Dr. Marlo Häring: Sinnsuche, Zweifel, Gnade – Eine persönliche Glaubensreise
Wie Gnade ein Leben verändert
13.08.2025
70 min
Robert
Zusammenfassung & Show Notes
Wie Gnade ein Leben verändert. Ich spreche mit Dr. Marlo Häring über seine spirituelle Reise, von einer liberalen religiösen Prägung, über Phasen der Rastlosigkeit und der Suche nach Sinn, bis hin zur Erkenntnis, dass er in Jesus die Wahrheit gefunden hat. Wir sprechen über Zweifel, offene Fragen und das Gottesbild, das sich für ihn grundlegend verändert hat. Marlo erzählt, wie er heute seinen Glauben lebt, welche Erfahrungen ihn tragen und was er Menschen rät, die selbst auf der Suche nach Sinn, Wahrheit und innerem Frieden sind.
Was müsste passieren, damit du zugibst, ich lag falsch?Marlo erzählt von Jahren der Suche nach Sinn, von innerer Unruhe und einem Wendepunkt,der alles verändert hat.In dieser Folge sprechen wir über Zweifel, über Konfrontation mit dem Tod unddarüber, warum er heute nicht mehr nur glaubt, sondern tatsächlich sagt, Jesus ist real.Marlo, wie hat dein Weg zu Jesus angefangen?
Marlo
00:00:32
Ja, hallo Robert und danke, dass ich bei deinem Podcast dabei sein darf.Ja, um auf deine Frage einzugehen, also ich habe mich immer schon mit dem Sinndes Lebens beschäftigt und die großen Fragen, mit denen sich die Menschen schonimmer beschäftigt haben, sind immer wieder mal durchgebrochen, sowas wie,ja, wo komme ich her, was mache ich hier eigentlich auf der Welt und vor allem,wo werde ich nach meinem Tod mal sein und Und letztlich ist es,ja, die Suche nach der Wahrheit.Und ich sage mal so, die ersten 30 Jahre hatte ich eigentlich ein recht monotones Leben geführt.Man hat sich mit seiner Ausbildung beschäftigt bis zum Studium,hat regelmäßig irgendwie gefeiert, ist auf Partys gegangen, ist in Urlaube gefahren,hat gearbeitet, ist seinen Hobbys nachgegangen.Aber wenn man mal so einen Schritt zurückblickt, dann ist das eigentlich ein recht monotones Leben.Weil wenn man dann 30, 40, 50 Jahre weiterdenkt, dann wird man letztlich älterund das ist am Ende der Tod, der alles irgendwie relativiert,wo man immer wieder dazu hingedrängt wird, was mache ich hier eigentlich?
Robert
00:01:40
Ist der Tod, das Konzept der Vergänglichkeit, auch vielleicht eine Motivationgewesen, sich mit etwas Größerem zu beschäftigen?
Marlo
00:01:50
Ja, auf jeden Fall. Also man möchte die Zeit natürlich irgendwie möglichst auskostenund man möchte irgendwie seinen Sinn oder seine Berufung hier auf der Welt ja irgendwie finden.Aber es ist ja letztlich die Vergänglichkeit, die einen das überhaupt erst allesin Frage stellt. Was mache ich hier eigentlich?Was heißt es denn eigentlich, seine Zeit sinnvoll nutzen?Und vor allem, wo lande ich denn danach?
Robert
00:02:15
Also dadurch, dass du dir Gedanken gemacht hast, was nach dem Tod einen erwartenkönnte, du vielleicht auch mehr Sinn im Leben gefunden hast?
Marlo
00:02:24
Also ich erinnere mich an einen Moment, wo ich wirklich Angst vor dem Tod hatte.Ich hatte teilweise wirklich Spaß und Freude hier im Leben und dachte,aber irgendwann sterbe ich ja.Und alles, was ich jetzt erlangt habe, sei es irgendwie ein Führerschein odersei es irgendwie eine Prüfung bestanden, Letztlich ist man irgendwann tot.Und wie kann ich mich dann eigentlich darüber freuen? Weil es ist ja irgendwann weg.Und es ist der Tod, der mich wirklich dann immer dazu bewegt hat,warum bin ich hier? Und gibt es vielleicht irgendwie was Größeres,den wir kennenlernen sollen oder eine größere Aufgabe hier?
Robert
00:03:06
Also du bist erstmal, du warst in einem sterblichen Leben, in einer Situation,wo du dein Leben genossen hast, hier auch Erfolge gefeiert hast,aber dann doch dir Gedanken gemacht hast, hey, was passiert dann später,was bleibt von dem Ganzen letztendlich.
Marlo
00:03:26
Genau.
Robert
00:03:27
Und da ist natürlich der Weg oder die Möglichkeit, sich mit der Religion vielleichtauseinanderzusetzen, mit Gott, verschiedene spirituellen Pfaden.Bist du da schon in der Jugend? Hattest du spirituelle Prägungen,die dich irgendwie beeinflusst haben?Wie bist du quasi aus dem profanen Leben auf den spirituellen Weg gegangen?
Marlo
00:03:54
Ja, also meine Kindheit war eigentlich problemlos, sage ich mal.Also ich war sehr dankbar. Ich bin in einem wirklich behüteten Elternhaus großgeworden, habe immer nur Liebe erfahren, immer nur Vertrauen erfahren.Ich hatte viel Gemeinschaft mit Familie.Meine Mutter kommt aus Pakistan und mein Vater ist Deutscher und bin demnach,ich sag mal, liberal muslimisch erzogen worden.Ich habe hier und da zu Feiertagen Moscheen besucht, dem Familienfrieden zuliebe,habe den Koran allerdings nie gelesen, aber weiß, worum es im Islam geht undhabe mich irgendwann dann kritisch damit so ein bisschen auseinandergesetzt.Und genau, also rein weltlich gesehen hatte ich nie Sorgen, nie Probleme,nie Nöte, sondern ich habe eigentlich wirklich einfach ein schönes, behütetes,ja, glückliches Leben führen, geführt und auch führen können.Also das ist so ein bisschen mein Background, ne?
Robert
00:04:52
Also du hattest quasi jetzt auch keine große Motivation am Anfang vielleicht,sich mit dem Spirituellen zu befassen, richtig?Also weil du aus einer behüteten Familie gekommen bist und dein Leben eigentlichsich gut entwickelt hat.Aber dann kam doch der Punkt, den du erwähnt hast, der Tod zum Beispiel.
Marlo
00:05:16
Genau, in meiner Kindheit wurde ich ja so konditioniert, worum geht es im Leben.Und meine Eltern haben natürlich gesagt, es geht darum, erstmal Karriere zumachen, eine vernünftige Ausbildung und dann einen vernünftigen Job zu findenund irgendwann dann eine Frau, Kinder heiraten, Haus.Wie man das halt so kennt, wie es einem vorgelebt wird, wie man halt heute soerzogen wird in den meisten Fällen, würde ich sagen.Und als Kind fängt man natürlich noch nicht so an, das kritisch zu hinterfragen.Und demnach war ich eigentlich erst mal irgendwie auf so einer Bahn,Autobahn, sage ich mal, auf Autopilot, wo ich dann auch nicht groß hinterfragthabe, weil das schon auch viel Zeit eingenommen hat.Und war ja auch meine Leidenschaft so.Und dann bin ich dem erst mal so nachgegangen, so bis, sage ich mal, bis ich 30 war.
Robert
00:06:04
Ah, okay. Dann ging es los, dass du dir die Gedanken gemacht hast. Ist etwas passiert?Hast du etwas erlebt, was den Weg quasi geebnet hat?
Marlo
00:06:18
Also, ich habe ja an der Uni promoviert in Informatik und diese Zeit,diese fünf oder sechs Jahre, die waren halt sehr stressig.Und hin und wieder hat man sich immer mal gefragt, okay, wofür mache ich das eigentlich?Wie würde es denn dann weitergehen, wenn es fertig ist? Und man fragt sich dann,okay, dann habe ich einen Job, dann verdiene ich Geld und was würde ich denndann mit dem Geld machen?Selbst wenn ich mir vorstelle, alles Geld der Welt zu haben,dann kamen mir zumindest diese Gedanken, wofür würde ich das ausgeben?Und selbst wenn ich das hätte, dann ist es vielleicht ein paar Tage,Wochen schön, aber dann gewöhnt man sich irgendwie dran, so habe ich mir dasirgendwie vorgestellt und dachte dann, und irgendwann letztlich sterbe ich halt.Und das ist menschlich gesehen vielleicht erstmal ein sehr depressiver Gedanke,aber ich glaube, dass letztlich, und da kommen wir vielleicht gleich noch drauf,wirklich Gottes Gnade ist, was einen so ein bisschen in die Richtung dann auch treibt.
Robert
00:07:17
Ja, weil die meisten Menschen werden halt auch dadurch motiviert,Geld zu verdienen, Sachen zu kaufen,Vermögen aufzubauen und finden darin Sinn des Lebens vielleicht zu einem gewissen Teil.Für dich war das einfach nicht genug, Geld zu verdienen und überhaupt als KonsumentSinn zu finden und wollte es einfach mehr.
