Abenteuer Reportagefotografie – Podcast über visuelles Storytelling

Kai Behrmann: Visueller Storyteller und Fotograf

Abpfiff Kickstarter, Anpfiff "Amor Eterno": Wie es jetzt mit dem Fotobuch bis zum Druck weitergeht

Die Folge behandelt die Finanzierung des Buchprojekts, die nächsten Schritte bis zum Druck und Versand sowie Gedanken zur Fußball-WM mit Themen wie Kommerz, Ticketpreise und politische Einflüsse. Außerdem geht es um Entstehung, Ausstellung und Learnings.

19.07.2026 70 min

Zusammenfassung & Show Notes

Die erste Auflage meines Fotobuchs "Amor Eterno" ist finanziert – und damit steht fest: Das Buch wird erscheinen. In dieser Folge spreche ich mit Thomas B. Jones darüber, wie die Kickstarter-Kampagne gelaufen ist, welche Hürden es gab und welche Rolle die ARF-Community bei der Finanzierung gespielt hat.

Außerdem geht es um die nächsten Schritte bis zum Druck, der für Ende September 2026 geplant ist: vom finalen Editing über die Sequenzierung und das Layout bis zur Produktion. Wir ziehen eine erste Bilanz und sprechen darüber, was ich aus den vergangenen Wochen gelernt habe – über Crowdfunding, Reichweite, Vertrauen und die Frage, was ein Fotoprojekt braucht, damit daraus am Ende tatsächlich ein Buch wird.

Herzlichen Dank an alle Unterstützer, die "Amor Eterno" möglich gemacht haben. Und wer sich noch ein Exemplar sichern möchte, kann das weiterhin tun: entweder über Kickstarter oder direkt bei mir per Mail als Vorbestellung an: kaibehrmann@web.de

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⚽ "Amor Eterno" geht an den Start!

Nach vier Jahren Arbeit an meinem fotografischen Langzeitprojekt über die Fußballkultur in Argentinien startet jetzt die Kickstarter-Kampagne für das gleichnamige Fotobuch. Gemeinsam mit Thomas B. Jones spreche ich im YouTube-Live am Mittwoch, 10. Juni 2026, ab 20 Uhr über die Geschichten hinter den Bildern, die Entstehung des Projekts und den Weg vom ersten Foto bis zum Buch.

📺 Zum YouTube-Live: https://www.youtube.com/watch?v=I1JItmKN7gM

📖 Mehr Informationen zu "Amor Eterno": https://www.abenteuer-reportagefotografie.de/amor-eterno

🚀 Direkt zur Kickstarter-Kampagne: https://www.kickstarter.com/projects/kai-behrmann/amor-eterno

🥁 Der Video-Trailer zum Projekt: https://vimeo.com/manage/videos/1198140137/06178b7212

