Übergabe - Pflege-Podcasts

Übergabe

ÜG180 - Teilhabe von Pflegekräften mit Migrationsgeschichte (Yasemin Bekyol & Theresa Wagner)

17.01.2026 92 min

Zusammenfassung & Show Notes

Migration ist längst eine tragende Säule der Gesundheitsversorgung in Deutschland– doch ob Pflegefachpersonen bleiben, entscheidet sich nicht allein im Dienstplan. In dieser Folge geht es um das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Gesundheit! Teilhabe im Pflegesektor“ der FAU Erlangen-Nürnberg. Die Ergebnisse zeigen eindrücklich, warum Teilhabe im Alltag, soziale Anbindung, Familie, Mobilität und faire Anerkennung genauso wichtig sind wie gute Arbeitsbedingungen. Klar wird: Nachhaltige Pflege gelingt nur, wenn Arbeit und Leben zusammengedacht werden.

Alle Links zur Folge und weitere Informationen zur Übergabe findet ihr hier.

In eigener Sache

Transkript

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Übergabepodcasts. Mein Name ist Christian und wie gewohnt sitze ich hier mit Franzis. Moin. Moin Christian. Wir sitzen aber gar nicht alleine hier, sondern haben uns Gästinnen eingeladen, beziehungsweise auf uns sind zwei sehr nette Damen zugekommen und haben uns eigentlich vor dem Deutschen Pflegetag schon zu ihrer Publikationsveranstaltung eingeladen, nämlich die Jasmin und die Teresa. Die haben nämlich zu einem Forschungspraxisprojekt geforscht, zum Thema Bindung von Pflegenden mit Migrationsgeschichte. Die beiden können uns das aber, glaube ich, viel besser selbst erklären. Deshalb wollt ihr euch einmal selbst gerne vorstellen. Gerne. Mein Name ist Theresa Wagner und ich bin Wissenschaftlerin Center for Human Rights an der Uni Erlangen und ich bin zusammen mit meiner Kollegin. Genau, und ich bin die Yasemin, ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin auch am Center for Human Rights und war auch Teil des Projekts. Wie gefällt es euch in Erlangen? Wir sind tatsächlich beide nicht genau in Erlangen, aber wir sind in ganz Deutschland verstreut, was in dem Projekt ganz gut war und konnten so unsere unterschiedlichen Feldforschungen in unseren Orten betreiben. Okay. Ich habe nicht mal eine Zeit lang in Nürnberg gelebt und da war Erlangen ja dann nicht weit. Und ich fand Erlangen eigentlich mal ganz schön. Erlangen ist super. Wir kommen auch regelmäßig als Team zurück, beziehungsweise es ist unser Treffpunkt in Erlangen. Und ja, es ist jedes Mal super, einmal sich natürlich im Team auch direkt auszutauschen, weil wir, wie Yasemin schon gesagt hat, sonst immer verstreut sind und auch jeder für sich arbeitet. Und wenn wir uns dann mal treffen, ist auch eine super Gelegenheit in Erlangen mal ein bisschen, ja genau, sich auszutauschen und dann auch ein bisschen rauszugehen in Erlangen und die Stadt zu genießen. Jetzt habt ihr in Erlangen dieses Projekt gemacht, Gesundheit, Teilhabe im Pflegesektor. Was genau hat es denn damit auf sich und wie ist es überhaupt dazu gekommen? Wer hatte die Idee? Also die Idee stammt aus vielfältigen Forschungsprojekten, die vorher auch am Center for Human Rights waren oder im Forschungsbereich Migration, Flucht und Integration. Und wir hatten beispielsweise ein Projekt zu den Auswirkungen und Szenarien der Pandemie auf Integration und Migration, ein Projekt zur kommunalen Integrationsstruktur zu Zeiten der Pandemie. Und dann gab es noch von unserer Projektleitung, Prof. Dr. Petra Bendel, die damals beim Sachverständigenrat für Integration und Migration war, da gab es das Jahresgutachten zu Gesundheit. Und all diese verschiedenen Projekte führten uns halt auf den Pflegesektor und die Forschungsbedarfe, dass es da tatsächlich, dass der Gesundheitssektor tatsächlich von Vielfalt getragen wird, dass Migration eine wichtige Säule auch ist. Aber dass es wenig, zumindest damals wenig Forschung zum Pflegesektor spezifisch und der Migration dort gibt oder gab. Das heißt, es ist dieser klassische weiterer Forschungsbedarf und das habt ihr jetzt in diesem Fall mal ernst genommen, sozusagen. Genau, das haben wir ernst genommen und tatsächlich haben das auch viele andere ernst genommen. Das heißt, mittlerweile gibt es tatsächlich auch schon recht viel, was auch jetzt aktuell alles quasi endet. Also alle Forschungsprojekte, die dann so zwei, drei Jahre dauern, die dann jetzt so langsam auch zu ihren Ergebnissen und Publikationen kommen. Mhm, okay. Und was genau ist jetzt in diesem Projekt quasi passiert? Also den Auslöser haben wir jetzt ein bisschen besprochen, aber worum geht es da jetzt in diesem Projekt? Das Projekt war eine richtig umfassende Studie. Also wie Yasemin schon erwähnt hat, wir haben jetzt hier mehrere Jahre geforscht und wie glaube ich auch schon vorher eingangs gesagt, es war ein Praxisforschungsprojekt. Das heißt also nicht nur reine Grundlagenforschung, sondern einerseits haben wir die Praxis auch wirklich mit einbezogen, die Perspektive in die Forschung mit einzubringen und andererseits wollen wir natürlich, dass die Ergebnisse auch wieder zurück in die Praxis getragen werden. Und wie gesagt, das war sehr umfassend. Das heißt, wir haben uns sehr viele Bereiche angeguckt und vor allem eben auch die Situation von Pflegekräften, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen und dabei sämtliche Phasen durchlaufen. Also wenn sie angeworben werden, der ganze Anwerbungsprozess über den Ankommensprozess, also sprich wirklich wortwörtlich ins Flugzeug steigen, in Deutschland ankommen, was passiert da alles? Dann der Ankommensprozess in der Arbeit und im Arbeitsalltag, in der Pflege und auch das Onboarding seitens der Einrichtungen und dann letztendlich der Übergang in Arbeitsalltag und auch Lebensalltag. Und das war ein Bereich, den wir uns auch sehr intensiv angeguckt haben, also nicht nur den Bereich in der Arbeit, sondern auch wirklich außerhalb der Arbeit. Und da haben wir uns sehr viele verschiedene Aspekte angeguckt und letztendlich die Situation erfassen wollen von dem Pflegekräften mit Migrationsgeschichte. Und wie die Rahmenbedingungen für sie sind durch all diese Phasen hinweg. Und aus den Ergebnissen haben wir letztendlich auch Handlungsempfehlungen ausgesprochen an die Politik, aber eben auch sämtliche andere Akteure, die in diese ganzen Prozesse mit eingebunden sind. Und wenn ich noch eine Sache kurz ergänzen dürfte, dadurch, dass wir uns den Lebensalltag angeguckt haben, haben wir uns dann auch noch in der Projektplanung unsere Kollegen, also die Geografen Stefan Kordel und Tobias Weidinger, noch on board geholt, weil die besonders gut sind, diesen Lebensalltag und diese Lebenswelten besser zu erfassen. Ihr habt dann ja diese super vielen Teilbereiche, also irgendwie Geografie, Arbeit, Migration, Gesellschaft, in der sich das sehr bewegt. Wie habt ihr euch da so dem Zusammenhang angenommen, dass es quasi nicht vier einzelne Bereiche sind, sondern wer hat da so immer den Überblick behalten? Also wir haben viel miteinander gesprochen. Also wir hatten wirklich tatsächlich wöchentlichen Austausch und haben immer über unsere unterschiedlichen Brillen gesprochen. Also wir hatten einmal die Politikwissenschaft, die mehr so auf politische Strukturen und Ebenen und Einflüsse guckt. Und dann hatten wir, wie ich eben erwähnt habe, die Geografie, also Humangeografie on board, die immer so ein bisschen auf die räumlichen Bezüge guckt, guckt, welche Strukturen gibt es vor Ort, wie sind die Lebensbedingungen und dann natürlich auch den Teilbereich Public Health. Und dort ist es so, dass da auch insbesondere die Systemkenntnis der Gegebenheiten im Praxisalltag einen Wert hatte. Und genau, ich gebe mal wieder an Theresa am besten, die kann den Public Health Bereich besser einordnen. Ja, uns ging es ja in dem Projekt auch vor allem darum zu zeigen, wie die Gesamtsituation ist, also sprich der Gesamtüberblick über sämtliche Bereiche und sprich, was für uns sehr interessant war, waren auch die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Akteuren. Sprich einerseits den Einrichtungen, die das Gesundheitssystem in dem Fall ja abbilden, dann die Individuen, also sprich die einzelnen Personen, um die es bei uns ja ging, also sprich die Pflegekräfte mit Migrationsgeschichte und dann letztendlich die Akteure, die in den Kommunen vor Ort sind und gegebenenfalls Unterstützungsstrukturen bilden, zum Beispiel Beratungs- und Bildungseinrichtungen. Aber auch die Kommune selbst, die möchte, dass x Pflegekräfte vor Ort auch sind und die gesundheitliche Versorgung vor Ort auch sichern. Und wie diese miteinander in Wechselwirkung gegangen sind. Und ein wichtiger Aspekt, der jetzt unter Public Health noch mit reinfällt, ist ja auch die Gesundheit der Pflegekräfte selbst. Also die Gesundheit und das Wohlbefinden. Und das haben wir uns in diesem Projekt auch wirklich auch mit angeguckt. Und gab es so theoretische Grundlagen, an denen ihr euch auch ein bisschen orientiert habt? Also Modelle, die vielleicht schon durch vorangegangene Studien entwickelt wurden? Auf jeden Fall hatten wir theoretische und konzeptionelle auch Überlegungen, bevor wir das Projekt gestartet sind. Also wir haben uns unsere unterschiedlichen Disziplinen angeschaut und haben geguckt, was gibt es bereits. Ganz wichtig ist uns die Lebensweltperspektive in diesem Projekt, dass wir nicht dieses Nützlichkeitsargument von den Menschen quasi in den Fokus setzen, dass sie Lücken füllen sollen, sondern auch, dass wirklich der Aspekt Bindung und Bleiben bleibt. Das ist dann der zweite Aspekt oder die zweite Überlegung, dass wir geguckt haben, was bindet denn überhaupt an Orte oder an Räume zeitlich oder ist das ein Aushandlungsprozess? Welche Faktoren spielen eine Rolle? Und dazu gibt es ganz viele unterschiedliche Studien. Also es gibt soziale, ökonomische, politische Kontexte. Es gibt aber auch individuelle Komponenten und das ist alles ganz ausführlich ausbuchstabiert in unserer Publikation und ich kann auch gerne noch weiter darauf eingehen, würde aber sagen, das bildet so den Rahmen. Ja, du hast gerade jetzt schon mal so über das Bleibenwollen auch gesprochen. In eurer Publikation nutzt ihr das Wort der nachhaltigen Beschäftigung. Was hat der Begriff für eine Bedeutung? Also weil bei Nachhaltigkeit denke ich immer eher an Umwelt, aber Nachhaltigkeit heißt ja da nochmal was ganz anderes, oder? Was wir damit meinen, ist sozial nachhaltig. Also sprich kommen die Menschen in die Einrichtung und wollen auch bleiben. Also sprich sind die Strukturen da, die es ihnen ermöglichen zu bleiben. Das ist Punkt Nummer eins. Punkt Nummer zwei, dass sie auch bleiben wollen. Denn was Yasemin auch schon gesagt hat, es ging uns nicht darum zu reproduzieren, dass diese Pflegekräfte, die nach Deutschland kommen und hierher migrieren, dass sie nützlich sind und dass wir sie brauchen, sondern es geht uns darum, dass sie... Ja, absolut relevant und wichtig sind, aber ja natürlich auch mit ihrer eigenen Biografie und Geschichte nach Deutschland kommen und auch mit Zielen und ist es ihnen überhaupt möglich zu bleiben und möchten sie das? Und aus Perspektive der ArbeitgeberInnen, also sprich der Pflegeeinrichtungen, haben wir auch