Marlo
00:07:49
Und es gab immer so eine permanente Rastlosigkeit. Man hat immer versucht,sich sozusagen mit neuen Themen zu beschäftigen, permanent zu lernen und geradeaus der IT, wo ich ja herkomme, das ist halt super schnelllebig und da gehen die Themen nie aus.Also da kommen ständig neue Entwicklungen raus und man hat immer den Eindruck,ich bin hinterher und man könnte sich mit so viel mehr beschäftigen.Und dadurch entstand wirklich so eine Rastlosigkeit und man hat sich dann eigentlichpermanent mit äußeren Reizen gesucht, um sein Inneres sozusagen zu füllen.Aber das versickert wie ein Sieb und da muss immer wieder ein neuer Reiz,ein neues Hobby oder eine neue Leidenschaft her, die das sozusagen versucht zu stopfen.
Robert
00:08:30
Und es hat dich nicht befriedigt, weil du immer mehr Reize gebraucht hast, ja?
Marlo
00:08:37
Genau, genau, ja.
Robert
00:08:39
Ja, und vor allem, wenn es so ist, dass man halt immer in einem sehr schnelllebigenThema oder Branche tätig ist,dann muss man tatsächlich immer mehr und immer schneller versuchen mitzuhalten.Und bei dir war es so, dass du das Gefühl hattest,du warst nicht schnell genug oder waren die Reize einfach zu wenig motivierend,um überhaupt dann noch mehr Energie reinzustecken?
Marlo
00:09:14
Also gerade in der IT habe ich mich irgendwann gefragt, okay,wo geht die Reise eigentlich hin?Also was möchte der Mensch eigentlich? Wenn man sich den technologischen Fortschrittanguckt, dann versucht man sich ja immer mehr zu automatisieren,immer mehr zu optimieren, um am Ende was zu erreichen.Also klar kann sich jeder irgendwie vorstellen, dann habe ich mehr Zeit für meine Hobbys.Aber was dann? Also letztlich dieser technologische Fortschritt,was versucht der Mensch, also als Menschheit, was versucht man da zu erreichen?Wenn man sich jetzt auch die KI beispielsweise anguckt, dann ist das aus meinerSicht ja eine Entwicklung, wie man versucht, ja was möchte man eigentlich?Möchte man den Tod überwinden?Möchte man irgendwie Allwissenheit anstreben?Und ich denke, das sind halt alles Auswüchse des Menschen, der letztlich mitGott irgendwie nichts zu tun haben möchte oder selber Gott sein möchte.Also in dieser KI, das sehe ich so ein bisschen so einen selbstgebauten,menschengebauten Gott, den man da erzeugt, der allwissend ist,der allgegenwärtig ist.Und das waren Gedanken, die mir halt kamen, als es darum ging,wofür eigentlich diesen technologischen Fortschritt so verkrampft und auch stressig zu verfolgen.Und ich konnte mich da einfach dann irgendwann nicht mehr motivieren, da Schritt zu halten.Und weil ich dann auch mit der Vision nicht mehr einverstanden war, so für mich.
Robert
00:10:47
Verstehe. Also die Technologie hat versucht, die Frage zu beantworten,wie optimieren wir das Leben, wie machen wir es einfacher.Aber auch im Sinne so zu vereinfachen, dass wir uns einen künstlichen Gott versuchen zu erschaffen.Dass der Mensch vielleicht selbst so Gott wird, weil der Mensch Gott erschafft,indem er eine geeignete Technologie erschafft.Und welche Fragen waren für dich dann unbeantwortet in dieser Phase,wo du dich so stark, als du jetzt nicht nur mit Technologie selbst,sondern auch mit der Auswirkung der Technologie auf das Leben der Menschen undden Sinn überhaupt beschäftigt hast.Was hast du noch gesucht?
Marlo
00:11:33
Also die Motivation eigentlich, mich weiter mit den großen Fragen zu beschäftigen,vor allem, wo lande ich nach dem Tod, ist eigentlich eine innere Unruhe,eine Rastlosigkeit gewesen.Und irgendwann kam dann so der Schrei nach Gott. und, ja Gott, wie bist du denn?Wo bist du, wie bist du und wie kann ich dich kennenlernen, wie kann ich dir näher kommen?Und das hat mich irgendwann dann zur Bibel getrieben und ich habe dann angefangen,in der Bibel so ein bisschen zu lesen und habe dann auch parallel gebetet.Und dann kam es so, dass mir halt Gedanken kamen, die total untypisch für mich waren.Und das haben auch meine Bekannten und vor allen Dingen auch meine Familie erkanntund gedacht, okay, das ist völlig untypisch, dass er jetzt sich so von Techniklos sagt und auch immer weniger Zeit. Ich habe angefangen, meinen Computer zuverkaufen beispielsweise.Das habe ich stundenlang mit verbracht mit Spielen und Entwicklung und Programmieren.Und diese Gedanken waren untypisch. Und aus heutiger Sicht glaube ich,dass wenn Gott erkennt, dass da eine Herzensumkehr ist zu ihm und man ihn kennenlernen möchte,dann wirkt seine Kraft und es entstehen Umstände.Man bekommt Gedanken, die einem ihm näher führen, sozusagen.Und das hat dazu geführt, dass ich dann irgendwann im Park war und dort wurdeich dann auch, also das waren viele, viele Begegnungen, die mich dann immerweiter zu Jesus gebracht haben.Weil wenn es darum geht, Gott kennenzulernen und sich zu fragen,wie ist Gott denn, dann ist die Frage, wem vertraut man da?Und es ist, denke ich, wichtig, dass man da eine Person findet,die glaubwürdig ist und der man vertrauen kann.Weil wenn man heute fragt, wie ist Gott denn, dann wirst du zehn verschiedeneLeute fragen und die werden vielleicht zehn verschiedene Gottesbilder haben.Und wenn man dann fragt, worauf basiert denn dieses Gottesbild,was du hast, dann sind das manchmal verschiedene Personen, manchmal ist dasdie Schnittmenge verschiedener Religionen.Und ich denke eben, dass Jesus Christus glaubwürdig ist, weil er weiß, wovon er redet.In den Evangelien, es glaubwürdig über sein Tun, sein Reden,seine Kreuzigung und seine Auferstehung berichtet.Und ich denke, dass es halt weise ist, ihm zuzuhören und ihn kennenzulernen,weil er halt vom Himmel kam, wie es berichtet ist und weiß, wovon er spricht.Und das habe ich eben auch gemacht und habe dann wirklich ein einschneidendesErlebnis gehabt, nachdem ich mein Leben Jesus gegeben habe.Ich habe meine Sünden vor ihm bekannt, meine Ängste ihm gegeben,meine Verletzungen und auch meinen Zweifel, den ich hatte, ob Jesus denn wirklichunser Retter, unser Erlöser ist, ob er wirklich auferstanden ist.Und danach, von einem Tag auf den anderen, hatte ich wirklich ein Gefühl vonLiebe, von Frieden, von Vergebung.Ich hatte das Gefühl, einen zusätzlichen Sinn zu haben.Und ich dachte nur, es war einfach wunderschön. Es war wirklich wunderschönund es ist bis heute wunderschön. Das kann man halt nicht beschreiben.Und viele Christen auf der ganzen Welt geben Zeugnis, wie Jesus ihr Leben veränderthat, nachdem sie sich vom Herzen geöffnet haben.Bei einigen war es eine so radikale Veränderung wie bei mir,bei anderen war es über einen gewissen Zeitraum.Aber viele hatten einfach an einem gewissen Punkt, die wussten einfach,die Bibel ist das Wort Gottes, Jesus lebt wahrhaftig, ich bin nun ein Kind Gottes,ich bin gerettet und ich werde nach dem Tod wieder vereint sein mit unserem himmlischen Vater.Und das ist einfach wirklich, das ist das Allerschönste und das gebe ich gern weiter.Das ist halt das Evangelium, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist.
Robert
00:15:29
War die Wirkung so schlagartig? War sie von Tag zu Tag tatsächlich?Oder hast du dich jetzt mal mit dem christlichen Glauben so ein bisschen beschäftigtund dann kam es so nach und nach?Oder wie war das letztendlich? Hast du die Bibel in die Hand genommen?Du hast in der Bibel gelesen.Wie hat sich das initial entwickelt? Und überhaupt, wieso die Bibel?Also du kommst ja auch ursprünglich vom Hause aus einer anderen Religion,Tradition. und wie ist es dazu gekommen?