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Transkript

Kai Behrmann
00:00:02
Immer, wenn man für sich selber so einen persönlichen Meilenstein erreicht hat, so ein Ziel in Sichtweite rückt und man ins Ziel kommt erfolgreich, dann ist das ein tolles Gefühl. Nach der gesicherten Finanzierung fängt jetzt die nächste Phase an, wo nochmal sehr, sehr viel Arbeit auch auf mich zukommt. Die jetzt noch fehlenden Schritte bis zum Druck und dann auch bis zum Versand des Buches um wieder zu gehen. Thomas, wie sieht es denn bei euch zu Hause aus? Wie hoch ist die WM-Fieberkurve noch?
Thomas B. Jones
00:00:40
Ich glaube, die ist so weit eingebrochen, dass sie im Minusbereich ist, nachdem die deutsche Mannschaft sich ja relativ schnell verabschiedet hat. Ich wollte ja eigentlich mit Junior das ein oder andere Spiel angucken, aber so viele Chancen hatten wir ja gar nicht, Spiele zu sehen. Von daher ist auch die WM-Begeisterung eigentlich gegen Null, wenn nicht sogar im Minusbereich.
Kai Behrmann
00:01:08
Ja, dass du jetzt nicht der größte Fußballfan bist, das ist bekannt. Aber ich habe neulich, du hattest mir auch mal ein Foto von deinem Junior geschickt, wie ihr, ich glaube, das war das Eröffnungsspiel, vor dem Fernseher saßt und Deutschland gegen Curaçao geguckt habt. Da hatte ich fast so den Eindruck, als ob jetzt auch im Hause Jones ein bisschen Fußballfieber aufkommt.
Thomas B. Jones
00:01:28
Ich gebe ja immer zu, dass ich von Fußball komplett keine Ahnung habe und das habe ich scheinbar auch an meinen Junior vererbt. Der hat auch komplett keine Ahnung. Der hat ja jedes Tor geschrien, ob die jetzt gewonnen haben. So gesehen bin ich ganz froh. Jetzt weiß ich, Fußball wird vielleicht nicht mehr seins werden. Und ich muss nicht jedes Wochenende auf irgendeinem Fußballplatz stehen, weil das wäre meine größte Sorge. Aber zu Glück hat er Begeisterung für andere Sportarten. Aber ja, so Sachen wie WM und so, da gucke ich dann schon hin und wieder mal rein, wenn es sich irgendwie ergibt. Also gerade das Spiel gegen Curaçao habe ich dann mit Junior angeschaut. Das war ganz witzig, das halt mal anzuschauen. Und ich würde jetzt zum Beispiel auch, keine Ahnung, wenn die USA, haha, die sind auch raus, weitergekommen wären, hätte ich mir da die Spiele noch angeschaut. Was ich gerade so ein bisschen hoff und mit Fieber, ich bin zufälligerweise, während des WM-Finales in Paris. Und wenn natürlich Frankreich bis ins Finale kommen würde, wäre das sicherlich interessant. Das würde ich mir natürlich irgendwo in Frankreich anschauen, weil das ist bestimmt spannend dann zu sehen, auch die französischen Fans zu sehen, zu erleben, was machen die, wie leben die Fußball und so weiter.
Kai Behrmann
00:02:36
Da können wir ja Ping-Pong spielen. Wenn du in Paris bist und Frankreich im Finale steht, dann wird Frankreich, so wie es jetzt aussieht, ja mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Argentinien treffen, die einen sehr, sehr leichten Weg ins Finale haben. Ich glaube, England ist die Mannschaft, die im Halbfinale wartet. Vorher sind das alles Gegner, die machbar sind für Argentinien. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch und dann machen wir eine Schalte. Paris, Buenos Aires.
Thomas B. Jones
00:03:05
Ja, das wäre mal interessant. Du raus.
Kai Behrmann
00:03:10
Ja, das ist der Vorteil, wenn man, wie du, zwei Pässe hat, wenn man, wie ich, in anderen Ländern mal gelebt hat und da irgendwo eine Beziehung aufgebaut hat. Man hat dann Optionen bei so einem Turnier und ist nicht an eine Mannschaft gekettet und wenn die raus ist, dann sinkt das Interesse dramatisch ab.
Thomas B. Jones
00:03:28
Das stimmt, ja, also so kann man länger dranbleiben. Ich meine, das wäre sicherlich an sich, also eine WM anschauen, ich gucke da jetzt nicht aktiv, wann sind welche Spiele. Wie gesagt, ich habe auch in den vorhergehenden WMs und so halt, wenn ein Spiel kam, hat man vielleicht mal reingeschaut. Ich muss aber zugeben, die diesjährige WM hat ein Geschmäckle, wie man bei uns sagt. Also dieses ganze Affentheater mit der FIFA und den USA, was sich jetzt ja noch in irgendwelchen Hintertürgesprächen fortgesetzt hat um rote Karten und so weiter. Ich finde das so komplett albern. Also ich verstehe total, dass sich die Fußballfans alle aufregen, sich sogar die UEFA mittlerweile aufregt, was da läuft. Das ruiniert es dann sogar mir, obwohl ich ja überhaupt kein Interesse eigentlich dran habe. Dann kann ich mir vorstellen, wie es dann vielen anderen sogar noch mehr nervt einfach, wenn es so ein Geschmäckle bekommt, so eine WM.
Kai Behrmann
00:04:26
Ja, wenn man denkt, es kann nicht absurder werden, dann setzen die Herren da dem Ganzen noch die Krone auf oder fügen noch ein weiteres Kapitel hinzu, wie jetzt dieser Anruf von Donald Trump bei der FIFA. Reiht sich leider ein in so Ereignisse, die den eigentlichen Fußball immer weiter in den Hintergrund treten lassen. Und ich glaube, das zieht sich ja durch die Jahre so durch. Es wird immer kommerzieller, der Fußball wird immer stärker vermarktet. Die eigentlichen Interessen der Fans stehen da gar nicht mehr so im Vordergrund. Und angesichts dieser Entwicklung muss man sich dann ja trotzdem wundern, mit wie viel Begeisterung die Fans immer noch dabei sind. Also im Stadion diese Ticketpreise bezahlen, vor dem Stadion feiern und auch einiges auf sich nehmen, um überhaupt in den USA, Mexiko oder Kanada dabei zu sein. Also jetzt am Beispiel von Argentinien, ich habe das jetzt ein bisschen verfolgt, da gab es Fans, die haben ihr Auto verkauft, um Geld mobil zu machen für die Reise dorthin. Es gibt andere Fans, die haben sich zusammengetan mit Freunden, die sind dahin geradelt von Argentinien einmal quer, gehen Norden durch Lateinamerika durch. Also die verrücktesten Geschichten. Es gibt einen Mann, den ich getroffen habe, als ich für mein Buchprojekt recherchiert habe, der hat Über mehrere Jahre vor den Spielen der Argentinischen Liga so kleine Tattoos mit abwaschbarer Farbe auf die Unterarme von Fans gemalt und sich damit Geld verdient, um sich die Reise leisten zu können. Also wirklich abgefahren, was da einige machen, um dabei zu sein.
Thomas B. Jones
00:06:12
Ja, auch die Ticketpreise waren ja komplett überzogen meiner Meinung nach. Es sind halt Ticketpreise, wie sie in den USA normal sind, aber glaube ich für viele Fußballfans völlig unverständlich. Da war einfach eine Null zu viel dran für die meisten. Ja. Da denke ich mir auch, das ist ja eigentlich ein Spot, der für die Fans sein soll, aber es scheint so ein ganz großes kommerzielles Fest geworden zu sein. Mit diesen Trinkpausen haben sich ja viele drüber lustig gemacht, dass es eigentlich nur eine neue Werbepause ist, weil die 45 Minuten viel zu lang sind und noch nicht genug Werbung auf dem Spielfeld drumherum und überall zu sehen ist. musste nochmal einen Werbeblock rein. Irgendein deutscher Influencer oder Streamer hat sich da ja auch einen kleinen Spot gekauft tatsächlich in so einer Trinkpause, um sich drüber lustig zu machen, über die Trinkpause. Also das, manche machen es dann mit Humor ganz gut, aber ja, es hat alles ein Geschmäckle, wie man bei uns sagt.
Kai Behrmann
00:07:05
Mal sehen, wie weit sich diese Spirale noch drehen lässt, wie weit die Fans das immer noch mitmachen. Aber ja, die Liebe zum Fußball.
Thomas B. Jones
00:07:14
Alles hat irgendwann ein Ende. Mal gucken, wann die FIFA fällt. Ich glaube, das dauert noch ein bisschen, aber, mal schauen, wie sich es entwickelt. Aber wir sind jetzt schon ein bisschen an der Fankultur entlang geschrammt und an Argentinien auch. Und darum soll es ja heute eigentlich gehen. Weil ich habe gehört, es kam so über den News-Ticker rein, dass du ein Buch machst und deine Kickstarter-Kampagne, jetzt, wir blicken ja auch die letzten Stunden tatsächlich, deine Kickstarter-Kampagne zu Ende geht. Sie wird erfolgreich zu Ende gehen, das wissen wir. Deswegen konnten wir jetzt die Aufnahme schon machen. Wir wissen, dass es finanziert wird, das Projekt. Das ist cool. Herzlichen Glückwunsch erst mal dazu. Und jetzt entscheide ich nur noch, wie hoch. Also ist es wie in einem Curaçao-Spiel. Bleibt es ein 2-1 oder wird es ein 7-1? Und jetzt mal schauen, wie es dann ausgeht. Erstmal herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Kampagne. Wie fühlt sich das an?
Kai Behrmann
00:08:10
Vielen Dank, Thomas. Ja, und vielen Dank natürlich auch an alle Unterstützerinnen und Unterstützer, die das möglich gemacht haben, diese Finanzierung dann vor der Ziellinie schon klar zu machen. Das freut mich sehr. Und ja, es fühlt sich großartig an. Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, wenn man die WM gewinnt und diesen Pokal in die Höhe stemmt. Ganz so hoch würde ich es nicht ansetzen. Aber es ist natürlich immer, wenn man für sich selber so einen persönlichen Meilenstein erreicht hat, so ein Ziel in Sichtweite rückt und man ins Ziel kommt erfolgreich, dann ist das ein tolles Gefühl. Und das habe ich jetzt auch in den vergangenen Tagen genossen. Es war ein steiniger Weg dahin. Zwischendurch habe ich auch reichlich gezittert. Ob es möglich wird, aber ja, letztendlich freue ich mich umso mehr, dass es am Ende geklappt hat und ja, das Ganze jetzt noch nicht vorbei ist, weil nach der gesicherten Finanzierung fängt jetzt die nächste Phase an, wo nochmal sehr, sehr viel Arbeit auch auf mich zukommt. Die jetzt noch fehlenden Schritte bis zum Druck und dann auch bis zum Versand des Buches zu gehen.
Thomas B. Jones
00:09:23
