Abenteuer Reportagefotografie – Podcast über visuelles Storytelling

Kai Behrmann: Visueller Storyteller und Fotograf

Brasilien, Kuba & neue Projekte: Reflexion und Ausblick zum Jahresende mit Pia Parolin

In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Pia Parolin über Klimaforschung, fotografische Langzeitprojekte, Ethik in der Dokumentarfotografie und meine aktuellen Erfahrungen aus Kuba.

21.12.2025 103 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Pia Parolin über ihre Arbeit als Biologin im Amazonas, ein neues fotografisches Buchprojekt und den Umgang mit Frust in der Wissenschaft. Außerdem teile ich meine aktuellen Erfahrungen aus Kuba – und warum langfristiges Denken für fotografische Projekte entscheidend ist.

In dieser Podcast-Folge spreche ich mit der Biologin und Fotografin Pia Parolin über die Verbindung von Wissenschaft und Fotografie – und darüber, was entsteht, wenn aus Daten, Frustration und jahrzehntelanger Forschung ein fotografisches Langzeitprojekt wächst.

Ausgangspunkt ist Pias Reise jüngste nach Brasilien rund um die Klimakonferenz (COP) sowie ihre langjährige Arbeit als Biologin im Amazonasgebiet. Wir sprechen über die Diskrepanz zwischen klaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und politischer Untätigkeit – und über den Frust vieler Wissenschaftler, deren Arbeit selten die Wirkung entfaltet, die sie sich erhoffen.

Im Zentrum steht ein neues Buchprojekt: Porträts von Wissenschaftlern hinter den Zahlen – Academic Solastalgia

Pia erzählt, warum sie sich entschieden hat, genau diese Menschen sichtbar zu machen – mit Bildern und Gesprächen über Zweifel, Erschöpfung, Motivation und die Frage, warum sie trotzdem weitermachen.

Parallel dazu berichte ich von meinen Erfahrungen während meiner Kuba-Reise im November und Dezember 2025. 

Wir vergleichen Langzeitbeobachtungen in Lateinamerika, sprechen über gesellschaftliche Veränderungen, Stromausfälle und Versorgungsengpässe und darüber, welche Auswirkungen diese Realität auf meine fotografische Arbeit hat.

Dabei geht es auch um Vertrauen, Nähe und die Frage, wie sich dokumentarische Fotografie verändert, wenn man immer wieder an dieselben Orte zurückkehrt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der fotografische Wandel, den wir beide erleben: weg vom schnellen Einzelbild, hin zu langfristigen Projekten mit Kontext, Text und erzählerischer Tiefe.

Wir sprechen über Lernprozesse in der Porträtfotografie, über den Wert von ehrlichem Feedback und über die Bedeutung von Mentoren und Sparringspartnern.

Zum Schluss geht es um Ethik: Wo liegen die Grenzen des Fotografierens, gerade in indigenen Gemeinschaften? Pia schildert sehr offen, warum Zurückhaltung manchmal wichtiger ist als ein starkes Bild – und warum diese Fragen heute zentraler sind denn je.

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Egal, ob du Tipps brauchst, neugierig auf unsere Meinungen bist oder einfach eine lustige Anekdote erzählen möchtest – dein Feedback ist herzlich willkommen!

