Werte & Wandel Podcast

WERTE.IT

#09 - Die Bedeutung der Inklusionsvereinbarung bei RWE

Guido Hertel von RWE mit über 31 Jahren Erfahrung

25.03.2026 19 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Episode des Podcast "WERTE & WANDEL" wird die Inklusion im Arbeitsalltag bei RWE thematisiert. Guido Hertel, seit über 30 Jahren als Schwerbehindertenvertreter beim RWE Konzern beschäftigt, und Nadia David, Projektleiterin von WERTE.IT, sprechen über die Einführung einer Inklusionsvereinbarung, deren Ziele, die Umsetzung von Maßnahmen zur Barrierefreiheit und die Veränderungen in der Wahrnehmung von Inklusion im Unternehmen. Es werden Herausforderungen und Rückmeldungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern thematisiert sowie Tipps für Unternehmen gegeben, die eine Inklusionsvereinbarung einführen möchten.

Guido Hertel
Konzern-, Gesamt- und Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen
Certified Disability Management Professional (CDMP)
Betriebliche Sozialberatung

RWE Power Aktiengesellschaft
Sparte Tagebaue
Tagebau Inden, Dürwisserstraße, 52249 Eschweiler
guido.hertel@rwe.com

Nadia David
Projektleitung WERTE.IT
david@werte.it

App zur Erstellung einer Inklusionsvereinbarung von REHADAT
Jede Inklusionsvereinbarung ist so individuell wie das jeweilige Unternehmen selbst. Die neueste REHADAT-App funktioniert deshalb wie ein Baukasten für Inklusionsvereinbarungen: Textbausteine können je nach Bedarf so kombiniert werden, dass sie ein passgenaues Gerüst für die weitere Ausarbeitung bilden.

Sammlung mit interessanten Leitfäden rund um das Thema

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Hier ein paar ausgewählte Dateien zum Thema Inklusionsvereinbarung:
Inklusion und Innovation im Unternehmen - Strategische Handlungsempfehlung
Inklusionsvereinbarung - Orientierungshilfe für Unternehmen