Es ist ja auch ein Stück weit eine Reise, die jetzt ein bisschen zu Ende geht vielleicht für dich. Also klar, du hast mehrere Reisen nach Argentinien gemacht, aber so ein Buch zu machen ist ja schon ein Stück weit eine Reise. Man bricht irgendwie auf, man sammelt das erste Material, es entwickelt sich über eine gewisse Zeit lang, dann kommen so Aufstiege wie die Kickstarter-Kampagne, wo man vielleicht sogar nur am Rand sitzen kann und dann irgendwann zuschauen muss. Und jetzt kommt dann der Gipfelaufstieg tatsächlich, also, dieser letzte Teil, wo aus den Erfahrungen, aus den Bildern, aus dem ganzen Material das fertige Buch werden muss. Ich habe schon Teile davon gesehen, es ist nicht so, dass du es gerade bei Null sitzt, aber jetzt kommt der finale Aufstieg. Beschreib mal ein bisschen, wie die Reise hier bis hierher war für dich.
Kai Behrmann
00:10:12
Ja, das ist das Spannende an so einem Projekt, glaube ich. Man weiß nie ganz genau, wo es eigentlich angefangen hat. Ich war der Meinung, dass dieses Projekt so ungefähr vor vier Jahren begonnen hat. Damals wurde Argentinien in Katar Weltmeister und ich bin nach Argentinien gereist mit der Idee, mal ein bisschen genauer hinzuschauen, wie es in der Liga des Weltmeisters aussieht, weil ja, die Stars, die großen Namen, die kennt jeder, aber Wie sieht das Umfeld, die Liga aus, aus der immer wieder diese tollen Spieler hervorkommen, das war so eigentlich mein Antrieb. Also Argentinien kannte ich ja schon länger, langjährige Beziehungen zu diesem Land, habe dort gelebt und so weiter. Auch mich dort mit dem Fußball immer wieder auf die unterschiedlichste Art und Weise beschäftigt. Aber dieses Projekt ist für mich eigentlich vor vier Jahren gestartet. Jetzt sind dann im Laufe des Prozesses viele Gespräche entstanden. Ich habe mich viel ausgetauscht, auch mit Kollegen und Kollegen. Ich war bei Sebastian H. Schröder, den ja auch die meisten wahrscheinlich kennen, sein Buch 1 reicht, sehr zu empfehlen, ganz, ganz tolles Buch. Und Sebastian ist ja ein hervorragender Kurator und Buchcoach. Da haben wir auch schon den einen oder anderen Workshop zusammen mit ihm gemacht. Und ich habe auch ihn gefragt und wollte seine Expertise haben. Und Sebastian ist ja, du kennst ihn, ein sehr direkter Typ. Und man muss es schon wollen, wenn man sich sein Feedback holt. Beziehungsweise sollte wissen, was da auf einen zukommen kann. Sebastian ist durchaus in der Lage, Konzepte, die für einen in Stein gemeißelt sind und schon kurz vor der Finalisierung stehen, nochmal gehörig durcheinander zu wirbeln.
Thomas B. Jones
00:12:02
Das kann er gut, das kann er wirklich sehr gut. Also der kann auch, wenn man eine gewisse Begeisterung von was hat, diese Begeisterung einreißen, sag ich mal, aber mit total guter Absicht dahinter. Also er macht es nicht, weil er denkt, ah, das ist eine blöde Idee, ich hau dir deine Sandburg zusammen, sondern deine Sandburg war halt nicht gut. Und dann kannst du nochmal neu aufbauen und hast am Ende die bessere Sandburg oder halt die bessere Bildauswahl, das bessere Editing der Bilder, das bessere, vielleicht sogar Gesamtkonzept fürs Buch. Also das macht er mit dem Ziel für dich, das bessere Buch zu machen.
Kai Behrmann
00:12:36
Mhm. Ja, sehr, sehr schönes Bild, das mit der Sandburg. Also er ist da auch noch mal in meine Sandburg reingetreten. Er hat sie jetzt nicht komplett zerstört, aber ja, doch ein paar Teile eingerissen und da bin ich jetzt dabei, diese wieder aufzubauen, aber sehr konstruktiv das Ganze. Und eben eine Erkenntnis aus diesem Gespräch war, dass dieses Projekt nicht vor vier Jahren, sondern im Grunde 1986 begonnen hat. Also ganz, ganz weit zurückliegend dieses Datum. Die Älteren unter uns werden sich erinnern. Das war das Jahr, in dem die WM in Mexiko stattgefunden hat. Damals das Finale Deutschland gegen Argentinien. Ich war damals acht Jahre alt, durfte ab und zu mal ein bisschen länger aufbleiben. Die WM durch die Zeitverschiebung, also da waren die Spiele dann auch manchmal zu Zeiten, wo Kinder in dem Alter eigentlich schon im Bett sein sollten. Und das Finale durfte ich dann natürlich sehen, saß dann im Pyjama vorm Fernseher im Wohnzimmer mit meinen Eltern, habe da mitgefiebert. Und das ist so der erste Moment, an den ich mich erinnere, wo ich fußballbewusst wahrgenommen habe. Und habe mitgefiebert, Deutschland lag 0-2 hinten, dann der Ausgleich 2-2, alles lief schon auf die Verlängerung hinaus. und ich als kleiner Junge habe da mitgefiebert. Und dann kam der Pass von Maradona auf einen Spieler, der Burujaga hieß. Und ich bin der Meinung, den Kommentator im Ohr zu haben, wie er das Tor... Oder die Entstehung schilderte und dieser Name des Spielers, der dann das 3-2 für Argentinien erzielt hat, der hat sich so bei mir eingebrannt und ich war in meiner kindlich naiven Enttäuschung da so getroffen und habe immer Diese Enttäuschung mit diesem Namen verbunden von diesem Spieler. Ja, rational nicht zu erklären, aber so ist es halt eben im Fußball, wo so vieles, wir haben es eingangs genannt, wo so viel passieren kann, was rational, wo man sagen kann, damit will ich überhaupt nichts mehr zu tun haben, was man aber beiseite schiebt, Weil der Fußball doch irgend so eine Kraft, so ein Zauber auswirkt, der die Fans das alles vergessen lassen. Und so ging es mir damals auch. Und das war so der Beginn, wie ich dann auch lange als Fan die Liebe zum Fußball empfunden habe, als etwas Irrationales, aber etwas sehr, sehr Schönes. Und von daher bin ich Sebastian da sehr dankbar. Es war jetzt eine sehr lange Schilderung, aber wie er mich mit seinen Fragen zu diesem Punkt gebracht hat, ganz, ganz weit zurückzugehen und ja, dieses Projekt auf eine noch persönlichere Ebene zu heben. Mhm.
Thomas B. Jones
00:15:25
Cool, schön. Ah, schön, wenn das so eine lange Geschichte ja schon hat, was dann alles mit drinsteckt, framet das Buch dann ja nochmal neu. Wir reden immer von dem Buch, ich habe jetzt aber auch mitbekommen, du hast ja parallel, hast du gerade eine kleine Ausstellung jetzt vorbereitet, die läuft ab diesen Freitag los? Oder diesen Freitag, glaube ich, ja?
Kai Behrmann
00:15:47
Die Ausstellung, die Vernissage, ist am 12. Juli, also am Sonntag.
Thomas B. Jones
00:15:51
Ah, 12. Ja. Ah ja, okay. Also da wird jetzt auch eine kleine Ausstellung entstehen, da kannst du gleich was dazu sagen, aber mich würde auch interessieren, also ich rede gerne über die Ausstellung und dann aber auch würde mich interessieren, jetzt hast du ja einmal den Unterschied gesehen, wie ist es eine Ausstellung zu machen, wie ist es ein Buch zu machen. Das sind ja dann die gleichen Bilder in Anführungszeichen, aber zwei sehr unterschiedliche Darstellungsformen des Ganzen. Was sind also die Unterschiede, wie hat sich das angefühlt?
Kai Behrmann
00:16:16
Ja, so eine Ausstellung ist dann nochmal eine stärkere Verdichtung von der Essenz, die im Buch eigentlich steckt. Im Buch habe ich die Möglichkeit, noch differenzierter Aspekte zu erzählen, wie der Fußball gelebt wird, was drumherum passiert an den verschiedenen Orten, vor den Stadien, im Stadion, danach. Also da habe ich ein bisschen mehr ... Die Gelegenheit auszuholen, auch mit mehreren Bildern. Und bei der Ausstellung ist es jetzt so, es sind zwölf Bilder am Ende geworden und da war die Schwierigkeit oder die Herausforderung, eben diese ganzen Aspekte so zu verdichten, dass sie in einzelnen Bildern sehr, sehr klar sichtbar werden und dann miteinander auch funktionieren. Ich habe das jetzt zum zweiten Mal gemacht. Ich habe eine oder die erste Ausstellung war damals in Forchheim bei dem Fotofestival, wo du auch schon ausgestellt hast. Das ist so in einem Park gewesen, wo die Bilder auf großen Panels zu sehen waren. Das war nochmal was anderes, weil ich glaube, das waren drei oder vier Bilder so an einem Ort, wo man so rumgehen konnte. Die waren so angeordnet, dass sie nicht einzeln standen, sondern so als Quadrat oder wie auch immer. Ich weiß nicht, wie man das beschreiben soll.
Thomas B. Jones
00:17:43
Ja, so zusammengefasst halt irgendwie die Bilder. Ja, genau.
Kai Behrmann
00:17:48
Und jetzt diese Ausstellung, die im argentinischen Konsulat in Bonn sein wird, in den Räumlichkeiten, es ist so eine alte Villa, jetzt nicht übermäßig große Räume. Morgen fahre ich dorthin, hänge die Bilder und schaue mir dann auch nochmal an, wie das Ganze am besten sequenziert wird, ob das so klappt, wie ich mir das vorstelle, wie das dann auch von der Führung oder von der wahrscheinlichsten Erfahrung der Besucher dort sein wird, wo sie anfangen, in diese Ausstellung reinzugehen, in diesen Raum, wie so die Gehrichtung aussehen wird. Da bin ich schon mal sehr gespannt drauf, wie das morgen ablaufen wird.
Thomas B. Jones
00:18:32
Ja, aus eigener Erfahrung. Man hat immer so eine Idee für so eine Ausstellung, welche Bilder man auswählt und dann steht man im Raum und dann fühlt es sich nochmal anders an. Und ich habe dann bei meiner letzten Ausstellung auch last minute noch zwei Bilder umgehängt. Und ich dachte, nee, das funktioniert eigentlich. Und ich stand ja schon in den Räumen drin, ich habe es ja eigentlich schon gesehen, ich wusste, welche Bilder ich ausgewählt habe. Aber trotzdem, es hat sich dann nicht mehr richtig angefühlt, wenn du das Bild in der Hand hast. Also das ist schon auch ein ganz eigener Prozess nochmal, sowas zu Ende zu kriegen. Jetzt ist dein Amo Eterno ein Buch. Warum hast du von vornherein gesagt, dass du ein Buch machen willst und nicht eine Ausstellung, wie heißt es, Multivisionsvortrag oder sonst was?
Kai Behrmann
00:19:16