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Transkript

Bevor es mit der folgenden Podcast-Episode losgeht, noch ein ganz kurzer Hinweis in eigener Sache. Du fotografierst gerne Street, aber deine Bilder erzählen keine Geschichte? In meinem Online-Kompaktkurs Street Photography geht es genau darum, weg vom schönen Einzelbild, das von der Ästhetik lebt, hin zu Bildern mit Bedeutung und erzählerischer Tiefe. Der Kurs besteht aus vier interaktiven Live-Seminaren mit Raum für deine Fragen, für Austausch und Diskussionen. Plus eine abschließende Bildbesprechung mit ausführlichem Feedback zu deinen eigenen Bildern. Los geht es am 4. Februar 2026. Alle Infos findest du unter www.abenteuer-reportagefotografie.de slash street-photography-kompaktkurs. Den klickbaren Link findest du natürlich auch nochmal wie immer in den Shownotes in deiner Podcast-App. Ja, und wenn du Fragen dazu hast, dann kannst du mir auch direkt eine E-Mail schreiben an Kai Beermann, alles klein und zusammen, beermann mit B-E-H at web.de. So, und jetzt geht es los mit der Podcast-Episode. Viel Spaß!
Pia Parolin
00:01:16
Und habe die Flucht nach vorne gemacht. Ich habe einfach mein Handy genommen, habe Aufnahmen gemacht, habe Fotos gemacht, aber ich bin keine Porträtfotografin. Ich fotografiere Menschen spontan auf der Straße, da ist nichts gestellt, da ist nichts geplant, da ist nichts mit künstlichem Licht und sowas. Und das muss ich natürlich erstmal ein bisschen lernen.
Kai Behrmann
00:01:34
Ich habe mich ja nie als klassischen Street-Fotografen begriffen, also ich gehe mehr ins Dokumentarische, ins Reportagige. Dieses Denken weg von diesem einzelnen Bild hin, mehr in breitere Kontexte. Bonjour, Pia. Ich hoffe, das war halbwegs portugiesisch.
Pia Parolin
00:01:58
Bonjour, bonjour. Guten Tag.
Kai Behrmann
00:02:02
Bonjour. Wie sagt man, wie geht's? Como vai?
Pia Parolin
00:02:06
Como vai você? Wie geht's dir?
Kai Behrmann
00:02:10
Ein bisschen ist noch was hängen geblieben bei mir.
Pia Parolin
00:02:14
Schön.
Kai Behrmann
00:02:15
Nee, ansonsten spreche ich eher ein Portugnol, spreche Spanisch mit einem portugiesischen Akzent aus, kommt man auch ganz gut mit über die Runden, aber du beherrschst die Sprache natürlich viel, viel besser als ich und konntest sie jetzt in den vergangenen Wochen auch nochmal wieder ordentlich auffrischen. Pia, du kommst frisch aus Brasilien zurück, hast deine Lateinamerika-Erfahrung gemacht. Ich war ein bisschen weiter nördlich in der Karibik, in Kuba. Ja, denk mal, das ist so ein ganz schöner Rahmen, um hier Ende des Jahres nochmal ein bisschen zu reflektieren. frische Eindrücke und dann aber auch mit dem Glück zurück auf das gesamte Jahr und einen Ausblick. Also an Themen mangelt es uns heute nicht für diese Folge. Mal schauen, wie lang sie wird. Aber ja, erst noch mal freue mich, dass du da bist. Hallo Pia.
Pia Parolin
00:03:08
Hallo Kai. Und ja, ich glaube, wenn man es an unserer Begeisterung misst, deine für Kuba, für Kolumbien, vor allem für Argentinien und meine Begeisterung für Brasilien oder Südamerika insgesamt, dann werden wir wahrscheinlich hier zwei Tage reden. Also ja, ich freue mich drauf auf das Gespräch und es wird nicht zwei Tage dauern.
Kai Behrmann
00:03:30
Und jetzt schon mal die Empfehlung, schau auf jeden Fall auch in die Shownotes rein. Die dürften heute oder für diese Folge sehr, sehr lang werden. Wir werden viele Ressourcen, viele Dinge, viele Links erwähnen. Also da in der Podcast-App in die Shownotes reinschauen, da ist der klickbare Link dann oder einfach direkt auf die Webseite www.abenteuer-reportagefotografie.de und dann im Menü in Podcast rein. Dann findest du alle Informationen zu dieser Folge. Pia, fangen wir mit dir an. Brasilien, du warst mal wieder da. Wir haben schon einige Folgen über das Thema Brasilien aufgenommen, über deinen Hintergrund, wie du dort angefangen hast. Als Biologin hast du dort viele Jahre gearbeitet, warst immer wieder zwischendurch aus da. Also an dieser Stelle nochmal die Empfehlung, da reinzuhören, wenn man ein bisschen die gesamte Geschichte hören möchte, wie du den Bezug zu Brasilien gewonnen hast. Was war diesmal der Grund für deine Reise?
Pia Parolin
00:04:42
Ja, diesmal bin ich tatsächlich als Biologin hingereist. Ich bin eingeladen worden zu einer Tagung in Brasilia in der Hauptstadt. Das war eine fast einwöchige Tagung direkt vor der COP, vor der Klimakonferenz, die in Belém stattgefunden hat und von der wahrscheinlich auch die meisten gehört haben, weil sie ja diese zehn Tage oder noch länger, die es gedauert hat, auch ständig in den deutschen Nachrichten war. Das habe ich durchaus mitverfolgt. Und genau, also ich war auf einer Tagung in Brasilien. Ich war auch auf der COP aktiv. Wir hatten da Projekte zum Thema Wasser. Ich habe ja Thema Wasser auch immer wissenschaftlich gehabt, im Rahmen von CO2-Kreisläufen, im Rahmen von Grundlagenforschung, im Rahmen von Wiederaufforstung und so weiter geht es letztendlich auch immer viel um Wasser. Und da hatten wir eben am Rande der COP, also die COP selbst ist ja eigentlich eine politische Veranstaltung, da gibt es auch zwei COPs, die blaue COP, zu der kriegt man nur eine Akkreditierung, wenn man auch wirklich einen Vortrag hält oder einen Grund hat oder Politiker ist oder so. Dann gibt es die grüne COP, da können alle rein, da kann man einfach reingehen, das ist wie auf einer Messe, bunt und laut und Greenwashing und Reklame, sage ich immer. Ja und dann war eben auf der COP laufen sehr viele Parallelveranstaltungen und wir hatten zum Beispiel ein Museum, wo wir dann einen ganzen Tag lang Veranstaltungen hatten, da bin ich auch eingeladen gewesen und war dann noch an der Uni und an einem Forschungsinstitut. Also alle möglichen Orte, wo ich irgendwie beitragen konnte mit Vorträgen oder Gesprächsrunden und sowas. Und am Ende war ich noch in Manaus, in der Stadt, in der ich damals gelebt habe, für meine Forschungszeit, als ich in Brasilien ganzjährig gelebt habe. Aber das Spannendste war am Ende tatsächlich noch eine Reise, die gar nicht so geplant war, wo ich noch so ein bisschen mit aufgesprungen bin nach San Gabriel da Cochueira, ein Ort an der Grenze zu Kolumbien und zu Venezuela, mitten im Amazonas. Darüber erzähle ich vielleicht nachher auch noch ein bisschen, weil das war sehr, sehr spannend.
Kai Behrmann
00:06:48
Ja, sehr gerne. Und bei dir ist ja bemerkenswert diese Verbindung zwischen der Wissenschaft, zwischen Biologie und der Fotografie. Dazu planst du jetzt nicht nur oder arbeitest du nicht nur an dem Projekt über Wasser, was dich schon eine ganze Weile begleitet, sondern du bist aktuell auch an einem neuen Projekt dran, gemeinsam mit Lois Lammahuber. Aber könnte das ein Buch auch werden? Mal schauen, wo es dahin geht. Da würde ich gerne auch gleich nochmal ein bisschen von dir erfahren, worum es da genau geht. Aber zunächst nochmal eine Frage, diese Klimakonferenz. Gefühlt ist das Thema Klimakatastrophe, Klimaschutz weitestgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden. Bei all den Themen, die es so gibt mit Kriegen, mit Krisen auf dieser Welt, ist es nicht mehr so wie noch vor Corona, wo das Thema ganz, ganz oben auf der Agenda stand. Jedenfalls hier aus unserer Perspektive in Deutschland gab es, glaube ich, kaum ein wichtigeres Thema. Und da würde mich mal interessieren, von dir zu hören, wie nimmst du, das war auch die globale und mediale Wahrnehmung dieses Themas und dann eben auch mit deinen Gesprächen, die du auf dieser Konferenz geführt hast, wo steht das Thema Klima aktuell weltweit?
Pia Parolin
00:08:21
Naja, wenn man das von der Politik her ansieht, ist es genau wie du sagst. Wir funktionieren ja so, unsere Medien funktionieren so, wir Menschen funktionieren so. Es ist gerade etwas aktuell, wir machen uns Sorgen, wir reden uns die Köpfe heiß. Es ist in allen ersten Seiten und allen Tagesschauern als erste Nachricht. Und zehn Tage später ist es so, als ob es nie geschehen wäre, so ungefähr. Und so funktionieren wir einfach. Das ist so, was mich natürlich auch betrübt, weil das Thema bleibt natürlich beständig bestehen und es bleibt auch beständig ein Problem. Und aus wissenschaftlicher Sicht können wir alles andere als Entwarnung geben, weil gut, die meisten Daten zeigen nun mal auf, dass die Temperaturen höher werden, die Entwaldung zunimmt, auch wenn viele Aufforstungsprojekte entstehen und auch wenn viel jetzt am Amazonas vielleicht sich etwas positiver entwickelt. Aber gleichzeitig werden x neue Staudammprojekte ins Leben gerufen, wird die Hydrovia gebaut, darüber hatte ich auch schon mal erzählt, werden Goldgräberminen auch legalisiert, werden neue Gründe für die Erschließung von Erdöl in Amazonien freigegeben und dann fragt man sich schon, was machen wir da eigentlich auf der COP. Für mich hat die COP den Vorteil dass sie Menschen zusammenführt dass wir ins Gespräch kommen Die Entscheidungen, die am Ende rauskommen, sind meiner Meinung nach ziemlich horrend, nämlich gar keine Entscheidungen oder die jedenfalls wieder opportunistisch in rein finanzieller Hinsicht interessant sind und überhaupt nicht in ökologischer oder sonst wie sinnvoller Weise. Aber gut, meine Rolle ist es, positiv zu bleiben, weiter Daten zu produzieren, weiter auf den alten Sachen zu pochen, dass wir weitermachen müssen, dass wir dranbleiben müssen, dass wir nicht aufgeben dürfen, dass wir die Politiker füttern müssen mit harten Daten, aufgrund derer, ihr sie aufgeben. Entscheidungen treffen könnten, wenn sie denn wollten. Bisher wollen sie selten, aber gut, da müssen wir einfach die Hoffnung nicht aufgeben, oder? Es nützt ja nichts zu weinen.
Kai Behrmann
00:10:34
Ja, beharrlich dranbleiben. Die Wissenschaft forscht weiter und findet dann hoffentlich auch Gehör bei den Entscheidungsträgern, dass diese Ergebnisse, die dort eben von euch ermittelt werden, dann auch zu praktischer Politik führen. Und das versuchst du nicht nur über deine Forschung als Biologin, sondern du hast jetzt auch vor, die Fotografie damit einzubringen, um Wissenschaft im wahrsten Sinne des Wortes sichtbarer zu machen. Erzähl mal, was ist das für ein Projekt?
Pia Parolin
00:11:11
Ja, die Idee kam tatsächlich von Lois Lammerhuber. Das ist ja ein wunderbarer Fotograf aus Österreich, der auch einen eigenen Verlag gegründet hat und der verschiedene tolle Bücher herausgegeben hat. Ich kenne, so spontan fällt mir das ein, von Gustavo Minas, wo er so mit Street Photography und Reflexionen spielt. Spontan fällt mir auch ein, das Buch von Hans-Jürgen Burkhardt an Tagen wie diesen, wo er so ein sehr interessantes, lustiges Bild von Deutschland zeigt, auch basiert auf Musik. Und diese Bücher kannte ich und dann war ich in Baden und habe eigentlich mein Projekt über Fotos an der italienischen Meeresküste fortführen wollen und hatte da so ein bisschen gehofft, so ein bisschen Austausch drüber zu finden, wie ich das aufziehen kann. Und ich saß eben in Baden mit Lois und mit Hans-Jürgen Burkhardt zusammen und dann sagte Lois, ach diese Sachen aus Italien, das hatten wir alles schon gesehen. Mach doch etwas, was nur du machen kannst und das ist genau dieses, was du gerade sagst, Kai, nämlich zu zeigen, wie die Menschen hinter den Daten aussehen. Also diese ganzen Grafiken, diese ganzen Tabellen, da stecken ja Menschen hinter und da stecken Seelen hinter. Also wir sind ja sehr gut darin, Tabellen und Zahlen zu zeigen, die natürlich emotionslos sind, die natürlich sehr faktisch sein müssen. Aber trotzdem haben wir eine Seele. Wir Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen spüren auch etwas dabei und haben diesen großen, großen Frust häufig, der auch manche dazu bewogen hat, ganz aufzugeben und sich ganz anders zu orientieren. Und ich war auch an dem Punkt. Also als ich angefangen habe zu fotografieren, war das genau dieser Frust, Diese fast depressive Stimmung, dass es ja eh nicht nützt, was ich da alles am Amazonas gemacht habe und jemals machen werde. Und der Aufwand, den das alles kostet, ist es ja natürlich, es ist viel Freude damit, Reisen und Brasilien kennenlernen und in der Hängematte Calpirina trinken, das denken immer meine Familienleute, dass das so das Leben der Pia am Amazonas ist. Aber es gibt eben auch das Leben, das ziemlich anstrengend ist, nicht nur physisch, weil die Temperaturen hoch sind, weil die Bedingungen anstrengend sind insgesamt am Amazonas, aber auch anstrengend ist zu beobachten über diese vielen Jahrzehnte. Ich war ja 1986 das erste Mal am Amazonas und da hat sich schon sehr, sehr viel verändert in diesen 40 Jahren. Ja, und das muss man aushalten und da muss man, die Hoffnung darf man nicht aufgeben. Und darüber hatte ich mich eben mit Lois unterhalten und der sagte, Mensch, das wäre doch interessant, wenn du mal diese Menschen porträtierst, die dahinter sind, hinter stehen, hinter diesen Daten. Und ich kenne die ja alle. Ich kenne ja diese ganzen Tropenforscher, weil ich auch seit Jahrzehnten engagiert bin in der Tropenforschung weltweit über verschiedene Gesellschaften, in denen ich im Beirat bin und wo wir... Große Resolutionen aufstellen, die dann auch schon verhindert haben, dass irgendwelche Projekte gebaut wurden in irgendwelchen Tropenländern. Also das sind schon Sachen, die effizient sind auf sehr, sehr kleiner Basis, kleine Tropfen auf den heißen Stein. Und ja, darüber geht dann dieses Buch. Da mache ich dann Porträts von Wissenschaftlern, Wissenschaftlerinnen, die ich kenne oder die ich auch noch nicht kenne und frage sie, ob sie diesen Frust kennen, ob sie diese depressiven Gefühle auch schon mal hatten und zu 100 Prozent alle hatten das. Und dann frage ich aber auch, was macht es denn, dass du weitermachst? Warum machst du weiter und was gibt dir Motivation, was gibt dir Kraft? Und davon handelt das Buch.