gesehen, dass sie sich zunehmend damit beschäftigen, wie können wir nachhaltig beschäftigen, Pflegekräfte beschäftigen, sprich heißt zukunftsorientiert. Denn aus Arbeitgeberperspektive ist es natürlich auch immer eine Frage von Ressourcen. Wie viele Ressourcen stecke ich hinein in Anwerbung? Wie viele Ressourcen stecke ich hinein in Onboarding und Unterstützungsmaßnahmen und so weiter? Aber das Ganze ist natürlich nur sozial nachhaltig und auch zukunftsorientiert, wenn die Pflegekräfte sich dann am Ende auch wohlfühlen und auch da bleiben wollen von sich aus. Und ein ganz wichtiger Faktor dafür sind letztendlich gute Arbeitsbedingungen. Und da spielt sehr viel mit rein. Ihr habt ja zu Beginn gesagt, dass es Hinweise darauf gibt, weshalb das jetzt notwendig ist, das Thema zu beforschen. Mich würden aber mal tatsächlich konkrete Dinge interessieren, weshalb man jetzt sozusagen auf die Möglichkeiten der Teilhabe von Personen aus dem Ausland nochmal eingehen muss. Also was für Probleme haben die dann im Vorfeld genannt, was jetzt verbessert werden muss? Also du hast jetzt gesagt, die Arbeitsbedingungen sind vielleicht nicht gut oder wie auch immer, es gibt vielleicht kulturelle Dinge. Also was konkret ist denn schlecht und muss verbessert werden? Genau, also wir haben in unserem Projekt nicht nur Personen angeguckt, die aktiv angeworben werden aus dem Ausland, sondern auch Personen, die bereits in Deutschland sind und sich dann entweder für die Pflege entscheiden oder sowieso schon Qualifikationen in der Pflege mitbringen. Und je nachdem, welche Gruppe man sich anguckt, kommen natürlich ganz andere Herausforderungen. Aber grundsätzlich lässt sich sagen, dass beispielsweise beim Thema Erwartungsmanagement es bereits anfängt mit dem Thema Pflege, Arbeit selbst. Also es sind ganz unterschiedliche Pflegeerfahrungen oder Erfahrungen im Beruf der Pflege, die mitgebracht werden, die einfach in Deutschland auch, hat die Pflege auch ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zum europäischen Vergleich. Dann kommen da so Komponenten dazu, dass es keine einheitliche Pflege auch in Deutschland gibt, dass die Länder sehr unterschiedlich sind in ihrer Definition vom Pflegeberuf. Was dann auch bei der Anerkennung von diesen Qualifikationen auf eine hohe Hürde stößt, weil es sehr intransparent ist. Es ist nicht ganz klar, was wird anerkannt, was wird nicht anerkannt. Die Prozesse dauern sehr lange. Oftmals ist der Aufenthalt auch daran gekoppelt. Das heißt, es schwingt auch diese Unsicherheit mit, werde ich auch in diesem Land bleiben dürfen? Also am Anfang ist ganz viel auch bürokratisch schwierig. Dann natürlich das Thema Sprache ist auch ein ganz wichtiges Thema, weil es oft so ist, wenn wir beispielsweise über die Personen sprechen, die aktiv angeworben werden, dass sie einen Sprachkurs abschließen im Ausland, sich dann erst bewerben können mit diesem Sprachzertifikat und bis sie dann wirklich anfangen zu arbeiten, sind oft ein Jahr, anderthalb Jahre vergangen ohne weitere Sprachbildung. Also da gibt es gar kein Übergangsmanagement, dass sie dann in Deutschland ankommen und natürlich, wenn man die Sprache nicht regelmäßig übt, verliert man da auch an Kompetenzen und das stößt dann auch hier in Deutschland auf große Hürden. Also da war auch tatsächlich der Wunsch da, dass mehr Sprachbildung gegeben wird und es gibt noch viele weitere, da kann Theresa auch drauf eingehen dann. Ja, also es geht natürlich, wenn man jetzt diese Phasen durchläuft, Jasmin hat ja jetzt angesprochen, was passiert vor dem Zeitpunkt, dass die Personen nach Deutschland kommen. Aber wenn es dann darum geht, dass die Personen in der Arbeit starten, also beim Onboarding-Prozess, haben wir auch gesehen, es gibt vielerorts schon Einarbeitungskonzepte für Pflegekräfte, vor allem die aus dem Ausland kommen. Aber selten ist das individuumsbezogen. Also sprich, es sind meistens recht starre Konzepte oder einheitliche und es gibt da wenig Bezug zu der eigentlichen Lebenswelt der Personen und ihrer Erfahrungen, die sie wirklich mitbringen. Und was da ebenfalls mit reinspielt, also Stichpunkt zum Onboarding oder auch Ankommen ganz allgemein in Deutschland. Was wir an Herausforderungen oder große Herausforderungen gesehen haben, ist besonders in dieser Anfangsphase, wo einfach sehr viele Belastungen auf einmal auf die Personen zukommen. Also wir haben das Mehrfachbelastung genannt. Also das sind einerseits Punkte, die schon erwähnt worden sind, also sprich Sprache und rechtliche Bedingungen oder Rahmenbedingungen, mit denen die Pflegekräfte sich da auseinandersetzen müssen. Aber es kommt eben auch noch dazu, dass eventuell ein eigener hoher Erwartungsdruck besteht, weil die Personen sind ja auch hierher gekommen, um gewisse Ziele zu verfolgen. Es gibt Mehrfachbelastungen, die dann in den Teams ja auch reflektiert werden oder die aufeinanderstoßen. Denn meistens sind Teams schon mit einbezogen, dass die Pflegekräfte gut ankommen können. Und gleichzeitig müssen sich die Pflegekräfte mit Migrationsbiografie, die ja dann in einer Kommune auch vor Ort ankommen, sich im Alltag orientieren. Also müssen herausfinden, wie wohne ich, wo kann ich was einkaufen, wo kann ich vielleicht auch jemanden mal außerhalb der Arbeit treffen und gleichzeitig haben sie ja unter Umständen auch Familie und Freunde in ihren Heimatländern zurückgelassen, also sprich Heimweh und Einsamkeit sind auch wirklich Punkte, die da mit reinspielen und das alles in einer Phase oder in einem Moment, wo das alles zusammenkommt. Und was ich dazu vielleicht noch ergänzend sagen kann, was ja oftmals passiert, Vielleicht nicht ausreichend vorhanden ist, ist eben die Systemkenntnis und das ist auch etwas, was man wahrscheinlich einerseits immer in der Vorbereitung auf das Ankommen in Deutschland auch schon ansprechen könnte, ist, wie funktionieren unsere Systeme bei uns? Also ein einfaches Beispiel, wie funktioniert Mobilität bei uns in den Städten oder wenn ich jetzt eher in die ländlichen Räume gucke, wie funktioniert es da, wie komme ich von A nach B. Gar nicht. Wie funktionieren Behördengänge bei uns, wie funktioniert soziale Anbindung bei uns, also wie komme ich Kontakt mit Menschen, muss ich vielleicht auch mal zu einem Verein gehen und mich mal vorstellen. Und also das sind so Punkte, wo wir einfach Herausforderungen gesehen haben für die Pflegekräfte, vor allem die, die eben neu in Deutschland ankommen. Aber ist das nicht total schwierig? Also dazu jetzt, weil das doch mega lokal bezogen ist. Also das kann ja in Bayern anders funktionieren als in Hamburg. Genau, deswegen haben wir uns auch unterschiedliche Gegebenheiten angeguckt. Unsere Forschung ist qualitativ, also das können wir jetzt gar nicht so pauschalisieren, aber wir haben schon unsere Befragungen so platziert, dass wir Städte hatten, dass wir ländliche Räume hatten, dass wir sozial ökonomisch etwas stärkere Regionen hatten und aber auch etwas schwächere Regionen hatten, sodass wir so ungefähr Tendenzen beachten können. Aber wir hatten ja zum Beispiel, also insbesondere am Beispiel Mobilität, hatten wir auch Interviews mit Pflegekräften, die dann teilweise aufgrund der Schichtzeiten zu Fuß eine halbe Stunde, 40 Minuten zur Arbeit laufen müssen. Da sieht man natürlich die Lücken, die ja für alle gelten. Also nicht nur für die Eingereisten. Ja, du hattest jetzt gerade schon gesagt, ihr habt mit Interviews gearbeitet. Das heißt, eure ganze Forschung bezieht sich auf Leitfadeninterviews oder welche Methoden habt ihr noch genutzt? Also wir haben angefangen mit einer sehr umfassenden Literaturrecherche. Das war so der Beginn unseres Forschungsvorhabens, um überhaupt herauszufinden, was gibt es schon alles, was ist überhaupt alles bekannt und auf dieser Grundlage auch unsere Forschungsfrage entwickelt, also sprich die Lücken identifiziert und dann da ganz gezielt weitergeguckt. Und dann hatten wir mehrere Erhebungsphasen, also die erste Erhebungsphase, in der haben wir vor allem Hintergrundgespräche geführt mit Experten und Expertinnen auf Bundesebene, auf Landesebene und da haben wir auch einige Schlüsselakteure identifiziert aus der Zivilgesellschaft, aus der Verwaltung, aus der Bildung und natürlich auch von den Pflegeeinrichtungen. Und anhand dieser Gespräche haben wir auch Kriterien festgelegt, wie wir die zweite Erhebung durchführen würden. Und das war letztendlich die größere, also die große Erhebung, die wir gemacht haben über einen recht langen Zeitraum. Und in dem haben wir Interviews durchgeführt und zwar mit insgesamt 123 Personen aus sämtlichen Akteursgruppen. Also ganz am Anfang gestellt, die Pflegekräfte mit Migrationsgeschichte selbst haben wir befragt. Die haben auch recht großen Anteil an unserer Befragungsgruppe eingenommen. Das war uns sehr wichtig, ihre Perspektive auch aufzunehmen. Und natürlich als ebenfalls wichtige Perspektive haben wir die Arbeitgeber und ArbeitgeberInnen befragt, also sprich Akteure oder wichtige Akteure aus den Pflegeeinrichtungen, sprich also wirklich die Leitungen von den Einrichtungen, aber auch Pflegedienstleitung oder Praxisanleitung. Und dann haben wir noch einige Akteure in den Kommunen identifiziert, von denen wir dachten, dass sie wichtig wären für das Ankommen und für den Lebensalltag der Pflegekräfte mit Migrationsgeschichte, also sprich Vereine aus der Zivilgesellschaft, die sich zum Beispiel Beratung anbieten, also sprich Beratungseinrichtungen. Dann aus der Verwaltung, die sich teilweise selbst auch Kommunen ja auch anwerben, Pflegekräfte, aber eben auch Strukturen bilden, sodass Pflegekräfte besser in den Kommunen ankommen können. Und gleichzeitig, und das ist auch ein wichtiger Akteur gewesen, den wir identifiziert haben, waren Bildungseinrichtungen. Einmal natürlich die Pflegeschulen selbst, aber auch Sprachförderungs- und Spracheinrichtungen, die wir da angesprochen und befragt haben. Eine Besonderheit, die ich jetzt noch hinzufügen würde, ist, dass wir in den Interviews mit den Pflegekräften selbst haben wir sogenannte Mobility Mappings durchgeführt. Das heißt, wir haben wirklich visualisiert, welche Orte sie unter der Woche aufsuchen und haben dann im Endeffekt fragen können oder so eine Art Reflexion gemacht mit, habt ihr euch das so vorgestellt, euren Alltag oder was fehlt euch noch vielleicht und dann welche Tipps würdet ihr Personen geben, die nach Deutschland kommen, in die Pflege oder in die Pflege. diese Region. Und das war sehr, also das war mit der wertvollste Teil für den, für unser Projekt. Das finde ich interessant. Habt ihr da so eine Prä-Post-Geschichte gemacht? Also Hintergrund der Frage ist, wenn ich bestimmte Informationen habe, wo ich hingehen kann oder wo ich mich aufhalten kann oder wie auch immer, dann wären die Mapping-Ergebnisse ja vermutlich, andere, weil ich mehr Anreize habe, mehr Impulse, vielleicht andere Begegnungsstätten aufsuchen kann und so weiter und so fort. Das heißt, es steht und fällt ja mit der, Mit den Informationen, die ich habe, aber natürlich auch mit der verfügbaren Zeit und natürlich auch irgendwie Lust darauf und so. Wir haben uns die