer darüber diskutiert haben über diesen Satz: "Wir können von allem ein bisschen, aber nichts richtig." Und das habe ich immer... Das war immer ganz nett und ganz lustig das zu sagen, aber die Frage war immer dahinter: Stimmt das eigentlich? Ist das jetzt ein positives Merkmal oder ein negatives Merkmal? Und da, dass jemand dann mal so ein Befreiungsschlag macht und sagt: "Also jetzt, das Ende der Bescheidenheit. Zeigt das, was ihr könnt, seid kritisch, seid reflexiv, aber geht auch mal voran und bringt auch mal was voran." Und das hat mich sehr geprägt. Deswegen habe ich mich auch nachher immer weiter sehr dafür interessiert, zu schauen, wo kann... Was kann Soziale Arbeit? Wo kann sie was und wie kann sie das hinbekommen, etwas zu bewegen in der Welt? Warum interessieren sich denn überhaupt für Soziale Arbeit? Ja, das ist eine gute Frage. Also biographisch, muss ich sagen, ist das eher Zufall gewesen. Es gab da keine Prägung oder es gab jetzt kein Erlebnis oder so. Die üblichen Dinge vielleicht: Ich habe Zivildienst gemacht, das aber auch in einer Richtung, die mich nicht unbedingt direkt auf den Weg der sozialen Arbeit geführt hat. Ich habe dann im Studium, das war ja zufällig, dass ich dazu gekommen bin, aber gemerkt, dass es ein wahnsinnig interessantes Fach und eine unglaublich interessante Tätigkeit ist; so vielfältig, mit so vielen Personen, Gruppen arbeiten zu können, mit so unterschiedlichen Methoden, diese ganzen Wissensbestände... Das war ja diese Defizitdiagnose ganz lange Zeit und in meinem Studium, muss ich auch sagen, gab es nicht sehr viel Orientierung, warum man das eigentlich alles wissen sollte. Und das war einigen sozusagen dann schwierig oder bei mir auch teilweise schwierig, weil ich es nicht wusste und dann habe ich aber irgendwann so einen Gedanken gekriegt: Das hat was miteinander zu tun. Da gibt es ein Dach drüber. Und das hat mich dann sehr fasziniert und fortan nicht mehr losgelassen. Also dieses Feuer wurde dann geweckt und es ist nicht erloschen und flammt immer mal wieder auf an bestimmten Stellen: Theorien oder, was weiß ich, Methoden, bestimmte Aufgaben in der Gesellschaft, die zu lösen sind. Ja, sehr viele Sozialarbeiter würden ja sagen: "Die Praxis fasziniert mich, die Themen faszinieren mich", aber warum interessiert Sie gerade die Theorie? Ja, weil, glaube ich, die Theorie... Es gibt da diesen Satz von Kurt Lewin: "Es gibt nichts Praktisches, als eine gute Theorie." Und das finde ich genau richtig. Weil anders als viele meinen, finde ich Theorie immer sehr praktisch oder frag mich auch daraufhin sozusagen: Was sagt sie mir über diese Welt? Was sagt sie mir über mich? Was sagt sie mir, auch wenn wir jetzt nicht nur über sozialwissenschaftliche Theorien reden, über nichtweltliche Zusammenhänge, also philosophische Theorien oder was sagt sie mir auch, was zu tun ist, was man tun und lassen sollte? Also von daher: Ich habe Theorien nie als etwas gesehen, was mir so fremd bleibt oder wo ich sage: "Ich weiß gar nicht, was das mit mir in meinem Leben oder mit meiner Profession zu tun hat." Überhaupt nicht. Ich habe so viele Momente gehabt, wo ich gedacht habe "Ah, genau das drückt es aus, Und das finde ich das Wunderbare an Theorien, dass sie einem sozusagen Begriffe an die Hand geben, Gedanken, Bilder und etwas beschreiben, was man natürlich auch so sehen könnte als Mensch, aber man kriegt den Ausdruck dafür und das, finde ich, ist das Spannende an Theorie. Ja, als nächsten Gast in unserer Interviewreihe können wir Dieter Röh begrüßen. Herzlich willkommen und herzlichen Dank, dass Sie sich bereiterklärt haben zu unserem Interview. Bevor ich oder wir auf die fachlichen Fragen eingehen, versuche ich mal eine kurze Biografie. Also ich versuche es, aber... Sie sind zunächst einmal Sozialarbeits- und Gesundheitswissenschaftler in dieser Kombination und haben natürlich entsprechend auch einen Abschluss als Diplom-Sozialarbeiter und waren dann ab 2003 im sozialpsychiatrischen Bereich, vor allen Dingen in der Behindertenhilfe tätig. Sie haben dann noch ein Studium der interdisziplinären Gesundheitswissenschaft an der Fachhochschule Ostfriesland absolviert und sind danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsschwerpunkt "Entwicklung von Modellen und Standards der integrierten Versorgung im Bereich der Rehabilitation von Menschen mit motorischen Störungen" aktiv gewesen, bis 2005. 2005 dann auch Ihre Promotion an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg und da zu dem Thema "Empowerment". Sicherlich ein Aspekt, auf den wir auch noch einmal gleich zu sprechen kommen werden. Sie sind seit 2005 auch Professor für Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. So, jetzt noch die Lehrschwerpunkte: Geschichte, philosophische Grundlagen, Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit. Sie sind natürlich in verschiedenen Forschungsprojekten und Konzeptentwicklungen im Bereich der Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie vor allem aktiv, haben sicherlich, so weit man das sieht, auch eine lange Publikationsliste. Die hier vorzustellen wird den Rahmen sprengen; ist auch gar nicht notwendig, weil wir heute insbesondere wegen Ihrer vorgelegten Handlungstheorie zur daseinsmächtigen Lebensführung, die Sie publiziert haben. Ich zeige das Werk mal kurz in die Kamera. Aus dem Jahr 2013. "Soziale Arbeit, Gerechtigkeit und das gute Leben." Sie schreiben, dass sie nicht so ganz glücklich, das ist jetzt meine Paraphrase, über die Gegenstandsbestimmung der sozialen Arbeit sind. Und zwar schreiben Sie, dass diese Gegenstandsbestimmung eigentlich nicht primär über die Bearbeitung von sozialen Problemen hergeleitet werden sollte, sondern eben über die Arbeit einer daseinsmächtigen Lebensführung. Drängt sich natürlich die Frage auf, weshalb reicht es Ihnen nicht aus, dass