Transkript

Detlef Girke
00:00:00
Die IT bietet einfach für Menschen mit Behinderung unglaubliche Chancen. Ich bin einereits selbstständiger Berater.
Wolfgang Haase
00:00:07
Ich bin Unternehmensberater für Mitarbeiter- und Kundenbindung.
Detlef Girke
00:00:10
Barrierefreie IT und ein inklusiver Ansatz im Unternehmen kann dazu führen, dass man wirklich gewinnbringend Menschen mit Behinderung auch im eigenen Unternehmen beschäftigen kann.
Nadia David
00:00:26
Herzlich willkommen zu unserem Podcast Werte und Wandel. Unsere heutige Folge, mit der steigen wir in die Welt der Inklusion im Arbeitsalltag ein. Denn bei RWE hat man sich entschieden, eine Inklusionsvereinbarung einzuführen. Das ist schon eine ganze Zeit her und wir wollen wissen, was steckt eigentlich hinter einer Inklusionsvereinbarung? Warum war dieser Schritt wichtig und wie wirkt sich das tatsächlich konkret auf die Menschen im Unternehmen aus. Wir sprechen darüber, welche Erwartungen es zu Beginn gab, welche Maßnahmen umgesetzt wurden und wie sich die Wahrnehmung von Inklusion und Behinderung im RWE-Konzern verändert hat. Natürlich geht es auch um ein paar Stolpersteine auf dem Weg und um Rückmeldungen von Mitarbeitenden. Und wenn ihr selbst in eurem Unternehmen über eine Inklusionsvereinbarung nachdenkt, gibt es am Ende noch wertvolle Tipps aus der Praxis. Also bleibt dran, es wird spannend. Herzlich willkommen!
Guido Hertel
00:01:19
Vielen Dank für die Einladung, Nadia. Mein Name ist Guido Hertel. bin 38 Jahre bei der RWE Power beschäftigt. RWE Power ist diejenige Gesellschaft, die konventionelle Stromerzeugung aus Braunkohle bei RWE betreibt. Bin seit 31 Jahren als Schwerbehindertenvertretung engagiert und seit 26 Jahren bin ich auch Gesamt- und Konzern-SBV für den RWE-Konzern.
Nadia David
00:01:47
Ja, das ist eine beeindruckende Aufgabe, die du im Unternehmen hast. Wir sind ja heute zusammengekommen und wollen über das Thema Inklusionsvereinbarung sprechen. Und meine erste Frage ist, warum hat man sich eigentlich bei RWE entschieden, eine Inklusionsvereinbarung zu etablieren? Und was ist das überhaupt? Was versteht man darunter?
Guido Hertel
00:02:05
Wir erfüllen damit eine gesetzliche Anforderung. Es ist ja im Sozialgesetzbuch IX verankert, dass Unternehmen gemeinsam mit der SBV eine sogenannte Inklusionsvereinbarung vereinbaren können. Das haben wir dankend aufgegriffen, weil wir aus sozialer Verantwortung und aus Unternehmenskultur es so gesehen haben, dass es eine sinnvolle Ergänzung zum Sozialgesetzbuch IX, also zur Gesetzgebung, zur Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen sein kann.
Nadia David
00:02:35
Vielen Dank. Kannst du vielleicht noch etwas sagen über die Hauptmotivation und die, als ihr das eingeführt habt, damit verfolgten Ziele?
Guido Hertel
00:02:46
Das Ziel ist jeden Fall Förderung der Vielfalt, also Diversity and Inclusion und vor allen Dingen auch die Signalwirkung, die es für Mitarbeitende hat. Wir müssen uns das so vorstellen, es gibt ja per Gesetz zahlreiche Nachteilsausgleiche, die für Menschen mit Behinderung festgeschrieben sind. Zum Beispiel das Recht auf gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe, sprich Inklusion, was ja eh mit der Überführung in das Bundesteilhabegesetz mittlerweile auch von Deutschland so als Recht anerkannt ist. Es gibt die Beschäftigungspflicht von 5 % in Deutschland, schwerbehinderte Menschen und die damit verbundene Ausgleichsabgabe, die zu zahlen ist, wenn man unterhalb dieser Quote beschäftigt im Unternehmen. Es gibt einen besonderen Kündigungsschutz als Nachteilsausgleich für schwerbehinderte Menschen und den Zusatzurlaub, aber auch ein Recht, auf anforderungsgerechte und fähigkeitsgerechte Beschäftigung und Weiterqualifizierung. Das sind alles Rechte, die wir gesehen haben, die so im Sozialgesetzbuch verankert sind, die man aber auch in einem Unternehmen erstmal leben muss. Und da haben wir uns gedacht, so eine Inklusionsvereinbarung, wenn man die gemeinsam so als Politik und unternehmenspolitische Willenserklärung verabschiedet, kann uns dabei helfen, einige dieser Gesetze umzusetzen.
