Abenteuer Reportagefotografie – Podcast über visuelles Storytelling

Kai Behrmann: Visueller Storyteller und Fotograf

Der Weg zum eigenen Fotobuch – zwei Beispiele aus der Praxis (Teil II)

Die Folge begleitet die Entstehung zweier Fotobücher: ein dokumentiertes Feuerwehrprojekt über zwei Jahre und Bernhards Buch „Innehalten“. Themen sind Planung, Bildauswahl, Layout, Druck und Fotografie als Selbstreflexion.

16.08.2026 85 min

Zusammenfassung & Show Notes

Zwei Bücher, zwei völlig verschiedene Wege. Achim Przymusinski hat zwei Jahre lang den Bau eines Feuerwehrfahrzeugs begleitet und daraus eine Fotoreportage in einer Auflage von 112 Exemplaren gemacht. Wir sprechen über den gesamten Prozess hinter dem Buch – von der Genehmigung, im Werk fotografieren zu dürfen, bis zum Andruck in der Druckerei.

Bernhard Labestin kam dagegen mit der Idee für ein Fotobuch in unseren Workshop – und veröffentlichte am Ende ein Workbook über Fotografie als Mittel zur Selbstreflexion.

In Teil 2 unserer Fotobuch-Reihe geben die beiden Einblicke in die unterschiedlichen Phasen ihrer Buchprojekte: von Konzept und Layout über Papierwahl und Druckvorstufe bis zur Verlagssuche. Und sie erzählen, was sie aus dem Prozess gelernt haben – und was sie beim nächsten Buch anders machen würden.

Zwei Bücher, zwei völlig verschiedene Wege. Achim Przymusinski hat zwei Jahre lang den Bau eines Feuerwehrfahrzeugs begleitet und daraus eine Fotoreportage in einer Auflage von 112 Exemplaren gemacht. Wir sprechen über den gesamten Prozess hinter dem Buch – von der Genehmigung, im Werk fotografieren zu dürfen, bis zum Andruck in der Druckerei.

Bernhard Labestin kam dagegen mit der Idee für ein Fotobuch in unseren Workshop – und veröffentlichte am Ende ein Workbook über Fotografie als Mittel zur Selbstreflexion.

In Teil 2 der Fotobuch-Reihe geben die beiden Einblicke in die unterschiedlichen Phasen ihrer Buchprojekte: von Konzept und Layout über Papierwahl und Druckvorstufe bis zur Verlagssuche. Und sie erzählen, was sie aus dem Prozess gelernt haben – und was sie beim nächsten Buch anders machen würden.

Achim Przymusinski – "Oppersdorf 41-1": Eine Fotoreportage über den Bau eines neuen Fahrzeugs der Freiwilligen Feuerwehr Oppersdorf – von der ersten Schraube bis zum ersten Einsatz. 100 Seiten, sieben Kapitel, Auflage 112 (bewusst gewählt als Anspielung auf die Notrufnummer). Entstanden über zwei Jahre, rund 4.000 Aufnahmen, davon etwa 80 im Buch. Vertrieb über Achims Webseite und persönliche Kontakte; etwa die Hälfte der Auflage ist verkauft.

Bernhard Labestin – „Innehalten. Fotografieren als Weg zu deinem Selbst": Kein Bildband, sondern ein Workbook (DIN A4, Farbe) über Fotografie als Werkzeug der Selbstreflexion. Drei Teile: (1) biografischer und philosophischer Zugang – Fotografie als Psychologie und Philosophie; (2) Fotografien zum passiven Betrachten – was löst ein Bild in mir aus; (3) rund 30 Fotoaufgaben, bei denen nicht das gute Bild das Ziel ist, sondern die Reflexion. Zielgruppen: Menschen, die über Fotografie zu sich selbst finden wollen, und Fotografen auf der Suche nach einer eigenen Bildsprache. Erschienen im März 2026 beim Novum Verlag.

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Sebastian H. Schroeder und ich bieten unsere Print-Workshops im Herbst wieder an. Im Oktober und November den Fotobuchworkshop (21. und 22. November 2026), dazu auch zum ersten Mal einen Magazinworkshop (06.– 08. November 2026) – für alle, die ihre Bilder gedruckt sehen wollen.