soziale Arbeit für die Bearbeitung sozialer Probleme zuständig sein soll? Ich will davor nochmal sagen, weil nämlich: Es war ein starker Motivator. Diese Unzufriedenheit, aus meiner Sicht, reicht noch nicht nicht die, die ich für richtig halte. Da war ein ganz wichtiger Punkt, dass ich gedacht habe, wir brauchen endlich eine Theorie, die es schafft, die Sozialarbeit und die Sozialpädagogik auf irgendeine Art und Weise zusammenzubringen. Und zwar ist das ja vielfach postuliert worden, von (Mühlhorn?) zum Beispiel. Es gibt eine Konvergenz oder Immergenz oder wie auch immer. Jedenfalls soziale Arbeit ist der Begriff, aber darunter finde ich nach wie vor keine Klarheit, wie das wirklich zusammenpasst. Also das war dieser eine Punkt und in dieser Bestimmung, klar, könnte man jetzt sagen, wir haben uns geeinigt auf soziale Probleme und das ist auch nicht verkehrt an sich, nur ich finde, dass Lebensführung, dass Lebensführungsfragen größer sind als soziale Probleme. Das heißt, das Thema ist grundsätzlicher mit dem die soziale Arbeit sich auseinandersetzt oder ich könnte es noch anders sagen: Vorstellbar wäre ja vielleicht eine komplett gerechte Welt mit einer sehr guten Ausstattung aller Menschen. Und dann glaube ich aber fest daran, es bleiben Lebensführungsprobleme, weil wir alle doch letztendlich ganz existenziell unser Leben führen müssen, Entscheidungen treffen müssen, uns orientieren müssen im Leben. Und das sehe ich nicht, eins zu eins zumindest nicht aufgehoben in einer Bestimmung von Sozialarbeit, dass sie sich mit sozialen Problemen auseinandersetzt, sondern das Thema ist größer, das ist allgemeiner. Und das war so die Idee und dann ist natürlich die Frage, dann sucht man und findet dann irgendwann einen Ansatzpunkt und sagt, das ist es jetzt. Das ist für mich ein anschlussfähiger Punkt. Aber wenn Sie den Gegenstand der Sozialen Arbeit in den strukturellen und subjektiven Bedingungen gelingender Lebensführung verorten, dann ist das ja auch sehr nah an Hans Thierschs gelingender Alltag oder die Idee eines gelingenderen Alltags. Geht der Begriff Lebensführung über den Alltagsbegriff hinaus oder ist das ungefähr ähnlich zu sehen? Also, ich glaube schon, dass es da Ähnlichkeiten gibt. Also gelingenderer Alltag klingt ja auch nach: "Ich tue etwas im Alltag. Ich bin da aktiv." Und ich würde den Begriff Alltag nicht nutzen oder ich habe ihn nicht genutzt, weil ich ihn so alltäglich finde und damit auch irgendwie zu banal. Der Punkt oder der Ansatzpunkt von Hans Thiersch, der ist natürlich aber natürlich ein richtiger, zu sagen: "Wendet euch konkret dorthin, wo Probleme sind oder wo Menschen ihr Leben leben und da genau hinzuschauen und ihre subjektive Perspektive aufzunehmen und sie zu verstehen und auch weitgehend zu akzeptieren." Aber alles das wollte mir nicht ausreichen oder reichte mir nicht aus. Das fand ich zu kleinteilig, zu kleinräumig, zu klein insgesamt, wo ich gedacht habe, das ist auch so eine Selbstverzwergung der Sozialen Arbeit. Also ich kann den Impuls, ich kann auch die Geschichte dahinter gut verstehen, aber ich finde das nicht ausreichend und ich denke, dass ist eine zu starke Zurücknahme dessen, was soziale Arbeit kann. Vielleicht nochmal eine Zusatzfrage dazu: Lebensführung, wenn man so will, als ein Begriff, der möglicherweise diese relativ etablierte Rede von Lebens-und Alltagsbewältigung vielleicht ablösen kann, geniesst ja eine gewisse Aufmerksamkeit auch bei anderen Kollegen, die dazu arbeiten. Kann man sagen, dass Bewältigung, Alltagsbewältigung, Lebensbewältigung eigentlich eher der Blick nach hinten ist, also quasi die Krise bewältigen, die vielleicht akut da ist, die aber eben eine bestimmte Geschichte hat? Und dass die Perspektive der Lebensführung vielleicht doch eher eine proaktive oder nach vorwärts gerichtete Perspektive ist? Das kommt mir jetzt so spontan. Das muss nicht stimmen, aber das wäre ja ein Abgrenzungskriterium, ja. Lebensbewältigung, da liegt die Auslöserbedingung des Handelns in der Vergangenheit, könnte man sagen und bei Lebensführung, da muss ich schon nach vorne schauen. Ja, vielleicht. Ich weiß es auch noch gar nicht so genau. Tatsächlich ist es auch dort wieder so, dass ich denke, es ist ein Stück weit allgemeiner und es setzt tatsächlich nicht erst mal an ein Problem an und Problem ist ja tatsächlich ein Zustand, der schon einmal entstanden ist, den wir als negativ bewerten. Von daher würde ich auch sagen, es ist quasi ein allgemeinerer Ansatz. Ich denke bei dieser Frage der Bewältigung, Lebensbewältigung, ganz prominent ja von Lothar Böhnisch hervorgehoben, da denke ich tatsächlich auch mal an so etwas mühseliges. Also denke ich immer an Sisyphos und denke so: "Oh, mein Gott." Das ist wirklich eine anstrengende Vorstellung und natürlich innerhalb seiner Theorie konsistent sozusagen. Also es gibt hier eine dauerstrukturelle Krise und die kriegen wir nicht aufgehoben und deswegen müssen wir den Menschen helfen, ihr Gleichgewicht zu halten. Aber trotzdem ist mir dieser Bewältigungsbegriff dann auch wieder zu anstrengend irgendwie so. Aber Lebensführung ist jetzt nicht weniger anstrengend und ist auch nicht nur nach vorne gerichtet, sondern hat natürlich auch problematische Anteile. Ja, Sisyphos ist vielleicht ein Stichwort für die nächste Frage, also wenn Sie so an das Wechselspiel von Individuum und Gesellschaft Spannungsfeld. Dann, ja, ist ja im Grunde genommen die Frage nach der Lebensführung, dass im im Prinzip Lebensführung etwas ist, was man jetzt nicht nur als rein Individuum zentrierten Begriff sehen kann, sondern eben auch von, wenn man so will, Lebensführung der Gesellschaft sprechen kann. Wie würden Sie das einschätzen in Ihrer Theoriebildung? Sehen Sie da eine Art Gleichgewicht zwischen den subjektiven Möglichkeiten? Auf die kommt es Ihnen ja auch