Ja, für mich ist es kein Entweder-Oder. Das sind Möglichkeiten, die sich vielleicht noch ergeben werden. Also dieses Projekt hat mich bisher schon immer wieder überrascht und ich glaube, es wird mich auch in der Zukunft weiter überraschen, weil es jetzt auch kein Thema ist, was zwingend abgeschlossen ist. Ich habe jetzt gesagt, ich mache mal den ersten Cut, bringe dieses Buch raus, damit fange ich an und dann schaue ich, ob mich das Projekt noch weiter beschäftigen kann, ob es weitere Aspekte gibt, die ich dem Ganzen hinzufügen kann. So, das entwickelt sich ja sehr, sehr organisch. Und so sehe ich es jetzt auch. Also diese Ausstellung ist dann... Ja, es hat sich die Gelegenheit ergeben. Ein Freund von mir hat Bekannte im argentinischen Konsulat, hat mir den Kontakt dort hergestellt und dann war sehr, sehr schnell klar, dass es die Möglichkeit gibt. Der 12., da wird der argentinische Nationalfeiertag nachgefeiert, der eigentlich am 10. Juli ist und im Rahmen dessen wird es dort ein buntes kulturelles Programm geben. Einige andere Künstler stellen dort auch Kunst aus. Es gibt was zu essen, es gibt Folkloremusik. Also sehr bunt dieser Tag. Und das war eine schöne Möglichkeit, dort eben auch diese Bilder zu zeigen, weil Fußball in Argentinien ein ganz, ganz wichtiger Teil der nationalen Identität ist. Und was dann Vorträge angeht, muss ich mal schauen, wie sich das daran vielleicht noch anschließen lässt. Es gibt zwei, drei Optionen, die ich gerade bespreche, wo eben genau das auch das Thema sein wird. Also einmal noch eine Präsenzveranstaltung im Herbst, da ist aber das finale grüne Licht noch nicht gegeben, also kann ich da noch nichts Konkretes zu sagen, aber dann wäre eben auch das noch abgedeckt mit einem Live-Vortrag und mit einer Aufzeichnung, die es später dann bei YouTube zu sehen geben wird.
Thomas B. Jones
00:21:23
Cool, schön, da freue ich mich schon drauf. Vielleicht, vielleicht darf ich es da sogar hin, wer weiß. Wäre auf jeden Fall cool. Jetzt am Sonntag kann ich leider nicht dazu kommen, da habe ich einen Dreh an dem Tag, sonst hätte ich mir das natürlich nicht entgehen lassen, das dann im argentinischen Konsulat anzuschauen. Das Setting ist natürlich auch cool, also was ganz anderes nochmal irgendwie. Du hast dann sehr wahrscheinlich viele Menschen da, die aus Argentinien kommen, vielleicht nur vorübergehend in Deutschland sind, wie auch immer und die sich mit den ganzen Vereinen identifizieren können, die die Orte kennen. Das ist natürlich nochmal was anderes, als wenn du jetzt hier vor irgendeinem deutschen Publikum das Ganze zeigst, die keine direkte Verbindung haben. Da bin ich sehr gespannt, was du erzählst von der Vernissage, wie das dann wird.
Kai Behrmann
00:22:10
Ja, genau das, was du sagst. Darauf freue ich mich auch am meisten. Also diese Gespräche vor den Bildern dann mit Menschen, die den Fußball ja schon kennen, so wie ich ihn zeige auf den Bildern. Das wird eine andere Reaktion sein, als wenn ich es einem deutschen Publikum zeigen werde. Also ja, genau das, was du sagst. Das wird ja sehr spannend sein. Ich werde davon berichten.
Thomas B. Jones
00:22:35
Cool. Lass uns mal ein bisschen über Kickstarter sprechen. Das ist, glaube ich, so ein Ding, was noch im Raum steht, wo wir noch ein bisschen drüber quatschen müssen. Du hast dich für die Kickstarter-Kampagne entschieden, aus ähnlichen Gründen, wie ich mich damals für die Vorbestellerphase entschieden habe, bei meinem Buch, also das Israel-Buch, was ich damals gemacht habe. Das hat, ist ja nicht weil wir sagen das ist ein besonders tolles Medium jetzt Kickstarter oder halt davor bei mir diese Werbung für eine Vorbestellerkampagne irgendwie zu machen, das hat schlicht und ergreifend den Grund, wir müssen halt irgendwo, das Cash vorher mal kriegen, um das Buch überhaupt drucken zu können, weil so ein Buchdruck natürlich echt Geld kostet und man muss es ja vorstrecken, wir zahlen die Druckereien ja nicht, wenn wir Bücher verkaufen, wir zahlen die Druckereien, wenn wir das Buch drucken, dann wissen wir noch nicht, ob und wie viel wir überhaupt verkaufen. Wie war es jetzt für dich mit Kickstarter? Wir können ja gerne vielleicht so ein bisschen beide Parallelen ziehen, wie es bei mir mit der Vorbestellerphase war, dass die Hörerinnen und Hörer ein bisschen so einen Einblick kriegen können, was für sie vielleicht das Richtige wäre für die Zukunft. Erzähl mal, wie war dein Entscheidungsprozess, überhaupt zu Kickstarter zu gehen?
Kai Behrmann
00:23:47
Ja, du hast es gesagt, also die Herausforderung, vor der man dann ja steht, wenn man ein Buch veröffentlichen möchte, ist die Finanzierung und das Geld liegt leider nicht in voller Summe auf dem Konto und man kann es erstmal vorstrecken, sondern gerade wenn man so ein Buch in der Qualität drucken möchte, in einer bestimmten Auflage, dann sind das Kosten, die ja erstmal gedeckt werden müssen, beziehungsweise wo das Wissen wichtig ist, dass es genügend Unterstützer für dieses Buchprojekt gibt, um das überhaupt erfolgreich machen zu können. Deswegen bin ich schnell bei Kickstarter gelandet, bei dieser Crowdfunding-Plattform, weil ich auch im Kollegenkreis einige kenne, die das damit schon erfolgreich gemacht haben. Der Erik Schlicksbier hat dort schon Projekte finanziert, der Florian Renz, Die mir dort berichtet haben, dass das für sie sehr gut gelaufen ist. Und dann habe ich mir das näher angeschaut. Diese Plattform ist ja auch auf dem Markt dieser Crowdfunding-Plattform. Es gibt noch zwei, drei andere, aber Kickstarter ist da schon eine der seriösesten und größten Anbieter auf dem Markt. Insofern war dieses Vertrauen auch da, wo man sagen kann, okay, das ist eine Plattform, auch wenn ich sie vielleicht noch nicht kenne, aber ja, da ist meine Unterstützung in guten Händen. Das war so der Gedanke dahinter. Und dann ist es eben auch so, dass es ja dieses Alles-oder-Nichts-Prinzip dahinter steht, sprich für die Unterstützer ist es kein Risiko, wenn sie einen Beitrag erstmal leisten oder die Bereitschaft erklären, ja, ich bin dabei. Erst wenn das Kampagnenziel erreicht ist, werden diese Beträge ja abgebucht. Das heißt, eine nicht finanzierte Kampagne führt dann nicht zum Verlust bei den Unterstützern. Das ist etwas, was ich sehr gut finde. Das ist so dieses Alles-oder-Nichts-Prinzip und das kein Risiko besteht. Was allerdings schwierig ist und etwas, was mir gar nicht so klar war, ist, dass für viele das nicht unbedingt verständlich war von Beginn an, dass ein Kickstarter da doch noch erklärungsbedürftiger ist, als ich es gedacht habe. Also das kennt man ja, wenn man so tief drinsteckt in irgendetwas für einen selber, ist es klar, wie das funktioniert. Aber für Außenstehende, die dann das erste Mal auf diese Plattform kommen, Die fragen sich dann vielleicht auch. Oder wenn sie sehen, da ist, in meinem Fall waren es 5000 Euro, das Finanzierungsziel, wenn die Kampagne dann bei 1500 Euro steht, wo man sich dann fragt, okay, investiere ich jetzt oder trage ich was dazu bei? Das waren so, glaube ich, Hindernisse, die es am Anfang nicht leicht gemacht haben, diese Kampagne in Gang zu bringen, wo ich noch ein bisschen mehr hätte erklären müssen, wie das Ganze funktioniert und dass tatsächlich kein Risiko besteht, wenn man sich daran beteiligt.
Thomas B. Jones
00:26:48
Ja, du sagst, wir stecken halt tief drin. Wenn du dich jetzt bei Kickstarter anmeldest, um eine Kampagne zu machen, hast du dich ja vorher schon damit befasst. Für die Menschen, die es kaufen, ist es ja aber nicht so, dass die es unbedingt kennen. Das ist einfach so. Auch wenn Kickstarter jetzt nichts Neues ist, in Anführungszeichen, ist es für manche vielleicht einfach die erste Kampagne, die sie unterstützen. Es kommen da natürlich nur so zusätzliche Reibungspunkte hinzu. Kickstarter.com, das ist jetzt wieder irgendeine Plattform, wo ich einen neuen Account brauche, das sieht nicht nach einem regulären Shop aus, was mache ich da eigentlich? Ich finde, Kickstarter macht selbst manchmal keinen guten Job, zu erklären, was da gerade passiert, bis heute, das finde ich faszinierend. Ich habe Anfang letzten Jahres wieder ein Produkt auf Kickstarter unterstützt. Und ich finde auch, die Abwicklung hinterher ist manchmal, es hakelt halt hin und wieder einfach mal. Dann kommt hier eine E-Mail und da eine E-Mail, dann muss ich mich dort wieder anmelden, jetzt muss ich noch mal was eintragen und so. Das ist, ich finde den ganzen Prozess bei Kickstarter immer noch mit sehr viel Reibung verbunden, wo ich nicht ganz verstehe, warum Kickstarter das auch nicht auf die Kette bekommt, die Reibung wirklich aufzulösen. Auf der anderen Seite, wie gesagt, ich habe schon genügend Kickstarter-Kampagnen selbst unterstützt. Ich habe selber noch keine gestartet, Deswegen fand ich es umso spannender, als bei dir reinzublicken, was deine Erfahrungen sind. Ich bin total happy, dass es geklappt hat. Wir hatten ja vorab schon auch über die Benefits gesprochen, die Rewards heißt es, glaube ich, gesprochen.
Kai Behrmann
00:28:15
Die Belohnung.
Thomas B. Jones
00:28:17