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Transkript

Achim
00:00:01
Ich habe, glaube ich, teilweise zehn Fotobücher bei mir auf dem Schreibtisch liegen gehabt und habe mir dort einfach Anregungen geholt und gesagt, es ist dort so gelöst, es ist dort so gelöst. Ich habe mir einfach aus anderen Fotobüchern ein paar Anregungen geholt und dann... Am besten sagen wir, sonst sind die Varianten zu groß, wenn man, glaube ich, sich nicht irgendwo orientiert oder Beispiele holt, um zu sagen, was fällt einem in dem Stil, was fällt einem in dem Buch und daraus dann was Neues zu kreieren.
Kai
00:00:47
Ja, wie in der vergangenen Episode angekündigt, es gibt einen zweiten Teil zum Thema Fotobuch machen. Ich habe mit zwei weiteren Teilnehmern eines unserer vergangenen Fotobuch-Workshops gesprochen, mit Achim und mit Bernhard. Achim hat den Bau eines Feuerwehrfahrzeuges begleitet und zwar von der ersten Schraube bis zum ersten Einsatz. Das Buch heißt Oppersdorf 41-1. Es ist eine Fotoreportage über das neue Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Oppersdorf geworden. Auf 100 Seiten wird in sieben Kapiteln der Aufbau des Fahrzeuges in Bildern beschrieben. Achim nimmt uns mit in die zwei Jahre, die zwischen der ersten Idee für dieses Projekt gelegen haben, bis zum Erscheinen des Buches. Im zweiten Teil dieser Folge spreche ich mit Bernhard. Bernhard hat ein ganz anderes Buch gemacht, kein Bildband, Er ist mit einer Idee in unseren Workshop gekommen, die sich im Laufe der Zeit noch einige Male gewandelt hat und am Ende ist ein Buch erschienen, das einen ganz besonderen Ansatz verfolgt. Was genau hinter dem Titel steckt, Innehalten fotografieren als Weg zu deinem Selbst, wie wir eine Kamera bewusster nutzen können, um unser Ich neu zu entdecken, das erfährst du im zweiten Teil dieser Podcast-Episode im Gespräch mit Bernhard. Ich finde, es sind zwei weitere tolle Beispiele dafür, wie man Fotobücher kreativ gestalten und denken kann. Das wurde auch schon deutlich in der vergangenen Episode in den Interviews mit Jürgen Klieber und Manfred Brandstetter. Das reiht sich ein in meine Beobachtung, dass das Thema Buchmachen bei vielen Fotografen immer lauter wird. Wenn auch du Lust hast, das mit deinen eigenen Bildern zu machen oder schon an einem Projekt arbeitest, dann schau dir mal die nächsten Termine für die Workshops zum Thema Fotobuch und Magazin an. Diese Workshops mache ich wieder in Kooperation mit Sebastian H. Schröder. Der Präsenzteil findet in Köln statt. Der Termin für den Fotobuchshop ist der 21. und 22. November. Der Magazin-Workshop, der findet ebenfalls in Köln statt und zwar vom 6. bis zum 8. November. Den klickbaren Link zu den Workshops mit weiteren Informationen und der Möglichkeit zur Buchung findest du in den Shownotes in der App, mit der du Podcasts hörst oder geh auf die Webseite unter www.abenteuer-reportagefotografie.de und dann einfach im Menü den Punkt Workshops auswählen. So, und nun hinein in diese Episode mit den Gesprächen mit Achim und Bernhard. Viel Spaß! Hallo Achim, herzlich willkommen im Abenteuer Reportage Fotografie Podcast. Schön, dass du da bist.
Achim
00:03:41
Hallo Kai, freut mich sehr, dass ich bei dir sein darf und ein bisschen über mein Projekt berichten darf. Danke für die Einladung.
Kai
00:03:48
Ja Achim, ich freue mich, dass du hier bist. Ich habe dein Projekt ja schon sehr früh kennenlernen dürfen. Du warst einer der Teilnehmer in unserem letzten Buchworkshop, den ich gemeinsam mit Sebastian Schröder veranstaltet habe und den es auch in diesem Herbst wieder geben wird. Und ja, in diesem Workshop hast du dein Projekt vorgestellt und wir haben dir da ein paar Impulse mit auf den Weg gegeben. Aber bis es dann letztendlich gedruckt wurde, hat es noch einige weitere Phasen gebraucht. Also diesen Prozess von der Idee zum fertigen Buch. Darüber möchte ich heute mit dir sprechen, weil ich glaube, dass das auch etwas ist, was viele andere interessiert, die fotografieren und auch mal diesen Schritt gehen möchten. Von Bildern hin zu einem Buch. Insofern denke ich, wir werden heute sehr, sehr viel praktisches Wissen vermitteln können. Und ja, dann lass uns mal mit dieser Frage anfangen. Und zwar, welchen Bezug hast du selbst zur Feuerwehr? Warst du schon als kleiner Junge fasziniert davon? Also mein Cousin, der ist fünf, sechs Jahre alt. Der spielt immer Feuerwehrmann Sam, wer auch immer dieser Sam ist. Ich weiß es nicht, aber Feuerwehr scheint ja eine Faszination auch schon auf die ganz Kleinen auszuüben. War das bei dir genauso oder kam das erst später?
Achim
00:05:09
Eigentlich habe ich überhaupt keinen Bezug zur Feuerwehr gehabt. Erst durch meinen Sohn, der in der Jugendfeuerwehr aktiv wurde, bin ich dann auch ein bisschen zur Feuerwehr dazugekommen, habe das ein bisschen mitbekommen, mit wie viel Engagement die Ehrenamtlichen da tätig sind, sowohl die Aktiven als auch die Jugendlichen, mit welcher Begeisterung die dabei sind. Und so habe ich da eigentlich den Bezug über meine Kinder dann zur Feuerwehr bekommen. Das war so der Ausgangspunkt, aber davor habe ich eigentlich nichts mit der Feuerwehr zu tun gehabt, auch zum besten Lücken noch nie eine gebraucht.
Kai
00:05:40
Ja, ist immer gut, wenn man selber die Feuerwehr noch nie anrufen musste. Du hast gesagt, du bist durch deinen Sohn mit der Feuerwehr erstmals in Berührung gekommen. Wenn man so ein Fotobuchprojekt macht, dann ist die Idee ja essentiell, um überhaupt ein Thema zu haben, in das man sich vertiefen kann und am Ende ein Buch daraus zu machen. Wann war der Moment, wo du gewusst hast, ja, Feuerwehr, das lässt mich jetzt erst mal nicht mehr los und wo du dich dann letztendlich auch zwei Jahre lang verpflichtet hast oder darauf eingelassen hast, um an diesem Projekt zu arbeiten. Das ist ja schon eine ganze Menge Zeit, die da reingeflossen ist. Und wann war der Moment gekommen, wo du wusstest, ja, dieses Thema, daraus möchte ich ein Buch machen?
Achim
00:06:28
Der Moment war wahrscheinlich schwer zu sagen, wann er genau da war. Ich habe ja vorher, weil es ja auch so einzelne Reportagen gemacht zu verschiedenen Themen, Themengebieten, auch über Abenteuer-Reportage-Fotografie letztendlich. Und habe auch gesehen, so ein neues Feuerwehrauto, was ja nur alle... 25 oder 30 Jahre bestellt wird für so eine Feuerwehr, ist was ganz Faszinierendes, für die Leute, wo eine Menge Arbeit dahinter steht, aber wo auch sich alle darauf freuen, weil es ein ganz seltenes Ereignis ist. Und so aus der ganzen Atmosphäre und den Diskussionen raus, habe ich mir gedacht, das könnte ein spannendes Thema sein, wie ich da mitbekommen habe, dass die Feuerwehr ein neues Fahrzeug bekommt, dies fotografisch zu begleiten. Und so ist quasi die Idee bekommen. Parallel hatte ich immer mal vorgehabt, auch mal ein Fotobuch zu machen. War auch immer mal ein Wunsch gewesen. Und da hat es dann quasi gut gepasst vom Thema her. War ein etwas längerfristiges Projekt. Und so ist die Idee eigentlich langsam, Langsam gereift, um daraus dann ein Fotobuch zu machen. Das war so ein bisschen der Anlass.
Kai
00:07:31
Wann war das genau? Wann war dieser Moment? Ich glaube, du hast so ungefähr vor zwei Jahren mit dem Projekt angefangen, oder? Also insgesamt zwei Jahre da reingearbeitet.
Achim
00:07:41
Ja, genau, das muss ich mal zurückrechnen. Ich glaube, das war dann sogar schon Ende 2023, wie das Fahrzeug bestellt wurde. Es wurde ja offiziell ausgeschrieben. Wie das Fahrzeug bestellt wurde, ist mir dann so ein bisschen die Idee gekommen, haben mit dem Kommandanten gesprochen, was er von der Idee hält und so ist es langsam gereift. Dann habe ich so Ende 23 ein erstes Konzept geschrieben, um zu sehen, wie könnte das überhaupt ausschauen, so einen kleinen Plan, auch wie es vom Zeitlichen ausschaut, was inhaltlich ist, um halt ein bisschen Orientierungspunkt zu haben bei dem Projekt. Und mir wieder zu schauen, ist man auf dem richtigen Weg oder macht es auch Sinn, Änderungen vorzunehmen, wo ich so ein kleiner Outline gemacht habe, die ich dann auch genutzt habe, um dementsprechend das Projekt ein bisschen voranzutreiben und auch, dort dann die Genehmigung zu bekommen, auch die Fotos zu machen.
Kai
00:08:32
Du bist ja schon eine ganze Weile bei uns dabei in der Community bei Abenteuer, Reportage, Fotografie und hast da auch schon viele eigene Reportagen erstellt, diese mit den anderen Teilnehmern diskutiert. Was war in diesem Fall anders oder was war vielleicht nicht anders, sondern nur insgesamt ein bisschen komplexer?
Achim
00:08:52
Es war insgesamt ein bisschen komplexer, um da einen roten Faden reinzukommen. Wie baue ich sowas auf vom Grundprinzip her, wo das schon etwas komplexer war. Und man konnte jetzt auch bei dem Projekt, nicht wie bei anderen Sachen, ich hatte immer nur einmalig die Chance gehabt zum Fotografieren, weil das Auto wird halt produziert, gebaut. Entweder bin ich da und kann fotografieren oder ich bin nicht da, aber ich habe keine Möglichkeit, eine Woche später nochmal hinzugehen und zu sagen, oh, das habe ich jetzt verpasst, die Einstellung oder das Motiv. Ich muss dann aus dem leben, was ich auch fotografiert habe, immer an den Tagen, wo dann die besonderen Ereignisse waren. Also ich hatte keine Chance gehabt, nochmal zu wiederholen und alle Bilder sind eigentlich auch das Originalfahrzeug, wie es so gebaut ist. Also es sind jetzt keine anderen Fahrzeuge darin, sondern es ist wirklich das Fahrzeug, was letztendlich jetzt bei der Feuerwehr in der Fahrzeughalle steht.
Kai
00:09:46
Das ist in deinem Fall ja durchaus anspruchsvoll. Du musstest einmal sehr präsent sein beim Fotografieren, weil du, wie du gesagt hast, Bilder nicht wiederholen konntest, weil es eben ein Prozess ist, dieser Bauprozess des Fahrzeugs und du musstest dir die entsprechenden Genehmigungen holen, weil du innerhalb von Fabriken fotografiert hast. Da kommen dann viele unterschiedliche Themen mit ins Spiel, zum Beispiel, dass Mitarbeiter so fotografiert werden müssen, dass die nicht erkennbar sind oder möglichst nicht erkennbar sind. Erzähl mal ein bisschen davon, wie das vor Ort für dich war. Wie bist du da vorgegangen? Auf was musstest du alles achten, um dort letztendlich fotografieren zu dürfen?
Achim
00:10:28
Nicht erkenntlich sein auf den Bildern. Ich habe natürlich auch Bilder gemacht, wo teilweise Personen drauf waren, aber die wurden dann halt später auch in der gemeinsamen Auswahl rausgenommen. Das heißt, ich musste mir alle Fotos reingeben lassen, was auch normal ist, um dann zu schauen, wie passen dann die Bilder zusammen. Das war auch nochmal eine Einschränkung, dass nicht alle Fotos, die ich vor Ort gemacht habe, dann nutzen durfte. Ein Bild war dann, haben wir im Nachhinein auch eine Ausnahmegenehmigung von den Mitarbeitern auch eingeholt, dass ich das eine Foto mit reinnehmen darf, um da konform zu sein.
Kai
00:11:02
Und wie schwer war das, diese Erlaubnis von den Fabrikbesitzern zu bekommen? Wie bist du da vorgegangen? Ja.
Achim
00:11:10
Ich habe die mit meiner Idee auch kontaktiert, wo dann auch die Begeisterung letztendlich schnell da war, aber auch bei vielen Themen war es ein Auf und Ab, bis man letztendlich dann wirklich die Genehmigung bekommen hat, wo man auch ein bisschen hartnäckig, sein musste, aber im Endeffekt hat es dann eigentlich ganz gut funktioniert. Und am Ende waren auch alle begeistert gewesen und finden eigentlich das Ergebnis gut, aber der Weg dahin war durchaus auch ein bisschen steinig.