Marlo
00:16:01
Also die Bibel habe ich das erste Mal nach 30 Jahren wirklich Lebenszeit in die Hand genommen.Vorher hatte ich auch noch einen Ausflug in der Esoterik. Ich habe mich mitdem Schamanismus beschäftigt.Ich habe meditiert, ich habe schamanische Reisen probiert, bin da irgendwie nicht weitergekommen.Und im Gegenteil, ich hatte teilweise sehr finstere Erfahrungen gemacht,die mir wirklich richtig Angst gemacht haben, so ein Gefühl von Kontrollverlust.Und das ist so ein bisschen eine Abkürzung meines Lebens, aber die Bibel,wie gesagt, habe ich dann erst nach 30 Jahren in die Hand genommen und der Prozess,bevor dieses einschlägige Ereignis bei mir kam,das waren Gedanken, die untypisch waren und die mir aber gut taten.Ich wusste, dass sie mir gut taten, deswegen habe ich sie auch aufgeschriebenin einem Buch, weil ich dachte, okay, das ist einfach gut, was da steht.Das ist gut, diese Gedanken, dass ich, was weiß ich, mehr, also das ist jetztfür mich persönlich, weniger Sport zu machen, weil Sport bei mir wirklich soein Götze war. Also ich war wirklich sportsüchtig, kann ich heute sagen.Ich war auch PC-süchtig, kann ich heute sagen.Und ja, auch Internet, das Internet ist voll von Schmuddelkram und solchen Sachen.Das ist halt auch, da sind Abhängigkeiten gewesen von denen,wo Gedanken kamen, wo ich wusste, die kommen nicht von mir. Und die habe icheinfach aufgeschrieben.Und das war sozusagen ein Prozess und wie dieser Prozess, wann der eingesetztist und wann nicht, das istEin Mysterium, das weiß ich nicht aber irgendwo ist es unser freier Willeund irgendwo ist es Gottes Gnade der einen dann sozusagen abholt und einem entgegenkommtund einem dann Umstände und Gedanken und alles schenkt, dass man sozusagen weiter geführt wird
Robert
00:17:50
Also du hast gespürt, dass sich Jesus quasi führt, indem du auf Gedanken gekommenbist, die du vorher gar nicht kanntest.Genau. Ich meine, das Überangebot im Internet oder Überangebot auch an verschiedenenspirituellen Wegen heutzutage,hast du das als Ablenkung gefunden von dem richtigen Weg oder als etwas Schädlichesoder wie hast du das empfunden?Weil du hast ja verschiedene Sachen ausprobiert.Du meintest auch Sport und Internetsüchtig und so weiter, Spiele-süchtig.Hast du das als eine Ablenkung gefunden oder hat dir das explizit auch sogar geschadet?
Marlo
00:18:34
Also es gab bestimmte Dinge, zu dem Zeitpunkt wusste ich, das ist falsch,das ist Sünde, das ist schlecht, das tut mir nicht gut.Aber ich habe aus eigener Kraft das nicht in den Griff kriegen können.Und die Bibel beschreibt das sehr schön, weil das ist letztlich unsere wahreNatur. Wir sind von Natur aus Sünder und sündigen daher.Das ist aus heutiger humanistischer Sicht sehr konträr zur Wahrheit.Ich sage Wahrheit, weil ich die Bibel als Wahrheit sehe.Unsere Natur ist, wir haben ein böses Herz und können uns zwar versuchen mitviel Disziplin und vielleicht Affirmation und solchen Geschichten und verschiedene Techniken nutzen,um uns so gut es geht, uns selbst vorzumachen, dass wir eigentlich gut sind.Aber die Bibel sagt ganz klar, wir haben ein böses Herz und dieses Herz,das muss einfach ausgetauscht werden.Und das können wir nicht aus eigener Kraft, sondern wir müssen aufgeben.Wir müssen uns komplett hingeben und sagen, ich kann das nicht.Und Jesus, komm du in mein Herz, schenk du mir ein neues Herz,mach du mich neu, reinige mich.Und das habe ich halt erfahren.Und vorher war ich wirklich diesen, ich sage mal, diesen Reizen wirklich hilflos ausgesetzt.Ich habe vieles probiert, aber das funktioniert nicht. Also jeder,der irgendwie süchtig nach irgendwas ist oder so, der weiß, wovon man spricht.Und klar kann man mit Neujahresvorsätzen und mit vielen verschiedenen Methodenauch was erreichen, aber es ist letztlich, glaube ich, ein Trugschluss.
Robert
00:20:12
Glaubst du, dass der Mensch mit rein humanistischen Gedanken,mit Philosophie, die schon auch eine sehr lange Tradition hat,und Disziplin es alleine nicht schaffen könnte, sich auf dem richtigen Weg zu bewegen?Sage ich jetzt mal extrem, ganz ohne Gott, sondern nur mit humanistischer Weisheit?Oder meinst du, dass Gott absolut notwendig ist, um auf den richtigen Weg zu kommen?
Marlo
00:20:47
Ich denke, Gott ist absolut notwendig, weil ohne Gott gibt es keinen absolutenMaßstab für Gut und Böse.Und es gibt auch keine Gewissheit, wo man nach dem Tod landet.Und ich denke, dass wir als Menschen auf Gemeinschaft, auf Beziehung ausgelegtsind. Und solange wir als Kinder Gottes nicht unseren Vater kennen,sind wir, ja, Jesus sagt, wir wandeln im Dunkeln.Und letztlich alles Materielle ist vergänglich und ich würde fragen,was einen halt antreibt. Was ist denn gut und böse?Wenn man Jesus aus dem Bild lässt, als absoluten Maßstab von wie gut und böseeigentlich ist, dann ist letztlich alles eine Meinung und kann diskutiert werden.Und ich denke, dass das eigentlich ein Hauptziel gewesen ist von Satan,dass er gute Moral von der Autorität Jesus Christus getrennt hat.Und das ist ein Riesenproblem, weil wir sehen ja gerade, finde ich,viele Entwicklungen sehr fragwürdig, wo man sich fragt, okay,das wird halt alles sehr relativiert.Gut und Böse wird sehr stark relativiert. Und ja, und wir sind ...
Robert
00:22:00
Also ohne Jesus fehlt da quasi so der absolute Maßstab für die Unterscheidung zwischen Gut und Böse.Und wenn man Jesus weglassen würde, dann lässt man quasi dem Relativismus einfachfreien Lauf und man eigentlich jede Tat in die eine oder andere Richtung hininterpretierenkönnte, wenn man wollte, richtig?
Marlo
00:22:26
Ganz genau, ganz genau.
Robert
00:22:27
Also quasi Jesus als absoluter Kompass. Kann man das so verstehen?
Marlo
00:22:33
Genau, das ist extrem wichtig. Und es ist auch wichtig, dass das halt Jesus Christus gesagt hat.Also die Bergpredigt ist ja Matthäus 5 bis 8, ist ja das Paradebeispiel,wo jeder Mensch mit seinem Gewissen schon sagen würde, ja, so müsste man eigentlichleben, aber keiner würde diesem Maßstab gerecht werden.Wenn Jesus sagt, vergib ihnen Vater, denn sie wissen sich, was sie tun,nachdem er gefoltert wurde und gekreuzigt wurde, das sagt er zu seinen Feinden,behandelt andere, wie ihr selbst behandelt werden wollen, liebt euren Nächsten wie euch selbst.Das sind Dinge, da würde jeder Mensch sagen, ja, so müsste man eigentlich sein.Und Jesus Christus hat es vorgelebt als der Sohn Gottes.Und das ist einfach eine Autorität, die hat er noch unterstrichen durch seineWunder, die er getan hat.Er hat angekündigt, dass er sterben wird. Nach seiner Auferstehung wurde ervon mehreren hundert Menschen gesehen.Das ist alles Zeugnis. Das ist Gottes Gnade, dass er selbst zur Welt kam.Gott selbst, der Vater, ist unsichtbar.Aber in Jesus Christus hat er sich offenbart. Er ist sichtbar geworden für uns.Und in Jesus zeigt sich überhaupt erst die Liebe von Gott, die er zu uns hat.Weil er sich halt mit uns versöhnen möchte. Das kann er aber nur,wenn jemand für die Sünde bezahlt. Weil Gott ist Liebe, ja, aber nicht auf Kosten von Gerechtigkeit.
Robert
00:23:54
Ist Jesus vielleicht besser anfassbar, als sich Gott direkt vorzustellen?Wie betest du zu Jesus, betest du zu Gott?Wie unterscheidest du die zwei Instanzen quasi?
Marlo
00:24:10
Naja, das ist schwer. Das ist eine Frage der Dreieinigkeit. Und da streitensich viele, viele Menschen, viele Theologen drüber.
Robert
00:24:17
Aber wie empfindest du das? Also jetzt nicht philosophisch, theologisch gefragt,fragt, sondern was ist dein Gefühl?
Marlo
00:24:26
Also meinem Gefühl und meine Empfehlung ist, sich einfach Jesus Christus zunähern, ihm näher kennenzulernen, weil er, wie er gesagt hat,der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.Keiner kommt zum Vater außer durch ihn.Und es ist letztlich auch Jesus Christus, der vollständig Mensch war,der alle Leiden, alle Nöte, Hunger, müde war und so weiter.Also er weiß, wie es ist, Mensch zu sein und er ist auferstanden im Himmel,zur rechten Gottes sitzt er und wenn man spricht,betet, dann würde ich empfehlen, zu Jesus zu sprechen und zu beten,einfach um alle anderen Götter auszuschließen erstmal, weil der Gottesbegriffheutzutage wirklich sehr generalistisch ist.
Robert
00:25:12
Verstehe. Dadurch, dass du dich auf Jesus beziehst, grenzt du quasi den BegriffGottes so ein, dass andere Götter gleich aus der Betrachtung herausfallen.
Marlo
00:25:24
Genau, absolut.