Kai Behrmann
00:14:55
Lois Lammahuber, ja nicht nur ein hervorragender Fotojournalist in seiner aktiven Zeit gewesen oder fotografiert heute ja auch noch weiter, aber damals auf großen Reisen auch weltweit unterwegs für Geo, für Magazine, Tine hat jetzt seinen eigenen Verlag gegründet für Fotobücher und ist darüber hinaus auch noch Festivaldirektor von La Gassili Baden-Foto. Also da hast du wirklich Expertise, auf die du zurückgreifen kannst. Dazu folgende Anschlussfragen. Inwieweit steht dir Lois da auch als Sparingspartner zur Seite? Welche Tipps hast du von ihm bekommen, nicht nur diesen Anstupser in dieses Thema reinzugehen, sondern begleitet er dieses Thema auch im Prozess und gibt dir da weitere Hilfestellungen? Wie sieht da eure Zusammenarbeit aus?
Pia Parolin
00:15:57
Ja, das ist noch nicht so genau definiert. Ich nehme mir da so ein bisschen Raum, weil ich im Augenblick das brauche. Also das Ganze ist entstanden eben mit einem Gespräch einer Hotelbar, wie das häufig so ist. Und dann bin ich kurze Zeit später, wirklich ein paar Tage später, dann nach Brasilien geflogen und war schon mit all diesen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen und habe die Flucht nach vorne gemacht. Ich habe einfach mein Handy genommen, habe Aufnahmen gemacht, habe Fotos gemacht, aber ich bin keine Porträtfotografin. Ich fotografiere Menschen spontan auf der Straße. Da ist nichts gestellt, da ist nichts geplant, da ist nichts mit künstlichem Licht und sowas. Und das muss ich natürlich erst mal ein bisschen lernen. Und da hat mich Lois gleich unter seine Fittiche genommen und durch sein Haus geführt, das ein großes Museum ist, da wo er seinen Verlag angesiedelt hat. Und darunter ist seine Wohnung. Und dann sind wir da durch die Wohnung gegangen und er hat mir Porträts gezeigt und gesagt, guck mal, ich will hier keine Passfotos, Also langweilige Porträts, wo die Leute nach vorne gucken, sondern versuch mal etwas künstlerischer umzusetzen, etwas mysteriöser oder vor allem auch eine Sprache in diesen Blick zu bekommen. Und da haben wir uns gemeinsam ganz viele Bilder angeschaut. Da hat er sich ein paar Stunden Zeit genommen und mir das gezeigt. Und dann haben wir auch noch ein bisschen mehr darüber diskutiert, wie so ein Buch aussehen kann, welche Inhalte. Und dann hat er mich eigentlich laufen lassen, so nach dem Motto, mach jetzt erstmal, guck mal, wie weit du kommst. Auch mit den Interviews, welche Inhalte genau, hat er gesagt, das weißt du besser als ich, mach das erstmal weiter. Also das war sehr, sehr wertvoll, dass er mir da auch so ein bisschen den roten Teppich ausgerollt hat. Und dann kommt aber Hans-Jürgen Burkhardt auch ins Spiel, weil den habe ich natürlich gefragt vom Praktischen, vom Fotografieren, dass er mir da einfach hilft mit den Porträts. Und da hat er mir sehr, sehr viele Tipps gegeben. Also zum Beispiel, dass ich die Menschen immer irgendwie nach dem Licht natürlich ausrichte. Also das klingt total trivial, aber mach mal ein Porträt von jemandem, wenn du auf einer Tagung bist. Die Leute sitzen in einem dunklen Hörsaal, dann musst du die bitten, dass sie rauskommen, dass sie sich ans Licht stellen, dass sie vielleicht sich neben eine Scheibe stellen, damit da eine Reflexion ist und das Bild so ein bisschen interessanter wird. Dann sagte mir Hans-Jürgen, es ist ganz wichtig, dass man die Augen gut sehen kann. Also wenn ich das Licht so von oben habe, dann hat man halt nur so schwarze Flecken da. Man muss in den Augen das Funkeln sehen. Da muss so ein bisschen irgendwas muss da glänzen. Und das muss man erst mal hinkriegen. Und deswegen bin ich eigentlich noch mehr mit Hans-Jürgen Burkhardt jetzt in Kontakt und schicke ihm immer mal ein paar Bilder. Und er gibt mir dann so ein kurzes Coaching von zehn Minuten online, als ich in Brasilien saß. Und ich mit sehr viel Sorge meine ersten zehn Bilder rübergeschickt habe und gedacht habe, oje, oje, jetzt kommt der große Verriss. Und siehe da, er sagte, nee, die sind sogar gut, die Bilder, die kann man verwenden. Und hat mir dann gesagt, welche besser sind, welche weniger und warum. Also so ein richtig klassisches Coaching. Und das hat mir dann natürlich auch sehr viel Selbstsicherheit gegeben, dass ich da weitermache. Ja genau, also Hans-Jürgen stand eben zur Verfügung, dass ich immer mal ihm Bilder schicke und er mir dann darüber Rückenmeldung gibt und Lois habe ich in der Tat auch immer mal Texte schon mal geschrieben. Geschickt Texte insofern, dass ich mir eine Einleitung überlegt habe, eine Argumentation. Ich habe schon inzwischen 40 Interviews tatsächlich geführt, 40 Menschen porträtiert und habe dann, ja, das mit dem Transkribieren dauert halt, auch mit KI, das ist alles sehr langwierig und das ist jetzt so der nächste Schritt, da werde ich das so ein bisschen auswerten und ihm das mal vorlegen und mal schauen, ob das auch interessant genug ist, das Material. Also diese Gespräche, die ich führe, ich bin ja keine Journalistin, ich frage die Leute, zum Teil über eine halbe Stunde lang über alles Mögliche, aber es wiederholen sich viele Sachen. Die meisten Leute sagen, ja, ich hatte auch diesen Frust und ja, ich halte durch, weil die Community, die anderen Wissenschaftler um mich herum, meine Familie motivieren mich so. Also das wiederholt sich schon. Und ich versuche da so ein bisschen Vielfalt reinzubringen, indem ich verschiedene Menschen interviewe. Als ich am Amazonas war, habe ich auch viele Menschen aus den indigenen, verschiedenen Ethnien interviewt. Ja, und so schauen wir mal, nimmt das Projekt seinen Lauf. Und dann bekomme ich immer mal Rückmeldung. Und das ist natürlich toll, wenn man Menschen hat, die so nah dran sind, wie jetzt Lois und Hans-Jürgen für mich, mit denen ich immer mal Rückmeldung halten kann. Also ich glaube, wenn jemand ein Projekt angeht, ganz neu, hilft es auf jeden Fall, Menschen zu haben, die vom Fach sind, also jetzt auch Fotografen sind oder Journalisten sind und die dann auch ganz neutral drauf blicken und nicht jemand, der einem gut gesonnen ist und sagt, ja, ja, das sind ja alles ganz schöne Bilder, wenn es in Wirklichkeit gar nicht so schöne Bilder sind. Also der dann auch wirklich sehr kritisch da drauf schaut und das muss man auch aushalten können. Also ich habe auch schon einige Kritik eingesackt von den beiden, da muss man erst mal schlucken und sich denken, naja, ich muss jetzt einfach dankbar sein, weil das ist ja was, was ziemlich sicher berechtigt ist und da muss ich halt sehen, dass ich da dran wachse.
Kai Behrmann
00:20:58
Genau, davon darf man sich dann nicht schocken lassen. Man möchte ja so ein Feedback haben, gerade man weiß auch, von wem es kommt. Das sind ja wirklich Profis, die wissen, wovon sie reden und da kann dir jede Art der Rückmeldung nur weiterhelfen, auf deinem Weg dieses Projekt dann weiter zu schärfen und da auch den Weg zu finden. Ich finde, was du gesagt hast, dass du am Anfang zwar dir so ein paar Orientierungsflöcke schon eingerammt hattest, an denen du dich orientieren kannst, aber das Lois dir auch mit auf den Weg gegeben hat, mach erst mal so ein bisschen. Das ist ja, wenn man ein Projekt startet, steht man automatisch vor dieser Frage, wie konkret muss das Konzept schon sein, damit ich anfange, warte ich dann zu lange, um endlich loszulegen, diese Balance zu finden, aus einer gewissen Offenheit für den Prozess und aber auch eine gewisse Orientierung zu haben, um sich nicht ganz zu verlieren, um nicht zu wissen, wo soll das überhaupt hingehen.
Pia Parolin
00:22:10
Manchmal blockiert man sich ja selber. Ich kenne das, dass ich so Ideen habe und denke, das würde ich gerne mal bearbeiten. Das ist etwas, was mich interessiert, wo ich gerne mehr in die Tiefe gehen würde. Aber das ist so ein großes Thema, da traue ich mich jetzt gar nicht ran. Und wo soll ich denn da bloß anfangen? Und dann hilft es natürlich, wenn man einfach erst mal anfängt. Und das kann man alleine machen, indem man sagt, okay, ich hatte ja mal ein Thema über Plastik. Und das wurde mir auch von außen herangetragen. Da sollten wir in der Gruppe etwas machen zu einem Thema. Also jeder für sich das Thema erarbeiten und ich wusste überhaupt nicht, wo ich anfangen sollte. Und dann habe ich erstmal so überlegt und auch geguckt, was gibt es denn da schon so drüber im Internet, habe gedacht, okay, ich fahre jetzt einfach mal an den Strand und gucke mal, was da so an Plastik rumliegt. Vielleicht kann man ja damit was machen. Plastik und Weltmeere ist ja ein großes Thema. Und da hätte es mir schon geholfen, jemanden zu haben, mit dem ich darüber mehr diskutieren kann inhaltlich, der zur Verfügung steht, um einfach zu sprechen, was überlege ich, was plane ich. Weil in dem Moment, wo ich ihm mein Projekt erklären muss, muss ich das ja auch schon so ein bisschen konkreter im Kopf haben. Dadurch wird es schon so ein bisschen eingegrenzt. Was will ich denn überhaupt mit meinem Projekt? Das ist ja so die erste Frage. Und in dem Moment, wo ich dir das jetzt zum Beispiel erklären muss, muss ich zum ersten Mal auch formulieren, was ich da will und warum und eine Argumentationsreihe aufbauen. Und das hilft mir. Und das war bei dem Plastikprojekt, hatte ich das nicht, da habe ich das einfach weitergemacht und angefangen, bunt zu fotografieren. und es war nachher auch ein schönes Projekt, aber das ist dann auch dabei geblieben und das ist nicht weitergegangen. Und ich denke, wenn ich da jemanden gehabt hätte, der mir sagt, komm her, wir machen daraus was Größeres, wir machen daraus gemeinsam eine Ausstellung oder ein Buch und ich stehe zur Verfügung, dass wir immer mal darüber diskutieren, dann hätte das was Größeres werden können, weil mein Interesse war durchaus da, aber jetzt ist das Interesse auch erloschen und jetzt mache ich andere Sachen. Also ich denke, wenn jemand Und jetzt so von euch, die ihr dazuhört, überlegt, so ein Projekt anzugehen, wäre mein erster Schritt zu gucken, in welche Richtung will ich das Projekt angehen, was interessiert mich da, was gibt es darüber schon und wo ist vielleicht eine Lücke, wo ich mich noch einfügen kann. Und dann aber auch schauen, mit wem kann ich über mein Projekt reden. Und das können irgendwelche Freunde aus dem Fotoclub oder aus dem Kollektiv sein oder Leute, die ich sowieso kenne, mit denen ich abends mal mich in der Kneipe treffe und bei mir über mein Projekt erzähle. Aber im Idealfall wären das schon Leute, die mich dann auch so ein bisschen coachen und pushen und sehr kritisch sehen. Und das sind Sachen, die dann meistens auch mit Geld zusammenhängen. Also da muss man dann jemanden bezahlen, der einen bei so einem Projekt begleitet. Und das, glaube ich, ist eine ganz gute Lösung. Wobei dann natürlich schwer ist, die richtige Person zu finden, die zu mir passt, die auch meine Sichtweise vielleicht teilt, die meine politische oder so ganzige Einstellung teilt, damit das nicht zu kontrovers ist und die mich dann unterstützt auf meinem Weg, indem sie mich immer wieder vielleicht zurück in die Fahrspur bringt. Also ich merke, ich schlingere dann auch häufig und weiß nicht, wo geht es lang und eine Person von außen sieht das natürlich neutraler und kann mich da auf der Spur halten und mir sagen, Okay, hier würde ich aufpassen, da gehst du zu sehr vom Thema ab oder da würde ich aufpassen von der Qualität der Fotos, dass du das und das machst, dass die Visualisierung nicht so ganz eindeutig ist, wo ich denke, ich habe jetzt eine ganz klare Bildsprache, dass das Thema aber nicht rüberspringt. Also Rückmeldung, sich einzuholen zu einem frühen Zeitpunkt, wirklich nicht am Ende erst, sondern zu einem frühen Zeitpunkt in einem Projekt, glaube ich, ist was ganz Wertvolles.
Kai Behrmann
00:26:00
Ja, frühzeitig und da den richtigen Zeitpunkt zu erwischen für Feedback, um dieses Feedback dann eben auch noch aufnehmen zu können und einarbeiten zu können in das Projekt. Das wäre jetzt meine Frage bei den Porträts, die du jetzt gemacht hast im Rahmen dieser Konferenz. Das sind ja Situationen, die sich dann so erstmal nicht wiederholen lassen. Beziehungsweise da kommen Menschen aus aller Welt zusammen, wenn da jetzt ein Porträt bei gewesen wäre, wo du sagst, das muss ich eigentlich nochmal machen. Dann ist es ein bisschen schwierig oder mit großem Aufwand verbunden, dann diese Person nochmal zu treffen. Das ist einfacher, wenn du ein Projekt hast, wo du weißt, okay, da kann ich ohne großen Aufwand wieder in diese Situation reinkommen. Welche Rolle spielt das bei deinem Projekt?
Pia Parolin
00:26:53