Kai
00:11:39
Ja, kann ich mir sehr gut vorstellen. Der Weg war ein bisschen steinig, aber häufig sind das ja die Momente, die man erstmal meistern muss, aber aus denen man auch eine ganze Menge lernen kann. Was waren für dich die größten Hürden auf dem Weg zum Buch?
Achim
00:11:54
Die größten Hürden waren mal das Timing hinzubekommen, also nachdem man die Genehmigung bekommen hat, wann ist denn welches Ereignis da, um dann dort auch vor Ort und präsent zu sein, dass man das abstimmt und versucht, das auch zu arrangieren, um das hinzubekommen. Das waren so die größten Hürden. Wenn man dann dort war, den Leuten auch das ein bisschen erklärt hat, manche waren sehr interessiert daran, was man denn macht und was da rauskommt, war das eigentlich schon sehr offen, und gut und konnte dann meine Fotos machen.
Kai
00:12:28
Hast du vor Ort Druck gespürt, dass es bei diesem einmal dann auch alles sitzen muss, weil du nicht die Möglichkeit hattest, nochmal wieder zurückzukehren?
Achim
00:12:38
Nein, ich glaube, das ist mir erst hinterher bewusst geworden, dass es so war, wo ich gedacht habe, da fehlt noch vielleicht das Bild, das war glaube ich vor Ort dann gar nicht so bewusst gewesen, weil man es dann dort und fotografiert versucht natürlich möglichst viel, mitzunehmen, um auch gerade dann im Buch dann halt eine möglichst große Auswahl zu haben, um die Bilder zu arrangieren, auch vom Layout das so zu machen, aber wo man am Anfang vielleicht auch gar nicht, so dran denkt, was man hätte besser machen können in dem Moment, weil das Buch ja jetzt eine lange Zeit später, fertig ist und wahrscheinlich ist es wie beim Hausbau auch. Das zweite Fotobuch macht man eben anders und bedenkt Sachen früher, also wie beim Hausbau auch, wo man sagt, das zweite Haus wird besser. Aber letztendlich dort vor Ort habe ich eigentlich keinen Druck gespürt, sondern habe einfach halt fotografiert, habe versucht, möglichst viel mitzunehmen, mal Gesamtansichten, mal Detailansichten und dann halt eine möglichst große, Auswahl zu haben. Ich habe glaube ich auch jetzt insgesamt fast 4000 Fotos gemacht in der Zeit über die zwei Jahre. Letztendlich sind dann ungefähr 80 ins Buch gekommen. Es war schon eine große Auswahl da.
Kai
00:13:49
Ja, es ist gut, wenn man über einen möglichst umfangreichen Bildpool verfügt, aus dem man schöpfen kann, aber natürlich auch nicht allzu umfangreich. Das erschwert dann auch die Auswahl, weil man ja alles auch sichten muss. Aber um eine gewisse Vielfalt zu haben, du hast es gesagt, was Details angeht, dann mal Prozessbilder, Interaktionen zwischen den Menschen, die da arbeiten. Es gibt ja diese verschiedenen Bildtypen, auf die man achten sollte, um ein abwechslungsreiches Buch daraus zusammenstellen zu können. Hast du dir das immer bewusst vor Augen gehalten oder hast du es so im Kopf gehabt beim Fotografieren, dass es so mittlerweile in Fleisch und Blut bei dir übergegangen ist, dass du das praktisch automatisch machst?
Achim
00:14:34
Ich denke, man ist schon ein bisschen in Fleisch und Blut übergegangen, aber man muss sich doch dann ab und zu auch nochmal refokussieren, würde ich mal sagen, also den Fokus, neu einstellen, dass man halt dann auch nochmal überlegt und wie gesagt, habe ich jetzt auch überall schon ein Übersichtsbild gemacht oder Nahaufnahmen und auch, bei dem ersten Shoot vom Fahrzeugaufbau habe ich zum Beispiel, ist mir im Nachhinein aufgefallen, kein Foto vom Werk von außen gemacht, also das habe ich dann hinterher, Wo man im Eifer des Gefechtes halt reingeht und fotografiert und total vergisst, dann vielleicht mal eine Außenansicht zu machen. Das ist ein Foto, was zum Beispiel fehlt aus meiner Sicht im Nachhinein betrachtet. Aber letztendlich auch mal ein bisschen refokussieren, überlegen, hat man schon alle Einstellungen drin, ja oder nein. Aber im Endeffekt ist schon ein bisschen im Flow mit dabei.
Kai
00:15:22
Du musstest für dieses Buch ja sehr viel reisen. Also der Aufwand war schon hoch. Du bist bis nach Polen gefahren in die Fabrik. Hast du mal überschlagen, wie viele Kilometer du insgesamt zurückgelegt hast?
Achim
00:15:34
Nee, keine Ahnung. Weiß ich nicht mehr. Kann ich nicht sagen. Aber es ist schon ein, großer Aufwand. Letztendlich hat mich auch dann sehr stark beschäftigt, dass ich auch gerade dann, wie ich alle Bilder hatte, das Buch zu erstellen, Layout, wo man dann auch manchmal wieder die Sachen über den Haufen werft, wieder anders macht. Da ist schon einiges an Zeit reingeflossen in das Thema.
Kai
00:16:01
Viel Zeit, die da reingeflossen ist, die du auch anders hättest verwenden können, dann die Kilometer, die du zurückgelegt hast. Gab es zwischendurch mal den Gedanken, dass dir das auch zu viel wird, bei einem so intensiven Langzeitprojekt dran zu bleiben? Oder hast du das immer ganz gut geschafft, die Motivation hochzuhalten?
Achim
00:16:23
Und ich glaube, bei jedem Projekt ist immer mal ein Hänger da, wo man sagt, gerade die letzten 20 Prozent oder 10 Prozent, dass man die jetzt noch macht, ich glaube, das sind überall mal Hänger da, wo man sich wieder neu motivieren muss und sagt, okay, jetzt zieht man, es durch und bringt es zu Ende. Also ich glaube, das wäre illusorisch, wenn bei keinem Projekt mal so ein Durchhänger da wäre. Ich glaube, das geht gar nicht. Das habe ich persönlich schon nie erlebt, dass da immer auf und ab sind. Aber letztendlich muss man sich ja motivieren und dann die restlichen Meter auch noch gehen, bis zum Ziel zu kommen.
Kai
00:16:57
Diese Durchhänger, die du zwischendurch gespürt hast, waren die eher in der Mitte des Projektes, eher am Ende oder gleichmäßig verteilt?
Achim
00:17:06
Na, war eigentlich eher am Ende, wo man schon viele Fotos hatte, dann sich vielleicht wieder auch in neue Software-Tools, einfuchsen musste, mit denen man vorher nicht gearbeitet hat, wie Affinity für Layout oder dann auch sich beschäftigen, wie muss die Datei sein, dann beim Export für die Druckvorstufe und, und, und. Also es kommen ja viele Überraschungen da noch auf einen zu, mit denen man vorher vielleicht gar nicht gerechnet hat. Wo es Fotografieren, das Bilder machen eigentlich nur der, In dem Fall der kleine Anteil ist, aber dann sind eigentlich die ganzen Themen, wo man sich da nochmal neu reinarbeiten und reinfuchsen muss, sind halt dann nochmal die Herausforderungen.
Kai
00:17:46
Hattest du da vorher schon Erfahrungen damit oder kam das dann alles nochmal on top und neu für dich hinzu?
Achim
00:17:53
Alles Stückchen weiß ich mal, wie es gekommen ist, sich da ein bisschen mit beschäftigen, schauen, wie kann man es lösen und dann halt versuchen, probieren. Und dann hat es letztendlich auch funktioniert. Aber letztendlich muss man sich da schon auch reinfuchsen, wenn man das nicht tagtäglich macht. Ich glaube, für einen, der ständig Protobücher macht, ist das kein Thema. Aber wenn man das dann zum ersten Mal macht, muss man es da halt ein bisschen mit beschäftigen und die ganzen Features und Einstellmöglichkeiten halt einfach ausprobieren und schauen, wie funktioniert es und wie passt es denn.
Kai
00:18:25
Ja, beim ersten Mal ist das Investment immer am größten, aber mit jedem Buch, was dann hinzukommt, wird es ein Stück weit leichter. Das würde mich am Ende nochmal interessieren, was du für die Zukunft geplant hast, ob es bei diesem ein Buch bleibt oder ob du bereits weitere Ideen für Fotobücher im Hinterkopf hast. Aber erstmal lass uns noch bei diesem Buch bleiben. Du hast ja zwischendurch auch einen Workshop bei uns besucht zum Thema Fotobuch machen und das ist ja auch so ein Moment, wo die Teilnehmer mit sehr unterschiedlichen Ständen in so einen Workshop reingehen. Einige sind schon sehr weit und hoffen dann fast schon mit einer fertigen Druckvorlage rauszugehen, die es dann nur noch abzuschicken gilt. Einige sind noch eher in der Konzeptphase. Wo standest du, als du bei uns in Köln in den Buchworkshop gekommen bist?
Achim
00:19:19
Also ich glaube, war da noch in der Konzeptphase gewesen, weil ich auch nur den ersten Teil der Fotos, gemacht hatte oder dabei hatte, aber war, glaube ich, ganz gut, um dann auch da nochmal Anregungen rauszubekommen für die nächsten Sessions zum Fotografieren und auch nochmal das Bewusstsein, da schon mal zu kommen, was kommt auf einen zu. Wenn man dann so ein Fotobuch macht, es ist ja nicht nur das Fotografieren, es geht dann Layout, Papierauswahl, mache ich Beschreibung, Textbeschreibung dazu, mache ich keine Textbeschreibung dazu. Also es sind ja so viele Varianten und Variablen, die da reinkommen, wo man da irgendwann mal Entscheidungen treffen muss. Wie mache ich es denn jetzt? Also es war schon mal ganz gut, auch darauf vorbereitet zu sein, was doch alles auf einzu kommt, neben so einer ersten Bildauswahl und auch einer Fotostrecke. Wie geht man da methodisch ran, um das quasi von so einem ersten Kapitel zu machen und die Methodik dann halt auch wieder auf die nächsten Kapitel anzuwenden. Also von daher gesehen war es schon ein guter Zeitpunkt. Man hat schon ein bisschen fotografiert, hat erste eigene Ideen gehabt, aber war noch nicht so weit, dass man alles wieder über den Haufen werfen musste.
Kai
00:20:25
Okay, aber es war dann auch nicht so, dass du am Ende des Workshops gedacht hast, oh meine Güte, auf was habe ich mich da eingelassen?
Achim
00:20:33
Nee, nee, das war nicht der Fall. Eher noch ein paar Themen, die noch auf mich zukommen, die ich vielleicht vorher nicht bedacht hatte.
Kai
00:20:40
Ja, das ist schon sehr, sehr komplex. Also von der Idee überhaupt erst mal zu wissen, worüber man ein Fotobuch machen möchte, dann die Fotografierphase, dann immer wieder das Sequenzieren, das Editing, die Bildauswahl zwischendurch. Aber dann auch in der nächsten Phase, die dann Richtung Druck führt, diese vielen Entscheidungen zu treffen, das Layout, die Papierwahl, die Bindung des Buches. Da kommt ja so viel noch zusammen, was letztendlich immer auch sehr individuell ist und auch vom Projekt abhängt, weil das Design und die Präsentation auch durchaus den Inhalt unterstützen kann.
Achim
00:21:19
Ja, das war schon aufhören, was ich auch gemacht habe. Ich habe, glaube ich, teilweise zehn Fotobücher bei mir auf dem Schreibtisch liegen gehabt und habe mir dort einfach Anregungen geholt und gesagt, Es ist dort so gelöst, es ist dort so gelöst. Ich habe mir einfach aus anderen Fotobüchern ein paar Anregungen geholt und dann verschiedene Schnipsel zusammengelegt. Die ich dann gedacht habe, das eine Aspekt ist gut aus dem Buch, der andere Aspekt aus dem Buch und so halt das dann aufgebaut, wo ich dann so die Entscheidung getroffen habe, wie könnte das denn für das Fotobuch, am besten sein, weil sonst sind die Varianten zu groß, wenn man, glaube ich, sich nicht irgendwo orientiert oder Beispiele holt, um zu sagen, was gefällt einem in dem Stil, was gefällt einem in dem Buch und daraus dann was Neues zu kreieren.
Kai
00:22:06
Hast du dir in dieser letzten Phase auch nochmal Hilfe geholt oder hast du das wirklich komplett alleine dir erarbeitet und diese Entscheidung für dich selbst getroffen?
Achim
00:22:18