Robert
00:25:26
Und was ist dein Gottesbild jetzt, wenn du in deinen Gebeten dich an Jesus wendestund seine Liebe erfahren hast?Wie verstehst du jetzt Gott im Vergleich dazu, wie du zum Beispiel früher Gottverstanden hast, bevor du dich Jesus gewandt hast?
Marlo
00:25:49
Also mein Gottesbild vorher war, ich sag mal, Protokollant im Himmel,der schaut, der alles sieht, der ist allwissend, er schaut, was wir machen undschreibt unsere guten Taten, unsere schlechten Taten auf und am Ende wird abgewogen.Wenn man mehr Gute als Schlechte hat, kommt man in den Himmel.So, sehr kindlich, pragmatisch gesehen und im Islam auch sehr verbreitet.Das ist eigentlich so das Hauptding.Und dieses Gottesbild hat zur Folge, dass man versucht, durch Werke Gott zugefallen. Nein, das muss nicht der Islam sein, das kann auch im Christentumsein, dass man regelmäßig in die Kirche geht,
Robert
00:26:24
Dass man sich taufen lässt. Katholizismus zum Beispiel, ähnlich glaube ich.Ein ähnliches Verständnis im Katholizismus von Gott, das ist auch so ein bisschen protokollant.
Marlo
00:26:34
Ganz genau, ganz genau. Also letztlich versucht man einfach aus eigener Kraftheraus ein guter Mensch zu sein, durch Werke Gott zu gefallen.Und der Glaube, das Christentum ist halt fundamental anders.Das Christentum sagt, wir können nichts tun. Wir können aus eigener Kraft nichtstun, um Gott zu gefallen, sondern wir sind alle Sünder.Das klingt erstmal hart aber aus Gottes Sicht, Gott ist so heilig,dass schon eine Lüge oder ein unreiner Gedanke Sünde ist und uns auf ewig vonGott trennt selbst so eine Kleinigkeitwürde die ewige Trennung verdienen, das ist einfach eine nette Umschreibungfür die Hölle, für den Feuersee Jesus hat da sehr viel drüber gesprochenUnd es ist extrem wichtig, dass man das sozusagen,und in der Bibel gibt es wirklich viele Stellen, da gibt es einmal Galater 2.16und auch Epheser 2.8, die immer wieder unterstreichen, nicht aus Werke sindwir gerechnet, sondern alleine durch Gnade und durch den Glauben an Jesus Christus.Wenn wir daran glauben, dass Jesus Christus für die Sünden von uns bezahlt hat,dann empfangen wir Gerechtfertigkeit, dann werden wir gerechtfertigt durch Gott.
Robert
00:27:52
Also wir können eigentlich durch gute Taten uns Gott ohne Jesus gar nicht nähern, richtig?
Marlo
00:28:01
Genau richtig, ja.Und die Taten folgen dann nach der Beziehung zu Jesus Christus.Wenn man Jesus Christus kennenlernt und wenn er in sein Herz kommt und wenner einen verändert und neu macht, dann kann ich in meiner Erfahrung sagen,mein Gefühl für Sünde hat sich sensibilisiert.Viele Dinge, wo ich früher gedacht habe, ach, passt schon.Andere Menschen machen viel Schlimmeres. Und da ist der Mensch perfekt drin,sich seine eigenen Taten zu relativieren, weil man ja Nachrichten guckt undsieht, ah, das sind ja die Bösen. Das ist ja der Mörder, das ist ja der Kinderschänder,das ist ja dies und jener.Und ich mache ja nur Kleinigkeiten falsch.Aber in Relation zu Gottes Heiligkeit ist es letztlich Sünde und hat die gleiche Konsequenz.Und all diese Sünden, egal wie schwer sie oder simpel sie aus menschlicher Sichtaussehen, brauchen Vergebung.Die brauchen Vergebung. Und das hat man nur in Jesus Christus.
Robert
00:28:59
Also dadurch, dass man sich Jesus Christus hinwendet, verändert man sich innerlichund entscheidet anders und handelt anders.Man muss sich gar nicht anstrengen durch Disziplin,durch irgendwelche Methoden, durch Affirmationen, Meditationen oder andere Regeln,die man sich in einer humanistischen Denkart vielleicht selbst aufstellt.Sondern man wendet sich Jesus und passiert das dann automatisch.
Marlo
00:29:36
Absolut, ja, also nachdem Jesus in dein Herz kommt, macht er dich neu und selbstdann hast du, du hast einen freien Willen, Gott hat uns als Gegenüber erschaffenund wir haben den freien Willen,uns Gott hinzuwenden und Gott zu vertrauen und zu sagen, dein Wille gescheheoder wir können sagen in bestimmten Punkten, nee, da möchte ich lieber mein eigenes Ding machen.Und ich kann von mir aus sagen, ich möchte mein ganzes Leben,alle Aspekte, sei es finanziell, familiär, was ich mit meiner Zeit mache,meine Gedanken, meine Wörter, die ich sage.Ich versuche mich eigentlich, soweit es geht, Gott hinzugeben,weil ich wirklich so ein einschneidendes Erlebnis hatte und glaube,dass wir einen Vater im Himmel haben, der es gut mit uns meint.Und alles, was wir besitzen und haben, ist letztlich ein Geschenk Gottes.Jede Sekunde, die wir leben, es könnte immer vorbei sein.Auch das Essen, das wir haben, das ist alles nicht selbstverständlich.Es ist letztlich ein Geschenk, was wir von Gott bekommen haben,was wir eines Tages wieder abgeben werden.Es ist letztlich Gottes Geist, der uns überhaupt lebendig macht.Und deswegen ist es,weiterhin hat man einen freien Willen und Gott ist weiterhin gnädig und geduldigund man kann sozusagen selbst dosieren,wie viel man Gott in seinem Leben mitreden lässt aber letztlich ist es gut füruns und auch Gottes Wille dass man sich voll und ganz ihm hingibt und dann auchhorcht, was ist meine Berufung was ist der Sinn meines Lebens
Robert
00:31:07
Und wann hört man am besten die Stimme Gottes? Im Gebet oder in der Stille?Wann hörst du die Stimme Gottes?
Marlo
00:31:17
Also ich kann sagen, dass Gott schon auf ganz, ganz vielfältige Weise zu mir gesprochen hat.Manchmal ist es durch Gedanken im Gebet, ja, manchmal ist es aber auch durch Umstände.Bestimmte Dinge passieren einfach, die klappen einfach, die sind vom Timingher so unwahrscheinlich, dass es, das ist einfach, einfach, ja,es ist wirklich beeindruckend. Es ist manchmal wirklich überwältigend.Und Gott ist allmächtig, er hat alles erschaffen und er ist lebendig und erhat keine Grenzen in seiner Wirkung.Manchmal spricht er auch durch die Bibel. Das sind bestimmte Stellen oder durchFilme, wo du denkst, okay, wieso spricht mich jetzt dieser Satz oder dieserVers, warum spricht er mich jetzt so an und warum passt er so gut auf meinejetzige Lebenssituation?Und das möchte ich jedem wirklich nahelegen, empfehlen, sich wirklich ganz konkretmit bestimmten Punkten, die einen belasten oder so wirklich im Gebet, privat, persönlich,zu Hause in einer ruhigen Minute oder mehreren Minuten wirklich an Jesus zuwenden und ihm das als Paket zu schnüren, anzuvertrauen und zu sagen,Jesus, was mache ich damit?Oder einfach zu danken oder einfach komplett mit ihm zu reden.Es fühlt sich am Anfang wirklich sehr merkwürdig an, weil man halt nichts sieht.Aber das hat Jesus damals seiner Apostel auch schon versucht beizubringen.Ihr seht und glaubt, aber selig sind die, die nicht sehen werden und trotzdem glauben.Und ich glaube, dass er damit halt uns meint.
Robert
00:32:41
Also man muss quasi nicht versuchen, es zu verstehen, sondern einfach nur glaubenund darauf zu hoffen, dass der Rest von alleine geschieht.
Marlo
00:32:52
Genau richtig. Man kann Gott sich nicht erarbeiten.Man kann es nicht durch das Verstehen Gott erarbeiten, sondern dieses Bild vonuns, wir sind seine Kinder, wir sind Kinder Gottes.Und dieses Bild kommt nicht einfach so, sondern man kann da viel reininterpretieren,weil Kinder sind naiv, das sind keine Studierten, das sind keine Intellektuellen,sondern Kinder sind, alles was man ihnen sagt, das glauben sie einfach.So möchte Gott eigentlich, dass wir einfach wirklich darauf vertrauen,dass wir einen liebenden Vater haben, der es gut mit uns meint und uns deswegenihm hingeben und auf alle seine Pläne, auf seinen Wegen wandeln und uns einfachkomplett seinem Willen unterwerfen.
Robert
00:33:39
Aber um ihn zu hören, muss man auch empfänglich sein.Was du beschrieben hast mit der Bibel, indem du die Bibel liest,Gottes Stimme spürst, das erinnert mich so ein bisschen an die Exerzitien der Jesuiten.Die vergleichen auch, die studieren ja die Bibel und vergleichen das zu einemInstrument vielleicht. Wenn du die Bibel liest, dann werden einige Saiten gespielt.Du weißt nicht, welche es sind.Du liest es einfach nur und vertraust Gott und spürst das Gedankenaufkommen,die du vorher gar nicht kanntest vielleicht.Das kann man, glaube ich, auch so sehen, indem man sich halt öffnet.Aber da muss schon eine Empfänglichkeit, eine Bereitschaft sein.