Ja, eine ganz große Rolle. Also ich habe auch am Anfang gedacht, oje, oje, ich muss ja jetzt erstmal lernen, Porträts zu machen und mit dem Licht das wirklich hier zu kriegen. Aber die Zeit hatte ich nicht und die Gelegenheit, in Brasilien diesen ganzen Menschen zu begegnen, denen ich wahrscheinlich wirklich nie wieder begegne. Habe ich gesagt, das lasse ich mir jetzt nicht durch die Lappen gehen, ich mache jetzt einfach mal und mal gucken, was rauskommt. Und soweit die Rückmeldungen sind, sind die Porträts brauchbar. Also das sind keine Anni-Leibowitz-Porträts, werden es nie sein, aber es sind Porträts, die brauchbar sind für ein Buch und die ich dann vielleicht ergänzen kann mit Porträts, die ich einfach nochmal mit einer ganz anderen Qualität mache, vielleicht auch zusammen mit Hans-Jürgen. Wir treffen uns mal in Hamburg und gehen da an mein altes Institut, machen da Bilder von meinen Kollegen, die sich dazu bereit erklärt haben. Und dann gibt es halt ein paar Bilder, die vielleicht auch nochmal ganz anders aufgebaut sind, wo man den Menschen als Ganzes sieht. Ich mache jetzt die Porträts wirklich mehr so nur das Gesicht und der Ausdruck. Ja, ich denke, das ist Work in Progress und alle Wege sind offen und mal gucken.
Kai Behrmann
00:27:57
Ja, neben den Bildern spielt dann auch Text eine große Rolle. Du führst auch Interviews. Wohin gehen da deine Fragen oder worauf legst du den Schwerpunkt? Auf die Frage, wie die Wissenschaftler mit Frustration umgehen, wenn sie manchmal auch mit dem, was sie erforschen, nicht das Gehör finden? Oder geht es dann auch sehr, sehr stark in die fachlichen Gebiete rein?
Pia Parolin
00:28:27
Ja, fachlich weniger. Ich habe Menschen aus unterschiedlichsten Fächern. Also da sind auch Juristen dabei, da sind auch Ökonomen dabei, da sind nicht nur Biologen oder so. Nee, die Schwierigkeit ist wirklich... Da Vielfalt reinzubringen, obwohl die Menschen vielfältig sind. Aber der Prozess ist immer so ein bisschen ähnlich. Wir starten mit einer großen Lust und Kraft, auch als junge Menschen, in ein Studium. Das ist ja schon eine Entscheidung, Biologie zu studieren und eben nicht BWL oder Jura. Und dann habe ich natürlich so vielleicht eine gewisse Illusion, was ich alles bewirken kann im Laufe meines Forscherinnenlebens und wie weit das wirklich dann umgesetzt wird. Also ich sitze hier witzigerweise direkt am Rand vom Teutoburger Wald und sehe in der Ferne die A33, die damals, als ich Studentin war, von uns, Also da gab es die noch nicht, da war nur die Planung da und wir haben dauernd demonstriert, damit diese Autobahn nicht gebaut wird und haben Kartierungen gemacht, für die wir nicht bezahlt wurden, damit wir zeigen können, welche tollen Pflanzen und Tiere da leben. Ja, und heute rauscht hier der Verkehr durch Und ich fahre selber über diese Autobahn und denke, es ist ja auch ganz angenehm, dass ich nicht mehr 100 Jahre brauche, um durch die Gegend zu fahren. Ja, und so ändern sich diese Zeiten, so ändern sich die Dinge und so ändert sich alles. Und es ist schwer, wie gesagt, dass das vielfältig wird, dass da verschiedene Ideen reinkommen. Das ist so meine größte Schwierigkeit. Also schreiben fällt mir nicht schwer, das kann ich wirklich relativ leicht. Die Menschen, mit denen ich geredet habe, reden auch gut. Ich habe am Anfang mir mal so ein paar Fragen überlegt und noch aufgeschrieben, aber ich habe nicht ein einziges Mal meinen Fragenkatalog rausgeholt, sondern ich mache das dann sehr impulsiv in einem Zweiergespräch. Das waren bisher auch alles, die Hälfte der Menschen kannte ich vorher schon. Und dann sitzt man einfach da und ich reagiere auf den Menschen. Der erzählt mir ein bisschen was und dann reagiere ich drauf und stelle die nächste Frage. Und dann gehen eben die Fragen auch in verschiedene Richtungen. Und darüber kriege ich auch wieder ein bisschen Vielfalt in diese Fragenkataloge. Aber ja, das ist noch ein großes Fragezeichen. Ich habe die Sachen auch noch nicht so ganz ausgewertet. Ich war natürlich dabei. Ich habe gehört, was die Leute geantwortet haben und sehe, dass es da eine Einheitlichkeit gibt. Aber ja, wie wir nachher am Ende das Buch gestalten, weiß ich nicht. Ich habe echt erst mal angefangen. Und als ich in Brasilien war, habe ich diese Möglichkeit genutzt, die sich jetzt vielleicht wirklich nur einmal in meinem Leben bietet, da mit Menschen aus 50 verschiedenen Ethnien zusammenzukommen. Und zehn davon haben sich bereit erklärt, mit mir zu reden. und das ist natürlich toll, wenn ich mit Leuten rede, die noch im Dorf am Rio Negro irgendwo im Wald geboren sind, die dann aber in der Stadt aufgewachsen sind und jetzt eine Doktorarbeit schreiben und auch diesen Frust haben, aber natürlich aus einer komplett anderen Perspektive und in einem ganz anderen Zusammenhang. Das ist schon toll und das wollte ich auf keinen Fall verpassen, diese Gelegenheit. Deswegen einfach erst mal anfangen. Ich glaube, das ist immer eine ganz gute Lösung.
Kai Behrmann
00:31:35
Ja, viel Erfolg für den weiteren Verlauf dieses Projekts und ich bin mir sicher, wenn es dann soweit ist und als Buch erschienen ist, dann sprechen wir da nochmal drüber und schauen drauf, wie sich das dann final darstellt. Pia, du hast anfangs auch schon erwähnt, dass du dann nach der Konferenz noch mal etwas ganz anderes erlebt hast. Dann bist du noch mal auf Reisen gegangen, bist hoch in den Norden Brasiliens gefahren, an die Grenze Kolumbiens. Was hast du da erlebt? Was war der Grund für diesen Abstecher?
Pia Parolin
00:32:21
Ja, nach der Klimakonferenz hatte ich einfach geplant, meine Freunde und Kollegen am Amazonas zu treffen. Die sitzen in Manaus. Manaus ist eine Stadt so groß wie Hamburg, also riesig groß und so ein Moloch. Und da gibt es eine große, große Uni. Die hatten mich eingeladen, da einen Vortrag zu halten über meine Überschwemmungswälder, über meine Forschung, so ein bisschen so einen Rundumblick zu geben über das, was ich im Laufe meines Lebens erforscht habe, was ja immer ganz spannend ist für die Leute. Und ja, da habe ich auch verschiedene Kollegen getroffen und dann kam aber plötzlich eine Veranstaltung rein, die auch an die Uni Manaus, also UFAM, die Universidade Federal do Amazonas, die eine Zweigstelle aufgemacht haben, ganz im Norden des Bundesstaates. Also Amazonas ist einer der größten Bundesstaaten in Brasilien und grenzt eben im Norden an Venezuela und Kolumbien. Und da ist eine kleine Stadt mit inzwischen um die 50.000 Einwohner, wo eine Zweigstelle der Uni Manaus ist. Und diese Uni ist aber rein virtuell. Also die Leute, die sich da eingeschrieben haben zu den verschiedenen Kursen, die haben noch nie einen Dozenten live vor Ort gesehen. Und jetzt im Zuge des neuen Präsidenten, der jetzt wieder auch Gelder in die Forschung steckt, gibt es genug Geld, dass endlich eine physische Struktur da oben entsteht. Also ein richtiges Campusgebäude, wo dann der Grundstein gelegt wurde, jetzt als ich gerade zufällig in Manaus war und die Leute gesagt haben, kommt doch einfach mit. Ich habe meinen Vortrag an der Uni in Manaus gehalten und am nächsten Tag sind wir ins Flugzeug gestiegen, zweieinhalb Stunden nach Norden geflogen und dann waren wir in diesem kleinen Städtchen. Das ist das indigenste Städtchen Brasiliens, so nennt es sich selbst, weil da 90 Prozent der Menschen wirklich zu 100 Prozent Indigene sind. Also von ganz verschiedenen Ethnien, da werden sehr viele Sprachen gesprochen. Brasilien hat ja als einzige offizielle Sprache Portugiesisch, aber es gibt über 200 Sprachen der verschiedenen Ethnien in ganz Brasilien. Das ist ja ein riesiges Land. Die meisten... Die Völkerstämme und auch Sprachen sind inzwischen leider ausgerottet komplett. Es gibt noch so ein paar Alte, die noch leben und ihre Sprachen noch sprechen. Es wurde viel aufgezeichnet von Anthropologen und von Wissenschaftlern, die das versucht haben festzuhalten, aber die lebendige, gesprochene Sprache, die stirbt leider inzwischen aus. Und ich habe auch viele von diesen Studierenden, die ich da getroffen habe, die von sich erzählt haben, ja hallo, mein Name ist José Camargo oder so. Also die haben ja auch alle portugiesische Namen. Das ist wirklich, das ist total komisch, weil das sind wirklich indigene Menschen mit allem, was dazugehört in ihrer Physiognomie. Und dann haben sie plötzlich so einen total brasilianischen, portugiesischen Namen, weil bis vor zehn Jahren, kann man sagen, wurde immer ihre Identität negiert. Also das war ein Armutszeugnis zu sagen, dass man indigenes Blut hatte. Die haben sehr viel Druck bekommen, sich praktisch zu verstecken. Und verstecken heißt, ich habe schon mal keinen indigenen Namen. Ich habe so wenig wie möglich indigenes Aussehen. Also die versuchen sich einfach dann natürlich so anzuziehen, dass sie nicht auffallen in der westlichen Welt, die da die Realität ist am Amazonas. Und jetzt bin ich aber Menschen begegnet, die dem plötzlich anders entgegenstehen Und die sehr stolz darauf sind, dass sie indigenen sind, dass sie auch einen Teil ihrer Familie noch haben, die wirklich noch im Wald leben, in Harmonie mit den normalen Zyklen, die es da gibt und nicht eben in so einem total abgedrifteten Leben in der Stadt. Und diese Menschen sind natürlich so ein bisschen an der Frontlinie zwischen Stadtleben und Waldleben, pendeln auch viel hin und her. Und ja, mit denen habe ich eben zum ersten Mal live dann Feldkurse gemacht. Also wir waren ein Team von 20 Professoren, die da von Manaus dann da hochgeflogen sind und eine ganze Woche da vor Ort waren. Und wir haben einfach mal das gemacht, was man normalerweise als Dozent macht, einfach mit den Menschen reden, mit denen auch mal essen gehen und lachen, aber vor allem ganz praktische Sachen machen und nicht nur Theorie pauken, sondern zu zeigen, wie funktioniert eine Drohne, wie fliege ich die, aber auch, was kann ich mit der physisch machen, wenn die fliegt, dass ich also sehe, wo ist mein Waldgebiet, wo ist das Gebiet meiner Familie, wo kommen illegale Holzfäller rein, wo kommen illegale andere Leute rein Und dass man das alles monitoren kann und wie man das dokumentiert. In meinem Fall war es so, ich habe ja viel mit Bäumen und Keimlingen gearbeitet. Ich habe so einen Kurs gegeben darüber, wie man testen kann, ob eine Baumart oder Keimlinge stresstolerant sind gegenüber Hitze, Dürre, Überstattung. Da kann man so Versuchsreihen machen, indem man Pflänzchen in Töpfe pflanzt und schaut, unter welchen Bedingungen überleben die. Das haben wir so ein bisschen gemacht. Meine andere Kollegin hat geschaut, wie kann ich mit wenig Aufwand, weil die haben ja auch alle nicht viel Geld an diesen Institutionen, wie kann ich mit wenig Aufwand Wasseranalysen machen. Die ganzen Flüsse, also noch vor 20 Jahren hat man einfach das Wasser aus dem Fluss getrunken und man denkt, in Amazonien geht das natürlich überall, das Wasser ist sauber, da ist so viel, da ist ein Fünftel des Süßwassers des Planeten ist in Amazonien. Das ist schon sehr viel, aber diese Flüsse sind alle verseucht. Also die Hauptflüsse, da wird das noch ein bisschen verdünnt, aber diese kleinen Flüsse, die durch die Städte gehen, die sind wirklich stark verseucht mit E. Coli, weil einfach alles ungefiltert, da gibt es keine Kläranlagen, es geht ungefiltert in die Flüsse rein. Ja und entsprechend müssen die Menschen auch selbst in der Lage sein zu messen, wie messe ich die Wasserqualität, das kann man auch rein optisch sehen, ob da Schaumteppiche drauf sind, ob die Wasser ob das Wasser trüb ist, ob da sehr viele Algen drin sind und dann gibt es so verschiedene Methoden, die nicht so aufwendig sind also solche Sachen haben wir einfach mal eine Woche lang mit den Leuten vor Ort gemacht und die waren so dankbar und so interessiert und es ist so anders, ich meine das weiß jeder nach dieser Zeit, wo wir alle am Bildschirm saßen, wie schön es ist, mal persönlich dann mit den Leuten zusammenzusitzen und zu reden und zu lernen. Und das haben wir da gemacht.
Kai Behrmann
00:38:46
Eine sehr vielseitige Reise, hast hier viel erlebt, viel unterschiedliche Dinge und was ich bei dir immer so bemerkenswert finde, ist, wie es dir da gelingt, zwischen diesen Disziplinen hin und her zu springen. Also du vereinst da deine Leidenschaft als Biologin, als Wissenschaftlerin mit der Fotografie, kommst durch die Wissenschaft immer wieder an spannende Orte, beobachtest dort Dinge und versuchst dann auch mit dem Blick der Fotografin zu erfahren, zu ergründen. Wie kannst du das dann für andere auch sichtbar machen, die jetzt fachfremd sind? Das ist eine schöne Kombination. Ich glaube, da kann man eine ganze Menge von lernen. Also wir haben ja alle über unseren Beruf irgendwo eine Expertise, was für uns selbstverständlich erscheint, aber was für andere unheimlich spannend ist. Und wenn man dann eben als leidenschaftlicher Fotograf auch diese Fähigkeiten nutzt, um das umzusetzen und anderen dadurch dann auch Einblicke zu geben in das, was man selber macht, können daraus, denke ich mal, sehr, sehr tolle Sachen entstehen und auch Projekte. Also häufig denken wir ja gar nicht, dass es möglich ist, die Kamera auch mit in den Beruf mit reinzubringen. Das ist vielleicht für die Kollegen am Anfang ein bisschen ungewohnt, aber ich denke mal, wenn man sich da ein bisschen mit auseinandersetzt, langsam Verständnis schafft. Können da durchaus Projekte entstehen, die ähnlich spannend sind wie das, an dem du da gerade arbeitest.
Pia Parolin
00:40:28