Ich habe alles selbst erarbeitet, Entscheidungen getroffen, habe mich natürlich ausgetauscht mit Leuten oder war da nachgefragt, da nachgefragt, aber habe es im Prinzip letztendlich dann wirklich alleine, durchgezogen und auch die Entscheidungen getroffen, habe natürlich mal einem so eine Seite gezeigt vom Layout her und gefragt, oder auch jetzt auch Bildunterschriften, macht man die, macht man die nicht, das wollte erst keiner machen, sondern immer am Anfang von jedem Kapitel eine kurze Beschreibung, was passiert in dem Kapitel, dann nur die Bilder, Dann nochmal die Frage, mache ich zu jedem Bild einen Text nebendrein? Ich habe mich dann entschieden, nur Fußnoten zu machen, wo ich dann nochmal kurz Beschreibung mache über das Bild. Das sind halt verschiedene Prozesse und Diskussionen, wo man dann halt fühlt sich ein bisschen Meinungen einholt oder Aspekte, um dann das letztendlich zu machen. Also schon immer wieder mal diskutiert und mal mit dem besprochen, mit dem besprochen, um dann zu sagen, das ist das, wie es dann ausschaut.
Kai
00:23:13
Was war die Entscheidung, mit der du am längsten gehadert hast, die dir am schwersten gefallen ist?
Achim
00:23:19
Ja, vielleicht schon auch das Layout. Da habe ich relativ viel gemacht, dass man nicht zu viele Bilder macht, auch insgesamt nicht zu viele Bilder ins Buch reinpackt. Ich habe mir erst überlegt, mache ich 112 Seiten als Buch, also um das Thema 112 von der Feuerwehr zu reflektieren. Ich habe mich dann entschieden, es wären jetzt nur 100 Seiten, dafür eine Auflage von 112, um da wieder die 112 zu machen, aber da das Layout zu gestalten und zu machen, auch ein bisschen Perspektivwechsel reinzubringen. Ich glaube, das war schon sehr viel, wo ich dann, wenn man es handschriftlich gemacht hätte, Papier zusammengeknüllt hätte, wieder weggeworfen hätte, ist im Computer natürlich einfacher. Ich mache einfach ein, zwei Varianten und schaue mir das dann an. Aber ich glaube, das Layout dann wirklich zu machen und auch einen durchgehenden Stil durchs Buch zu machen, war, glaube ich, dann schon die größte Herausforderung, auch weil ich ja kein Layouter bin oder sonst irgendwie, sondern es einfach so nur nach meinem Gutdünken gemacht habe. Aber ich glaube, das war dann schon nochmal die größte Herausforderung.
Kai
00:24:23
Das Layout hast du in Affinity Publisher gemacht?
Achim
00:24:28
Genau, ja.
Kai
00:24:30
Wie schwer ist es dir gefallen, dieses Programm zu erlernen? Oder würdest du sagen, wenn man sich da ein bisschen mit beschäftigt, dann ist das durchaus ein Programm, was man meistern kann in nicht allzu langer Zeit?
Achim
00:24:42
Also ich glaube, der Anfang geht relativ schnell, wenn man sich die Vorlagen macht und auch dann das Layout macht und sagt, da kann man relativ schnell, vorankommen, wo es dann nochmal die letzten 20 Prozent, wie immer, wird es dann herausfordern, wenn ich dann wirklich das Buch exportieren möchte, dass es reif ist für die Druckvorstufe. Da habe ich dann, glaube ich, auch drei oder vier Schleifen gedreht, um dann die Exporteinstellungen zu machen, auch dann mit dem Beschnitt vom Papier, wo muss dann die Schnittkante sein und wenn Bilder über zwei Seiten gehen, wie muss ich das dort dann in den Exporteinstellungen machen? Also es war dann schon ein relativ starkes A3, A3 in Error, um das dann da hinzubekommen. Am Anfang ist es, glaube ich, schon ganz gut und intuitiv zu machen, aber wie gesagt, dann auch wie so oft die letzten 20 oder 10 Prozent sind dann etwas aufwendiger.
Kai
00:25:32
Wer sich jetzt auch damit beschäftigen möchte, welche Tipps würdest du jemandem mitgeben, der jetzt da steht, wo du gestanden hast, was Affinity Publisher betrifft?
Achim
00:25:43
Ich glaube einfach mal, sich mit dem Programm beschäftigen. Ich habe auch ein, zwei YouTube-Videos geschaut, um einfach mal so Grundbares zu machen. Wir haben es ja auch im Kurs in Köln, wo ich erst mal mit dem Programm überhaupt in Kontakt gekommen bin, wo man schon gewisse Anregungen bekommen hat und dann kommt man da glaube ich relativ, schnell rein mit den Vorlagen, um sich mal so ein Basis-Design zu machen und dann kommt man da relativ gut glaube ich rein. Das ist gut.
Kai
00:26:12
Als du dann die Druckdatei an die Druckerei abgeschickt hast und es erstmal hieß warten, bis das Buch gedruckt wird, wie hast du diesen Moment erlebt? Oder auch dann den Moment, als das Buch bei dir ankam und du es das erste Mal aufgeschlagen hast? Also ich weiß von vielen anderen Fotografen und aus eigener Erfahrung, wenn das fertige Buch bei einem ankommt und man es in den Händen hält, das erste Mal aufschlägt, das ist immer so ein Gefühl ein bisschen zwischen Glück und Angst, weil die dann mitschwingt oder die Frage mitschwingt, ob man irgendetwas übersehen hat in der Layout-Datei, gibt es irgendwelche Fehler, was dann letztendlich doch durchgerutscht ist. Und anders ist, als man sich das vorgestellt hast. Was hat bei dir überwogen oder wie war dieser Moment?
Achim
00:27:05
Einmal vorher drei bis vier Mal Korrektur gelesen, Korrektur lesen, lesen lassen, auf den Knopf gedrückt, um es abzusenden und dann natürlich gewartet und klar, man schlägt das Buch auf und findet sofort den ersten Fehler. Ich glaube, das ist ganz normal, wird es nie ganz fehlerfrei sein, aber dann war es eigentlich schon toll, das Buch anzuschauen und auch das Ergebnis zu sehen und wie gesagt, ein, zwei kleine Fehler sind drin, okay, aber das gehört glaube ich einfach dazu.
Kai
00:27:36
Ja, sehe ich genauso. Das gehört einfach dazu und ich finde, das Wichtigste bei so einem Projekt ist, irgendwann dann auch den Punkt zu machen, die Datei abzuschicken. Ganz perfekt, ganz fehlerfrei wird sowas nie ablaufen und ja, da kommt es einfach drauf an, beim nächsten Mal aus den Fehlern zu lernen, vielleicht den Blick noch aufmerksamer auf Bereiche zu lenken, die man übersehen hat beim ersten Mal, die nicht so gut gelaufen sind. Und ja, dann ist es eben an uns, das entsprechende mitzunehmen, besser zu machen. Aber das Ergebnis zählt erstmals immer besser, ein Projekt überhaupt abzuschließen, als an dem Wunsch nach Perfektion zu scheitern oder gar nicht erst anzufangen. Du hast das Ergebnis jetzt in der Hand. Warst du beim Druck dabei in der Druckerei oder hast du es erst zu Hause in den Händen halten können?
Achim
00:28:29
Beim Andruck war ich mit dabei und habe mir das angeschaut, wie quasi so der Andruck funktioniert. Also es war schon sehr spannend und auch nochmal schön zu sehen und mitzuerleben, wie dann das Papier durch die Druckmaschinen durchfliegt, muss man ja fast sagen. Also das habe ich mir schon mit angeschaut.
Kai
00:28:49
Wenn man die Möglichkeit hat, ist das ein tolles Ereignis. Beschreib mal, wie lief das ab, dieser Andruck, vom Moment, wo du in der Druckerei angekommen bist? Wie muss man sich das vorstellen?
Achim
00:29:02
Der Probedruck war vorbereitet gewesen von dem Buch, wo man quasi nochmal alle Seiten durchblättern konnte oder sich die Druckbogen anschauen konnte. Man könnte es ja nicht mehr auf dem Druckbogen, da sind mehrere Seiten drauf. Und die konnten wir alle nochmal durchblättern und hat dann sein Okay gegeben und dann hat die Maschine angefangen zu rasseln und hat dann die hunderte von Seiten da durch die Maschine durchgejagt. Also war schon ganz gut und wirklich schön zu sehen.
Kai
00:29:37
Du hast es in einer Auflage von 112 Büchern machen lassen. Für wen sind diese Bücher?
Achim
00:29:43
Gut, ein Teil für die Feuerwehr und Feuerwehrleute, die auch schon einige gekauft haben und so einfach für Leute, die halt Interesse an Feuerwehr haben oder auch an Fotobüchern haben, wo ich einfach mal diese Auflage von 112 gewählt hatte, weil es halt 112 mit der Feuerwehr zu tun hat.
Kai
00:30:06
Ein Teil der Bücher, den bist du losgeworden, direkt über persönliche Kontakte, auch zur freiwilligen Feuerwehr, die dieses Fahrzeug jetzt nutzt. Wie viele Exemplare hast du aktuell noch?
Achim
00:30:17
Ihr müsst schauen, ich habe glaube ich die Hälfte sind bisher weg und die andere Hälfte ist noch vorhanden, also ist noch Potenzial da.
Kai
00:30:25
Also sprich, wer das jetzt hört und ebenfalls Interesse an dem Thema Feuerwehr hat, der kann sich noch sein Exemplar sichern. Wie vertreibst du das Buch? Über deine Webseite oder wie kann man es bestellen?
Achim
00:30:38
Ich habe auf der Webseite und da ist auch ein kleiner Online-Shop, wo man es bestellen kann oder direkt eine Nachricht schicken. Aber da besteht die Möglichkeit, über meine Webseite das Buch zu bestellen.
Kai
00:30:51
Sehr gut. Und Achim, ich habe es eingangs gesagt, dass dieses Projekt sicherlich auch für viele andere Fotografen interessant sein wird, die mit einer ähnlichen Idee gerade sich beschäftigen oder mit dem Wunsch, auch aus den eigenen Bildern mal ein Fotobuch zu machen. Lass uns mal ein bisschen Revue passieren oder die Essenz rausziehen, was du in diesem Prozess alles gelernt hast und was du nun auch an andere weitergeben könntest, die in den verschiedenen Phasen auf dem Weg zu einem Buch gerade stecken. In dieser ersten initialen Phase überhaupt zu einer Idee zu kommen, Du hast gesagt, du hast dann auch schon relativ schnell dir ein Konzept überlegt, also eine Struktur reingebracht. Ist das so, dass der Schlüssel am Anfang war, wo du sagen würdest, das ist das Wichtigste, dass man das nicht nur im Kopf hat, sondern einmal sich auch hinsetzt und die Idee schriftlich fixiert?
Achim
00:31:50
Gut, ich glaube, das muss jeder selbst wissen, welche Methodik er da nimmt, aber ich finde es halt gut, wenn ich mal was niedergeschrieben habe, um dann auch zu schauen im Laufe des Projektes, wo stehe ich, denn es muss ja nicht genau so ablaufen, aber wo man dann auch noch mal während des Projektes mal Abweichungen macht oder auch das Konzept noch mal ändert. Aber ich glaube, wenn man mal was niedergeschrieben hat, hat man einen Leitfaden, muss ja nicht sein, dass man es so bis zum Ende durchzieht. Wie gesagt, wenn es neue Ereignisse ergeben, kann man ja auch davon abweichen, Aber ich glaube, es ist immer wieder als Orientierungspunkt ganz gut, um mal zu sehen, ist man noch auf dem richtigen Weg, nicht, dass man plötzlich komplett, abdriftet und es gar nicht merkt, dass man plötzlich in eine ganz andere Richtung läuft. Kann ja auch gut sein und kann was sehr Gutes dabei rauskommen, aber man kann sich da nochmal bewusst sagen, will ich in die Richtung gehen oder muss ich wieder ein bisschen zurückrudern und auf das Eigentliche zurückgehen. Also das hilft mir halt da ein bisschen so einen groben Leitfaden niederzuschreiben, auch einen Zeitplan zu machen und am Ende, der Zeitplan hat eigentlich den ersten, den ich aufgestellt habe, hat eigentlich fast hundertprozentig funktioniert. Es sind auch Zufälle dabei, aber es war so vom Und Zeitplan, wie ich mir das vorgenommen habe, war am Ende genau der Zeitplan, der auch dann so umgesetzt wurde.
Kai
00:33:02
Ja, bin ich bei dir. Ich würde auch so vorgehen, mir erstmal eine Grundstruktur zu überlegen, aber wie du gesagt hast, dann eben auch nicht zu starr daran kleben bleiben, weil ja, wenn man einmal in die Umsetzung gegangen ist, wird es immer Dinge geben, die dann doch anders zu machen sind oder die man anders macht. Als ursprünglich geplant. Insofern da auch immer so eine Mischung, eine gute Mischung aus Flexibilität und Planung zu finden. Das ist, glaube ich, an dieser Stelle das Wichtigste.
Achim
00:33:36
Ich hatte auch am Anfang vielleicht ein Beispiel. Ich habe am Anfang ein Kapitel weniger geplant gehabt, aber habe mich dann doch im Laufe noch entschieden, um das abzurunden, am Ende nochmal ein Kapitel über das Fahrzeug anzuhängen. Also normalerweise wollte ich mit dem Einsatz enden. Das war ja normal in der ersten Planung das Ende des Buchs gewesen, aber habe dann gemerkt, da fehlt noch was und habe mich dann nochmal entschieden, so ein kleines Kapitel, über das Fahrzeug zu machen, wo nochmal ein paar Fotos über das Fahrzeug enthalten sind, um es dann abzurunden. Das hatte ich jetzt als Beispiel nicht im ersten Konzept drin, habe das aber dann im Laufe des Projektes gemerkt, dass da noch eine Abrundung am Ende des Buches fehlt und so ist dann das Kapitel noch dazugekommen.