nochmal ganz besonders an, im Sinne von Daseinsmächtigkeit auf der einen Seite und den gesellschaftlichen Zwängen auf der anderen Seite. Kann man sich das so als relativ ausgeglichen vorstellen oder ja, wie würden Sie es einordnen? Nein, es kann natürlich nicht ausgeglichen sein, aber tatsächlich habe ich da auch viel drüber nachgedacht und ich würde jetzt mal per se sagen, natürlich sind Strukturen stärker als Menschen. Strukturen wirken schon stärker auf Was durch kulturelle Habitualisierung oder Verhaltensanforderungen, Normen, Erwartungen an uns gestellt wird, das ist, glaube ich, schon stärker. Aber was mich immer daran gestört hat, das sozusagen so absolut zu (unv.), dass eben Strukturen stärker sind als Menschen... Also zur Relativierung würde ich immer sagen: Wir sind aber auch keine willenlosen Roboter. Es gibt da kein Gängelband der Gesellschaft oder irgendwelche Strukturen, die mich führen in welche Richtung auch immer. Ob ich in die will oder nicht, sei dahingestellt. Aber gleichzeitig und das schwingt so ständig als Pendel bei mir im Kopf hin und her, sehe ich natürlich auch an mir selbst, diese Unterscheidung zwischen langsam und schnell und denken... Ich habe mal ein Buch gelesen, das hat mich sehr beeindruckt von einem Verhaltensökonomen, Dan Ariely heißt der. Der Buchtitel war: "Denken hilft zwar, nützt aber nichts." Und das ging, sehr kurz gefasst, um die Frage, wie funktioniert eigentlich Werbung und wodurch werden wir beeinflusst und dass vieles eben nicht kritisches Bewusstsein zunächst einmal ist und wir folgen aber schon den Plänen anderer. Stichwort: Supermarkt. Wir werden halt so rumgeführt, dass wir gegen unseren eigentlichen Impuls anders rumzulaufen, also links rumzulaufen, rechts rumlaufen müssen. Also die Milch ist immer ganz hinten. Also da gibt's schon Strukturen. Und ich denke auch ständig darüber nach, ob man das in so einem Verhältnis ausdrücken könnte, irgendwie so achtzig/ zwanzig, siebzig/ dreißig. Ich würde dazu tendieren und vielleicht wäre das so eine, mal herauszufinden, was ist eigentlich wirkmächtiger. Also das spielt ständig in meinem Kopf so eine Rolle, aber ich kriege da keine endgültige Antwort drauf. Gut, aber der Rest, wenn man so will, ist doch noch soweit vorhanden, Man könnte ja sagen, also jetzt mal sehr materialistisch argumentiert, dass der Mensch eigentlich in keinster Weise irgendwo eine Daseinsmächtigkeit haben wird. Die Strukturen sind so wie sie sind. Aber da kommen wir wahrscheinlich gleich nochmal drauf, was Sie speziell mit dem Begriff Sie haben ja gerade auf Daniel Kahnemans "Schnelles Denken, langsames Denken" verwiesen und das ist ja ein Buch, das viele praktische Beispiele gibt und viele Hinweise gibt, wie man mit diesen Fehlern im Denken eigentlich auch umgehen kann oder zumindest im Rahmen der Selbstbeobachtung feststellen kann, wann glaube ich, dass ich denke und wann merke ich doch, dass ich es nicht tue. Warum sollte die Soziale Arbeit, wenn man sich das anschaut, ihre Theorie, ihre Handlungstheorie... Warum sollte die Soziale Arbeit mit ihrem Theorieansatz arbeiten und könnten Sie das vielleicht dann auch mal praktisch, an einem praktischen Beispiel, erläutern? Ja, warum sollte sie damit arbeiten? Das muss sie selbst entscheiden. Also was ich denke, was mir natürlich dann am Herzen liegt, wäre zu sagen: "Schaut euch immer beide Seiten an. Schaut euch subjektive Handlung an und schaut euch soziale oder gesellschaftliche Strukturen an und schaut vielleicht im Einzelfall wie was ineinandergreift." Und so Beispiele... Also aus meiner praktischen Erfahrung, muss ich sagen, vielleicht ist das auch eine Besonderheit, wenn man viel mit Menschen mit psychischen Erkrankungen gearbeitet hat, dann weiß man eben: Nicht alles ist gesellschaftlich beeinflusst, nicht alles ist per se gesellschaftlich determiniert. Also wenn ich zum Beispiel an schizophrene Erkrankungen denke, dann haben wir dort einen sehr starken existenziellen Anteil daran, wenn man also anthropologisch das sieht, dass Menschen in eine Krise geraten. Die hat natürlich etwas mit Übergängen zu tun. Die hat was mit Belastungen zu tun, also auch gesellschaftlichen Belastungen. Aber es steckt auch so was drin, dass ganz existenzielle Fragen gestellt werden, nämlich: Was kann ich eigentlich? Wie kann ich alleine sein? Wie kann ich mit meiner individuellen Existenz klarkommen? Und da bringt es mir natürlich nichts zu sagen, es liegt, wie es ja eine zeitlang auch durchaus mal vermutet wurde, sozusagen alles nur an gesellschaftlichen Strukturen. Bei der Schizophrenie, wissen Sie ja auch, dass es relativ Kultur invariante Quoten gibt sozusagen. Es gibt andere psychische Erkrankung wie Depressionen, da ist es anders. Kurz gesagt: Ich glaube, es gibt da einen Anteil, der ist viel basaler, als zu sagen, es hängt mit einem gesellschaftlichen Leistungsdruck zusammen oder irgendwie so etwas und auf der anderen Seite weiß ich natürlich, dass in der Bewältigung von gerade psychischer Erkrankung, gerade Schizophrenie, die Welt, die reale Weltgesellschaft eine große Rolle spielt. Also Stichwort: Stigmatisierung. Die sekundäre Krankheit, wie (Finston?) das mal genannt hat. Also das kommt natürlich dazu und entweder hilft es mir, meine psychotischen Wahrnehmungen sozusagen zu überwinden und meinen Platz in der Welt zu finden oder das hilft mir nicht; es verhindert das sogar. Oder ein anderes Beispiel, das bringe ich immer dann, wenn... Und das ist ja, wir sind ja noch nicht dort, aber es ist ja ein Vorwurf auch immer an die Theorie, an den Capability supproach, insbesondere dass er paternalistisch sei. Also, wenn jemand weiß, was ein gutes Leben ist, dann hat er vielleicht auch den Anspruch, dass alle anderen das auch so wissen sollten und die ihm folgen sollten und dann sage ich immer: Ja, das mag sein, dassdas