Marlo
00:34:34
Ja, also ich weiß nicht, ob es da wirklich eine formale Anleitung für gibt.Letztlich ist es Gott, der aufs Herz schaut und man kann Gott nichts vormachen.Und wenn man ihn sucht vom Herzen her, da gibt es keine Menschen,die sagen, ja, du machst das jetzt richtig oder du machst es falsch,so wie vielleicht in anderen Religionen, sondern es ist wirklich eine,es ist immer eine Herzenshaltung und Gott schaut direkt ins Herz.Und wenn man betet und wenn man ihn sucht und wenn man nach ihm fragt und daist nicht die richtige Herzenshaltung bei, dann könnte ich mir vorstellen,gibt es auch keine Resultate oder man hört dann halt auch nichts.Aber man kann genauso gut auch, wenn man glaubt, wenn man Probleme hat zu glauben,also es gab viele Menschen, die haben schon gebetet, ich will ja glauben, aber ich kann nicht.Und man kann seine Zweifel auch genauso gut im Gebet adressieren.Und ich denke, dass man so wie Gott kommuniziert, das kann man nicht formalisieren.Da gibt es nicht eine Anleitung so nach dem Motto, wenn du das machst,dann wirst du immer was hören, sondern ja, da würde man Gott irgendwie einschränken, glaube ich.
Robert
00:35:42
Ja, und so mechanisches Beten, hilft das?Also es gibt ja Standardgebete, sage ich mal, im Katholizesum zum Beispiel.Und wenn man die, so wie es viele auch tun, weil sie es vielleicht auch garnicht anders gelernt haben,führt das einen näher zu Gott oder ist das einfach eine rein mechanische Prozedur,die einem wirklich gar nicht weiterhilft?Oder wie würdest du da vorgehen? Also wenn jemand jetzt von Haus aus zum Beispielkatholisch ist und einfach gelernt hat,wie man betet, man gut zur Kirche geht, man betet Standardgebete und spürt garnicht, dass es die Person vielleicht näher zu Gott führt.Wie würdest du da vorgehen, um sich vielleicht für die Stimme Gottes empfänglicher zu machen?
Marlo
00:36:41
Ja, also die routinierten Gebete, Vaterunser beispielsweise,das ist auch, es ist wirklich eine Frage des Herzens.Meint man das wirklich, was man da spricht? Und ich würde immer empfehlen,sprich wirklich offen mit Gott, weil er kennt deine Gedanken eh.Und wenn er merkt, denke ich, dass das einfach nur runtergeratterte Gebete sind,das sagt Jesus selber, Leute, die an Straßenrändern stehen und plappern wiedie Heiden, das Gebet wird nicht erhört.Das ist halt Heuchelei, das ist Scheinheiligkeit und letztlich geht es dabeium Rechtfertigung durch Werke.Und da ist halt nichts hinter. Und ich würde empfehlen, einfach wirklich vomHerzen her ehrlich zu sein, offen zu seinUnd vielleicht auch nicht in Kirchen das zu machen, weil Gott ist nicht nurin Kirchen. Gott ist auch zu Hause. Gott ist allgegenwärtig.Und früher war das so, zur Zeit des Alten Testamentes, da gab es die Stifthütze,da gab es den Tempel, da war Gott dort präsent oder präsentär.Also da war er auch schon nicht eingeschränkt. Aber heute ist es so,dass Gott wirklich für jeden jederzeit da ist und zuhört und einen eh kennt und sieht.Und ich halte es einfach für wichtig, dass man wirklich ehrlich offen ist undsein Herz auch öffnet und nichts verbirgt und auch nicht meint,irgendwas vorspielen zu müssen oder ich muss jetzt extra fromm sein,weil das ist, das erkennt einfach,ja, also das ist Gott.
Robert
00:38:16
Also man kann die Formalität erstmal außen vor lassen und einfach aus dem Herzenversuchen, mit Gott zu sprechen.
Marlo
00:38:25
Genau, genau. So kann man sich das vorstellen.
Robert
00:38:27
Ja, einfach mal.
Marlo
00:38:28
Absolut, genau. Und auch zu sprechen und wie gesagt, ich würde halt wirklichJesus adressieren und dann wie ein Freund mit ihm sprechen.Wie ein Freund und ihm alles ausschütten, alle Sorgen, Ängste, Nöte, Zweifel, alles.Wirklich einfach alles und sich hingeben und nicht vorspielen, jemand zu sein.Kein Stolz, kein Ego, keine Verstellung, kein gar nichts, sondern wirklich einfachmit seiner ganzen Schwachheit, in seiner ganzen Abhängigkeit,in seiner ganzen Vergänglichkeit vor allem auch,vor ihn zu treten und einfach, ja, sich quasi auszuziehen.
Robert
00:39:05
Auch bitten formulieren, auch um Vergebung bitten.
Marlo
00:39:09
Ja, na klar, na klar, man kann natürlich, ja, natürlich, ja,wenn es ernst gemeint ist.
Robert
00:39:16
Einige glauben, dass man sich durch gute Taten irgendwie bei Gott verdienenkönnte, ihn jetzt um einen Gefallen zu bitten. Ach, ich will die Prüfung bestehen,ich will das, ich will jenes.Wie stehst du dazu?
Marlo
00:39:33
Also mir fällt dazu eine Stelle in der Bibel ein, die sagt sinngemäß,dass ehe ihr anfangt zu beten, weiß euer Vater eh schon im Himmel, was ihr braucht.Und ich habe da so ein Bild im Kopf, dass wenn ein Kind, ein Baby,was noch nicht richtig reden kann und unzufrieden ist, dann heult es einfachrum oder sabbelt irgendwas, was keine echten Wörter sind.Aber Eltern wissen, ah, jetzt ist es müde oder ah, jetzt hat es Hunger.Und genauso sehe ich das auch, wenn wir zu unserem himmlischen Vater kommen,dann mag es für uns unverständlicher Brei sein oder wir meinen,wir müssen jetzt formal alles perfekt formulieren, aber Gott sieht,wie gesagt, er sieht in unser Herz, er sieht unsere Gedanken,er weiß, was wir brauchen.Vor allem weiß er auch, was wir brauchen, ohne dass wir wissen,was wir brauchen. Wir wissen manchmal gar nicht, was wir brauchen,was gut für uns ist. Das wissen wir.Wir meinen es zu wissen und deswegen habe ich am Anfang auch für sehr konkreteDinge gebetet, wo ich dachte, wer bin ich eigentlich, zu wissen,dass das wirklich gut für mich ist.Und mein Gebet hat sich eigentlich wirklich viel in Dankbarkeit und Danken undnatürlich auch in Offenbarung, was seine Wege, was seine Pläne für mich sindund dass er mich da auch führt und Kraft schenkt.Aber ich habe am Anfang für sehr konkrete Dinge gebetet und gebeten,aber mittlerweile vertraue ich ihm eigentlich, dass er auch weiß, was gut für mich ist.Und genau deswegen, aber da gibt es wirklich keine Formalität.Authentisch muss es, finde ich, sein.
Robert
00:41:16
Authentisch vom Herzen. Ja, und das erkennst du wahrscheinlich erst im Nachhinein.Erst wenn Sachen passieren, erst wenn du etwas erlebt hast, erst wenn du siehst,wie sich dein Leben verändert, dann siehst du wahrscheinlich erst im Rückspiegel.Das war Gottes Wirkung, weil du konntest ja gar nicht wissen, was gut für dich wird.
Marlo
00:41:37
Ganz genau, ganz genau. Und rückblickend auf mein Leben weiß ich,dass Gott die ganze Zeit da war.Ich hatte eine Zeit lang, wo ich dachte, ich müsste die Welt entdecken und ichmüsste möglichst viele Länder bereisen und Kulturen kennenlernen.Da war ich dann alleine am Reisen in Australien und Südkorea und dort warenMenschen auf der Straße, die mir von Jesus berichtet haben, erzählt haben,die mir das Evangelium verkündet haben.Und das ist rückblickend nur ein Beispiel, wo ich wusste, Gott war die ganzeZeit da und bei jedem Menschen klopft Gott quasi an die Tür und möchte,dass wir ihn reinlassen.Aber er ist ein Gentleman, er kommt nicht mit der Tür ins Haus,sondern er respektiert unseren freien Willen.Und ich kann nur sagen, er ist wirklich die ganze Zeit da und Gott ist unfassbargut und geduldig mit uns.Und rückblickend gibt es wirklich so viele Momente, wo ich einfach weiß, das war Gott.
Robert
00:42:37
Ja, und ist es vielleicht so, dass Gott uns einfach vielleicht lässt,etwas zu leiden, eine gewisse Zeit lang, um ihn zu entdecken?Um halt einfach, damit wir uns so weit entwickeln, dass wir unser Herz gegenüber ihm öffnen?
