24 Tage, 24 Menschen, 24 Geschichten

Der Podcast Adventskalender von Zweihochzwei und demÖGV

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Unternehmensübergabe – und wie bereitet man sich und die Nachfolger darauf vor

Alois Kluibenschädl sen. hat 30 Jahre lang ein Unternehmen aufgebaut – und es dann loslassen können. Luis Kluibenschädl jun. hat professionell Golf gespielt – und sich dann trotzdem für die Firma entschieden. Was beide daraus gelernt haben.

08.04.2026 42 min

Zusammenfassung & Show Notes

Nur 10 Prozent der Familienunternehmen schaffen es in die dritte Generation. Alois Kluibenschädl sen. und Luis Kluibenschädl jun. haben zumindest die erste Hürde schon geschafft. In dieser Folge erzählen Vater und Sohn, wie die Übergabe der ALPE Pipe Systems wirklich abgelaufen ist: ohne Zwang, aber mit klaren Regeln. Und warum das Loslassen vielleicht sogar leichter war als erwartet.

Mehr Infos gibts wie immer in den Shownotes oder im Internet unter
24geschichten.at

Der Podcast entsteht mit freundlicher Unterstützung des österreichischen Gewerbevereins ÖGV
https://www.gewerbeverein.at

Unternehmensübergaben scheitern oft nicht an den Zahlen oder der Struktur, sondern an den Menschen dahinter. Laut einer Studie der Notariatskammer 2025 hat knapp die Hälfte aller übergabewilligen Unternehmer in Österreich noch keinen geeigneten Nachfolger gefunden. Und laut einer KMU-Umfrage aus 2023 schaffen nur 10 Prozent der Familienunternehmen den Sprung in die dritte Generation.

Alois Kluibenschädl sen. und Luis Kluibenschädl jun. haben es in die zweite geschafft – und das auf eine Art, die man sich in vielen Unternehmerfamilien wünschen würde. Kein Zwang, kein stiller Druck, kein erzwungener Rückzug. Stattdessen: ein langer Reifeprozess, klare Kommunikation und die Bereitschaft auf beiden Seiten, wirklich loszulassen bzw. wirklich anzukommen.

Luis war jahrelang als Golfspieler professionell unterwegs. Die Übernahme war nie selbstverständlich. Sein Vater hatte konsequent einen Plan B in der Schublade: Unternehmensverkauf. Diese Option hat ihm paradoxerweise geholfen, den Prozess entspannter zu sehen – und dem Sohn den Raum gelassen, sich frei zu entscheiden.
Der konkrete Übergabezeitpunkt war das 30-Jahr-Jubiläum der Alpe-Vibesystems im Sommer 2024. Alois sen. kündigte dort öffentlich seinen Rücktritt an und übergab die Geschäftsführung an Luis. Was danach passierte, überraschte selbst ihn: Kunden und Lieferanten switchen schneller um als erwartet. Wer den neuen Entscheider kennt, redet mit ihm.

Trotzdem bleibt Alois sen. im Unternehmen – nicht als Chef, sondern als Sparringspartner. Luis sitzt nicht in seinem Büro, sondern mit ihm. So läuft der Wissenstransfer nebenbei, im Alltag, ohne großes Programm.
Das Drei-Augen-Prinzip – Vater, Mutter, Sohn – zieht sich durch viele Entscheidungen. Die Mutter verantwortet Finanzen und Buchhaltung, Alois sen. bringt technisches Know-how und Branchenerfahrung, Luis treibt Vertrieb und Wachstum. Reibungspunkte gibt es, vor allem beim Tempo: Die junge Generation will Gas geben, die erfahrene bremst bewusst. Beides ist nötig.

Die Vision für die nächsten 10 Jahre: Alpe-Vibesystems soll vom Händler zum Hersteller werden. Eigene, patentierte Verbindungssysteme für Stahlrohre, vollautomatisierte Produktion, Schichtbetrieb. Der Kurs ist gesetzt – und er kommt vom Junior.

Keypoints:
  • Der Nachfolger darf nie das Gefühl haben, er muss übernehmen – Freiwilligkeit ist die Voraussetzung für alles andere
  • Ein glaubwürdiger Plan B (Verkauf) nimmt Druck aus dem Übergabeprozess – für beide Seiten
  • Den Übergabezeitpunkt öffentlich zu machen (z. B. bei einem Firmenjubiläum) schafft Klarheit nach innen und außen
  • Kunden und Lieferanten akzeptieren den Wechsel schneller als erwartet, wenn die Übergabe sauber kommuniziert wird
  • Loslassen fällt leichter, wenn man dem Nachfolger wirklich vertraut – und ihm gleichzeitig noch zur Seite steht
  • Wissenstransfer funktioniert am besten beiläufig: gemeinsam im Büro sitzen, gemeinsam telefonieren, gemeinsam entscheiden
  • Klare Bereichsverantwortlichkeiten innerhalb der Familie reduzieren Konflikte deutlich
  • Generationskonflikte beim Tempo sind normal – Juniorchef will beschleunigen, Seniorchef bremst bewusst. Beides hat seinen Wert
  • Das letzte Wort hat der neue Geschäftsführer – aber Entscheidungen werden vorher abgestimmt
  • Eine Familienübergabe braucht dieselbe Bereitschaft wie eine gute Ehe: aufeinander zugehen, aushandeln, zusammenraufen
---

INFOS ZU den Gästen:
---
Sie möchten selbst bei uns als Gast auftreten?
Wunderbar – schreiben Sie uns an office@quickdraw.at mit Ihren Kontaktdaten und dem Thema, über das Sie sprechen möchten.
Wir setzen uns dann umgehend mit Ihnen in Verbindung!
Und wenn Sie jemanden kennen, von dem Sie glauben, dass es ein guter Gast für uns wäre – leiten Sie die Info doch einfach weiter ;-)
---
Der Podcast wird produziert von der Agentur Quickdraw Podcasts
---
Diese Podcastserie entsteht mit Unterstützung des ÖGV – Österreichischer Gewerbeverein
---