eine Gefahr ist, aber stellen Sie sich vor, es gibt eine obdachlose Personen, Mann oder Frau, die Platte macht und Sie fragen sie: "Warum machen Sie das?" Und die Person sagt: "Mein Leben hat mich enttäuscht. Viele Menschen haben mich enttäuscht. Ich mache jetzt einfach Platte und es ist auch gut so. Ich fühle mich da auch richtig gut drin, viel besser als wenn ich an die Notunterkünfte denke oder wenn ich an eigene vier Wände denke. Das beengt mich." Und da frage ich mich natürlich: Wo kann man noch einen Ansatzpunkt haben, nachzufragen: "Warum sind Sie mit dieser Situation zufrieden?" Ich müsste eigentlich ein Bild davon haben, was die Unzufriedenheit eigentlich bedeuten müsste. Woher bekomme ich, woher kriege ich Gründe, die mir sagen, das kann nicht der Ausdruck eines guten Lebens sein, wenn jemand zu mir sagt: "Ich möchte hier auf der Straße weiterleben. Ich möchte nicht in Wohnungen leben." Und das sozusagen würde mich immer dazu bringen, dass ich hier schauen muss: Was hat die Person dazu gebracht, zu diesem Denken zu kommen, dass sie sozusagen zufrieden ist und was hat das sozusagen mit biografischen Erfahrungen zu tun, was hat das mit gesellschaftlichen Erfahrungen zu tun? Aber letztendlich ist das eine ganz individuelle Sache auch, diese Entscheidung jeden Tag zu treffen, wieder Platte zu machen und nicht in eine Unterstützung hineinzugehen oder eine Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Und das, kriegt man eher eingefangen, wenn man es etwas größer zieht, als nur zu sagen, es gibt dort entsprechende dominierende Strukturen. Ja, Sie beschreiben ja konkret, dass die praktische Aufgabe der Sozialen Arbeit eigentlich die Unterstützung einer daseinsmächtigen Lebensführung sei. Was muss ich mir darunter vorstellen unter einer Unterstützung einer daseinsmächtigen Lebensführung? Naja, ich sehe immer tatsächlich beide Dinge. Ich sehe immer, es gibt einen handelndes Subjekt, das jeden Tag aufsteht und zu Bett geht oder einschläft und aufwacht und es muss jeden Tag sein Leben alleine führen. Es gibt niemanden anderen, der es für diese Person führen kann. Und auf der anderen Seite eben, das hatten wir ja gerade eben schon besprochen, gibt es eben diese Umgebung, die es einem ermöglicht oder eben auch sehr erschwert, für sich eine eigene Idee davon zu kriegen: Was will ich eigentlich? Was kann ich? Was will ich? Woraufhin will ich sozusagen mich entwickeln? Und das ist ein Thema für die soziale Arbeit, dahin zu schauen, dass beides gleichermaßen in den Blick gerät und dass man versucht, die Verbindung zwischen beiden zu bearbeiten, also Menschen kompetenter macht, ihnen auch vielleicht nochmal eine Möglichkeit bietet, darüber nachzudenken, was sie wollen, sie auch darin unterstützt, herauszufinden, was sie wollen, aber sie nicht damit allein zu lassen, sondern ihnen zu sagen: "Wir haben hier die und die Strukturen. Wir haben die und die Möglichkeiten und lassen Sie uns überlegen, wie wir damit umgehen können." Und dann sozusagen auch natürlich auch wissend und auch kritisieren könnend, welche Strukturen es noch nicht gibt. Also dass zum Beispiel dieser Wunsch dieser Personen dann weiterhin auf der Straße zu übernachten damit zusammenhängt, dass diese Notunterkünfte halt nicht gut sind oder dass eigener Wohnraum nicht attraktiv ist. Aber Sie sprechen ja in dem Zusammenhang davon, dass man versuchen soll, Möglichkeitsräume zu finden, dass man auch Kompetenzen oder Menschen dabei unterstützen sollte, diese Kompetenzen zu entwickeln, diese Möglichkeitsräume zu sehen und zu entdecken und vielleicht auch für sich zu nutzen. Welche Kompetenzen können das sein? Also ganz klassisch würden wir ja vielleicht sagen, es gibt personelle Kompetenzen oder personale Kompetenzen. Also das meine ich mit dem: ich muss die Dinge am Ende des Tages selber tun, es tut kein anderer für mich. Da hilft mir manchmal so eine ganz einfache Formel, die und das heißt einfach: Ich muss mein Leben verstehen. Ich muss verstehen, was auf mich zukommt. Ich muss das handhaben können, ich muss damit umgehen können und die Komponente, von der er sagt, die Kompetenz ist die wichtigste... Ich muss sozusagen eine Sinnbedeutung darin finden. Ich muss einen Sinn darin sehen, dass das gerade mir widerfährt und dass ich damit umgehen muss. Also verstehen, handhaben und dem Ganzen einen Sinn geben können. Also das ist sozusagen die personelle Seite und dann gibt es aber natürlich auch da drin oder daran anschließend soziale Kompetenzen, von denen ich denke, die brauche ich, um mein Leben führen zu können, gerade im Kontakt mit anderen. Also ich muss kommunizieren können, ich muss kooperieren können und ich muss auch an Konflikten arbeiten können. Ja, soziale Kompetenz und vielleicht kulturelle Kompetenzen, also mich in einem größeren Zusammenhang auch noch verorten, mich selber als Person irgendwie im kulturellen Zusammenhang zu verorten. Also das hängt auch sehr stark mit dem Sinn wieder zusammen, also welchen Sinn hat das Leben oder hat mein Leben, aber eben auch die Sinndeutung anderer erst einmal zu sehen, zu akzeptieren. Also ich glaube, das sind so drei Kompetenzbereiche, die ganz personal, die mich immer wieder zurück auf mich selbst zurückwerfen. Also ich muss damit... Ich muss da Antworten darauf finden. Ja, Sie haben sich ja mit der klinischen Sozialarbeit beschäftigt und haben das Thema also der Salutogenese ja praktisch bei Antonovsky ja dann genannt und dieser Paradigmenwechsel in der Medizin, also weg von der Krankheit hin zur Gesundheit, ist das vielleicht auch wiederzufinden in dem Unterschied von Lebensbewältigung in Lebensführung? Ist das damit auch zu verbinden? Ja, aber ich weiß nicht. Ich glaube, das ist zu einfach. Ich würde mich natürlich freuen, wenn ich eine Theorie beschreibe, die alles ins Positive auflöst, weil an dieser