Ja, ganz bestimmt. Ich würde vielleicht noch einstrengend sagen, manchmal übernimmt man sich dann auch schnell. Also ich war schon da sehr, sehr eingetaucht in mein Biologinnen-Dasein und sehr fokussiert und sehr konzentriert. Und das ist alles sehr aufwendig. Es ist einfach heiß, es ist anstrengend, man ist immer mit Menschen zusammen. Ich war immer sehr müde. und dann auch noch interessante Fotoprojekte gleichzeitig parallel zu machen, ich glaube, das muss man am besten trennen. Also ich habe jetzt so ein paar Portraits gemacht für dieses neue Projekt, aber ich habe da nicht viel fotografiert insgesamt, weil ich einfach überfordert war. Und dann kommt noch ein zweiter Punkt dazu. Und da sind natürlich meine ganzen Kollegen, Kolleginnen, eben auch die aus indigenen Ursprungs sind. Ich darf da nicht einfach die Menschen fotografieren. Die haben... Andere Regeln als wir, aber die haben auch sehr strenge Regeln. Und streng genommen darf keiner irgendwo die indigenen Menschen fotografieren ohne eine schriftliche Genehmigung der FUNAI. Das ist die Behörde für indigene Menschen. Und die hatte ich natürlich nicht. Ich bin da ja einfach hingefahren und hatte mich da auch nicht drum gekümmert. Und natürlich waren wir in solchen Dörfern, wo die lebten, die haben uns da mitgenommen und da haben wir dann vor Ort mit denen auch geredet. Und natürlich war die Verlockung groß, da diese wunderbaren Gesichter von den Kindern zu fotografieren oder die Frauen, die da im Fluss waschen oder die Hütten, wo die leben. Und ich habe auch ein paar Bilder gemacht, das habe ich dann meine Kollegen gefragt, ob das okay sei. Die haben gesagt, ja, ja, mach ruhig. Aber als ich dann auf dem Rückweg war, da sagte mir eine Kollegin, die auch Aktivistin ist, hat gesagt, pass auf, du darfst diese Fotos eigentlich nicht machen. Du darfst sie gar nicht erst machen, geschweige denn zeigen, weil du hast keine Genehmigung. Und das habe ich sehr ernst genommen, weil das fällt uns immer so leicht, irgendwo hinzufliegen und einzufallen und einfach Bilder zu machen, weil ja, das ist ja alles so romantisch und so toll. Aber das sind genau Menschen wie du und ich. Und warum darf ich in Hamburg die Kinder nicht fotografieren? Aber am Amazonas schon. Das sind halt so Fragen, mit denen müssen wir uns immer mehr kritisch auseinandersetzen. Und natürlich fällt mir das schwer, weil ich das ja immer getan habe und auch sehr schön fand. Aber ich komme da langsam an meine Grenzen. Und da würde ich jetzt gerne das Mikrofon lieber zu dir jetzt schieben, Kai, weil du bist ja auch gerade in Kuba gewesen und du bist ja auch viel in diesen Ländern. Wie gehst du damit um? Hast du da einen kritischen Zugang? Was machst du mit den Menschen da? Du hast ja auch sehr enge Verbindungen zu denen aufgebaut. Du hast ja nur Langzeitprojekte, kommst immer wieder zu den gleichen Menschen zurück. Die haben Vertrauen zu dir und du bist ja auch ein Mensch, dem man vertrauen kann. Das finde ich ganz, ganz großartig und ich denke, du bist da wahrscheinlich auch betroffen von dieser Frage.
Kai Behrmann
00:43:12
Ja, eine ganz spannende Frage und auch ein Thema, mit dem ich mich speziell auch auf dieser Reise sehr, sehr intensiv auseinandergesetzt habe, weil sich auch das Fotografieren in meiner Wahrnehmung auf Kuba doch deutlich verändert hat. Im Gegensatz zu dem, was ich bei meiner ersten Reise dort erfahren habe oder wie ich es wahrgenommen habe. Es war 2014, also mittlerweile über zehn Jahre her. Das heißt, ich habe da auch einen gewissen Vergleich. Aber was du erwähnt hast, genau, also diese Frage. Erlauben wir uns vielleicht auf Reisen fernab von Deutschland mehr, als wir uns hier auf den Straßen erlauben würden? Gerade jetzt eben in Bezug auf Kinder, wenn wir sie fotografieren, das ist auf Kuba natürlich auch immer ein Thema, wobei es dort so ist, dass die Kinder sehr, sehr aktiv auf einen auch manchmal zukommen und fotografiert werden wollen. Also das ist so, passiert einem das hier in Deutschland nicht, aber dort auf Kuba ist es eben so, dass da die Kinder sehr, sehr offen sind, auch dann diesen Kontakt nutzen, auch mal mit einem Touristen ins Gespräch zu kommen. Manche freuen sich dann auch mal ein bisschen Englisch zu üben, was sie in der Schule gelernt haben. Also das ist schon mal so. Dann ein anderer Umgang, ein anderer Zugang, den man auch zu Kindern dort bekommt. Aber ja, häufig machen wir uns da keine Gedanken. Wir sind an einem neuen Ort. Wir sehen Dinge, die für uns ungewohnt sind. Wir sehen Menschen, die uns faszinieren, die wir gerne fotografieren möchten. Und überlegen uns dann aber gar nicht, dass wir vielleicht ihnen auch manchmal etwas nahe treten oder über Grenzen drüber gehen, die wir uns vorher oder die wir nicht gesehen haben. Das ist schon ein großer Zwiespalt und ich glaube, da gibt es auch wirklich keine einfache Antwort darauf. Das hängt, glaube ich, von uns selbst individuell ab, wie wir unsere Arbeit auch definieren. Dann einmal, was kann ich von mir selber verantworten? Es gibt zwar Gesetze, auch in jedem Land hat seine Gesetze dazu, was ich darf im öffentlichen Raum, was ich fotografieren darf, wie ich Menschen fotografieren darf, all diese Dinge. Also da wäre meine Empfehlung, sich erstmal damit auseinanderzusetzen, um da so ein gewisses Gespür für zu bekommen, wie ist überhaupt der gesetzliche Rahmen da, wie sieht das aus? Aber dann gibt es ja immer wieder Grauzonen und fließende Linien, wo es eben auf mich ankommt, auf meine ethischen Grundsätze. Welche moralischen Vorstellungen setze ich eben drauf an? Und das ist ein sehr, sehr weites Thema. Ich hole jetzt auch schon sehr, sehr weit aus, aber es ist eben sehr, sehr komplex und da gibt es auch keine einfache Antwort drauf. Also ich beobachte auch immer wieder Fotografen, andere Fotografen, die an gleichen Orten fotografiert haben, spreche auch vor Ort mit vielen Fotografen und wir alle. Uns eint ja, dass wir eine unheimlich große Neugier haben, ein Interesse an Gesellschaft, an Menschen. Wie leben Menschen zusammen? Und das ist ein großer Wert, das auch in Bildern festzuhalten. Wie schade wäre das, wenn wir all diese Bilder, die Fotografen vor uns gemacht haben, wenn es die nicht mehr geben würde, wenn wir nicht mehr ins Museum gehen könnten, uns Ausstellungen anschauen könnten über die unterschiedlichsten Themen, die Einblicke auch in intime Bereiche geben, wo ich manchmal davor stehe und frage, wie hat der Fotograf das geschafft, dort Zugang zu finden zu diesen Menschen. Und da ist für mich oder für meine Antwort ist eben drauf, dass ich jedem Menschen, dem ich begegne, mit unheimlich viel Wohlwollen, mit viel Empathie begegne und versuche, dann eben auch würdevolle Bilder zu machen und mir immer vorzustellen, was wäre, wenn diese Person diese Bilder dann auch sehen könnte. Wenn ich die Möglichkeit habe, zeige ich sie natürlich am kleinen Bildschirm, aber was dann später mal daraus entsteht, das weiß ich manchmal ja auch gar nicht. Und ich kann auch nicht in jeder Situation mir eine seitenlange Einverständniserklärung unterschreiben lassen. Das ist dann auch manchmal in der Praxis einfach nicht möglich. Da stößt man dann eben auch an Grenzen. In der Street Photography sind es eben auch häufig dann Aufnahmen, wo gar kein Kontakt da ist, weil man ja eben gerade dieses authentische Leben dokumentieren möchte, ohne einzugreifen. Also ja, es sind Fragen, die mich immer wieder auch beschäftigen. Ich wälze die hin und her in meinem Kopf, bin mir dessen bewusst, dass wir da manchmal auch ein bisschen... Ja, unachtsam agieren können, aber immer, jedenfalls in meinem Fall, dann mit einer guten Intention und eben, wie gesagt, mit dieser Bewunderung, mit dem Respekt und ja, für die Vielfalt und die Schönheit auch des Lebens.
Pia Parolin
00:48:54
Es ist natürlich toll, dass du immer wieder an dieselbe Stelle zurückkehrst. Du hast ja wirklich diese Langzeitprojekte, diese Beharrlichkeit, immer dieselben Länder aufzusuchen, statt überall in der Welt rumzuhüpfen. Und gerade Kuba hat ja eine unglaubliche Entwicklung gemacht. Nicht unbedingt leider zum wirklich Positiven, aber diese Veränderungen. Was hast du denn da beobachtet? Du hast gesagt, du warst seit 2014 jetzt regelmäßig da. Und als wir kurz gesprochen hatten, zwischendurch erzähltest du mir von Stromausfällen, die jetzt an der Tagesordnung sind, selbst in den Touristenorten. Und wie leben die Menschen da heute? Wie war das früher? Wie leben sie heute? Leute, was hast du da so beobachtet, was ist dein Gefühl oder was sagen sie dir?"
Kai Behrmann
00:49:43
Die erste Reise war für mich ein Augenöffner für das, was Fotografie sein kann. Vorher, ich bin ja eigentlich ein sehr, sehr schüchterner Mensch. Mir fällt es oft schwer, auch vor Menschen zu sprechen, auf Menschen zuzugehen. Und die Fotografie hat mich so ein bisschen da hingebracht. Oder ohne die Kamera bin ich es immer noch. Aber mit der Kamera bin ich inzwischen ein dann doch mutigerer Mensch, der sich davon nicht scheut, mit anderen ins Gespräch zu kommen und darüber den Kontakt auch zu suchen. Und das ist das, was ich von meiner ersten Reise mitgenommen habe, eben diese unheimliche Offenheit, diese Herzlichkeit der Menschen. Dieses ohne große Erklärung oder dass es der Bedarf bedurft hätte, ins Gespräch zu kommen und auch Menschen fotografieren zu können. Das war ich vorher nicht gewohnt und das war so diese Lebensfreude trotz der Mangel, die es damals auch schon gab auf Kuba, die ich dort erlebt habe. Die Menschen hatten wenig, waren aber doch größtenteils fröhlich mit dem bisschen, was sie hatten. Und das hat sich mittlerweile dann doch stark verändert. Ich war dann 2015 ein zweites Mal da, dann gab es eine Pause und nach Corona bin ich dann wieder hin und ja mittlerweile, jetzt komme ich von meiner vierten Reise seit Corona zurück und kann da schon so einen Wandel sehen, dass die Lage auf Kuba sich einfach nicht zum Positiven verbessert. Im Gegenteil, es gibt immer größere Notstände neben dem Mangel, was Lebensmittel angeht, neben den Preisen, die in die Höhe schießen, der Inflation, die das tägliche Leben für die Menschen immer teurer macht. Sich Dinge einfach nicht leisten können, die es vielleicht gibt, aber eben mit den entsprechenden fehlenden finanziellen Mitteln können sich die Menschen das dann eben auch nicht leisten, Lebensmittel auf dem privaten Markt zu kaufen. Das ist ein großes Problem. Darüber hinaus, ich glaube es war vor zwei Jahren, als das Energienetz kollabiert ist und langsam wieder hochgefahren wird, aber aus Mangel an Möglichkeiten, diese Werke zu reparieren und zu sanieren, kommt es halt immer wieder zu Ausfällen. Regelmäßig in den Provinzen gibt es Zeiten, wo es keinen Strom gibt, keine Energielieferung. Das zieht sich jetzt schon seit mittlerweile zwei Jahren so durch. Das sind Zustände, die einfach den Menschen das Leben unheimlich schwer machen. Ich hatte das Glück, jetzt mit einem Freund auch ein bisschen außerhalb von Havanna reisen zu können. Wir haben seine Familie, Verwandte besucht und dort habe ich dann auch einen Eindruck davon bekommen, was es eben bedeutet, wenn man nur wenige Stunden am Tag Strom hat und dann auch zu Tageszeiten, wo man eigentlich eher im Bett ist und schläft. Zum Teil dann frühmorgens um drei oder vier wird dann der Strom angeschaltet und die Menschen stehen dann auf, um vor der Arbeit diese Zeit zu nutzen, um vorzukochen, um Wäsche zu waschen. Und wenn sie dann abends nach Hause kommen von der Arbeit, dann gibt es keinen Strom mehr und man verbringt den Abend im Dunkeln. Also das ist für uns schwer vorstellbar. Ich habe das jetzt ein paar Tage erlebt, was es eben bedeutet, nicht sein Telefon aufladen zu können. Das sind alles Luxusprobleme, aber ja, es sind einfach… Man macht.
Pia Parolin
00:53:39
Sich gar nicht klar, was da alles dran hängt, ne? Also ich hatte das am Amazonas auch, da fehlte auch irgendwann mal einen Tag lang der Strom. Das passiert am Amazonas auch immer wieder. Und da musste ich mein Bed and Breakfast bezahlen. Ja, geht natürlich nicht. Ich kann dann keinen Geldautomaten, ich kann nicht mit der Kreditkarte irgendwas bezahlen, ist einfach nicht machbar. Man kann auch nicht tanken. Man denkt da nicht dran. Bei Stromausfall denkt man gleich ans Handy, um Gottes Willen, kein Wi-Fi, ich kann es nicht laden. Aber man kann nicht im Supermarkt irgendwas kaufen, weil die die Kasse nicht öffnen können. Also das ist wirklich gut. Nach zwei Jahren gewöhnt man sich da dran und hat seine Strategien. Aber man macht sich nicht klar, was es bedeutet, keinen Strom zu haben.
Kai Behrmann
00:54:23
Ja, wo überall Strom drinsteckt. Das sind dann ja auch die Kühlschränke, all die Geräte, die man im Haushalt hat. Wenn ständig der Strom ausfällt und der Kühlschrank abtaut, das Gefrierfach, man kann keine Lebensmittel mehr dauerhaft dort kühlen. Es verderben dann auch Lebensmittel, was in der Situation, wo ohnehin das Geld knapp ist, dann natürlich noch fataler ist. Ich muss immer tagesaktuell einkaufen. Das ist natürlich dann auch ein zusätzlicher Aufwand, der damit verbunden ist, neben der Arbeit das ganze Leben dann noch so zu organisieren, von A nach B zu laufen, sich das Essen zu besorgen. Also das ist eine ganze Latte an Folge, an Konsequenzen, die damit verbunden sind, die das Leben sehr, sehr beschwerlich dort machen.
Pia Parolin
00:55:17
Mich würde vor allem noch interessieren, weil du ja da jetzt wirklich so ein Langzeitprojekt draus gemacht hast, welche Rolle spielt es, dass du da das Vertrauen der Menschen hast, dass du weißt, wie die Menschen auch ticken, wie die denken, wie die fühlen und was bedeutet das konkret auch für deine Fotoausbeute? Hast du schöne Bilder mitgebracht? Bist du zufrieden mit deiner Ausbeute? Hast du vielleicht noch gar nicht drüber schauen können, aber spiegelt das wieder, dass du eine besondere Art von Fotografie mit nach Hause bringst?