Situation, also zu dem Zeitpunkt, in dem wir die Pflegekräfte befragt haben, angeguckt. Also wir haben das nicht bewusst oder wir haben es so nicht gefragt. Wir haben schon gefragt, wie die Erwartung war, was sie erwartet hatten. Also vorher gab es einen ganzen Block zum, wie war das Ankommen, wie habt ihr euch vorbereitet und all das. Und dann haben wir dieses Mapping gemacht und quasi nochmal den Rückblick gemacht. Also es war in der Regel eine Stunde mit denen auch gesprochen. Ja, also der, was ich meinte war, also dieses Prä-Post ist letztendlich über diese Frage gelaufen, habt ihr euch das so vorgestellt? War das, als ihr noch zu Hause wart, war das euer Ziel oder war das euer Bild darauf, wie euer Leben in Deutschland sein würde? Und sie sitzen oder sie saßen dann ja im Jetzt und haben darauf zurückblicken können und haben das natürlich automatisch auch getan und reflektiert, als sie auf das Papier geguckt haben, auf dem all die Orte waren, an denen sie sich aufhalten. Und die haben wir ja übrigens auch mit sozialen Kontakten oder haben sie selbst ja auch mit sozialen Kontakten verknüpft, denn das war ja auch eine der Ziele. Meistens, wenn man Personen ja daran auch fragt, wohin gehst du im Lebensalltag und so, dann wird das natürlich mit einer Aktivität verknüpft oder mit einem sozialen Kontakt. Also das hat letztendlich ein Bild abgegeben, wie dieser Lebensalltag aussieht und war eine gute Methode, um es einerseits zu erfassen, wo sind Zugänge und wo sind Barrieren zu gewissen Teilhabedimensionen und gleichzeitig eben auch in diese Reflexion zu kommen, was hätte anders laufen müssen oder sollen. Und was wir gesehen haben, war auch tatsächlich, also Sprache war überall Thema, tatsächlich in allen, war natürlich Sprache ein ganz großer Punkt und auch die Erwartung, auch an die Erwartung geknüpft, dass gar nicht, dass diese Wichtigkeit der deutschen Sprache nicht so bekannt war oftmals. Bei denen, die nach Deutschland gekommen sind, bei denen, die vor Ort sind, ist das natürlich auch ein anderes Thema. Dann auch die Pflegepraxis selbst, also diejenigen, die im Ausland bereits ihre Qualifikationen abgeschlossen hatten, sind hier natürlich auf Themen gestoßen, die ihnen so oftmals leider nicht bekannt war, dass es hier einfach ein ganz anderer Pflegealltag ist, als sie es gewohnt sind. Und genau so und auch auf die Region bezogen, je nachdem ob ländlicher Raum oder in der Stadt, da gab es dann auch immer unterschiedliche Reflexionen. Der Wohnungsmarkt ist schwierig oder die Mobilität ist schwierig in ländlichen Räumen oder solche Themen. Mir ist noch dazu eingefallen, was wir eben so hatten, ist eine recht große Spanne, also zeitliche Spanne. Wir haben Pflegekräfte befragt, die gerade eben erst nach Deutschland gekommen sind, also wirklich so drei, vier Monate in Deutschland waren und die natürlich zu dem Zeitpunkt der Befragung noch einen ganz anderen Blick darauf hatten, in welcher Situation sie gerade sind. Und es war auch alles recht frisch. Und wir haben auch Pflegekräfte befragt, die schon seit acht oder zehn Jahren in Deutschland sind und die auch schon einen längeren Alltag in Deutschland gelebt haben oder die auch in Deutschland schon mehrmals die Einrichtung gewechselt haben, beziehungsweise sogar den Wohnort oder das Bundesland. Also sprich, es gab auch eine größere Diversität, wie der Erfahrungswert in Deutschland bereits zu dem Zeitpunkt war. Wie seid ihr denn mit der sprachlichen Barriere umgegangen? Also wenn ihr sagt, dass ihr auch Pflegepersonen befragt habt, die erst seit drei, vier Monaten in Deutschland sind und ihr ja auch schon gesagt habt, dass häufig die Sprachbarriere ein großes Problem ist, habt ihr die Interviews auf Deutsch geführt oder hattet ihr auch Übersetzungshilfe? Also wir haben tatsächlich die meisten Interviews, die allermeisten Interviews auf Deutsch geführt. Wir haben einige Interviews auf Englisch geführt und dann hatten Teresa und ich noch den Vorteil, also Teresa spricht Polnisch und ich spreche Türkisch, dass wir dann auch die Interviews teilweise dann auch mal auf Türkisch oder Polnisch durchführen konnten, was dann genau sich eher zufällig ergeben hat in dem Moment. Aber dadurch, dass wir Personen befragt haben, die bereits in der Pflege tätig sind oder in der Ausbildung zur Pflege sind, über die Pflegeschulen dann, war sind wir natürlich, hatte unsere Personengruppe schon ein gewisses Sprachniveau, was diese Befragung ermöglicht hat. Wie hoch sind eure Fallzahlen? Also ihr habt gesagt, dass ihr von den Interviews schon den größten Teil die Pflegekräfte befragt habt. Wie viele? Ganz genau müssten wir das nochmal nachgucken, aber es sind knapp über 40, glaube ich. Wie habt ihr denn das Projekt finanziert? Ich glaube, da haben wir noch gar nicht drüber gesprochen. Ja, ganz wichtig. Also wir haben das Projekt, ist finanziert von der Stiftung Mercator und das ist insofern besonders, dass die Stiftung Mercator an Teilhabe in der Gesellschaft interessiert ist, also insbesondere an gleichen Teilhabechancen für alle. Und die haben auch immer einen Anwendungsbezug. Also sie fördern Forschungsprojekte, die aber auch einen Weg in die Anwendung finden. Das heißt, wir hatten am Ende des Projekts jetzt auch Coachings und mehrere Fokusgruppengespräche, wo wir versuchen, unsere Ergebnisse zu platzieren oder für gewisse Bereiche nochmal anwendbarer zu machen. Und sie sind natürlich auch oder geben uns die Möglichkeit, wissenschaftlich frei zu arbeiten. Also die Ergebnisse sind uns natürlich freigestellt. Und die Bürokratie ist auch etwas weniger als in anderen Förderorganen, sage ich mal. Sie sagen auch selbst aktiv, dass sie lieber mehr Zeit für Inhalte generieren möchten als für die Bürokratie. Ihr hattet jetzt auch gesagt, dass ihr in Städten und, also ihr habt städtisch befragt und ländlich befragt. Welche Vorauswahl habt ihr da getroffen? Wir haben absichtlich ländliche und städtische Räume ausgesucht und wir haben immer versucht, also wir haben zunächst in zwei Bundesländern Kommunen ausgesucht, das sind Bayern und Nordrhein-Westfalen gewesen und da haben wir ganz absichtlich unterschiedliche raumstrukturelle, sozioökonomische oder auch politische Rahmenbedingungen uns herausgesucht, die vielleicht auch zum Beispiel Besonderheiten im Gesundheitssystem abgebildet haben. Also sprich, wir haben absichtlich ein recht heterogenes Feld uns ausgesucht, um ein umfassendes Bild zu kreieren. Wenn man sowas natürlich dann nochmal, man könnte theoretisch ja auch nochmal tiefer in sämtliche Punkte, die wir erforscht haben als Gesamtbild, könnte man natürlich auch nochmal sich was rauspicken und da vielleicht nochmal eine Studie machen, die ganz spezifisch zu einem Teilaspekt ist und da zum Beispiel auch nochmal quantifizieren, was wir jetzt nicht getan haben. Aber unser Ziel war es wirklich, möglichst heterogene Räume auch abzubilden und Rahmenbedingungen, um möglichst viele Informationen zu sammeln. Genau und wir haben auch tatsächlich, also wir haben auch die Anteile der ausländischen Beschäftigten uns angeguckt und versucht es ein bisschen vergleichbar zu machen, aber dann sehr schnell gemerkt, dass es nicht zu vergleichen ist, also dass wir das gar nicht so pauschalisieren können und dass es tatsächlich mehr an den Ressourcen der Einzelnen liegt als an der strukturellen Gegebenheit, wenn ich das so ausdrücken darf. Und ganz konkret haben wir uns München, Nürnberg, Kamm und Passau in Bayern angeschaut und in NRW ist es Höchster, der Kreis Siegen-Wittgenstein, Dortmund und Köln. Und dann hatten wir noch einen Exkurs in Sachsen, wo wir uns eher die ambulante Versorgung angeguckt haben und da die Stadt Dresden und den Landkreis, also Sächsische, Schweiz, Ost, Erzgebirge so ein bisschen versucht haben anzuschauen. Das finde ich super interessant, aber das ist vielleicht ein ganz anderes Thema, weil ich habe jetzt im Kopf, dass der Anteil der Migration vermutlich in NRW ja höher ist. Also wenn ich jetzt auf so Städte wie Gelsenkirchenhagen oder sowas gucke, dann auf jeden Fall. Das könnte eventuell nochmal abbildbar mit Dortmund sein. Ich würde aber auch sagen, dass es in Nürnberg nicht anders ist, aber ich glaube, es sind andere Herkünfte. Und die Ostgeschichte, die finde ich tatsächlich sehr interessant, weil da würde mich interessieren, aber das ist ein ganz anderes Thema, als die Frage, ob ihr das überhaupt beantworten könnt, ob da andere Themen mitschwingen im Rahmen der Arbeit, weil machen wir uns nichts vor. Die politische Lage ist so, dass man da vielleicht gar nicht unbedingt arbeiten will. Als jemand, der aus dem Ausland kommt und gerade in der ambulanten Pflege vielleicht jedes Mal Angst haben muss, da mit dem Auto rumzufahren oder sowas, da hat man vielleicht gar kein Interesse, sich großartig zu integrieren, wenn man lieber zu Hause bleibt. Also was wir gesehen haben, ist ein hoher Anteil an Migration in der Pflege, insbesondere natürlich im Süden des Landes. Also in NRW ist da auch sehr präsent, genauso wie Bayern, was auch die Auswahl natürlich mitbedingt hat. Und was jetzt Sachsen angeht, haben wir tatsächlich da die Befragung nach den Wahlen geführt. Das heißt, es war auch sehr präsent jetzt in den Gesprächen. Wir können da auch nicht, also unsere Anzahl an Befragungen ist zu gering, um da Aussagen treffen zu können. Was für uns interessant war, war, dass das Thema insbesondere Diskriminierung und Rassismus überall präsent war in allen Regionen, die wir befragt haben. Aber dass es halt dort wirklich aktiv angesprochen wurde, also wirklich aktiv dafür sensibilisiert wurde und die Beratungsstellen auch, mit denen wir gesprochen haben, wirklich gesagt haben, wir informieren die Leute, dass sie ihre Rechte haben, dass sie das und das äußern können oder genau, dass sie sich wohler fühlen, wenn sie eine gewisse Sprachkenntnis haben. Aber um da auch mal was zu sagen, es gibt dazu auch unterschiedliche Forschung, die da besser in die Tiefe geht, als wir das jetzt gemacht haben. Beispielsweise vom Mediendienst Integration. Wir sind jetzt schon so langsam übergegangen zu den Ergebnissen. Ich würde da direkt mal einsteigen. Was konntet ihr denn abbilden? Welche Herausforderungen werden so beim Ankommen in der Einrichtung und am Wohnort deutlich? Also was wurde berichtet? Also wir hatten eingangs schon recht vieles erwähnt, deswegen suche ich gerade noch nach zusätzlichen Punkten. Also ein Punkt, der auf jeden Fall sehr wichtig ist und das kann man auf jeden Fall nochmal betonen und ist letztendlich auch in unsere Handlungsempfehlungen am Ende eingeflossen, war Punkt Erwartungsmanagement. Also dass wir gesehen haben, dass da Wissenslücken waren, wie der Arbeitsalltag und die Pflegepraxis in Deutschland aussehen wird und auch und vor allem wie der Lebensalltag in der jeweiligen Region oder in dieser speziellen Kommune aussieht, welche Strukturen da vorhanden sind. Ob da vielleicht auch Peers sind, also sprich andere Pflegekräfte mit Migrationsgeschichte, die vor Ort sind und vielleicht auch Unterstützung leisten können. Da waren besonders die Herausforderungen. Gleichzeitig auch