Thorax-Schweiz

Tariq Abu-Naaj & Dr. med. Roland Kuster

#85 Unfallchirurgie im Alter – zurück auf die Beine

Dr. med. Michele Arigoni über Stürze, Knochenbrüche und warum schnelle Mobilisation so entscheidend ist.

20.10.2026 18 min

Zusammenfassung & Show Notes

Ein Sturz, der bei einem jüngeren Menschen vielleicht glimpflich ausgeht, kann im höheren Alter weitreichende Folgen haben. Besonders häufig sind Verletzungen an Hüfte, Handgelenk und Schulter. Doch bei der Behandlung geht es um weit mehr als nur um den gebrochenen Knochen. 
In dieser Folge des Thorax Schweiz Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit Dr. med. Michele Arigoni, Chefarzt Traumatologie am Spital Uster. Er erklärt, warum Begleiterkrankungen, Osteoporose und die bisherige Selbstständigkeit die Behandlung beeinflussen, weshalb ältere Menschen nach einem Unfall möglichst schnell wieder mobilisiert werden sollten und welche Rolle Geriatrie, Pflege, Physiotherapie und Rehabilitation dabei spielen.

Unfälle im Alter: Warum schnelle Mobilisation so entscheidend ist

Ein Sturz kann für ältere Menschen weitreichende Folgen haben. Nicht nur, weil Knochen im 
Alter häufiger brechen, sondern auch, weil Begleiterkrankungen, der allgemeine 
Gesundheitszustand und die bisherige Selbstständigkeit darüber mitentscheiden, wie gut 
und wie schnell sich ein Mensch von einer Verletzung erholt. 
In dieser Folge des Thorax Schweiz Podcast sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq 
Abu-Naaj mit Dr. med. Michele Arigoni, Chefarzt Traumatologie am Spital Uster. Er erklärt, 
warum die Behandlung älterer Unfallpatientinnen und -patienten andere Anforderungen 
stellt als bei jüngeren Menschen und weshalb dabei immer der ganze Mensch betrachtet 
werden muss. 

Zu den häufigen Verletzungen im Alter gehören Frakturen an Hüfte, Handgelenk und 
Schulter. Ein Grund dafür ist, dass Schutzreaktionen beim Sturz mit zunehmendem Alter 
weniger ausgeprägt sein können. Gleichzeitig spielt Osteoporose eine wichtige Rolle: Eine 
verminderte Knochenfestigkeit kann dazu führen, dass bereits ein Sturz mit 
vergleichsweise geringer Energie einen Knochenbruch verursacht. 

Dr. Arigoni erläutert, welche Bedeutung moderne Implantate und Operationsverfahren bei 
osteoporotischen Knochen haben und warum die Entscheidung für oder gegen eine 
Operation nicht allein vom Alter abhängen darf. Entscheidend sind vielmehr die individuelle 
Ausgangssituation, Begleiterkrankungen, die Mobilität vor dem Unfall, die Wohnsituation 
und die persönlichen Ziele der Patientin oder des Patienten. Eine Operation kann dabei 
nicht nur der Wiederherstellung der Mobilität dienen, sondern in bestimmten Situationen 
auch eine wichtige Form der Schmerztherapie sein. 

Ein besonderer Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der frühen Mobilisation. Gerade für 
ältere Menschen kann längeres Liegen zusätzliche gesundheitliche Probleme mit sich 
bringen. Deshalb ist es ein wesentliches Ziel der Behandlung, Patientinnen und Patienten 
nach einer Verletzung oder Operation möglichst rasch wieder in Bewegung zu bringen. 
Dafür braucht es die enge Zusammenarbeit von Unfallchirurgie, Anästhesie, Innerer 
Medizin, Altersmedizin, Pflege und Physiotherapie. 
Auch die Zeit nach dem Akutspital ist Thema der Folge. Dr. Arigoni beschreibt 
Möglichkeiten wie Rehabilitation, akutgeriatrische Rehabilitation und Übergangspflege. Das 
übergeordnete Ziel bleibt dabei möglichst, den Zustand und die Selbstständigkeit vor dem 
Unfall wieder zu erreichen und eine Rückkehr in das vertraute Lebensumfeld zu 
ermöglichen. 

Zum Abschluss geht es um die Frage, wie sich weitere Stürze und Frakturen verhindern 
lassen. Ganganalyse, .berprüfung von Sehvermögen und Gleichgewicht, eine gute 
altersmedizinische Betreuung und die Abklärung beziehungsweise Behandlung einer 
Osteoporose können wichtige Bausteine der Prävention sein. 
Eine Folge über moderne Unfallchirurgie, aber vor allem über eine zentrale Frage im 
höheren Lebensalter: Was braucht ein Mensch nach einer Verletzung, um möglichst sicher, 
selbstständig und mit guter Lebensqualität wieder auf die Beine zu kommen? 

3. Das erfahren Sie in dieser Folge 
• Warum Unfallverletzungen bei älteren Menschen häufig komplexer sind als bei jüngeren. 
• Welche Rolle Begleiterkrankungen, Allgemeinzustand und Osteoporose bei der 
Therapieplanung spielen. 
• Warum Hüfte, Handgelenk und Schulter im Alter besonders häufig von Frakturen 
betroffen sind. 
• Wie moderne Implantate und Operationstechniken die Behandlung osteoporotischer 
Knochen unterstützen. 
• Warum das kalendarische Alter allein keine ausreichende Grundlage für eine 
Therapieentscheidung ist. 
• Weshalb eine Operation in bestimmten Situationen auch der Schmerzreduktion und der 
besseren Pflege dienen kann. 
• Warum frühe Mobilisation gerade im Alter so wichtig ist. 
• Welche Bedeutung die Zusammenarbeit von Unfallchirurgie, Anästhesie, Innerer Medizin, 
Altersmedizin, Pflege und Physiotherapie hat. 
• Welche Möglichkeiten bestehen, wenn eine direkte Rückkehr nach Hause noch nicht 
möglich ist.

Über unseren Gast:
Dr. med. Michele Arigoni ist Chefarzt Traumatologie am Spital Uster und Facharzt für 
Chirurgie mit den Schwerpunkten Allgemeinchirurgie und Traumatologie. Das 
Leistungsspektrum der Traumatologie und Unfallchirurgie am Spital Uster umfasst die 
Notfallbehandlung von Verletzungen des Bewegungsapparates sowie deren operative und 
konservative Versorgung. Bei der Behandlung arbeiten unter anderem Traumatologie, 
Orthopädie und Handchirurgie eng zusammen.
Hier finden Sie die Webseite des Spitals Uster >>>

Über thorax-schweiz.ch

Ziel des von "Thorax-Schweiz" ist es, Hoffnung zu vermitteln und Chancen bei schwierigen Diagnosen aufzuzeigen. Dazu betrachten wir das Thema Thoraxerkrankungen aus einer ganzheitlichen Perspektive.

Hier geht es zur Webseite von thorax-schweiz >>

Unsere facebook community finden Sie hier facebook thorax-schweiz

thorax-schweiz gibt es auch auf linkedIn >>

Sie haben Fragen oder wollen mit den hosts von thorax-schweiz in Kontakt treten ?
Senden Sie uns eine email an: abu-naaj@medical-brand.com