Nadia David
00:04:05
Ja, das ist ein wunderbarer Ansatz und uns würde interessieren, welche konkreten Maßnahmen denn im Rahmen dieser Inklusionsvereinbarung bisher umgesetzt wurden.
Guido Hertel
00:04:16
Wir haben zum einen uns mit dem Konzernvorstand innerhalb dieser Inklusionsvereinbarung darauf verständigt, dass das Grundrecht von Inklusion eine unternehmerische Aufgabe von RWE ist. Was heißt, wir verfolgen den Ansatz. Grundsätzlich sind alle Arbeitsplätze bei RWE auch für Menschen mit Behinderung geeignet. Sie sind gegebenenfalls anzupassen an das Leistungsvermögen an die Behinderung. Wir machen da, wir schließen da niemanden aus, sondern wir versuchen alle damit einzubeziehen. Denn es ist auch wichtig, dass jeder, egal ob er jetzt eine Behinderung hat oder ob er Migrant ist, was auch immer, seinen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten kann. Und ich glaube, da hilft uns gerade bei Menschen mit Behinderung ganz besonders diese Inklusionsvereinbarung. Wenn ich so mal auf die vereinbarten Dinge schaue, haben wir zum Beispiel vereinbart neben diesem Ansatzgrundrecht, dass in allen unseren Stationen oder unseren Gebäuden die bestmögliche Barrierefreiheit von Arbeitsplatz und Arbeitsumgebung sichergestellt worden ist. Das ist natürlich nur eingeschränkt möglich. Wenn wir mal schauen, wir haben auch viele Gebäude wie so ein Kraftwerk, da gestaltet man so ohne weiteres nichts um. Da muss man immer Fallbeispiele schauen, wie kann man Barrierefreiheit sicherstellen. Aber insbesondere bei unseren neuen Bauten ist es schon berücksichtigt worden. Wir haben ja vor kurzem ein gutes Beispiel, das ist der RWE Campus in Essen, wo wir unseren Hauptsitz bei RWE haben. Der ist ja neu errichtet worden. Ich glaube, jetzt muss ich überlegen, das war so im Jahr 2019, 2020, wo der fertiggestellt worden ist. Da haben wir bereits auf Barrierefreiheit geachtet. Das heißt, wir sind auch zertifiziert als komplett barrierefrei von einem Zertifizierer. Und ich glaube, da sind wir einer der wenigen Unternehmen, die das von sich sagen.
Nadia David
00:06:03
Ja, herzlichen Glückwunsch. Wie sieht es aus? Das ist sicherlich eine Herausforderung, etwas unternehmensweit dann auch zu kommunizieren zu allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Hat man denn festgestellt, dass sich die Wahrnehmung des Themas Inklusion oder auch des Themas Behinderung von Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen verändert hat?
Guido Hertel
00:06:24
Es ist so, dass man an dem Thema ständig arbeiten muss. Das heißt, man muss es ständig im Bewusstsein halten. Es ist ja bei Menschen so, immer dann, wenn sie, und wir müssen uns ja bewusst sein, jeder kann von heute auf morgen durch Krankheit oder Unfall von Behinderung betroffen sein, immer dann, wenn es Menschen betrifft, entweder die Menschen selbst oder man hat so ein so jemand mit Behinderung im nahen Familienumfeld, dann macht man sich erst Gedanken drüber. Das ist wie in der Gesellschaft genauso Spiegelbild in unserem Unternehmen. Deswegen muss man es immer in Bewusstsein halten. Wir haben damit angefangen immer Beispiele gelungener Inklusion auch zu kommunizieren über interne Medien, eben das Thema auch weiter im Bewusstsein zu halten. Natürlich, wenn wir auf das Thema digitale Barrierefreiheit schauen, wir haben ja hier ein Interview mit Werte IT, dann ist es auch in unserem Unternehmen nach wie vor schwierig, das direkt so umzusetzen. Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen ist, wenn man Dinge betrachtet wie zum Beispiel unseren Internetauftritt, ist es schwierig, dass immer 100 Prozent umzusetzen. ist mit Kosten verbunden. Da muss man auch Bewusstsein verschaffen. Das ist aber auch mit Medien verbunden, die wir am Unternehmen benutzen. Das heißt, wenn ich zum Beispiel mal Präsentationen nehme, dann ist es noch nicht überall vorgedrungen, dass man bei Präsentationen auf eine gewisse Schriftgröße achtet, die Kontraste eben vernünftig darstellt, sodass sie von den Leuten gelesen werden können. Das ist noch ein Manko und da sind wir natürlich als Schwerbehindertenvertretungen auch gefordert, da immer wieder den Finger in die Wunde zu legen, es mal sprichwörtlich auszudrücken und die Leute daran zu erinnern. Das machen wir, sehr beharrlich. Aber ich bin auch stolz darauf, dass wir gerade zum Punkt barrierefrei, digitale Barrierefreiheit auch den Norbert Goossens bei uns im Team als Schwerbehinderten Vertretung haben. Der ist im Übrigen, das mal eines hinweist, auch durch unsere Inklusionsvereinbarung von uns als Schwerbehindertenvertretung als Beauftragter benannt worden, sich dieses Thema digitale Barrierefreiheit intensiv zu kümmern. Das geht so weit, dass er verankert ist bei uns im Konzernbetriebsrat IT-Ausschuss und mittlerweile jede App, die neu eingeführt wird im RWE-Konzern auf digitale Barrierefreiheit. Ich glaube, ist ein Ansatz, das hat auch nicht jedes Unternehmen und ist auch nicht selbstverständlich. Und das macht der Norbert. Ich glaube, Sie haben ihn auch im Interview. Details wird er Ihnen sicherlich besser erzählen können als ich.
Nadia David
00:08:57
Auch das Interview freue ich mich sehr, ganz genau. Ja, das beantwortet schon so bisschen meine Frage nach Herausforderungen und Widerständen. Also es ist natürlich die Frage, in welchem Kontext man sich das Thema Inklusion bzw. Barrierefreiheit kümmert. Das ist einmal, wie du sagtest, Guido, im Bereich Bau, Stichwort Campus, aber eben auch der Bereich IT, Softwareanschaffung, Beschaffung, Entwicklung, ähnliches. Für mich wäre oder für uns wäre jetzt doch nochmal interessant. Die Betroffenen tatsächlich im Unternehmen bei RWE, gibt es von denen so eine Stimmung, wie sie diese ganzen Aktivitäten beurteilen? Welche Rückmeldungen gibt es aus dem Team von Betroffenen und auch von Nichtbetroffenen zu den Aktivitäten?
Guido Hertel
00:09:40
Also wir merken, wir, ich habe ja eben gesagt, wir müssen immer wieder den Finger in die Wunde legen. Ich bemerke schon in den Kreisen, wo ich so unterwegs bin, dass es da bis über Geschäftsführung und Vorstände schon ein Umdenken gibt, was digitale Barrierefreiheit betrifft. Das hat damit zu tun, weil wir das Thema auch jedes Mal immer wieder auf die Butterbrode schmieren, der Verantwortlichen. Das ist auch unsere Aufgabe als Schwerbehindertenvertretung. Aber auch weil ich glaube, dass man mit zunehmendem Alter, das kommt ja nicht nur Menschen mit Behinderung zugute, auch gut daran tut, Schriftgrößen zu vergrößern, auf Kontraste zu achten. Mir geht es ja selbst so, dass ich oft Präsentationen nicht lesen kann. Und was macht eine Präsentation für einen Sinn, wenn man sie nicht lesen kann? Ich habe mal gelernt, Präsentationen soll man ziemlich kurz halten.
Nadia David
00:10:33
Ja.
Guido Hertel
00:10:33
Man kann keine Romane drauf schreiben. Ja, wenn ich ... wo ich jetzt nicht unbedingt eine Sehbehinderung habe, das schon nicht mehr lesen kann, dann ist es, glaube ich, logisch. Dann brauche ich mir über Menschen, die eine Sehbehinderung haben, es gar nicht mehr zu unterhalten. Die können das dann gar nicht lesen. Das macht für alle Sinn. Alle profitieren von digitaler Barrierefreiheit und alle profitieren auch von physischer Barrierefreiheit. Das heißt, wenn wir über Gebäude reden. Ich habe ja eben den RWE Campus erwähnt. Dort haben wir sogar einen Außenaufzug installiert, damit Menschen mit Behinderung, die jetzt beispielsweise im Rollstuhl sitzen, auch außen das Höhengefälle ohne weiteres überwinden können und alle Bereiche dieses RWE Campus gelangen können. Dieser Aufzug, da sind allerdings nicht nur Rollstuhlfahrer verdankbar, sondern ich beobachte immer wieder, wenn ich da bin, dass denen auch Menschen ohne Behinderung nutzen, wenn sie zum Beispiel morgens eine schwere Tasche haben bei der Anreise oder auch wenn wir... Diejenigen haben, die in der Poststelle die Post verteilen und die schwere Post haben, dann benutzen die dennoch sehr gerne als Arbeitshilfe. Barrierefreiheit als solches kommt jedem zu gut.