tatsächlich die Vielfalt an Behörden oder an Zuständigkeiten und Verantwortung. Das ist eine ganz große Herausforderung für alle, also auch für die KollegInnen, die unterstützen oder für die Einrichtungen und ArbeitgeberInnen, die unterstützen, die dann auch tatsächlich erst lernen müssen, wer ist denn für was ansprechbar und wohin muss ich welche Bürokratie bringen. Aber da gibt es ja auch politische Entwicklungen mittlerweile, die versuchen, das zu vereinfachen. Das Thema Wohnraum, also der Übergangslösung werden häufig gestellt, aber wir sind auch tatsächlich auf viel Initiative von KollegInnen gestoßen, die dann aushelfen in ihrer Freizeit und unterstützen bei der Suche nach Wohnungen oder Wohnraum zur Verfügung stellen. Da wäre natürlich hilfreicher, wenn es systematischere Lösungen gibt, die dann nicht zu diesen Mehrfachbelastungen führen. Über Mobilität haben wir ja bereits gesprochen. Und da die Herausforderung mit den Schichtdiensten oder den Rotationen, die im Rahmen der Ausbildung sind, wenn man dann unter unterschiedlichen Stellen seine Praxiserfahrungen sammelt. Gleichzeitig auch das Thema soziale Isolation, weil darauf, das wurde uns auch in den Interviews wiedergegeben, es ist tatsächlich nicht so üblich, dass man hier noch mit KollegInnen nach der Schicht was gemeinsam macht. Und das ist in manchen Herkunftsländern dann eher üblich und das führt dann auch so ein bisschen zu Schwierigkeiten, sich sozial zu vernetzen. Da wäre es besser, wenn die Einrichtung tatsächlich vielleicht mehr Möglichkeitsräume schafft, um so ein bisschen mehr für Vernetzung auszuhelfen oder sich Hilfe holt von der Zivilgesellschaft vor Ort, die das dann übernehmen könnte. Gibt es Faktoren, die berufliche und soziale Teilhabe auch eventuell begünstigen? Die Faktoren, die die soziale und berufliche Teilhabe begünstigen, sind erstmal überhaupt der Ansatz, dass man die Teilhabebereiche alle berücksichtigt. Also dass man wirklich einen Blick hat auf Wohnen, Mobilität, Sprache, Bildung, Weiterbildung, auf Gesundheit, auf den Arbeitsalltag und auf das Thema Diskriminierung und Rassismus. Also generell, dass man das erstmal ganzheitlich betrachtet und nicht nur in seiner eigenen Arbeitsweise bleibt. Rechtliche Teilhabe ist ganz wichtig, darüber haben wir schon gesprochen oder zum Großteil schon gesprochen. Und diese verschränkte Teilhabe ist aber so möglich, dass man sich wirklich Netzwerke sucht vor Ort. Also, dass man guckt, wo sind denn überhaupt hier die Kompetenzen, wo sind Netzwerke, welche NGOs gibt es, welche Zivilgesellschaft Wohlfahrt gibt es und versucht das so ein bisschen besser miteinander zu verbinden, sodass die, dass die Belastung tatsächlich nicht bei der Arbeit bleibt. Also nicht bei dem Kollegium oder bei den Einrichtungen selbst, die aktuell sehr viel stemmen, obwohl dieses Know-how schon in der Kommune auch vertreten ist oder in der Verwaltung oder sonst. Also es gibt so viele Beratungsstellen und Angebote, an die man sich knüpfen könnte, die einem diese... Belastung halt etwas vereinfachen könnte. Gleichzeitig gibt es auch so konkrete Themen wie zum Beispiel dadurch, dass wenn es die Personen aus dem Ausland sind, die dann auch noch dahin reisen dürfen, also wenn es sich nicht um Geflüchtete handelt, dass dann durch die Urlaubsplanung berücksichtigt wird, dass Heimaturlaube möglich sind. Und dass natürlich die bei dem Thema Anerkennung, wenn man als Pflegehilfskraft finanziert oder bezahlt wird, anfangs, obwohl man Pflegefachkraft ist, dann führt das natürlich zu einem Gefühl, was nicht so wertschätzend angenommen wird insgesamt. Und dann auch noch so Themen wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind, da sind wir natürlich auch drauf gestoßen, dass es für alle schwierig, die im Pflegesektor tätig sind, wenn es sich nicht vereinen lässt. Also es gibt auch Lösungen, wo dann Dienste dementsprechend angepasst werden, dass das für diesen Zeitrahmen dann möglich ist. Dann sind wir auf ein hohes Interesse an Weiterbildung gestoßen. Also viele der Personen, die wir befragt haben, hatten wirklich Ziele noch zu studieren oder noch ein Master zu machen oder noch Praxisanleitung zu werden. Und dass man das auch im Blick behält als Arbeitgeber und Arbeitgeberin, dass man guckt, was gibt es denn überhaupt für Karrierewege, die man hätte in der Einrichtung, weil die auch bindet oder auch die Person dann in der Einrichtung bindet. Und natürlich das Thema Diskriminierung und Rassismus ist auch ein wichtiges Thema, also dieses Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Und natürlich wurde auch thematisiert, dass es je nach Erkrankung nicht immer gegeben ist, dass man da sensibilisieren kann. Bei den Patienten, auf der Seite der PatientInnen, aber es geht auch tatsächlich mehr so um Rückhalt im Team, dass man einfach, dass einem quasi, dass man das, dass das nett aufgenommen wird und nicht abgelehnt wird. Ihr habt vorhin auch schon mal einen Schlüsselakteur genannt oder mehrere Schlüsselakteure, zum Beispiel auch die Einrichtungsleitung oder die direkten Arbeitskollegen. Was sind noch so, also auf welche Schlüsselakteure seid ihr noch so gestoßen, was euch vielleicht auch überrascht hat, dass es doch so eine große Rolle spielt? Also Sprachlehrkräfte haben wir schon als Schlüsselakteure identifiziert, weil sie oft so ein Bindeglied herstellen. Also dass sie einerseits für natürlich die sprachliche Weiterbildung zuständig sind und deswegen auch zu einem konkreten Ziel eine Anstellung haben und auch zu einem konkreten Ziel Kontakt mit den Pflegekräften, mit Migrationsgeschichte. Aber dass Sprachvermittlung natürlich nicht so einen luftleeren Raum entsteht, sondern meistens tut man das ja auch, indem man Dinge, die vor Ort sind, vermittelt. Also indem man Feste anspricht oder indem man Möglichkeiten anspricht, wo man in der Kommune zum Beispiel gemeinsam weggehen kann, was man tun kann in der Gegend oder in der Region. Also so lernt man ja auch die Sprache und im Austausch und das heißt, sie sind auch Vermittlerinnen und Vermittler für das Leben in Deutschland, für das Leben in der Region und in der spezifischen Kommune, die sie ja dann auch kennen, weil sie direkt vor Ort sind und deswegen da auch wirklich eine Schlüsselrolle einnehmen und einnehmen können. Meistens aber momentan auch eher so in dem, was wir mitbekommen haben. Weil sie den Bedarf einfach sehen und dass sie meistens ja durch, dass sie auch recht viel Kontakt mit den Pflegekräften haben, auch mit Fragen konfrontiert werden. Wie kann ich jetzt mit dem Bus von A nach B kommen? Vielleicht ist die Eingangsfrage, was muss ich sagen, dass ich ein Ticket kaufen kann oder so. Und dann kommt es zu Folgefragen, wie funktioniert letztendlich Mobilität in dieser Kommune und sie deswegen dementsprechend ja auch die Systemkenntnis haben, Müssen, um auch weiterhelfen zu können und andererseits ist ja auch freiwillig weitergeben und das aber, denke ich, meistens nicht gesehen wird, dass sie diese vermittelnde Rolle haben zwischen einerseits Sprache, Weiterbildung und Arbeit und andererseits eben Lebensalltag. Aber weitere Akteure sind auch beispielsweise Integrationsbeauftragte, wenn die Einrichtung die Ressource hat oder genau in der Kommune die Zivilgesellschaft. Wir haben auch mit Diaspora-Organisationen gesprochen, also die, die sich auch wünschen würden, dass sie mehr einbezogen werden würden in die Aufnahme und Teilhabe vor Ort. In der Episode mit der BFAP ist das schon rausgekommen, dass man ja häufig in die Falle tappt, dass die Menschen hierher kommen zum Arbeiten. Und dass man da halt großes Augenmerk drauf legt, dass es alles funktioniert und so weiter. Aber was man halt so ein bisschen vergisst, ist, dass die Menschen hier auch leben müssen oder hier auch leben. Also ich meine, acht Stunden Arbeit sind ein Drittel des Tages so und die sind ja trotzdem 24 Stunden hier. Und deswegen ist es eigentlich super wichtig, auch den Teil des Lebens einfach mitzudenken, weil das einfach unweigerlich passiert. Und dieser Teil wird häufig einfach nicht mit berücksichtigt, sodass das Arbeiten vielleicht super toll ist, aber am Ende Faktoren entstehen, weshalb man sich unwohl fühlt, weil man hier keinen Anschluss findet, weil man nicht weiß, wo man einkaufen gehen soll, weil man niemanden hat, mit dem man ins Kino gehen kann und so fort. Das haben wir auch so gesehen und also jetzt als ein Beispiel von vielen, die man da nennen könnte, was wesentlich dazu beigetragen hat in den Gesprächen. Also wurde das so identifiziert von den Pflegekräften selbst oder in diesem Reflexionsgespräch, wo bin ich, wo gehe ich hin, was ist für mich wichtig, war das Wort Wohlbefinden recht häufig gefallen. Das hatten wir auch nicht erwartet, weil wir nicht reingegangen sind zu fragen, wie geht es euch, geht es euch gut, sondern das kam... Ja, von selbst. Und deswegen haben wir das im Nachhinein auch nochmal uns genauer angeguckt und analysiert, was letztendlich dazu geführt hat, was uns beschrieben worden ist, welche Bedingungen herrschen müssen, dass sich die Pflegekräfte wohlfühlen. Und dazu gehören eben einerseits natürlich die guten Arbeitsbedingungen oder die Wertschätzung im Team, die Unterstützungsstrukturen in der Arbeit, aber ganz besonders eben auch dieses Ankommen im Lebensalltag, bin ich da auch unterstützt, wird mir da auch eine gewisse Wertschätzung im Sinne von. Ja, also werde ich da gut aufgenommen von meinen Nachbarn, von meinen Nachbarinnen, vielleicht von meinen MitbewohnerInnen. Und was auch ein wichtiger Aspekt war bezüglich Wohlbefinden und letztendlich auch Bleibeorientierung, also sprich am Ende der Frage, will ich hier bleiben oder will ich in eine andere Kommune ziehen oder will ich vielleicht wieder zurück in mein Herkunftsland oder ganz woanders hin, war ein wichtiger Faktor immer Familie, Familie und Freunde. Und wir haben gesehen, sobald Kinder involviert sind, kommen natürlich auch ganz andere Strukturen mit rein. Also sprich, dann braucht man auch einen Kita-Platz oder einen guten Kindergartenplatz. Dann ist es wichtig, welche Schulen sind da vor Ort. Wie ist der Kontakt mit anderen Eltern? Und wir hatten da einige Aussagen, die so wirklich für sich richtig gestanden sind, wo vielleicht eine Pflegekraft mal gesagt hat, für mich ist das Wichtigste, dass es meinen Kindern hier gut geht, dass wir keine Rassismus-Erfahrungen oder kein Mobbing erfahren und sobald negative Erfahrungen für die Kinder und für die Familie stattgefunden haben, das ziemlich eindrucksvoll war und auch, Wie soll ich sagen, wie so ein Entscheidungsmoment zu gehen. Deswegen finden wir es jetzt tatsächlich auch eher nicht förderlich, dass jetzt diese Debatte um den Familiennachzug wieder aufflammt. Also bei Geflüchteten ist es ja tatsächlich schon wieder Realität, die subsidiär Geschützten. Aber gleichzeitig wird es auch wieder debattiert bei Arbeitskräften, ob man da Familiennachzug zulässt oder nicht. Und das ist sehr bedrohlich, weil das ein zentraler Aspekt ist, einfach für die Entscheidung nach Deutschland zu kommen oder die Entscheidung in Deutschland zu bleiben. Und