Kai
00:34:20
Du hast gesagt, dass du dir dann auch viel Inspiration von anderen Fotobüchern geholt hast, zu Hause immer wieder diese Bücher zur Hand genommen hast, die dir nach diesen Kriterien angeschaut, die dir wichtig waren, Bindung, Layout. Was waren die Bücher, die dir am meisten geholfen haben auf diesem Weg, dann für dein eigenes Buch die entsprechenden Entscheidungen zu treffen?
Achim
00:34:43
Boah, kann ich jetzt gar nicht mehr sagen. Das waren so viele Bücher gewesen, die ich hier rumliegen hatte. Müsste ich nochmal nachschauen. Also das kann ich dir gar nicht sagen. Es waren so viele Anregungen aus verschiedensten Büchern, die ich mir da geholt hatte. Das fängt ja erstmal an mit der Größe. Wie groß ist das Buch? Wie baust du das auf? Und so weiter. Das waren ganz viele Bücher, die ich da hatte. Kann ich jetzt gar nicht mehr sagen. Müsste ich nochmal nachschauen, was für ein Stapel an Büchern ich, was mein Bücherregal da rausgezogen hat.
Kai
00:35:13
Dann formuliere ich die Frage mal anders. Lass uns mal bei der Größe des Buches bleiben. Was waren die Entscheidungen oder die Kriterien, wonach du entschieden hast, welche Größe es für dein eigenes Buch letztendlich werden sollte? Wie hat dieser Prozess ausgesehen?
Achim
00:35:30
Ja, einmal, dass es gut in der Hand liegt, das nicht zu groß zu sein, auch nicht zu klein, dass man halt auch Detailbilder groß auf eine Seite drucken kann. Also ich habe sehr viele Bilder, die auf einer Seite gedruckt sind, dass die auch dementsprechend wirken, nicht zu klein sind. Ich habe dann auch so Sequenzen drin mit einem großen Bild und dann vier kleine Quadrate dabei, sodass man da einfach einen guten Überblick hat, aber auch dann das Detail sieht und die Bilder auch dementsprechend, groß wirken, wenn man es in der Hand hat. Das waren so die Hauptentscheidungskriterien, dass es noch in der Hand halten kann, aber auch nicht dann zu kleine Fotos dann sind, wo ich dann mit der Lupe schauen muss, was wird denn auf dem Foto gezeigt.
Kai
00:36:14
Und bei den anderen Parametern, zum Beispiel bei der Papierart, wie bist du da vorgegangen?
Achim
00:36:20
Ja, Papierart war ich auch in der Druckerei gewesen, habe mal geschaut, was gibt es denn überhaupt für, Papiersorten und habe dann einfach auch die haptisch gefühlt und überlegt, was könnte denn das passende Papier denn für das Buch sein. So bin ich da vorgegangen. Also ich habe mir wirklich angeschaut und dann nach, Gefühl entschieden, was dann das richtige Papier ist.
Kai
00:36:46
Was ist es dann letztendlich für eine Papierart geworden?
Achim
00:36:50
Muss ich nachschauen. Warte mal, kurz aufblättern. 170 Damm-Silk-Papier.
Kai
00:37:00
Du hast gesagt, du bist vorab dafür auch schon mal in die Druckerei gefahren. Wir können ja ruhig den Namen nennen. Es ist Buch One. Wie war deine Zusammenarbeit mit dieser Druckerei?
Achim
00:37:10
Genau, ich war mal vorab dort überhaupt mal zu sehen, was für Möglichkeiten gibt es überhaupt auch von den Papiersorten, auch welche Einbände gibt es, was gibt es noch für Extras in der Bindung, die man berücksichtigen muss, auch wenn ich ein Bild über zwei Seiten mache, dass keine Fadenbindung dann genau auf der Seite ist, also da gibt es ja viele, Parameter, einfach so einen kleinen Halblein-Einband gemacht am Buchrücken, der auch ums Buch, drum herum geht und es sind halt einfach verschiedene Optionen, wo man dort nochmal Anregungen bekommt, was könnten wir da machen was auch das Buch ist, ne, von aus meiner Sicht wertiger macht, als wenn man nur einen roten Streifen, gedruckt hätte, wo so eine kleine Halblein angandet ist, um das dann auch vom haptischen Gefühl her, nochmal besser wirken zu lassen.
Kai
00:37:59
Wie war insgesamt deine Erfahrung mit dieser Druckerei? Kannst du sie empfehlen? Wir haben ja auch schon öfter bei BookOne drucken lassen. Wir waren immer sehr zufrieden. Der Service ist hervorragend, die ganze Beratung, der Prozess, den man da durchmacht. Das ist alles sehr persönlich. Wie hast du es erlebt?
Achim
00:38:17
Ja, absolut. Also kann ich nur empfehlen von den Themen, wo man diskutieren kann, sehr offen. Wer ist jederzeit willkommen, kann jederzeit fragen, auch dumme Fragen. Die es eigentlich nicht gibt, werden beantwortet. Auch die Dame von der Druckvorstufe, mit der ich vier Schleifen gedreht hatte, war immer freundlich und hat gesagt, das müsst ihr jetzt da nochmal anbessern. Also kann ich nur absolut empfehlen, dort Druck zu lassen.
Kai
00:38:42
War das dein erstes Fotobuch oder hattest du vorher schon mal kleinere Projekte gemacht?
Achim
00:38:48
Ich habe davor schon Fotobücher gemacht, aber mehr aus Urlaubsfotobücher für die Familie oder mal auch so kleinere Bücher von einem Musicle, wo ich mal fotografiert habe, aber alles nur in, kleinste Auflage, also ein, zwei oder drei Stück und die auch dann nicht bei, einer Druckerei drucken lassen, sondern eher bei so einem, Fotodienstleister erstellen, das habe ich davor schon gemacht, aber nicht ein richtiges Fotobuch wie das jetzt, also das erste quasi als richtiges Fotobuch was bezeichnen oder was anderes. Würde ich als Fotobuch bezeichnen, ist nett, mal so ein Urlaubsbuch zu haben, aber das ist kein Fotobuch, aus meiner Sicht.
Kai
00:39:28
Bist du jetzt auf den Geschmack gekommen oder hast du gesagt, jetzt brauche ich erst mal eine Pause. Zwei Jahre und der ganze Aufwand, der da reingeflossen ist, jetzt mache ich erst mal nichts mit Fotobüchern oder kribbelt es schon in den Fingern, um das nächste Projekt anzugehen?
Achim
00:39:46
Ja, momentan eher Pause nach den zwei Jahren und dann muss man auch schauen, was für eine Idee ist oder was ist eine nächste Gelegenheit, sowas, zu machen, aber ich denke mal, dass ich schon nochmal ein Fotobuch machen werde, würde ich nicht ausschließen, aber da muss dann auch wieder passend sein, dass das Thema passt, dass die Idee passt, wo man auch dann ein spannendes Projekt draus machen kann. Aber es ist jetzt momentan noch nichts geplant oder eine lange Liste an Fotobüchern, die ich unbedingt machen musste. Das wird dann eher montan entschieden, wenn das passende Thema ist. Da ist dann nochmal was zu machen.
Kai
00:40:25
Ja, kann ich gut nachvollziehen. In dem Fall mit dem Feuerwehrauto war es eine super Gelegenheit, da drauf zu springen, dieses Projekt zu begleiten. Aber ja, um auf die passende Idee zu kommen, dafür braucht es manchmal ein bisschen Abstand und irgendwann kommt die neue Idee dann, wenn man am wenigsten damit rechnet. Insofern bin ich mir sicher, dass das nicht das letzte Mal war. Da wird noch einiges in Sachen Fotobüchern von dir kommen. Aber es ist schon mal toll, dass du dieses Projekt zum Abschluss gebracht hast, dass du jetzt ein physisches Buch in der Hand hältst, die Bilder in dieser Form präsentierst. Und ich glaube, da wird einem dann auch nochmal bewusst, wie wichtig das ist, Bilder zu drucken und nicht nur digital zu haben.
Achim
00:41:11
Nee, es ist sowas ganz anderes. Also einmal so auch Bilder zu drucken, bin ich vollkommen bei dir. Das ist viel besser, als die nur auf dem Handy oder, am PC anzuschauen, was ich auch sehr viel mache, das Bild der Druck. Aber so ein Fotobuch ist natürlich dann nochmal eine Steigerung dazu, wo ich so eine ganze Geschichte oder Story dann in einem Buch habe, wo ich dann da durchblättern kann. Und das hier ist nochmal was anderes, als dann nur gedruckte Bilder an der Wand zu hängen.
Kai
00:41:38
Ja, du hast ein wunderbares Dokument geschaffen von der Entstehung dieses Fahrzeugs. Wie ist es denn aufgenommen worden bei denjenigen, die dieses Fahrzeug jetzt nutzen?
Achim
00:41:50
Ja, schon sehr, sehr, sehr positiv. Die haben alle darauf gewartet, dass das Buch dann fertiggestellt ist und ist auch sehr positiv angenommen worden. Alle, die das Buch bisher gesehen haben, finden es eigentlich ganz, ganz gelungen. Ich glaube immer so.
Kai
00:42:07
Okay, super, Achim. Ich danke dir für diese Einblicke in deinen Prozess, ein Fotobuch zu machen. Ich hoffe, dass wir den ein oder anderen inspirieren konnten, jetzt Ähnliches zu tun, sich nicht davor zu scheuen, was es alles beinhaltet. Das ist natürlich schon eine ganze Menge. Es kann sehr komplex werden, aber ich denke mal, wenn man da Schritt für Schritt vorgeht, dann ist es etwas, was man meistern kann und wo man am Ende stolz drauf sein kann. Insofern vielen, vielen Dank, Achim, für diese Einblicke.
Achim
00:42:39
Danke, Kai, für das Interview. Danke dir.
Bernhard
00:42:45
Aber das Buch ist ja jetzt in trockenen Tüchern. Genau. Und daher ist es auch, ja. War dir ja auch mit dran schuld, ein bisschen.
Kai
00:42:55
Einen kleinen Beitrag konnte er hoffentlich leisten, dass das dann letztendlich zur Veröffentlichung gekommen ist. Sehr gutes Stichwort, Bernhard, dein Buch. Darüber wollen wir heute sprechen. Dann würde ich sagen, lasse ich die Aufnahme jetzt mal laufen. Und dann freue ich mich, ein bisschen was zu erfahren, wie dieses Buch dann tatsächlich gedruckt worden ist. Werner, du hast damals, ich glaube, das war schon 2024, schon eine ganze Weile her in dem Buch-Workshop, da warst du mit dabei und vielleicht lass uns mal so anfangen. Was waren damals deine Gründe dafür zu sagen, ja, ich melde mich für diesen Workshop an, ich glaube, ich habe da eine Idee, aus dem ein Buch entstehen soll?
Bernhard
00:43:51
Ich habe lange schon Texte geschrieben in Begleitung zu meinen Fotoausstellungen und hinterher auch referiert zu dem Thema, was so ein bisschen Fotografie als Medizin zum Thema hatte. Und zwar damals noch bewusst das passive Betrachten von Bildern, das die in Schwung haben, als auch das aktive. Und dann später kam dazu, auch während des Fotografiens zu reflektieren. Und durch verschiedene Vorträge und Gespräche mit Teilnehmenden kam so der Gedanke auf, das doch mal binden zu lassen, auszuarbeiten als Buch. Und ich war damals bei euch schon Teilnehmer bei dem Abenteuer Reportage Fotografie und dann kam raus, kam ja, wir machen ein Buch. Wir machen, glaube ich, ein Fotobuch hieß das genau genommen. Und dann habe ich gesagt, Mensch, da melde ich mich mal an, Das kann mir ja stark mich supporten bei der eigenen Buchgestaltung. Ja, soll ich sagen?
Kai
00:44:58
Du machst eine Pause, genau. Bei dir war es dann ein spannender Prozess eigentlich, weil es nicht dieses klassische Fotobuch war, an dem oder woran wahrscheinlich die meisten Teilnehmer gedacht haben, sondern bei dir lag das Konzept oder ging das Konzept in eine etwas andere Richtung.
Bernhard
00:45:20