Nadia David
00:11:41
So eine Inklusionsvereinbarung, die für ein so großes Unternehmen erarbeitet wird, da braucht man sicherlich, wenn man sich dem Thema widmet, irgendeine Unterstützung, eine besondere Ressource. Und da würde uns interessieren, was war denn sozusagen zu Beginn mit der Beschäftigung, wir führen eine Inklusionsvereinbarung ein, insbesondere benötigt, um erfolgreich diese Vereinbarung umzusetzen.
Guido Hertel
00:12:08
Wir haben sehr viel mit HR zusammengearbeitet, insbesondere weil die Inklusionsbeauftragten aus der HR-Abteilung kommen. Als wir die Inklusionsvereinbarung verhandelt haben, waren auch die Inklusionsbeauftragten aus HR anwesend, haben uns da tatkräftig unterstützt. Wir haben aber auch gemeinsam mit unserer Abteilung Diversity & Inclusion an der Inklusions Vereinbarungen gearbeitet. Das waren alles wertvolle Unterstützer beim Entstehen dieser Inklusionsvereinbarungen. Last but not least darf ich nicht das LVR Inklusionsamt in Köln vergessen. Das hat uns wirklich sehr tatkräftig als Externer dabei unterstützt, als wir damals diese Inklusionsvereinbarungen mit dem Arbeitgeber verhandelt haben.
Nadia David
00:12:59
Ja, haben die euch Tipps gegeben zu den Inhalten zum Aufbau oder was war da die Unterschiede?
Guido Hertel
00:13:05
LVR hat ja einen konkreten Schulungsauftrag auch für Schwerbehindertenvertretung und steht uns da mit Rat und Tat zur Seite. Immer wenn wir Fragestellungen haben, können wir auf den LVR zugehen. Das war wirklich eine sehr wertvolle externe Unterstützung beim Entstehen der Inklusionsvereinbarung. Ich muss aber auch sagen, auch die Arbeitgeberseite war sehr offen dem Thema gestellt, weil ich habe es eben erwähnt, es gehört zu Unternehmenskultur. gerade auch diese Menschen zu unterstützen. Deswegen haben wir da quasi auf eine Türe eingerannt, als wir damals mit dem Thema angetreten.
Nadia David
00:13:39
Ja sicherlich ein wertvoller Tipp, die Inklusionsämter mit einzubeziehen in diesen Prozess.
Guido Hertel
00:13:45
Ich würde jeder SBV raten, auch jedem Arbeitgeber raten, wenn man sich solche Sachen überlegt, mit an Tisch zu holen.
Nadia David
00:13:54
Jetzt wollen wir mal einen Blick auf das Positive werfen, was das Einführen dieser Inklusionsvereinbarung herbeigeführt hat. Was ist zu benennen an Veränderungen in der Arbeitsatmosphäre oder der Unternehmenskultur, was sich wirklich deutlich positiv entwickelt hat?
Guido Hertel
00:14:09
Ja, also ich muss sagen generell das Thema das Bewusstsein Inklusion hat sich schon verändert im Laufe der Jahre. Ich habe ja eben erwähnt, ich mache das ein paar Jährchen und wenn ich zurückdenke, wie wir angefangen haben, dann war das eher ein Thema, was doch immer stark noch tabuisiert wurde und ich muss sagen aus der Ecke ist es mittlerweile raus. Das heißt, wenn wir Betroffene vor Ort haben in unseren Betrieben, dann gehen die auch offen mit dem Thema das sie haben, wie auch immer das gelagert ist, was ja auch Sinn macht. Wenn wir Beispiel Gespräche im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements führen, dann ist es immer gut, wenn Betroffene mit ihrer Behinderung offen umgehen, weil nur so kann man gemeinsam eine Lösung finden. Einen Arbeitsplatz umgestalten, eine besondere IT-Technik, die jemand braucht, das sind ja so Beispiele. Das fängt beim Höhenverstellbaren Schreibtisch an, das hört dann bei der IT-Unterstützung auf. besonders benötigt. Und da muss ich sagen, ist das Unternehmen mittlerweile sehr offen. Wir haben auch jemanden, insbesondere