Marlo
00:42:57
Ja, absolut. Das ist unsere Lebenszeit. Also wir haben eine Zeit hier auf Erden,wo wir erkennen können, wer wir sind.Wir haben die Bibel, Gott offenbart sich auf verschiedenen Arten und Weisen.Und das ist sozusagen unsere Möglichkeit, ihm kennenzulernen, sich ihm zuzuwenden.Und spätestens bei seinem Tod oder auch bei seiner Rückkehr,Jesus wird wiederkommen, sagt die Bibel, dann ist die Gnadenzeit abgelaufenund dann gibt es keine zweite Chance.
Robert
00:43:28
Also wir haben die Zeit des Lebens, um uns Gott zu wenden und auf den richtigen Weg zu kommen.
Marlo
00:43:37
Genau richtig, ja.
Robert
00:43:38
Und wie sieht dein Weg heute aus?Wie empfindest du den Glauben alltäglich?Inwieweit unterscheidet sich dein Leben jetzt von dem, was du früher geführt hast?
Marlo
00:43:56
Also ich kann sagen, ich habe eine so starke Ruhe und einen so Frieden,den kannte ich vorher nicht.Und eine Liebe, ich weiß, dass ich geliebt bin, ich habe die Gewissheit,wo ich nach dem Tod sein werde.Und das nimmt einem alle Ängste, das nimmt allen Stress, das ist schwer zu beschreiben,aber das kannte ich so vorher nicht.Und rein weltlich, menschlich gesehen hatte ich vorher eigentlich auch schonkeine Sorgen und keine Nöte. Aber jetzt hat man einfach auch,ja, einfach wirklich Frieden, Gewissheit.Man hat tolle Geschwister im Glauben, die auch Jesus angenommen haben und dieauch Jesus sozusagen an erster Stelle tun in ihrem Leben.Und man versucht einfach in christlicher Gemeinschaft sozusagen Gottes Willen,Gottes Reich irgendwie und ihm die Ehre zu geben, sein Reich sozusagen hierauf dieser Welt kommen zu lassen, so wie es halt auch im Vaterunser heißt.Und ganz konkret für mich, meine Berufung ist es, da bin ich mir sehr klar,dass ich das gehört habe, ist das Evangelium und eben die gute Nachricht vonJesus Christus an die Menschen zu tragen, weil er eben auch wollte,dass das Evangelium in die ganze Welt hinaus getragen wird.
Robert
00:45:18
Also du willst anderen Menschen Jesus näher bringen, damit die auch das erfahren,was du erfahren konntest.
Marlo
00:45:28
Genau, aber nicht aufgezwungen, sondern informativ und das ist letztlich derfreie Wille und das kann man niemandem aufzwingen.Aber ich denke einfach, dass Jesus Christus wirklich würdig ist und auch mansich wirklich ein eigenes Bild von Jesus machen sollte.Und das, finde ich, passiert bei vielen Menschen heute leider nicht,weil die anderen vertrauen oder irgendwie in Religion haben sie immer was gehört,im Konfirmandenunterricht, aber mal selber sich wirklich Jesus zuzuwenden,mit ihm zu sprechen und die Evangelien selber zu lesen,das, finde ich, ist extrem wichtig und sehr riskant, wenn man das sozusagenschleifen lässt oder glaubt, dass man auch noch,dass das was für später ist.Dass man so erstmal ein spaßiges, sündiges Leben führt, also auch wenn es nichtbewusst sündig ist, aber schon einfach glaubt, dass so viel Spaß flöten geht,wenn man sich schon früh mit dem Glauben, mit Gott, mit Jesus beschäftigt,dann kann ich eigentlich nur sagen, dass man vorher eigentlich die ganze Zeitim Dunkeln tappt und eigentlich leidet, auch wenn es augenscheinlich nicht so aussieht.Aber der wahre Frieden und die wahre Liebe und das wahre Leben,das ewige Leben, das tritt halt erst ein, wenn man Jesus kennenlernt.Und das möchte ich Menschen einfach mitgeben, dass sie sich das zumindest mal in Erwägung ziehen.Und auch fragen, was ist denn die Alternative?Wofür lebst du eigentlich, was treibt dich an? Und da wird es oft ganz leise.
Robert
00:46:55
Und wie machst du das? Wie trägst du das Evangelium unter die Menschen?
Marlo
00:47:00
Also ganz konkret bin ich jetzt, seit ich zum Glauben gekommen bin,also meine Erfahrung ist jetzt November 23 ist das passiert und seitdem binich Feuer und Flamme wirklich auf die Straße zu gehen und dort Traktate zu verteilen.Das sind letztlich kleine Hefte, die mein Bruder gebaut hat,kreiert hat, die das Evangelium einfach auf wenigen Seiten, vier Seiten zusammenfassen.Da steht auf der Titelseite gleich Jesus Christus drauf und die verteilen wireinfach. Und wenn sich ein Gespräch ergibt, dann ergibt sich ein Gespräch.Das ist sehr vielfältig, thematisch, kann alles haben. Man kriegt natürlichviel Ablehnung, kann man sich denken.Aber es gibt auch wirklich sehr viele positive Begegnungen, auch sehr viel Zeugnis,weil Menschen sich fragen, wieso sprichst du gerade jetzt mich an?Es gab Verlustfälle in der Familie und die fragen sich, warum jetzt jemand wollteirgendwie sein Instagram Account gerade löschen und hat das selber damit inZusammenhang gebracht also es ist nicht so, dass man von außen kommt und sagt ja,guck mal hier, das ist jetzt kein Zufall, sondern die Menschen selber sehendas als Zeichen und für mich ist dasmittlerweile wirklich klar, dass man dagebraucht wird, um Gottes Wort einfach zu verkündigen.
Robert
00:48:21
Die Menschen sehen darin die Wirkung Gottes quasi.
Marlo
00:48:25
Genau, genau.
Robert
00:48:27
Und hast du schon mit Menschen gesprochen, die sich tatsächlich dann bekehrthaben, die gläubig geworden sind durch deine Wirkung?
Marlo
00:48:40
Aber es sind auf jeden Fall in meinem Umfeld ein paar Leute auf dem Weg undin meiner Familie ist es auch sehr interessant.Die haben auch starkes Zeugnis von mir gesehen und haben sich dann auch gefragtund sind dann auch Jesus näher gekommen.Jetzt ganz konkret kenne ich keinen, aber wie gesagt, was man so in die Gegendstreut, da weiß man nie genau, was das dann für Folgen hat, genauso wie ichin Australien, Südkorea angesprochen wurdewo ich dann sozusagen die Menschen damals noch als Spinner gesehen habe,da bin ich heute auch dankbar, dass ich diese Zeichen bekommen habe,auch wenn sie noch so klein sind, aber da gibt es dieses Bild vom Seemann,das ist jemand, der das Wort verstreut das ist wie jemand, der halt Saat sätund man kann gießen, man kannGießen und man kann sehen, aber das Wachsen letztlich, das bewirkt Gott.Und es gibt hier und da welche, die kommen mal zum Gottesdienst,die fragen auch mal nach und ja, aber es ist letztlich ein Prozess.Die Bibel spricht von einer geistlichen Wiedergeburt und es ist letztlich wirklicheine Geburt mit allem, was damit verbunden ist.Wehen und ich kann auch von mir sagen, das ist wirklich ein unbehagenes Gefühl,weil man alles, wofür man bis dahin gelebt hat, wirklich in Frage stellt undJesus an die erste Stelle setzt.Und das ist weltlich gesehen kein schönes Gefühl.Das weiß ich auch noch von mir. Bevor ich Jesus mein Leben gegeben hatte,hatte ich starke Zweifel, unbehagendes Gefühl.Aber wenn das Kind dann da ist, dann gibt es nichts Schöneres.
Robert
00:50:11
Ein Gefühl der inneren Transformation, kann man das so sagen?
Marlo
00:50:16
Kann man so sagen, ja. Ja, Transformation, Wiedergeburt eher,würde ich sagen. Tatsächlich. Wiedergeburt zum ewigen Leben, ja.
Robert
00:50:26
Betest du täglich?
Marlo
00:50:28
Ja, absolut. Früher habe ich gebetet, weil ich dachte, ich müsste,weil ich dachte, es gefällt Gott.Das hat sich dann auch schlagartig geändert zu einem Bedürfnis.Ich darf beten, ich darf Gott alles mitteilen.Genauso wie mit dem Lesen in derBibel und genauso wie Gemeinschaft unter Glaubensbrüdern und Schwestern.Also das ist auch super, wirklich ein starkes Zeugnis für mich auch.Das hat sich wirklich stark geändert.
Robert
00:50:54
Und gehörst du einer Gemeinschaft an, die sich systematisch trifft,die Bibel studiert, sich austauscht oder eine Kirche? Wie organisierst du dich?