Ja, also ich bin ja, habe mich ja angemeldet und ja, die Schuld liegt ja ganz bei mir, wenn man das gerne von Schuld sprechen möchte und habe gedacht, wir machen ein Fotobuch in dem Sinne über das Fotografieren, über Themen, wie ihr ja auch danach, glaube ich, über Streetfotografie unter anderem rausgebracht habt. Und an so eine Art von Fotobuch habe ich gedacht. Das hat sich aber dann sehr schnell in den ersten... Ja, Meetings, Zoom-Meetings waren es, glaube ich, dann rausgestellt, dass es nicht um so ein Buch geht, sondern eigentlich um so ein klassisches Fotobuch, Dokumentationsbuch, Urlaubs-, ich möchte nicht sagen Bilderbuch, das klingt so ein bisschen despektierlich, aber ein Buch, wo die Fotografie, das Bild selbst der Hauptbestandteil ist, nur ganz wenig Text. Und richtig aufgefallen ist es ja dann, ich glaube, ihr hattet Sebastian Schröder auch mal dabei gehabt, mit seinem Buch auch eins reicht und er hat dann auch Tipps gegeben zum Fotobuch und er hat dann mir so reingeschrieben, wer soll das alles lesen und da kam so die Frage bei mir auch, es geht doch um ein Buch und Bücher werden gelesen und da fiel es erst mal so richtig auf, okay, hey, es ist ja eine ganz andere Schlagrichtung gewesen. Das war für mich dann erst mal nicht enttäuschend, aber belustigend. Und trotzdem haben wir ja die ganzen Seminare ja auch was gebracht. Es war ja viel noch mal reflektieren. Bildauswahl war ja auch so ein Thema. Das kommt natürlich in meinem Buch dann auch alles, oder war für mein Buch wichtig. Das kommt bei meinem Buch nicht vor, aber es war halt auch wichtig.
Kai
00:47:05
Ja, so ein Buch zu machen ist ein Prozess mit vielen Stufen, mit vielen Facetten, die da mit reinspielen, auch viele Schleifen, die man noch dreht und häufig bleibt von der ursprünglichen Idee am Ende nicht so viel übrig. Und ja, ich finde, dein Buch ist da ein sehr, sehr schönes Beispiel, was eben deutlich macht, wie so ein Projekt, so eine Projektidee sich wandelt und eben auch anpasst. Du hast gesagt, du hast ein bisschen andere Erwartungen gehabt, mit denen du in den Workshop reingegangen bist, konntest aber letztendlich doch auch einiges an Ideen mitnehmen. Was waren so die Hauptideen, die dir geholfen haben, dein Buchprojekt voranzutreiben?
Bernhard
00:47:47
Es ging ja so einfach, wie es sich dann anhört. Es war ja auch oftmals, wie gestaltet ich eine Fotoseite, eine Buchseite. Das ist ja mehr, das kann man ja sehr gut raus, dass es ja nicht nur ein Bild und eine Bildunterschrift interessant ist, sondern auch mal, auch in einem Fotobuch, eine Zwischenseite mit nur Text. Wie kann die Zwischenseite gestaltet sein, so als Stopper, dass die Leute auch mal innehalten, dass sie sich aufs nächste Kapitel einstimmen. Solche Sachen finden sich bei mir im Buch wieder, auch wenn der Verlag natürlich sein eigenes Wort damit geredet hat. Aber das sind starke Präsenzen, auch die Bildauswahl, dass man bei manchen Kapiteln die Leute dann auch erstmal abholt, was bei mir im Buch jetzt nicht ganz so wichtig ist, weil es nicht auf die Reportage geht. Aber gerade auch so die Bildgestaltung, die Stopper einbaut, dass die Leute nicht einfach zum nächsten Kapitel übergehen, sondern nochmal reflektieren. Das sind durchaus Punkte, die ich von euch da mitgenommen habe.
Kai
00:48:56
Wir haben gesagt, der Workshop, der ging 2024 los. Dein Buch ist letztlich zwei Jahre später erschienen. Jetzt 2026 im März ist es rausgekommen. Einige Zeit, die noch dazwischen gelegen hat. Was ist in dieser Zeit passiert?
Bernhard
00:49:15
Also zwischen 2024 und 2025 habe ich noch sehr viel geschrieben. Was da stark passiert ist, und das muss man ja den Verlagen ja auch durchaus lassen, sie wollen ja verkaufen. Da geht es ja dann weniger, Hat der Inhalt jetzt hohe Qualität oder schlechte Qualität, sondern ist er verkaufsfähig? Und wie sieht die Kundschaft aus? Und in Gesprächen auch, zum Glück habe ich einen sehr guten Freund, der auch Buchcoaching macht, der hat dann auch gesagt, nur für Fotografie ist dann die Klientel zu wenig. Und dann heißt er, überleg doch mal, wer fotografiert alles? Wenn du Selbstreflexion möchtest, Die meisten, die gehetzt sind, haben gar keine Kamera, aber die haben Handy. Und mit dem Handy wird ja auch fotografiert. Und bei mir im Buch ist es ja durchaus weniger die Technik und eine Systemkamera, sondern was macht das Bild mit mir und was kann ich von mir in das Bild reinbringen. Also ganz stark war das mit dem nochmal auch für, es ist zu verallgemein, es ist garantiert nicht für Handynutzung nur geschrieben, es ist aber auch für Leute, die halt nur mit dem Handy fotografieren, die nur ein Handy haben, gedacht. Und ich kann mir auch vorstellen, dass andere, die mit dem Handy anfangen zu fotografieren, irgendwann dann auch doch auf Systemkammer aussteigen. Das war ein starker Game Changer. Die Diskussion war natürlich die Verlagssuche und wieder ein Verlag gefunden wurde. Die Diskussion mit dem Verlag, welche Art von Buch machen wir? Ein Workbook, ein Bilderbuch? Wie soll das aufgemacht werden, designt werden? wie passen die Textpassagen auch an, welches Kapitel hätte der Verlag doch noch gerne, um das marktfähiger zu machen. Also es war nochmal so Diskussion, so GAP-Analyse, wie das auf Neudeutsch heißt, Lückenanalyse, Kundenanalyse, das ist dann noch alles noch ein Jahr lang gelaufen und das letzte Jahr bis zur Veröffentlichung waren Gespräche mit dem Verlag über die Gestaltung, die Innengestaltung, weil man da vielleicht als Kunstschaffender andere Ansichten hat als ein Verlag. Bei mir war es ein Verlag, der viele Textbücher macht. Das war nochmal eine deutliche Herausforderung.
Kai
00:51:33
Ja, die Verlagssuche. Es gibt ja bei so Fotobuchprojekten ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Einige erstellen dieses Buch für sich selber, um etwas für sich zu haben, für vielleicht Freunde, denen sie das zeigen können. Wenn andere möchten ein breiteres Publikum damit erreichen, dann gibt es die Möglichkeit, das über eine Kickstarter-Kampagne zu machen, Crowdfunding, um die Finanzierung zu gewährleisten und dann diesen Weg, den du gegangen bist, eben rauszugehen und zu schauen, welche Verlage gibt es dort, wo mein Buch reinpassen könnte. Du hast sicherlich mehrere Verlage angeschrieben für alle die, die etwas Ähnliches vorhaben. Welche Tipps kannst du da geben, worauf es ankommt, sich einen Verlag für sein Buchkonzept zu suchen?
Bernhard
00:52:26
Mein Eigenkonzept war ja bei mir auch in Überlegung, in den Eigenverlag zu gehen. Da gibt es ja Literatur-Lounge, heißt das für Eigenverleger. Wenn man niemanden findet. Ich habe sehr viel, ich habe eine Excel-Tabelle mir gemacht, welche Verlage habe ich mir angeschrieben, habe die vorher rausgesucht im Internet, Natürlich mit den normalen erst mal Daten, Kontaktdaten, Was für Bücher haben die Verlage, passt mein Buch in den Verlag überhaupt rein, die Rückantworten der Verlage reingepinkt, aber im Hintergrund war immer noch Eigenverlag, das zu machen, das kostet natürlich auch Geld mehr, was die Veröffentlichung angeht. Die Werbewirksamkeit ist eine ganz andere. Man muss die Werbung selbst machen und Ähnliches. Natürlich auch wissend, dass die professionellen Verlage, also dieses Komplettübernehmen, auch einige tausend Bücher pro Jahr rausbringen und nicht auf ein Bernhard Labestin warten. Was vielleicht der erste Tipp ist, weil die Verlage auf Verlagsfähigkeit achten. Ich hatte zu dem Zeitpunkt damals fast meinen gesamten Social-Media-Accounts gelöscht. War eine sehr dumme Idee, wenn man rausgehen möchte und Bücher veröffentlichen will, weil das ist eine Frage, die Verlage stellen. Bist du in Anführungsstrichen Influencer? Bist du auf Instagram vertreten? Wie viele Follower hast du? Bist du auf LinkedIn? Bist du im Internet präsent? Das mag einen stören, ich hatte es gestört. Aber es ist eine legitime Frage für einen Verlag, der Geld machen will. Und dann ging es an, die Verlage anzuschreiben und bei mir kam halt hinzu, ich habe auf zwei Säulen Verlage gesucht, auf Verlagen, die mehr auf psychologischer Ebene sind, Selbstfindung, Reflexion, Achtsamkeit, so in dieser Richtung und dann natürlich die klassischen Fotobuchverlage, D-Punkt und was es da alles gibt. Und während von den einen auf die Antwort kam, da ist zu viel Fotografie, Da ist zu viel Psychologie, um diesen Spagat hinzubekommen und zu sagen, das ist ja im Prinzip was Neues. Natürlich gibt es, was die Fototherapie angeht, da gibt es ja Bücher, aber von Psychologen geschrieben und nicht von Fotografierenden. Und das dann zusammenzubringen, viel Geduld wäre vielleicht der zweite Fokus. Also erst mal Internetpräsenz, sichtbar werden, Geduld mitbringen, nicht gleich aufgeben und hinhören, was die Verlage sagen. Man kann ja auch reinhören und sagen, okay, die Verlage haben das. Viele Verlage haben gesagt, was für ähnliche Bücher haben wir. Weil natürlich, dass man auch das Verlagsprogramm so ein bisschen kennt, aber es ist ja heute kein Problem, dass man Internet-Recherche macht. Die schauen dann, passt das da rein, wird da eine Lücke gefunden worden. Es ist halt schwierig. Es gibt sehr viele Bücher, es gibt extrem gute Bücher auch. Und da zu sagen, was ist denn der sogenannte Unique-Selling-Point, das den reinzubringen. Und wenn man den hat, ist wahrscheinlich auch ein toller Unix-Selling-Point, eine tolle Idee. Und dann sagt der Vila, ja, aber die Kundschaft ist zu schmal. Und eine Frustresistenz zu haben, vielleicht der dritte Tipp. Ich habe, weil ihr ja auch, weil du ja auch aus dem Street-Fotografie neben Reportage kommst, ich habe einen sehr guten Street-Fotografen, der Lars Unger, der hat ein Buch rausgebracht, Frankfurt ungeschminkt, ein extrem gutes Buch, extrem gute Street-Fotografie Die Leute schauen in die Kamera, er interagiert mit der, er bringt eine Story rein, über die Leute, interviewt die von Polizisten, über Drogensüchtige, über Obdachlose. Ein extrem gutes Buch, auch von der Kunst, von der Fotokunst her, aber ein schmaler Interessengrad. Also Frankfurter Touristen, Leute, die in Frankfurt leben, hat die meisten Absagen bekommen mit dem Hinweis, es gibt schon so viele Street-Fotobücher. Also von daher sehe ich nicht eine Absage vom Verlag als ein Qualitätsurteil gleich. Es kann sein, dass es ein Qualitätsurteil ist, aber erst mal sagt es nur was über die Verkaufsfähigkeit.
Kai
00:56:57
Ja, ein ganz wichtiger Hinweis. Also natürlich ein gesundes Maß an Selbstreflexion und Selbstkritik ist da angebracht. Verlage haben ja sehr, sehr viel Erfahrung und können Dinge auch schon einordnen. Aber ja, das darf dann nicht darin Gipfeln vielleicht alles in Frage zu stellen, sondern natürlich als Autor hat man ja ein Interesse daran, sein Thema zu veröffentlichen, hängt da auch dran und muss dann eben finden, inwieweit gehe ich möglicherweise auf einen Kompromiss ein, auf Dinge, die der Verlag gerne ändern möchte und wo sind meine roten Linien, wo ich als Autor sage, das ist mir wichtig und das ist nicht verhandelbar. Auch die anderen Punkte, die du genannt hast, kann ich gut nachvollziehen. Es hilft immer, wenn man eine gewisse Sichtbarkeit hat. Das haben wir bei unserem Buch auch sehr, sehr stark gemerkt. Das war sicherlich auch ein Argument für den D-Punkt-Verlag, als wir sagen konnten, wir haben schon eine gewisse Community aufgebaut mit eben Menschen, die genau diese Themen interessiert. Weil, wie du auch vollkommen richtig sagst, Reportage, Street-Fotografie, das ist innerhalb der Fotografie nochmal eine kleine Nische. Und wenn man dann eben sagen kann oder in die Waagschale werfen kann, dass man Zugang genau zu dieser Zielgruppe schon hat, dann hilft das enorm bei der Verlagssuche. Du hast dann letztendlich einen Verlag gefunden, der Novum Verlag. Was ist das für ein Verlag? Was haben die für ein Profil?
Bernhard
00:58:34