wenn es um technische Veränderungen geht, der auch intern berät. Das heißt, haben da, das Unternehmen hat eine Ressource bereitgestellt, der uns bei der Umgestaltung von behindertengerechten Arbeitsplätzen auch unterstützt. der auch, und das darf man auch nicht verschweigen, dann Förderanträge für dieses Thema. Ich habe vorhin die Ausgleichsabgabe 5 % muss ein Unternehmen beschäftigen, ansonsten muss das Ausgleichsabgabe zahlen. Das landet ja alle in einer Kasse, die auch vom LVR teilweise mitverwaltet wird, also von den Inklusionsämtern. Wenn man in Unternehmen wie RWE ein Sinn für Menschen mit Behinderung tut und Arbeitsplätze umgestaltet, kann man die sich auch fördern lassen. Das zahlt nicht der Steuerzahler, sondern wird aus dieser Kasse der Ausgleichsabgabe in die Unternehmen einzahlen, die nicht nach Pflichtquote beschäftigen. wieder daraus genommen diese Fördergelder. Und ich glaube, das ist legitim. Wenn ein Unternehmen viel dafür tut, bekommt es auch die Umgestaltung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung gefördert.
Nadia David
00:16:19
uh Genau. das ist ein schönes Stichwort, Guido, vielen Dank, weil auch wir und unsere Arbeit von Werte IT wird gefördert aus dem Topf des Ausgleichsfonds und kommt letztendlich den Unternehmen zugute, die sich mit der Thematik Inklusion, Barrierefreiheit beschäftigen. Also es fließt zurück zu den Unternehmen. Zum Abschluss hätte ich eine Bitte an dich. Gib doch bitte Unternehmen, die jetzt gerade in der Startphase sind, mit der Einführung einer Inklusionsvereinbarung zu beschäftigen. Ein paar Empfehlungen, ein paar Tipps ... für die ersten Schritte in diese Richtung.
Guido Hertel
00:16:53
Ein paar Tipps für Unternehmen, auf jeden Fall sich Stakeholder im Unternehmen suchen. Ansatzweise habe ich ja eben erwähnt Inklusionsbeauftragte wären da die richtige Adresse, so etwas mal zu adressieren. Aber sich auch externe Stakeholder zu nutzen machen. Das heißt, ich habe ja eben den LVR erwähnt. Inklusionsämter, die sind ja in unterschiedliche Bezirke aufgeteilt überall. Da kann man ruhig mal nachfragen, ob man sich da unterstützen lassen kann. Aber auch dazu raten. mit Schwerbehindertenvertretungen. Wir haben einen übergreifenden Austausch, wo alle Konzerne Schwerbehindertenvertretungen sich regelmäßig treffen und über solche Themen austauschen. Es gibt aber auch auf Landesebene, da bin ich zum Beispiel auch mit im Vorstand drin. hier in NRW, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Schwerbehindertenvertretung NRW. Und es gibt auch in zahlreichen Städten dort Vereinigungen von Schwerbehindertenvertretungen. Also da gibt es schon Adressen, wo man sich auch Rat suchen kann.
Nadia David
00:17:58
Ja, eine wichtige Abschlussempfehlung. Vielen Dank dir, Guido, für den Einblick sozusagen in die Welt von RWE und so bisschen den Abriss der Entwicklungsgeschichte. Ich bedanke mich für deine Zeit und dein Interesse, uns zu unterstützen. Und auch an uns, Werte IT, kann man sich natürlich wenden, wenn man in diesem Prozess ist und vielleicht eine Beratung braucht, die einen in einem solchen Prozess begleitet, neben den anderen Empfehlungen, die du gerade gegeben hast. Ich bedanke mich. wünsche dir noch einen tollen Tag und frohes Schaffen!
Guido Hertel
00:18:31
Ja, vielen Dank!
Moderationsstimme
00:18:33
Werte und Wandel, der Podcast zur Inklusion in der Informationstechnologie in den Mittelpunkt stellt. Gemeinsam beleuchten wir, wir Unternehmen durch Inklusion nicht nur soziale Verantwortung übernehmen, sondern auch zukunftssicher und erfolgreich reagieren können. Lassen Sie sich inspirieren von spannenden Gesprächen, Experten in Interviews und praxisnahen Einblicken. Ein Podcast des Projekts Werte IT, gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, unter der Federführung des Blinden- und Sehbehinderten Vereins Hamburg, wissenschaftlich begleitet von der Universität Siegen.