wir auch wirklich Einrichtungen hatten, die gesagt haben, das ist nicht tragbar, dass es fast zwei Jahre dauert, bis die Menschen hier mit ihrer Familie wieder vereint sind, insbesondere wenn da die kleinere Kinder vorhanden sind, weil es so viele bürokratische Hürden hat bereits. Also man braucht die Anerkennung, den Aufenthalt, den Wohnraum und Lebensunterhalt muss man beweisen können und all das braucht man, damit man überhaupt die Kinder noch nach Deutschland bringen kann. Und wir hatten auch tatsächlich Einrichtungen, die gesagt haben, sie rekrutieren bewusst nicht mehr, wenn es sich um getrennte Familien handelt, weil sie das nicht mehr ertragen können, wie die Personen dann psychisch belastet sind und eigentlich auch außer der Arbeit nichts mehr leisten, weil sie in Gedanken immer bei der Familie sind. Ich kann mir dann auch vorstellen, dass es super stark zu so Isolationstendenzen kommt, oder nicht? Wenn man ständig von seiner Familie getrennt ist, Urlaub, also das hattet ihr ja vorhin auch schon mal angesprochen mit Urlaubsregelungen hier, das kenne ich auch aus der Praxis, ein Stück die sechs Wochen Jahresurlaub zu nehmen, das ist ja eigentlich nie möglich, das heißt Besuch in der Heimat oder Besuch aus der Heimat ist dann ja schon fast eigentlich unmöglich und das über zwei Jahre mindestens. Und wenn das gekoppelt ist an das Gehalt von der Pflegehilfskraft im Rahmen der Anerkennung, dann kann man sich das auch gar nicht mehr leisten. Und was da vielleicht noch ein interessanter Aspekt ist, den wir da beobachtet haben, ist, dass quasi die Nähe zum Heimatland da auch nochmal ein wichtiger Faktor ist, für die Personen zu entscheiden, wohin sie denn für ihre Arbeit gehen. Also sprich, wenn der Weg nach Hause nicht so weit ist, also wenn zum Beispiel jemand aus Polen kommt oder aus dem Balkan, dass man sich dann vielleicht auch eher einen Wohnort in Südostdeutschland sucht, um es näher nach Hause zu haben. Also sprich, diese Verknüpfung von Herkunftsland und Zielland und die Wahl, wo man dort arbeitet, hatte auch wirklich einen Einfluss darauf, ob die Familie schnell und gut erreichbar ist oder nicht. Also wir hatten auch in einigen Befragungen gehört, dass zum Beispiel die Anbindung zum Flughafen sehr wichtig war, um auch schnell nach Hause wieder zu kommen. Wie sieht es aus mit schon existierenden Communities oder ist dafür vor Ankunft eigentlich, also existiert da vor Ankunft gar kein Wissen drüber, sodass es gar kein Faktor sein kann? Also das ist tatsächlich interessant, weil wir haben in Deutschland auch schon eine Landschaft von Netzwerken, die sich nur über die Pflege, also wir haben zum Beispiel die Filipino Nurses Germany oder das philippinische Diaspora-Netzwerk, das auch vielfältig ist, eigene Tagungen auch macht zu dem Thema und super aktiv ist. Dann haben wir die African Nurses Germany zum Beispiel, ist auch eine der vernetzenden NGOs, die eigentlich sich schon wünschen würden, mehr in mehr mal Berücksichtigung zu finden. Also die vernetzen sich von unten quasi selbst miteinander und über KollegInnen, aber es gibt keine strukturelle Einbindung und die haben auch viel Kompetenz, die sie mitbringen könnten. Und in unseren Interviews sind wir nicht darauf gestoßen, dass es über eine Community lief. Also es lief mal über Geschwister oder Freunde, dass dann empfohlen wurde, die Einrichtung ist gut, bewirb dich doch mal hier, aber jetzt nicht so strukturiert. Und bekannt, da kommt es ein bisschen drauf an. Also die Antwort, das kam drauf an, wie auch wirklich der Weg der Anwerbung oder der Weg nach Deutschland war. Also ob das wirklich über so Mundpropaganda war, hey, da ist es super, dann kannte man ja vielleicht schon Personen, die dann auch dort schon vor Ort leben und wo es vielleicht schon mehrere Bewegungen gab von auch Personen, die da zurückgezogen sind ins Heimatland und dort vielleicht auch erzählt haben. Und wenn es aber zum Beispiel jetzt eine groß angelegte Anwerbungskampagne war, wo alles recht systematisch abläuft, wo es letztendlich wie so eine Maschinerie läuft oder sowas, wo vielleicht zivilgesellschaftliche Netzwerke nicht so gut angebunden sind, da war dann vielleicht eher weniger die Kenntnis vorhanden. Also da ist jetzt vor Ort sind ja auch wirklich Peers und es gab auch Einrichtungen, die das auch im ersten Anlauf, also sprich ersten Anwerbungsphase noch nicht so identifiziert haben als ein wichtiger Faktor, auch in Deutschland gut anzukommen oder auch unterstützt zu werden, also sprich die Peers, die das aber dann erfahren haben in diesen ersten ein, zwei Jahren und auch von sich aus dann angefangen haben, zum Beispiel ältere Anwerbungsjahrgänge als Mentoren und Mentorinnen zu haben. Für die Nächsten und das sind ja letztendlich dann auch die Peers. Die ja richtig gut unterstützen können und ja auch selbst diese Erfahrungen gemacht haben. Es sind dann ja wahrscheinlich auch Arbeitsbedingungen, die dann dafür sorgen, dass die Personen dann doch sich eher überlegen zu bleiben. Gibt es noch mehr Arbeitsbedingungen, also die zentral wirklich am Arbeitsplatz sind, die einen Faktor haben auf die Bleibeorientierung? Ob positiv oder negativ? Also jetzt auf die Bleiborientierung im Generellen nicht, aber wir hatten schon so Beispiele, dass gewisse Pflegeinhalte natürlich auch immer Themen sind, also wie zum Beispiel die Grundpflege in Deutschland, die ja eher unbekannt ist im Ausland und dass da unterschiedliche Lösungsansätze greifen. Also Beispiel hatten wir eine Einrichtung, die dann, wo eine Person gesagt hat, sie fühlt sich damit noch unwohl, sie würde das machen bei männlichen Patienten, aber nicht bei Frauen, weil es einfach noch so eine Barriere gibt und die dann halt einfach aktiv gefragt hat, kann ich das noch ein paar Wochen beobachten und dann erst machen und die Einrichtung hat dem zugestimmt und nach zwei Monaten hat die Person oder sechs Monaten, glaube ich, hat die Person dann auch angefangen, die Grundpflege komplett zu übernehmen. Und da brauchen wir tatsächlich so ein bisschen Flexibilität, weil es einfach so unterschiedlich ist. Also wir haben tatsächlich, wenn es sich um Pflege oder um Menschen handelt, die im Ausland die Pflegeausbildung absolviert haben, sind es meist Personen, die das studiert haben, die meist auch mehr in die klinische Erfahrung gehen, die dann einfach in Deutschland erst die Altenpflege kennenlernen und die Inhalte davon kennenlernen, die aber auch sagen, dass es sehr wertvoll für sie war, Weil sie dann auch in der Klinik, selbst wenn sie dort jetzt arbeiten, verstehen, wo die Personen wieder zurückgehen, also in welche Rahmenbedingungen sie kommen. Also das wurde schon gewertschätzt, aber es ist einfach ein ganz anderer Inhalt und es ist auch insbesondere, wenn sie sich regional, also wenn sie umziehen, ist es auch dann immer wieder was anderes. Also wenn die dann vorher im Norden praktiziert haben und dann nach NRW gezogen sind beispielsweise, dann war das ein ganz anderer Arbeitsalltag. Hinzu kommt ja auch, das habe ich auch in dem anderen Podcast vernommen und das wusste ich gar nicht, dass Personen, die rekrutiert werden. Manchmal gar nicht in dem Setting eingesetzt werden oder arbeiten, in dem sie gelernt oder bisher gearbeitet haben. Das kann halt sein, dass eine Person, die auf einer Intensivstation vorher gearbeitet hat, jetzt irgendwie in der Langzeitpflege arbeitet oder so. Und das ist natürlich völlig Banane, weil die Expertise erstens nicht genutzt wird und zweitens die Person einfach gar keinen Bock hat, da zu arbeiten. Hat ja nicht umsonst vorher auf einer Intensivstation gearbeitet. Also auf jeden Fall finde ich keinen Grund zu sagen, das gefällt mir hier sehr gut. Hier arbeite ich aber gerne. Das wäre natürlich auch wirklich ein Punkt, so etwas vorher abzufragen. Also sprich, jetzt geht es wieder um dieses individuumsbezogene Anwerbungs- beziehungsweise eigentlich Onboarding. Ist das eigentlich passgenau für die Person anhand ihrer Kompetenzen und Qualifizierungen, die sie hat? Aber nicht nur das, sondern, also sprich, wäre sie jetzt theoretisch überall einsetzbar, sondern eben auch, was möchte die Person, wohin will sie, was sind ihre beruflichen Ziele, was sind aber auch private Ziele, die ja damit auch verschränkt sind. Also wenn ich jetzt kleine Kinder habe, kann ich vielleicht auch nicht momentan alles machen, was ich jetzt erfüllen könnte, sondern quasi perspektivisch. Und also wenn man jetzt bezüglich Arbeitsbedingungen und Bleibetorientierung nochmal guckt, ist wirklich ein wichtiger Aspekt zu gucken, was wollen die Personen und wie kann ich sie weiter fördern diesbezüglich. Ich habe da auch ein Zitat mitgebracht von einem von unseren Interviews. Wo eine Pflegekraft sagt, ich wurde gefördert mit Weiterbildungen, mit meinem Studium, mit der Stelle als Leitung. Also ich habe mich nie im Stich gelassen gefühlt. Daher kann ich mir auch keinen anderen Ort wünschen. Also es zeigt schon nochmal richtig, wenn... Wenn das ernst genommen wird, wohin die Personen möchten oder was ihre persönlichen Wünsche und Ziele sind, dass das ganz klar zu einer positiven Bleibeorientierung führen kann. Und wenn die Ressourcen nicht vorhanden sind, das zu verwirklichen, dann im Endeffekt, dass man halt wirklich darauf achtet, dass man nicht Lücken füllt mit allem Möglichen, sondern auch guckt, ob die Person passt in die Gegebenheiten vor Ort. Also wir haben jetzt gerade über den Arbeitsplatz gesprochen, aber ihr habt ja auch schon mal die Zivilgesellschaft gerade angesprochen, vor allem auch so zivilgesellschaftliche Organisationen, die es bereits gibt, aber die ja irgendwie nicht genutzt werden. Kann man das auf alle zivilgesellschaftlichen Organisationen ummünzen, dass es einfach da einen riesen Bedarf gibt, das ist noch weiter zu verknüpfen oder gibt es eventuell auch so Formen von Unterstützung, die bereits vorhanden sind? Also wir hatten unterschiedliche Formen von Vernetzung und wir sagen quasi, die Vernetzung nicht nur mit Zivilgesellschaft, aber auch mit Zivilgesellschaft würde dem Thema sehr gut tun, dadurch, dass viele Kompetenzen bereits vor Ort vorhanden sind. Und da wäre es wichtig, dass man wirklich auf lokaler Ebene guckt. Was habe ich hier im Ort? Wer macht denn überhaupt was? Welche Organisationen gibt es? Welche Kompetenzen könnte sie haben? Dass man da versucht, sich zu vernetzen. Wir hatten das, wir haben unterschiedliche Beispiele von Kommunen, die das gemacht haben, die versucht haben, runde Tische zu machen. In dem Fall mit unterschiedlichen Behörden beispielsweise, dass die gesagt haben, wir setzen jetzt hier mal Ausländeramt, Wohnamt, Jugendamt und Arbeitsmarktintegration und die städtischen Einrichtungen mal an einen Tisch und gucken mal, worüber, was denn so die Schwierigkeiten sind, um da einfache Wege zu finden. Dann hatten wir aber auch so runde Tische, die eigentlich für die Integration von Geflüchteten waren und dann hat man dann im Zwischenschritt mal erkannt, dass auch Pflegekräfte vielleicht da eine Rolle spielen könnten und haben die dann miteinander vernetzt. Also insgesamt kann man das gar nicht