Frage, was hält Menschen gesund, ist natürlich viel Richtiges dran. Aber die Frage, was macht Sie krank, darf man nicht vergessen. Und ich glaube, man hat keine Salutogenese ohne Pathogenese, weil dann würde man das sich zu einfach machen. Das Interessante ist ja, wenn wir über den Antonovsky sprechen, dass er quasi als Soziologe gestartet ist und mit einer psychologischen Komponente landet mit ich würde das, glaube ich, nicht so einfach auflösen wollen, dass es mehr um die Gesundheit und Perspektivität und sowas geht. Das ist auch existenziell anstrengend. Sie hatten gerade das Beispiel des Wohnungslosen Sie hatten gerade das Beispiel des Wohnungslosen gegeben, der Platte macht. Nun könnte man ja sagen, okay, es ist seine eigene Entscheidung und sein Ausdruck von Daseinsmächtigkeit, aber Sie haben ja auch sehr plausibel dann darauf hingewiesen, dass man dann eigentlich gar nicht mehr weiter fragen kann nach den Bedingungen. Was hat Ihnen eigentlich dahin gebracht? Ich denke also, Sie scheinen mir auch sehr deutlich, dass Soziale Arbeit eine normativ ethische Werte-Orientierung braucht. Die wird ja gemeinhin, wenn man sich die Theorielandschaft so anschaut, eben so aus den Vorstellungen sozialer Gerechtigkeit in der kritischen Theorie, zum Beispiel herrschaftsfreien Diskurs, Menschenrechte, Menschenwürde... Also es gibt ja schon, wenn man so will, einiges. Codes of Ethics haben sich wiederum der Berufsverband der Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen auf die Fahnen geschrieben. Aber Sie gehen ja nochmal in die Richtung der Gerechtigkeitstheorie. Können Sie uns da vielleicht was dazu sagen? Was hat Sie dahin gebracht? Tja, was mich dahin gebracht hat? Das ist eine gute Frage. Ich bin einfach auf etwas gestoßen, von dem ich denke, dass das eine Art von Gerechtigkeitstheorie ist und das beschreibt diese normative Grundlage. Dieses: Was zeichnet wirklich ein gutes menschliches Leben aus? Das findet man. Da findet man Antworten darin; einerseits sozusagen dezidierte Antworten wie bei Nussbaum, aber vielleicht auch erst mal nur die Fragestellung insgesamt und dann hat man gleichzeitig sozusagen diesen Dualismus von: es gibt die Person und es gibt die Umwelt und beides kommt auf eine Art und Weise zusammen. Und das ist eine spezielle Gerechtigkeitstheorie, die mich einfach sehr angesprochen hat und die die anderen nicht aufhebt oder denen auch nicht widerspricht. Das war einfach das Interessante, gerade diese zwei Ebenen, die fand ich. Von daher gilt also sozusagen das andere nach wie vor, aber diese Frage, was sind Menschen eben zu tun und zu sein in der Lage und fähig, das ist so ein zentraler Ansatz in diesem Capability Supproach. Diese Frage fand ich sehr faszinierend und die Antworten sind dann eben Möglichkeitsräume; tatsächliche Möglichkeiten zu haben. Das ist die Antwort auf diese Frage. Das fand ich sehr überzeugend. Überzeugender als andere Ansätze. Ja, der hat ja auch eine hohe Bedeutung für Ihre Theorieentwicklung und Sie haben gerade schon gesagt: Martha Nussbaum. (Unv.) wäre ja noch mal davon abzugrenzen, der eigentlich eher, wenn man so will, eine sozialstrukturelle Perspektive einnimmt, während Martha Nussbaum ja die Liste vom guten Leben, wenn man so will, entwickelt hat und auch sicherlich noch weiterentwickelt. Kann man das vielleicht in zwei, drei Sätzen abgrenzen, was Martha Nussbaum im Prinzip mit dieser Liste intendiert? Ja, diese Liste ist natürlich ein ganz schwieriger Punkt, weil diese Liste ist nach ihrer Lesart eine abgeschlossene Liste, eine Liste, die eine weiße US-amerikanische Philosophin der Upper Class sich überlegt und sagt: "Das gilt für die ganze Welt." Also das ist natürlich ein Problem. Sie gibt da ja auch keine überzeugende Definition dessen oder Herleitung, wie komme ich da drauf, außer dass sie sagt, ich habe die Kulturgeschichte studiert und ich sehe immer wiederkehrende Muster: das, was Menschen für sich gut beschreiben. Ob das nun diese zehn Capability sind oder ob sie es nicht sind, das sei mal dahingestellt. Aber was ich viel spannender finde an der Frage oder an ihrer Theorie, ist eigentlich, dass sie sagt, es gibt interne Fähigkeiten, Internal Capabilities nennt sie die, Und erst wenn beides auf eine gute Art und Weise zusammenkommt, also wenn ich Fähigkeiten herausbilden kann durch Bildung, durch ein gesundes Aufwachsen, also wenn ich kompetent werde und es gibt eine Umwelt, die mich kompetent sein lässt, dann entsteht gutes Leben und dann kann man diese zehn Capabilities ansetzen, die sie dann Combined Capabilities nennt, man muss es aber auch nicht tun. Man kann dieses Zusammenspiel von internen Fähigkeiten und externen Fähigkeiten aber auch so stehen lassen. Ich habe ja dann, nicht nur ich, sondern auch andere, haben ja eigentlich formuliert, dass es schwierig ist, jetzt Capabilities in Fähigkeiten einfach so umzudeuten im Deutschen, weil unter Fähigkeiten verstehen wir eigentlich immer nur unsere Kompetenzen, also unsere Möglichkeiten und sie meint aber mit Fähigkeiten, also Capabilities auch die externen. Und deswegen habe ich gedacht, ist vielleicht persönlicher Möglichkeitsraum und gesellschaftlicher Möglichkeitsraum die bessere Übersetzung von Capabilities und in diesem Zusammenspiel ist tatsächlich etwas drin, was man ausloten kann, was für die soziale Arbeit sehr, sehr gut ist und nutzbar ist. Wir finden ja eine Theorielandschaft der Sozialen Arbeit, Ansätze die eher verhaltensorientiert sind, dann haben wir Ansätze, die gesellschaftskritisch sind und Sie versuchen ja beides zu vereinen oder beides zu kombinieren und diese Integrationskraft zu. Naja, ich glaube, aus den eben beschriebenen Gründen. Also es gibt ja bei beiden, bei (unv.) und auch bei Martha Nussbaum, verschiedene Beispiele, die das belegen. Also es reicht nicht aus oder andersrum: Gerechtigkeit würde bedeuten, dass ich Menschen jede Chance gebe, ihre Fähigkeiten zu entwickeln, aber wenn sie dann in einer Gesellschaft sozusagen fähig sind zu etwas, was ihnen die Gesellschaft nicht erlaubt, dann habe ich hier keine gerechte Gesellschaft. Auf der anderen Seite reicht es nicht aus, wenn ich sozusagen Möglichkeiten bereitstelle, aber die Menschen nicht in der Lage sind, nicht fähig sind, sie zu nutzen und aus diesem Wechselspiel, aus diesem Hin und Her zwischen: es gibt Möglichkeiten, etwas zu tun und es gibt Fähigkeiten, etwas zu tun, entsteht für mich eine Aufgabe der Sozialen Arbeit und auch so ein Gerechtigkeitsverständnis. Beides geht und deswegen, glaube ich, ist das für die soziale Arbeit so hilfreich so zu denken. Ich muss über ausreichend Ressourcen verfügen, über ausreichend Mittel verfügen und ich muss diese anwenden können und dann werde ich dann mittels kluger Wahl herausfinden, was für mich richtig ist und entscheiden, wie ich mein Leben führen möchte, was ich tun möchte mit diesen Ressourcen und natürlich kann ich als Sozialarbeiter dann anfangen zu sagen, hier hat eine Person gar keine Auswahlmenge, weil sie hat gar nicht genug Ressourcen, Möglichkeiten und oder sie hat nicht die Fähigkeiten dazu, vielleicht sogar vorhandene Möglichkeiten, Ressourcen zu nutzen. Das ist für mich sehr kurz gefasst, eigentlich der Clou an diesem Capilibility Supproach und sehr, sehr nachvollziehbar auf die Sozialarbeit übertragbar. Ja, Sie bringen ja noch den Begriff Empowerment in den Diskurs ein, beziehungsweise reaktivieren ihn, aus meiner Sicht, schon eher und sprechen von einer sogenannten sorgenden Verantwortung, also und das mittels Empowerment. Empowerment ist so die eine Seite, sich sorgen reflektiere ich schon wieder auf der anderen Seite. Es läuft jetzt so ein bisschen auf die Frage hinaus, ob das nicht auch die Gefahr des Paternalismus beinhaltet, aber vielleicht können Sie mal kurz sagen wie Sie oder worin Sie das Potenzial von Empowerment sehen? Ist es für sie also keine Methode oder ist es eine Methode oder ist es eher eine Grundhaltung, die da nochmal in den Blick kommt? Also ich würde, glaube ich, sagen: beides, aber für mich ist es weniger eine Methode. Es gibt etwas methodisch da dran. Also man kann sich überlegen, wie schaffe ich es, dass Menschen wieder Mut fassen, eigene Entscheidungen zu treffen, dass sie noch mal schauen, sind die Möglichkeiten wirklich so begrenzt, wie sie mir sich darstellen oder ist meine Biografie tatsächlich schon am Ende, wenn ich meine sozusagen negativen Erfahrungen, meine Hilflosigkeit habe. Man kann es methodisch unterlegen, aber im Grunde genommen ist es erst einmal eine Haltung, die ich dazu habe, dass Menschen, auch wenn sie viele, viele deprimierende Erfahrungen gesammelt haben, trotzdem in der Lage sind, ihr Leben zu führen, wieder zu führen. Von daher: Ich sehe aber tatsächlich Empowerment nicht nur aufgelöst in Richtung Empowerment heißt Selbstständigkeit oder heißt Selbstbestimmung, sondern der andere Teil ist auch: Wir leben unser Leben immer in Möglichkeiten und Grenzen. Das heißt, Empowerment heißt auch anzuerkennen, dass Menschen aktuell nicht in der Lage sind, diese Kraft zu entwickeln oder diese Fähigkeiten haben, sich entsprechend einzulassen. Und dann gibt es sozusagen den Teil von Personen, von dem man sagen kann: Das ist jetzt eine freie Entscheidung, das Potenzial nicht zu nutzen und die Möglichkeiten nicht zu nutzen und dann gibt es diejenigen, die sich sozusagen und das ist tatsächlich mein Hintergrund, glaube ich, um die man sich sorgen muss, weil sie nicht für sich selber sorgen können, also insbesondere jetzt psychisch Kranke. Von daher ist Empowerment für mich ein Kontinuum von Fremdbestimmung bis Selbstbestimmung geht und ausgeschlossen ist natürlich ein ganz plumper Paternalismus, also eine ganz plumpe Bevormundung, aber eingeschlossen, finde ich, dass man durchaus auch für Menschen entscheiden muss, wenn sie nicht in der Lage sind, für sich eine gute Wahl zu treffen. beziffern will, aber die zumindest theoretisch auch denkbar ist, schauen, die tatsächlich Möglichkeitsräume nicht nutzen wollen, obwohl sie es können, hätten wir in der Sozialen Arbeit doch eigentlich keinen Auftrag mehr oder wäre es dann wiederum ein Auftrag für die Soziale Arbeit da noch einmal genauer hinzuschauen? Möglicherweise kommen wir da auf vermintes Gelände, sage ich mal. Ja, die Frage stellt sich ja, warum sie es nicht wollen. Also Selbstexklusion ist ja durchaus in modernen Gesellschaften etwas, worauf wir stoßen. Es gibt Politikverdrossenheit, vierzig - fünfzig Prozent der Menschen gehen nicht mehr wählen. Im Bereich der Spiritualität oder Religiösität gibt es auch ein Ausdruck von Daseinsmächtigkeit. Aber ich glaube, Sie haben das schon mal gerade so angedeutet. Also diejenigen, die es für sich selber nicht entscheiden können, aus Altersgründen oder Gründen der Geschäftsfähigkeit vielleicht, für die müssten wir (unv.) stellvertretend schon handeln, diese Möglichkeitsräume zu nutzen, aber in der praktischen Sozialen Arbeit, da nochmal darauf bezogen, müsste es eigentlich einen Sozialarbeiter nicht beunruhigen, wenn jemand sagt: "Ich schlafe hier unter der Brücke und lasse mich in Ruhe." Oder sehen Sie da auch eher mit Blick auf Martha Nussbaums Liste einen Bezugsrahmen, zu sagen: "Nee, da muss ich jetzt aber am Ball bleiben, damit der von der Platte runterkommt." Ja, tatsächlich, glaube ich, sehe ich... Also ich würde an dieser Stelle immer sagen, ich hätte mit meinem Ansatz mehr Grund, immer wieder an dieser Stelle zu gehen und zu sagen: "Ist es immer noch so? Ist es eine freie Entscheidung?" Was sozusagen in der Abwägung von Vor-und Nachteilen des auf der Straße Schlafens unter den Aspekten von: man ist nicht vollständig sicher, man ist Wind und