Genau, du bietest über Kickstarter nicht nur die Möglichkeit, das Buch vorzubestellen, sondern man kann es ja auch mit Boni versehen, dass zum Beispiel man bekommt noch Postkarten dazu, man bekommt Fineprints dazu bis hin zu einem Workshop, den man dann automatisch mitbekommt, je nachdem wie viel Geld man in die Unterstützung reinkippt. Was natürlich super ist, einfach von der Logik her, weil jetzt beispielhaft der Workshop, das kostet dich am Ende ja nur Zeit, aber es kostet dich kein Geld. Das Geld, was du einnimmst aus diesem Workshop, kannst du direkt in den Druck stecken. Das ist eine Riesenmöglichkeit, die Kickstarter bietet, da ein bisschen Benefits zu geben. Ich weiß nicht, du wirst sicherlich auch Unterstützerinnen und Unterstützer haben, die dir nur Geld gegeben haben und gar kein Buch wollen. Aber jetzt einfach sagen, nee, ich will die Kampagne anschieben, das Buch kaufe ich mir dann hinterher. Da hat Kickstarter schon... Viele Vorteile, man muss ein bisschen abwägen gegenüber den Reibungspunkten. Aus meiner Erfahrung aus mit diesem Vorbestellprozess, also bei dem Israel Buch, kurz zur Erklärung, ich habe das damals so gemacht, ich habe, alles in Stellung gebracht gehabt, um dieses Buch zu machen und habe dann auch gesagt, okay, ich könnte das zwar irgendwie mit Ach und Krach vorfinanzieren, aber mir wäre da nicht sehr wohl dabei. Gleichzeitig war Junior unterwegs der war in Zustellung wenn man so möchte es, war während der Pandemie, wo auch nicht klar war wie läuft das nächste Jahr überhaupt das waren sehr viele finanzielle. Risiken will ich jetzt nicht sagen, aber Unklarheiten einfach da, sehr viele Variablen, da und da habe ich gedacht nee ich mache es nicht über reinen Bestellprozess und strecke es selber vor, sondern ich mache eine Vorbestellphase einfach damit ich auch abschätzen kann, Drucke ich 100 Stück, drucke ich 500 oder drucke ich 1000 nicht, aber wie viel drucke ich denn tatsächlich am Ende? Und habe das dann über eine Vorbestellphase gemacht, über einen ganz normalen Shop, auf meiner ganz normalen Website. Was für viele sicherlich weniger Reibung verursacht, im Sinne von, das ist ein Shop, wie man schon 1000 Mal gesehen hat, ich füge das Buch dem Warenkorb hinzu, da steht, Achtung, es ist eine Vorbestellung, das Buch kommt am Termin X, jetzt kaufen, jetzt kaufen. Geld ist dann weg in dem Moment. Das Geld wird dann tatsächlich zu mir überwiesen, und die Leute bekommen nur eine E-Mail quasi, hey, danke für deine Unterstützung, vielleicht druckt was auch. Da ist das Risiko viel höher natürlich für die Käuferinnen und Käufer. Gleichzeitig ist die Reibung aber viel geringer. Und, Wir können keinen 1 zu 1 Vergleich ziehen zwischen unseren beiden Projekten aufgrund der verschiedenen Zeit und vielen anderen Faktoren. Aber ich fand es interessant, es bei dir zu sehen und mit meinem Punkt zu vergleichen. Ich hatte mit meiner Vorbestellphase das Glück, dass ich so viele Bücher verkauft hatte, dass ich rein aus dem Cashflow, der da war, den Druck dann finanzieren konnte. Also ich hatte keine Bedenken mehr, ich kann es auf jeden Fall drucken, kann die Menge drucken, die ich angepeilt hatte und dann bedenkenlos in den Verkauf gehen.
Kai Behrmann
00:31:21
Ja, spannend. Also auch deine Sichtweise, deine Erfahrung. Wir haben uns ja im Vorfeld auch schon darüber ausgetauscht und du hast mir erzählt, wie du es damals gemacht hattest. War ich ja auch dran, hab das ja mitbekommen. Und war sicherlich auch eine Überlegung, das so zu machen. Ich habe mich jetzt anders entschieden, weil ich es einfach mal ausprobieren wollte, weil auch die Idee war, bei diesem Thema, was durchaus auch über Deutschland hinaus interessant sein kann und das ist eben der Vorteil, dass so eine Plattform wie Kickstarter Prinzipiell bietet, auch ein Publikum zu erreichen, das ich jetzt über den Podcast oder das wir über Abenteuer-Reportage-Fotografie nicht erreichen. Und das war so eine Hypothese, die im Nachhinein, wo ich sagen muss, die ist nicht aufgegangen. Die internationale oder international hat die Kampagne nicht verfangen. Das kann verschiedene Gründe haben, müsste ich jetzt nochmal ein bisschen genauer reingehen. Da ist sicherlich auch der Faktor Glück entscheidend. Wenn es irgendwo eine Stelle gibt, die das Thema aufgreift, international, wenn es irgendwo in einem Forum erwähnt wird, in einem Blog drüber gesprochen wird oder sich in einer Expert-Community von Argentiniern irgendwo verbreitet und die sagen, Mensch, das ist interessant, bestellen wir. Dann kann sowas natürlich auch Fahrt aufnehmen, aber dieser Funke ist nicht übergesprungen, das heißt die Bestellungen, die sind größtenteils oder zu 90% über unsere Community gekommen, wo man dann im Nachhinein auch sagen könnte, ja dann hätte das auch über die eigenen Kanäle mit einem eigenen Shop wahrscheinlich genauso gut oder noch besser funktioniert, weil man dann nicht die von dir auch beschriebenen Reibungsverluste über eine Plattform wie Kickstarter gehabt hätte.
Thomas B. Jones
00:33:21
Mhm. Kickstarter ist, wie du sagst, der Vorteil ist natürlich, du hast ein potenziell internationales Publikum. Ich meine, das hätte mein Shop genau genommen auch, wobei ich den Verkauf international sogar eingeschränkt habe. Und das ist der Punkt, weil ich natürlich dann das ganze Handling machen muss. Ich muss die Rechnung ins Ausland schreiben, ich muss mich um steuerliche Thematiken kümmern. Bei Kickstarter ist zumindest ein Teil weg. Die Rechnungsstellerei läuft nämlich über Kickstarter, damit hättest du da nichts am Hut. Aber du musst trotzdem international versenden. Aber ich verstehe total, vor allem bei deinem Thema noch mehr als bei meinem, dein Buch ist ja auch Deutsch-Englisch dann am Ende, meins war nur auf Deutsch, dass natürlich ein internationales Publikum, ich sag mal, verlockend ist, aber jetzt auch interessant war zu sehen, okay, reicht denn die eigene internationale Reichweite überhaupt aus, das Buch bekannt zu machen? Da können wir vielleicht gleich auf das Thema auch kommen. Also was brauche ich denn überhaupt, um ein Buch so anzuschieben? Weil sorry, ich weiß nicht, ob ihr euer nächstes Buch vom Urlaub über Kickstarter finanziert bekommt. Das gehört vielleicht ein bisschen mehr dazu. Was hast du denn vielleicht auch vorher schon in Stellung gebracht, bevor du überhaupt zu der Kampagne gekommen bist?
Kai Behrmann
00:34:32
Ja, in unserem Fall ist natürlich das große Plus, dass wir schon eigene Kanäle haben. Wir haben einen Newsletter, wir haben den Podcast, worüber wir Menschen direkt erreichen können, die uns auch schon über einen langen Zeitraum kennen. Das schafft natürlich Vertrauen und wenn wir mit so einem Projekt nach außen gehen, dann gibt es da zum Glück mittlerweile viele Menschen, die uns unterstützen, die Interesse an unserer Art der Fotografie haben und sich dann vielleicht auch denken, selbst wenn das Thema nicht so interessant ist, wie jetzt Fußball, das verstehe ich auch, dass da viele abwinken und sagen, ich meine, du bist das beste Beispiel, du bist kein ausgewiesener Fußballfan, du hast ein Interesse an Fotografie und findest vielleicht dann eher diesen Blickwinkel, den ich gebe durch eine etwas ungewöhnliche Art der Sportfotografie, das Projekt interessant. Aber das Thema Fußball an sich packt dich nicht. Und so ist es, glaube ich, auch vielen gegangen, aber die dann trotzdem gesagt haben, Ja, weil ich schon so lange den Podcast höre und da auf die Art und Weise über die Bestellung von einem Exemplar dann was zurückgebe, dann haben wir auch Möglichkeiten geschaffen. Also das ist natürlich schon ein Vorteil, wenn man... Auch so eine Community bauen kann. Aber denk mal, es ist auch möglich für andere, die jetzt nicht über diese Möglichkeiten verfügen, über diese Infrastruktur, mit einer starken Idee nach außen zu gehen. Dann muss ich vielleicht ein bisschen härter kämpfen, um mir Öffentlichkeit zu besorgen, aber alle Medien da draußen, sei es andere Podcasts, sei es auch klassische Medien, Magazine, Zeitungen, die brauchen gute Themen für ihre Leser und sind immer daran interessiert, diesen Input von außen auch zu bekommen. Und wenn ich dann das schaffe, dort den Redakteur oder den Podcast-Kollegen überzeugen kann für dieses Thema und auch deutlich machen kann, dass es ein Mehrwert für deren Hörer, für deren Leser Ist, dann kann ich dort auch erscheinen mit meinem Thema und eben dementsprechend auch Aufmerksamkeit für ein Buch zu bekommen.
Thomas B. Jones
00:36:41
Man kann sich die Kanäle ja auch suchen, also wir haben ja selbst Buchprojekte, bei begleiteten Anschluss, wir haben vielleicht die nicht begleitet, dass wir irgendwas gemacht hätten, wir haben vielleicht die initial Idee gegeben oder den Anschub manchmal geliefert, Buchprojekte zu machen. Wir haben da verschiedene Projekte gesehen, wo sehr spitz, sage ich mal, das Publikum ist. Also es ging um ein Feuerwehrfahrzeug, das irgendwo gekauft wurde, um die Kunst- und Kulturszene in der Stadt und so weiter. Also das interessiert ja jetzt niemanden in Argentinien sehr wahrscheinlich so. Aber die Chance an so einem Spitzenpublikum ist natürlich, dass du sehr genau diese Zielgruppe treffen kannst, die du oftmals direkt persönlich ansprechen kannst, was auch eine Riesenmöglichkeit ist. Also man muss nicht über eine große Community jetzt wie wir verfügen, wo uns viele Leute kennen oder irgendwelche Titel oder sonst was haben, weil ob am Ende... Also, keine Ahnung, was deine finale Auflage sein wird oder meine. Wir verkaufen sehr breit, das aber natürlich auch ein bisschen mit der Gießkanne, und wir haben oft nicht den direktesten Kontakt zu der Community. Du kannst vielleicht aber die gleiche Stückzahl umsetzen, wenn du halt ein Thema hast, was eine Community direkt bei dir vor Ort trifft oder so. Da kannst du vielleicht die gleiche Stückzahl umsetzen am Ende. Das entscheidet nicht, wie weit meine Reichweite ist unbedingt. Es geht mehr um die Tiefe, die ich an Reichweite habe. Also wie gut finden die Leute das, was ich tue, um es dann am Ende auch tatsächlich zu kaufen.
Kai Behrmann
00:38:19