Kai Behrmann
00:55:49
Also ich habe zwischendurch immer mal wieder drauf geschaut auf die Bilder, einen gesamten Überblick habe ich jetzt noch nicht, aber ich empfinde es schon so, dass da eine gewisse Entwicklung ist in meinen Bildern, die Reise, die ich damals. 2022 mit Thomas gemeinsam gemacht habe, so die Wiederkehr nach den ersten Reisen nach Kuba. Das waren noch Bilder, wenn ich da jetzt drauf schaue, die eher so die typischen Kuba-Motive zeigen. Also diese dramatischen Lichtschatten-Situationen, poppige Farben, aber im Großen und Ganzen dann doch eher noch so an der Oberfläche kratzend. Und mit jeder Reise sind die Bilder ein Stück weit rauer geworden und zeigen jetzt auch mehr von dem, was ich über Gespräche, über die Lebensrealität auf Kuba mitbekommen habe. Das reflektiert, glaube ich, jetzt schon mehr das, was ich dort fotografiere. Und jetzt speziell die letzte Reise war fotografisch, glaube ich, jetzt auch schon ergiebig, aber die Reise stand eher unter dem Aspekt, dass ich mich mehr auf die Gespräche konzentriert habe und auf diese Erfahrung, um wirklich wahrzunehmen, ein Verständnis dafür zu bekommen, wie leben die Menschen. Und das nicht nur aus Erzählungen, sondern jetzt eben auch aus eigener Erfahrung. Also ich habe das Glück jetzt, dass ich am Ende dann wieder zurückfliegen konnte mit einem Komfort, der damit verbunden ist. Aber ich habe eben jetzt auch mal eine Woche am eigenen Leib erfahren, wie das eben ist, in so Situationen zu leben. Was für mein Verständnis jetzt und für die weiteren Reisen, für die Arbeit, die ich dort mache, enorm wertvoll ist. Weil ich glaube, das gilt für jedes fotografische Projekt, je genauer du dich als Fotograf in die Situation reinfühlen kannst, desto besser werden die Bilder auch, beziehungsweise du kannst die Motive dahingehend besser noch finden und du hast einen anderen Zugang dazu. Das war sehr, sehr bereichernd und hat mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet, jetzt bei diesem Mal.
Pia Parolin
00:58:20
Fotografie in Kuba steht ja nach wie vor hoch im Kurs, einfach weil es ein faszinierendes Land ist und wunderschöne Strände, die tollen Menschen, die so offen sind, diese Musik, das, was man da so mit verbindet. Das ist, glaube ich, nach wie vor ein Land, wo die Menschen gerne hinreisen. Gibt es denn irgendwelche Tipps, die du den Leuten geben würdest? Also ich würde auch wahnsinnig gerne mal wieder nach Kuba reisen. Ich bin da auch schon drei, vier Mal gewesen. Manchmal frage ich mich, ist das sinnvoll, dahin zu reisen? Soll ich das lieber machen oder soll ich es lieber lassen? Ich weiß es nicht. Wie siehst du das? Oder was kannst du Menschen empfehlen?
Kai Behrmann
00:58:58
Es ist nach wie vor ein fantastisches Land und ich würde jedem empfehlen oder raten, dorthin zu reisen. Allerdings sollte man sich ein bisschen mit der Situation auch auseinandersetzen, die dort aktuell herrscht. Und das sind einmal Dinge wie, und da war ich ein bisschen naiv, bei dieser Reise, ich habe mich im Vorfeld jetzt nicht ganz so genau informiert, wie es aussieht, was die gesundheitliche Lage gerade oder die medizinische Situation angeht. Und gerade gibt es dort eine neue Krankheit, die durch Mücken übertragen wird, wenn ich nur Gelbfieber oder Dengue, was immer aktuell ist, gibt es jetzt noch die Chikungunya-Virus von der Mücke übertragen und das grasiert sehr, sehr stark. Also ich habe kaum jemanden getroffen, der nicht selber daran erkrankt war oder jemanden kannte in der Familie, Freunde, die da gerade mit zu tun haben. Und das ist sehr, sehr heftig, wenn man da infiziert wird von dieser Mücke. Starke Gelenkschmerzen, hohes Fieber und das kann drei, vier Tage dauern, diese Akutphase. Und im Anschluss haben dann viele auch noch über weitere Folgen geklagt, ähnlich wie das auch bei Corona war. Also noch Wochen später Gelenkschmerzen, manche Tage, wo man nichts merkt, aber dann kommt es wieder auf. Also da hat man anscheinend sehr, sehr lange was davon. Das war jetzt etwas, was mir im Vorfeld nicht bewusst war und dementsprechend… Und.
Pia Parolin
01:00:44
Die wir ja auch in Europa haben, ne?
Kai Behrmann
01:00:47
Genau, ja, da gibt es jetzt auch Fälle.
Pia Parolin
01:00:49
Die Kungunya kommt über die Tigermücke, kommt die schon in Italien, Frankreich nicht vor. Bisher sind das eingeschleppte Fälle, aber im Rahmen des Klimawandels können sich die Mücken und die Viren da verbreiten. Also ich glaube, dem werden wir über kurz oder lang auch ausgesetzt sein. Und ja, ich kenne es auch aus Brasilien, das ist schon seit langer Zeit eine Plage und wir werden leider damit immer mehr zu tun haben, ja.
Kai Behrmann
01:01:14
Ja, genau. Also da sich auf jeden Fall genau informieren und entsprechend dann die Maßnahmen ergreifen, die man dagegen ergreifen kann. Soweit ich weiß, ich war gestern beim Arzt, habe mich da mal erkundigt, ob es eine Impfung dagegen gibt. Er sagt mir, da gibt es nichts, also nicht anders als bei Gelbfieber. Bleibt einem dann eben nur lange Kleidung, möglichst Mückenspray verwenden und dann hoffen, dass da nichts passiert. Das ist die eine Sache. Dann eben schon erwähnt die Stromausfälle, die eine Reise natürlich deutlich komplizierter machen können, beziehungsweise selbst die beste Planung wird auf Kuba häufig über den Haufen geworfen. Das muss man wissen, dass man mit unvorhergesehenen Dingen klarkommen muss. Es funktioniert nicht alles so, wie man das gerne hätte und dann muss man da auch gelassen drauf reagieren. Das gilt besonders für Reisen außerhalb von Havanna dann, wenn man unterwegs ist, wenn es dann keinen Benzin gibt, wenn das Auto vielleicht mal liegen bleibt. Also all diese Dinge muss man, damit muss man rechnen.
Pia Parolin
01:02:35
Obwohl… Man braucht immer große Heizpuffer, ne?
Kai Behrmann
01:02:38
Ja, genau. Also nie knapp planen irgendwie, dass man zwingend darauf angewiesen ist, innerhalb von einer kurzen Zeitspanne irgendwo anzukommen. Also auch was dann den Rückflug angeht, wenn man da auf dem Land unterwegs ist und da kann immer irgendwas passieren. Denn wenn man sich in der touristischen Blase bewegt, bekommt man viel von diesen Dingen nicht ganz so hart mit, als wenn man individuell unterwegs ist.
Pia Parolin
01:03:10
Haben die Hotels nicht auch Notstromaggregate? Genau. Also die Hotels haben vielleicht Notstromaggregate, genau wie die Flughäfen, denke ich mal.
Kai Behrmann
01:03:23
Genau, ja, also in den größere Unterkünfte, Hotels, solche Institutionen, die haben dann natürlich oder da ist sichergestellt, dass der Strom nicht so schnell fehlt. Aber ja, sobald man sich daraus bewegt, kann es dann eben auch überall zu Ausfällen kommen. Also das sind so ein paar Dinge, die das Reisen auf Kuba etwas speziell machen. Die Menschen sind nach wie vor fantastisch dort. Es hilft, wenn man ein bisschen Spanisch spricht, um dann auch diesen Kontakt zu bekommen. Also Kuba ist zwar auch landschaftlich ein ganz, ganz tolles Land, hat viel zu bieten, aber für mich lebt es einfach davon, dass man ja auch den Menschen ein Stück weit näher kommt und dann auch mal eine Einladung annehmen kann, in ein Haus reinzukommen und wenn man sich dann so ein bisschen, auch wenn es radebrechend ist, unterhalten kann, dann zieht man glaube ich deutlich mehr draus, als wenn man nur zwei, drei Wörter Spanisch spricht.
Pia Parolin
01:04:31
Ja, oder auch wenn man übernachten will, dass man nicht in irgendwelchen anonymen Hotels ist, sondern vielleicht eher in so kleinen Bed and Breakfasts vielleicht, wo man sich manchmal nicht hintraut, weil die Menschen dann meistens auch kein Englisch können, sondern nur Spanisch, aber da kriegt man halt wirklich den Einblick in das Leben ganz normal beim Alltag. Alleine was wird zum Frühstück gegessen, was servieren sie einem, die Früchte, die lokalen Sachen.
Kai Behrmann
01:04:57
Ja, ja, absolut.
Pia Parolin
01:04:59
Und was ist so die allgemeine Sicherheitslage im Land? Das ist so ein bisschen schlechter geworden, weil früher war Kuba ja immer so super sicher, alles entspannt. Ich glaube, das hat sich ein bisschen verändert, aber wahrscheinlich verglichen mit anderen lateinamerikanischen Ländern auch noch immer ganz gut, oder? Wie siehst du das?
Kai Behrmann
01:05:18
Ja, in Relation zu anderen Ländern in Lateinamerika nach wie vor ist die Sicherheit vergleichsweise gut, aber auch richtig, was du sagst, aufgrund der Not der Menschen wächst die Kriminalität auch ein Stück weit. Toi, toi, toi, ich bin nie bisher in eine Situation gekommen, wo ich das Gefühl hatte, es könnte jetzt irgendwo brenzlig werden. Aber ich habe schon auch von Freunden gehört, die mal überfallen wurden, denen mal das Handy geklaut wurde. Also solche Fälle gibt es jetzt auch. Aber was so Touristen angeht, sind mir da wenig Fälle bekannt, wo es irgendwo hätte gefährlich werden können. Wenn man in den größeren Städten tagsüber unterwegs ist, muss man da eigentlich nirgends groß um Leib und Leben fürchten. Taschendiebstähle können überall mal passieren. Das ist auch auf Kuba nicht anders, aber ansonsten mit einer gewissen Vorsicht ist Kuba immer noch ein sicheres Reiseland aus meiner Sicht.
Pia Parolin
01:06:33
Wie sieht das mit der Versorgung der Menschen aus? Also ich weiß, dass es zwischenzeitlich den Menschen da gar nicht gut ging, dass sie sehr lange Schlangen hatten, um die Grundnahrungsmittel zu bekommen. Ist das noch so? Und als Tourist ist man ja auch immer in so einer Blase. Ich erinnere mich, ich war damals auch mit meinen Kindern mal da, das ist auch schon ewig her, 15 Jahre her. Und da gab es bei uns in den Restaurants immer selbstverständlich Fleisch, weil Touristen sowas essen und dafür auch bezahlen. Aber die Menschen hatten niemals eine Möglichkeit, auf dem Land Fleisch zu essen. Und meine Kinder waren da sehr schockiert, als sie das mal mitbekommen haben. Ich weiß nicht, wie das heute ist. Vielleicht kannst du da ein bisschen erzählen.
Kai Behrmann
01:07:11
Ja, also für Touristen gibt es alles, was man auch auf anderen Reisen gewohnt ist. Also in den Hotels sind die Buffets voll, man kann in Restaurants gehen und wenn man über entsprechendes Geld verfügt, bekommt man auch Lebensmittel in Läden, kann sich dort die Dinge kaufen. Das Problem ist nur, dass die Kubaner selbst sich das häufig nicht leisten können. Also das durchschnittliche Monatseinkommen liegt so zwischen 6.000 und 8.000 Pesos. Das sind knapp 20 Euro. und wenn man dann sich überlegt, dass eine Packung Hühnchenfleisch schon fast 5.000 oder 6.000 Pesos kostet, dann ist schon mal der ganze Monatslohn davon weg für ein Paket Fleisch. Gemüse ist ähnlich teuer, wenn man das auf dem privaten Markt kauft oder bei Händlern auf der Straße, sind das Preise. Also ein Pfund Tomaten kostet dann 500 Pesos und da geht schon innerhalb von wenigen Tagen dann der Monatslohn drauf. Also es ist sehr, sehr teuer für Kubaner, sich auf dem privaten Sektor da mit Lebensmitteln zu versorgen. Viele stocken dann auf, entweder weil sie Familien im Ausland haben, die ein bisschen Geld dann zurückschicken. Das ist eine Möglichkeit, wie sich auch Kubaner das leisten können. Es gibt nach wie vor dieses Lebensmittelmarkensystem, also dieses Libretta-System, wo jeder im Monat den Basiswarenkorb bekommt. Früher hat das ausgereicht, um wenigstens den größten Hunger zu stillen. Das war dann schon ausreichend. Mittlerweile ist da auch viel zusammengekürzt worden und mit den Rationen, die es dort aktuell gibt, kann man auch nicht mehr über den Monat kommen. Also es ist eine schwierige Lage, sich dort zu versorgen. Die Kubaner sind sehr, sehr erfinderisch und finden ihre Wege, aber es gibt eine sehr, sehr große Not.
Pia Parolin
01:09:38
Eine Frage, die mir auch noch kommt, sind natürlich diese faszinierenden Autos. Davon lebte ja früher jedenfalls das Stadtbild von Havana oder auch insgesamt von Kuba. Und als Tourist war es immer schön, sich praktisch so ein Taxi zu nehmen und sich damit auch rumkutschieren zu lassen. Ist das noch so? Fahren die Autos immer noch? Weil die sind ja echt, echt alt jetzt inzwischen. Die sind ja aus den 50er Jahren oder so.
Kai Behrmann
01:10:03
Sie fahren immer noch. Ich frage mich auch immer noch, wie das sein kann. Aber ja, daran hat sich nichts geändert. Man sieht hin und wieder auch mal Mechaniker auf offener Straße, die da unter der Motorhaube rumschrauben, irgendwie Teile zerlegen und dann wieder zusammenbasteln die Motoren. Das ist wohl so eine, ich kenne mich überhaupt nicht mit Autos aus, aber anscheinend kann man die Dinger, wenn man sie gut pflegt und immer mal wieder auseinander baut, alles wieder einölt und dann fahren die Dinger noch. Ich finde es immer spannend zu sehen, wenn man dann so im Inneren eines solchen Wagens sitzt, da ist das Interieur total verwittert schon. Also die Verkleidungen fehlen häufig in den Türen, man sitzt nicht mehr auf den bequemen Polstern, sondern es ist alles so, ich weiß nicht, wie heißen diese Spiralen, die piksen einen dann in den Po. Also das ist schon sehr, sehr abenteuerlich. Also es gibt die wirklich top gepflegten Oldtimer, die für Touristenfahrten zur Verfügung stehen. Die kann man dann mieten, aber dann gibt es eben auch diese alten Autos, die so als Sammeltaxen funktionieren, mit denen sich die Kubaner dann in der Stadt bewegen oder auch über Land. Und die sind dann zum Teil, wie eben geschildert, von innen sehr, sehr rumpelig schon und ich habe immer Angst, die Tür aufzumachen, das überlasse ich immer dem Fahrer, weil einmal habe ich die Tür ein bisschen zu hart zugeknallt und da ist der so zusammengefahren und hat um sein Auto gefürchtet, was für die natürlich ein absoluter Besitzstand ist oder ein Luxusgut, von dem sie abhängig sind. Das Ding muss weiterhin fahren. Damit verdienen sie dann auch Geld. Aber ja, es ist auf jeden Fall ein spannendes Erlebnis.