so, also ich kann jetzt keine Zivilgesellschaft nennen, die überall greift, sondern das ist der Ort oder die Vorort-Erfahrung. Die dann zum Beispiel auch beim Thema Wohnen mal beraten können oder vielleicht auch schon Vorerfahrungen mitbringen oder welche Sprachkurse es noch gäbe, die flexibel sind. Obwohl, was man natürlich schon nennen kann, ist aus der Wohlfahrt heraus, also sprich die Verbände, die ja auch selbst mehrere Ebenen haben, also sprich eine Bundesebene oder föderal auch verteilt sind und wo es natürlich auch Informationen geteilt werden zwischen den verschiedenen Ebenen oder Gruppen. Also sprich, da gäbe es ja auch schon auch das Potenzial von, also die Konzepte von einer Kommune auf die andere zu übertragen und dann natürlich passgenau dort auch anzuwenden. Ja, wo sind so starke Vernetzungen, also wo sind starke Vernetzungen und wo gibt es irgendwie gar keinen Zusammenhang, was wird gar nicht genutzt, wo ihr am Anfang gedacht hättet, oh, das ist aber. Was wir ganz spannend fanden bei den Mobility Maps, was wir so vorher nicht erwartet hatten, war, dass tatsächlich das oftmals bei unseren Befragten der Arbeitsplatz in der Nähe. War, aber die sozialen Kontakte und die Freizeit oftmals etwas weiter entfernt. Das heißt, man hat sich quasi entschieden, dass man in der Nähe zum Arbeitsplatz bleibt, aufgrund auch der Schichtzeiten wahrscheinlich, hat aber dann den Fußballverein zwei Orte weiter oder den geht laufen eine Stunde entfernt oder so. Das hatten wir schon. Oder dass die Freizeit eher der Aspekt ist, der Mobilität erfordert. Quasi das war uns neu, dann wurde gar nicht so häufig von Behörden gesprochen, wie wir das gewohnt sind, von anderer Forschung. Das heißt, das war zwar Thema, wenn wir darüber gesprochen haben, wie war das Ankommen in Deutschland, aber auf den Mappings hat das nicht mehr so Platz gefunden. Also es war jetzt nicht mehr Teil des Lebensalltags, was eventuell darauf hindeuten könnte, dass das ja übernommen wird von den Einrichtungen selbst oder von anderen Beratungsstrukturen, dass das gar nicht so aktiv im eigenen Bereich. Leben mehr eine Rolle spielt ab einem gewissen Zeitpunkt. Genau, möchtest du noch was ergänzen, Teresa? Vielleicht nur nochmal hervorheben, also worüber wir schon überrascht waren, dass eigentlich der größte Anteil an den Mobility Mappings war Freizeit und Wohlbefinden und natürlich auch soziale Kontakte und dass die miteinander ganz stark verknüpft waren und wie Yasemin schon angesprochen hatte, also dass oft Mobilität erforderlich war für diese Freizeitgestaltung, Aber dass die Pflegekräfte auch recht früh anfangen, ziemlich große Strecken zurückzulegen, um die Dinge zu tun, die sie gerne tun möchten. Also sprich, Bekannte und Verwandte besuchen in anderen Bundesländern, das wirklich schon in den ersten Wochen geschehen ist oder in den ersten Tagen oder auch im europäischen Ausland Wochenenden verbracht haben. Und genau, das hatten wir, diese ausgeprägte Freizeitgestaltung oder sagen wir mal diesen Schwerpunkt, also wenn jemand darauf blickt, wie verbringe ich mein Leben, wo bin ich. Dass einen ganz großen Raum wirklich die Freizeit eingenommen hat. Was ja auch schön ist. Und was die Relevanz zeigt, also es zeigt die Relevanz für die Personen aus ihrer Perspektive heraus, wie möchte ich mein Leben verbringen und eben auch nicht, also da ist jetzt nicht nur, ich möchte jetzt arbeiten und dann schlafen, sondern nee, ich bin auch da und ich möchte auch irgendwie mal ausgehen und mich möchte mit Freunden treffen und das muss halt möglich sein. Oder halt Weiterbildung oder halt mit dem Disclaimer noch, dass das natürlich aufenthaltsrechtlich möglich sein muss. Also bei den Geflüchteten war das natürlich nicht möglich, ins europäische Ausland zu reisen. Aber es ist trotzdem interessant, dass es... Also es ist ja ein Beweis dafür, dass wir nicht nur Bock haben zu arbeiten und dass wir Leute nicht nur holen, also dass sie hier arbeiten, sondern wenn sie hier arbeiten, dann leben sie hier auch. Und dann finde ich den Hinweis mit dem Familiennachzug irgendwie auch nochmal ganz wichtig, weil das dann auch nochmal verdeutlicht, worum es eigentlich geht. Also die wollen einfach ein neues Zuhause haben und das Zuhause ergibt sich eben nicht nur dadurch, dass man hier einen Job hat, sondern eben, dass man hier auch lebt und integriert wird und hier Bock hat und zur Schule geht und so weiter. Und dazu muss ich dann auch noch einfach mal sagen, dass ich die Migrationspolitik der aktuellen Regierung einfach scharf kritisiere oder scharf kritisieren muss und die in Teilen einfach absolut menschenverachtend ist und an alle Personen, die irgendwie in der CDU sind oder ja, muss man ja ganz klar so sagen, in der CDU sind, sich irgendwie mal dafür stark zu machen, Dinge zu verändern, weil offenbar hat es ja maßgeblich Einfluss darauf, wie wir in Zukunft auch Arbeit denken müssen, also in Deutschland, weil was wir in der Pflege wissen ist, dass wir die Personaldecke ja nur dadurch wie stabil halten können, weil Menschen zu uns kommen und wenn wir denen das noch erschweren und den Aspekt nicht mit betrachten, dass die Menschen hier leben müssen und dass wir auch viel mehr Möglichkeiten haben, wenn wir Familien hier haben, dann, weiß ich nicht, läuft man komplett am Leben vorbei. Und genau, also das wollte ich einfach nochmal gesagt haben, weil das ist einfach ein Unding, wie das läuft und das ist eigentlich grausam. Ich stelle mir es dann auch einfacher vor, ehrlich gesagt, in einer Stadt wie Dortmund zu leben, als in Passau auf dem Land, wo mir ja auch schon schwierig, also es ist ja einfach auch schon schwieriger, in Passau muss ich erst den Bus nehmen zum Bahnhof, der Bahnhof bindet mich dann erst an, an die nächstgrößere Stadt und erst dann kann ich beispielsweise die Bahn nach Berlin nehmen, um jemanden zu treffen, der vielleicht aus dem gleichen Heimatdorf kommt wie ich, als wenn ich in Dortmund lebe und direkt den ICE nehmen kann. Naja Franzis, dazu muss ich mal sagen, du bist jetzt halt weiß so und ich glaube mit Migrationshintergrund in Dortmund zu leben ist auch kein Geschenk. Insbesondere Dortmund hat eine extrem weit verbreitete rechte Szene und in Zeiten, wo du eigentlich unglaubliche Wahlergebnisse irgendwie siehst. Macht das keinen Spaß. Also es ist egal, wo du lebst, es ist völlig egal, macht einfach keinen Spaß, weil dein Leben, also wie wir gerade ja gehört haben, du bist ja auch hier zum Leben, nicht nur zum Arbeiten, wird maßgeblich dadurch beeinflusst, dass du einfach Angst hast, dass du dich einfach Dinge nicht mehr traust. Und wenn dann es dir nicht gelingt, Peergroups zu finden oder irgendwie Zugang zu gleichgesinnten Gruppen irgendwie zu haben, dann bist du einfach nochmal viel weiter isoliert und kannst dich noch viel weniger irgendwie wehren. Und dann kommen so Mechanismen wie, weshalb wir über Rassismus sprechen, weil du dann plötzlich irgendwie in Kreisen bist, wo du vielleicht auffällig bist, wo du dann vielleicht, keine Ahnung, vielleicht keinen Job mehr hast, dann brauchst du irgendwann Unterstützung und so weiter. Also das sind ja alles dann Aspekte, wo du dann plötzlich durchs Raster fällst, weil diese ganzen anderen schlecht laufenden Systeme auf dich einwirken und. Am Ende bleibt einfach nur, ja die Person kann sich nicht integrieren, kann jetzt auch gehen, tschüss. Also aus unserem Forschungsvorhaben kann ich vielleicht nochmal diesen Aspekt dazu reinbringen, dass es nicht nur auf die Peers ankommt oder auf diese Rahmenbedingungen, sondern natürlich auf die Person selbst, also sprich ihre eigene Biografie, ihre Erfahrungen, die sie schon mitbringt aus dem Herkunftsland. Und es wird ja immer in Relation gesetzt. Wie war es früher für mich? Wie ist es jetzt für mich? Wie wird es für mich in Zukunft sein? Was möchte ich für meine Zukunft? Und wie vorhin auch schon mal erwähnt, da spielt ja zum Beispiel Familie auch eine Rolle. Und wir haben das natürlich nicht quantitativ so jetzt erfasst, aber wir haben Tendenzen gesehen und die Tendenz, die wir jetzt da so gesehen haben, war zum Beispiel, weil ihr jetzt angesprochen hattest mit Passau und Dortmund, dass zum Beispiel junge Familien doch ganz gerne eher in ländliche Räume gehen, weil vielleicht Wohnraum bezahlbarer ist oder weil es gewisse Strukturen gibt, die sie zu einem gewissen Zeitpunkt auch sehr schätzen. Also sprich vielleicht eher nahbarer Umgang in der Kommune und mit Nachbarn und Nachbarinnen als in der Großstadt. Oder also apropos Peers, Peers können je nach Lebenssituation ja auch nicht nur... Meine Arbeitskolleginnen seien, die auch Migrationsgeschichte haben, sondern das können ja auch zum Beispiel andere Eltern sein, mit denen ich mich verbinden kann über die Kinder. Das wurde übrigens schon immer mal wieder genannt, dass oft mal der Eingang oder der erste Schritt zu Ankommen und vor Ort soziale Kontakte knüpfen eben auch die Kinder war und die Strukturen, die über Kinder gegeben sind. Und auf der anderen Seite eben diese Tendenz, dass zum Beispiel eher jüngere Pflegekräfte ohne Familie die Tendenz hatten, eher auch in größeren Städten zu leben, weil das vielleicht auch einfach ihre Lebenssituation ist, dass sie auch gerne mal abends weggehen möchten oder weil sie vielleicht eher schneller mit dem Zug in eine andere große Stadt kommen möchten als jetzt Familien mit jungen Kindern. Ja, oder je nachdem, wie sie vorher gewohnt haben. Also es ist ja auch, wenn man das eine gewöhnt ist, möchte man das vielleicht oder genau den Kontrast. Genau. Und weil du das noch gesagt hast mit integriert werden, also es gibt ja auch immer noch diesen Aspekt von. Also von meinem eigenen inneren Bedürfnis, mich zu integrieren. Also es gibt ja nicht nur diese Rahmenbedingungen, die auf mich einprasseln und denen ich ja ausgesetzt bin, sondern es gibt ja auch so den Teil zu sagen, ich habe Handlungsmacht und die möchte ich nutzen, gibt es dafür Raum? Ja, also gibt es dafür die Strukturen und den Raum, dass ich selbst empowert auch mich integrieren kann oder mich integrieren möchte. Ja, also beide Seiten gehören dazu. Und was wir auch wirklich gesehen haben, ist, dass viele Pflegekräfte mit Migrationsgeschichte, die wir befragt haben und die auch schon ein bisschen länger da waren, also vielleicht jetzt nicht die ersten drei Monate, sondern vielleicht nach drei, fünf Jahren auch gesehen haben oder gelernt haben durch ihre Erfahrung, was es für Herausforderungen gibt und das auch weitergeben möchten. Und damit auch Räume schaffen für die nächsten Peers, die kommen und sagen, ich stelle mich jetzt dazu bereit, ein Mentor, Mentorin zu sein und der Person vielleicht ein bisschen am Anfang Starthilfe zu geben, aber letztendlich soll sie selbst auch ankommen können und sich integrieren können und nicht dem einfach nur ausgesetzt sein. Ja. Also ich gebe dir recht. Auf der einen Seite wird es aber nicht 100% unterschreiben wollen. Also natürlich geht es davon, also es ist ein wichtiger Aspekt, dass die Person sich integrieren möchte, so. Definitiv. Aber wer beispielsweise Aladin Elmar Falani gelesen hat, der