Ja, ein guter Punkt. Und das durchaus dann spitz in die Tiefe gehen zu betrachten und auch lokal. Also wenn es ein Thema ist, was jetzt dieses Thema über die Kulturschaffenden in Nürnberg zum Beispiel, das ist natürlich ein Thema, was gerade in Nürnberg von Interesse ist im Bereich der Kulturschaffenden, in Theatern, in Museen, überall dort, wo Menschen sich kulturell engagieren und Veranstaltungen auf die Beine stellen. In diesem Umfeld dort präsent zu sein, dort das Publikum direkt anzusprechen, was Interesse haben könnte an so einem Fotobuch, das bietet unheimlich viele Möglichkeiten und da findet sich dann eben auch ein Publikum. Und es kann auch eben Spaß machen, das auf so eine direkte Art und Weise bekannt zu machen. Das ist was anderes als jetzt übers Internet. Wo der Austausch dann eben nicht so von Angesicht zu Angesicht passiert. Das ist natürlich ein bisschen mühsamer, so Buch für Buch einzeln an den potenziellen Interessenten oder Käufer zu verteilen oder ihm anzubieten. Aber wenn man sich die Mühe macht, bieten sich da unheimlich viele Optionen und kann eben auch Spaß machen. Und von da wächst es dann so langsam. Ich glaube, jedes Projekt oder das erste Mal, wenn man etwas macht, ist mit unheimlich viel Anstrengung verbunden. Man muss sich der Möglichkeiten bewusst werden, die es da gibt. Einige Dinge funktionieren, andere funktionieren nicht. Man lernt daraus und kann diese Dinge beim nächsten Mal besser machen. Und so begreife ich auch dieses Projekt. Ich habe sehr, sehr viel daraus gelernt. Das werde ich jetzt auch nochmal ein bisschen sacken lassen und dann sicherlich auch noch an anderer Stelle da konkreter drüber sprechen, wenn das alles ausgewertet ist. Aber ich weiß es schon jetzt, dass ich das nächste Projekt ganz anders angehen werde und ja, dass so ein Stück weit immer weiter ein Lernprozess ist, auch Kickstarter. Ich weiß nicht, ob ich es das nächste Mal wieder über Kickstarter machen werde, vielleicht wird es eine Hybridgeschichte werden. Also es gibt jetzt einige, die es über Kickstarter bestellt haben. Für die ist es dann beim nächsten Mal auch leichter. Die sind angemeldet, die haben ihr Konto oder es ist dann nur noch ein Klick und nicht dieser Anmeldeprozess, den jemand neu durchlaufen muss. Vielleicht funktioniert das dann, dass ich es sowohl als auch anbiete. Also ja.
Thomas B. Jones
00:40:56
Bin ich gespannt, also ob es dann beim nächsten Mal läuft. Aber wie du sagst, Community-Building ist sicherlich was, was man vorher machen muss, wobei nicht klar ist, wie eine Community aussieht. Das kann verschiedene Dinge haben. Jetzt geht es ja bei dir, die Kampagne geht dem Ende zu, sagen wir mal so, Community schön und gut, jetzt will die Community aber auch was haben, was sind die nächsten Schritte, also das Buch ist ja noch nicht gemacht, es ist ja noch nicht gedruckt, es ist ja noch nicht mal 100% gelayoutet, also da kommen jetzt noch einige Punkte, magst du mal kurz erzählen, was die nächsten Schritte jetzt für dich sind?
Kai Behrmann
00:41:34
Genau, das ist das, was ich meinte, dass das Finanzierungsziel natürlich erreicht ist, aber in diesem Prozess von der Idee hin zum veröffentlichten Buch ist es eben eine ganz, ganz wichtige oder die entscheidende Etappe jetzt gewesen, aber es folgen noch einige Schritte. Ich habe ja gesagt, dass ich das Buch für Ende September sehe, dass es dort dann in den Druck gehen kann. Das ist so das Zeitziel, was ich jetzt anpeile und darauf arbeite ich jetzt hin. Und zu deiner Frage, was jetzt noch zu machen ist, die Bilder sind soweit alle da, aber die Art und Weise, wie ich sie sequenziere oder von meiner ursprünglichen Idee, die Sebastian dann ein bisschen durcheinander gerüttelt hat, da muss ich jetzt nochmal rangehen und die Erzählstruktur anpassen, dahingehend mit den genannten Einflüssen eben auch, dass es jetzt ein Stück weit persönlicheres Buch werden wird. Also ich hatte es ja skizziert, wie es bei mir angefangen hat mit meiner Beziehung zu Argentinien. Und das zieht sich so ein bisschen weiter durch, weil letztendlich habe ich auch erkannt, In dem Buch geht es ja um diese bedingungslose Fanliebe, dieses etwas naive, sich mit dem Fußball zu identifizieren, darüber Gemeinschaft, Identität zu erfahren. Und das ist etwas, was ich am Anfang auch als Fan gehabt habe, was mir aber verloren gegangen ist in der Zeit, als Fußball für mich zum Beruf geworden ist. Damals, als ich dann HSV-Reporter war und hinter diese Fassade blicken konnte ein Stück weit, was wir eben auch eingangs geschildert haben, diese Kommerzialisierung, das, was auch vielleicht mal An Deals hinter den Kulissen passiert, wo ich als Fan sagen würde, das finde ich nicht besonders gut. Jetzt nicht auf dem Niveau, wie das jetzt bei der WM, bei der FIFA passiert, das möchte ich damit nicht sagen, aber es ist natürlich sehr, sehr viel Geld im Spiel, im Profifußball und das hat mir so ein bisschen diesen naiven Blick darauf genommen und meine Liebe, meine Fanliebe zum Fußball abkühlen lassen. Und durch dieses Projekt, durch diese Entscheidung eben hinzuschauen, was macht diese Faszination aus in Argentinien, habe ich das für mich auch ein Stück weit wieder zurückgewonnen und habe die eigene Freude an diesem Spiel zurückerlangt und kann jetzt eben auch besser nachvollziehen, was es eben so ist, warum Menschen begeistert sich Spieler anschauen oder Spielerinnen, die im Ball hinterherlaufen und Von daher ist es etwas, was mich jetzt da zum Nachdenken gebracht hat, wie ich diesen Aspekt in das Buch mit einarbeiten kann. Das ist jetzt noch der Punkt, an dem ich etwas nachschärfen muss, auf den ich mich unheimlich freue, weil für mich bedeutet das natürlich auch, dass ich vieles nochmal durchleben kann, dass ich auch nochmal ein Stück weiter in das Archiv reingehe und schaue, ob es nicht möglicherweise auch noch Bilder, Material gibt, die vor diesen vier Jahren entstanden sind, die durchaus auch noch mit in das Buch reinkommen können. Das ist der konzeptionelle Punkt, an dem ich jetzt stehe. Alles andere, was wir schon vorbereitet haben, wir waren ja auch bei der Druckerei bei Buch One, haben uns das vor Ort angeschaut, über die Papierauswahl, das Format. Das sind Dinge, die werden bleiben, die stehen soweit. Da muss ich nicht nochmal grundsätzlich ran. Es gibt noch einige Punkte, die jetzt zu machen sind, aber es ist weiterhin auf einem guten Weg. Und ich hoffe, dass ich meinen Zeitplan einhalten kann. Wenn es vielleicht ein, zwei Wochen länger dauern wird, werde ich alle natürlich darüber informieren und das rechtzeitig auch bekannt geben. Aber das Wichtigste ist zu sagen, ihr habt die Sicherheit, es wird auf jeden Fall ein Buch kommen.
Thomas B. Jones
00:45:19
Das ist gut. Jetzt ist ja, um mal den Fußballspruch zu bedienen, nach dem Projekt, vor dem Projekt, du hast jetzt das Finale noch vor dir, aber kannst du für dich jetzt schon so eine Art Doppelstrich ziehen und sagen, das würde ich beim nächsten Mal anders machen, also in der Fotografie speziell jetzt, also wenn du sagst, du hast jetzt ein Bild, setzt es in ein Buch ein und denkst dir, ja, das hätte mehr Rand gebraucht, weil jetzt hier halt Beschnitt hinzukommt oder Ich habe zu viel Querformat, zu wenig Hochformat fotografiert. Gibt es Learnings für dich, die speziell auf deine Fotografie gehen, vom ganzen Prozess und drumherum mal abgesehen, nur mit Blick auf die Fotografie?
Kai Behrmann
00:46:02
Also so ganz konkret mehr Hochformat, mehr Queerformat, das kann ich so nicht sagen. Was das Fotografische angeht, muss ich schon sagen, wir beschäftigen uns ja jetzt auch schon sehr, sehr lange mit der Reportagefotografie und vermitteln unseren Ansatz, dieses Denken in Bildtypen für eine Reportage, Also ein Thema möglichst visuell abwechslungsreich abzudecken mit Details, mit Halbtotalen, mit Totalen, mit Porträts, mit all diesen Bildtypen, mit Interaktion, mit Aktion, sowas. Das ist, was sich in der Praxis enorm bewährt hat. Also dieser Ansatz, so zu denken, erleichtert einem die Arbeit später an einem Buch enorm, wenn man diese Variationen drin hat an Bildern, weil dann kann ich wirklich schauen, okay, an welcher Stelle brauche ich vielleicht nochmal ein Detail, habe ich dieses Detail? Das sind Dinge, die kann ich im Nachhinein dann nicht nochmal wiederholen, weil an diesen Ort dann in diese Szene zurückzugehen, ist schwierig. Deswegen immer diese Struktur, diese Methodik im Kopf zu haben, ist enorm wichtig und hat sich bewährt. Was ich im Nachhinein anders machen würde, wäre, noch ein bisschen ganzheitlicher zu denken, mehr Notizen auch im Nachhinein zu machen von Gesprächen oder noch öfter mal auch das Handy mitlaufen lassen, dort Sprachnotizen zu machen, mehr Behind-the-Scenes-Material zu sammeln, weil das ist für so ein Buchprojekt dann auch, ob es tatsächlich in das Buch da mit reinkommt oder ob es im Rahmen von so einer Kampagne zum Einsatz kommt. Das ist vielleicht an der Stelle noch ergänzend ganz, ganz wichtig für alle, die sowas auch planen. Je mehr ich Einblicke geben kann, wie das Ganze entstanden ist, umso interessanter, umso greifbarer wird so ein Projekt, glaube ich, auch für andere, für Unterstützer und auch eben für andere Fotografen, die einen ähnlichen Wunsch haben, mal so ein Projekt umzusetzen. Wenn ich das fertige Produkt sehe, dann ist es das, was vorne steht. Aber was dahinter passiert ist, um dahin zu kommen, das sind häufig die Dinge, wo ich jemandem noch mehr vermitteln kann, der Interesse daran hat, sowas selber zu machen. Diese Schritte dahin sichtbar zu machen.
Thomas B. Jones
00:48:26
Ja, ich glaube auch immer, hinterher ist man immer schlauer und es ist ja, wir lernen ja auch nicht aus. Also ich glaube, das war für mich immer wieder bei jedem Projekt, das ich jetzt gemacht habe, immer wieder das Learning ist, ich habe nicht ausgelernt. Es gibt noch Dinge, wo ich mich verbessern kann, verbessern muss zum Teil auch. Also ich habe jetzt kürzlich wieder einen Vortrag gehalten, wo ich auch Bilder dafür zusammengesucht habe. Dann hatte ich ein bestimmtes Thema, was ihr ansprechen wollt, dann wird gemerkt, ja, wenn ich jetzt hier halt im Archiv von vor fünf Jahren rumkram, finde ich nichts, weil ich das damals schlicht noch nicht gemacht habe. Erst in den letzten zwei Jahren habe ich bestimmte Themen angefangen und sowas lernt man, glaube ich, auch nur dann und das ist der entscheidende Punkt, glaube ich, wenn man so ein Buch macht, wenn man eine Ausstellung macht, wenn man den Vortrag macht. Also nicht nur das Projekt fotografieren und sagen, ah, die Bilder sind aber schön und davon poste ich fünf auf Instagram und das war es dann irgendwie, sondern wirklich versuchen, so ein Projekt in eine finale Form zu kriegen, weil dann fallen die Schwächen, sei es im Storytelling oder schlicht ergreifend die fehlenden Bilder, die fallen dann auf, die sind dann nicht mehr zu übersehen. So eine weiße Seite, weil hier müsste ein Porträt von der Person sein, spricht natürlich Bände. Und dann merkt man es sich auch fürs nächste Mal. Dann lernt man es jetzt dann hoffentlich in Zukunft besser um, um wie du sagst, so eine Geschichte runder erzählen zu können zum Teil. Das sind ja manchmal wirklich man fotografiert ganz viele Sachen und dann am Ende merkt man, dass man vielleicht das Wichtigste irgendwie übersehen hat, weil man zu tief auch drin gesteckt ist in der Geschichte. Also selbst wir zwei hatten es in den ersten Bildauswahlen, die du mir gezeigt hattest, habe ich ja auch gesagt, schon gut, aber ich glaube, mich würde noch mehr interessieren X und Y zum Beispiel. Und der Blick von außen hilft da manchmal und wenn man in Richtung Buch oder Ausstellung geht, da kommen die Blicke dann von außen oder man spürt sie vielleicht vorab schon mehr, wenn man sagt, ich brauche eigentlich ein gutes Bild fürs Plakat. Plakat ist Hochformat und ich habe nur Querformat fotografiert. Also können wirklich technische Basics sein manchmal, dass man irgendwo eine Hochformat-Alternative mal mit, möglichst eine starke natürlich, wenn es ein Plakat werden soll. Also da gibt es viele Punkte und, Wie du sagst mal, wir fotografieren ja schon auf einem gewissen Niveau und manche Dinge passieren uns vielleicht nicht mehr, aber das heißt nicht, dass wir da nicht drüber stehen und selber noch Dinge haben, wo wir lernen müssen, besser zu werden oder anders vielleicht auch einfach zu denken.