Marlo
00:51:07
Ja, also ich wohne ja in Hamburg, in Bamberg-Süd und bin hier in einer freienevangelischen Gemeinde in der Hamburg-Ansgar-Mitte.Dort gehe ich jetzt einmal die Woche, also jeden Sonntag in den Gottesdienst,habe mir mittlerweile aber auch schon andere Gemeinden mal angeguckt,weil ich wissen wollte, wie sich verschiedene Gemeinden und Gottesdienste eben unterscheiden.Das ist auf jeden Fall interessant zu sehen. Ich denke nicht,dass es die perfekte Gemeinde gibt, aber es gibt für jeden irgendwie die richtige Gemeinde.Und ich glaube auch, dass jeder irgendwie eine Aufgabe und einen Dienst übernehmenkann in einer Gemeinde, in einer lokalen Gemeinde und sich dort auch irgendwie eingliedern sollte.Auch wenn man mit vielen oder hier und da mit Dingen einfach nicht im Einklangist, sollte uns trotzdem die Liebe in Christus, sollte uns irgendwie verbinden.Und das sollte auch irgendwie alle Querelen und Streitigkeiten eigentlich ausräumen.Weil das Schöne ist, dass wir alle ein Ziel haben, wir wollen alle Jesus nachfolgenund wir werden uns in der Ewigkeit alle spätestens wiedersehen.Und ich glaube auch, dass das wichtig ist in der Welt heutzutage,sich da unter Glaubensgeschwistern irgendwie standzuhalten, weil es natürlichauch viel Angriffe gibt von der feindlichen Seite und man immer wieder, ja,mit der Einstellung heute ist man ja eher in der Unterzahl.Das Thema Gott wird ja sehr stark ausgeblendet, wird oft von Wissenschaft,von Vernunft überschattet undJa, und die Ablehnung auf der Straße, das ist für mich halt auch ein Zeichen,es wird halt nicht viel nach Gott gefragt.
Robert
00:52:41
Weil die Menschen Alternativen haben, geht es denen zu gut?Sind die zu stark abgelenkt? Wieso eigentlich?
Marlo
00:52:52
Das ist eine gute Frage. Ich glaube, dass die Ablenkung und die permanente Beschallung,sei es durch Werbung, durch Entertainment, durch Angebote, durch Alternativen,die ist halt sehr stark, sehr laut, die technischen Mittel werden immer stärker,alles wird digital, ansprechender, visueller,ja, auch finanziell ist man sozusagen gezwungen, einen 9-to-5-Job zu haben,teilweise nicht mehr einen Elternteil, sondern vielleicht auch beide müssenarbeiten, um sich finanziell über Wasser zu halten.Ich glaube einfach, dass es wirklich zeitlich, die Leute sind wirklich eingebundenund abhängig und auch abhängig gemacht und auch zum Konsum so stark angetrieben,dass man wirklich keine Zeit hat, mal einen Schritt zurückzutreten und zu guckenund sich mit den Fragen zu beschäftigen.Ich sterbe irgendwann und dann?
Robert
00:53:46
Ja. Was glaubst du, wie sich das in der Zukunft noch entwickeln wird,die Einstellung zu Gott?Werden wir einen Wandel erleben, eine Rückkehr zu Gott oder wird es noch weiter weniger werden?
Marlo
00:54:07
Das ist eine gute Frage. Ich hoffe auf jeden Fall, dass noch viele Leute versuchen,Gott irgendwie näher zu kommen und zu finden.Allerdings hat Jesus auch prophezeit, dass es der schmale Weg ist und wenige werden ihn finden.Und das ist, wie gesagt, Gnade, es ist nichts erarbeitet. Ich will nur,dass das richtig ankommt, weil es ist nichts selbstverdient.Es ist Gottes Gnade in seiner Souveränität, ist er gnädig, wem er gnädig ist.Aber es ist eben prophezeit, dass viele Menschen einfach dieses Angebot ablehnenwerden und dann den breiten Weg gehen werden, der ins Verderben führt.Und ich glaube halt an die Prophetie in der Bibel, auch wenn ich dafür bete,dass die Menschen offen sind, offene Herzen bekommen, vor allem die Liebstenin der Umgebung, die man kennt, Familie, Freunde.Ja, aber das Wort, die Bibel, Jesus hat halt anderes gesagt.Und deswegen ist damit wohl nicht zu rechnen, dass das sich noch ändern wird.
Robert
00:55:13
Ja, dann müssen wir schauen, wie sich das entwickeln wird.Du bleibst zu hoffen, dass mehr Menschen auch durch deine Wirkung zu Jesus finden.Du bist jetzt sehr gläubig, aber ist es so, dass du ganz ohne Zweifel lebstoder kommen Zweifel gelegentlich noch hoch?Oder wie entwickelt sich das? Werden es mehr, werden es weniger?Wie ist das bei dir?
Marlo
00:55:47
Ähm, also Zweifel ganz, vereinzelt kommen mal Zweifel, hier und da.Aber ich hatte wirklich eine so starke Erfahrung, an die werde ich mich immerwieder zurückerinnern.Und ich habe mir auch alle Ereignisse, wo ich ganz klar weiß,hier war Gott am wirken, habe ich mir aufgeschrieben in einem Buch.Also so, ich sage mal, so ein Glaubenstagebuch nenne ich das.Und wenn ich mich daran zurückbesinne und erinnere, dann räumt es alle Zweifel aus.Und auch im Gebet habe ich einfach eine Ruhe, einen Frieden,den ich erfahren darf, dass es einfach zweifellos die Wahrheit ist weiterhin.Und klar kommen Zweifel, das hat die Bibel auch gesagt, aber es kommt auch daraufan, sie kommen nie von einem selbst, sondern meist sind das irgendwelche Gedankenoder es sind irgendwelche Leute, Menschen, die irgendwas sagen,die einem dann ganz gezielt Zweifel sehen wollen und es gibt eben halt auchden Feind und der versucht das natürlich auch.Der versucht, Jesus zu diskreditieren, der versucht, die Glaubwürdigkeit indie Bibel abzuschwächen oderabzulenken und immer die Aufmerksamkeit auf irgendwas anderes zu lenken.Und deswegen wird es auch vielen, die sich mit Gott oder mit Jesus beschäftigenwollen, am Anfang sehr schwer fallen, denke ich, weil es eben halt auch eineKraft gibt, die das erschweren möchte.Und die bleibt nicht aus, die bleibt Gläubigen auch nicht aus, die ist halt da.Die ist aber entmachtet, weil Jesus am Kreuz halt gesiegt hat über den Tod undauch die Macht der Sünde genommen hat.Und auf dieses Wort kann man sich halt stellen und das wirkt.
Robert
00:57:26
Und welchen Namen hat heute der Feind noch?Ist das Satan? Ist das heute vielleicht Technologie?Ist das Ablenkung vielleicht selbst? Welchen Namen würde es ihm geben?
Marlo
00:57:41
Das kann man auch sehr theologisch beleuchten. Er hat auf jeden Fall die Namendes Satans, Luzifer, Diabolo, Beelzebul.Das sind alles verschiedene Namen auf Hebräisch und Griechisch,soweit ich weiß, wie er in der Bibel vorkommt.Er ist der Vater der Lüge, er ist der Ankläger.Ja, also und das ist die böse Macht, die sich in der geistlichen Welt sozusagengegen uns richtet und uns von Jesus, von Gott wegzieht.Und die materialisiert sich und zeigt sich in dieser Welt auf ganz vielen verschiedenen Ebenen.Genau. Und deswegen hat es, der Feind hat viele Gesichter, so würde ich das, ja.
Robert
00:58:22
Aber auch nahm ein bisschen davon, jetzt nicht nur in der Bibel vorkommendeoder auch in Tradition selbst, sondern auch im heutigen modernen Vokabular.Kann Ablenkung auch der Feind sein? Kann Social Media vielleicht sein?Ein Teil vielleicht künstlicher Intelligenz? Würdest du so weit gehen,dass du bestimmte Technologien so weit benennen könntest oder eher nicht?
Marlo
00:58:50
Also ich würde nicht sagen, dass eine komplette Technologie der Feind ist.Ich glaube, Gott ist allmächtig und kann alles nutzen.Gott kann Social Media nutzen und auf Social Media passiert auch extrem viel,wo Menschen Zeugnis geben und letztlich ist ja auch dieser Podcast Social Media.Und ich hoffe, dass das halt auch Menschen motiviert, zu Jesus zu finden.Und auch, was weiß ich, ChatGPT kann einen super unterstützen,wenn man Fragen über die Bibel hat und über Jesus hat.Das habe ich selber auch schon genutzt. Und Gott kann alles verwenden.Ich glaube allerdings, dass die Entwicklung, also wenn man sich das Big Picturedieser Entwicklung anguckt, dann glaube ich, dass das letztlich keine gute Entwicklung ist.Aber der technologische Stand jetzt gerade durchaus genutzt werden kann,um Gott, um Jesus näher zu kommen.
Robert
00:59:44
Also das ist immer die Frage, wie nutzt man das? Das ist ja nicht per se eineTechnologie oder ein Werkzeug, schlecht oder gut, sondern die Frage ist immer,wie nutzen wir es letztendlich?
Marlo
00:59:56
Genau, wie nutzen wir das? Und vor allen Dingen führt es zu einer Abhängigkeit.Und ich denke, dass Jesus will uns komplett unabhängig von dieser Welt eigentlich machen.Und ich denke, dass gerade diese Technik Chat-GPT oder auch,dass das letztlich zu einer Abhängigkeit führt, weil wir das brauchen,weil wir einfach süchtig danach sind, abhängig sind und nicht mehr ohne können.Und dann irgendwann zeigt sich das halt auch physisch, körperlich,ne, dann wird man hibbelig, wenn man lange Zeit keinen Computer mehr gespielthat oder lange Zeit nicht geraucht hat oder irgendwie seine Likes gecheckt hatoder seine Zahlen gecheckt hat oder so,da gibt es ja zig verschiedene, ja,Manifestationen, sage ich mal, wie sich das zeigt.