Pia Parolin
01:12:08
Wie bewegst du dich denn fort? Du warst ja diesmal auch auf Reisen und bist aus Havanna rausgefahren. Mietest du dann so ein Taxi oder gehst du mit einem Sammeltaxi oder fährst du mit irgendwelchen öffentlichen Bussen? Weil das ist ja auch ein Abenteuer, da lernt man ja auch viel kennen. Traust du dich sowas oder macht das keinen Sinn? Wie machst du das?
Kai Behrmann
01:12:27
Ja, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten und das hängt dann immer von der eigenen Abenteuerlust ab und von dem Zeitbudget. Also wenn man mal anfängt, es gibt die Möglichkeit, sich mit öffentlichen Bussen zu bewegen. Da muss man immer damit rechnen, dass die mal liegen bleiben, dass es länger dauert, weil das eben auch dann Vehikel sind, die nicht mehr in so einem Top-Zustand sind, Sondern die fahren so gerade noch, klappern dann über die Asphaltstraßen über Löcher hinweg und das ist dann schon ein gewisses Risiko, was man damit eingeht und auch nicht so ganz einfach, da dann einen Platz zu bekommen. Da muss man genau wissen, auch von wo die abfahren. Da gibt es ja nicht den einen Terminal, von dem alle abfahren, sondern da muss man sich da mal ein bisschen durchfragen, an welcher Straßenecke dann, zu welcher Zeit, wo welcher Bus abfährt. Da muss man die Telefonnummer kennen. Aurita. Genau, Aurita ist ein sehr dehnbarer Begriff. Die sind dann aber sehr, sehr günstig. Also wenn man da einen Platz erwischt, dann fährt man für ein paar Euro auch längere Strecken. Dann gibt es die Möglichkeit, mit ein bisschen bequemeren Bussen über Land zu fahren, vom zentralen Omnibusbahnhof in Havanna. Und da, ja, die sind schon einigermaßen bequem und auch zuverlässiger. Und dann die andere Version ist dann eben noch mit einem Privattaxi zu fahren, die jetzt vergleichbar für deutsche Preise jetzt auch nicht so übermäßig teuer sind. Also für diese Fahrt jetzt bei dieser Reise von Havanna nach Santa Clara, das waren ungefähr zwischen drei und vier Stunden ist man da unterwegs, da hat die Fahrt 20 Euro gekostet. Und dann ist man aber auch flexibel, fährt dann zu viert in so einem Taxi, entweder mit einer Gruppe von Freunden, wenn man zusammenfährt oder dann mit anderen Reisenden, die man nicht kennt und ist dann aber auch flott unterwegs. Weil wenn man was Positives dem abgewinnen kann, ist, dass es auf kubanischen Autobahnen keine Staus gibt. Da ist also wenig Verkehr und man kommt dann relativ schnell auch voran und ist flexibel. Also da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Und innerstädtisch in Havanna, ich weiß nicht, ob es jetzt anderen Großstädten mittlerweile auch gibt, so eine App ähnlich wie Uber, nennt sich La Nave. Funktioniert wie so eine Uber App. Man kann dann angeben, von wo aus man wohin reisen möchte und dann kann ein Fahrer die Fahrt annehmen. Man bekommt dann auf der Karte auch angezeigt, wie lange das noch dauert, bis der Fahrer dann da ist. Also das funktioniert sehr, sehr gut und ist auch jetzt nicht so teuer, wenn man innerstädtisch sich da damit fortbewegen möchte. Oder man nimmt ein Fahrradtaxi. Ja, genau.
Pia Parolin
01:15:43
Die Möglichkeit gibt es auch. Ich habe vielleicht noch eine letzte Frage, die mir so einfällt, zu den Pflanzen, die da so kultiviert werden. Also bei Kuba denke ich immer natürlich automatisch an Zuckerrohr und Tabak, an die große Zigarrenindustrie. Ist das nach wie vor beides ein großes Geschäft, der Rum und die Zigarren und die entsprechenden Anbauflächen? Oder ist das auch im Wandel?
Kai Behrmann
01:16:06
Das ist nach wie vor so. Also große Tabakplantagen, es ist ein Wirtschaftszweig, Zigarren auch, die an Touristen dann verkauft werden oder für den Export gemacht werden. Dann Zuckerrohr, sieht man auch noch sehr, sehr viel, obwohl Zucker selbst auf Kuba ein Luxusgut ist. Sehr, sehr teuer. Ja, eigentlich nicht vorstellbar. Ein Land, was früher sein Reichtum gerade daraus bezogen hat. Ist aber heute so, dann werden verschiedene andere Dinge noch angebaut. Dortrum ist auch ein Getränk, was noch gerne konsumiert wird, aber auch für den Kubaner selber sehr teuer. Und dann je nach Jahreszeit, nach Saison dann eben verschiedene Früchte, die dann angebaut werden, weil Kuba eigentlich ein sehr, sehr fruchtbares Land ist, wo sehr, sehr viel wächst. Aber ja, da kennst du dich besser aus. Das ist ja nicht nur der fruchtbare Boden, den man braucht. Man braucht dann auch trotzdem Düngemittel, Materialien, Werkzeuge, um das Land eben auch zu bewirtschaften und dann entsprechend dann auch die Ernte zu verteilen, auszuliefern. Und an dieser Infrastruktur, da hapert es dann eben auch und ich glaube eine Erklärung für den Mangel, der dann trotzdem herrscht.
Pia Parolin
01:17:45
Ja, ich würde gerne mal mit dir durch Kuba reisen, Kai. Irgendwann schaffen wir das gemeinsam. Würde mich mal freuen, da fotografieren zu gehen und deine Langzeitprojekte auch mal live zu sehen.
Kai Behrmann
01:18:02
Ja, sehr gerne. Ich hoffe, dass es irgendwann mal dazu kommt. Ich bekomme auch immer wieder Fragen, ob es mal möglich ist, da einen Workshop zu machen. Ich hatte das ja auch schon mal angedacht, immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, dass in der Umsetzung ist es relativ kompliziert. Ich hatte da auch schon mal einmal eine Anfrage an einen Reiseveranstalter, um das in Kooperation irgendwo auf die Beine zu stellen. Es gibt ja viele Anbieter von Fotoreisen nach Kuba, aber mit den Erfahrungen, die ich jetzt auch gesammelt habe und auch gesehen habe, wie viele Anbieter, tolle Fotografen es da vor Ort gibt, die auch Workshops anbieten, habe ich jetzt für mich entschieden, dass ich selber dort keine Workshops anbieten möchte, in Eigenregie. Was ich mir vorstellen könnte, ist mit den beiden Fotografen, mit denen ich vor einem Jahr einen Workshop selbst besucht habe. Mit denen zusammenarbeite, sprich so in der Rolle des Vermittlers. Also wenn jetzt jemand sagt, nach dem, was ich erzählt habe, das schreckt mich nicht ab, ich möchte das erleben, selber dort fotografieren, wirklich authentische Einblicke in Land und Leute gewinnen, dann sage ich ganz klar, diese Zugänge können lokale Fotografen viel besser vermitteln als ich. Ich kenne mich in Havanna mittlerweile sehr, sehr gut aus, könnte da einen Streetwalk machen, könnte ein paar Ecken zeigen, die mich interessieren, aber das wäre dann doch etwas, was ein Stück weit an der Oberfläche kratzt. Für mich, hatte ich ja gesagt, besteht der Reiz darin, wirklich die Lebensrealität von den Menschen zu sehen und da sind Manuel und Lissi Experten, machen ganz, ganz tolle dokumentarische Arbeiten auf Kuba, kennen viele Familien, können da arbeiten. Dann viel gezielter auch mit Fotografen in solche Räume reingehen und wir haben ja eingangs darüber gesprochen, wie das ist. So intime Räume zu fotografieren und da ist dann eben auch geklärt, die Menschen wissen, sind vertraut auch damit, was dokumentarische fotografische Arbeit bedeutet. Und ohne dass das jetzt inszeniert ist, ist es dann aber im Rahmen so eines Workshops dann eben auch möglich, da in die Häuser mal reinzukommen und sich direkt mit den Menschen auseinanderzusetzen, die soziale Realität kennenzulernen. Das sind tolle Erfahrungen, die man da machen kann. Und wenn es da jemanden gibt, der sagt, das möchte ich erleben, würde ich im Rahmen von so einem Workshop dann sagen, dass ich als Dolmetscher mitkomme und so ein bisschen so als Bindeglied fungiere. Aber natürlich auch mit meinem fotografischen Wissen, wenn da Fragen sind, mich daran beteilige. Aber ich möchte an so einem Workshop abseits der Deckung meiner Kosten nichts dran verdienen, sondern das würde ich dann den beiden überlassen, weil da habe ich immer ein schlechtes Gefühl. Also ich habe jetzt, wenn ich jetzt einen Workshop in Helsinki mache oder in Lissabon, habe ich nicht das Gefühl. Jemanden dort etwas wegzunehmen, so wie ich es auf Kuba empfinde, wo ich einfach die Wertschätzung den Fotografen dort vor Ort, ja, irgendwie das empfinde, dass das ein fairerer Deal ist. Also da muss ich jetzt als Deutscher nicht noch den hundertsten Kuba-Workshop anbieten, sondern... Auch im Sinne der Teilnehmer bekommen die, glaube ich, da was einzigartigeres als auf anderen Reisen mit einer europäischen Reisebegleitung oder einer westlichen Reisebegleitung.
Pia Parolin
01:22:13
Ja, das finde ich einen ganz tollen Ansatz. Das ist ja auch eine Art, etwas zurückgeben zu können, dass die Leute vielleicht davon profitieren, dass du da ein Netzwerk hast, dass du ihnen Leute schicken kannst, aber dass sie letztendlich ihre eigenen Workshops machen, wo sie auch ein bisschen harte Währung verdienen können oder so. Also das ist ja für die Leute fantastisch. Also ich glaube, das ist so auch aus der ethischen Perspektive etwas, was ich ganz, ganz schön finde. Wir haben ja vorher darüber geredet, dass wir in diese Länder einfallen und die Kinder fotografieren und ja, auf die Weise kann man eben auch diese Reisen anders strukturieren und sagen, okay, wir fotografieren vielleicht die Kinder, aber dann im Rahmen der Workshops, die von Leuten vor Ort geleitet werden und dann du eben nur so eine Vermittlerfunktion als Dolmetscher, das finde ich ganz toll, das finde ich einen sehr, sehr guten Ansatz, würde ich sofort auch mich für interessieren. Ja, wobei ich, okay, ich spreche jetzt auch spanisch, ich kann mit den Leuten auch alleine reisen, aber so vom Prinzip her, ja.
Kai Behrmann
01:23:12
Ja, das Problem ist ja auch für kubanische Fotografen, mittlerweile gibt es dort zwar Internet, also die haben auch alle Instagram und so, Aber die Reichweite eben ist noch nicht so, wie wir es jetzt hier haben oder wie ich jetzt zum Beispiel über den Podcast so einen Kanal habe, wo ich viel direkter dann eben auch kommunizieren kann mit fotografieinteressierten Menschen. Und das fehlt da halt, diese Infrastruktur. Und ich glaube, da kann man, wenn man zusammenarbeitet, was ganz Tolles draus machen.
Pia Parolin
01:23:49
Ja, und ich glaube nicht nur die Reichweite, sondern auch die Sicherheit. Die Leute, die aus Europa oder speziell aus Deutschland reisen, wollen auf jeden Fall immer eine gewisse Sicherheit haben, wo sie übernachten, was sie essen, die Krankheiten, die Sicherheit, ihre Kamera irgendwo aufladen zu können oder dass sie nicht geklaut wird. Und dazu braucht man natürlich Vertrauensmenschen und dieses Bild müssen sie sich erstmal erarbeiten und ich glaube, da können wir aus unserer Welt ein bisschen mit beitragen, dass sie so ein Standing bekommen, dass sie einfach als Fotografen wahrgenommen werden, die auch genug Erfahrung haben, um einem sehr anspruchsvollen westlichen Touristen die nötige Sicherheit zu bieten beim Fotografieren.
Kai Behrmann
01:24:31
Ja, genau. Also da schauen wir mal, was wir daraus machen können. Also wenn du Interesse daran hast, dann schreib mir einfach eine E-Mail an kaibeermann.web.de. Dann schauen wir mal, was wir da auf die Beine stellen können. Also ich glaube, mit dieser Herangehensweise, da ist dann doch einiges möglich. Es kommen jetzt auch noch zwei Interviews mit Manuel und Lissi, die ich geführt habe und ich so ein bisschen noch vorstelle, was die beiden für eine Arbeit machen. Die folgen dann in Kürze und nochmal ganz, ganz herzlichen Dank an alle, die sich vielleicht daran beteiligt haben, das Buch von Manuel Realität werden zu lassen. Ich habe da ja so ein bisschen von berichtet über den Newsletter, über den Social Media Kanal, über Instagram. Manuel hat ein Langzeitprojekt gemacht. Über zehn Jahre hat er einen Stadtteil von Havanna immer wieder durchstreift mit seiner Kamera und hat da jetzt einen Verlag in Dänemark gefunden, der das Buch veröffentlichen wird. Die Hürde am Anfang war, er musste 35 Vorbestellungen haben, damit das Ganze jetzt auch final in den Druck geht. Diese Kampagne, die hat er erfolgreich gemeistert. Ich glaube insgesamt hat er jetzt schon die nächste Stufe geknackt, ist bei 50 Büchern. Also das Buch wird auf jeden Fall gedruckt, dauert noch ein bisschen, bis es geliefert werden kann. Aber wenn du einer oder eine derjenigen bist, die dazu beigetragen hat, von dieser Stelle nochmal ganz, ganz herzlichen Dank, soll ich sagen, von Manuel, der sich unheimlich über die Unterstützung gefreut hat, hat auch ein paar Nachrichten bekommen zu seiner Arbeit. Also ja, das ist auf jeden Fall angekommen, diese Hilfe und freut mich sehr für ihn, dass das jetzt endlich geklappt hat. Okay, ja, dann haben wir viel über Brasilien, über Kuba gesprochen. Pia, wie blickst du denn insgesamt so auf das Jahr 2025? Machen wir mal das fotografische Resümee. Was nimmst du mit aus diesem Jahr und was ziehst du mit rüber in das neue Jahr?
Pia Parolin
01:27:01