Kai Behrmann
00:50:49
Ja, ganz klar. Und dieser Blick von außen, da ist es, glaube ich, auch nochmal wichtig, darauf hinzuweisen, wie wichtig das ist. Ich habe Sebastian erwähnt, der mir einen entscheidenden Impuls gegeben hat. Du natürlich auch. Wir haben drüber gesprochen. Du hast mir sehr, sehr viel auch mit auf den Weg gegeben, eben mit diesem Hinweis, diese visuelle Abwechslung reinzubringen in das Projekt. Ich glaube, die Bilder, die ich dir eingangs gezeigt habe, die waren noch ein bisschen zu ähnlich und haben sich um einen sehr, sehr begrenzten Aspekt des Fußballs bewegt. Waren noch sehr viel im Stadion, viele Bilder von Fans am Zaun, viel Emotion. Aber der größere Kontext hat da etwas gefehlt. Das war sehr, sehr wichtig, dieser Hinweis von dir. Dann die Unterstützung auch, was das Praktische angeht, was die Papierauswahl, was alles diese Entscheidungen rund um das Buch an sich betreffen, die Fahrt zu Buch One. Das war enorm wertvoll, was wir da gemeinsam gemacht haben. Dafür vielen, vielen Dank an dich. Und Florian Renz möchte ich an dieser Stelle auch nochmal erwähnen und ganz herzlich danken, der mir ganz am Anfang des Projektes Hat mich hier in Östrich-Winkel besucht, wir haben ein bisschen Open Table gemacht und wo es alles noch nicht definiert war, hat er mir am Anfang so die ersten Schneisen in dieses Dickicht geschlagen mit seinem Feedback. Mit ihm habe ich gemeinsam auch den Titel erarbeitet, Amore Eterno. Wir wissen beide, wie schwer das ist, einen Titel für so ein Projekt zu finden, der wirklich alles beinhaltet und es auf den Punkt bringt. Und da war er ein ganz entscheidender Geburtshelfer dieses Titels. Letztendlich ist es ja auch ein Tattoo von einem Fan, der diese beiden Worte auf seine Brust tätowiert hat, Wo wir zu dem Titel gekommen sind, der aber auch die Verbindung hat zu einem Interview, was ich mit einem Soziologen geführt habe, Pablo Alavarses, argentinischer Fußballhistoriker, der viele Bücher geschrieben hat und auf seinem Gebiet eine Referenz ist. Der das auch immer wiederholt, der es unter dem Begriff emotionaler Vertrag bezeichnet, so ein Begriff, der sich durch sein Werk durchzieht, mit dem er eben diese Beziehung, dieses Identitätsstiftende vom Fußball bezeichnet in der Fanbeziehung. Dieses Interview wird eben auch Teil des Buches sein. Es gibt nicht nur die Bilder, sondern es wird auch Text in diesem Buch geben, der das Ganze in einen größeren Rahmen setzt. Also all diese Schritte, die dazu beitragen und eben dieser Blick von außen, wo man von jedem Gespräch, was man führt mit Kollegen, Kolleginnen, etwas mitnehmen kann, was dann dazu beiträgt, dieses Projekt Schritt für Schritt zu vervollständigen.
Thomas B. Jones
00:53:49
Ja. Ja, vervollständigen. Es geht auf den Schluss zu. Jetzt ist dann das Buch, also blicken wir mal etwas in die Zukunft. Das Buch ist dann irgendwann abgeschlossen. Du packst Kartons, hast Schwielen an den Händen von vielen Kartonspacken und Klebeband und Zeug und überall. Die Bude sieht aus wie Sau, obwohl es immer weniger wird, wird es mehr Müll irgendwie gleichzeitig. Viel Spaß damit noch. Nach dem Buch geht es dann aber auch irgendwie wieder weiter, die, wir haben uns gerade diese Learnings angesprochen, sei es im Editing, in der Fotografie, im Verkauf oder wie die Kampagne aufgebaut wird, ziehst du da was raus und bringst es dann in Arf wieder rein ja Arf, an der Stelle ja kein Arf ist Abend der Reportagefotografie.
Kai Behrmann
00:54:37
Ja, das war von Beginn an eben auch der Gedanke, oder so machen wir das ja, seitdem es Abenteuerreportage, Fotografie gibt. Wir sind nicht die Fotografen, die alles wissen, die alles perfekt können, sondern wir haben das ja von Beginn an als Prozess, als Reise begriffen, wo wir vielleicht ein paar Schritte vorauslaufen, Erfahrungen machen und diese Erfahrung dann zurückspielen auf alle anderen, die ähnliches Interesse haben, sich als Fotograf im Wesentlichen. Geschichten erzählen, weiterzuentwickeln. Das ist ja der Grundgedanke von ARF. Und da ist dieses Puzzleteil, ein eigenes Fotobuch machen, ein Langzeitprojekt zum Abschluss zu bringen, Zur Präsentation in den verschiedenen Formen, als Buch, als Ausstellung, als Vortrag, eben ein ganz, ganz entscheidender Teil, von dem ich noch weiter berichten möchte. Und ich habe jetzt in letzter Zeit sehr, sehr viel über mich gesprochen und über dieses Projekt und komme mir manchmal auch schon ein bisschen schlecht dabei vor, immer wieder die Werbetrommel zu rühren, Leute zu mobilisieren. Das liegt mir eigentlich nicht so. Ich hoffe, das ist nicht zu viel geworden. Aber der Benefit, der für alle vielleicht auch dahinter steckt, ist dann in der Zukunft, dass ich dann etwas habe, mit dem ich auch vielen anderen dabei helfen kann, ihre eigenen Fotoprojekte erfolgreich zu gestalten und zu realisieren. Und ja, das werden wir sowohl bei Abenteuer Reportage Fotografie in der Community machen, in den Gesprächen, als auch in weiteren Workshops, die kommen werden zu dem Thema Fotobuch zu Magazin. Die ersten beiden Workshops sind bereits terminiert, finden im Herbst in Köln statt, wieder gemeinsam mit Sebastian H. Schröder. Also wenn du da Interesse dran hast, dann schau mal auf der Webseite vorbei www.abenteuer-reportagefotografie.de und dann einfach im Menü den Punkt Workshops anklicken, da findest du alle Informationen und natürlich gibt es die Informationen bzw. Die klickbaren Links auch wie immer in den Shownotes zu dieser Podcast Episode. Ja, ich glaube, es ist einfach wichtig, sich auch mit diesem Teil der Fotografie zu beschäftigen. Was passiert, wenn die Bilder einmal gemacht sind? Es ist einfach zu schade, wenn die Bilder nur auf Festplatten versauern im digitalen Raum, sondern Fotografie ist ja Kommunikation und mit meinen Bildern kann ich etwas ausdrücken, anderen Dinge vermitteln. Und ja, da hinzukommen, das wird in Zukunft ein noch tragenderer Pfeiler von Abenteuerreportagefotografie sein.
Thomas B. Jones
00:57:22
Dienten ja vielleicht gleichzeitig auch so ein bisschen in unseren Appell rein, also wenn ihr jetzt noch nicht genug Lust bekommen habt, selbst ein Buch oder sowas zu machen, weiß ich auch nicht. Wir werden aber trotzdem nicht müde, euch zu sagen, genau das zu tun. Es ist wirklich wirklich lohnenswert sowas zu machen und überhaupt nicht finanziell, sehr wahrscheinlich legt er drauf das ist auch okay, ganz ehrlich mit einem Buch eine schwarze Null zu erreichen ist schon eine Leistung, aber darum geht es gar nicht, weil ich glaube. Der große Gewinn, den man hat, ist wirklich in der Erfahrung und wie es die eigene Fotografie für die Zukunft verbessern kann, da wirklich mit, so ein Projekt mal komplett abzuschließen. Also ich würde euch empfehlen, A, das Buch noch schnell zu kaufen. Also ich glaube, für Kickstarter reicht es nicht mehr, dann hinterher das Buch zu kaufen, um auch einen Blick reinzuwerfen, wie hat sich so eine Geschichte entwickelt. Vielleicht kommt ihr auf eigene Ideen, blickt ins eigene Archiv, schaut mal, was ihr machen könnt. Was interessiert euch wirklich? Ich glaube, die Tage habe ich einen schönen Spruch gehört. Da ging es um das Entwickeln von einem eigenen Stil, sage ich mal. Dann hat jemand gesagt, dass es nicht darum geht, dass sich jemand hinsetzt und sagt, ah, ich würde gern so und so fotografieren. Also Ansel Adams hat sich nicht hingesetzt und gesagt, ich würde gern so und so fotografieren, sondern der war besessen von Landschaftsfotografie und den Motiven, die er fotografiert hat. Deswegen ist es sein Stil geworden am Ende. Und ich glaube, dass sowas, so ein Buch, eine Ausstellung, ein Vortrag auch hilft, sich mit ganz anderen Augen nochmal auf die Bilder zu stützen und auch im Gespräch mit anderen. Da ist eine Ausstellung dann besser zum Beispiel, wenn man vor den Bildern steht, den Blick der anderen auch kennenzulernen oder durch die Augen der anderen durchschauen zu dürfen auf die eigenen Bilder. Also mir ging das mit einem Bild zum Beispiel in meiner Kuba-Ausstellung so. Ich hätte das Bild, ich habe es in die Ausstellung eingenommen, also ich fand es jetzt nicht schlecht. Aber wie viel Resonanz dieses eine Bild hatte, wer da war, erinnert sich, wo der Mann mit dem blauen Shirt und dem off-white beigefarbenen Hut mit gesenktem Kopf durch die Straße geht und im Hintergrund sieht man so eine Straßenschlucht dann in Havanna. Wie viel Resonanz dieses Bild verursacht hat, hat mich überrascht. Es gab Bilder, von denen hätte ich mehr mitgerechnet. Aber es ist natürlich interessant, dann reinzuschauen, okay, hatte ich noch andere solche Bilder, von denen ich dachte, das ist okay, aber das weiß ich nicht so, wo vielleicht die gleiche Reaktion hervorrufen könnten, weil sie dem Bild ähnlich sind. Was sind die Ähnlichkeiten? Also Fotografie ist nicht zu Ende, wenn man das Ding auf Instagram hochgeladen hat. Man sollte wirklich mehr draus machen erst dann ist Fotografie als für mich abgeschlossen auch.