weiß auch, dass egal wie doll du möchtest, wenn du ein System hast, wo du nicht durchkommst, weil es einfach strukturelle Dinge gibt, da kannst du das wollen, wie du möchtest. Es funktioniert dann eben doch nicht. Und du bleibst dann eben in deiner jeweiligen Gruppe, die wir dir hier Deutsche quasi zuweisen. Also dein Ort wird ja dann dadurch auch bestimmt, wo du jetzt zu leben hast. Wo du arbeitest, was für einen Job du machst und so weiter und so fort. Das heißt, wir haben ja strukturelle Probleme, die wir verändern müssen und die wir erkennen müssen. Und was ich aber durch die Rekrutierung eigentlich ganz gut finde, ist, dass diese Strukturen so ein bisschen durchbrochen werden, Weil ja Strukturen extra etabliert werden, um diese Person quasi so ein bisschen in die Mitte zu holen. Also wir drängen sie ja eigentlich nicht raus. Wie wir gerade gehört haben, gibt es doch so ein paar Tendenzen, aber das ist ja eigentlich so nicht der Wille, das beabsichtigen wir damit eigentlich nicht. Aber wir merken auch, dass es diese Strukturen gibt und ich finde, wir müssen diese Strukturen offenlegen oder darüber sprechen und sie dann auch durchbrechen, um auch den Integrationswillen der jeweiligen Personen Rechnung zu tragen. Ja, also genau, ich unterschreibe voll, was du sagst. Natürlich geht es um diese, überhaupt die Möglichkeit, sich selbst einzubringen, aber mir ging es darum zu betonen, dass Pflegekräfte, die nach Deutschland kommen, das vielerorts eben auch bereits tun und das auch anzuerkennen, dass das bereits vielerorts passiert und da ja auch neue Räume geschaffen werden eben für weitere, die kommen, also dass das quasi im Entwicklungsprozess ist. Ich finde, den Perspektivenwechsel manchmal ganz gut. Weil, also wir sehen immer, die Menschen kommen her und arbeiten dann so und ja, okay, die haben irgendwie mit diesen Sachen zu tun und das ist für uns ja erstmal irgendwie eine Information, mit der wir irgendwie umgehen. Wenn ich mir aber vorstelle, selbst in ein anderes Land zu gehen, dessen Sprache ich nicht kenne und jetzt aber gezwungen bin, Fachsprache zu haben, ich muss mein Fachwissen da irgendwie anwenden, vielleicht bin ich aber irgendwie gerade in einem Setting, mit dem ich irgendwie auch noch nie zu tun hatte und ich bin andauernd damit beschäftigt, mich eigentlich nur durch den Alltag zu kämpfen, dann ist das einfach was anderes. Und gleichzeitig habe ich irgendwie noch die Sorge, ob meine Familie kommen kann oder nicht oder wie auch immer. Und aktuell läuft mein Anerkennungsverfahren noch und deswegen habe ich so wenig Geld und so. Also das sind ja alles Lebensrealitäten, die ich persönlich gar nicht haben will. Also das macht ja gar keinen Spaß eigentlich, wenn man das mal so sieht. Also so wollen wir alle nicht leben. Und ich finde, dass es einfach vielleicht mal wichtig ist, sich das vorzustellen, was das bedeutet, wenn man in einem anderen Land lebt, wo man einfach keinen versteht. Also wenn man beispielsweise, das ist jetzt weit weg, aber nach Japan fährt, dann eine Briefmarke zu kaufen, ist ja unmöglich. Man kann ja nichts lesen, man versteht niemanden. Und so ist es ja teilweise eben für Menschen, die hierher kommen. Das ist also... Ich war neulich beim Reifen wechseln. Ich war neulich beim Reifen wechseln. Da hat mich jemand gefragt. Ihr seht ja, wie ich aussehe. Die Frage höre ich öfter, wo ich eigentlich herkomme. Da sage ich, ja, ich bin Deutscher und so. Ja, okay. Die lachen dann immer so ein bisschen. Und dann erzählen die mir aber halt, wo die herkommen. Und mittlerweile, also es hat mich eine Zeit lang total abgenervt, weil, ja, okay, aber ich kann das total verstehen, weshalb die Fragen. Weil wenn du hier alleine bist oder zumindest, also du suchst ja nach Menschen, die da herkommen, wo du herkommst, die vielleicht deine Sprache sprechen, die die gleichen Erfahrungen gemacht haben. Das ist ja was total Tolles. Wenn ich ins Ausland gehen würde, würde ich auch nach Deutschen suchen. Allein, um die Möglichkeit zu haben, mich mit denen auszutauschen. Weil es einfach viel einfacher ist. Kann ich total nachvollziehen. Ist auch Lebensqualität. Ja, was wir ganz interessant finden, oder ist das der Pflegebereich oder der Bereich, den wir uns angeguckt haben, bereits von sehr viel Vielfalt geprägt ist. Und wir haben sehr viel Engagement gefunden. Wir haben sehr viele Initiativen gefunden. Wirklich ganz verrückte Geschichten, wo ehrenamtliche Sprachkurse, also ehrenamtliche Rentnerinnen aus der Pflege dann Sprachkurse für ausländische Fachkräfte geben, in der Berufssprache beispielsweise, einfach je nach Schichtdienst ganz flexibel und solche, lauter solche kleinen Engagements, sage ich jetzt mal, die aber noch nicht systematisch sind und das ist halt das, worauf unsere Studie so ein bisschen hinausblicken möchte, Dass man halt sagt. Es ist schon vieles da, viel Erkenntnis gibt es schon, es ist auch schon viel Bereitschaft da, es wurde auch schon sehr viel gelernt in diesem Bereich und jetzt gilt es halt, das systematisch und strukturiert zu machen und nochmal wirklich den Blick mit dem Leben in Deutschland nicht aus den Augen zu verlieren. Und die Politik muss da natürlich auch nachsteuern. Jetzt hast du den Ausblick ja schon genannt. Dann lass uns doch mal ein bisschen in die Zukunft gucken. Also was nehmen wir denn jetzt, also was wir jetzt mitnehmen, wissen wir jetzt schon, aber was konkret nehmen wir jetzt mit und vor allem, wie können wir es umsetzen? Also dass sich Dinge auch nachhaltig verändern können. Also nochmal eingangs gesagt, wir haben... Wir haben einen recht umfassenden Blick mit unserer Studie gemacht, also so einen Rundumblick. Wir haben versucht, uns alle möglichen Phasen anzugucken, also wirklich vom Zielland bis hier letztendlich, wenn die Personen entscheiden, sie wollen bleiben oder sie gehen. Zeiträume, die über 10 oder vielleicht 20 Jahre gingen, haben wir uns angeguckt. Die Biografien dieser Personen haben wir mit reingedacht, unterschiedlichste Perspektiven, sämtliche Teilhabe-Dimensionen, also sprich Wohnen, Mobilität, soziale Kontakte und so weiter. Und das heißt, wir haben da jetzt schon sehr viele Erkenntnisse auch rausgenommen. Natürlich könnte man jetzt zu jedem einzelnen Bereich nochmal in die Tiefe reingehen und nochmal nachforschen. Aber wir haben aus dem, was wir uns angeguckt haben, auch neuen Handlungsempfehlungen entwickelt, die sich an sämtliche Akteure richten. An die Politik ganz speziell haben wir vier Forderungen, nenne ich sie mal. Also in vier verschiedenen Bereichen, also im Bereich Anerkennung ist ganz klar, dass die in den Bundesländern vereinheitlicht werden sollte. Das muss grundsätzlich noch vereinfacht und beschleunigt werden, das gesamte Anerkennungsverfahren. Wir wissen ja jetzt, dass eine sogenannte Work-and-Stay-Agentur im Prozess ist, aufgebaut zu werden, die allerdings offenbar jetzt zumindest momentan nicht die Kompetenzen haben soll. Die wir denken, dass wichtig wären, sodass eine Anerkennung wirklich zügig laufen kann. Wir denken, dass übrigens auch in der Zwischenzeit, also bis wir letztendlich bei einem richtig guten Verfahren ankommen, ein zentraler Aspekt die Transparenz ist. Also was wir ja wirklich gesehen haben, ist oft ist nicht klar, wie langwierig und wie frustrierend dieser ganze Prozess ist, der übrigens auch. Verknüpft ist mit den Aufenthaltsbedingungen, die ebenfalls sehr verwirrend sind und wo es sämtliche verschiedene Kompetenzorgane gibt, die da überlappend miteinander oder nicht miteinander arbeiten. Und letztendlich muss dieser gesamte rechtliche Rahmenbedingungen müssen vereinfacht werden und in der Zwischenzeit auch einfach transparent dargestellt werden, um nicht falsche Erwartungen zu wecken, die im Endeffekt ja letztendlich auch Einfluss auf die Bleibeorientierung haben. Und zwei weitere sehr wichtige Aspekte, da haben wir auch schon drüber gesprochen, also wirklich die Qualifikationen und die Kompetenzen, mit denen die Pflegekräfte nach Deutschland kommen, diese anzuerkennen und also sprich von Anfang an anzuerkennen und zu sehen und zu wissen, die Personen kommen schon mit den Kompetenzen und man müsste es vielleicht auch wirklich so benennen und diese auch nachhaltig zu fördern. Also Yasemin hat ja ganz am Anfang auch erwähnt, dass es immer mal wieder Lücken in diesem ganzen Prozess gibt, wo Kompetenzen auch verloren gehen können, weil diese Lücken nicht systematisch geschlossen sind, wie zum Beispiel Sprachzertifikat und Visum und Einreise. Aber dann auch letztendlich die Weiterbildung hier vor Ort in Deutschland, dass man die einfach nachhaltig in Klammern finanziell auch fördern muss. Und ein ganz wichtiger Aspekt, den wir auch besonders herausgestellt haben mit unserem Blick auf die Teilhabe im Lebensalltag, sind, dass kommunale Akteure ja auch wirklich eine große Bedeutung haben. Und dass deswegen die Integrationsstrukturen, die vor Ort sind, identifiziert werden müssen. Die Ressourcen müssen offengelegt werden und sollten auch nachhaltig gestärkt werden. Wir sehen, dass vielerorts also wirklich viele Kompetenzen und Ressourcen schon vorhanden sind, aber die Vernetzung noch fehlt und dass da auch Synergien geschaffen werden können. Also dass vielleicht auch nicht alle Akteure dasselbe machen müssen und sollen, sondern dass es sich wirklich clever ergänzen kann. Wenn ich noch zwei Beispiele geben darf oder ein Beispiel und eine Ergänzung. Das Beispiel wäre jetzt bei der Aufenthaltsregelung, darauf sind wir gar nicht so eingegangen, aber bei Geflüchteten greift zum Beispiel das Chancenaufenthaltsgesetz, bei Pflegekräften, die aus dem Ausland aktiv angeworben sind, beispielsweise das Fachkräfteeinänderungsgesetz. Das sind unterschiedliche Gesetze, die unterschiedliche Anzahl an Stunden an Arbeit erlauben, die unterschiedliche Bedingungen haben. Und das ist einfach eine Parallelstruktur, die dann für die Einrichtung oder den Arbeitgebenden in dem Moment einfach nur verwirrend sind und Bürokratie bedeuten. Und man weiß nicht, an wen man sich in welchem Fall wenden muss. Also es ist sehr parallel strukturiert und da fordern wir halt eine Vereinheitlichung. Also nicht nur in der Pflegepraxis und dem Pflegeberuf und der Definition, die ja auch so debattiert wird, gerade in der Pflege. Unabhängig jetzt von den Pflegekräften mit ausländischen Abschlüssen, sondern auch halt auf der aufenthaltsrechtlichen Ebene in diesem Fall. Und dann ein ganz wichtiger Aspekt oder Erkenntnis unseres Projekts ist, dass das wirklich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Es ist keine Aufgabe vom Pflegesektor alleine. Es ist keine Aufgabe von den Personen, die in der Pflege arbeiten, sondern man muss es wirklich gesamtgesellschaftlich sehen, weil wir uns gesamtgesellschaftlich vor dieser Situation befinden, dass wir das nicht so halten können, wie es gerade ist. Und deswegen mehr Strukturen aufbauen, mehr Netzwerke, mehr Know-how verbinden, voneinander lernen und es wirklich auch als gesamtgesellschaftliches Thema anerkennen. Wir haben das uns so zusammengefasst, dass vielleicht auch nochmal so als abschließendes