Robert
01:00:47
Es gibt ja sehr viele Menschen, mit vielen hast du auch zu tun,auf der Straße, in der du den Menschen über Jesus oder versuchst, Jesus näher zu bringen.Menschen suchen und sie suchen in Religionen,in verschiedenen Traditionen oder in humanistischen Gedankengebäuden ganz verschiedeneAnsätze, sich selbst zu finden, den richtigen Weg zu finden.Was würdest du so einem Menschen auf den Weg geben? Wenn du jemanden triffstund sagst, hey, ich spüre, da ist was, aber ich weiß jetzt nicht,wie ich mich dem nähern soll.Also wenn jetzt zum Beispiel jemand aus dem Hause, jetzt keiner religiösen Tradition,atheistisch oder wie auch immer, kommt und macht sich einfach auf den Weg.Was würdest du so einer Person auf den Weg geben?Wie kann sie am einfachsten oder am besten sich Gott nähern?
Marlo
01:02:04
Ja, also Einstiegspunkt, der Weg ist immer Jesus. Und ich würde halt sagen,probiere Jesus aus, nimm ihn als Alternative ernst, beschäftige dich mit ihmund lehne ihn meinetwegen auch ab.Aber trifft eine bewusste Entscheidung und betrachte ihn einfach als ernsthafteAlternative, als ernsthafte Option.
Robert
01:02:27
Aber konkret gehe ich jetzt in die Kirche, kaufe ich mir an die Bibel,spreche ich mit Gläubigen.Was ist der Touchpoint?
Marlo
01:02:36
Also was ich sage immer auf der Straße ist, die Bibel sagt, jeder,der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.Und meine Empfehlung ist wirklich zu Hause sich einzuschließen,in einer ruhigen Minute ein ernsthaftes, vom Herzen her authentisches Gebetzu Jesus zu sprechen, zu sagen, Jesus, wenn es dich gibt, offenbare ich mir,zeig dich mir, ich will dich kennenlernen.So, und wenn das ernst gemeint ist, dann bin ich felsenfest davon überzeugt,Jesus hat es zugesagt, wer anklopft, dem wird aufgetan, wer bittet, dem wird gegeben.Das sind Zusagen, auf die können wir uns stellen und ich habe schon so vielZeugnis gehabt, wer das gesprochen hat, der hat einfachZeichen bekommen, dass er da ist und die, diese Zeichen, dann diesem Pfad sozusagendann zu folgen, der führt einen zu Gott.
Robert
01:03:24
Also man muss die Bitte quasi aussprechen, aber dann auch sich öffnen,empfänglich sein auf die,Auf die Antwort. Weil viele werden, glaube ich, gar nicht wissen,in welcher Form die Antwort kommt.Werde ich eine Stimme hören? Werde ich sehen, dass Gedanken aufkommen, die ich gar nicht hatte?Oder Sachen passieren, die ich gar nicht erwarte?Was würdest du einem sagen, der fragen würde, in welcher Form kommt die Antwort jetzt?Wie werde ich es wissen? Oder werde ich es einfach nur spüren?
Marlo
01:03:58
Also da wirkt Gott wirklich auf allen möglichen Ebenen und viele Menschen,mit denen man über Gott ins Gespräch kommt,die erzählen von sich aus über Begebenheiten, da wussten sie,das ist nicht normal, das ist nicht wahrscheinlich, dass das eintritt.Also viele Menschen, ohne sich mit Gott beschäftigt zu haben,haben schon Erfahrungen gemacht, wo sie wussten, irgendwas ist da.So, und dieses Irgendwas, das dann mal wirklich zu adressieren,sich auf die Suche zu begeben und dann einfach offen zu sein und zu lauschen.Man kann nicht sagen, das ist nicht wie,Also der Kanal ist nicht fest, wo man sozusagen eine Antwort bekommt.Das muss kein Gedanke sein, es muss kein Mensch sein, es muss kein Wort sein,es muss kein Film sein. Es kann wirklich alles Mögliche sein.Und das wird so unwahrscheinlich sein und so untypisch sein,dass es wieder der freie Wille ist, wo man sagen kann,ah, das verbuche ich unter Confirmation Bias oder das verbuche ich unter Zufalloder das verbuche ich unter psychologischer Bias XY.Oder man öffnet sich und sagt, ja, das ist tatsächlich, da ist jemand,das ist Gott und ich möchte ihn näher kennenlernen und dann betet man weiterund dann ist das so ein, wenn man denn möchte, ist das wirklich so ein verstärkendes,ja, einfach so näher kommen.Das ist wie eine Braut, die zu ihrem Bräutigam kommt.Die Bibel ist letztlich ein Liebesbrief von Gott an uns.Und er möchte letztlich eine Braut für seinen Sohn, Jesus Christus,eigentlich in dieser Welt haben.Und die Braut ist letztlich die Gemeinschaft der Gläubigen.
Robert
01:05:44
Und meinst du, dass jeder Mensch eine Antwort bekommt? Oder dass jeder wirklicheinen spirituellen Weg für sich findet? oder gibt es Menschen,die in den Genuss niemals kommen werden?
Marlo
01:05:57
Das ist wirklich, also Gott ist souverän und er begnadigt den, den er begnadigen will.Da gibt es eine große Diskussion auch zwischen Auserwählung und nicht auserwählt sein.Ich denke, wir müssen so leben, dass wir einen freien Willen haben.Wir haben einen freien Willen, wir können uns Gott hingeben und jeder,der Gott sucht, sein Wort sagt, jeder, der den Namen des Herrn anruft,wird gerettet werden Und jeder, der ihn wirklich vom Herzen her sucht,da wird Gott sich zeigen, dem wird er nachgehen.Er lässt die 99 geretteten Schafe zurück, er geht auf die Suche von dem einen Schaf, heißt es.Und ich habe es immer so bis jetzt gehört von vielen Christen,die sich auf die Suche gemacht haben. Da ist Gott denen nachgegangen.Also ich würde mir da keine Sorgen machen, in dem Sinne so nach dem Motto,wird er auch mich finden oder wird er auch mir ein Zeichen geben,bin ich wichtig genug, sondern jeder Einzelne ist Gott extrem wichtig,also das kann man sich nicht vorstellen, wie wichtig du,ich, jeder Einzelne Gott ist.
Robert
01:07:07
Also, bitte aussprechen, warten und hoffen.
Marlo
01:07:14
Genau. Kann man so zusammenfassen? Ja, genau. Würde ich so sagen, ja.
Robert
01:07:20
Wenn du deinen Weg in einem einzigen Satz zusammenfassen würdest,den du bisher gegangen bist, wie würde er lauten?
Marlo
01:07:31
Ja, einziger Satz ist natürlich kurz, aber ich würde wirklich einfach sagen, danke Jesus,weil ich mittlerweile glaube, also ich bin mir wirklich sicher,dass Jesus die ganze Zeit da war,sanftmütig, geduldig, einen begleitet hat, auf allen Wegen,auch wenn sie menschlich manchmal nach Ablehnung, Verzweiflung aussahen,nach Schmerz aussahen, Dann bin ich so sicher, dass das letztlich zum größeren Heil diente.Und das würde ich auch allen sagen, die wirklich Leid erfahren haben,auf allen Ebenen, sei es Verlustfälle in der Familie, das ist schwer so zu sehen.Aber ich glaube, dass manchmal wirklich auch solche Sachen da sind,damit man nach Gott fragt.Weil wenn man die ganze Zeit ein betäubend gutes Leben führt,wo man keine Sorgen hat, dann habe ich schon oft gehört, ich brauche Gott nicht,ich habe alles selber hingekriegt, ich bin mein eigener Herr.Und ich glaube, dass letztlich alles zum Guten dient, was die Bibel im Übrigen auch sagt.Und rückblickend möchte ich einfach wirklich, kann ich Jesus nicht genug danken.Und ich glaube auch, dass wir als Mensch nicht in der Lage sind,Jesus genug zu danken, überhaupt zu begreifen, was da am Kreuz geschah.Und ich bin einfach überglücklich und freue mich einfach, dass ich eines TagesJesus von Angesicht zu Angesicht sehen kann und dann wird man keine Fragen mehrhaben, sagt die Bibel und so würde ich meinen Weg heute sehen.
Robert
01:09:08
Oh ja. Oh Malu, vielen Dank wirklich, dass du uns auf dem Weg der Suche nachGott mitgenommen hast und uns deine Geschichte erzählt hast.Also ich Ich finde das sehr inspirierend.
Marlo
01:09:23
Danke dir.
Robert
01:09:24
Ich glaube, die Geschichte zeigt, wie persönlich und auch universell die Suchenach Gott überhaupt sein kann.Und ich wünsche dir alles Gute und vielleicht bis zum nächsten Mal.
Marlo
01:09:36
Ja, danke dir, Robert, und danke Jesus.
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