Kai Behrmann
01:00:12
Ja, absolut. Und das streiche ich voll. Und die letzten Tage, mich daran erinnere, da war das Wohnzimmer voll von den Bildern, die dann in der Ausstellung hängen, auf einem relativ kompakten Umkreis auf dem Wohnzimmertisch ausgelegt, auf dem Sofa standen die. Also ich habe hier schon nicht gehängt die Ausstellung gehabt, sondern bin aber jeden Tag an diesen Bildern vorbeigelaufen, was das auch selber mit einem macht, seine eigenen Bilder mal so groß zu sehen, immer wieder drauf zu schauen, sich damit zu beschäftigen. Die Bilder graben sich auf eine Art und Weise in das eigene Gedächtnis ein, verändern sich dort auch in der eigenen Wahrnehmung darauf. Der Moment, in dem man sie gemacht hat, tritt so ein Stück weit dann auch zurück. Bilder abstrahieren sich davon und stehen plötzlich für etwas, was man in dem Moment des Fotografierens selber noch gar nicht wahrgenommen hat. So wie es eben dir dann auch gegangen ist mit diesem Bild, was dann eben auch in der Außenwahrnehmung sich widerspiegelt, wo man aus der Reaktion des Publikums wieder auf andere Aspekte der eigenen Fotografie aufmerksam gemacht wird. Also das ist so wertvoll.
Thomas B. Jones
01:01:24
Ja, absolut. Also wertvoll. Das ist, glaube ich... Der beste Begriff dafür, also da steckt ganz viel Wert drin, nicht monetär, klar, aber für die eigene Fotografie, an Erfahrung, an Optimierungspotenzial, was es auch entwickelt. Und ich finde auch an Motivation tatsächlich, also ich gehe jetzt mal von dem Magazin, von dem Unfolding aus, das wir zusammen gemacht haben, wie mich das wieder motiviert hat, in solchen Geschichten dann auch mehr zu machen. Heißt nicht, dass ich seitdem viel gemacht hätte in der Richtung, aber die Motivation ist auf jeden Fall da und jedes Mal, wenn ich die Bilder sehe, also bei mir stehen hier vorne noch die Cuba-Bilder der letzten Ausstellung, sobald ich die sehe, denke ich mir, ja, das brauche ich wieder, das muss ich wieder machen, aber jetzt muss ich halt auch die neuen Bilder dafür machen und also auch da, wenn man in einem Motivationsloch vielleicht steckt, macht mal aus dem Archiv was, was ihr schon habt, da sind garantiert Schätze drin, aus denen sich was machen lässt und vielleicht ist das der Anschub, den ihr braucht, um dann das nächste Ding zu machen.
Kai Behrmann
01:02:25
Ja, super wichtiger Punkt. Und ich mache das Thema jetzt nicht komplett auf, aber möchte gerne nochmal darauf hinweisen, in der aktuellen Podcast-Folge oder in dem Interview mit Stefan Lauterbach streifen wir dieses Thema. Genau das, was du gesagt hast, diese Tiefe in der eigenen Fotografie zu entdecken, kann ein unheimlicher Motivationsbooster sein, aus einer kreativen Blockade rauszukommen. Kurz für den Kontext, ich weiß nicht, Ich weiß nicht, ob du das auch so wahrgenommen hast, Zuletzt gab es immer mehr Stimmen und Beiträge, gerade auch in der Street-Photography-Szene, wo gesagt wurde, dass Street-Photography langweilig wird, dass bestimmte Motive immer wieder vorkommen und ja auch bedingt von sozialen Medien, dass da eine gewisse Ermüdung stattfindet und eine Unzufriedenheit mit der eigenen Fotografie. Und ich glaube gerade da, wenn man da ansetzt, für sich selber sich überlegt, warum fotografiere ich überhaupt? Was ist mein eigener Antrieb? Was ist die Motivation dahinter? Und wie kann ich das Ganze präsentieren? Wie kann ich daraus ein Projekt machen? Das kann so ein Schritt sein, wenn man sich in diesem Loch fühlt, da auch wieder rauszukommen.
Thomas B. Jones
01:03:43
Ja, alles, jede Motivation hat ein Ende, jede Begeisterung hat ein Ende. Ich glaube, die Street-Foto-Szene, da kann man vielleicht einen eigenen Podcast mal dazu machen, aber die hat jetzt sehr hell gebrannt, die Szene. Und was hell brennt, brennt schnell aus. Deswegen ich glaube auch viele sind jetzt vielleicht an dem Punkt, wo sie mal was draus machen sollten, aus den Bildern, die sie gemacht haben schlicht und ergreifend, also das ist schön, viel Street zu fotografieren aber du musst irgendwas damit machen und, ich habe jetzt kürzlich das Buch von Nina Papiorek wieder in der Hand gehabt, das ist ja schon auch ein Wälzer, also da steckt schon einiges drin, zeigt aber auch wie viel Material sie hat natürlich, und solche Werke wie das Buch, das ist dann halt was Handfestes, glaube ich, wo du auch wirklich am Ende sagen kannst, jetzt habe ich ein Kapitel auch irgendwie geschaffen mit meiner Fotografie, ich kann ans nächste denken. Und es darf dann ja auch was anderes sein, außer das Videoflager, das ist ja völlig erlaubt, das muss ja gar nicht bleiben, aber es hilft ja nichts in einer Verzweiflung irgendwie festzustecken oder in einer Demotivation festzuhängen, sondern man muss vielleicht den Prozess komplett durchlaufen und die Bilder irgendwie an die Wand bringen, auf Papier bringen, um da wieder rauszukommen. Ja, genau.
Kai Behrmann
01:04:59
Thomas, wir haben jetzt viel über Präsentationen von Bildern gesprochen, wie man sie nach außen bringen kann. Du hast auch schon viel gemacht in diese Richtung mit deinem Israel-Buch. Gibt es da überhaupt noch Exemplare von oder bist du da komplett?
Thomas B. Jones
01:05:15
Nee, also es gibt noch meine eigenen Exemplare. Es gibt eins, was hier im Studio ausliegt, aber selbst die Geschenkebox, wie ich sie nenne, wo ich halt immer mal eins verschenkt habe, also mit so einem Büchertausch zum Beispiel, wenn andere Fotografen mir ein signendes Buch gegeben habe, habe ich das eins rausgegeben. Die ist jetzt leer. Das heißt, ich muss immer wieder was Neues machen, aber ich bin ehrlich, ich habe noch keine Idee.
Kai Behrmann
01:05:38
Ja, Ausstellung hast du zuletzt auch gemacht. Man muss nicht immer was Neues machen. Also auch da hast du ja nochmal auf Bilder, die in Kuba entstanden sind, zurückgegriffen. Auch das, also wir denken oft immer, dass es immer was Neues braucht, aber auch Altes neu zu kuratieren, nochmal reinzugehen, zu schauen, wie kann ich es vielleicht präsentieren, da stecken so viele Möglichkeiten drin, ohne jedes Mal wieder ein neues, großes Projekt anfangen zu müssen.
Thomas B. Jones
01:06:11
Ja, absolut. Also ich bin ehrlich, also gerade Kuba zum Beispiel, das ist schon über drei Jahre her, dass wir da waren in Havanna. Da habe ich jetzt mit den zwei, anderthalb Ausstellungen, die zweite war sehr klein eigentlich, aber mit den zwei Ausstellungen, dem Magazin und den Vorträgen, die ich rundherum gemacht habe, habe ich schon so ein bisschen einen Haken dran. Ich würde dieses Heavy-Metal-Thema gerne weiterverfolgen, aber das wissen wir beide. Kuba bietet sich gerade im Moment nicht dafür an, das da jetzt weiterzuverfolgen. Es wäre natürlich super interessant, keine Frage, da jetzt hinzugehen und das weiterzuverfolgen, wie entwickelt sich das. Entspricht aber vielleicht nicht ganz dem, was ich eigentlich erzählen wollte, vielleicht jetzt auch da noch was anderes vielleicht anzuknüpfen, hab aber auch so ein bisschen meinen Haken dran an Kuba und deswegen jetzt auch bei mir der Blick eher nach vorne, okay, was sind die nächsten Projekte, die ich jetzt angehen könnte will ich vielleicht mal was ganz anderes machen also jetzt auch will ich zu sagen, also, gerade eben das Street Photography hatten, will ich vielleicht mal raus aus der Reportage und ein reines Porträtprojekt machen oder so, also mal auch den Kopf oder frei zu kriegen, was anderes nachzudenken, mir selbst auf neue Ziele zu stecken und neue Herausforderungen zu schaffen, um auch in anderen Bereichen noch dazuzulernen.
Kai Behrmann
01:07:29
Ja, bin ich sehr gespannt, was da von dir in der Zukunft kommt, in welche Richtung es dich da treibt. Ich weiß, du arbeitest gerade an einem Projekt, was jetzt nicht zwingend mit Fotografie an sich zu tun hat, aber doch für viele sehr, sehr wertvoll werden kann, wenn es da finale Worte zu gibt, dann sprechen wir hier an dieser Stelle auch gerne darüber nochmal.
Thomas B. Jones
01:07:54
Das machen wir, auf jeden Fall.
Kai Behrmann
01:07:57
Super, Thomas, dann danke ich dir für das Gespräch heute. Danke dir. Hat mir Spaß gemacht und sich auch immer wieder mit Freunden, mit Kollegen auszutauschen über Fotografie bringt einen immer weiter. Vielen, vielen Dank auch an dich und an alle anderen, die jetzt in diesem speziellen Fall das Buch möglich gemacht haben.
Thomas B. Jones
01:08:19
Ja, und falls ihr es noch nicht gekauft habt, jetzt ist der Punkt zu kaufen und jetzt ist der Podcast zu Ende. Jetzt könnt ihr in Ruhe den Browser aufmachen.
Kai Behrmann
01:08:27
Ja, entweder über Kickstarter, da wird es noch ein bisschen weiter laufen oder sonst auch per Direktnachricht an mich könnt ihr weiter euer Exemplar bestellen. Wie gesagt, das Buch kommt, dafür war Kickstarter da, um das überhaupt final dingfest zu machen. Die Finanzierung steht, jetzt ist die noch offene Frage, wie hoch die Auflage am Ende sein wird.
Thomas B. Jones
01:08:50
Genau. Super, dann würde ich sagen, schauen wir mal gespannt auf deine Abverkäufe. Und wenn das Lager leer ist, unterhalten wir uns wieder.
Kai Behrmann
01:08:58
Wenn es zu schlimm wird, Thomas, dann stelle ich dich an hier als Packhilfe. Und dann packen wir zusammen.
Thomas B. Jones
01:09:05
Kann ich, ich habe stabile Daumen. Ich habe stabile Daumen, die sind Klebeband und Kartons gewöhnt.
Kai Behrmann
01:09:11
Super, alles klar. Bis dann, Thomas, mach's gut.
Thomas B. Jones
01:09:14
Bis dann, tschüss. Tschüss.