Es ist so ein Verlag, der zwischen den klassischen Verlagen steht und zwischen den reinen Selbstzahlungsverlagen. Es ist so, auch so ein Verlag verlangt eine Art Beteiligung, Risikobeteiligung finanzieller, die bei Fotobüchern auch nicht gering ist. Daran denken, dass wahrscheinlich meine Frau hier irgendwann mal mithört, sage ich nicht, was es gekostet hat. Das ist schon Beträge, gerade wenn man Bilder einstellt. Und der Nogum Verlag ist auch mehr auf Textbücher ausgelegt die hat auch da Bestseller drin gehört in der Regel zu den Seriösen, ich habe sehr gute Erfahrungen mit ihm gemacht, bis auf die Diskussionen zwischen Fotobuch und Textbuch da muss man sich auch dann auf Die Profis beim Verlag verlassen Und da wird eine Leseprobe halt hingeschickt, was schon vorliegt. Und dann kommt ein Autorenfragebogen. Und dann kommt von denen auch eine erste Bestätigung, was man sich selbst vorstellt, wie man sich die Zielgruppe vorstellt. Und jemand kriegt mir ein Angebot geschickt. Da darf man sich dann aussuchen, entweder so die einfachste Taschenbuchversion bis hin zu einem, bei mir ist es, weil ich ein Workbook haben wollte, in DIN A4 groß mit Farbfotografien. Und Vorteil bei dem Verlag ist jetzt auch, E-Book ist dann auch dabei und auch die Übersetzung ins Englische, wobei da auch die Frage halt kommt. Und ich glaube, ob das Kundschaft bringt, ob da irgendjemand mal in Englisch ein E-Book sich runterlädt. Und ich glaube, was auch jeder wissen muss, Geld verdient man damit erstmal nicht. Es ist ein Hobby erstmal, gerade für Leute, die Quereinsteiger sind. Und ich bin froh, ich habe jetzt einen Fünfjahresvertrag und wenn in fünf Jahren die Erstauflage verkauft ist, dann komme ich mit dem Gewinn raus. Wenn es eine schwarze Null gibt, bin ich auch zufrieden. Ja, das Verlobungsverlag war da die Frage, man kann sich da auch dann Wie bei so einem Menü aussuchen, was man gerne hätte. Natürlich auch viele Werbeposten, die kann man sich dann noch dazukaufen für das eigene Buchwerbung. Sie gehen aber auch auf die Buchmesse und sind da. Es ist auch eine ISBN-Nummer dabei, das hat man auch nicht bei allen Verlagen. Über Amazon wird es eingestellt, es wird über den Verlag selbst verkauft, über die verschiedenen Buchhandlungen. Man kann mitentscheiden, wo wird das Buch beworben und Klammer auf, man darf das auch teilweise dann mitbezahlen, Klammer zu. Also es ist dann schon sehr professionell im Hintergrund, was da läuft. Ist vielleicht ein bisschen geschickter als der Eigenverlag. Es ist deutlich seriöser als manches, was da auf diesem Selbstbezahlverlagen auf dem Markt ist. Und ich glaube, es ist so ein gesunder Kompromiss, wenn man bei Verlagen, die 100 Prozent in Vorschuss gehen, nicht fündig wird.
Kai
01:01:56
Sprich, du musstest eine bestimmte Summe vorstrecken und dieses Geld kannst du, wenn alles gut läuft, mit dem Verkauf der ersten Auflage dann wieder rein spielen.
Bernhard
01:02:11
Wenn die erste Auflage verkauft ist, bekomme ich 100% das raus, was ich vorgestreckt habe, plus 30% pro Buch. Also es sind, was die Konditionen angeht, durchaus dann fair. Ich denke, 30% pro Buch, dann hätte ich schon beim Drittel im Prinzip das Verkauf schon mein Geld erstmal wieder. Und dann kriege ich es aber auch zurück, wenn sie dann mehr, also wirklich deutlich dann verkaufen. Also dann wäre das sehr gut.
Kai
01:02:40
Du hast gesagt, ein Buch schreibt man nicht, um damit reich zu werden. Das kann ich unterstreichen, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Was war bei dir denn der Grund dafür, dieses Buch zu schreiben und ein gewisses finanzielles Risiko damit einzugehen?
Bernhard
01:03:01
Vielleicht war es auch als erstes, zur Fernseher gehört ja auch dabei, die Möglichkeit, das finanziell tragen zu können. Das muss man sich halt überlegen, ob man das Geld hat und sagt, ich kann das Geld zu 100 Prozent verlieren. Und es ist mir wert, ich mache ja auch Ausstellungen und jeder, der Ausstellungen macht, hat ja auch ein gewisses Sendungsbewusstsein. Also es ist nicht so, dass man das dann einfach ausstellt und sagt, gut ist. Und mit dieser Selbstreflexion habe ich mich selbst lange beschäftigt, habe auch gesehen, dass die Fotografie mir dabei hilft und habe es auch immer wieder bei meiner Ausstellung, wenn ich mit den Besuchern in Gespräch kam, festgestellt, dass es auch denen hilft. Und irgendwann ist bei mir Bedürfnisse entstanden, meine Erfahrungen in Papierform zusammenzutragen, das auch anderen hilft. Es waren auch teilweise Krebspatienten, die dann über die Fotografie wieder zu sich selbst geführt haben. Es war der typische Manager, der von Termin zu Termin hetzt, aber sich nicht selbst findet. Die Person war im Prinzip auch mit dem Gespräch mit dem Freund der Buchgrutsch, das auf Handyfotografierende zu erweitern, die Klientel. Aber es war durchaus der Wunsch, meine eigenen Erfahrungen weiterzugeben.
Kai
01:04:26
Das Buch heißt Innehalten fotografieren als Weg zu deinem Selbst, wie wir eine Kamera bewusster nutzen können, um unser Ich neu zu entdecken. Du hast es an einigen Stellen schon anklingen lassen, dass es jetzt nicht der klassische Foto-Ratgeber ist, sondern dass du Fotografie ganz stark als Werkzeug fürs Selbstcoaching einsetzt, um mit sich selber ins Gespräch zu kommen, auch mit anderen ins Gespräch zu kommen über die Fotografie. Magst du es nochmal ein bisschen genauer beschreiben, was erwartet die Leser in deinem Buch
Bernhard
01:05:06
Das ist das erste Teil, ich möchte sagen das erste Drittel, aber der erste Teil die erste soll ich so die Fotografie als Selbstreflexion erstmal meinen Weg zu beschreiben, so mein Werdegang, dass die Fotografie auch durchaus Psychologie und Philosophie sein kann das ist so der erste Teil und Der mag dem einen oder anderen zu philosophisch sein, aber das Buch ist so angelegt, dass man alles getrennt voneinander betrachten kann. Der zweite Teil sind Fotografien drin, um wie so eine Art Metronom das eigene Schwingen, dieses Innere erstmal in Gleichklang zu bringen, dass man sich darauf einlässt, dass man das einfach mal passiv übt, also nicht aktiv zu fotografieren, sondern passiv übt, die Bilder, die Fotografien sich zu betrachten und einfach mal zu schauen, was macht die Fotografie mit mir? Bringt das was in mir zu schwingen? An was denke ich da? Nebenbei bei der Bildzusammenstellung habe ich durchaus festgestellt, dass die Aussage meiner Frau, meine Bilder sind manchmal sehr mobile, vielleicht doch da war. Und das sollte ja jeden betreffen. Also auch ein paar humorvolle Bilder gegen Ende. Das sind Schwarz-Weiß-Bilder, das sind Fotografien. Aber der zweite Teil ist halt wirklich, Fotografien zu betrachten und zu schauen, was macht die Fotografie mit mir. Und beim dritten Teil sind dann Fotoaufgaben drin, wobei da auch schon wieder die Schwierigkeit drin ist. Es sind keine Aufgaben dabei, in dem Sinne, dass es auch ein sehr gutes Bild ankommt. Eine Aufgabe ist das Wertesystem, also das, was man selbst als Wert hat, bildlich darzustellen, abstrakt oder realistisch. Und die eigentliche Funktion dieser Aufgabe ist ja gar nicht dann das Bild dann zu haben, dass man sich hinhängt, sondern man trägt dazu auch bei, dass man sich über sein eigenes Wertesystem mal Gedanken macht. Oder der Lebensweg zu fotografieren, dass man bestimmte Kipppunkte in seinem Leben bildlich darstellt, positive wie negative. Die Hochzeit, da lasse ich jetzt jedem offen, ob das ein positiver oder ein negativer Kipppunkt ist. Die Kinder, vielleicht ist jemand gestorben, ein Job, der einem gefallen hat oder nicht. Und dann, wenn man das so hat, dann kann man sich überlegen und sagen, okay, was sind denn negative Kipppunkte? Kann ich die rausnehmen. Als nur mal ein plakatives Beispiel, nehmen wir mal die Ehe. Wenn das dann Rosenkrieg war, man hat sich zerfleicht, dann hat man die Möglichkeit, dieses Bild rauszunehmen, durch ein anderes zu ersetzen. Aber der zweite Aspekt ist dann, die Bilder, die davon abhängig sind, die danach folgen, auch auszutauschen. Also wenn man jetzt die Ehe rausnimmt und setzt da gerne eine andere Frau hin oder in niemanden und aus der Ehe sind Kinder entstanden, hat man auch die Aufgabe, die Kinder rauszunehmen. Beim Job eben ist man einen sehr gut bezahlten Job, habe und hinten dran hat man finanzielle, materielle Luxusgüter aufgeführt, geht es natürlich auch, die Luxusgüter rauszunehmen. Und Sinn und Zweck der Aufgabe ist, sich einfach mal klar zu werden, hier und heute ist eine Kette von Entscheidungen. Und ich kann natürlich meinen Lebensweg betrachten, aber ich kann meine hier und heute dadurch nur dahingehend verändern, indem ich meine Sichtweise verändere. Und das dann zu lernen, man ist halt aus der Summe der Sachen entstanden und damit auch ein bisschen Gefälliger mit sich selbst umzugehen und nicht immer so vor das eigene Gericht zu treten. Es sind auch Aufgaben drin, die man in der Gruppe machen kann, Musik zu fotografieren. Das kann ja viel sein vom Konzert und Ähnliches. Und dass man dann sich mit Leuten austauscht, ins Gespräch kommt und dann kann man über Musik diskutieren und Ähnliches. Dasselbe mit dem Wertesystem. Wenn ich meine Werte fotografiert habe, kann ich mit anderen Teilnehmenden das kann man ja in der Gruppe gerne machen, über deren Werte mal zu diskutieren. Und so sind da rund 30 Aufgaben drin. Viele sind auch dabei, dass man zur Ruhe kommt. Das kann man mit Street-Fotografie machen. Dass man sich in seine Heimatstadt begibt, wo man aufgewachsen ist. Und dann einfach mal seine Schulwege abläuft. Und die Schulwege fotografiert, das Schwimmbad, wo war der erste Kuss. Dass man einfach mal so schaut, was für eine Vita habe ich, was für eine Geschichte habe ich. Eine andere Aufgabe ist, zwei Stunden in die gleiche Richtung zu gehen. Und dann bestimmt es, drei Fotos nur zu machen und dabei geht es ja auch um die Reflexion. Also viele dieser Aufgaben haben nicht damit, dass ein tolles Foto entsteht, sondern dass die Sichtweise nach innen sich öffnet und dass man da sich selbst entdeckt. Und ich glaube, das ist die Stärke dann dieser Aufgaben, Facetten in sich zu entdecken, die man lange Zeit verschüttet hat, die man als gestresster Mensch einfach mal verloren hat, das wiederzusehen. Und da die Fotografie, so wie im zweiten Teil, passiv zu nutzen, da im dritten Teil dann aktiv die Fotografie zu nutzen, um sich zu sehen, eigentlich um sich zu belichten. Mhm.
Kai
01:10:28
Und es ist ein Buch, was zum Großteil aus dir selbst entstanden ist, wie du gesagt hast. Also der erste Teil ist stark biografisch, wie du die Fotografie genutzt hast, was die Fotografie für dich bedeutet und daraus ableitend eben deine Erfahrung übersetzt in entsprechend dann auch die Aufgaben am Ende des Buches.
Bernhard
01:10:51
Ich hatte auch mit dem ein oder anderen Psychologen bzw. Psychologin Gespräche gehabt, die gesagt haben, es gibt solche Reflexionsaufgaben, solche Achtsamkeitsübungen. Ich habe dann Gespräche auch erörtert, kann man diese Reflexionsaufgaben auch fotografisch umsetzen. Es gibt Personen von uns, die vielleicht die ein oder andere Coaching-Aufgabe schon mal gemacht hat, dass man sich überleben soll. Es gibt so einfach, wie möchte ich denn, dass meine Kinder mich in Erinnerung behalten? Das kann ich natürlich auch fotografisch darstellen und mir dann an den Kühlschrank pinnen. Was möchte ich in meinem Leben erreichen? Das kann ich auch abstrakt oder real darstellen, fotografierend auch an den Kühlschrank pinnen. Und blöd ist es halt, wenn das Bild, wie möchte ich in Erinnerung bleiben, wenn es mich mal nicht mehr gibt, versus was möchte ich in meinem Leben erreichen, nicht unbedingt Hand in Hand gehen. Und das löst dann halt Reflexionsfragen aus.
Kai
01:11:55
Wenn du dir einen Leser vor deinem inneren Auge vorstellen würdest, an wen richtet sich dein Buch?