Wetter ausgesetzt... Ist es wirklich noch eine freie Entscheidung? Natürlich kommen dann immer diese Beispiele von den Menschen, wo man sagt: "Aber die haben doch auch mit dieser Liste des guten Lebens gar nichts zu tun." Also die wollen das gar sozusagen. Und dann, glaube ich, ist es eine Überschätzung der Anzahl dieser Personen. Ich glaube, das ist eine sehr kleine Zahl von Menschen, die aus diesen Möglichkeitsraum geschöpft haben und sich bewusst abwenden. Der klassische Eremit, der sich zurückzieht und mit allem nichts zu tun haben will und eigentlich auch gar keine Sorge hat um die Länge seines Lebens, also hauptsache, er wird alleingelassen und er kann sich seiner Spiritualität widmen. Aber ist das die Realität? Was sind das für Personengruppen, die man sich da vorstellen könnte? Ich glaube, der größere Teil von Menschen ist ein Stück weit hilflos oder fühlt sich hilflos oder fühlt sich abgehängt und da will ich jetzt auch nicht nerven. Ich würde sagen, ich bin jetzt auch nicht aber würde, glaube ich, ein paar Mal mehr hinkommen und fragen: "Ist das noch richtig so? Soll das noch so sein?", als andere, die sagen würden, das ist Ausdruck einer Selbstbestimmung oder es ist mindestens auch Respekt vor der Autonomie dieser Person, jetzt nicht hier ständig als Sozialarbeiter zu kommen und zu sagen: "Hören Sie, wir müssen da nochmal drüber reden." Da hätte ich, glaube ich, ein bisschen mehr Beharrlichkeit, die ich begründen könnte, als andere, die früher sagen würden: "Es scheint hier keinen Ansatzpunkt zu geben." Wenn wir über Herausforderungen sprechen, dann meine ich zumindest, sollte man auch nur mal das Thema der Mandatierung der Sozialen Arbeit in den Blick nehmen. Das ist zumindest ein Thema, was uns schon seit vielen Jahren begleitet. Sie schreiben ja deutlich, dass im Grunde genommen ein sogenanntes Einfachmandat in der Sozialen Arbeit nicht möglich ist. was Staub-Bernasconi fordert, das reicht aus Ihrer Sicht nicht aus und Sie sprechen von einem vierten Mandat. Das hat mich überrascht. Sie benennen das als ökonomisches Mandat. Wenn Sie uns da kurz nochmal sagen, weshalb die Soziale Arbeit dieses ökonomische Mandat benötigt oder war es gar nicht so zu verstehen, dass wir es benötigen, sondern dass es uns mehr oder weniger zufällt? Ja, also Mandate stelle ich mir gar nicht so sehr in dem Wortsinne vor, im Sinne von: ich kriege was in die Hand, ich kriege einen Auftrag, sondern mehr so an Zugkräften. Also ich tue Soziale Arbeit, ich bin in der Praxis tätig und dann ziehen verschiedene Machtgruppen an mir. Und da gibt es die eine relativ abstrakte Gruppe der Gesellschaft, die normative Anforderungen an die soziale Arbeit hat, also: "Regel dies. Diszipliniere diese Person über eine Es braucht eine eigene ethische Basis, seien es die Menschenrechte oder etwas anders wenn ich aus meiner eigenen Erfahrung auch spreche, dass es eben etwas es gibt ökonomische Interessen, es gibt aber auch Leitbilder. Deswegen ist es nicht nur Ökonomie, es ist auch eine Leitbildfrage. Die zieht auch noch an mir. Und das, also nur aus analytischen Gründen, fand ich das wichtig, einmal zu benennen. Das hat vielleicht seine Verbindung zur Gesellschaft, das hat auch seine Verbindung vielleicht zur Sozialen Arbeit, aber es ist etwas Eigenständiges und deswegen ist es das vierte Mandat. der in seiner dualen Rahmentheorie davon ausgeht, dass wir ein Multimandat abgeschlossen. Interessantes Thema, was wir sicherlich hier nicht vertiefen können, nur kurz anschneiden, aber auch glaube ich, noch nicht abschließend im Diskurs eine Positionierung gefunden haben. Vielleicht zum Abschluss: Zu den Herausforderungen gehört ja auch oder kann gehören, sich die Frage zu stellen, inwieweit Ihre Handlungstheorie, die sie vorgelegt haben, diesen Herausforderungen vielleicht nicht gerecht wird oder wo sehen Sie möglicherweise noch Handlungsbedarf oder Perspektiven, die noch nicht so in den Blick gekommen sind, vielleicht auch in Abgrenzung zu der großen Theorielandschaft. Gerade, was Lebensführung angeht, Peter Sommerfeld, Jan die ebenfalls einen Theorieentwurf vorgelegt haben. Ja, wie schätzen Sie das ein? Die, ich will jetzt nicht fragen, die Halbwertszeit Ihrer Theorie, aber doch bezogen auf die Herausforderungen, auch was das Zusammenbringen von Sozialarbeit und Sozialpädagogik, hatten Sie ja angedeutet, angeht, vielleicht auch bezogen auf andere Herausforderungen, gesellschaftliche Herausforderungen, mit denen es Soziale Arbeit zu tun hat. Wo sehen Sie das Potenzial Ihres Ansatzes? etwas. Die anderen Theorien behalten ihre Legitimität. Sie müssen auch mit ihrer Sprache, mit ihrer Begrifflichkeit sozusagen überzeugen. Das habe ich ja auch gleich am Anfang geschrieben. Und das ist natürlich auch das... Das ist ein Wettbewerb, um die Idee. Vielleicht auch noch doch bessere Idee sozusagen, wie die Wirklichkeit zu verstehen ist. Von daher würde ich sagen: Bei dieser Idee, Lebensführung ist etwas ganz Zentrales, würde ich bleiben und ich würde sagen, mir geht es um grundsätzlichere Fragen, als nur die problembehaftete Seite, sondern auch um sowas wie (Strebensethik?). Da könnte man auch jetzt noch mal drüber sprechen, ja aber das machen wir auch nicht wahrscheinlich heute. Also, was steckt in dem Menschen sozusagen für man wird ja sehen müssen. Also eine zweite Auflage ist nicht in Sicht, aber das kann ja kommen. Wenn es eine zweite gäbe, würde ich ein paar Dinge verändern. Ich merke natürlich, dass es aufgenommen wird, bei Ihnen ist es ja auch aufgenommen worden, also es wird wahrgenommen und wird diskutiert und ich denke daran weiter rum, an dieser Theorie. jeweils bei so kleineren Artikel, die man mal so schreibt, würde ich auch was anpassen, aber bei der Grundlinie würde ich bleiben. Wenn man Soziale Arbeit studiert, stellt sich die Frage, warum sollte