Was ich auf jeden Fall mitnehme, das fällt mir auf an meinem Instagram-Kanal. Ich fotografiere immer weniger in der Stadt. Einfach spontan Street-Photography. Ich mache zwar noch Workshops und bin mit Leuten unterwegs. Das mag ich gerne. Fotowalks habe ich einige gemacht. Aber ich habe immer weniger interessante Bilder, die ich poste. Und mir fällt es echt schwer, meinen Kanal zu füllen. Dafür habe ich immer mehr große Projekte. Oder nicht immer mehr, aber große Projekte, die sich weiterentwickeln. Und das ist vielleicht auch gut so. Also vielleicht ist auch die Zeit als Street-Fotografin irgendwann dann, ich sage nicht vorbei, du hast ja selber gesagt, manchmal gehst du auch einfach spontan los mit der Kamera. Das hat was Entspannendes, das ist spielerisch. Und da ziele ich jetzt nicht darauf ab, tolle Bilder zu haben, sondern ich verbringe dann einfach gerne Zeit mit meiner Kamera in der Stadt. Das mache ich nach wie vor manchmal ganz gerne. Aber ich gebe mir nicht mehr so viel Mühe, dass da wirklich was Tolles bei rauskommt, was ich dann auch auf Instagram posten könnte. Dafür ist es mir wichtiger, jetzt zu lernen, Porträts zu machen, jetzt zu lernen, ein zusammenhängendes Projekt mit Texten, mit einem Spannungsbogen für ein Buch, mit Inhalten, die Sinn machen. Ich lese andere Bücher, weil ich diese Gedanken auch mit aufnehmen will. Ich habe zum Beispiel T.C. Boyle wieder ausgegraben. Den hatte ich damals in den 80er-Jahren gelesen. Wassergeschichten und nehme diese Geschichten dann auch wieder mit in diese Fotoprojekte also ja, ich bewege mich irgendwie weiter das ist so für mich 2025 schon eher Bewegung und weg von schnellem Knipsen in der Stadt hin zu mehr Tiefgründigkeit in langfristigeren Projekten vielleicht, wie sieht es bei dir aus?
Kai Behrmann
01:28:48
Ja, könnte ich genau so unterschreiben. Ist bei mir absolut ähnlich. Also diese, ich habe mich ja nie als klassischen Street-Fotografen begriffen. Also ich mache auf der Straße gerne Fotos, aber ich glaube, wenn ich es jetzt so anschaue oder was man so als, ja, da mit den Vertretern der klassischen Street-Fotografie mal so vergleicht, hebe ich mich da dann doch schon ab und gehe mehr ins Dokumentarische, ins Reportagige. Das ist, glaube ich, schon immer so mein Stil gewesen und da möchte ich jetzt auch weiter reingehen. Also dieses Denken weg von diesem einzelnen Bild hin, mehr in breitere Kontexte. Ich möchte jetzt auch mein Archiv noch mal ein bisschen dahin durchsuchen, welche Linien dort erkennbar sind, welche Themen da schon schlummern, um da dann anzusetzen, das Ganze zu vertiefen. Also all das, was du gesagt hast, trifft auch auf mich zu. Da jetzt eher in Projekten zu denken, mehr ins Dokumentarische zu gehen und in die Reportage. Das ganze Jahr stand so ein bisschen unter dem Motto Inventur. Ich habe das von Thomas übernommen, der das ja auch macht, so sein Jahr unter einem ein Motto zu stellen. Und ich habe für dieses Jahr mir Inventur genommen, wo einfach mal alles auf den Prüfstand sollte, was fotografische Themen angeht. Wohin möchte ich meine Fotografie bewegen? Ich glaube, da habe ich jetzt auch während der Zeit auf Kuba genug Zeit gehabt, mir da Gedanken zu machen und habe da jetzt Ansätze, wie ich 2026 damit weitermache. Und der andere Teil war eben auch, sich Gedanken zu machen, wie es mit Abenteuerreportagefotografie weitergeht. Da gab es in diesem Jahr ja auch viel, was sich verändert hat, was auf den Prüfstand gekommen ist, wo sich Dinge anders entwickelt haben, als sie Anfang des Jahres noch geplant waren. Oder ich es mir hätte vorstellen können. Aber ja, das ist auch ein spannender Prozess, der nicht ganz einfach war und auch in diesem Jahr mich ziemlich an die Grenzen gestoßen hat. Auch mit vielen Zweifeln verbunden ist, ob das Ganze überhaupt noch Sinn macht, in der Form das weiterzuführen. Ich weiß, es gibt keinen Anspruch darauf, dass so ein Projekt funktioniert. Es ist einfach, wenn irgendwo die Resonanz dann ausbleibt, dann ist es vielleicht auch der Punkt zu sagen, dass ich da Inhalte produziere, die anscheinend niemanden interessieren und dann ist es eben auch fair zu sagen, dann braucht es so ein Projekt vielleicht nicht in der Form. Ja, das waren alles so Dinge.
Pia Parolin
01:32:03
Also da würde ich jetzt mal Veto einlegen, aber Ja gut, die Zeiten verändern sich. Es gibt so viele Podcasts inzwischen, so viele Möglichkeiten zu lernen, aber das, wofür du stehst mit Reportage, das ist schon speziell und wenn ich dich irgendwie motivieren kann, da weiterzumachen, vielleicht in ein bisschen anderen Kontext, das ist ja denkbar, Aber das ist schon eine große Bereicherung, die du uns da schenkst, Kai.
Kai Behrmann
01:32:35
Ja, vielen Dank. Es kommen natürlich immer mal wieder auch so Ermutigungen. Aber trotzdem war es in diesem Jahr schon so, wo es eine Phase gab, wo die Zweifel sehr, sehr laut geworden sind. Mir macht das unheimlich viel Spaß und den Podcast, den würde ich auf jeden Fall auch so weitermachen, wenn jetzt da kaum jemand zuhören würde, weil ich auch aus den Gesprächen, aus den Kontakten unheimlich viel für meine eigene Fotografie gelernt habe. Aber es ist ja auch ein gewisser Eigennutz, der dahinter steckt. Und wenn es dann obendrein noch andere interessiert, hier zuzuhören, fernab der technischen Themen, die auch sehr, sehr laut diskutiert werden in der deutschen Medien- oder fotoaktiven Medienlandschaft. Wenn da noch ein bisschen Platz ist für fotografische Themen, dann freut mich das, wenn ich dazu einen kleinen Beitrag leisten kann, Hier über fotografische Themen zu sprechen, aber speziell mit der Community, die eben noch hinten dran steht, wie wir es zusammen mit Thomas aufgebaut hatten und da waren schon dann die Überlegungen, ob das in der Form noch tragfähig ist, auch verbunden mit dem Aufwand, der dafür natürlich auch nötig ist, den man da reinstecken muss, um sowas eben auch aktiv zu machen. Und am Leben zu halten, da eine Plattform bereitzustellen. Und das war sehr, sehr kräftezehrend, da jetzt nochmal eine Wende zu finden, wie wir es vielleicht so aufstellen können, dass der Zugang noch leichter wird für Interessierte, dass da auch nicht der Preis letztendlich entscheidend ist, ob ich daran teilnehme oder Teil dieser Community werde, die diesen Podcast und alles, was da dran steckt, eben erst auch möglich macht, weil ohne diese Unterstützung... Dann wird es einfach schwierig. Das muss ich ganz klar sagen und deswegen ein ganz ganz herzliches Dankeschön an alle, die mit ihrem Beitrag ein Votum dafür abgeben, dass für Abenteuer, Reportage, Fotografie ein Platz da ist. Ich hoffe, das wird im kommenden Jahr auch so bleiben und dass wir da noch ein Stück weit wachsen können, um das Ganze eben wieder auf stabilere Beine zu stellen. Und ja, da habe ich jetzt wieder ein paar Kräfte gesammelt auf Kuba bei den Gedanken, die ich mir da gemacht habe, um da in das neue Jahr jedenfalls so zu starten mit dem festen Willen, das Ganze weiterzuführen und zu dem auszubauen, was ich mir so da vorstelle. Eben an den Podcast angeschlossen, jetzt eben auch Inhalte zu schaffen, die über das Audioformat hinausgehen. Ich möchte wieder ein bisschen mehr schreiben. Der Blog, den gibt es ja schon auf der Webseite. Da wird es dann im kommenden Jahr noch andere Formate geben und vielleicht schaffe ich es irgendwann auch noch, den Pfeiler Video dazuzustellen, aber eins nach dem Ich glaube, da darf man sich dann auch nicht zu stark verzetteln, weil sonst ist man an vielen Baustellen am Arbeiten, aber bringt dann auch nichts zu Ende.
Pia Parolin
01:36:12
Ja, dann schauen wir mal, wie sich das weiterentwickelt mit Abenteuer Reportage Fotografie, aber du hast bestimmt auch neue Projekte und irgendwas geplant jetzt für die nähere Zukunft. Erzähl doch mal davon.
Kai Behrmann
01:36:27
Ja, also das soll jetzt nicht das Ende vorbereiten. Wenn das so geklungen haben mag, dann bedeutet das das auf jeden Fall nicht. Aber ja, es war auf jeden Fall ein sehr, sehr anstrengendes Jahr. Das kann ich schon so sagen, auch jetzt mit dem letzten Wechsel, wie wir Abenteuer, Reportage, Fotografie neu aufgestellt haben in der neuen Struktur. Nur das war nochmal so ein Kraftakt, den ich mir gerne erspart hätte. Wir haben ja in der Vergangenheit auch immer mal wieder was verändert und da war diese letzte Veränderung so nicht vorgesehen. Aber wir haben es jetzt ein bisschen mehr Richtung Community hingedreht, weniger Inhalte über Webinare. Inhalte, die man vor dem Rechner konsumiert, sondern wir wollen es jetzt auch ein bisschen mehr in die Welt raustragen, praxisorientierter gestalten mit Workshops, mit dem Podcast natürlich weiterhin. Und ja, hoffentlich ist das jetzt so eine Struktur, die zugänglicher ist, wo auch mehr Austausch untereinander stattfinden kann. Wir sind jetzt ja auch bei einer neuen Plattform, auf der sich die Community austauschen kann, alle, die dabei sind. Ich glaube, das entwickelt sich mittlerweile auch ganz positiv. Da sind noch mal viele Stellschrauben angefasst worden, die jetzt hoffentlich im kommenden Jahr auch so greifen oder die ich dann auch so vermitteln kann, dass es neu gemacht, da mal vorbeizuschauen. Der Preis sollte keine Hürde mehr sein, also es ist auf jeden Fall auch darüber sehr, sehr zugänglich geworden. Schon ab 5 Euro in der Jahresmitgliedschaft pro Monat kann man dabei sein und ja, würde mich sehr freuen, wenn das vielleicht auch so ein kleines Votum dann ist, zu sagen, ja. Es ist ein schönes Projekt, aus dem ich viel für meine Fotografie auch ziehen kann und in gewisser Weise erzielt. Auch was zurückgeben kann für die Stunden Arbeit, die da drin stecken. Und ja, gehe da jetzt wieder guten Mutes mit frischer Energie in das neue Jahr. Jetzt kommen ja auch nochmal die Zeiten in Kolumbien und in Argentinien, die für mich auch sehr, sehr wichtig sind für die eigene Fotografie, für das Entwickeln neuer Ideen in diesen Umfeldern. In meiner zweiten und dritten Heimat, da freue ich mich schon sehr drauf. Und ja, Pia, dann geht es ja auch im April schon mit uns wieder weiter. Das ist auch sehr, sehr erfreulich. Nachdem es etwas schleppend war, haben wir es dann doch geschafft, die Mindestteilnehmerzahl und nicht nur das, sondern den Workshop voll zu machen. Bei dir in Cannes zum zweiten Mal machen wir das Ganze und freuen uns da auf eine Gruppe von sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern, um da genau das zu üben, was wir jetzt hier eben auch schon haben anklingen lassen, was für unsere eigene Fotografie gilt, nämlich mehr Tiefe in der Street-Fotografie. Darum soll es dann gehen bei dir.
Pia Parolin
01:39:45
Ja, da freue ich mich auch schon sehr drauf, Kai. Ich freue mich auch, dass der Workshop ausgebucht ist. Das ist natürlich immer ein tolles Gefühl, ein tolles Zeichen. Und ja, ich glaube, wir haben schöne Projekte für das neue Jahr und ich freue mich auch drauf und wünsche dir auch alles Gute, dass das alles nochmal so eine neue Dynamik bekommt. Das bin ich schon zuversichtlich, weil die Inhalte einfach passten und stimmen und das wissen die Leute auch. Und ja, da wünsche ich dir jedenfalls alles Gute.
Kai Behrmann
01:40:11
Ja, vielen Dank, Pia. Und ja, leider können wir jetzt nicht sagen, es sind noch einige Plätze in dem Workshop frei, für alle, die jetzt Lust bekommen haben, vielleicht das mal mit uns zu erleben. Aber eine Möglichkeit gibt es jetzt noch. Ich biete im Februar einen Online Street Photography Kompaktkurs an, bei dem es um ähnliche Themen geht im Rahmen von fünf Webinaren. Da beschäftige ich mich dann auch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, mit diesem Thema eher konzeptionell zu denken in der Street Photography. Da gibt es auf jeden Fall noch ein paar Plätze. Wer da Lust hat, kann da gerne mal vorbeischauen. So, Pia, jetzt haben wir fast zwei Stunden voll. Du hast noch Anschlusstermine. Du bist gerade auch zu Besuch bei einer Freundin, die natürlich auch noch ein bisschen was von dir haben möchte. Da schon mal sorry von meiner Seite an sie, dass ich so viel, dass ich dich hier so in Beschlag. Danke. Und ja, dann bin ich mir sicher, hören wir im kommenden Jahr auch hier im Podcast wieder was von dir. Du hast ja einige Projekte gerade am Laufen. Über eins haben wir noch gar nicht gesprochen. Du bist nicht nur an dem Buchprojekt mit Lois Lammahuber dran, sondern 2026 wird es auch ein weiteres Buch von dir im D-Punkt Verlag geben.
Pia Parolin
01:41:37
Ja, tatsächlich, da ist die Deadline zwar noch ein bisschen hin, aber wir sind schon auf einem guten Punkt. Ich mache das Buch wieder mit einem Co-Autorin zusammen, diesmal ein neuer. Ich weiß nicht, wie viel ich davon schon preisgeben darf, aber da wir das Buch schon so gut wie fertig geschrieben haben, darf ich das vielleicht sagen? Es wird ein Buch, wo es um Fotografie und Psychologie geht und das mache ich mit dem Psychologen und Fotografen Joachim Feigl, der ja auch einen eigenen Podcast hat, Fotopsychologisch. Ja, da freue ich mich sehr drauf. Ich habe ihn schon persönlich kennengelernt vor ein paar Jahren in Arl und wir sind beide in der DGPH. Und ja, ich denke, das ist nochmal eine neue Challenge, ein ganz neues Thema, ein neuer Themenbereich und das macht Spaß, da mit ihm zusammen das zu erarbeiten und zu schreiben. Und ich bin schon gespannt.
Kai Behrmann
01:42:26
Ja, dann viel Erfolg, viel Schwung für das Buch oder für die Bücher und alle weiteren Projekte. Vielen Dank, Pia und auf bald.
Pia Parolin
01:42:37
Ganz vielen Dank, Kai. Tschüss.
Kai Behrmann
01:42:40
Ciao.