Bernhard
01:12:05
Ich würde jetzt gerne auf zwei Leser eingehen, die es richten. Also das eine richtet sich garantiert an Personen, die... Nach innen schauen wollen, die Achtsamkeitsübungen praktiziert haben, die vielleicht im Management sind, die aber auch normal tagtäglich im Stress sind und einfach den Bezug zu sich selbst verloren haben. Und die sagen, Mensch, ich möchte jetzt einfach mal über den Sinn des Lebens philosophieren und dazu brauche ich kein Theoriebuch. Ich möchte jetzt einfach mal was Haptisches haben, eine Fotografie haben. Ich möchte aktiv nach mir suchen und nicht in der Ecke sitzen, Musik hören und in mich reinhorschen, sondern ich möchte außen die Welt sehen und da in mich hinein sehen. Also die, ich nenne es mal pauschal, auch wenn ich das Wort nicht mag, Achtsamkeitsfotografie. Die andere Gruppe, die garantiert auch einen Mehrwert haben, kann es für Leute, die eine eigene Bildsprache suchen. Ich kann ja nur eine eigene Bildsprache entwickeln, wenn ich weiß, wer ich bin. Also jetzt nicht, um Likes auf Instagram zu bekommen und im Internet dann dastehen und Zustimmung bekommen. Das bin ja vielleicht noch nicht mal ich. Und mit diesen Reflexionsfragen, da kann man natürlich dann auch Fotografien nutzen. Dann steht mir plötzlich fest, Mensch, ich habe ja plötzlich einen ganz eigenen Bildstil. Und wenn man eine Bildsprache finden will, muss man halt anfangen zu sprechen, sprichlich zu fotografieren. Und da helfen halt auch die Aufgaben, nicht in dem Genre Street-Fotografie, Naturfotografie, sondern zu sich selbst finden. Und wenn ich mich selbst finde, dann finde ich auch meine Sprache. Das ist also die zweite Gruppe Personen, die fotografieren, die schon immer fotografieren, schon lange fotografieren und eine Bildsprache finden wollen. Und die zweite Gruppe Leute, die sich selbst finden wollen. Mhm.
Kai
01:13:58
Wie bist du selbst zur Fotografie gekommen? Wie hat dein Weg ausgesehen? Wie hast du diesen Weg hin zu einer eigenen Bildsprache gemeistert und beschritten? Mittlerweile hast du schon erwähnt, du hast ein Buch geschrieben und du stellst deine Bilder auch aus, zeigst sie anderen Menschen. Also du bist da ja schon ein Stück weit auf diesem Weg vorangekommen.
Bernhard
01:14:24
Ich war als Kind sehr kreativ mit Töpfern und alles Mögliche. Und irgendwann hat mir mein, da hat man beim Töpfern auch mein Vater schon immer gesagt, was soll das, das ist ja gar nicht praktisch, was ich töpfe, also nicht Tassen und sonst was, sondern Masken, Skulpturen. Irgendwann hat er mir eine Kamera geschenkt und mit der fing ich dann an zu fotografieren. Da war ich so elf, zwölf. Und fing da an zu fotografieren und auch auf den Klassenfahrten bestimmte Sichtweise gehabt. Und haben auch die Leute gesagt, was soll das? Was fotografierst du da überhaupt? Also ich habe nicht, wenn man jetzt gerade abenteuer Reisefotografie, nicht diese besonderen Openerfotografie, sondern meine Bilder immer in der Aussage gehabt. Ich mache ja nebenbei auch Solotouren über den Polarkreis und da war auch die erste Idee, das Fotografieren mit dem Buch zu verbinden. Und hier reden wir aber eine Zeit von vor 40 Jahren. Und vor 40 Jahren analoge Fotografie, Bilder an Verlage schickt Und da kam auch die Frage heraus, die Antwort, es interessiert sich keiner für Rucksackwandern und keiner für Naturfotografie. Das war in den 80ern so. Man überlegt jetzt Martin Hülle, der über den Polarkreis fotografiert, das ist auch der Zeitpunkt halt wichtig. Bei mir ging das dann so ein bisschen unter, so mit 20, 21, 22 Beruf, Familie, Aufbau einer Existenz, was auch immer das sein mag, weil meistens gibt man die eigene Existenz ja auf, wenn man sagt, ich baue was auf. Und so vor 15 Jahren, Ja, 15, 20 Jahren kam es so langsam auf. Die Kinder waren größer. Wo bin ich bei der ganzen Sache geblieben? Und ich hatte damals auch eine Coach genommen und habe mit ihr reflektiert und sie hat gefragt, was hast du denn früher gemacht? Und dann habe ich gesagt, ja, ich habe getöpfert und ich habe fotografiert. Warum fotografierst du heute nicht mehr? Dann habe ich dir einen Sagenwobensatz gesagt, was soll das bringen? Dann hat sie das kaputt geladen. Man fotografiert nicht, man macht keine Kunst, weil es etwas nutzt. Allein das Schaffen ist schon der Nutzen an sich, das Schaffensprojekt. Und so fing ich vor 15 Jahren an, wieder intensiv die Fotografie als künstlerische Ausdrucksweise zu verwenden. Ich mache ja immer noch die Polartouren. Erst mal da auf den Polartouren das zu machen. Später dann von der Naturfotografie bin ich dann abgekommen und habe dann intensiv das, was ich heute so, ich nenne es neue emotionale Sachlichkeit. Es gab ja früher die neue Sachlichkeit, ich glaube 1920, dass man Gegenstände aufgrund ihrer Sache irgendwie toll findet. Und ich habe halt noch die Emotionen reingebracht, dass man aus der Fotografie also auch noch Schwingungen spürt, das Bild empfindet. Das war dann so mein Werdegang, der so seit vor zehn Jahren dann auch so mit den ersten Ausstellungen anfing. Also im Prinzip fing das mein Werdegang der Fotografie mit zehn an, hatte eine kleine Pause gehabt und das intensive Fotografieren mit zehn, 15 Jahren, weil das halt auch mein Ich irgendwo ist. Ich habe es am Anfang als Ventil auch gebraucht, wenn Stress da war, fotografieren, mich künstlerisch auszudrucken. Und mittlerweile bin ich eigentlich froh, dass ich kein Ventil mehr brauche. Wenn man so will, der Dampfkochtopf, der hat keinen Deckel mehr, der braucht keinen Überdruckventil mehr. Also auch dafür die Kunst, das zu schaffen.
Kai
01:17:55
Jetzt ist viel von dem in das Buch mit eingeflossen, das Erlebte. So ein Buch zu schreiben hat ja diesen Vorteil, dass es auch für sich selber noch da eine Reflexion drin steckt auf das, was man so mit der Fotografie verbindet. Wie hast du diesen Prozess empfunden? War das etwas, was dich nochmal anders hat draufschauen lassen auf deine fotografische Reise oder war es am Ende eher eine Bestätigung von Dingen, die du schon gewusst hast?
Bernhard
01:18:24
Ich glaube, manche Sachen wurden deutlicher. Ich glaube, Dinge, die ich schon gewusst habe, sind deutlicher hervorgetreten. Ein bisschen schmerzhaft, möchte ich sagen, waren natürlich auch Feedback-Gespräche mit einem sehr guten Freund von mir, der auch das Vorwort geschrieben hat. Es kam dann halt manchmal, Bernhard, das kannst du so nicht schreiben. Oder Bernhard, das ist zu verkopft. Oder Bernhard, das ist zu philosophisch. Aber es kam vieles raus. Wo ich sage, ja, das ist verstärkt. Wir hatten ja vor unserem Gespräch kurz mit Abenteuer-Reportage-Fotografie. Ich habe ein Problem mit Fotografien, wo das Bild erstmal keine, ein wichtiges Bild keine Aussage hat. Also der typische Opener bei Reportage-Fotografien, der ist so wichtig, ohne der funktioniert es nicht. Aber das Bild von für sich alleine an die Wand gehängt, ist erstmal nur da. Und dass ich durchaus ein Problem habe mit Fotografie, es ist mein persönliches Problem, mit Fotografie, die einfach nur schön ist. Also ein schönes Bild, eine schöne Blume an die Wand gehängt, ist für mich halt schön. Und das wurde mir erst mal deutlich. Das ist jetzt meine Art der Fotografie, diese sehr bewegende Fotografie, ohne jetzt, dass ich da jetzt irgendwelche Personen mit Verletzungen zeige, sondern abstrakt ist es auch eine bewegende Fotografie, habe, eine Botschaft noch nicht mal verwickelt, sondern ich möchte in den Personen eine Botschaft zum Schwingen bringen. Und das wurde mir noch mal bewusst, dass ich so schon sehr lange unbewusst fotografiere, halt auch damals auf den Klassenfahrten. Das waren halt Bilder, die durchaus manches Sachen gezeigt haben, die man, wie sagt meine Frau, sonst wo hätte auch fotografieren können. Und das wurde mir noch mal mit dem Buch klar. Also natürlich auch mein Wertesystem, die Aufgaben habe ich ja auch alle gemacht. Manchmal habe ich mich verflucht. Weil die sind halt keine Aufgaben, die man manchmal am Nachmittag macht. Oder wenn es heißt, gehe zwei Stunden in eine Richtung, Dann braucht man halt auch die Zeit und die Muse dazu. Oder raus, Wasser fotografieren bei Regen. Es ist ja so schön warm drin. Also auch so der Kampf mit dem inneren Schweinehund. Und ich habe es alle gemacht, die Aufgaben sind nicht zu jeder Aufgabe Bilder von mir, aber zu fast jeder Aufgabe, die dabei entstanden sind. War nochmal so wirklich, auch nochmal sich selbst erkennen und gerade beim Lebensweg fotografieren, so ein bisschen Nachsicht mit sich zu üben, sagen wir mal du Bernhard. Seid doch nicht immer selbst dein größter Kritiker. Sich lieben zu lernen ist bestimmt auch so ein Punkt, wo dieses Buch dazu beiträgt. Wenn man sich erkennt in der Kunst, manche Sachen werden klarer, werden deutlicher und dann auch Nachsicht mit sich üben. Weil es bringt ja nichts, wenn man über geschehene Dinge Groll in sich trägt. Was man machen kann, ist, wenn Personen dabei waren, sich bei denen entschuldigt. Ist ja auch eine Aufgabe übrigens, Weggefährten zu fotografieren. Also Personen, die einen das Leben begleitet haben, im Positiven wie im Negativen. Und unter uns das Porträt, was dabei entsteht, ist eigentlich nicht unnötig, aber nicht das Wichtige. Das Wichtige ist ja, wenn ich jetzt zu dir kommen würde und würde sagen, Ich muss dich unbedingt mal fotografieren. Ich habe hier ein Projekt Weggefährten zu fotografieren. Dann kommen wir ja miteinander ins Gespräch. Und das ist dann das Wichtige bei dieser Aufgabe. Das Miteinander mal reden über Dinge. Wenn meine Mutter fotografieren hat, war da auch dann zu erzählen, was sie für mich bedeutet, was sie gemacht hat. Aus der Vergangenheit, also aus dem Stummen herauszukommen mit der Fotografie.
Kai
01:22:11
Ja, ein Buch, was viel in Gang setzen kann. Also da steckt eine ganze Menge drin, Dinge über sich selber zu lernen. Ich wünsche dir dafür alles, alles Gute, Bernhard. Viel Erfolg, dass du möglichst viele Fotografen mit deinem Buch erreichst und mit den Gedanken bereicherst. Ich finde es toll, dass am Ende des Workshops oder angestoßen durch den Workshop mit ein paar Impulsen dann jetzt dieses Buch in gedruckter Form vorliegt. Es ist immer wieder toll zu sehen, wie Dinge aus Bildern entstehen, aus Gedanken rund um die Fotografie. Insofern, ja, freut mich das und wünsche dir alles Gute für das Buch.
Bernhard
01:22:53
Also, weil ich das noch einbringen darf, ich darf mich bei euch auch bringen. Ich war ja zwei Jahre etwas bedeckt bei eurem Kanal Abenteurer Reportagefotografie. Ich bin ja jetzt auch wieder dabei, weil da bringt mich meine nächste Reise hin in Reportagefotografie und Menschen zu fotografieren und über Menschen Reportagen zu bringen. Also ihr habt da einen entscheidenden Anteil gehabt mit eurem Workshop, den wir da gemacht haben. Auch wenn ich knapp vorbei war.
Kai
01:23:23
Aber vielen, vielen Dank für den Input und ja, manchmal kommt es eben so wie in deinem Fall, aber wichtig immer, dass man trotzdem irgendetwas mitnimmt für sich. Ich glaube, das ist in vielen Situationen möglich und das Spannende ist ja eben dann auch, das Nicht-Erwartete in Empfang zu nehmen, zu umarmen und zu sagen, was kann ich mit dir jetzt hier anfangen?
Bernhard
01:23:49
Genau, ja
Kai
01:23:52
Wunderbar. Dann freue ich mich auf den weiteren Weg, auch bei Abenteuer Reportage Fotografie, deine Bilder zu sehen, die jetzt in der Zukunft entstehen, Bernhard. Und ja, sagen wir auf bald und alles Gute.
Bernhard
01:24:05
Ja, ciao. Besten Dank.