ich das machen und die Frage würden wir gerne an Sie weiterreichen. Warum ist das eine gute Idee eigentlich soziale Arbeit zu studieren? Ja, ich kann das eigentlich auch nur so biografisch nochmal wiederholen, was ich gesagt habe. Ich fand es einfach und ich hoffe, dass das studieren auch so geht oder würde Ihnen sagen: Lassen Sie sich drauf ein. Es ist einfach in höchstem Maße ein sinnvoller Beruf. Es gibt viele sinnlosere Berufe, die man anstreben kann als Soziale Arbeit. Es ist wahnsinnig spannend, weil es so vielfältig ist, weil es dynamisch ist, es gibt da nicht einen Korpus, den lernt man und dann bleibt das so. Deswegen ist es auch so Also theoretisch zu verstehen, wie die Dinge eigentlich zusammenhängen und aber auch praktisch sie umzusetzen. Also aus einer Theorie eine Praxis zu machen, die auch wirklich konkrete Probleme löst. Von daher würde ich einfach sagen, es ist einfach ein wahnsinnig toller Beruf und ein wahnsinnig tolles Feld. Ich kann mir wenig andere vorstellen, die besser sind als dieses. Aber wenn Sie sich Studierende vorstellen, die im ersten Semester sind und Sie sich vielleicht noch an Ihr eigenes Studium erinnern: Was für ein Tipp würden Sie Studierenden im ersten Semester geben? Im Grunde genommen sich darauf einzulassen auf diese Vielfalt und sich ein Stück weit auch verwirren lassen erst mal und das erst mal so stehen lassen, sich verzaubern lassen vielleicht auch so ein bisschen von dieser Welt, von dieser Vielfältigkeit und da Ihren Weg suchen. Alice im Wunderland. Manchmal ist es ja so, wenn wir nochmal einen Schritt zurücktreten, ist das schon ein Wunderland, ist das schon eine Wundertüte auch, die Soziale Arbeit und wenn wir dem Kaninchen erst einmal in seinen Bau gefolgt sind, dann trifft man ja auf komische Gestalten, also unter denjenigen, die so eine Theorie formulieren oder die soziale Arbeit machen; auch unter denjenigen, die AdressatInnen sind. Das ist schon eine sehr bunte Welt, auf die man trifft. Und da einfach ein bisschen den Zauber wirken lassen und Möglichst den Zauber lange wirken lassen und aufnehmen und reflektieren und darüber nachdenken: Was hat das Ganze für eine Bedeutung? Was hat es für mich eine Bedeutung, für die Welt? Und da so lange wie möglich mit offenen Augen, mit staunenden Augen drinbleiben. Wenn Sie sich dann vorstellen, Studierende haben das dann gemacht und sind kurz vor Abschluss ihres Studiums: Was würden Sie denen, die kurz vor dem Eintritt in das Berufsleben stehen, mit auf den Weg geben? Nochmal kurz innehalten und vielleicht nochmal ein Semester dranhängen, weil man noch irgendwas sich nicht ausführlich genug angeschaut hat, also durchaus nochmal schauen: Was brauchen Sie noch für die anstehenden Aufgaben? Und wenn dann das Studium abgeschlossen ist und ich gehe davon aus, die Absolventen gehen dann in die Praxis, dann tatsächlich diesen Kontakt zu halten zur Theorie, zu den Hochschulen, zu diesem Reflektionsprozess und nicht sich zu schnell quasi aufgeben, in dem: "Ich muss jetzt hier praktisch arbeiten, ich muss die Probleme lösen. Ich kann mir das nicht mehr leisten zu denken oder zu reflektieren." Das wäre ganz schön, finde ich, weil das ist auch unsere Aufgabe als Hochschule uns da attraktiv zu machen, so ein Rückkehrort zu sein, an dem man mal wieder in Ruhe nachdenken kann, was Neues lernen kann. Lebenslange Partnerhochschule eigentlich. Ja, genau. So ein attraktiver Ort zu sein, an den man gerne wieder zurückkommt. Gibt es ein für Sie wichtiges Buch oder ein Buch, wo Sie sagen würden: "Das sollte eigentlich jeder Sozialarbeiter, jede Sozialarbeiterin gelesen haben." Gibt es so ein Buch? Nee, im Ernst. Das kann man, glaube ich, gar nicht so sagen. Also das wichtigste Buch... Ich habe mal ein Interview mit Umberto Eco gelesen und der hat gesagt: "Ich habevierzigtausend Bücher in meiner Bibliothek. Ich hoffe, ich kann sie noch alle bis zum Lebensende lesen." Von daher ist es unüberschaubar, was man lesen sollte. Ich würde tatsächlich sagen, dass man bei den ganz grundsätzlichen Dingen... Also die man sollte man gelesen haben. Die Menschenrechtserklärung sollte man gelesen haben. Das Grundgesetz sollte man gelesen haben und dann würde ich auch, aber das ist nicht unbedingt das, was die meisten auch für sich in Anspruch nehmen wollen: Ich würde die Klassiker lesen, also griechische Philosophen lesen. Auch vielleicht neuere Philosophien zur Kenntnis nehmen und Martha Nussbaum mal lesen, John Rawls, solche Dinge. Sowas ganz Grundlegendes. Und, was, finde ich, auch ganz gut ist, mal was ganz anderes lesen. Also nicht etwas, was nur aus dem Kanon kommt und Comics zum Beispiel. Also Charlie Brown ist voll von Geschichten über die soziale Arbeit und was man alles... Also wenn ich nur an Lucy denke mit ihrer Psychotherapie am Straßenstand und so. Charlie Brown als Figur ist eigentlich eine wunderbare Figur für die soziale Arbeit, weil der stolpert ja ständig durchs Leben und versucht damit irgendwie zurechtzukommen und scheitert im Grunde jeden Tag, aber versucht es immer wieder. Da gibt es so eine schöne Geschichte, an die ich mich erinnere, dass Charlie Brown und Snoopy auf einem Steg sitzen mit Blick in den See. Man sieht sie beide von hinten und Charlie Brown sagt zu Snoopy: "Weißt du, Snoopy, eines Tages werden wir alle sterben." Und Snoopy sagt daraufhin: "Ja, das werden wir, aber an allen anderen Tagen leben wir noch." Und das finde ich eine schöne Idee. Also ich will damit sagen: In Comics, auch in Romanen kann man sehr viel erfahren. Das würde ich empfehlen. Also lesen, lesen, lesen... Also: Lesen, lesen, lesen. Martin Klein: Ja, vielen Dank, Herr Röh, dass Sie sich die Zeit genommen haben für das Interview. Es war uns eine große Freude und ja, wir wünschen Ihnen erstmal alles Gute und bis demnächst mal.

2022 - Katholische Hochschule NRW