Schlagwort, dass Vielfalt auch einfach Versorgungssicherheit bedeutet in Deutschland und dass das so angenommen beziehungsweise anerkannt werden muss. Und ganz konkret haben wir auch ein Toolkit und darauf wird Teresa jetzt noch eingehen. Das ist so der konkreteste Teil unseres Projekts. Wir haben ein Toolkit entwickelt. Was es letztendlich ist, ist eine Datenbank. Hört sich detailreich und kompliziert an, aber es ist es hoffentlich nicht. Letztendlich ist es eine Sammlung und zwar nicht unserer Handlungsempfehlungen, die wir letztendlich aus der Analyse heraus entwickelt haben, sondern wir haben die Pflegekräfte mit Migrationsgeschichte und sämtliche andere Akteure in unseren Interviews ja auch gefragt. Was hätte man besser machen sollen? Was würdet ihr euch wünschen für andere Pflegekräfte, die nach Deutschland kommen? Was würdet ihr für Tipps geben für den Wohnort, aber auch vielleicht für die Pflegearbeit, für die Nächsten, die kommen? Und wir haben das alles gesammelt und strukturiert in diesem Toolkit. Und das heißt, dass da jetzt sämtliche Maßnahmen drinstehen, ganz konkrete und punktuelle Maßnahmen, die einzelne Akteure durchführen könnten, um die. Ja, die Chancengerechtigkeit und Bleibeorientierung zu erhöhen für die Pflegekräfte, die nach Deutschland kommen. Und das sieht so aus, dass es letztendlich eine Tabelle ist und die ist vorsortiert nach den einzelnen Akteuren. Das heißt, ich kann, wenn ich zum Beispiel eine Pflegeeinrichtung bin, kann ich nachgucken, was sind alles Maßnahmen, die mir in meinem Handlungsbereich sind, die ich durchführen könnte. Und diese sind nochmal nach den Teilhabedimensionen sortiert. Das heißt also, ich könnte zum Beispiel sagen, ich bin eine Pflegeeinrichtung. Ich finde, wir machen schon total viel im Bereich Wohnen, aber ich denke, man könnte vielleicht noch ein bisschen was in Bezug auf soziale Teilhabe machen und dann gucke ich mir an, was kann man im Bereich soziale Teilhabe ganz praktisch vor Ort machen. Und das gilt für sämtliche Akteure, also sprich für Bildungseinrichtungen oder auch für migrantische Selbstorganisationen und so weiter. Und es gibt auch die Möglichkeit, das zu filtern. Also sprich, man könnte auch zum Beispiel die Lebensphase oder die Phase des Zeitraums quasi letztendlich raussuchen. Also zum Beispiel, was kann man schon in der Vorbereitung im Zielland tun oder was wird letztendlich zur Bleibeorientierung führen. Also man kann sich das so ein bisschen durchklicken, auch ein bisschen durchtesten. Und wir haben dafür auch nochmal ein paar Anwendungsbeispiele. Also wenn ich jetzt, ich könnte mir daraus jetzt zum Beispiel eine Checklist generieren und sagen, okay, Punkte 1 bis 3, das machen wir schon, aber die nächsten paar 5 Punkte wären einfach nochmal eine Inspiration für mich, wo man sagen könnte, okay, das kostet es nicht so viele Ressourcen, das könnten wir vielleicht mal testen. So ist es auch gedacht und deswegen heißt es auch Toolkit, weil es einfach genutzt werden kann und hoffentlich auch wird von den jeweiligen Akteuren. Ist das Toolkit kostenfrei verfügbar auf der Webseite der FAO? Ja, das ist auf unserer Webseite. Das Projekt Gesundheit kostenlos verfügbar. Kann man sich einfach runterladen. All unsere Produkte sind kostenlos verfügbar. Das war auch unser Anspruch in der Wissenschaft. An die Hörenden, ihr findet dann auf jeden Fall das Toolkit bei uns in den Shownotes und das verlinken wir auf jeden Fall auch dann bei uns auf der Webseite. Das ist ja vielleicht auch interessant, also es ist ja auf jeden Fall interessant für Leitungen der Einrichtungen, aber ja auch wahrscheinlich für KollegInnen. Also wenn ich eine Kollegin einer Pflegekraft mit Migrationsgeschichte bin, kann ich da ja vielleicht auch mal reinschauen und gucken, was macht meine Organisation eigentlich schon oder wo brauchen wir irgendwie noch mehr Unterstützung. Genau, oder die Kommune oder die Zivilgesellschaft vor Ort, das ist alles. Oder Bildungseinrichtungen vor Ort. Ganz unterschiedlich, aufgedröselt. Habt ihr irgendwie so ein Key-Takeaway, was ihr unseren Hörenden nochmal mitgeben wollt, was man auch persönlich an Haltung zum Beispiel schnell verändern kann? Als ob unsere Hörenden keine Haltung hätten, Franzis. Ja, aber Christian, man kann seine Haltung auch immer nochmal überdenken. Ja, das stimmt natürlich nicht. Wir sind alle Teil von zivilgesellschaftlichen Tendenzen, die… Das muss ich sagen. Wir hatten eine Folge zum Thema Elderspeak und danach haben wir viele Zuschriften bekommen, wo viele gesagt haben, okay krass, vielen Dank für die Folge, habe ich noch nie so gesehen, ich werde da jetzt drauf achten. Du hast recht, Franzis. Also ein Punkt, den man dazu vielleicht sagen könnte, wäre, dass viele Aspekte, die wir uns angeguckt haben im Rahmen unseres Praxisforschungsprojekts, haben wir festgestellt. Das sind nicht nur Aspekte, die wichtig sind für Pflegekräfte mit Migrationsbiografie, sondern das sind letztendlich Aspekte, die für uns alle wichtig sind, vor allem für alle Pflegekräfte, aber auch für sämtliche andere Akteure oder Menschen. Also jetzt Beispiel Mobilität oder sowas in ländlichen Räumen. Das ist ja für alle wichtig, dass man gut in die Arbeit kommt. Also dass man das letztendlich mit einem etwas ganzheitlicheren Blick da drauf guckt und sagt, also man macht das vielleicht nicht nur für eine Gruppe, sondern wir versuchen Strukturen zu identifizieren, in denen man für alle, also für die gesamte Gesellschaft wirklich noch Verbesserungen hat. Und dass man nicht immer nur diesen migrantischen Blick da drauf so hat, sondern dass es darum geht für uns alle, also einen guten Zugang zu Wohnraum und Mobilität oder zu guten Arbeitsbedingungen zu haben. Ich finde das auch so interessant, weil, also wie du ja vorhin schon gesagt hast, es passelt ja auch viel auf die Pflegekräfte mit Immigrationsgeschichte ein, was sie alles eventuell ja auch machen könnten, um sich selbst zu integrieren, aber dass man vielleicht auch mal den Blickwinkel, wie du schon sagst, verändert und den Menschen vielleicht auch mal Luft zum Atmen lässt und sie selbst fragt, was möchtest du eigentlich und wo möchtest du überall hin und nicht sagt, so jetzt musst du da hin und da und da hin, weil ansonsten integrierst du dich ja gar nicht ordentlich. Sondern dass man einfach auch die Individualität dann auch mal zu Genüge tragen lässt, dass man vielleicht auch nicht nach acht Stunden Arbeit noch Lust hat, zu allen möglichen Treffen zu gehen mit Fremden, nur weil sie aus dem gleichen Land kommen. Genau, dann vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Gibt es noch irgendwelche Aspekte, die wir jetzt vergessen haben, die wir aber eigentlich nochmal erwähnen müssen? Da wären wir das Thema ja sehr weit gespannt. Aber trotzdem tatsächlich nochmal sehr interessant, das auch aus einer Forschungsperspektive zu hören. Ja, vielen Dank dafür, dass ihr euch die Zeit genommen habt, uns zuzuhören und nachzuvollziehen, was wir hier geforscht haben. Ja, es ist insbesondere deswegen interessant. Also ich meine, wir haben ja nur einige Episoden schon gemacht. Ich glaube, damals den Auftrag hat, das ist schon ein paar Jahre her, mit der DEFA gehabt und wir haben jetzt auch mit der BFAP was gemacht. Aber, und man merkt auch, okay, die Themen, die kommen häufiger vor, also wir sprechen in verschiedenen Episoden auch häufig über die gleichen Themen, das finde ich aber interessant, weil es offenbar irgendwie immer um das Gleiche geht, so, und trotzdem kriegen wir es nicht auf Reihe, und weshalb wir das aber eigentlich auch immer mal wieder machen, ist. Wie schon gesagt, wir werden es in der Pflege nicht besser hinbekommen, außer durch Zuzug bzw. Durch Migration und Rekrutierung aus dem Ausland, wenn wir den Versorgungsstandard, den wir heute haben, einigermaßen beibehalten wollen. Und das ist ein Fakt, den müssen wir ins Auge blicken und deswegen finde ich es einfach umso wichtiger, die Personen, die wir dann eben rekrutieren, hier auch irgendwie cool aufnehmen und denen irgendwie coole Arbeitsbedingungen geben können, damit sie sich einfach wohlfühlen. Wir haben ja so den wissenschaftlichen Blick darauf jetzt eingenommen und was wir zu all den Punkten, die du ja schon erwähnt hattest und die ja kontinuierlich diskutiert werden, einfach aus der Forschungsseite beitragen möchten, ist die Empirie dazu, also sprich die faktischen und empirischen Grundlagen für politische Entscheidungen. Und wir sehen da auf jeden Fall den Umsetzungsbedarf insbesondere und nicht den Erkenntnismangel. Dafür haben wir jetzt sozusagen diese Episode auf der einen Seite, gleichzeitig aber dann auch die weiterführenden Links und die Informationen dazu, die wir bei uns auf der Homepage dann auch in den Shownotes zur Verfügung stellen. Alle Interessierten, die da irgendwie Handlungsbedarf sehen, auf jeden Fall mal reinklicken. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Herzlichen Dank. Dankeschön. Genau, wer Interesse hat, irgendwie mehr zu dem Thema zu erfahren, der kann euch sicherlich kontaktieren. Sehr gerne. Perfekt. Franzis, wie geht es dir jetzt? Mir geht es gut. Ich fand es eine sehr interessante Folge. Ich finde es total interessant, mal ein größeres Forschungsprojekt zu sehen. Also ein größeres Forschungsprojekt in dem Rahmen, dass es halt eben über Sektorengrenzen hinausgeht. Dass wir uns nicht nur Pflegekräfte in Langzeitpflegeeinrichtungen mit Migrationshintergrund anschauen, sondern auch anschauen, die Mobilität, dann der Public Health Ansatz, wie ist Wohnraum, wie ist soziale Teilhabe. Es ist ein super umfassendes Forschungsprojekt und es umfasst halt eben nicht nur einen kleinen Teilaspekt. Und ich finde dadurch wird so ein Überblick gut. Also ich finde es sehr inspirierend. Geht es denn da weiter eigentlich? Ist da mehr geplant? Also es gibt verschiedene Projekte, die noch geplant sind. Es gibt zum Beispiel aktuell bei uns im Forschungsbereich ein Projekt zum Wohnen und zu innovativen Wohnmodellen und wie man das besser gestalten könnte. Es gibt auch ein Projekt von unseren Kollegen, den Geografen, auch zu Quartieren und auch dem Thema Themenfeld Wohnen. Und dann haben wir noch aus unseren Netzwerken natürlich Forschung zu Diversität, Sensibilisierung. Also es gibt ein ganz großes Projekt an der Charité zum Thema Empowerment. Aber wir jetzt konkret konnten für unseren, beziehungsweise ich rede mal für mich, also ich komme ja aus der Politikwissenschaft und bin in der Migrations- und Integrationsforschung. Und wir haben jetzt quasi kein Folgeprojekt zum Thema Pflege aus diesem Projekt. Wir haben halt unterschiedliche Themen abgeleitet, die dann noch einen Blick haben. Dann sind wir gespannt, wie es da auf jeden Fall weitergeht. Herzlichen Dank. Und ja, ich würde sagen, wer mit uns diskutieren möchte, kann das gerne bei uns im Forum machen, community.übergabe.de, ansonsten schreibt uns gerne eine Mail, hallo.übergabe.de, wenn ihr Fragen habt, wir leiten das auch gerne weiter, und Franz, das damit verabschieden wir uns in die nächste Folge, oder? Ja, auf jeden Fall. Mach's gut, tschüss. Tschüss.